PALESTRINA

 

 

 

 

Personajes

PIERLUIGI PALESTRINA

CARLOS BORROMEO

IGHINO

SILA

OBISPO DE BUDOJA

NOVAGERIO

MORONE

CONDE DE LUNA

PIO IV

MADRUSCHT

AVOSMEDIANO

LUCRECIA
Compositor

Cardenal

Hijo de Palestrina

Discípulo de Palestrina

Obispo

Legado papal

Legado papal

Embajador español

Papa

Obispo de Trento

Obispo de Cádiz

Esposa de Palestrina
Tenor

Barítono

Soprano

Mezzosoprano

Tenor

Tenor

Barítono

Barítono

Bajo

Bajo

Bajo

Contralto

 

La acción se desarrolla en Roma y Trento, durante los días previos a la finalización del concilio celebrado en esta ciudad en 1563.

 

ERSTER AKT


(Zimmer im Wohnhause Palestrinas. Der Raum 
ist nicht gross, ziemlich dunkel; dunkelbraune alte
Möbel. Alles einfach, fast ärmlich. In der Mitte der
Arbeitstisch, darauf unbeschriebenes Notenpapier. 
An der Hinterwand ein grosses Bild, eine schöne Frau
in mittleren Jahren darstellend: Lukrezia, Palestrinas
verstorbene Gemahlin. Rechts ein grosses (das einzige)
Fenster mit Blick auf Rom in ziemlicher Entfernung.
Am Fenster ein Stuhl mit Lehne. Es ist gegen Abend; 
im Verlaufe der ersten Szene, zumal der dritten und
 vierten, wird es ganz dunkel) 

Erste Szene

(Beim Aufgehen des Vorhanges sitzt in dem grossen
Lehnstuhl am Tisch Silla, ein 17jähriger Mensch. Er
verschwindet fast in dem geräumigen Sitz; das rechte
Bein liegt mit dem Knöchel auf dem linken Knie, in 
den Händen hält er eine grosse Geige in einer der
willkürlichen Formen jener Zeit. Er probiert, sich 
oft unterbrechend, eine eigene Komposition)

SILLA
(Proben mit leiser Stimme)
Schönste, ungnäd’ge Dame…“

(unterbricht sich)

Lang bleib’ ich nimmermehr beim alten Meister;
das steht nun fest.

(fährt wieder fort)

Nymphe mit Sternenaugen.
Des treuesten Schäfers Klagen
Lass erweichen... lass erweichen...“

(unterbricht sich wieder)

Ighino merkt noch nichts;
Ob ich’s ihm heut’ wohl sage?

(spielt weiter)

Von Hyazinthen ein Regen
Fliesse auf dich...“

(bricht wieder ab)

Dass mich der Alte willig lässt,
Das ist doch sehr die Frage!

(fährt wieder fort)

Schönste, ungnäd’ge Dame,
Nymphe mit Sternenaugen...“

(hält wieder ein)

Er hat mich wahrlich gern,
fast tut mir’s leid –

(er wirft Geige und Bogen auf den 
Tisch und steht vom Stuhl auf)

Welch herrlich freier Zug
Geht doch durch unsre Zeit!

(durchmisst das Zimmer mit elastisch-
Hoffnungsfreudigen Bewegungen)

Ist’s nicht bei dem Gedanken schon
Ans heitere Florenz,
Als dürfte sich mein eig’nes Wesen
Vom dummen Joch der Allgemeinheit lösen
Und die höchste Stufe erklimmen.
Wie in meiner lieben Kunst
die Singestimmen,
Abhängig von jeher, erbärmlich polyphon,
Sich dort befrei’n zur Einzelexistenz. –

(steht jetzt vor dem Fenster und sieht hinaus)

Da liegt mein Rom! –
Ehrwürd’ges Nest, behalte
Alt, wie du selber bist, getrost das Alte!
Bewach’ mit Feu’r und Schwert, wie deine Religion,
So in der schönen Kunst die alte Tradition.
Die lass vom alten Palestrina hüten,
Da treibt sie gar noch neue Blüten.
Mich aber zieht es fort nach
all dem Schönen, Neuen,
Und wie ich Ruhm und Leben
leuchtend vor mir seh,
So steigt gewiss in stetigem Befreien
Die ganze Menschheit noch zu ungeahnter Höh!

(Ighino tritt ein; er scheint traurig)

Zweite Szene

SILLA
Ighino, gut, dass ich dich seh’!
Muss dir was Neues sagen –
Doch erst ein heiteres Gesicht!

IGHINO
Soll ich erst lange fragen?

SILLA
Wenn mein Ighino mir verspricht,
Dem Vater nichts zu klagen –

IGHINO
(schnell und besorgt)
Schlimm für den Vater ist’s doch nicht?

SILLA
Für mich ist’s sicherlich nur schön!

IGHINO
So freu’ ich mich und wünsch’ dir Glück.

(er setzt sich auf den Schemelsitz am großen Stuhl)

SILLA
Sag – ist für sich allein zu stehn
Nicht schöner, denn als kleines Stück
Von einem Ganzen sich zu sehn?

IGHINO
Du weisst, ich bin so weit zurück
Im klugen Denken gegen dich,
Weiss deiner Frage nicht Bescheid.
Das eine doch empfinde ich:
Die liebliche Gemeinsamkeit
Von guten Menschen unter sich
Ist doch das Schönste allezeit.

SILLA
(lächelnd)
Gut ist, mein Jung’ dein Sprüchelein
Für sanfte Kinder oder Greise.

IGHINO
Ist denn nicht jeder doch allein
Nur eben auf seine Weise?

SILLA
Des Starken Art ist: Herrscher sein
Und Mittelpunkt im Kreise!

(sitzt in der Nähe Ighino auf dem Stuhl)

Ighino – wenn im Chor wir singen,
Den Altus ich, du den Diskant,
Und schwitzen bei den schweren Dingen,
Die die Gelehrsamkeit erfand:
Ist’s nicht, als ob die Esel gingen
Gemeinsam in ein Joch gespannt?

IGHINO
Das kann mein Herz nicht so empfinden.
Just für den Starken ist’s doch schön,
Wenn viele, innig sich verbinden,
In einem Ganzen aufzugehn,
Der Arbeit und des Opfers wert.
Sind wir durch Vater des nicht belehrt?
Und nichts mag mehr den Sinn erheben,
Gibt mehr auf Erden Heimlichkeit,
Als in dem All, dem Ganzen zu leben,
Nicht bloss im gegenwärt’gen „Heut“.
Die Mühen werden meine Freuden,
Wenn das Gefühl mich ganz entzückt,
Dass junges Leben alter Zeiten
Uns wie durch Zauber nahe rückt.
Ja, Silla, – lässt du das nicht gelten,
So musst du auch den Vater schelten;
Denn was ich sprach, das meint auch er. –

SILLA
(lächelnd)
Das zu bemerken war nicht schwer!
s ist aber doch ein Unterschied:
Wir sind noch jung, der Meister alt.
Das gäbe keinen lust’gen Wald,
Pfiff jeder Vogel dasselbe Lied!

IGHINO
(nach einigem Schweigen)
Warum tun deine Worte mir
So weh? und, Silla, sprich, was ist’s,
Das du mir sagen wolltest und
Der Vater nicht erfahren soll?

SILLA
(ausweichend, steht vom Stuhl auf)
Das ist nichts Wichtiges!

IGHINO
(lebhaft)
Nein, nein, Du musst’s mir sagen!

SILLA
Sag mir lieber
Zuerst, was dich bedrückt; du scheinst
Mir trüb gestimmt und gar nicht froh.

IGHINO
Ach, Silla! – Kann ich dir’s denn sagen?
Du wirst mich sicher nicht verstehn.

SILLA
(ungeduldig)
So sprich!

IGHINO
(mit Tränen kämpfend)
Der Gram des alten Vaters –
Ich kann ihn nicht so leiden sehn!

SILLA
Ist er denn krank?

IGHINO
Nein, nein; das ist es nicht.

SILLA
Was ist’s denn sonst? Ein Unglück –

IGHINO
(schüttelt den Kopf)
Weiss ich’s denn?
Ich seh nur, wie er stumm verzweifelt ist.

(steht vom Schemel auf)

SILLA
(im Zimmer gehend)
Ich glaub’, Ighino, das siehst du allein!
Bei Gott – ich hab noch nichts davon gemerkt.

(Ighino zuckt die Achseln)

Und wenn du selbst den Grund davon
nicht weisst –
Die Trauer muss doch eine Ursach haben.

IGHINO
(schüchtern)
Ist dir sein Lebenslauf nicht Grund genug?

SILLA
Das ist nun beinah Sünde, lieber Junge,
Von Unglück da zu sprechen:
ein jeder Mensch Hat auf der Welt
sein kleines Kreuz zu tragen.
Er ist nicht krank, er leidet keine Not,
Und hat vor andern Menschen noch voraus:
Er ist berühmt! was will er denn noch mehr?
Wenn ich’s bedenk, so ist er selten glücklich.

IGHINO
(ruhig und schmerzlich)
Ich wusste wohl, du würdest also reden;
Drum sprach ich nie ein Wort mit dir davon,
Wie sehr ich mich auch sehnte, einer Seele
Mich anvertrau’n zu dürfen. Lieber Gott,
Sein Ruhm!... Sein echter Ruhm,
der still und mit der Zeit
Sich um ihn legte wie ein Feierkleid;
Sollt’ er dafür wohl gar noch dankbar sein?
Ein Heiliger für seinen Heil’genschein?
Und was hat denn sein Ruhm ihm eingebracht,
Als der Kollegen Neid und offne Niedertracht?
Sein einz’ges Menschenglück:
Familie, Ehe, Verbannte ihn
aus Papstes Gunst und Nähe.
Vor grösster Armut ist er kaum geschützt;
Nun sag mir doch, was dies Phantom ihm nützt:
er Ruhm, den andre fälschlich sich
erschleichen, die meinem Vater
nicht das Wasser reichen?
Und glaubst du,
dass er jemals etwas sagt,
Ein Hauch der Lippe je sein Los beklagt?
Ein Menschenalter schuf und schuf er Werke
In unvermindert wunderbarer Stärke.
Bis dass ihn endlich traf der schwerste Schlag,

(tritt vor das Bild)

Bis meine Mutter auf der Bahre lag.
Sie starb, die nie der Gram darob verliess,
Dass man ihn ihretwegen
aus dem Amt verstiess,
Da ward es still in ihm und leer.
Seit ihrem Tode schrieb er keine Note mehr!
Er scheint nicht mehr zu leben, altert früh,
Kaum, dass er manchmal lächelt
Silla, sieh’:
Ich selbst bin fröhlich, hab’ das Leben lieb,
Doch nun erscheint mir alles auch so trüb’.

(Pause. Silla setzt sich auf den 
Schemel und nimmt Ighinos Hand)

Ist so zu reden, meinst du, wirklich Sünde? –
Ach Gott – vielleicht sind all das nicht die Gründe.
Hast du vom Leid der Welt noch nicht gehört,
Davon die Dichter sagen?

SILLA
Nun, und was?

IGHINO
Man geht und weint, weil man geboren ist –
Ich glaub’ – im Vater ist etwas davon.

(kurzt bedrückende Stille)

SILLA
(springt auf)
Lass jetzt das Leid der Welt! – ’s wird alles besser,
Und hör’ – damit du wieder lustig wirst:
Mir liegt’s schon lange auf, dass ich dir spiel
Ein Liedchen in dem allerneusten Stil: Hör’ zu!

(nimmt die Geige)

IGHINO
Ach lass!

SILLA
(Er sieht verwundert auf Ighino)
Du wirst doch nicht versagen,
Wenn Kunstgenossen um dein Urteil fragen!

(Er setzt sich auf den Stuhl vor der Hausorgel, mit 
dem Rücken zum Hintergrund; Ighino hört ihm, halb
auf der Lehne des grossen Stuhles sitzend, zu.)

Schönste, ungnäd’ge Dame,
Nymphe mit Sternenaugen,
Des treuesten Schäfers Klagen
Lass erweichen dein Herz.
Im elysischen Haine
Von Hyazinthen ein Regen,
Nymphe mit Sternenaugen,
Fliesse auf dich und mich.
Schönste, ungnäd’ge Dame,
Goldenhaarige“...

Dritte Szene

(Kardinal Borromeo und, hinter ihm, Palestrina 
sind eingetreten. Ighino hatte die Eintretenden 
zuerst bemerkt, Silla mit leisem Schrei und Anstoss
aufmerksam gemacht, und sinkt nun, und mit ihm 
der erschreckte Silla, auf die Knie; Borromeo hält 
in der Tür an; Palestrina steht nun neben ihm. 
Kardinal Borromeo ist ein grosser Mann zwischen 
40 und 50 Jahren, mit intelligentem Gesicht und
leidenschaftlichen Augen; Palestrina hat die 50
überschritten; er ist leicht ergraut, zumal an den
Schläfen. Ighino hat die ängstlichen Augen auf 
die beiden Männer gerichtet)

SILLA
Schönste, ungnäd’ge Dame,
Goldenhaarige“...

(Kardinal nagelte seine Augen auf Stuhl; es 
fährt Ihnen, mit einer furchtbaren Geste und 
ein unterdrücktes Lachen; Ighino, beunruhigt, 
hat seine Augen auf die beiden Männer festgelegt)

BORROMEO
(Nach einem schweren Stille)
Seltsamliche Geräusche hört man hier
Im Haus des strengen Meisters!

(zu Palestrina)

Ist das die Kunst, Praeneste, die Ihr lehrt?

PALESTRINA
(Leise)
Das frag’ ich, Silla, dich!

(da dieser betreten schweigt)

Geht beide nun hinein
Und morgen mit dem frühsten seid bereit
Den Psalm zu üben – Seiner Heiligkeit
Küsst nun die Hand.
Seid fromm und still.

(Silla und Ighino, erster mit Geige und Bogen, 
gehen, nachdem sie Borromeo die Hand geküsst 
haben, leise und schnell links ab)

PALESTRINA
(begütigend zu Borromeo)
Das ist die neue Zeit, die in ihm gärt;
Sie macht ihn toll, doch glücklich.
Verzeiht es, bitt’ ich, ihm nach Eurer Güte!

BORROMEO
Doch – wenn ich’s nur verstünd’!
Was hat der Knabe?
Wie klangen diese Töne sündig doch!
Und Ihr –
Ihr scheint nicht sonderlich erstaunt.
So wisst Ihr denn davon?
was ist es – sprecht!

PALESTRINA
Ich weiss –
doch Silla glaubt, nichts wüsst’ ich noch.

(Siehe mit Zuneigung, woher es kam Silla)

Es ist ein Junge, voll von Gottesgabe,
Zu wehren ihm fühl’ ich in mir kein Recht.

BORROMEO
(ereifert sich)
Ihr droht ihm nicht einmal?
so mild gelaunt?
Ihr nehmt es, scheint mir, allzuwenig schwer!

PALESTRINA
Ach, der Bedrohte bin nur ich, nicht er!

(ernster)

Die Kunst der Meister vieler hundert Jahre,
Geheimnisvoll verbündet durch die Zeiten
Zum Wunderdom sie stetig aufzubau’n,
Der sie ihr Leben schenkten, ihr Vertrau’n,
Und der auch ich mein armes Dasein bot:
Ihm dünkt sie abgegriff’ne alte Ware,
Er glaubt sie überwunden, glaubt sie tot. –
Nun haben Dilettanten in Florenz
Aus heidnischen, antiken Schriften
Sich Theorien künstlich ausgedacht,
Nach denen wird fortan Musik gemacht.
Und Silla drängt begeistert sich zu jenen
Und denkt und lebt nur in den neuen Tönen.
Vielleicht wohl hat er recht! Wer kann es wissen,
Ob jetzt die Welt nicht ungeahnte Wege geht,
Und was uns ewig schien, nicht wie
im Wind verweht? –
Zwar trüb’ ist’s zu denken –
kaum zu fassen.

BORROMEO
Und Ihr wollt’s so ruhig
gehen lassen?!
Vergesst Ihr, auf welchen Fels ist gebaut
Eure eig’ne Kunst, der Ihr selbst nicht vertraut?
Vergesst Ihr die starke Kirche? – Fürwahr,
Eure Müdigkeit gibt mir Ärgernis gar!

(nach einer Pausem milder; tritt zu Palestrina)

Ihr scheint mir krank
in eurer Seele
Seit langem schon; besorgnisvoll
Fand ich, worauf ich einzig zähle,
Das Mittel, das Euch heilen soll.
Ihr habt von Eures Geistes Gaben
Viel Jahre nicht Gebrauch gemacht.
Bedenkt: Die Engel halten Wacht
Und wollen Lobgesänge haben;
Gott selbst hat nun die neue Tat
Vor Tausenden Euch zuerteilet;
Weshalb anjetzt ich verweilet
Und heimlich Euer Haus betrat.

PALESTRINA
Die Gnade, die Ihr mir gewährt,
Drängt mich, demütig Euch zu sagen,
Wie dankbar ich – wie hochgeehrt!

BORROMEO
Nun setzt Euch zu mir her und hört.

(Er nimmt in dem grossen Lehnstuhl Platz. 
Palestrina setzt sich auf den Stuhl rechts.)

Es drohet nicht von eitlen Dilettanten,
Von frechen Schülern dem wohl nicht Gefahr,
Woran die zweimalhundert guten Jahr
Christliche Meister ihre Mühe wandten.
Wir fürchten uns da nicht so sehr.
Doch der Sturm, er kommt! nur anderswoher;
Und was der gesamten Kunst er droht,
Auf einen Streich ist’s sicherer Tod.
Ihr wisst, das heil’ge Konzil zu Trident
Neigt sich zum gottgefälligen End’,
Nachdem es achtzehn Jahre lang
Gestört, bedroht und unterbrochen
Mühsam durch Sturm
und Not sich rang.
Nun hat der Papst ein strenges Wort gesprochen;
Und eh’ dies Jahr noch zu Ende mag geh’n,
Will das Konzil er beendet seh’n.
Demnach ist nun die letzte Session
Am kommenden dritten Dezember schon.
Es fehlt auch nur noch ein Dekret,
Das auf manche inn’re Reformen geht.
Da wird endgültig zum letzten Mal
Beschlossen über das Ritual,
Katechismus, Brevier, Fasten, Gebet,
Vornehmlich aber über das Missal,
Ach, unsre süsse, heil’ge Messe!
Die neuen Irrungen, unhold dem Ohre,
Wem lägen sie schmerlicher wohl im Sinn
Als dem einstigen päpstlichen Kompositore
Und mir, der ein Freund der Künste ich bin?
Profane Texte, – gar lascive!
Üppig weltliche Liedmotive!
Überladenes Stimmgefüge,
Das den echten Text unverständlich macht,
Wie vielen hat’s Ärgernis schon gebracht!
Wir kennen das Übel zur Genüge.
Anstatt nun mit Eifer und klug zu sichten,
Die faulen Glieder zu trennen vom Rumpf,
Will Pius nun mit Stiel und Stumpf
Den ganzen Körper auf einmal vernichten.
Zum Gregorianischen Choral
Soll alles wiederkehren.
Die ganze Misuca figural
Die Meisterwerke ohne Zahl,
Die soll die Flamme verzehren!
Als ich zuerst davon gehört,
Wie kam da Schmerz in mein Gemüte!
Kleingläubig, wer von Gottes Güte
Wohl glaubt, dass sie dem Menschen wehrt
Die Freude an der Schönheit Blüte;
Es irrt wohl der, der solches lehrt,
Der Sorge einzig zugekehrt
Dass er die Seele hüte!
Wohl müht’ ich jüngst
im Konsistorium
Mit Reden mich, ich bat die Kardinäle,
Dass man kein gar so hartes Mittel wähle;
Doch alle blieben meinen
Bitten stumm.
Nun aber hört das Glück,
von dem ich euch erzähle!

(von hier ab mit steigender Wärme)

Es hat der Kaiser Ferdinand
Sich selbst für die Musik verwandt;
In einem langen Schreiben
Wünscht er: es möchte bleiben
Aus grosser Meister Zeit
Das wohlerfund’ne Alte,
Weil es den Geist der Frömmligkeit
Erwecke und erhalte.
Nun können die Herren nicht umhin,
Zu handeln nach des Kaisers Sinn.
Und nun auf einmal war mir’s leicht,
Mit meinen Wünschen durchzudringen
Und selbst den Papst dahin zu bringen,
Dass er sich meinem Plane neigt;
Vernehmt, wohin meine Gedanken gingen,
Und was ich hab’ erreicht.
Die Gegensätze all’ zu einen,
Die dieser Zeiten Fährnis bringt,
Geläng’ wohl nur dem liebend-reinen,
Dem Künstlergeist, der sie umschlingt.
Dass nun die Andacht im Gefühle,
Die unsert Geist zum Höchsten hebt,
Mit holder Lust am Wunderspiele
Der Töne sich zu eins verwebt:
Dies soll ein Meisterwerk beweisen,
Das allen Streit in sich versöhnt,
Das, Gottes Herrlichkeit zu preisen,
In künstlich reichen Formen tönt.
Es fuhr wie Leuchten der Gedanke
Mir durch den Sinn in höchster Not;
Nun endlich fiel die letzte Schranke
Des Widerstands, den man mir bot.
Wenn denn ein solches Werk gelänge
Dies hat der Papst mir zuerkannt –
Dann sei gelöst des Fluches Strenge,
Der die gesamte Kunst noch bannt;
Der neuen Messe Stil und Haltung,
Sie sei fortan die feste Norm.
So brächte dieses Werks Gestaltung
Der Tonkunst Rettung und Reform.

(Borromeo, während seines Vortrages
immer begeisterter geworden, steht hier
auf; mit ihm erhebt sich auch Palestrina)

Und Ihr sollt diese Messe schreiben!
Wer könnte solchen reinen Stil
Wohl einem Werke einverleiben
Zugleich mit kirchlichem Gefühl?
Auf, Meister! Euch zum ew’gen Ruhme,
Zur Rettung der Musik in Rom,
Der höchsten Spitze Kreuzesblume
Setzt auf der Töne Wunderdom!

(Palestrina, der ruhig und aufmerksam, aber 
ohne sonderliche Anteilnahme zugehört hat, 
beginnt nun nach einer kleinen Pause)

PALESTRINA
Wie schön ist, was Ihr sagt!
Und welchen Blick gewährt es mir
In Eure grosse Seele.
Wie wünscht’ ich, dass Euch nimmer fehle
Der Mann, der dieses Grosse wagt. –
Doch zürnt nicht, wenn ich nicht verhehle:
Wenn ich’s auch noch so gerne wär’ –
Ich bin der Rechte nicht – bin’s nimmermehr!

BORROMEO
(ernüchtert, bezwingt seine Verstimmung)
So wenig inne seid Ihr Eurer Sendung?
Gewiss – auch mag es sein,
Dass von den grossen Meistern Roms
Wohl mehr als einer leicht zu finden wäre,
Gewachsen Euch an Wissenschaft und Geist,
Der, hochbeglückt, und eingedenk der Ehre,
Das Werk hinführte zur Vollendung,
Das undankbar Ihr von Euch weist
In töricht – unbegreiflicher Verblendung!
Die Freundschaft, die ich für Euch fühle,
Das Lob des Kenners Eurem Stile:
Ihr schätzt sie wahrlich niedrig –
lohnt mir schlecht!

PALESTRINA
(bescheiden)
Schlecht lohnt’ ich Euch, erhab’ner Kardinal,
Wenn ich Gedanken spriessend höchstem Sinn,
Der gnädig lenkte nun auf mich die Wahl
Zur Tat zu machen mich erdreisten wollte
In dem Gefühl, dass ich unwürdig bin.
Denkt: wenn der Augenblick nun da,
Und Ihr das hochersehnte Werk nicht schaut,
Wie mir derselbe Sinn dann grolllte,
Der mir vorher so sehr vertraut!

BORROMEO
(vorwurfsvoll und betont)
Ist das Pierluigi Palestrina,
Der unermüdlich schaffensfrohe Mann?

PALESTRINA
(leise – wie für sich)
Er ist’s nicht mehr. – Das Leben schlingt der Tod,
Das graue Alter trinkt der Schönheit Rot,
Wie wäre Künstlers schaffendes Organ
Nicht auch dem Zeitlich – Trüben untertan?

BORROMEO
(heftig)
Ich kann Euch nicht verstehn!
Nicht mit Euch fühlen!
Ihr gebt Euch auf – nun gut! Doch eins bedenkt:
Die toten Meister heben ihre Hände,
Sie rufen aus dem Grabe:
Rette, rette,
Ach, wer errettet unsere Musik?!
Unheilig und vernichtet sie wie wir!
Mit unsern Werken schwindet
unsre Seligkeit!“
Lässt Euch das auch in Ruh’?

PALESTRINA
(leise lächelnd)
Ach, hoher Freund,
Wer weiss gewiss, was tote Menschen fühlen?

BORROMEO
Ei hört – ei hört! Bedenklich war der Satz!

(immer gereizter, da Palestrina schweigt)

Wenn denn in Eurem Herzen keine Liebe
Für jene, denen Ihr so viel verdankt,
So wisst nun fernerhin:
auch Eure Werke
Sind der Vernichtung Raub;
der Scheiterhaufen
Steht schon bereit für alle!

PALESTRINA
(immer gleich ruhig)
Sei’s darum.

BORROMEO
(kurz und scharf)
Und wenn’s der Papst befiehlt?

PALESTRINA
(wie vorhin)
Er kann befehlen,
Doch niemals meinem Genius –
nur mir.

BORROMEO
(schlägt die Hände zusammen)
So spricht denn Gott nicht mehr in Eurer Seele!

PALESTRINA
(leise)
Ich glaube – nein!

BORROMEO
(völlig unbeherrscht)
So also steht’s mit Euch!
Der fromme Meister lästert!
Hört doch! Hört!
Nun, nun, ich sag’s Euch, dass ihr’s noch bereut!
Mit solcher Bosheit lohnt Ihr treues Sorgen!
Nun – Ihr bereut es noch! –
Ich reise morgen!
Eilpferde stehen schon für mich bereit,
Um nach Trident zu jagen. Nun, ich geh’!
Nach Schwefel riecht’s in Eurer Näh’!

(geht in heftigstem Zorn ab)

Vierte Szene

(Palestrina hat dem letzten Ausbruch, der ihm 
doch unvermutet kam, bestürzt zugehört, es sieht 
dem Borromeo eine Weile gedankenvoll nach; 
dann wendet er sich zurück traurig – gefasst)

PALESTRINA
Der letzte Freund,
der mir noch wohlgesinnt,
Nun geht auch er –
und hat nur Groll um das,
Was widerstrebend ihm mein Leid gestand.
O wüsstest du, du wohlgeborg’ne Seele,

(auf seine Brust deutend)

Was hier noch alles flüstert,
reden möchte,
Welch dunklere Gedanken, unheimliche –
Für mich der Holzstoss wär’ dir noch zu mild!
Wie fremd und unbekannt
sind sich die Menschen!
Das Innerste der Welt ist Einsamkeit.
Man fühlt es nicht im frohen Rausch
der Jugend,
Im Taumel der Gewohnheit; der Bewegung,
Zu der das Leben unaufhörlich peitscht.
Doch wer verwundet an der Strecke liegt,
Sich nicht mehr rühren kann,
und nur noch schaut, –
Dem rasen sie vorüber, fremde Larven,
Verfolgend halb und fliehend, Wut und Angst
Im ziellos aufgeriss’nen Blick. –
Wie schrecklich,
Sich plötzlich einsam tief im Wald zu finden,
Wo in der Finsternis kein Ausweg ist.
So in der Mitte find’ ich mich des Lebens,
Verstehe nicht, wie je ich schaffen konnte
Wie je ich mich erfreute, wie je ich liebte.

(Er steht vor dem Bild der Lukrezia)

Lukrezia! – Als du mir noch im Leben,
War ich geborgen. Ja, da sprang der Quell,
Und weil er sprang, war mir das Leben wert.
Warum war stark genug mein Lieben nicht,
In meiner Nähe ewig dich zu halten?
Armseliges Gefühl! – Mit Trauer weiss ich,
Dass auch Ighinos Liebe mich nicht hielte.

(Er setzt sich langsam und innerlich müde
in den grossen Lehnstuhl am Tisch
Jetzt werden sichtbar ersten Auftritte)

Mein guter Knabe – ach, wie lieb’ ich ihn!
Und doch – den allerletzten,
finstern Schritt Nicht, weil er sündig,
unterliess’ ich ihn,
Nur, weil er sinnlos – gänzlich sinnlos ist.

(Pause; er greift verstört und zerstreut nach 
den Notenblättern auf dem Tisch vor ihm)

Soll wieder Noten schrerben – eine Messe, –
Ein grosses Werk, – ein „ew’ges“, wie man sagt.
Ob ich’s vermag? – 
Der Priester drohte mir
Vernichtung meinen Werken! Ob die Flamme
Sie rasch, oder die Zeit sie langsam frisst,
All’ eins, und sinnlos alles, alles, alles!
Wozu das ganze Schaffen,
Freuen, Leiden, Leben?
Ob ich’s vermöchte? – Nein, ach nein! Wozu,
Wozu das alles – ach wozu – wozu?

(Er vergräbt in tiefer Verzweiflung den Kopf in 
die vor sich auf den Tisch gestreckten Arme.
Mittlerweile sind in dem geisterhaft violetten Licht,
welches die einbrechende Nacht in dem Raum
verbreitet hat, Gestalten aufgetaucht; sie kamen 
lautlos und langsam aus dem – ganz dunklen –
Hintergrund geschritten und umgeben nun stehend
Palestrina. Sie sind in verschiedenen – spanischen,
niederländischen, italienischen, deutschen,
französischen – Trachten und scheinen aus
verschiedenen Jahrhunderten den Vor-Palestrina 
Zeit zu stammen. Das älteste – etwa 13. – 
Jahrhundert ist durch eine Erscheinung im 
Mönchskleid repräsentiert. Dabei sind sie in
verschiedenen Lebensaltern, vom Jüngling bis zum
Greis; auch in vornehmen und geringen Kleidungen: 
Es sind die verstorbenen Meister der onkunst
vergangener Epochen, Palestrinas grosse Vorgänger)

Fünfte Szene

(Bei den letzten Worten Palestrinas schon einige 
Zeit angelangt, unbeweglich stehend, und den 
fremd lächelnden Blick auf ihn geheftet, beantworten
sie sein laut ausgerufenes: Ach wozu – wuzu.“

DIE MEISTER
Für Ihn, – Sein Wesen will’s.
Er muss; so musst auch du.

PALESTRINA
(fährt mit dem Kopf in die Höhe; beim Anblick der
Erscheinungen erschrickt er kaum; das erste 
Anstarren verwandelt sich bald in eine glücklichere,
weichere Miene; er flüstert, immer noch von ihrem
Anblick gebannt)
Vertraut – von je vertraut –
Aus unversunk’ner Zeit! – 

DIE MEISTER
(lächeln, leise zustimmend, mit 
kaum merkbarem Kopfnicken)
Vertraut – vertraut auch du –
Auch du uns – uns vertraut.

PALESTRINA
(in Aufregung)
Mir ist – ich lebe – 
und ihr schwindet nicht? –
Dies Lächeln noch –
im Ohr der Worte Ton –
Einst war mir doch – – mir war – 
starbt ihr nichr schon?

(Die Meister lächeln und nicken. 
Palestrina zu einem der Meister)

Ich kenne dich – Josquin, du Herrlicher,
Lass deine Hand mich – 

EIN MEISTER
(in höfischer, burgundischer Tracht, 
15. Jahrhundert; unbeweglich)
Gruss dir, Pierluigi!

PALESTRINA
(fast lebhaft, zu einem anderen)
Und du
Tedesc’ Enrico nannt’ ich dich
So gern!

EIN ANDERER MEISTER
(deutsche Tracht, 15. Jahrhundert, unbeweglich)
Mein Bruder, sei gegrüsst!

ALLE MEISTER
(leise)
Wir grüssen dich, Pierluigi!

PALESTRINA
In welches Reich denn, welches wunderbare
Bin ich getaucht? – – Vergraben nun schon lang,
Doch einst so heiss: ein jugendlich Verlangen
Erfüllt sich mir in dieser Stunde Grau’n.
Euch darf ich schau’n,
Geliebte Götter meiner Blütenjahre,
Ihr Meister! Freunde meiner Manneszeit.
Ach, wenn ihr ihm verständlich seid:
Enthüllt dem armen Geist, in Sterblichkeit befangen,
Ihr Schatten, ob ihr wirklich – wirklich – seid!

DIE MEISTER
Wir sind – wir sind, Pier – wir sind.

PALESTRINA
(traurig)
Ach wohl! – mein Blick ist schattenhaft, ich weiss!
Was trennt mich doch die harte Todeswand
Zu sein wie Ihr – mit Euch
in Eurem Land,
Zu treten in der Hochgestimmten Kreis!

DIE MEISTER
Aus weiter Ferne sehen wir dir zu;
Dein Werden freuet uns, dein Wachsen, Dehnen.
Der Kreis der Hochgestimmten ist voll Sehnen
Nach jenem, der ihn schliesst: Erwählter du!

PALESTRINA
(schmerzlich)
Nicht ich – nicht ich –
schwach bin ich, voller Fehler.
Und um ein Werden ist’s in mir getan.
Ich bin ein alter,
todesmüder Mann
Am Ende einer grossen Zeit.
Und vor mir seh’ ich nichts als Traurigkeit –
Ich kann es nicht mehr zwingen aus der Seele.

DIE MEISTER
(lachen still zueinander)
Hm – hm – hm – hm
Er weiss noch nicht – er weiss nicht, dass er muss,
Er weiss es besser – 

EIN MEISTER IM MÖNCHSKLEID
Pierluigi, löcken
Wider den Stachel ist Vermessenheit!

PALESTRINA
(ergriffen)
Wohl weiss ich, dass auch
ihr einstmals in Nöten
Und bitterem Verzicht auf Erden rangt.
Der neuen Kraft war mir’s oft einz’ge Quelle,
Und mehr hab’ innigem Versenken ich verdankt
In gleicher Seelen ähnliches Erleiden
Als je mir Glauben, Hoffen half und Beten.
Doch nun ist reif der Wunsch,
von hier zu scheiden.
Wo’s in mir blühte, ist jetzt tote Stelle
Und meine Harfe hing ich in die Weiden.
Ihr lebtet stark in einer starken Zeit
Die dunkel noch im Unbewusstsein lag
Als wie ein Korn in Mutter Erde Schoss.
Doch des Bewusstseins Licht, das tödlich grelle,
Das störend aufsteigt wie der freche Tag
Ist feind dem süssen Traumgewirk,
Dem Künsteschaffen;
Der Stärkste streckt vor solcher
Macht die Waffen.
Entschwunden ist die Kraft, die einst so gross;
Mit off’nen Augen in des Lebens Rachen
Will flieh’n ich aus der Zeit und von dem Tross
Der Menschen, welche mit der Zeit erschwachen.

DIE MEISTER
(lachen wieder, wie vorhin)
Hm – hm – hm – hm – – Er weiss noch nicht –
er weiss nicht, dass er kann.
Er weiss es besser – erdbefang’ner Mann,
Dein Erdenpensum ist noch nicht getan!

PALESTRINA
(stark, aufbäumend)
Ich will nicht – will nicht! Hört! Ich will es nicht!

DIE MEISTER
(nicken bedeutend zueinander, einzeln)
Die Wachstumsschmerzen sind’s! –
Es kommt vom Werden.
Die letzte Häutung – ’s ist die Mutation.

PALESTRINA
(ruhiger für sich)
Was einst mir höchstes Glück –
nun dumpfe Pflicht.
Kein Trost im Himmel –
keiner auf der Erden.

DIE MEISTER
(zu Palestrina)
Nicht in dem Himmel, auf der Erde nicht
Kann jemand Trost dem Andern geben,
Als durch sein Sein; und, liebes Kind,
Wir sind, – wir sind, –
wir sind.
Und so, wie du nun musst,
so mussten wir im Leben.
Du wirst und musst!

PALESTRINA
Und wer befiehlt’s?

DIE MEISTER
Der alte Weltenmeister
Der ohne Namen ist;
der gleichfalls untertan
Uraltem Wort am Rand der Ewigkeit.
Er schafft sein Werk, wie du das deine,
Er schmiedet Ringe sich, Figuren, Steine
Zu der schimmernden Kette der Zeiten
Der Weltbegebenheiten.

PALESTRINA
(nach einer Pause, leise)
Wann endlich wird auch mir Vollendung sein?

DIE MEISTER
In dir, Pierluigi
Ist noch ein hellstes Licht;
Das erstrahlte noch nicht.
Ein letzter Ton noch fehlet
Zum klingenden Akkord;
Als der ertönst du dort.
Den Schlusstein zum Gebäue
Zu fügen sei bereit;
Das ist der Sinn der Zeit.
Wenn du dein ganzes Bild aufweist,
Wenn dein’ Gestalt vollkommen,
So, wie sie war entglommen
Von Anbeginn im Schöpfergeist:
Dann strahlst du hell, dann klingst du rein,
Pierluigi du,
An seiner schönen Ketten
Der letzte Stein.

PALESTRINA
(wieder nach einer Pause; mit leisem Schauer)
Warum das ganze Spiel? – 
Wenn das nicht wäre,
Was wäre dann? – Warum das ganze Spiel?

DIE MEISTER
(strecken wie zur Abwehr dieser 
Frage die Hände aus hart)
Dein Erdenpensum, Palestrina,
Dein Erdenpensum schaff’!

(Sie verschwinden langsam in dem Hintergrunde)

PALESTRINA
(erschrocken)
Weh’ – lasst mich nicht
Allein in dieser rätselvollen Leere! –
Wie schwindet ihr so bleich –

DIE MEISTER
(im Verschwinden, milder, fast traurig)
Dein Erdenpensum, Palestrina –
dein Erdenpensum – 

(Sie verschwinden völlig)

Sechste Szene

(Der diese ganze (fünfte) Szene im Stuhl 
verblieben, sitzt nun aufrecht, nicht angelehnt, 
mit geschlossenen Augen; es ist vollständig dunkel;
alsbald nach Verschwinden der Geister beginnt er, 
leise und von Schauer umfangen)

PALESTRINA
Allein in dunkler Tiefe Voll Angst ich armer
Mensch Rufe laut nach oben.

ERSTER ENGEL
(auf der Rücklehne des Stuhles, von Palestrina
ungesehen,von hellem Schein beleuchtet, sitzend)
Kyrie – Kyrie eleison!

PALESTRINA
(ergreift mechanisch die Feder und singt)
Kyrie eleison.
Ist wo ein Liebesquell?
Wenn nicht auf Erden
Er warm ins Herz mehr fliesst,
Ach, wo ergiesst
Er lind sich dem Müden?
Was erschliesst,
Was sich dem suchenden Blick?
Wer bringt der Frieden?

ZWEITER, DRITTER ENGEL
(auf der kleinen Hausorgel, hellbeleuchtet, sitzend)
Christe – Christe eleison.

PALESTRINA
(lässt die Feder nicht mehr aus 
der Hand  schreibt und singt)
Christe eleison.

(Von hier ab bevölkert sich die Stube mit
Engelsgestalten. Alle erscheinen in Beleuchtung.
Palestrina sind sie wie alle folgenden 
Erscheinungen nicht sichtbar)

CHOR DER ENGEL
Credo in unum Deum,
Patrem omnipotentem.

PALESTRINA
Allmächtig ... geheimnisvolle Kraft!
Wie durch die eigne Brust
Selig nun zieht
Allmächt’ge Schöpferlust,
Ewiges Hohelied!
Wunder ist Möglichkeit,
Allwo sie weit Welten erschafft!

(Es erscheint die Gestalt der Lukrezia; 
sie schmiegt sich nah an Palestrina. 
Mit Zuneigung befindet erscheint)

LUKREZIA
Nah war ich dir
In Nöten des Lebens;
Nah bin ich dir
Im Frieden des Lichts;
Frieden auch dem auf Erden,
Der guten Willens ist.

ERSTER, ZWEITER, DRITTER ENGEL
In terra pax hominibus bonae voluntatis.

PALESTRINA
Liebes Mysterium!
Fühle durch tiefe Nacht
Durch Wonnen der Geistesmacht
Seliges Meschentum
Innig vertraut.
Liebender Laut – 

LUKREZIA
Frieden auch dem auf Erden,
Der guten Willens ist.

ERSTER, ZWEITER, DRITTER ENGEL
In terra pax hominibus bonae voluntatis

(Die Decke scheint sich zu öffnen; die Hinterwand
schwindet; man sieht eine ganze Glorie von Engeln 
und Himmel, die die ganze Bühne füllt, so dass nur
eigentlich Palestrina dunkel bleibt)

LUKREZIA
Frieden!

(Hier beginnt die Gestalt der 
Lukrezia zu verbleichen.)

PALESTRINA
Zu überschwenglichem Glück
Bin ich erhoben!
Erdenruhm bleibt tief zurück.
Selig nur den Dankesblick
Send’ ich nach oben,
Innig zu loben
Die ewige Liebesmacht,
Die den Frieden gebracht.
Den Frieden – 

CHOR DER ENGEL
(Die drei Solisten mit den Sopranistinnen)
Gloria in excelsis Deo,
Gratias tibi!
Laudamus te!
Glorificamus te!
Dona nobis pacem!

(Nach dem Höhepunkt der Steigerung, beim 
„Gloria in excelsis“, hat zugleich mit der Stärke 
des Gesanges die Helligkeit der Beleuchtung
nachgelassen. Während der letzten Gesangstakte 
schon verschwinden alle Erscheinungen, auch die 
der Lukrezia, gänzlich dem Blick. Das Zimmer ist
wieder wie vorher, doch nicht wie am Anfang dieser
Szene finstere Nacht, sondern anbrechender Morgen.
Von ferne hört man mit zunehmender Stärke die
Glocken des erwachenden Roms. Palestrina war 
nach den letzten Noten der Messe wie erschöpft in 
den Sessel zurückgesunken; der rechte Arm hängt
herunter, die Feder ist seiner Hand entfallen;die
Notenblätter liegen auf dem Tisch und Boden 
zerstreut. Er schläft tief. So verbleibt er bis zum 
Schluss des Aktes)

Siebente Szene

(Dann erscheint plötzlich Silla an der Türe, er winkt,
nachdem sein Blick auf den schlafenden Meister
gefallen, dem noch nicht sichtbaren Ighino, beide
wollen mit Singebüchern zur Morgenübung kommen)

SILLA
(Leise)
Ighino, sieh doch, komm herein!

IGHINO
(tritt auf, erschrickt beim Anblick des Vaters)
Mein Vater – Silla, was geschah?

SILLA
Nichts, nichts! – Du siehst, er schlief nur ein.
Ighino, aber sieh’ doch da!

(Er hat die beschriebenen Notenblätter bemerkt 
und sammelt sie leise vom Tisch und Boden auf.)

IGHINO
Ach Silla, welches Glück!
Er hat etwas geschrieben!

SILLA
Die ganze Nacht wohl ist er wach geblieben!

(Sie gehen mit den Blättern ans Fenster, um 
beim Scheine des Morgenlichts das Geschriebene 
zu lesen; sie blättern und lesen eifrig.)

Die alte Art – doch nicht so schwer.

IGHINO
Es scheint mir ganz besonders schön.
Aus jeder Note spricht doch er!

SILLA
(bedenklich)
Jedoch – kaum ist es zu versteh’n –
ne ganze Messe, wie ich merk’!
Der alte Mann, und eine einz’ge Nacht –
Ich glaube nicht, dass grade dieses Werk
Dem alten Meister grosse Ehre macht.

(Die Glocken klingen stark)



ZWEITER AKT


Vorspiel

(Trident; eine grosse, saalartige Vorhalle im 
Palast des Fürstbischofs Madruscht. Schönen 
und sonnigen Tag im Spätherbst, die Morning. 
Die Halle ist nahezu fertig zu der Abhaltung 
einer letzten gemeinsamen Vorberatung vor 
einer feierlichen Session, zu einer sogenannten
„Generalkongregation“ hergerichtet. Auf beiden 
Seiten der Bühne laufen zwei Halbkreise von Bänken
und Stühlen, die für die Kardinäle, Kardinallegaten 
und Nuntien bestimmt sind. Auf der Bühne sind
zunächst Kardinallegat Bernardo Novagerio, in 
seiner Nähe, der Zeremonienmeister Ercole Severolus)

Erste Szene

(Eine Anzahl italienischer und deutscher 
Diener sind damit beschäftigt, die Herrichtung 
des Saales zu beendigen)

SEVEROLUS
(zu den Dienern)
Noch eine Bank!
Und schnell!
Die Italiener alle hier!

(er weist mit dem Stab auf die linke Seite der Bühne)

Sind heut’ in grosser Mehrzahl!

NOVAGERIO
(winkt den Zeremonienmeister näher zu sich heran)
Den Tisch des Massarell’
In meine nächste Nähe!

(Er zeigt mit den Augen auf ein Tischen mit
daraufstehendem, kleinem, tragbarem Schreibpult,
das noch in der Mitte der Bühne herumsteht)

SEVEROLUS
Es soll gescheh’n; verstehe.

(mit Vertraulichkeit)

Und sagt: des Grafen Luna Thron

(er zeigt auf den Stuhl, auf dem Novagerio sitzt)

Steht er auch recht zur Stell’?

NOVAGERIO
(behaglich im Stuhl)
Ercole, sieh, ich prüf’ ihn schon!
Doch, dünkt dich nicht vermessen,
Dass ich den stolzen Ehrensitz
Des Spaniers warmgesessen?
Und wirst mich nicht verraten?

SEVEROLUS
(auf den Ton plump eigehend)
O Gott! gefährlich wäre das;
Dem Spanier, den Herrn Legaten!

NOVAGERIO
Doch, ohne Scherz: kein Rangstreit heut!
Noch morgen bei der Session.
Ihn zu vermeiden, dulden wir
Die Farce mit dem Stuhl,
Die, sorge ich, die Völker
Nur zum Gelächter reizen wird
Und die Franzosen gar zum Zorn.

SEVEROLUS
Ja, ja, ich sag’s, die Spanischen!
Stets Hindernis und Dorn.

(Er gibt nun den Dienern die Anweisung, 
den Tisch nah zu den Stühlen der Legaten 
zu stellen, was sogleich geschieht)

NOVAGERIO
(erinnernd)
Und die Parole: „Schnell zum Schluss!“

SEVEROLUS
(kommt wieder nah zu Novagerio)
Zwei Stunden sprach Lainez jüngst;
Wenn wir zum Ende wollen,
Und wieder sie so lange sprechen:
Soll ich dann unterbrechen?

NOVAGERIO
Das tu!
Doch kommt es heute
Von selbst wohl nicht dazu.
Nun ruf mir noch die Diener her!

SEVEROLUS
(winkt den Dienern)
Hierher! Der hochehrwürdge Herr
Hat euch etwas zu sagen.

(Die Diener kommen und 
stellen sich vor Novagerius auf)

NOVAGERIO
(mit Schad Ton)
Kennt ihr den grünen Turm?
Und kennt ihr auch die Wiege drin?
Die Kinder, die darin man wiegt,
Schreien sehr laut, und gar nicht vergnügt,
Wenn ihr wieder euch stecht und haut,
Wie neulich erst auf der Strasse,
Dass mancher der frommen Väter
Vor Angst sich nicht aus dem Hause getraut,
So wisst ihr nun, wie’ euch ergeht:
Christof Madruscht keinen Spass versteht!
Da kommt er selbst.

(er steht auf)

Haltet ihr Ruh’, Gelobt ihr mir’s?

DIE DIENER
Wir schwören’s zu.

Zweite Szene

(Es tritt der Fürstbischof Kardinal Chr. Madruscht
auf, ein starker Mann, der trotz seiner geistlichen
Kleidung mehr den Eindruck des Kriegsmannes, 
des Edelmannes macht. Er ist ernst und verstimmt;
Novagerio geht ihm, der nun die Stufen 
herabgestiegen ist, sehr heiter und freundlich 
entgegen. Begrüssung und Händedruck: sie 
kommen nach vorn)

NOVAGERIO
Morone ist von Innsbruck schon herein?

MADRUSCHT
(ernst)
Noch nicht. Für eine blosse Höflichkeit,
Versicherungen, Grüsse an den Kaiser
Vom Papst gesendet – einunddreissig Tage –
Traun – eine lange Zeit!

NOVAGERIO
(immer sehr verbindlich und heiter)
Zu langen Reden ist ja gar kein Grund.
Was soll’s denn noch?
Wir sind ja einig, Freund;
Und hat dem Kaiser, seinem liebsten Sohn,
Der Heil’ge Vater alles nicht gewährt?
Nicht in Bologna, seiner lieben Stadt,
Nein, in Trident, der deutschen, unbequemen,
Schliesst das Konzil;
und dass es schliesse, ist
Der Wunsch, der heisse, von uns allen;
ach, Der Euere doch auch!
Die ganze Christenheit
Seufzt nach dem endlichen Beschluss.
Ich hoffe nicht, dass Ungemach der Reise
Morone aufhält –

(er sieht nach dem Wetter)

MADRUSCHT
(zeigt höhnisch nach dem draussen
zunehmenden Sonnenschein)
Nun, die Witterung
Der letzten Tage kann nicht Ursach’ sein.

NOVAGERIO
(begeistert)
Ach ja, ein schöner Tag! Ein Gottestag,
Ein wunderschöner! Möge diese Sonne,
Wie sie durch Herbstesnebel siegreich bricht,
Für uns’re Hoffnungen symbolisch sein!

MADRUSCHT
(will ärgerlich auf sein Thema zurückkommen)
Doch was Morone und den Kaiser angeht,
So muss ich doch wohl sagen –

NOVAGERIO
(hat schon Borromeo erblickt, der soeben, von 
einigen italienischen Bischöfen und Theologen
umgeben, langsam vom Hintergrunde her auftritt.)
Borromeo!

(Er eilt ihm entgegen und begrüsst ihn.)

MADRUSCHT
(für sich)
Ein Italiener mehr! 
Verdammt, und nicht der Dümmste!

(Novagerio kommt mit Borromeo vor. Madruscht 
und Borromeo begrüssen sich nun auch.)

NOVAGERIO
(zu Borromeo)
Nun, wie verbrachtet Ihr die erste Nacht
Nach langer Reise,
angestrengtem Ritt?

BORROMEO
(freundlich)
Ich bin schon ausgeruht.

(zu Madruscht)

s ist eine schöne Stadt
Und wohlgehalten. Wahrlich, sehr verdient
Macht Ihr Euch doch, Hochwürden, um das Werk,
Um dessen guten Ausgang all’ wir beten.

MADRUSCHT
(immer ernst)
Ein jeder tut dazu, soviel er kann.

NOVAGERIO
Allzu bescheiden seid Ihr, Freund Madrucci!

BORROMEO
Das ist besonderes Verdienst ja immer.

MADRUSCHT
(zu Borromeo)
Wollt Ihr Euch nicht erfrischen?
Wein und Früchte?

BORROMEO
Die Segnungen des schönen Fleckchens Erde,
So freundlich mir geboten, will ich nicht
Zurücke weisen.

MADRUSCHT
(zu den noch umherstehenden Dienern)
He, Früchte, roten Wein!

(zu Novagerio und Borromeo)

Doch mich entschuldigt jetzt.

NOVAGERIO
Wie ungern!

BORROMEO
O, warum?

MADRUSCHT
Verzeiht – Neuangekommene
In grosser Zahl, Ihr seht, muss ich begrüssen.

(Er geht in den Hintergrund des Saales, wo sich 
schon eine Anzahl Geistlicher, namentlich Italiener,
eingefunden haben. Novagerio und Borromeo im
Vordergrund.)

Dritte Szene

BORROMEO
(leise sondierend zu Novagerio)
Ein liebreich würd’ger Herr, der Fürstbischof.

NOVAGERIO
(sieht Borromeo an)
Dem Kaiser zugetan mit Seel’ und Leib.

BORROMEO
(begegnet dem Blick)
Empfindlich wohl, was Majestät betrifft?

NOVAGERIO
(sicher)
Wie diese selbst: misstrauisch und verstimmt.

BORROMEO
(lächelnd)
Ein wenig wohl mit Grund?

NOVAGERIO
(verständnisvoll bejahend)
Damit es ganz gelinge
Wär’ es wohl gut, da wir allein,
Dass diesen Augenblick wir nützen!
Drum lasst uns niedersitzen;

(inzwischen haben vier Diener ein kleines 
Tischchen, zwei Stühle, reichlich Früchte, roten 
Wein in schöner Kristallkaraffe und Gläser 
gebracht; sie setzen alles ganz vorne ins Gärtchen 
und entfernen sich wieder. Novagerio und Borromeo
nehmen an dem Tischchen Platz.)

Und hier bei Früchten, rotem Wein
Vernehmt die heutige Parole:
Schnell zum Beschluss.“ Das soll sie sein.

BORROMEO
(schenkt den Wein in die Gläser)
Der frommen Christenheit zum Wohle!
Mög’ so das Blut der Ketzer fliessen.

NOVAGERIO
(bedient Borromeo und sich mit Früchten)
Und dass die Früchte, lang gereift,
Wir endlich brechen und geniessen!

(sie trinken und naschen von den Früchten)

BORROMEO
Beim Kaiser doch, was tut Morone?

NOVAGERIO
Je nun – von hier ihn fernehalten
Und glätten alle Stirnesfalten
Des Unmuts, der sich ihm gehäuft.
Von Rom die Königskrone
Bestätigt er auf Papstes Treu’
Dem jungen Max, des Kaisers Sohne,
Der heimlich neigt zur Ketzerei.

BORROMEO
Schlimm wär’ es, wenn er überträte.

NOVAGERIO
Oh, die Gefahr nicht abzuseh’n;
Ein Schirmherr würde da ersteh’n
Der Lutherpest, der Teufelskröte.
Doch so –

(leiser)

Der spanische Königsthron,
Mit ihm der Traum der Weltherrschaft
Über alles katholische Land,
Lockt jetzt den Vater und den Sohn,
Steht vor der beiden lüsternem Blick
Und hält den heftigen Ferdinand
Von übereiltem Schritte zurück.
Viel hat er uns zedieren müssen;
Doch seine Rache, des Sohnes Glauben,
Sind dem alten Fuchse die sauren Trauben.

(er hebt eine Traube und lässt sie wieder fallen)

Er lässt sie hängen, die schönen, – süssen!

BORROMEO
Die christkatholische Weltherrschaft
Ein Ziel für höchsten Herrschers Kraft;
Fürwahr! Und mit Rom ein gewaltiges Band!

NOVAGERIO
Doch trau’ ich nicht seinem hitzigen Groll;
Und dass die Deutschen, die so ihn lieben,
Von der Synode sind fortgeblieben,
Das wurmt ihn mehr, als man merken soll.
Drum gilt es: was an Besserungen
Und Wünschen sonst er ausbedungen
Ihm unbedenklich zu gewähren.

BORROMEO
(bedenklich)
Gewicht’ge Punkte sind dabei:
Reform an Papst und Klerisei.
Der Laienkelch,
und Kompromisse noch sonst –

NOVAGERIO
Ei, muss ich Euch belehren?
Wisst doch: Auslegung der Beschlüsse
Behält der Papst sich vor allein.
Zur Sorge hierin ist kein Grund;
Die Dogmen, seht Ihr, stehen fest.
Und was wir sonst erreicht zur Stund’,
Verschlingt den leicht gewog’nen Rest.
Darum zum Schluss – nur schnell zum Schluss!
Der Papst, der will – der Kaiser muss.

BORROMEO
So wird, was in den letzten Wochen
Er neu begehrte, heut’ besprochen,
Und so der ersehnte Schluss erreicht?
Womit beginnt man?

NOVAGERIO
Was man leicht
Und sicher durchzusetzen gedenkt:
Zuerst kommt die Frage der Kirchenmusik,
Dann wird zu Wicht’gerem eingelenkt.
Nun, würd’ger Freund, das ist ja Eu’r Fall!
Als Ihr damals erfochtet den Sieg
Über unsere Meinungen all,
Nicht ahnt’ ich da, wie um den Kirchenton
Die Sorg’ einer ganzen Situation
Zu Hilfe noch käm’; nun könnt Ihr Euch freu’n!
Führwahr, Eu’r Verdienst ist kein geringes,
Ihr seid der Retter des Kunstgesinges
Und verbindet Euch die Kirch’ und den Thron!
Die Messe muss
nun auch fertig sein;
Wie steht es mit der Komposition?
Es ist schon alles herum verbreitet
Und Eurer Beschützung der Mehrstimmigkeit
Ein einstimmiges „placet“ verbereitet.

BORROMEO
Da seht Ihr mich nun in Verlegenheit.
Mit der Messe ist’s noch nicht so weit.

NOVAGERIO
(erstaunt)
Stand alles doch fest schon, wie das Amen –
Der Mann war gefunden –

(suchend)

Ihr nanntet den Namen –

BORROMEO
s ist Palestrina – er leitet den Chor
Zu Rom in Santa Maria Maggior’;
Kaum mag ich es sagen,
nie hätt’ ich’s vermeint –
Meinen Plan, meinen Wunsch –
er hat ihn verneint.
Ich selbst kam zu ihm – ich tat ihm die Ehr’
Und stellte des hohen Auftrags Begehr.
Doch hat ihn der herrliche Ruhm nicht gelockt,
Er blieb wie vom Teufel besessen – verstockt.
Selbst, dass es der Heilige Vater begehrt,
Erschien ihm nicht der Fleissigung wert.
Und meinem Vertrauen beschert er zum Lohn
Nur schweigenden Trotz – nur bösen Hohn!

NOVAGERIO
(empört)
Der Musikus – was, der Chorist?
Da seht, wie alle Kunst vom Teufel ist!
So zwingt ihn doch!

BORROMEO
(leidenschaftlich)
Meint Ihr, ich lasse spassen
Mit mir? Ich hab ihn greifen lassen!
Und täglich nun erwart’ ich den Bericht,
Ob das Gefängnis seinen Trotz wohl bricht.

NOVAGERIO
So recht! Doch nun voran, denn seht:
Der heilge Pius, der Euch so gewogen,
Er würde rasen, wenn Ihr ihn betrogen.
Und gar die Kaiserliche Majestät!
Das Werk muss da sein zur gewünschten Frist!

BORROMEO
Ich zweifle sehr, dass er zu zwingen ist.

NOVAGERIO
So müsst Ihr einen andern Mann ernennen,
Und er als Schöpfer sich des Werks bekennen.
Er muss – er muss! Ei, Widersetzlichkeit!
Die ganze Sache ist jetzt schon soweit,
Das kleine Menschenwerklein muss entstehn!
Vom heiligen Konzil wird es bestellt,
Es wünschen es die Grossen dieser Welt, –
Wenn solche Mächte wollen, muss es gehn!

BORROMEO
Ihr kennt ihn nicht! Es ist mir nicht gelungen,
Ihn eines Schrittes Breite zu bewegen.

NOVAGERIO
Mein Freund – wir haben andere gezwungen!
Bei Christi Marterholz! Ich steh dafür Euch gut.
Für solche Leute ist ein wahrer Segen
Des alten vierten Paulus Institut!

BORROMEO
Das Äusserste – wie schrecklich anzuwenden!

NOVAGERIO
(kalt)
Ihr habt das Werk begonnen – müsst es enden!

BORROMEO
(nicht ohne Schmerz)
Er war ein Meister – wie beklag ich ihn!

NOVAGERIO
Ei Freund, das Unverdauliche –

(spuckt graziös eine Traubenschale 
hinter sich ins Gärtchen)

Wird ausgespien.

(Inzwischen haben sich geistliche und weltliche
Teilnehmer aller Nationen und jeden Ranges
versammelt und füllen die Bühne. Sie stehen 
in Gruppen, meist nach Nationen geordnet. 
Im Vordergrunde, sehr sichtbar, stehen jetzt 
Madruscht und der Kardinal von Lothringen 
im Gespräch. Leise zu Borromeo)

Doch seht, der Lothringer, der Kardinal,
Der uns so oft durch Widerspruch gepeinigt;
Steht mit dem deutschen Bären hold vereinigt;
Das darf nicht sein – kommt, gehn wir in den Saal!

(Sie begeben sich hinauf und halten sich 
in der Nähe von Madruscht und dem 
Lothringer. Tischchen und  Stühle usw. 
werden von Dienern wieder fortgetragen.)

Vierte Szene

(Von hier an füllt sich die Bühne immer mehr)

DER LOTHRINGER
(zu Madruscht)
Zahlreicht wird heut’ die heilige Versammlung.

MADRUSCHT
Mehr eilig als wie heilig, dünkt mich fast.

DER LOTHRINGER
Da habt Ihr allzu recht!

MADRUSCHT
Ich sag’, ’s ist eine unanständige Hast!
Wer da noch glaubt, dass sie es ernstlich meinen!

DER LOTHRINGER
Mit dem, was unsern Ländern not tut – nicht.

MADRUSCHT
Bei Gott – wir sollten uns doch mehr vereinen!
Und grad’ heraus: ich muss es sehr beklagen,
Dass Ihr, der Stärkste sonst im Widerstand,
Euch doch nun habt mit diesen
Päpstlern vertragen.

DER LOTHRINGER
Das könnte man mit mehr Recht und Fug
Von Eurem Kaiser Ferdinand sagen.
Hört nur, wie er sich mit Morone vertrug!

(Novagerio kommt bei dem Namen 
„Morone“ rasch und wie unwillkürlich 
dazu. Borromeo ebenfalls.)

NOVAGERIO
Morone ist endlich hier eingetroffen?

DER LOTHRINGER
Vor kurzem stieg müde er ab vom Pferd.

BORROMEO
(entschuldigend zum Lothringer)
Verzeiht, dass wir so ohne Zeremonie –

NOVAGERIO
(ebenso)
Wir hörten den Namen; 
so können wir hoffen, dass die Sitzung beginne? 
’s ist nicht mehr früh.

DER LOTHRINGER
(fein)
So lasst uns – das Stück zu Ende spielen.

MADRUSCHT
(grob)
Oder, um es anders zu sagen:
Da eine christliche Einigung nicht zu erzielen,
Lasst uns, da wir denn doch nun müssen,
Getrost das Ding zu Grabe tragen!

NOVAGERIO
(lächelnd)
Wie bitter Ihr sprecht!

(wendet sich zum Gehen)

Will Morone begrüssen.

(Geht oben ab. Borromeo fordert den Lothringer 
auf, ebenfalls zur Begrüssung Morones mit ihm 
zu gehen. Beide ab. Bald nach Novagerio und 
Borromeo war auch Anton Brus v. Müglitz, 
Erzbischof von Prag, zu der Gruppe getreten. 
Jetzt, nachdem die drei fort sind, tritt er näher 
zu Madruscht. Dieser ergreift unwillkürlich seine 
Hand)

BRUS
(schüttelt traurig den Kopf)
Wie verwickelt und kalt hier alles geschieht.

MADRUSCHT
(ergrimmt)
Sie woll’n die Reformen nicht!

BRUS
Und des Kaisers Wille – wird er schon müd’?

MADRUSCHT
(Er zuckt mit den Schultern)
Des Kaisers Wille –
ist jetzt unsre Pflicht.

(Sie folgen den Legaten und Borromeo. Die Bühne 
hat sich jetzt stark angefüllt, die Väter sind fast
vollzählig versammelt. Rechts vorn hat sich eine 
kleine Gruppe spanischer Geistlicher aufgestellt; 
sie stecken die Köpfe zusammen und deuten auf 
die Italiener, die in grosser Anzahl nun die linke 
Seite der Bühne, bis zum Vordergrund, erfüllen)

DIE SPANIER
Die Italiener dort seht!
Wie Ameisen wimmeln sie daher.
Die Franzosen gewannen sie schon.
Der Lothringer hielt sich nicht länger mehr.
Vom Papst kommt ihm der ersehnte Lohn.
Was stünde fest,
wenn nicht Spaniens Ehr’!
Ja, Spaniens Ehr’,
den Päpstlern zum Hohn!
Die Italiener dort seht!
Man merkt an der Majorität,
Dass die Abstimmung nicht nach der Nation,
Sondern nur nach der Anzahl der Köpfe geht.
Die Köpfe, die Köpfe, die Köpfe seht!
Geölte, geschminkte, geschorene Köpfe,
Päpstliche Larven! Pius Geschöpfe!

(Graf Luna tritt dazu; ihn begleitet der immer sehr
ernst bleibende Bischof Avosmediano von Cadix.)

GRAF LUNA
Saht Ihr die Boten aus Rom
Mit dem Felleisen auf dem Rücken gereist?

(mit Hohn)

Sie bringen den Heiligen Geist,
Der gibt ihnen dann die Beschlüsse ein.

DIE SPANIER
(lachend)
Ha ha, ha ha, 
Auf dem Eselein
Kommt der Heilige Geist
Aus Rom im kleinen Tornister gereist!

(Zu einer Gruppe Italiener links vorn gesellt sich
soeben ein neuangekommener Trupp italienischer
Geistlicher; unter ihnen und vorne dran der Bischof
von Budoja, ein lustig aussehender Prälat mit 
pfiffigem Gesicht)

BISCHOF VON BUDOJA
(lebhaft und vergnügt zu der ersten Gruppe)
Geliebte Brüder, seid gegrüsst im Herrn!
Landsleute!

EININGE AUS DER GRUPPE
Lob sei Jesus Christ!

BISCHOF VON BUDOJA
(zu einem etwas verhungert und 
dumm aussehenden Bischof)
Seid Ihr von Sanfelice nicht? Euch kenn ich doch!

EIN BISCHOF
Theophilus von Imola –

BISCHOF VON BUDOJA
Da war ich nie.
Man kommt ja nie aus seiner Diözes.
Ich bin der Bischof von Budoja.

EIN ANDERER BISCHOF
Dandini von Grosseto ich.

EINER AUS DER ERSTEN GRUPPE
Bischof von Feltre.

EIN ANDERER
Ich von Fiesoli.

BUDOJA
So ein Konzilium lob ich mir;
Man sieht doch etwas von der Welt
Und hat noch freie Reise;

THEOPHILUS
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

BUDOJA
Ich muss gestehn, ich hätte nichts dagegen,
Wenn’s etwas länger dauerte!
Doch leider wird ja Schluss gemacht.

GROSSETO
s ist unsre heil’ge Pflicht,
Für den Beschluss zu stimmen.

THEOPHILUS
Dafür sind wir ja hier.

BUDOJA
Zu schade ist’s, ich bliebe länger!
Man ist kaum angelangt
Und muss schon wieder fort.

EIN JUNGER DOKTOR
Wenn nur mein Geld noch reichte,
So blieb ich gerne auch.

BUDOJA
Das ist das Wenigste, mein Freund,
Bei längrem Aufenthalt
Muss man uns doch entschädigen.

BISCHOF VON FELTRE
Doch ist uns nichts versprochen –

EIN JUNGER DOKTOR
Hab von Diäten nichts gehört –

BISCHOF VON FIESOLE
Nichts von Verlängerung –

BUDOJA
Ei was,
Rom muss schon dafür sorgen.
Verlangen wird man nicht,
Dass wir Dukaten machen.
Das mach ich schon, das mach ich schon!

(Hier treten langsam wieder aus dem Palaste auf:
Madruscht und Brus; sie verweilen einen Moment 
und nehmen dann ihre Plätze ein; einige Zeit hierauf
der Lothringer allein, immt auch seinen Platz ein)

BISCHOF VON FIESOLE
Wer ist denn das neben
dem Fürstbischof, sag!

BISCHOF VON FELTRE
s ist der Drakowitz.

GROSSETO
Nein, ’s ist der Erzbischof von Prag.

EIN JUNGER DOKTOR
Prag – liegt das in Deutschland? –

GROSSETO
In Böhmen liegt’s eh’r.
Da kommen die meisten Häretiker her.

THEOPHILUS
(ängstlich)
Die Ketzer? o Jesus!
Da kommen am End’
Die Ketzer hierher? hierher nach Trident?

BUDOJA
(fasst den Theophilus unter den Arm)
Fern hielt Gottes Güte, mein teurer Theophil,
Die lutherischen Schweine vom italienischen Konzil; 
Im Übermass doch wir gesegnet
noch sind Mit französischer Krätze
und dem spanischen Grind.

(Die Bischöfe lachen und wenden sich; gleichzeitig
erscheint aus dem Palast Novagerio mit Morone.)

MORONE
Die Instriktionen schickten wir beizeiten;
Mein Amt gelang mit Gottes Hilfe gut.

NOVAGERIO
Nur unterschätzt mir nicht die Schwierigkeiten!

MORONE
(drückt Novagerio die Hand)
Ich habe Hoffnung und den besten Mut.

(Gleichzeitig mit Morone und Novagerio ist unten 
im Saal mit einem kleinen Gefolge der Patriarch 
von Assyrien, Abdisu, erschienen. Er ist sehr alt, 
mit schneeweissen Haaren und Bart, eine 
fremdartige Erscheinung. Er wird gleich umringt, 
auch die Italiener gesellen sich zu ihm.)

ABDISU
Von weither wandert ich, durch Mühsal
und Beschwerde,
Doch meine Füsse trugen froh mich her.
Dass ich den Tag des Herrn erleben darf,
Dass meine alten Augen dieses Werk
noch schau’n:
Die Neugeburt der ganzen Christenheit –
Des freuet sich und jubiliert mein Herz.
Und gerne scheid’ ich nun
von dieser schönen Erde.

(Alle wollen ihn geleiten; der Bischof von
Budoja drängt sich zu ihm und führt ihn.)

BISCHOF VON BUDOJA
Stützt Euch auf mich, lasst mir die Ehre, Herr.

(Die meisten haben schon ihre Plätze 
eingenommen. Jetzt tritt der Zeremonienmeister 
in die Mitte und hebt den Stab.)

SEVEROLUS
Ich, Ercole Severolus
Zeremonienmeister der Synode,
Ersuche kraft des mir verliehenen Amtes
Die Väter dieser christlichen Versammlung:
Die hochehrwürd’gen Erzbischöfe und Prälaten,
Die hochansehnlichen Botschafter und Gesandten,
Die hochgelehrten Theologen und Doctores,
Nach Ordnung und Gebühr die Plätze einzunehmen,
Weil die Kongregation beginnen soll.

(Alle nehmen während des folgenden
Musikstückes die Plätze ein.)

Und nun erhebt sich zur Begrüssung
Des Papstes erster Kardinallegat.

(Morone erhebt sich.)

Fünfte Szene

MORONE
(faltet die Hände, mit ihm die Versammlung)
Den Heil’gen Geist, der die Konzilien leitet,
Der auch die heutige Versammlung lenkt,
Wir bitten ihn, dass er auf uns sich senkt
Und unserm Werk ein gutes End’ bereitet.

(Löst die Hände)

Dess’ Diener die Legaten sind, der hohe Papst
Er sprach zu uns:
Engel des Friedens seid!“
Dies Wort im Herzen tragend, bitt’ ich Gott,
Dass mir das Friedenswerk bei Euch gelinge,
So wie ich treulich mich bemühte,
ein Amt bei jenem zu erfüllen,
Auf dessen Haupt wir Gottes Segen flehen:
Bei Deutschlands grossem Kaiser Ferdinand.
Ehrwürd’ge Väter! Liebe Brüder!
Bei aller Demut, die den Christen ziert,
Seid heute eingedenk:
Wir sind die Blüte alles Menschentums.
Wir sind berufen, ihm zum Heile
Den Turm zu bau’n, der allen Zeiten trotzt.
Wir, vor dem Herrn zwar klein,
Doch vor den Menschen aller Völker gross.
Verschliesst dem Heil’gen Geist nicht Eure Herzen,
Er kommt zu uns!

(Mit echter Begeisterung)

Ja, ja – er kommt zu uns!
Er gibt uns Weisheit, Frieden, Einigkeit,
Erkenntnis, Liebe, Wahrheit.
All’ dieses – alles ist bei uns!

(grenz eine Mahnwache von Soldaten 
bewachen die Szene eine Gruppe von 
Häretikern unter den Qualen der Inquisition)

Seht hin auf jene Armen, Irrgeführten,
Auf jene Ketzer –

BISCHOF VON BUDOJA
(ruft laut sich hin:)
Gott erkeuchte sie!

(Strafende Blicke treffen ihn, nach 
kurzer Störung fährt Morone fort.)

MORONE
Spaltung und böse Unruh ist ihr Teil:
Die Frucht des Irrwahns
und des Hochmuts Strafe,
Der eig’nem sündigem Ermessen traut.
Seht hin!
sie werden selber sich zerfleischen
Und ruhmlos und verflucht vernichtet sein!

RUFE, GEMURMEL
Fluch ihnen! Fluch den Ketzern!
Den teufelischen Ketzern Fluch!

(Die Soldaten durchgeführt Ketzer)

MORONE
Das grosse Werk glorreich zur Ehre Gottes
Hinauszuführen steht uns heute an.
Denn schon zu lange und zum Ärgernis
Der ganzen Christenheit ward es verzögert.
Drum, liebe Väter seid auf Eurer Hut,
Auf dass der Windhauch schwellender Gelehrsamkeit
Des Redeschiffleins allzuleichte Segel
Der Demut stillem Hafen nicht entführe!

BISCHOF VON BUDOJA
Ein schönes Bild!
Habt Ihr’s verstanden, Theophil?

SEVEROLUS
(hebt gegen ihn den Stab)
Kein lauter Zwischenruf! ich muss ersuchen!

MORONE
Von Wunsch erfüllt, den Fürsten zu gewähren,
Was ihren Völkern frommt, und friedbereit,
Tat jetzt der Herr von allen jenen Heeren,
Die auf dem Erdenrund das Kreuz verehren,
Den letzten Schritt zu vollster Einigkeit.
Und jeder gute Fürst er will ja auch
Dem grossen Kind, dem Volke, seinen Glauben
Solchergestalt zu üben gern erlauben,
Wie es durch dessen Sonderheit und Art,
Durch Angewöhnung, Sitte und Gebrauch
Zum Wunsche ihm und zum Bedürfnis ward. –
Zur Sendung an den Kaiser jüngst beehrt
Und wieder angelangt nach langem Ritt,
Des Friedens Ölblatt hin und her zu tragen,
Kann ich die frohste Kunde nun Euch sagen:
Soweit es nicht der Ehr zu nahe tritt
Von Petri Stuhl, und dient zu Gottes Kränkung,
Ist alles Wesentliche ihm gewährt.

GRAF LUNA
(zu den Spaniern)
Beachtet wohl, Ihr Herren, die Beschränkung!

MORONE
(fährt nun in leichterem Tone fort)
Ihr wisst, von des Kaisers Propositionen,
Den zweiundvierzig, ist schon das meiste
Besprochen, geprüft und erledigt.
Ist’s Euch gefällig, Väter, über das,
Was jetzt noch übrig, kurz mit ja und nein
Schlüssig zu werden, und die nähere
Ausfertigung der Weisheit dann des Papstes
Zu überlassen? Ist’s Euch gefällig?

DIE VÄTER
Placet, placet!

AVOSMEDIANO
(Er steht auf)
Non placet!

SEVEROLUS
Avosmediano, Bischof von Cadix!

AVOSMEDIANO
Dazu ist die Synode einberufen,
Dass sie mit Fleiss die Fragen alle prüfe
Bis die Materie bezwungen ist.

DER LOTHRINGER
(sitzend)
Doch gibt es klare – minder klare Punkte,
Die sich wohl scheiden lassen; lasst uns doch
Nach jedem einzeln’ Punkt die Frage wiederholen.

MORONE
Ist’s Euch gefällig, Väter?

ALLE VÄTER
Placet!

MORONE
Die Messgebräuche dann zuerst!
So kommen wir mit jenem dreissigsten Artikel
Zum Lieblingswunsch des grossen Ferdinand,
Der jeder frommen Kunst Beschützer ist.
Er will darin vor völliger Verbannung
Die Figuralmusik gerettet sehn;
Weil doch, schrieb er,
aus grosser Meister Zeit das wohlerfund’ne Alte
so oft den Geist der Frömmigkeit
erwecke und erhalte“.
Mit Papstes Einverständnis: ist es Euch
Gefällig der Erhaltung zuzustimmen?

DIE ITALIENER UND VIELE ANDRE
Placet, placet, placet!

ANDRE
Non placet!

SEVEROLUS
Wer meldet sich zum Wort?

(Avosmediano steht auf)

SEVEROLUS
(mit leiser Beimischung von Hohn)
Avosmediano, Bischof von Cadix!

AVOSMEDIANO
Ein “Aber” war dabei, ein “Wenn” vom Papste,
was ist’s mit dem?

NOVAGERIO
(liebenswürdig)
Ein Probestück soll erst Geliefert werden.

(Spricht leise einige Worte mit Borromeo)

BRUS
Eine Messe war’s.

MADRUSCHT
Ja, eine Messe war’s.

DER LOTHRINGER
Die Probemesse.

BISCHOF VON BUDOJA
(zum Bischof von Imola)
Theophilus! Der Patriarch schläft ein!

(Der Kopf des Patriarchen von Assyrien senkt sich 
hier langsam auf die Brust. Er schläft allmählich ein)

AVOSMEDIANO
Ich frage: wird des Papstes Wunsch beachtet?

SEVEROLUS
Es spricht der hochehrwürd’ge Kardinal von Borromeo!

BORROMEO
(ruhig und kalt)
Die Messe wird geschrieben.

NOVAGERIO
Das Werk, Ihr hört es, wird bereits verfasst,
Von Palestrina, dem berühmten Mann.

DIE VÄTER
Wer schreibt sie – wohl in Rom –
Von wem – wie heisst er –
Der Name ist bekannt –
Ein frommer Meister.

NOVAGERIO
Geprüft sodann im päpstlichen Palast.
Beliebt Ihr zuzustimmen – zeigt es an!

DIE VÄTER
¡“Placet”! ¡“Placet”! ¡“Placet”!

MORONE
Die nächsten zu beredenden Artikel
Sind kurz zu endigen; es sind:
Gebrauch der Landessprache bei der Messe
Und das Brevier –

SEVEROLUS
(zu Brus wurde aufgehoben)
Erzbischof Brus von Prag!

BRUS
(hatte sich erhoben)
Darf ich die Frage stellen
Warum nicht nach der Reih
Und alles einzelne für sich verhandelt wird?
Auch wär es zu empfehlen,
Bei wenig Zeit und vieler Eil’,
Dass man das Wichtigste zuerst erledigte.
Am meisten liegt dem Kaiser doch am Herzen
Das Abendmahl in beiderlei Gestalt.

EIN SPANISCHER BISCHOF
Dem Kaiser nicht. Den Böhmen um so mehr!

SEVEROLUS
(hebt gegen ihn den Stab)
Kein Zwischenruf!

MORONE
Ihr hörtet ja, nur, wenn die Väter nicht einig,
Was wohl nicht sein wird, was ich nicht hoffe,
Dann wird zur Prüfung geschritten; doch sonst
Alles der Weisheit des Papsts überlassen.

NOVAGERIO
Die Durcharbeitung der ganzen Materie
Die Prüfung und Sichtung und Durchberatung
Ein ganzes Jahr erforderte sie
Und die Verhandlungen schlössen nie.

BRUS
Nun, um so mehr, das Wichtigste zuerst.

(Count Luna aufgeht)

SEVEROLUS
Des Königs von Spanien Orator
Der Graf von Luna spricht!

LUNA
Soll denn, so frag’ ich, das Konzil
Zu End’ gehetzt wohl werden?
Ich dringe auf die gründlichste
Ausführlichste Besprechung!

DER LOTHRINGER
Ihr hörtet doch, Herr Graf,
Die fromme Rede des Legaten.

LUNA
(herausfordernd)
Herr Kardinal – dem Einfluss nach
Seid Ihr schon längst Legat.
Doch seid Ihr’s faktisch nicht
und somit nicht gefragt!

DIE SPANIER
(unter sich)
Er wird es noch, und bald,
Der Papst hat’s ihm versprochen!

DER LOTHRINGER
(wütend)
Doch frag’ ich Euch jetzt, Graf!
Wie kommt Ihr in den Stuhl,
Der ausser aller Ordnung steht?

(Luna reckt sich lachend im Stuhl)

NOVAGERIO
(zum Lothringer)
Dies Mittel wählten wir, damit
Von beiden grossen Nationen
Nicht eine nachstehn soll.

DER LOTHRINGER
Da protestier’ ich morgen
In feierlicher Session!
Ich mache Anspruch absolut
Auf Vorrang, wie er mir gebührt!

LUNA
(sehr laut)
icht einen Finger breit
Weicht Spaniens grosser König
Dem minderjährigen von Euch!

DER LOTHRINGER
(wendet sich zornig an die Legaten)
Wenn morgen nicht zuerst
Nicht vor dem Spanier
Ich Räucherfass und Friedenskuss –

SEVEROLUS
(hebt den Stab)
Der Bischof von Budoja!

BISCHOF VON BUDOJA
(hat sich gemeldet; er stellt sich 
langsam zurecht und beginnt)
Weh! – Weh!
Frieden ist nicht mehr unter den Völkern
Und die Fürsten entzweit; Spricht der Prophet. –

(schattig)

Weh – weh!
All’ deine Feinde sperren ihr Maul auf,
Pfeifen dich an – blecken die Zähne –

SEVEROLUS
Wie lange gedenkt Ihr zu reden,
Herr Bischof? – Ich muss Euch ersuchen,
Was Ihr zu sagen habt, kurz zu sagen,
Denn länger als fünfzehn Minuten
Ist nach dem Beschluss des Legaten
Niemand zu reden erlaubt.

MORONE
(mit verhaltenem Ärger zu Budoja)
Ihr tätet besser, gar nicht zu reden,
Als Interjektionen zu bringen,
Die ohne Sinn und nicht förderlich!

(Budoja setzt sich wieder hin, 
aber nicht etwa beschämt.)

Beliebt’s Euch, Väter, nun die Messe
Und das Brevier zusammen zu erledigen?

DIE ITALIENER
Placet, placet!

ALLE ANDEREN
Non placet, non placet!

AVOSMEDIANO
(erhebt sich; ruhig, aber scharf)
Wenn das Konzil die Freiheit nicht gewährt,
Mit Ernst und Liebe alle Punkte zu bereden,
Und die Reformartikel nur berührt
Und nicht erwogen werden,
So trag’ ich neuerlich Verläng’rung an
Und protestiere feierlich wider den Schluss!

DIE ITALIENER
(wild)
s ist ein Schismatiker!
Werft ihn hinaus! Verbrennt ihn!

MORONE
(zu Avosmediano)
Den, welcher heute nicht von ganzer Seele
Den schleun’gen Ausgang
der Verhandlung wünscht,
Den nenn’ ich keinen frommen Christen!

(Novagerio macht Morone ein Zeichen)

DER LOTHRINGER
(laut)
Das ist die Freiheit der Synode!

(Luna steht zur Entgegnung auf. Unterdessen 
hat der Bischof von Budoja auf den Patriarchen, 
der von dem Lärm erwacht ist, eingesprochen; 
er veranlasst ihn, sich zu erheben. Der
Zeremonienmeister hebt den Stab und ruft laut, 
gerade, als Luna anfangen will.)

SEVEROLUS
Der hochehrwürdigste und fromme Herr,
Assyriens Patriarch will reden!

(pause)

ABDISU
(mit leiser, friedlicher Stimme)
Der Wunsch des frommen Papstes
Soll doch beachtet werden;
Aufzeichnen soll die feierliche Melodie
In Rom der grosse Sänger

(er stockt; Budoja flüstet ihm zu) 

Trinas-pa-les –

(Er setzt sich und schläft langsam wieder ein;
unterdrücktes Lachen; zur Ruhe weisende Rufe; 
Budoja will bersten vor lautlosem Lachen; er hält 
sich den Bauch)

MORONE
(leise aber grimmig zu Novagerio)
Das war ein Streich von dem Budojer Narren;
Ich werd’ es merken!

LUNA
(erhebt sich wieder)
Die frommen Christen aller Welt,
Sie wünschen eher die Verlängerung!

DER LOTHRINGER
(heftig)
Nur Spanien wünscht es! Nicht die ganze Welt!

LUNA
(schreit)
Wenn Spanien es will, so will’s die Welt!

(Allgemeines Gelächter und Rufe)

ALLE AUSSER DEN SPANIERN
Haha, so,
Spanien ist die Welt?
Ein guter Geograph!

BISCHOF VON BUDOJA
(ruft dem Grafen laut zu)
Lest doch den Ptolemäus!

DIE ITALIENER
(lachend)
Ja, lest den Ptolemäus!

LUNA
(rasend)
Ich werde stimmen, noch zur Schlussberatung
Die Protestanten einzuladen.

(Eine wilde Empörung des ganzen Saales antwortet.
Nur Novagerio, Morone, Madruscht, Brus und die
Spanier nehmen nicht daran teil. Letztere stehen 
erregt auf. Der Patriarch Abdisu erwacht wieder 
von dem Lärm. Morone hat sich mit Novagerio beraten. Er  erhebt sich und hält die Hände auf, um 
sich Gehör zu verschaffen, da das Stabaufhalten des
Zeremonienmeisters nichts mehr nützt. Zugleich 
schlägt es laut zwölf)

MORONE
(nachdem etwas Stille eingetreten ist)
In der Verfassung des Gemüts
Kann nicht mit Segen fortgefahren werden.
Auch schlug es Mittag; mit Bekümmernis
Und Scham heb’ ich die Sitzung auf.
Doch hört, was ich nun ernstlich sag’,
Was der Legat Euch jetzt muss künden:
Die zweite Stunde nach Mittag
Muss uns hier neu versammelt finden;
Und währte es bis tief zur Nacht:
Heut wird das Werk zu End gebracht!
Euch, liebe Väter, mahn’ ich nun,
Insonderheit den edlen Grafen,
Das Kleid der Sanftmut anzutun;
Die Bitterkeiten lasset schlafen.
Der Einigkeit gilt mein Gebet.
Geliebte Väter! In Frieden geht!

(In grosser Aufregung, disputierend, drohend,
gestikulierend, geht alles dem Ausgang zu. 
Zuerst, und in Geschlossenem Trupp, die Spanier.
Einige italienische Geistliche, unter ihnen Budoja,
verweilen noch am längsten im Hintergrunde)

Sechste Szene

(Morone und Novagerio sind im Vordergrunde
zusammengetreten. Der Lothringer, Madruscht 
und Brus bilden für sich, etwas zurück, eine Gruppe)

MORONE
(verzweifelt zu Novagerio)
Was nun! Was nun! Glaubt Ihr noch dran,
Dass wir zu Ende kommen?

NOVAGERIO
(kaltblütig)
Ohne Spanien,Wenn’s denn sein muss;
wir müssen und wir werden.

(Der Bischof von Budoja hat sich jetzt 
an Morone herangepircht; die übrigen 
seines Trupps haben zerstreut.)

BISCHOF VON BUDOJA
(zu Morone)
Ehrwürden, sagt, ist’s wirklich ganz gewiss,
Dass morgen Schluss ist?
Ganz unwiderruflich?

MORONE
(beachtet ihn nicht; er wendet sich zum
Lothringer, der nun allein geblieben ist,
da Madruscht und Brus ins Innere
des Palastes verschwinden.)
Was musstet Ihr den Spanier auch reizen!

DER LOTHRINGER
(Vehement)
Ihr reizet ihn noch mehr!
Ihn und uns alle!
Avosmediano war im Recht! Und wäre,
Was ihm geschah, einem Franzosen widerfahren,
Beim ew’gen Gott! Ich reiste ab
Und appellierte an ein freieres Konzil!

BISCHOF VON BUDOJA
Wenn doch nun morgen nicht geschlossen wird
Und wir nun bleiben müssen –

(Morone dreht ihm den Rücken)

NOVAGERIO
(zum Lothringer)
Lasst dem Gecken.
Dem Spanier, doch den Vortritt! Dieses will er,
Und dann ist alles gut

DER LOTHRINGER
(zu Novagerio)
Glaubt das nur nicht!
Ich weiche keinen Zoll
Vor diesem Spanier!

BUDOJA
(zu Morone)
Bei länger’m Aufenthalt
Wird man doch Anspruch haben auf Diäten –

MORONE
(zum Lothringer)
Nun, so wird die ganze
Zeremonie wohl unterbleiben müssen.

DER LOTHRINGER
Tragt die Folgen dann!

BUDOJA
Man hat wohl Anspruch –

(er tippt den Morone an. Dieser heftet 
einen wütend fragenden Blick auf ihn. 
Vorsichtig, langsam)
Ich meine auf Diäten – Wegzehrung –

MORONE
(schreit)
Auszehrung an den Hals Euch, Herr!
Euch kommt schon was von Rom,
doch nicht Diäten,
Des’ seid versichert! Gott befohlen, Herr!

(Bischof von Budoja dreht sich stillschweigend 
herum und macht sich davon.)

NOVAGERIO
(lacht)
Ein Freihart ist’s, ein richtiger Hanswurst.

(gemütlich zu beiden)

So haltet Frieden doch,

(zum Lothringer)

Denkt an den Papst,

(er fasst beider Hände und bringt 
sie wie scherzend zusammen)

Und jetzt kommt mit mir in mein Haus; auf ein
Bescheid’nes Mahl. Ist’s Euch gefällig, Väter?

(Er zieht sie, beide schon halb 
bezwungen und versöhnt, mit sich fort.)

Siebente Szene

(Italienische, deutsche und spanische Diener)

DIE SPANISCHEN DIENER
(zischeln zueinander)
Habt ihr’s gesehn? Habt ihr’s gehört?

(indem sie auf die italienischen Diener zeigen)

Der edle Graf und der fromme Herr
Beleidigt von dem Teufelsvolk!
Die Hunde da –

(lauter)

Ihr Hunde da!

ITALIENISCHEN UND DEUTSCHEN DIENER
(zueinander)
Was will denn das Gesindel dort –

(zu den Spaniern)

Hinaus! Habt nichts zu schaffen hier!

DIE SPANIER
Sie eilen sich – die Kreaturen –
Zum End, zum End! – ha ha ha ha.
Teufelsparole!

DIE ITALIENER
(zueinander)
Lasst euch nicht ein – der Warnung denkt.

(zu den Spaniern)

Fort auf die Strasse! Wir rufen den Herrn!

(Allerlei Lumpenpack hat sich von der Strasse 
her angesammelt und dringt jetzt mit den 
Spaniern zusammen tiefer in den Saal.)

DIE SPANIER
Die Feiglinge – haha, haha –
Ihr Schufte, ihr! Italienische Hunde!

EIN ITALIENISCHER DIENER
Ich schlag’ ihn tot!

DIE SPANIER
Dreckige Schufte!

DIE ITALIENER
Spanische Schelme!

DIE SPANIER
Teufelszagel!

DIE ITALIENER
Krätz’ges Getier!

DIE SPANIER
Mein Eingeweide!

DIE ITALIENER
Stinkender Höllendreck!

DIE SPANIER
Bohrt ihnen doch die hündische
Parole mit Eisen in den Bauch!

(Die Spanier stürzen sich mit dem stets wiederholten
Ruf: „Zum End, zum End“ mit Dolchen auf die
Gleichfalls Dolche ziehenden Italiener und Deutschen.
Erbitterte Stecherei, an der das Volk ebenfalls mit
Johlen und Schreien teilnimmt. Nach kurzer Zeit
erscheint, von einem Trupp Stadtsoldaten begleitet, 
am Eingang hinten Madruscht.)

MADRUSCHT
(mit Donnerstimme)
Gebt Feuer! Schiesst und schlagt!

(Eine mehrfache Salve ertönt;
die meisten sind getroffen.)

Und was noch zappelt, auf die Folter!

(Die Soldaten stürzen sich auf die am
Boden liegenden stöhnenden, zum Teil
fliehen wollenden Gestalten.)

Zur schärfsten Folter mit den Hunden,
Die so die christliche Versammlung höhnen!
Ist das der Sinn des heiligen Konzils?



DRITTER AKT


Erste Szene

(Zimmer Palestrinas wie im ersten Akte. Es 
ist gegen Abend. Von Rom her beständiges
Glockengeläute. Im Zimmer stehen fünf junge
Kapellsänger der Kirche Santa Maria Maggiore 
in Rom. In den Lehnstuhl sitzt, die Augen halb
geschlossen, Palestrina. Er ist ganz zurückgelehnt,
seine Arme ruhen auf den beiden Lehnen. Er scheint,
gegen den ersten Akt, gealtert. Seitlich vor ihm 
kniet Ighino; Hände und Kopf ruhen auf Palestrinas
linker Hand. Hinter der Stuhllehne, steht wie zur
Hilfeleistung bereit, Giuseppe, eine kleine, sehr
ärmliche Gestalt, Palestrinas alter Diener. Über 
der ganzen Gruppe eine Stimmung von Erwartung 
und zugleich wie von Ruhe um einen Kranken)

ERSTER SÄNGER
Wie lange sie bleiben –

ZWEITER SÄNGER
Wie lange sie singen –

DRITTER SÄNGER
Der Abend bricht schon herein –

VIERTER SÄNGER
Wie von Sankt Peter die Glocken klingen –

FÜNFTER SÄNGER
Der Abend wird die Entscheidung bringen –

VIERTER SÄNGER
Möge sie mild für den Armen sein!

ERSTER SÄNGER
Möge sie milde sein!

FÜNFTER SÄNGER
Die Entscheidung –

PALESTRINA
(ohne sich zu bewegen oder 
die Augenc aufzuschlagen)
Mein Knabe sag – wer sind die Männer?

IGHINO
(sieht zu ihm auf)
Sie kamen, nach dir zu sehn,
Kennst du sie nicht? Es sind deine Sänger.

PALESTRINA
(wendet langsam Kopf und Blick 
nach der rechten Seite)
Die Sänger –

IGHINO
Dein Chor –

ZWEITER SÄNGER
Wie alt sein Gesicht –

ERSTER SÄNGER
Wie müde der Blick –

DRITTER SÄNGER
Gebleicht das Haar –

VIERTER SÄNGER
Bringt ihm der Abend ein hohes Glück?

FÜNFTER SÄNGER
Bringt er neue Züchtigung Gottes dar?

PALESTRINA
(den Blick immer auf die Sänger geheftet)
Die Sänger, Ighino, sie warten und spähen –
Weisst du, warum sie so stehen und sehen –

IGHINO
Vater – was dir so herrlich gelungen:
Das ewige Werk, das der Welt du gabst,
In dieser Stunde wird es gesungen
Im goldnen Palast vor Prälaten und Papst.

ERSTER SÄNGER
(nähert sich einige Schritte dem Palestrina)
Die Messe, Meister, die Ihr geschaffen –

PALESTRINA
(sieht vor sich hin)
Ich schrieb sie in einer Nacht –

ZWEITER SÄNGER
(nähert sich ebenfalls)
Die Blätter sammelte Silla, der Schüler –

DRITTE SÄNGER
(desgleichen)
Wir haben sie fleissig in Ordnung gebracht.

PALESTRINA
Sie fragtem im Kerker –
ich glaube, ich sagte –

(Vierter unf fünfter Sänger kommen nun auch 
dazu. Alle umgeben den Stuhl des Palestrina.)

VIERTER SÄNGER
Wir hoben sie auf, wir hüteten sie –

FÜNFTER SÄNGER
Sie wurden uns mit Gewalt genommen.

PALESTRINA
Und dann – wie ist dann alles gekommen?

IGHINO
Als sie dich griffen und banden
An jenem schrecklichen Tag,
Nicht hab’ da die Welt ich verstanden,
Wo solches geschehen mag.
Die Erde schien mir die Hölle,
In Krämpfen lag ich da.
Giuseppe war hilfreich zur Stelle –
Dann wusst’ ich nicht mehr, was geschah.
Als ich im Bette erwachte,
Giuseppe stand neben mir.
Wonach als erstes ich fragte,
War nach der Messe und dir.
Du lagst in Kerker und Ketten.
Sie kamen und stürmten ins Haus:
Die Messe nur sollte dich retten –
Da lieferte ich sie aus.
Den Henkern! – Dass ich’s vermochte,
O Vater, war fürchterlich,
Doch fürchterlicher noch pochte
Im Herzen die Angst um dich.
Nun bist du mir wieder gegeben,
Und die Messe durchklinget die Welt.
Erwache nun wieder zum Leben
Für dein Kind, das umschlungen dich hält!

(Palestrina zieht ihn näher an sich. Schweigen 
und Teilnahme. Plötzlich wird auf der Strasse 
ein vielstimmiger Ruf laut, der sich dem Hause 
zu nähern scheint.)

VOICES
Evviva Palestrina,
Der Retter der Musik!
Evviva, Evviva!

(Ighino und Giuseppe sind mit Palestrina links; 
Die fünf Sänger gehen an die Eingangstür, wo 
ihnen sofort eine Anzahl Sänger der päpstlichen 
Kapelle Entgegengelaufen kommen)

Zweite Szene

DIE PÄPSTLICHEN KAPELLSÄNGER
Ist Palestrina der Meister hier?
Der grosse Mann, ist er zu Haus?
Wisst Ihr auch, wer Euch dirigiert?
Wisst Ihr, mit wem ihr musiziert?
Mit wem Ihr täglich geht ein und aus?
Der grösste Musiker ist’s in Rom!
Der Heilige Vater hat’s selbst gesagt.
Und die neue Messe sein bestes Werk.
Den Kardinälen hat’s auch behagt.
Es hat einen grossen
Eindruck gemacht,
Als wir es sangen im heiligen Haus:
Man hörte die Worte genau heraus.
Wir haben es herrlich zur Geltung gebracht.
Freilich – der Vortrag macht auch was aus!
Doch hört, die allergrösste Ehr’,
Die einem Sterblichen je geschah –

(Eine neue Gruppe päpstlicher
Kapellsänger kommt an.)

DIE NEUE GRUPPE
(eilig)
Der Heilige Vater kommt selber her!
Auf die Knie und Platz – er ist schon nah.

(Noch einige neue kommen und rufen)

Auf die Knie, der Papst ist nicht mehr weit.
Wo ist Palestrina – ist er bereit?

(Sie drängen sich näher ins Zimmer herein. Acht
Kardinäle kommen, unter ihnen Borromeo. Die
bevorstehende Ankunft des Papstes wird dem
Palestrina von den Kardinälen bedeutet. Er geht 
allein nach dem Hintergrunde zu, den Papst zu
erwarten. Dieser wird nun in einer Sänfte – von 
Jungen Klerikern getragen – im Hintergrunde s
ichtbar. Bei seinem Erscheinen wirft sich alles 
auf die Knie.)

PAPST PIUS DER VIERTE
(freundlich zu Palestrina)
Wie einst im himmlischen Zion Jahannes
der Heilige hörte
Singen die Engel der Höhe, also lieblich und hehr
Tönte im Ohre die Messe mir eines andern Giovanni.
Bis an dein Ende nun bleibe, Pierluigi, bei mir;
Fromm die Sixtina mir leite, wie weiland dem
heil’gen Macellus.
Fürst der Musik aller Zeiten!
Dem Papste Diener und Sohn.

(Palestrina küsst dem Papste den Fuss; der Papst 
gibt ihm und allen den Segen und wird wieder
fortgetragen. Die Kardinäle, ausser Borromeo,
begleiten ihn. Die Sänger drängen sich, nachdem 
der Papst verschwunden ist, zu Palestrina, der 
langsam wieder ins Zimmer kommt, um ihn zu
beglückwünschen. Borromeo bedeutet sie lautlos 
und etwas heftig fortzugehen. Ighino zieht sich, wie 
in unwillkürlicher Angst von Borromeo, ganz nach 
links in die Ecke bei der Hausorgel zurück. Ausser 
ihm sind jetzt Borromeo und Palestrina allein auf der
Bühne. Beide stehen einen Augenblick Auge in Auge.
Borromeo ringt danach, etwas zu sagen, stürzt aber
plötzlich in tiefster Erschütterung Palestrina zu 
Füssen und bricht in heftiges Weinen aus. Palestrina
neigt sich wie unwillkürlich zu ihm und legt ihm die
Hände auf den Kopf. Endlich hebt Borromeo den 
Blick zu ihm und bricht in die Worte aus)

BORROMEO
Die Messe – ach, der Messe süsses Licht –
O Palestrina, du Gefäss der Gnade –
Aus dir spricht Gott – und ich erkannt’ es nicht!

(Er senkt wieder weinend den Kopf)

PALESTRINA
(sucht ihn zu beruhigen)
Was ist – mein Freund –
o Lieber, steh doch auf!

BORROMEO
Ach lass den Sünder weinen, lass ihn weinen!

PALESTRINA
Nicht will der Tränen Seligkeit ich wehren,
Gefeiert sei die hohe Stunde so.
Gefässe du und ich; zerschlagen hier,
Doch Liebeshauch
steigt aus den Scherben auf.
Zur Glorie will alles. Fühl’ es doch, mein Freund!

BORROMEO
O Palestrina – Palestrina –

(Er will in leidenschaftlicher Zerknirschung 
Palestrina die Füsse küssen, dieser hebt ihn rasch 
auf und küsst ihn auf die Wange. Sie verbleiben einen
Moment in stummer Umarmung; dann reisst sich
Borromeo rasch los und verlässt mit abgewandtem
Gesicht die Bühne. Palestrina bleibt in Gedanken
stehen. Nun kommt Ighino aus seiner Ecke hervor 
und stürzt dem Vater jubelnd an den Hals. Eine
Zeitlang hält ihn Palestrina ruhig an der Brust und
streichelt sein Haar. Während des ganzen folgenden
Gesprächs sieht Palestrina über Ighinos Kopf 
hinweg, so dass dieser seinen Blick und
Gesichtsausdruck nicht sehen kann.)

IGHINO
O Vater, wirst du nun auch wieder froh?
Du bist jetzt der Berühmteste von allen,
In fernsten Zeiten wird man dich noch nennen.
Und nicht nur nennen, deine Werke singen!
Der Papst gibt sicher
dir auch viel Gehalt.

(Zuneigung)

Nun sollst du wieder leben – wieder lachen –
Du bist so still – sag,
freust du dich denn nicht?

PALESTRINA
Doch, doch, mein Kind – nur, sieh –
bin nicht mehr jung,
Ich freu’ mich nicht so laut –
so mehr im Innern.
Willst’ nicht zu Silla, ihm mein Glück erzählen?

IGHINO
(Hesitating)
Ach Vater – Silla, sieh – ist nicht mehr hier –
Doch glaub’, gewiss, er ist nicht undankbar!
Er ist – er ging –

PALESTRINA
(lächelnd)
Zu Bardi nach Florenz.

IGHINO
(erstaunt)
So weisst du schon?

PALESTRINA
Es war nicht schwer zu raten.
Sieh, Jugend will zur Jugend. Doch du bleibst
Bei mir? Nicht wahr, Ighino?

IGHINO
(leise)
Ja, bei dir!

(Er legt wieder den Kopf an seine Brust. 
Einen Augenblick Ruhe; dann ertönen 
wieder von der Strasse her Rufe.)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina! Der Retter der Musik!

IGHINO
(fährt freudig aus seiner Stellung auf)
Hör, das gilt dir.
Ach, lass mich noch ein bisschen
Auf die Strasse! Halt ich mich doch kaum
Vor lauter Freude! Schreien muss ich, springen,
Und hören, wie sie meinen Vater feiern.

PALESTRINA
So spring, mein Junge, freue dich,

(er nimmt Ighinos Kopf in beide Hände)

Mein lieber Gesegneter Ighino! 
Spring dich wacker aus.

(Ighino umhalst den Vater noch einmal stürmisch 
und springt dann überglücklich auf die Strasse 
hinaus. Palestrina bleibt eine Weile ruhig stehen. 
Sein Blick wird gleich nach Ighinos Abgang ernst 
und weiterschauend. Die letzten Strahlen der
Abendsonne sind schon aus dem Zimmer gewichen,
welches nun in abendliche Dunkelheit gehüllt ist. Er
geht einige Schritte ins Zimmer hinein und verweilt
dann eine Zeitlang vor dem Bilde der Lukrezia. 
Nach einer Weile wendet er sich vom Bilde ab; er 
steht jetzt an dem Stuhl vor der kleinen Hausorgel.)

PALESTRINA
(mit ruhiger, fast heiterer Ergebung)
Nun schmiede mich, den letzten Stein
An einem deiner tausend Ringe,Du Gott –
und ich will guter Dinge Und friedvoll sein.

(Er setzt sich auf den Stuhl an die Orgel und versenkt
sich, leise spielend, in musikalische Gedanken, den
Blick über die Tasten weg ins Weite gerichtet. Von 
den Strasse ertönen wieder die Rufe: „Evviva
Palestrina, evviva der Retter der Musik!“)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina!

(Nur wenige Stimmen, weit entfernten)

Der Retter der Musik!

(Far, kaum hörbar)

¡Evviva, Evviva!

(Palestrina scheint es nicht zu hören.)



PRIMER ACTO


(Habitación pequeña y oscura en la vivienda de
Palestrina. Muebles viejos y sencillos. Encima del
escritorio papel pautado en blanco. Detrás de la 
mesa un gran sillón. Al fondo un cuadro que 
representa a una bella mujer de mediana edad, se 
trata de Lucrecia, la fallecida esposa de Palestrina. 
A la derecha, una ventana grande (la única) a través
de la cual se ve Roma, a una cierta distancia. Junto 
a la ventana una silla con respaldo. Atardecer. En 
el transcurso de las primeras escenas, y aún más 
durante la tercera y la cuarta, oscurece del todo)

Primera Escena

(Sila, un joven de 17 años, casi desaparece en el
espacioso sillón; la pierna derecha está cruzada con 
el tobillo apoyado en la rodilla izquierda; en las 
manos tiene un violín grande construido en una de 
las caprichosas formas de aquel tiempo. Ensaya,
tocando, cantando e interrumpiéndose a menudo, 
una canción de su propia autoría)

SILA
(ensayando, a media voz)
“Hermosísima y desdeñosa dama...”

(se interrumpe)

No me quedaré más tiempo con el viejo maestro;
esto está decidido.

(prosigue)

“Ninfa de ojos estrellados.
“Enternece tu corazón
ante los lamentos del más fiel de los pastores”

(se interrumpe nuevamente)

¿Ighino no ha notado nada?
Hoy probablemente se lo diré.

(vuelve a cantar)

“Que una lluvia de jacintos, 
caiga sobre ti”

(se interrumpe de nuevo )

Que el viejo me deje ir de buena gana,
¡ésa es la cuestión fundamental!

(prosigue nuevamente)

“Hermosísima y desdeñosa dama,
ninfa de ojos estrellados.”

(vuelve a detenerse)

Verdaderamente él me aprecia,
eso es precisamente lo que me apena...

(Deja el violín y el arco encima 
de la mesa y se levanta del sillón )

¡Un magnífico impulso de libertad
recorre nuestra época!

(Recorre la habitación con movimientos
elásticos y plenos de alegre esperanza.)

No son sólo las costumbres
de la alegre Florencia,
sino mi propia naturaleza la que se liberará
del necio yugo de la opinión del vulgo
y escalará hasta cimas insospechadas.
Y así, en mi amado arte,
las voces del canto se liberarán 
de las rígidas y patéticas 
normas de la polifonía...

(se detiene ante la ventana y mira afuera)

¡Allí está mi Roma!
¡Ciudad venerable, sé fiel a ti misma
y mantente confundida entre tus antigüedades!
Guarda el fuego y la espada
como sagrada religión de viejas tradiciones.
Deja que los guarde el anciano Palestrina,
pues seguro que aún darán nuevas flores.
El impulso de todo lo hermoso y lo nuevo
todo lo arrastra, y así,
en permanente liberación,
la gloria y la vida de la humanidad entera
ascenderán radiantes
hasta una inimaginable altura.

(Ighino entra lentamente; parece apesadumbrado)

Segunda Escena

SILA
¡Ighino, por fin te veo!
Tengo algo nuevo que decirte...
Pero, primero, ¡muéstrame una cara jovial!

IGHINO
¿Deberé escuchar mucho?

SILA
Si Ighino me promete
que no irá a quejarse a su padre...

IGHINO
(rápido y con preocupación)
¿No será nada malo para él?

SILA
¡Para mí es ciertamente hermoso!

IGHINO
Entonces, me alegro y te deseo suerte.

(se sienta en un taburete cercano al gran sillón)

SILA
Dime... ¿no es mejor valerse por sí mismo,
que verse como una pequeña pieza
de un todo?

IGHINO
Sabes que mi forma de pensar
es totalmente contraria a la tuya,
y que no tengo respuestas para tus preguntas,
sin embargo pienso
que la convivencia equilibrada
entre los hombres de bien,
es siempre lo más acertado.

SILA
(sonriendo)
Bueno, amigo mío,
eso es bueno para los niños o los ancianos.

IGHINO
¿Acaso recorremos nuestro camino 
aislados de los demás?

SILA
¡La condición del fuerte es 
ser el amo y punto focal del círculo!

(se sienta al lado de Ighino en el respaldo del sillón)

Ighino, cuando cantamos en el coro,
yo como contralto y tú como soprano,
y trabajamos con las dificultades
que inventó la erudición,
¿no es como si fuésemos unos burros
uncidos al mismo yugo?

IGHINO
No lo entiende así mi corazón.
Lo más hermoso es cuando los fuertes
se conectan íntimamente,
para encarar un trabajo en común;
entonces, sí vale la pena el sacrificio.
¿No nos enseño esto mi padre?
Y nada eleva más el espíritu,
nada da más paz en la tierra,
que vivir en un todo, en el conjunto,
y no solamente en el “hoy”.
Los problemas se transforman en alegrías
cuando siento que la vida de épocas pasadas
llega hasta nosotros como por arte de magia.
Sila, si no admites esto, 
entonces también deberás censurar a mi padre,
pues lo que yo te he dicho 
también lo piensa él.

SILA
(riendo)
¡No es difícil advertirlo!
Pero hay una diferencia:
nosotros somos aún jóvenes, y el maestro, viejo.
¡No habría un bosque ameno
si cada pájaro silbara la misma canción!

IGHINO
(después de una pausa)
¿Por qué tus palabras
me hacen tanto daño?
Y dime, Sila, ¿qué es lo querías decirme
y que no debe enterarse mi padre?

SILA
(evasivo, levantándose del sillón)
¡No es nada importante!

IGHINO
(vehemente)
¡No, no, tienes que decírmelo!

SILA
Mejor dime tú primero:
¿qué te molesta?
Pareces consternado e infeliz.

IGHINO
¡Ah, Sila! ¿Puedo contártelo?
Aunque seguramente no me entenderás.

SILA
(impaciente)
¡Habla, pues!

IGHINO
(conteniendo las lágrimas)
Se trata de la aflicción de mi anciano padre...
¡No puedo verlo sufrir así!

SILA
¿Está enfermo?

IGHINO
No, no... no es eso.

SILA
¿Qué es entonces? ¿Una desgracia?

IGHINO
(mueve la cabeza)
¿Acaso lo sé yo?
Sólo veo su silenciosa desesperación.

(se dispone a marcharse)

SILA
(paseando por la habitación)
¡Creo, Ighino, que sólo tú ves eso!
Por Dios, yo no he observado nada.

(Ighino se encoge de hombros)

Y si tú mismo no sabes la causa...
Aunque su pena ha de tener,
sin embargo, una razón.

IGHINO
(tímidamente)
¿No te parece su vida suficiente razón?

SILA
Hablar a la ligera de desgracias
es casi un pecado, querido amigo.
En este mundo todos debemos cargar 
con nuestra cruz.
Él no está enfermo, no padece necesidades,
y tiene más que muchos otros.
¡Es famoso! ¿Qué más quiere?
Si lo piensas, ¡es inmensamente afortunado!

IGHINO
(pausado y dolorido)
Ya sabía que hablarías de este modo;
por eso nunca te he dicho ni una palabra sobre esto,
aún cuando, sólo Dios lo sabe,
anhelaba poder confiarme a tu alma.
¡Su fama!... Su legítima fama, 
que poco a poco se extendió a su alrededor
como un traje de gala.
¿Tendría que estar él agradecido por el hecho,
de ser un santo con aureola?
¿Y qué es, pues, lo que le ha aportado su fama?
Nada más que la envidia e infamia de sus colegas.
Su única felicidad humana: la familia, el matrimonio, 
lo alejaron del favor
y de la cercanía del Papa.
Apenas está a salvo de la pobreza extrema.
Dime, pues, en qué lo beneficia ese fantasma de la fama
que otros tan fácilmente obtienen;
esos otros que a mi padre no le llegan
ni a la suela de los zapatos.
¿Y crees que él alguna vez dice algo?
¿Que con un suspiro de los labios
se lamenta de su suerte?
Durante toda una vida creó y creó sin cesar 
obras en cantidades prodigiosas.
Hasta que al fin le llegó el golpe más duro...

(avanza y se sitúa ante el cuadro)

…el día que mi madre bajó a la tumba.
Murió ella, quien nunca se perdonó
que por su causa,
él fuera expulsado de su trabajo.
Entonces mi padre cayó en el silencio y el vacío.
Desde su muerte no ha escrito una sola nota.
Parecería que ya no vive, que envejece precozmente,
apenas sonríe de vez en cuando...
Sila, mírame a mí, 
que aún siendo alegre y teniendo amor por la vida, 
también ahora todo me parece sombrío.

(Pausa. Sila se sienta a su lado
y toma la mano de Ighino. )

¿Crees que es pecaminoso hablar así?
¡Dios mío, quizás no sean ésas todas las razones!
¿Has oído hablar acerca del dolor del mundo
que cantan los poetas?

SILA
Bueno, ¿y qué?

IGHINO
Hay gente que se lamenta por haber nacido,
creo que en mi padre es uno de ellos.

(breve silencio opresivo)

SILA
(se pone de pie)
¡Olvídate del dolor del mundo! 
Todo mejorará, ya verás... 
Hace tiempo que quiero tocarte una canción
en el más novedoso de los estilos. ¡Escucha!

(toma el violín)

IGHINO
¡Ah, deja!

SILA
(mira, asombrado, a Ighino)
¡No puedes rehusar dar tu opinión
cuando un camarada en el arte te la pide!

(Toca y canta sentado en la silla del órgano, 
con la espalda vuelta hacia el fondo; Ighino 
lo escucha a medio sentar en el sillón)

“Hermosísima y desdeñosa dama,
ninfa de ojos estrellados,
permite que se ablande tu corazón
ante los lamentos del más fiel de los pastores.
En la floresta de los Campos Elíseos,
una lluvia de jacintos,
ninfa de ojos estrellados,
cae sobre ti y sobre mí.
Hermosísima y desdeñosa dama
de cabellos dorados”…

Tercera Escena

(Entra el cardenal Borromeo y, detrás 
de él, lo hace Palestrina. Ighino es el 
primero en percatarse de la  presencia 
de los anteriores y, asustado, avisa a 
Sila que se interrumpe avergonzado. 
Borromeo se detiene en la puerta, Palestrina 
está junto a él. El cardenal Borromeo es 
un hombre alto, de entre 40 y 50 años de 
edad, de rostro inteligente y ojos apasionados.
Palestrina ya supera los 50 y tiene el pelo algo 
cano, sobre todo en las sienes. Ighino mira
ansiosamente a los dos hombres)

SILA
“Bellísima, desdeñosa dama,
de cabellos dorados”...

(El cardenal clava su mirada en Sila; éste 
aparta la suya, entre un gesto temeroso y 
una risa reprimida. Ighino, angustiado, tiene 
fijos sus ojos en ambos hombres)

BORROMEO
(después de un tenso silencio)
¡Extraños sonidos se oyen aquí,
en la casa del riguroso maestro!

(a Palestrina)

¿Éste es el arte de Palestrina? ¿Lo que usted enseña?

PALESTRINA
(tranquilo)
¡Eso mismo te pregunto a ti, Sila!

(Sila permanece callado)

Id ahora mismo a vuestro aposento y mañana,
con la primera luz del día, 
estad preparados para interpretar el salmo.
¡Besad la mano a Su Eminencia!
¡Sed piadosos y no hagáis ruido!

(Sila, con el violín y el arco, e Ighino, 
salen en silencio luego de haber besado 
la mano de Borromeo)

PALESTRINA
(con calma, a Borromeo)
Son los nuevos tiempos que fermentan en él.
¡Lo hacen insensato, pero feliz!
¡Perdónelo, se lo ruego, apelo a su bondad!

BORROMEO
¡Está bien, pero si al menos pudiera entenderlo!
¿Qué le ocurre a ese joven?
¡Qué pecaminosas sonaban esas notas!
Y usted...
usted no parece especialmente sorprendido.
¿Qué opina sobre todo esto?
¿Qué opina? ¡Hable!

PALESTRINA
Yo lo sé,
pero Sila cree que no.

(mira con afecto hacia donde ha salido Sila)

¡Ese joven está lleno de la gracia de Dios!
No me siento con derecho a prohibírselo.

BORROMEO
(exaltándose)
¿No lo ha amenazado ni una sola vez?
¿Es usted tan benigno?
¡Aceptar todo eso, me parece, muy poco serio!

PALESTRINA
¡Ah, el amenazado soy yo, no él!

(con gravedad)

El arte centenario de los antiguos maestros,
milagrosamente conservado a través del tiempo,
que se levantó como un sólido y prodigioso templo,
al que ellos consagraron su vida y su devoción,
y al que yo mismo ofrecí mi propia vida,
le parece a este muchacho una cosa antigua y gastada.
Lo cree superado, muerto.
Ahora, en Florencia, aficionados a la música
han extraído artificialmente canciones
de viejos escritos paganos.
De ahora en adelante harán música a partir de ellos.
¡Y Sila se une a ellos con entusiasmo!
Piensa sólo en los nuevos sonidos y vive para ellos.
Y es posible... ¡Es posible que tenga razón!
¿Quién puede saber si el mundo marcha 
por caminos insospechados
y lo que nos parecía eterno vuela como el viento?
Aunque, es cierto, pensar en todo esto confunde...
y es apenas comprensible.

BORROMEO
¿Y usted quiere que todo eso crezca?
¿Olvida sobre qué roca 
está edificado su propio arte, 
en el que usted mismo no confía?
¿Olvida a la poderosa Iglesia?
¡Realmente, su cansancio me escandaliza!

(más calmado, tras una pausa, se acerca a Palestrina)

Usted parece tener enferma el alma
desde hace ya tiempo.
Estoy muy preocupado,
pero creo haber encontrado 
el medio que puede a usted salvarlo.
Durante muchos años no ha hecho usted uso 
de los dones de su propio espíritu.
Reflexione: los ángeles velan
y quieren recibir cantos de alabanza.
El mismo Dios lo ha elegido a usted,
entre miles, para su nueva obra.
Por eso he venido sin demora
y secretamente a su casa.

PALESTRINA
¡La gracia que usted me otorga
me obliga a decirle humildemente
cuán agradecido... cuán honrado me siento!

BORROMEO
Siéntese entonces a mi lado, y oiga.

(Se sienta en el sillón grande. Palestrina 
lo hace en la silla, de la derecha. )

No es de los vanos diletantes, 
ni seguramente de los descarados alumnos, 
de donde procede el peligro que se cierne
sobre la obra doblemente centenaria 
de los antiguos maestros de la Iglesia.
No tememos que de aquí venga el problema.
¡La tormenta viene de otra parte!
Amenaza al Arte en su conjunto,
con una muerte segura... ¡Y de un solo golpe!
Sabe usted que el sagrado Concilio de Trento
se encamina hacia un final grato a Dios.
Después de haber sido perturbado,
amenazado e interrumpido durante dieciocho años,
debatiéndose trabajosamente 
entre tormentas y desventuras.
Ahora, el Papa ha dado un ultimátum,
y antes de que se termine este año
quiere ver concluido el concilio.
En consecuencia, la última sesión se hará
el próximo tres de diciembre.
Sólo falta por redactar un decreto
que afecta a algunas reformas internas.
Ahí se decidirá definitivamente,
y por última vez, el ritual que deberán seguir
el breviario, el catecismo, el ayuno y la oración;
y muy especialmente el misal.
¡Ah, nuestra querida y sagrada Santa Misa!
Las composiciones actuales ofenden al oído,
mancillan dolorosamente la senda 
de los antiguos compositores papales,
y a mí, que soy tan amigo de las Artes.
Textos profanos... ¡e incluso lascivos!
¡Motivos sensuales de las canciones seculares!
¡Textos vocales sobrecargados, que hacen
incomprensibles su auténtico sentido!
¡Cuánto descontento ha originado ya todo eso!
¡Cuánto tiempo hemos sufrido esa calamidad!
Pero, en vez de podar con celo e inteligencia,
para quitar del tronco los miembros podridos,
Pío IV quiere arrancar, de una vez y por todas, 
la planta de raíz.
Opina que todo debe regresar al coral gregoriano.
La música figurativa,
es supone la mayor parte 
de nuestras obras maestras
¡debe ser devorada por las llamas!
Cuando por primera vez oí esto,
¡cómo invadió el dolor mi alma!
Poca fe tiene aquel que cree 
que la bondad divina impide a los hombres 
gozar de la belleza de las flores.
Se equivoca quien tal cosa enseña, 
aquel que sólo se preocupa
por proteger las almas.
Bien que me esforcé hace poco,
en el Consistorio, con mis pláticas;
rogué a los cardenales
que no se emplearan medios tan duros;
pero todos permanecieron en silencio
ante mis ruegos.
Sin embargo... ¡hoy le traigo una buena nueva!

(Con creciente pasión)

El mismísimo Emperador, Fernando de Austria,
se ha expresado en favor de la Música.
En un extenso escrito manifiesta que considera
que la obra de los grandes maestros de la antigüedad
debería permanecer sin cambios,
para que se mantenga y avive
el espíritu piadoso.
Ahora, los señores cardenales no pueden decidir
sino según el criterio del Emperador.
Y así, finalmente, me fue fácil
hacer valer mis deseos
e incluso inducir al Papa
a apoyar mis propósitos.
Escuche usted hacia donde apuntan
mis pensamientos
y lo que he logrado.
Busco aunar todas las opiniones contrapuestas,
que acarrean peligro para esta época,
considerando únicamente
el espíritu creativo del artista.
Que la devoción y el sentimiento que eleva 
nuestro espíritu hacia el Supremo,
nos una estrechamente en el gozo divino
con el prodigioso juego de los sonidos.
Que la obra maestra reconcilie dentro de sí 
todas las disputas, y que, 
alabando la majestad divina,
suene en ricas formas musicales.
Una la extrema necesidad guió mi sentido
como una luz en mi pensamiento y,
finalmente, cayó la última barrera
que la oposición ponía a mis planes.
Si se consiguiera una obra semejante
- esto me lo ha otorgado el Papa -
será revocado el rigor de la condena
que aún anatematiza a todo el Arte.
El estilo y el carácter de esa nueva Misa,
deberá ser en lo sucesivo la norma a seguir.
Por lo tanto, la composición de esa nueva obra
traerá la salvación a la reforma de la Música.

(su discurso se ha ido haciendo cada vez 
más entusiasta, luego se pone de pie; 
Palestrina se levanta con él) 

¡Y usted es el que debe escribir esta Misa!
¿Quién podría insuflar
ese estilo tan puro a una obra musical
a la vez que un sentimiento eclesiástico?
¡Ánimo, maestro, por su fama eterna,
por la salvación de la Música en Roma,
llene usted el espacio de prodigiosos sonidos
a la sombra divina de la Cruz florecida!

(Palestrina, que ha escuchado atentamente,
aunque sin especial participación, le contesta 
después de una corta pausa) 

PALESTRINA
¡Qué bello es lo que usted dice!
¡Y qué consideración me tiene
en su gran alma!
¡Cuánto deseo que nunca nos falte
el hombre que se atreva a tan gran proeza!
Pero no se enoje conmigo, si no disimulo:
aunque aceptaría gustosísimo su encargo,
no soy el compositor adecuado... ¡jamás lo seré!

BORROMEO
(desilusionado, reprime su disgusto)
¿Tan poco consciente es usted de su misión?
Seguramente es posible que 
entre los grandes maestros de Roma,
sea fácil encontrar a más de uno 
que lo supere a usted en ciencia y espíritu, 
y que muy gustoso, 
teniendo presente el honor que todo esto significa, 
lleve a buen término la obra 
que desagradecidamente usted rechaza
con insensata e incomprensible ceguera.
La amistad que siento por usted,
y la admiración del conocedor de su estilo,
valora usted muy poco... ¡mal me paga usted!

PALESTRINA
(con modestia)
Mal le pagaría, augusto Cardenal, si yo,
ocultando lo que pienso a su juicio supremo,
que benignamente guió hacia mí la elección,
me atreviera a llevar a cabo la obra,
sintiendo de que soy indigno de ello.
Si llegado el momento, la obra tan fervorosamente
 deseada, no estuviera a la altura, 
¡cómo se enojaría entonces conmigo la misma
autoridad que antes confiaba tanto en mí!

BORROMEO
(en tono de reproche y enfáticamente)
¿Es éste Pierluigi Palestrina, el hombre que
siempre está dispuesto al trabajo?

PALESTRINA
(en voz baja, como para sí)
Ya no lo es... La muerte se traga a la vida,
la gris ancianidad bebe del fruto de la belleza.
¿Cómo no sucumbirá también el órgano creador
del artista ante el borrascoso temporal?

BORROMEO
(con vehemencia)
¡No puedo entenderlo a usted!
¡No puedo compartir lo que dice!
¿Renuncia? ¡Está bien! Pero piense esto:
los venerables maestros 
elevan sus manos desde la tumba y gritan:
“¡Protégela! ¡Sálvala!
¡Ah! ¿Quién salvará nuestra música?
¡Profanada y destruida, ella, así como nosotros!
¡Con nuestras obras desaparecerá nuestro recuerdo!"
¿Todo eso le permite a usted 
vivir en paz?

PALESTRINA
(sonriendo dulcemente)
¡Ah, sublime amigo! 
¿Quién sabe, en verdad, lo que sienten los muertos?

BORROMEO
¡Mi advertencia es cierta!

(cada vez más exaltado, pues Palestrina no responde)

Si, entonces, 
no hay en su corazón 
amor por aquellos a quienes tanto debe,
sepa usted algo más:
también las obras que usted compuso
serán presa de la destrucción;
¡la hoguera está preparada para todas!

PALESTRINA
(imperturbable)
Así sea...

BORROMEO
(seco y cortante)
¿Y si el Papa se lo ordena?

PALESTRINA
(como antes)
Él puede ordenar,
pero jamás puede ordenarle a mi musa...
sólo puede ordenarme a mí.

BORROMEO
(juntando las manos)
¡Entonces, Dios ya no le habla a su alma!

PALESTRINA
(en voz baja)
Creo... que ya no.

BORROMEO
(totalmente fuera de sí)
¡Con que esas tenemos!
¡El hombre piadoso blasfema!
¿Lo oyen? ¿Lo han oído?
¡Pero le aseguro que se arrepentirá!
¡Con maldad paga usted mi amistad!
Está bien... ¡pero se arrepentirá!
¡Mañana me iré!
¡Veloces caballos están dispuestos para volar a Trento!
¡Bien, me voy!
¡En su cercanía hay olor a azufre!

(sale con violentísima cólera)

Cuarta Escena

(Palestrina ha escuchado el exabrupto final de
Borromeo que lo sorprende y lo deja consternado.
Durante unos instantes sigue con la mirada pensativo
al Cardenal, después se vuelve, triste y conmovido)

PALESTRINA
El último amigo, 
el que aún estaba bien predispuesto hacia mí,
se va también ahora. 
Sólo guarda resentimiento por la pena
que a regañadientes le he confesado.
¡Oh, si tú supieras, alma preclara,

(señalando su pecho)

todo lo que podría decir de lo que aquí se oculta!
¡Cuántos pensamientos oscuros, inquietantes!...
¡La hoguera te parecería entonces
un suplicio aun demasiado suave para mí!
¡Qué extraños y desconocidos
son los seres humanos entre sí!
Lo más profundo del mundo es la soledad.
En la alegre embriaguez de la juventud 
se desconoce;
y también en el frenesí de la rutina diaria.
Pero quien cae herido por el camino,
ya no puede levantarse... 
y bien que la padece.
Se enfurece viendo pasar ante él
unas máscaras extrañas, 
persiguiéndose a media que huyen, 
con miedo en la mirada, levantada y sin rumbo.
¡Qué espantoso es encontrarse de repente
solo en la profunda selva,
donde no hay salida en la oscuridad!
¡Así me encuentro yo en la mitad de mi vida,
no entiendo cómo podría crear algo, 
de la forma que me gustaba hacerlo!

(se para ante del retrato de Lucrecia)

¡Lucrecia! - Cuando vivías, yo estaba protegido. 
Sí, tú eras la fuente de mi inspiración, 
y por ella, la vida me era valiosa.
¿Por qué no fue mi amor lo suficientemente fuerte 
como para mantenerte eternamente a mi lado?
¡Qué sensación tan desdichada! 
Con pena sé que incluso Ighino, no me ama demasiado.

(Se sienta lenta y cansadamente en el
sillón junto a la mesa. Ahora se hacen
visibles las primeras apariciones)

Mi buen muchacho... ¡Ah, cuánto lo amo!
Y sin embargo... el último paso de todos,
el más sombrío, lo evité.
No porque sea pecaminoso,
sino porque es inútil, totalmente sin sentido.

(pausa; angustiado y distraído toma las hojas 
de papel pautado que hay sobre la mesa)

Debo escribir música nuevamente... una misa...
una gran obra... una “obra eterna”, como dicen.
¿Y si fuera capaz?... 
¡El sacerdote amenazó con destruir todas mis obras! 
¡Si la llama las devora de prisa o si el tiempo
las destruye lentamente, todo es igual,
y todo carece de sentido, todo, todo!
¿Para crear nuevamente, alegrías, penas, vida? 
¿Y si fuera capaz?...
¡No, ah, no! ¿Para qué? ¿Para qué todo eso?...
¡Ah!... ¿Para qué?... ¿Para qué?

(Con profunda desesperación oculta 
su cabeza entre los brazos. Mientras, 
una espectral luz violácea se ha extendido 
por la habitación. Aparecen unas figuras 
fantasmales que avanzan despacio y en 
silencio desde el fondo de la escena 
rodeando a Palestrina. Llevan distintos 
vestidos --españoles, holandeses, italianos, 
alemanes, franceses-- y parecen proceder 
de diferentes siglos de una época anterior 
a Palestrina. La más antigua – del siglo XIII - 
está representada por un fantasma con hábito
monacal. Las figuras parecen tener distintas 
edades, desde jóvenes hasta ancianos, con 
la vestimenta adecuada a cada época. Son 
los compositores de tiempos pretéritos, 
los grandes predecesores de Palestrina,
los Maestros antiguos)

Quinta Escena

(Con las últimas palabras de Palestrina, los 
Maestros, de pie y con las miradas extrañamente
sonrientes fijas en él, contestan al “¿Para qué... 
para qué?” dicho por Palestrina)

LOS MAESTROS
Para Él. Su culto lo exige.
Él lo quiere, así pues, tú debes hacerlo.

PALESTRINA
(Palestrina levanta la cabeza, 
y al ver las apariciones, apenas 
se asusta; su rigidez inicial se va 
transformando paulatinamente 
en una expresión más dichosa relajada.)

Amigos... desde siempre amigos...
¡Desde tiempos inmemoriales!...

LOS MAESTROS
(sonrientes, asintiendo con movimientos 
de cabeza apenas perceptibles)
Amigo... tú también eres amigo...
Tú... eres nuestro amigo.

PALESTRINA
(con excitación)
Estáis ante mí... que estoy vivo...
¿No fallecisteis?
Todavía veo una sonrisa...
Y en los oídos escucho el sonido de las palabras...
Pero son para mí... son para mí...
¿No estáis muertos?

(La Maestros sonríen y mueven la cabeza. 
Palestrina a uno de los Maestros)

Te conozco... Josquin des Prés, tú, magnífico.
Dame tu mano...

UN MAESTRO
(con lujoso traje borgoñón 
del siglo XV)
¡Dios te salve, Pierluigi!

PALESTRINA
(animado, a otro)
¿Y tú?
¡Enrico el Tedesco
te llamaba yo con afecto!

OTRO MAESTRO
(con vestimenta alemana, del siglo XV)
¡Hermano mío, Dios te salve!

TODOS LOS MAESTROS
(en voz baja)
¡Dios te salve, Pierluigi!

PALESTRINA
¿En qué reino estoy sumergido tan maravillosamente?
Un cálido anhelo juvenil,
enterrado hace ya tiempo, 
renace en mí con el honor de este momento.
¡Puedo veros, amados dioses de mis años floridos!
¡Maestros! Amigos de mi edad adulta.
¡Ah! Si tenéis misericordia
descubrid a este pobre espíritu
atrapado en la mortalidad, 
si realmente... sois o no sombras!

LOS MAESTROS
Somos nosotros... nosotros Pier... somos nosotros.

PALESTRINA
(con tristeza)
¡Ah, sí!... ¡Mi mirada es sombría, lo sé!
Pero lo que me impide estar 
con vosotros... en vuestro paraíso,
es el duro muro de la muerte.
¡Para así poder entrar en el círculo de los elegidos!

LOS MAESTROS
Te observamos desde allá, a lo lejos.
Tu evolución nos alegra... tu desarrollo.
El círculo de los preclaros anhela la llegada
de aquél que lo cerrará: ¡Tú, el elegido!

PALESTRINA
(dolorosamente)
Yo no... yo no.
Soy débil y estoy lleno de faltas.
Mi evolución ha concluido hace tiempo.
Soy un hombre viejo,
mortalmente cansado
al final del camino.
Y ante mí sólo veo tristeza...
No puedo forzar mi alma a nada más.

LOS MAESTROS
(ríen entre ellos)
Hm, hm, hm... 
Aún no lo sabe, no lo sabe...
No sabe que tiene que hacerlo...

EL MAESTRO QUE VISTE DE MONJE
¡Pierluigi, enfrentarse al destino
es una temeridad!

PALESTRINA
(emocionado)
Bien sé que vosotros, antaño, luchásteis también
con la necesidad y la amarga renuncia en esta Tierra.
A menudo fuísteis para mí la única fuente de fuerza, 
y mucho os he agradecido vuestra  ayuda 
para enfrentarme a sufrimientos similares 
a los vuestros;
con fe, esperanza y oración.
Pero ahora, el deseo de salir de aquí ha madurado, 
lo que florecía en mí está muerto,
y mi arpa hace tiempo la colgué en la pared.
Vosotros habéis vivido intensamente en otros tiempos 
donde aún la inocencia estaba pura, 
al igual que una semilla en la madre tierra.
Pero la cegadora luz de la conciencia,
la que perturba como insolente día,
es hostil a la dulce obra de los sueños
y a la creación artística.
Aún el más fuerte rinde sus armas ante tal poder.
Ha desaparecido en mí el vigor 
que antaño era tan poderoso.
Con los ojos abiertos, consciente,
quiero escapar del tiempo,
de la venganza de la vida 
y de la opinión voluble de los hombres.

LOS MAESTROS
(ríen como antes)
Hm... hm... hm... hm... Aún no lo sabe...
no sabe que él puede hacerlo.
¡Debes saberlo, hombre mundano!
¡Aún no está concluida tu tarea en la Tierra!

PALESTRINA
(fuerte, rebelándose)
¡No quiero... no quiero! ¿Me oís? ¡No quiero!

LOS MAESTROS
(Se miran  unos a otros)
¡Son los dolores del crecimiento!
¡Está mutando!
La última muda... ¡es la mutación!

PALESTRINA
(tranquilo, para sí)
Lo que en otra época 
era una dicha suprema para mí, 
ahora es un sordo deber.
No encuentro consuelo en el cielo... ni en la tierra.

LOS MAESTROS
(a Palestrina)
Ni en el cielo, ni en la tierra,
nadie puede dar consuelo al otro,
si uno mismo no está dispuesto a recibirlo.
Piensa, querido hijo, 
somos nosotros... nosotros...
Y así como nosotros tuvimos que hacerlo en vida,
tú debes hacerlo ahora.
¡Es tu deber!

PALESTRINA
¿Y quién lo ordena?

LOS MAESTROS
El Anciano Maestro del mundo;
el sin nombre;
el que también está sometido 
a la Palabra primigenia desde la eternidad.
Él crea su obra, como tú la tuya;
forja anillos, figuras y gemas 
para la reluciente cadena de acontecimientos
a través del tiempo.

PALESTRINA
(en voz baja, después de una pausa)
¿Cuándo podré dar por concluida mi obra?

LOS MAESTROS
En ti, Pierluigi,
queda aún una luz brillante
que aún no se ha irradiado.
Una última nota falta todavía
para completar el armonioso acorde;
y tú la darás.
La piedra que corona el edificio
está dispuesta para ser colocada;
éste es el significado del tiempo.
Si muestras tu imagen completa,
si tu figura de desarrolla totalmente,
así como ella resplandecía tenuemente
desde el principio en el espíritu del Creador,
resplandecerás entonces luminoso,
y sonarás plenamente.
Pierluigi, tú, serás la última gema
de una hermosa cadena.

PALESTRINA
(después de una pausa, con leve estremecimiento)
¿Por qué todo este juego?...
Si no fuera así, ¿cuál sería?...
¿Por qué todo este juego?...

LOS MAESTROS
(extienden las manos, en señal de
rechazo a su pregunta; con dureza)
¡Tu tarea está en la tierra, Palestrina!...
¡Realiza tu tarea en la tierra!

(desaparecen lentamente por el fondo)

PALESTRINA
(asustado)
¡Ah... no me abandonéis
en este vacío lleno de enigmas!
Se desvanecen...

LOS MAESTROS
(desapareciendo, dulces, casi tristes)
Tu tarea está en la tierra, Palestrina...
Haz tu tarea en la tierra...

(desaparecen por completo)

Sexta Escena

(Palestrina, que durante toda la escena 
precedente ha permanecido en el sillón, se sienta
erguido en él, con los ojos cerrados: La oscuridad 
es total. Inmediatamente después de la desaparición 
de los espíritus, prosigue en voz baja y asustado)

PALESTRINA
Solo en la profunda oscuridad, lleno de miedo,
yo, un pobre hombre, clamo a lo alto.

PRIMER ÁNGEL
(sentado en el respaldo del sillón, inadvertido 
por Palestrina e iluminado por un halo de luz)
¡Kyrie... Kyrie eleison!

PALESTRINA
(toma mecánicamente la pluma y canta)
Kyrie eleison.
¿Dónde está la fuente del amor?
¿Si no fluye en la tierra,
acaso anida en el corazón?
¡Ah! ¿Dónde se derrama, dulce,
para un espíritu fatigado?
¿Qué es lo que se abre
a la mirada inquisitiva?
¿Quién trae la paz?

SEGUNDO, TERCER ÁNGEL
(sentados, claramente iluminados, encima del órgano)
Christe... Christe eleison.

PALESTRINA
(ya no abandona la pluma;
escribe y canta)
Christe eleison.

(Poco a poca la habitación se llena de ángeles. 
Todos aparecen iluminados. Como todas las
apariciones subsiguientes, éstas y sus movimientos 
no son visibles para Palestrina)

CORO DE ÁNGELES
Credo in unum Deum,
Patrem omnipotentem.

PALESTRINA
¡Omnipotente... fuerza misteriosa!
¡A través de mi propio pecho
pasa el gozo divino
del Creador!
¡Canción eterna!
¡El milagro es posible!
¡Ella crea universos lejanos!

(aparece ahora el espíritu de Lucrecia 
tal como se la ve en el retrato; se inclina 
hacia Palestrina con afecto)

LUCRECIA
Cerca de ti estuve
en las necesidades de la vida;
cerca de ti estoy
en la paz de la luz.
¡Paz a los hombres
de buena voluntad!

PRIMERO, SEGUNDO Y TERCER ÁNGEL
In terra pax hominibus bonae voluntatis.

PALESTRINA
¡Misterio del amor!
A través de la noche profunda,
a través de las delicias
del poder del espíritu,
me siento íntimamente unido
a la bienaventurada humanidad.

LUCRECIA
¡Paz también en la tierra
a los hombres de buena voluntad!

PRIMERO, SEGUNDO Y TERCER ÁNGEL
Hominibus bonae voluntatis.

(El techo parece abrirse, el fondo de la escena
desaparece. Se puede ver la gloria celestial que 
llena todo el escenario, de modo que sólo queda 
en las sombras Palestrina con la mesa y el sillón)

LUCRECIA
¡Paz!

(La figura de Lucrecia 
comienza a desvanecerse)

PALESTRINA
¡Me siento elevado
a una exaltada dicha!
La gloria terrenal queda muy atrás.
Dichoso, elevo mi mirada de gratitud
sólo a lo alto,
para alabar con fervor
el eterno poder del amor,
que ha traído la paz.
¡La paz!

CORO DE ÁNGELES
(los tres solistas con las sopranos)
Gloria in excelsis Deo.
Gratias tibi!
Laudamus te!
Glorificamus te!
Dona nobis pacem!

(Con el último “dona nobis pacem” se 
desvanecen lentamente las apariciones 
incluida la de Lucrecia. La habitación 
vuelve a estar como antes. La oscuridad 
de la noche comienza a dejar paso al 
crepúsculo matutino. Una luz rosada 
comienza a entrar por la ventana; a lo 
lejos se oyen, cada vez más fuerte, las 
campanas de Roma, que despierta. Como 
agotado por un esfuerzo desmesurado, 
Palestrina se ha recostado sobre un costado 
del sillón. El brazo derecho cuelga hacia 
abajo, la pluma ha caído de la mano, el papel 
pautado está esparcido sobre la mesa y el 
suelo. Palestrina duerme profundamente y
permanecerá así hasta el final del acto)

Séptima Escena

(Sila aparece de repente por la puerta. Después 
que su mirada ha caído sobre el maestro, dormido,
hace señas a Ighino, no visible aún. Ambos llegan 
con sus libros de canto, para los ejercicios matutinos)

SILA
(en voz baja)
¡Ighino, mira, entra!

IGHINO
(entra y se sorprende al ver a su padre)
Mi padre... Sila, ¿qué le ha pasado?

SILA
¡Nada, nada!... Ya lo ves, tan sólo duerme.
¡Ighino, pero mira aquí!

(ha descubierto las hojas de papel pautado. 
En silencio las recoge de la mesa y del suelo)

IGHINO
¡Ah, Sila, qué alegría!
¡Ha escrito algo!

SILA 
¡Seguro que ha estado en vela toda la noche!

(Va con las hojas junto a la ventana para 
leer lo escrito a la luz de la mañana. Hojea 
y lee con avidez. Mientras lo hace dice) 

El viejo estilo... pero no tan solemne.

IGHINO
Me parece en todo especialmente bello.
¡Cada nota habla él!

SILA
(dudando)
Sin embargo... 
es casi incomprensible que haya escrito
¡una misa completa en una sola noche!
No creo que esta obra
sea digna del anciano maestro.

(las campanas repican con fuerza)



SEGUNDO ACTO


Preludio Orquestal

(Trento. Gran sala en el palacio de Madruscht,
Príncipe-Obispo de la ciudad. Mañana soleada 
de otoño. La sala está casi lista para la celebración 
de una última deliberación antes de una sesión
solemne, llamada “Congregación General”. A 
ambos lados, siguiendo el fondo del escenario, dos
semicírculos de sillones que dan al escenario un
aspecto ovalado. En la parte central, dos sillones de
terciopelo para los dos Cardenales Legados. Sentado,
en actitud relajada, el Cardenal Legado, Bernardo
Novagerio; a su lado, con el báculo en la mano, el
Maestro de Ceremonias, Ercole Severolus)

Primera Escena

(Un cierto número de sirvientes italianos 
y alemanes está ocupado en acabar la 
preparación de la sala.)

SEVEROLUS
(a los sirvientes)
¡Un banco aquí!
¡Y rápido!
¡Todos los italianos se ubicarán aquí!

(indica con el báculo el ala izquierda)

¡Hoy son una gran mayoría!

NOVAGERIO
(hace una seña al Maestro de Ceremonias)
La mesa de Massarelli,
¡más cerca de mí!

(señala con la mirada una pequeña 
mesa escritorio, portátil, la cual está 
colocada todavía en el centro del escenario)

SEVEROLUS
Entiendo, así se hará:.

(en forma confidencial)

Y dígame: el sitial del conde Luna

(señalando la silla en la que está sentado Novagerio)

¿está en el sitio exacto?

NOVAGERIO
(cómodo, en la silla)
¡Ercole, mira, lo estoy probando!
¿No te parece temerario por mi parte
que ocupe el sitial de honor
del orgulloso español?
¿No me descubrirás?

SEVEROLUS
(con modo grosero)
¡Oh, Dios! ¡Eso es peligroso!
¡El español es el legado del señor!

NOVAGERIO
Pero, bromas aparte:
no hay rango en disputa.
¡Incluso, mañana en la sesión!
Para evitarlo,
toleramos la farsa de la silla,
que solamente provocará la risa de muchos
y la ira de los franceses.

SEVEROLUS
¡Sí, sí, el español! 
Siempre poniendo obstáculos y espinas en el camino.

(Indica a los sirvientes que pongan 
la pequeña mesa cerca de la silla del 
legado. Los sirvientes lo hacen)

NOVAGERIO
(recordando)
Y el lema es: "rápido hasta concluir!"

SEVEROLUS
(vuelve a acercarse a Novagerio)
Hace poco, el jesuita Diego Laínez 
habló dos horas seguidas; 
Si queremos terminar, y de nuevo ellos hablan tanto,
¿debo interrumpirles?

NOVAGERIO
¡Hazlo!
Pero hoy no llegará
a suceder eso .
¡Y ahora, llama a los criados!

SEVEROLUS
(hace una seña a los sirvientes)
¡Venid aquí! 
El Reverendísimo tiene algo que deciros.

(los sirvientes se acercan y se 
sitúan alrededor de Novagerio)

NOVAGERIO
(con tono malicioso)
¿Conocéis la torre verde, la prisión estatal?
¿Y conocéis la "cuna" que hay dentro?
Los niños a los que se acunan allí
gritan muy fuerte y no son nada felices.
Si de nuevo alborotáis por la calle,
como hicísteis hace poco,
de tal manera que muchos de los prelados
no se atrevían ni a salir de sus casas, por miedo,
¡ya sabéis lo que será de vosotros!
¡Christoph Madruscht no sabe de bromas!
¡Aquí llega!

(poniéndose de pie)

¡Portaros correctamente! ¿Entendido?

LOS CRIADOS
¡Lo prometemos!

Segunda Escena

(Entra el Cardenal-Príncipe Obispo Christoph
Madruscht. Es un hombre robusto que, a pesar  
de su hábito clerical, da la sensación de ser 
un guerrero. Está serio y de mal humor. 
Novagerio sale muy jovial y amistoso al encuentro 
de Madruscht, que ahora ha bajado los escalones. 
Se saludan y estrechan las manos; se adelantan 
hacia el proscenio)

NOVAGERIO
¿Ha llegado ya de Innsbruck, Morone?

MADRUSCHT
(serio)
Aún no. 
Pero para la mera cortesía de llevar los saludos 
enviados por el Papa al Emperador,
treinta y un días me parece mucho tiempo...

NOVAGERIO
(siempre abierto y jovial)
No hay motivo, todo está pactado.
Entonces... ¿Por qué tanta tardanza?
Estamos de acuerdo en todo.
¿No le ha consentido todo 
el Santo Padre al Emperador, 
como si fuera su hijo más amado?
¿No es en Bolonia, su amada ciudad, no;
sino en Trento, incómoda para los alemanes,
donde se clausura el Concilio?
¡Que se cierre de una vez
es el deseo ferviente de todos nosotros!
Toda la Cristiandad
suspira por el acuerdo final.
Espero que un viaje tan largo
no haya demorado a Morone...

(observa el cielo)

MADRUSCHT
(señala, sarcástico, el brillo creciente
del sol fuera del edificio)
Parece que el clima de los últimos días
no puede ser la causa...

NOVAGERIO
(entusiasmado)
¡Ah, sí! ¡Un lindo día, un día divino!
¡Ojalá este sol, tal como irrumpe triunfante
a través de las nieblas otoñales,
sea un símbolo para nuestras esperanzas!

MADRUSCHT
(molesto, buscando volver a su tema)
Pero en lo que se refiere a Morone y al Emperador, 
tengo que decir...

NOVAGERIO
(viendo ya a Borromeo, quien, rodeado de algunos
obispos y teólogos italianos, entra en este instante,
lentamente, por el fondo de la escena)
¡Borromeo!

(corre a su encuentro y lo saluda)

MADRUSCHT
(para sí)
¡Otro italiano más, maldición,
y no precisamente el más tonto!

(Novagerio se adelanta con Borromeo. 
Madruscht y lo saluda también ahora)

NOVAGERIO
(a Borromeo)
¿Cómo ha pasado noche,
después de tan largo viaje?
¿Muy incómoda la cabalgada?

BORROMEO
(amable)
He descansado...

(a Madruscht)

Es una bella ciudad y muy bien conservada. 
Verdaderamente merece usted toda mi gratitud, 
reverendo padre, 
por la tarea por cuyo buen resultado todos oramos.

MADRUSCHT
(siempre serio)
Cada uno hace por ello todo lo que puede.

NOVAGERIO
¡Es usted demasiado modesto, amigo Madrucci!

BORROMEO
¡Ésa es siempre una virtud especial!

MADRUSCHT
(a Borromeo)
¿No le apetece un refrigerio?
¿Vino? ¿Fruta?

BORROMEO
No puedo rechazar las bendiciones
de esta bella tierra
tan amablemente ofrecidas.

MADRUSCHT
(a los sirvientes que aún están alrededor)
¡Traed fruta y vino tinto!

(a Novagerio y Borromeo)

Y ahora deben disculparme...

NOVAGERIO
¡A mi pesar!

BORROMEO
Oh, ¿por qué?

MADRUSCHT
Perdonen pero... Miren allí a otros recién llegados.
Tengo que saludarlos.

(Va hacia el fondo del salón donde ya han entrado 
un cierto número de clérigos, en particular italianos.
Novagerio y Borromeo, permanecen en el proscenio, 
en primer plano)

Tercera Escena

BORROMEO
(indagando ligeramente a Novagerio)
Un hombre afable y digno, el Príncipe-Obispo.

NOVAGERIO
(mira a Borromeo)
Devoto incondicional del Emperador.

BORROMEO
(le sostiene la mirada)
¿Seguramente muy respetuoso de la Majestad?

NOVAGERIO
(con seguridad)
Por eso mismo: desconfiado y malhumorado.

BORROMEO
(sonriendo)
¡Seguramente con un poco de razón!

NOVAGERIO
(afirmando, con un gesto)
De acuerdo con eso, sería bueno que, 
puesto que estamos solos,
aprovechásemos este momento.
Vayamos a sentarnos allí...

(Mientras tanto, cuatro sirvientes han traído 
una mesita, dos sillas, muchas frutas, vino tinto 
en bellas jarras de cristal y vasos. Lo disponen 
todo en la parte anterior del jardín y se alejan 
de nuevo. Novagerio y Borromeo se sientan a la 
mesa)

Y aquí, ante esta fruta y el vino tinto,
escuche usted la consigna para hoy:
“¡De prisa, la conclusión!” Así deberá ser.

BORROMEO
(Llena las copas con vino)
¡A la salud de la piadosa Cristiandad!
¡Que corra así la sangre de los herejes!

NOVAGERIO
(sirve fruta a Borromeo y a sí mismo)
¡Y que los frutos maduren pronto
y nosotros podamos marcharnos!

(beben vino y comen gustosos la fruta)

BORROMEO
¿Pero qué hace Morone junto al Emperador?

NOVAGERIO
Pues... Mantenerlo lejos de aquí
y quitarle de la frente todas las arrugas
que le han provocado sus preocupaciones.
La corona de Roma para el Emperador 
es el premio por la fidelidad al Papa;
sin embargo, el joven Max, el hijo del Emperador,
secretamente parece que se inclina a la herejía...

BORROMEO
Malo sería si él diera tal paso.

NOVAGERIO
¡Oh, no habrá verdadero peligro!
¡Además, pronto aparecería allí un protector
para erradicar la peste luterana, ese sapo infernal!
Pero...

(en voz más baja)

el trono de España,
y con él el sueño del dominio mundial
sobre todo el orbe católico,
atrae al padre y al hijo.
Está ante ambas miradas codiciosas
y disuade al vehemente Fernando
de dar pasos precipitados.
Mucho ha de tener él que concedernos;
pero su venganza y la fe del hijo,
son uvas que no están aún maduras para el viejo zorro.

(levanta en lo alto una uva y la vuelve dejar caer)

¡Las dejará colgadas, buenas y dulces!

BORROMEO
El antiguo dominio mundial católico,
una meta para el supremo poder del soberano.
¡Con una poderosa alianza con Roma!

NOVAGERIO
No confío en su ardiente resentimiento;
y que los alemanes, que tanto lo aprecian,
hayan permanecido fuera de este Sínodo.
Eso lo aflige más de lo que parece.
Por eso conviene concederle sin peros
lo que, por lo demás, él ha pactado
sobre mejoras y cambios.

BORROMEO
(pensativo)
Están entre estos puntos importantes:
la reforma papal y eclesiástica,
la comunión de los seglares,
y aún otros compromisos...

NOVAGERIO
¡Vaya! ¿Tengo que aclarárselo?
La interpretación de las conclusiones 
se la reserva el Papa sólo para él.
En esto no hay motivo de preocupación.
Los dogmas, se mantienen firmes.
Lo demás que no se ha conseguido,
será fácilmente superado por el resto logrado.
¡Por eso, es que quiere “de prisa, la conclusión”...
El Papa lo quiere... El Emperador lo quiere...

BORROMEO
Entonces ¿hoy se debatirá lo que él
ha solicitado en las últimas semanas?
¿Y se alcanzará el final deseado?
¿Por dónde se empezará?

NOVAGERIO
Por lo que se cree que es fácil
y seguro de conseguir:
primero viene el tema de la música sacra,
después se pasará a cosas más importantes.
¡Ahora, mi digno amigo, éste es su tema!
Si alcanza usted la victoria
por encima de todas nuestras opiniones,
la música religiosa 
le estará eternamente agradecida.
¡Ahora puede usted alegrarse!
¡Realmente su mérito no es pequeño,
es usted el salvador del canto artístico,
y de lograr unir la Iglesia y el Trono!
La Misa deberá estar acabada.
para ese momento.
¿Cómo va la composición?
Habrá que darla a conocer,
y le aseguro que gracias a la polifonía
la aprobación será unánime.

BORROMEO
Aquí me pone en un gran aprieto...
Aún no se ha conseguido la Misa.

NOVAGERIO
(asombrado)
¡Pero si todo estaba ya arreglado!...
El hombre había sido encontrado...

(tratando de recordar)

Usted dio su nombre...

BORROMEO
Es Palestrina. Dirige el coro
de Santa María la Mayor, en Roma.
Apenas puedo expresarlo,
jamás lo hubiera imaginado...
Mi plan, mi deseo...
los ha rehusado.
Yo mismo fui a su casa... le di ese privilegio,
y le presenté la solicitud del alto encargo.
Pero la gloria magnifica no lo atrajo,
permaneció como poseído por el diablo, insensible.
Aunque se lo pidiera el Papa,
piensa que no es merecedor tal tarea.
Y a mi confianza correspondió sólo con una
silenciosa obstinación, ¡con una maliciosa burla!

NOVAGERIO
(escandalizado)
¿Qué? ¿El músico?, ¿El del coro?
¡Verdaderamente el arte es cosa del diablo! 
¡Oblíguelo!

BORROMEO
(apasionadamente)
¿Que yo pierda el tiempo con él?
¡Lo he hecho detener!
Y ahora espero, día tras día, la noticia 
de que la prisión haya doblegado su obstinación.

NOVAGERIO
¡Muy bien! Pero ahora hay que darse prisa, 
porque el Santo Padre, otrora tan afectuoso,
se enojará si se lo defrauda.
¡Y también su Majestad Imperial!
¡La Misa tiene que estar aquí en el plazo fijado!

BORROMEO
Dudo mucho que dé su brazo a torcer...

NOVAGERIO
Entonces, hay que designar a otro hombre y
reconocerlo como autor de la obra comprometida.
¡La insubordinación es inaceptable!
¡Todo este asunto ha ido ya demasiado lejos,
la nueva Misa debe ser compuesta!
La exige el sagrado Concilio, la desean los reyes... 
y cuando tales poderes lo quieren, 
¡tiene que ser!

BORROMEO
¡No lo conoce! 
Yo no he conseguido hacerle dar un sólo paso.

NOVAGERIO
Amigo mío... ¡Ya hemos obligado a otros!
¡Por los clavos de Cristo! ¡Lo apoyaré en esto!
¡Para tales personajes es una verdadera bendición
la inquisición creada por el anciano Pablo IV!

BORROMEO
Una medida extrema... ¡Qué método tan terrible!

NOVAGERIO
(con frialdad)
Hemos empezado la obra... ¡Hay que acabarla!

BORROMEO
(con dolor)
¡Él es un maestro! ¿De qué lo acusaré?

NOVAGERIO
Vamos, amigo, lo que no se puede digerir...

(escupe graciosamente una piel de uva
hacia el jardincito que está atrás)

... ¡se lo escupe!

(Mientras tanto se han congregado clérigos y 
seglares de todas las naciones y rangos, que 
participan del Concilio, y llenan el escenario desde 
su centro hasta el fondo; formando grupos, la 
mayoría de ellos ordenados por nacionalidades. En 
el fondo, bien visibles, aparecen ahora, conversando,
Madruscht y el Cardenal de Lorena)

Allí está el Lorenés, el Cardenal,
que tan a menudo se nos ha opuesto... 
Está allí junto al “oso alemán”.
¡Vayamos al salón!

(Se desplazan hacia arriba y se mantienen 
cerca de Madruscht y el Lorenés. Mientras 
tanto las mesitas, sillas, etc, son retiradas 
por los criados)

Cuarta escena

(El escenario paulatinamente se llena cada vez más)

EL LORENÉS
(a Madruscht)
Numerosa será hoy la Sagrada Asamblea.

MADRUSCHT
Mas apresurada que sagrada, me parece a mí.

EL LORENÉS
En eso tiene usted toda la razón.

MADRUSCHT
Y yo digo: ¿No es una prisa indecorosa?
¿Quién creerá que aquí se reflexiona?

EL LORENÉS
¡En nuestro país esto no se puede hacer, no!

MADRUSCHT
¡Por Dios, deberíamos unirnos más!
Y si le soy sincero, he de deplorar que usted, 
el más fuerte de entre 
todos los que están en la oposición,
¡haya pactado con esos papistas!

EL LORENÉS
Eso también podría decirse, y con más fundamento,
de su Emperador Fernando.
¡Recuerde qué bien se entendió con Morone!

(al escuchar el nombre de Morone, Novagerio 
se acerca presto y como casualmente. Borromeo
también lo hace)

NOVAGERIO
¿Ha aparecido Morone, al fin?

EL LORENÉS
Hace poco que descabalgó muy cansado.

BORROMEO
(disculpándose con el Lorenés)
Perdone que nosotros, así, sin ceremonias...

NOVAGERIO
(de igual modo)
Oímos su nombre... 
¿Podrá ya dar comienzo la sesión? 
Se hace tarde.

EL LORENÉS
(sutilmente)
Dejemos... que la pieza llegue a su fin.

MADRUSCHT
(grosero)
O por decirlo de otra manera:
¡dado que no se puede lograr la unidad cristiana,
debemos, como lo hemos hecho siempre,
consolarnos, y dar el asunto por perdido!

NOVAGERIO
(sonriendo)
¡Qué amargamente habla usted!

(se da vuelta como para alejarse)

Quiero saludar a Morone...

(Sale por la parte superior. Borromeo invita 
al Lorenés a ir juntos también a saludar a 
Morone. Ambos salen. Poco después que 
Novagerio y Borromeo, se ha sumado al 
grupo Anton Brus von Müglitz, Arzobispo 
de Praga. Después de la salida de los tres, 
Brus se acerca a Madruscht. Éste agarra
involuntariamente su mano)

BRUS
(mueve la cabeza apenado)
¡Cuánto enredo y frialdad!

MADRUSCHT
(irritado)
¡No quieren las reformas!

BRUS
Y la voluntad del Emperador... ¿Es que no cuenta?

MADRUSCHT
(se encoge de hombros)
La voluntad del Emperador...
es ahora nuestro deber.

(Siguen al legado y a Borromeo. La escena está 
ahora colmada, los Padres se han congregado 
casi en su totalidad. A la derecha, adelante, se 
ha situado un pequeño grupo de españoles que 
señalan a los italianos, quienes, en gran número,
cubren ahora el lateral izquierdo del escenario, 
hasta el frente del mismo)

LOS ESPAÑOLES
¡Mirad allí a los italianos!
Pululan como hormigas por doquier.
Ya superan en número a los franceses.
El Lorenés ya no se opone,
del Papa le llegará la recompensa deseada.
¡Qué sería de todo esto
si no fuera por la rectitud de los españoles!
¡Sí, la rectitud de los españoles,
para escarnio de los papistas!
¡Mirad allí a los italianos!
Hay que tener en cuenta que la votación
no se hará por naciones,
sino por el número de cabezas.
¡Las cabezas! ¡Mirad sus cabezas!
¡Cabezas aceitadas, blanqueadas, afeitadas!
¡Larvas papistas! ¡Lacayos del Papa!

(Entra el Conde de Luna, acompañado por el 
siempre muy serio Obispo de Cádiz, Avosmediano)

EL CONDE DE LUNA
¿Ha visto a los enviados de Roma,
que traen sus mochilas en la espalda?

(con sorna)

Seguro que traen ahí al Espíritu Santo,
para que les inspire sus decisiones.

LOS ESPAÑOLES
(riendo)
¡Ja-ja, ja-ja, ja-ja! 
Sobre la espalda de un pequeño asno 
llega de Roma el Espíritu Santo
viajando en una mochila.

(Al grupo de italianos de la izquierda, se suma 
un numeroso grupo de eclesiásticos italianos 
recién llegados; a la cabeza de los mismos está 
el Obispo de Budoja, un prelado de aspecto 
divertido y cara de pícaro)

EL OBISPO DE BUDOJA
(vivaz y alegre se dirige al primer grupo)
¡Queridos hermanos, los saludos en el Señor!
¡Compatriotas!

ALGUNOS DEL GRUPO
¡Alabado sea Jesucristo!

EL OBISPO DE BUDOJA
(dirigiéndose a un obispo de 
aspecto famélico y distraído)
Es usted de San Felice, ¿no? ¡Yo lo conozco!

UN OBISPO
¡Teófilo de Imola!

EL OBISPO DE BUDOJA
Nunca estuve allí.
Casi nunca sale uno de su diócesis.
Yo soy el Obispo de Budoja.

OTRO OBISPO
Yo soy, Dandini de Grossetto.

UNO DEL PRIMER GRUPO
El Obispo de Feltre.

OTRO
Yo, de Fiesole.

EL OBISPO DE BUDOJA
¡Así me gusta un Concilio!
¡Uno ve algo de mundo y, 
además, viaja sin gastos!

TEÓFILO
Hay que disfrutar de las fiestas que ya terminan.

EL OBISPO DE BUDOJA
¡Tengo que admitir que yo no tendría nada
en contra de que durasen algo más!
Pero por desgracia hemos llegado al final.

EL OBISPO DE GROSSETTO
Es nuestro sagrado deber
votar la conclusión.

TEÓFILO
Para eso estamos aquí.

EL OBISPO DE BUDOJA
¡Es una lástima! ¡Me quedaría más tiempo!
Apenas ha llegado uno,
y ya tiene que volver a marcharse.

UN DOCTOR JOVEN
Si mi dinero alcanzara,
me quedaría con gusto más tiempo.

EL OBISPO DE BUDOJA
Eso es lo de menos, amigo mío.
En caso de una estadía  más larga,
tienen que indemnizarnos.

EL OBISPO DE FELTRE
Pero nada nos han prometido...

EL DOCTOR JOVEN
No he oído nada acerca de dietas.

EL OBISPO DE FIESOLE
¡Nada de prolongación!

EL OBISPO DE BUDOJA
Bien,
Roma tiene que preocuparse sobre esto.
No se pretenderá
que nosotros fabriquemos el dinero.
¡Me encantaría! ¡Me encantaría hacerlo!

(Entran de nuevo lentamente, procedentes del 
palacio, Madruscht y Brus; esperan un momento 
y ocupan luego sus puestos; poco después entra 
el Lorenés y ocupa también el suyo)

EL OBISPO DE FIESOLE
¡Dime! ¿Quién es el que está
junto al Príncipe-Obispo de Trento?

EL OBISPO DE FELTRE
Es el Obispo Drakowitz.

GROSSETO
¡No, es el Arzobispo de Praga!

EL DOCTOR JOVEN
¿Praga?..., ¿Está eso en Alemania?

GROSSETO
Mas bien en Bohemia.
De allí vienen casi todos los herejes.

TEÓFILO
(espantado)
¿Los herejes? ¡Oh, Jesús!
¿Llegaron finalmente los herejes?
¿Hasta aquí, a Trento?

EL OBISPO DE BUDOJA
(toma a Teófilo del brazo)
¡La bondad de Dios, mi querido Teófilo,
mantuvo lejos del Concilio italiano,
a los cerdos luteranos!
Pero estamos aún bendecidos en exceso
con la sarna francesa y la tiña española.

(Los obispos ríen y se dan vuelta; al mismo tiempo
aparecen saliendo del palacio Novagerio y Morone)

MORONE
Enviamos las instrucciones a tiempo.
Con la ayuda de Dios, mi misión ha sido un éxito.

NOVAGERIO
¡No hay que subestimar las dificultades!

MORONE
(estrecha la mano a Novagerio)
Tengo esperanzas y mucho coraje.

(Al mismo tiempo que Morone y Novagerio ha
aparecido abajo, en la sala, con un pequeño séquito, 
el Patriarca de Asiria, Abdisu. Es muy viejo, con
cabellos y barba blancos como la nieve, una figura
extraña. Está rodeado por su gente; los italianos se
reúnen también con él)

ABDISU
Vengo desde muy lejos,
entre fatigas y penurias,
pero mis pies me han traído felízmente hasta aquí.
Que yo pueda vivir este día del Señor,
que mis viejos ojos puedan ver
aún esta obra:
¡el renacimiento de la Cristiandad!
De esto se alegra y se regocija mi corazón.
Después, con gusto me despediré
de esta bendita tierra.

(Todos quieren ayudarlo; el Obispo de
Budoja se abre paso hasta él y lo guía)

EL OBISPO DE BUDOJA
¡Apóyese en mí, hágame ese honor, señor!

(La mayoría ha ocupado ya sus lugares. Ahora 
el Maestro de Ceremonias avanza hacia el centro 
de la escena y levanta el báculo)

SEVEROLUS
Yo, Ercole Severolus,
Maestro de Ceremonias de este sínodo, ruego,
en virtud del oficio que me ha sido encomendado,
a los padres de esta cristiana asamblea,
a los reverendísimos arzobispos y prelados,
a los distinguidos embajadores y enviados,
a los sapientísimos teólogos y doctores,
ocupar sus puestos según su estatus y jerarquía,
porque debe comenzar la reunión.

(Durante interludio musical que sigue, 
ocupan todos sus puestos.)

Y ahora se levantará para la saludar,
el Cardenal Primado, legado del Papa.

(Morone se levanta)

Quinta Escena

MORONE
(Junta las manos y con él lo hace toda la Asamblea)
Rogamos al Espíritu Santo, que guía los concilios, 
que guíe también la presente asamblea;
que descienda sobre nosotros
y dispense a nuestra obra un buen fin.

(separa las manos)

A sus servidores, los legados,
el Santo Padre así nos dijo:
«¡Sed ángeles de la paz!».
Con estas palabras en el corazón, 
ruego a Dios que yo logre derramar la paz.
Fielmente me he esforzado
en cumplir la misión ante aquél 
para cuya cabeza imploramos la bendición de Dios:
¡el gran emperador de Alemania, Fernando!
¡Reverendos padres! ¡Queridos hermanos!
Con toda la humildad que adorna al cristiano,
deberéis tener hoy presente:
¡nosotros somos la flor de la humanidad!
Nosotros estamos llamados, para su gloria,
a edificar la torre que desafíe los tiempos.
Nosotros, en verdad pequeños ante el Señor,
pero grandes ante los hombres de todos los pueblos. 
No cerrad al Espíritu Santo vuestros corazones. 
¡Él viene a nosotros!

(con verdadero entusiasmo)

¡Sí, sí,... él viene a nosotros!
Nos da sabiduría, paz, unidad,
conocimientos, amor y verdad.
¡Todo esto... todo está en nosotros!

(un piquete de soldados atraviesa la 
escena custodiando a unos herejes 
camino del Tribunal de la Inquisición)

Mirad a esos pobres, extraviados en el error, 
a esos herejes...

EL OBISPO DE BUDOJA
(exclama en voz alta)
¡Que Dios los ilumine!

(le llegan miradas de reprobación; tras
una breve perturbación, Morone sigue)

MORONE
El cisma y el Maligno los acompaña.
Son el fruto del insano error y de la arrogancia 
que confía en el libre albedrío del pecador.
¡Miradlos!
¡Ellos mismos se destruirán unos a otros
y terminarán hechos polvo y cenizas 
y privados de la Gloria!

GRITOS, MURMULLOS
¡Maldición sobre ellos! ¡Maldición a los herejes!
¡Malditos sean los herejes demoníacos!

(los soldados se llevan a los herejes)

MORONE
Nos incumbe hoy llevar adelante la gran obra 
a mayor honra y gloria de Dios,
pues ya ha sido retrasada demasiado tiempo,
para disgusto de toda la Cristiandad.
¡Por eso, amados padres, estad atentos a fin de que 
el creciente viento de la erudición no impulse 
las livianas velas del barquichuelo de la retórica
lejos del verdadero puerto de la humildad!

EL OBISPO DE BUDOJA
¡Una bella metáfora!
¿La has comprendido, Teófilo?

SEVEROLUS
(alza el bastón contra él)
¡Nada de interrupciones! ¡Lo repito!

MORONE
Deseando satisfacer la necesidad de los príncipes
y de sus súbditos, e inclinado a mantener la paz,
el señor de todos los pueblos que veneran la Cruz 
ha dado el último paso para lograr una plena unidad.
Y cada buen príncipe concederá 
a sus hijos, al pueblo,
autorización para practicar su propia fe,
según los hábitos locales,
los usos y costumbres
que determinen sus deseos y necesidades.
He sido honrado recientemente 
con la misión ante el Emperador, 
para ofrecerle la rama de olivo de la paz, 
y de regreso, tras una larga cabalgata,
puedo ahora anunciar la más alegre de las noticias:
el honor del trono de Pedro ya no está amenazado;
y la gloria de Dios no corre peligro,
pues le ha sido concedido todo lo esencial.

EL CONDE DE LUNA
(a los españoles)
¡Observad bien, señores, la limitación!

MORONE
(continúa en tono más sencillo)
De las proposiciones del Emperador,
la cuadragésimo segunda es la más discutida; 
examinadla y aprobadla.
Llegad a una breve conclusión
con un sí o un no sobre lo que aún queda,
y dejad para después su redacción definitiva
a la sabiduría del Papa.
¿Os parece bien?

LOS PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!

AVOSMEDIANO
(se pone de pie)
¡Desaprobado!

SEVEROLUS
¡Avosmediano, Obispo de Cádiz!

AVOSMEDIANO
Para eso fue convocado este sínodo,
para que con diligencia se debatieran todas las dudas
hasta que cada tema estuviera discutido y agotado.

EL LORENÉS
(sentado)
Pero hay puntos claros... y otros menos claros
que se deben separar bien: repitamos, pues,
la pregunta después de cada punto en particular.

MORONE
¿Os parece bien así, Padres?

TODOS LOS PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!

MORONE
Entonces, abordaremos primero el ritual de la Misa.
Así, con este artículo trigésimo, llegamos
al deseo predilecto del gran Fernando I,
que es el protector de todas las artes piadosas.
Él desea para la música de la nueva Misa,
salvada de toda proscripción,
lo siguiente:
“De la época de los grandes maestros, lo antiguo
bien ideado que esté en concordancia con
el espíritu de la piedad, rescaten y conserven.”
Con la conformidad del Papa: 
¿os parece bien aceptar la conservación?

LOS ITALIANOS Y MUCHOS OTROS
¡Aprobado! ¡Aprobado!

OTROS
¡Desaprobado! ¡Desaprobado!

SEVEROLUS
¿Quién pide la palabra?

(Avosmediano se pone de pie)

SEVEROLUS
(con leve mezcla de desprecio)
¡Avosmediano, Obispo de Cádiz!

AVOSMEDIANO
En este asunto el Papa a puesto un "pero"
¿Qué hay al respecto?

NOVAGERIO
(con amabilidad)
Primero deberá ser compuesta una obra de prueba.

(Dice unas palabras en voz baja a Borromeo)

BRUS
¿Una misa? ¿Eso es todo?

MADRUSCHT
Sí, una misa, eso es todo.

EL LORENÉS
¡Una misa de prueba!

EL OBISPO DE BUDOJA
(a Teófilo de Imola)
¡Teófilo! ¡El Patriarca se duerme!

(la cabeza del Patriarca de Asiria cae lentamente 
sobre el pecho; se adormece paulatinamente)

AVOSMEDIANO
Me pregunto: ¿será aceptado el deseo del Papa?

SEVEROLUS
¡Habla el reverendísimo Cardenal Borromeo!

BORROMEO
(tranquilo y con frialdad)
La misa ya está escrita.

NOVAGERIO
La obra, ya lo habéis oído, ha sido compuesta.
Ha sido Palestrina, el famoso compositor.

LOS PADRES
¿Quién?... Seguramente, en Roma...
¿Por quién?... ¿Cómo se llama?...
El nombre es conocido...
Es un maestro piadoso...

NOVAGERIO
Acto seguido será ejecutada en el palacio del Papa. 
¿Estáis de acuerdo?...

LOS PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!

MORONE
Los próximos artículos a tratar
están listos para ser aprobados. Se trata de:
 el uso de los idiomas nacionales en la Misa
y el Breviario...

SEVEROLUS
(a Brus)
¡El Arzobispo de Praga!

BRUS
(que se ha levantado)
¿Puedo preguntar por qué no se trata
cada tema según el orden establecido
y por separado?
También habría que recomendar,
dado el poco tiempo y la prisa existente,
que se tratara primero lo más importante.
Pues lo que más importa al Emperador es
el tema de la comunión bajo las dos especies.

UN OBISPO ESPAÑOL
¡Al Emperador, no, más bien a los bohemios!

SEVEROLUS
(alza el báculo contra él)
¡Nada de interrupciones!

MORONE
Si los Padres no están de acuerdo por unanimidad, 
lo que de seguro no será así, entonces se irá al examen
detallado; de lo contrario, todo se dejará 
a la sapiencia del Papa.

NOVAGERIO
El tratamiento de todo el tema:
el examen, la consideración y la deliberación,
exigirían todo un año de trabajo sin pausa,
y la discusión no se acabará nunca.

BRUS
Tanto más a mi favor; primero lo más importante.

(se levanta el Conde de Luna)

SEVEROLUS
¡Tiene la palabra el Conde de Luna, 
legado del Rey de España!

EL CONDE DE LUNA
Pregunto entonces: ¿Debe el Concilio
avanzar atropelladamente hacia el fin?
¡Insisto en que se haga una discusión
más profunda y detallada!

EL LORENÉS
¿Pero no oyó usted, señor Conde,
el piadoso discurso del Legado.

EL CONDE LUNA
(con malicia desafiante)
Señor Cardenal... por su gran influencia
es usted desde hace tiempo un Legado ad hoc.
¡Pero no lo es de hecho plenamente,
y, por eso, no se le pregunta!

LOS ESPAÑOLES
(entre sí)
¡Todavía no lo es, pero pronto lo será,
el Papa se lo ha prometido!

EL LORENÉS
(furioso)
¡Pues nosotros le preguntamos ahora, Conde!
¿Cómo llegó usted a esa silla que está ahí
fuera de todo protocolo legítimo?

(Luna se acomoda en la silla, riendo)

NOVAGERIO
(al Lorenés)
Elegimos esta modalidad,
 pues así ninguna de las dos grandes naciones
quedará soslayada.

EL LORENÉS
¡Protestaré mañana
en la sesión solemne!
¡Reivindicaré mi precedencia absoluta, 
tal y como me corresponde!

EL CONDE LUNA
(en voz muy alta)
¡Ni una pulgada
cederá el gran Rey de España
ante un imberbe como usted!

EL LORENÉS
(se vuelve, colérico, a los Legados)
Si no salgo mañana el primero,
antes que el español,
el incensario y el beso de la paz...

SEVEROLUS
(levanta el báculo)
¡El Obispo de Budoja!

BUDOJA
(que ha pedido la palabra; se pone
lentamente de pie y comienza)
¡Ay! ¡Ay!
Ya no hay paz entre los pueblos,
y los príncipes están divididos; Dice el Profeta...

(sombrío)

¡Ay! ¡Ay!
¡Todos tus enemigos han abierto su boca!
Te acosan... te muestran los dientes...

SEVEROLUS
¿Cuánto tiempo piensas hablar, señor Obispo?...
Te lo ruego;
que lo que tengas que decir,
dilo brevemente.
Por decisión de los legados, a nadie
le está permitido hablar más de quince minutos.

MORONE
(a Budoja, con enojo contenido)
¡Sería mejor que no hablara nada,
antes que expresar interjecciones
sin sentido ni provecho!

(Budoja vuelve a sentarse 
algo avergonzado)

Padres ¿tendréis a bien aprobar al mismo
tiempo, la Misa y el Breviario?

LOS ITALIANOS
¡Aprobado! ¡Aprobado!

TODOS LOS DEMÁS
¡Desaprobado! ¡Desaprobado!

AVOSMEDIANO
(se pone de pie; calmado, pero enérgico)
¡Si el Concilio no permite discutir libremente 
todos los puntos con seriedad y amor,
y los artículos a reformar serán sólo vistos 
someramente y no considerados en detalle,
propongo una nueva prolongación y protesto
solemnemente contra la finalización del concilio!

LOS ITALIANOS
(furiosos)
¡Es un cismático!
¡Expulsadlo! ¡Quemadlo!.

MORONE
(a Avosmediano)
Quien hoy, con toda su alma,
no desee una rápida finalización
del debate conciliar,
¡no es un cristiano piadoso!

(Novagerio hace una señal a Morone)

EL LORENÉS
(en voz alta)
¿Ésta es la libertad que otorga el Sínodo?

(Luna se pone de pie para la réplica. Mientras tanto, 
el Obispo de Budoja ha confortado al Patriarca de
Asiria, que se ha despertado por el ruido e intenta
levantarse. El maestro de ceremonias levanta el 
báculo y grita algo, justamente cuando Luna quiere
comenzar)

SEVEROLUS
¡El reverendísimo y piadoso señor,
el Patriarca de Asiria quiere hablar!

(al instante se hace silencio)

ABDISU
(en voz baja y pausado)
El deseo del piadoso Papa
debe ser considerado.
Debe oírse la solemne melodía,
en Roma, del gran cantor...

(se detiene, Budoja le susurra al oído)

Trinas... pa... les...

(se sienta y vuelve a dormirse lentamente. 
Muchos reprimen la risa, se oyen voces que 
piden tranquilidad. Budoja no aguanta la risa 
y se aprieta el abdomen para contenerla)

MORONE
(en voz baja, pero grave, a Novagerio)
¡Este ha sido un truco del loco de Budoja!
¡Bien que lo he visto!

EL CONDE DE LUNA
(vuelve a levantarse)
¡Los cristianos piadosos de todo el mundo
desean una inmediata prolongación del concilio!

EL LORENÉS
(vehemente)
¡Sólo España la desea! ¡No todo el mundo!

EL CONDE DE LUNA
(gritando)
¡Si España lo quiere, así lo quiere el mundo!

(risas y gritos generales)

TODOS SALVO LOS ESPAÑOLES
¡Ja, ja! ¡Ja, ja!
¿Así que España es el mundo?
¡Qué buen geógrafo!

EL OBISPO DE BUDOJA
(en voz alta, al Conde)
¡Usted debería leer a Tolomeo!...

LOS ITALIANOS
(riendo)
¡Sí, que lea a Tolomeo!

EL CONDE DE LUNA
(iracundo)
¡Votaré por invitar también a los protestantes
a la sesión final!

(Se produce una gran algarabía en toda la 
sala. Sólo Novagerio, Morone, Madruscht, 
Brus y el español no participan del tumulto. 
Luna se levanta excitado. El Patriarca Abdisu 
vuelve a despertarse por el ruido. Morone que 
ha deliberado con Novagerio, se pone de pie y 
alza las manos para hacerse oír, pues el báculo
levantado del Maestro de Ceremonias no sirve 
ya para nada. Entonces dan las doce)

MORONE
(tras lograr un poco de silencio)
En este estado de conmoción espiritual,
no se puede seguir deliberando.
Además, ha llegado el mediodía.
Con pesar y vergüenza levanto la sesión.
Pero os digo seriamente
lo que el Legado debe anunciaros:
dos horas después de mediodía
debemos encontrarnos reunidos aquí de nuevo;
¡y aunque se prolongue hasta altas horas de
la noche, hoy será terminada la tarea!
A vosotros, amados Padres, os exhorto,
y especialmente al noble Conde,
a vestiros de mansedumbre.
¡Dejar que las rencillas duerman!
Que mi plegaria sirva a la unidad.
¡Amados Padres! ¡Id en paz!

(Con gran excitación, discutiendo, amenazando 
y gesticulando, todos se dirigen a la salida. En 
primer lugar, y en grupo cerrado, los españoles.
Algunos clérigos italianos, entre ellos Budoja,
permanecen un rato más en escena.)

Sexta Escena

(Novagerio y Morone se han adelantado y situado 
a la izquierda del proscenio. Más a la derecha, 
el Lorenés, Madruscht y Brus forman otro grupo)

MORONE
(desesperado, a Novagerio)
¿Y ahora, qué? ¿Y ahora, qué?
¿Aún cree usted que llegaremos al final?

NOVAGERIO
(impertérrito)
Si ha de ser así, sin España:
¡tendremos que hacerlo, y lo haremos!

(El obispo de Budoja se acerca
furtivamente a Morone; el resto
de su grupo se ha dispersado)

BUDOJA
(a Morone)
Venerable, dígame, ¿es totalmente seguro
que mañana será la clausura?
¿Es del todo irreversible?

MORONE
(Morone lo ignora y se vuelve 
hacia el Lorenés, que se ha 
quedado solo, pues Madruscht 
y Brus se han marchado)
¿Por qué tuvo que irritar tanto al español?

EL LORENÉS
(con vehemencia)
¡Ustedes lo han irritado aún más!
¡A él y a todos!
¡Avosmediano tenía razón! 
¡Si a un francés le ocurriera lo que a él le pasó,
por Dios eterno, en mi caso que yo me marcharía
y reclamaría un concilio libre!

BUDOJA
Pero si mañana no está concluido,
nosotros deberemos quedarnos...

(Morone le da la espalda)

NOVAGERIO
(al Lorenés)
¡Dele al español, la precedencia!
Eso es lo que él quiere,
y entonces todo irá bien.

EL LORENÉS
(a Novagerio)
¡Ni pensarlo!
¡No cederé una pulgada
ante ese español!

BUDOJA
(a la vez, a Morone)
En caso de que la estadía se alargue...
¿habrá derecho a dietas?...

MORONE
(al Lorenés)
Pues entonces seguramente
no llegaremos al final...

EL LORENÉS
¡Entonces, aténganse a las consecuencias!

BUDOJA
Se podrán reclamar... ¿no?

(toca ligeramente a Morone; éste clava
en él una mirada furiosa e interrogante. 
Cauteloso, habla despacio)
Me parece, una dieta... y viáticos...

MORONE
(gritando)
¡Una soga para su cuello!
¡Ya le vendrá algo de Roma,
pero no precisamente dietas!
¡Más le valdría encomendarse a Dios!

(El obispo de Budoja se da la 
vuelta y en silencio desaparece)

NOVAGERIO
(ríe)
Es un tonto, un perfecto bufón.

(campechano, a ambos)

Mantengamos, pues, la serenidad.

(al Lorenés)

Piense usted en el Papa.

(coge las manos sus dos interlocutores
y las une como bromeando)

Y ahora venid a mi casa, para un frugal almuerzo.
¿Vamos, padres?

(se ubica entre ambos y sale con ellos
en actitud conciliadora)

Séptima Escena

(Sirvientes alemanes, italianos y luego españoles)

CRIADOS ESPAÑOLES
(cuchichean entre ellos)
¿Lo habéis visto? ¿Lo habéis oído?

(señalando a los criados italianos)

El noble Conde y el piadoso caballero, ofendidos,
¡ofendidos por el pueblo del diablo!
¡Esos perros!

(Más alto)

¡Esos perros de allí!

CRIADOS ITALIANOS Y ALEMANES
(entre sí)
¿Qué quiere esa chusma?

(a los españoles)

¡Fuera! ¡No tenéis nada que hacer aquí!

LOS ESPAÑOLES
¡Apresuraros!... ¡Infelices!...
¡A la parte de atrás!... ¡Ja, ja, ja, ja!
¡Iros al diablo!

LOS ITALIANOS
(entre ellos)
No les hagáis caso... pensad en la advertencia.

(a los españoles)

¡Fuera, a la calle! ¡Llamaremos al señor!

(Acude de la calle toda clase de 
gentuza que empuja a los españoles 
hacia el interior de la sala)

LOS ESPAÑOLES
¡Cobardes! ¡Ja, ja! ¡Ja, ja!
¡Sois unos villanos! ¡Perros italianos!

UN CRIADO ITALIANO
¡Os mataré!

LOS ESPAÑOLES
¡Miserables, obscenos!

LOS ITALIANOS
¡Infames españoles!

LOS ESPAÑOLES
¡Cobardes del demonio!

LOS ITALIANOS
¡Bestias sarnosas!

LOS ESPAÑOLES
¡Basura!

LOS ITALIANOS
¡Hediondos infernales!

LOS ESPAÑOLES
¡Arrancadles esas viles palabras
con la espada, en su vientre!

(Los españoles, al grito de «¡Hasta el final! 
¡Hasta el final!», atacan con dagas a los 
italianos y a los alemanes, que asimismo 
desenvainan las suyas. Se produce una 
enconada refriega de la que toma parte el 
pueblo con voces y gritos. Al poco, aparece 
Madruscht, acompañado de un piquete de soldados)

MADRUSCHT
(con voz de trueno)
¡Fuego! ¡Tirad a matar!

(Resuena una salva múltiple y muchos
de los revoltosos caen heridos)

Los que sobrevivan... ¡al patíbulo!

(los soldados corren hacia los que están
gimiendo en el suelo; otros muchos huyen
en distintas direcciones)

¡El tormento más duro caerá sobre estos perros
que así ofenden a la cristiana asamblea!
¿Es éste el sentido del sagrado Concilio?



TERCER ACTO


Escena Primera

(Habitación de Palestrina como en el primer 
acto. Cae la tarde. Constante tañer de las 
campanas de Roma. En la habitación cinco 
cantores de Santa María la Mayor. Palestrina, 
en el sillón, con los ojos medio cerrados y los 
brazos descansando sobre los apoyabrazos. 
En relación al primer acto, aparece envejecido. 
A un lado está arrodillado Ighino. Sus manos 
y cabeza descansan sobre la mano izquierda 
de Palestrina. Detrás del sillón, de pie y como
dispuesto a prestar ayuda, Giuseppe, el viejo 
criado de Palestrina. En todo el grupo reina 
un estado de ánimo como de angustia en torno 
a un enfermo)

PRIMER CANTOR
¡Cuánto tiempo tardan!...

SEGUNDO CANTOR
¿Aún estarán cantando?...

TERCER CANTOR
Ya cae la tarde...

CUARTO CANTOR
¡Cómo suenan las campanas de San Pedro!...

QUINTO CANTOR
La noche nos traerá la decisión...

CUARTO CANTOR
¡Ojalá sea favorable!

PRIMER CANTOR
¡Ojalá!

QUINTO CANTOR
La decisión...

PALESTRINA
(sin moverse
y sin abrir los ojos)
Hijo mío, dime... ¿quiénes son estos muchachos?

IGHINO
(poniéndose de pie, a Palestrina)
Vinieron a ver cómo te encuentras.
¿No los conoces? Son tus cantores.

PALESTRINA
(poco a poco vuelve la cabeza 
hacia la derecha)
Los cantores...

IGHINO
Tu coro...

SEGUNDO CANTOR
¡Qué envejecido que está!...

PRIMER CANTOR
¡Qué cansada la mirada!...

TERCER CANTOR
¡Encanecido el pelo!...

CUARTO CANTOR
¿Le traerá la noche la buena nueva?

QUINTO CANTOR
O un nuevo castigo de Dios...

PALESTRINA
(con la mirada siempre fija en los cantores)
Los cantores, Ighino, esperan y observan...
¿Por qué me miran así?

IGHINO
Padre... lo que tan magníficamente has creado,
la obra eterna que has dado al mundo,
está siendo cantada en el palacio dorado
ante los prelados y el Papa.

PRIMER CANTOR
(aproximándose unos pasos hacia Palestrina)
La Misa, maestro, la Misa que usted compuso...

PALESTRINA
(mira hacia delante)
La escribí en una noche...

SEGUNDO CANTOR
(se acerca de igual modo)
Sila su alumno, reunió las hojas...

TERCER CANTOR
(se acerca de la misma manera)
... y nosotros las ordenamos diligentemente.

PALESTRINA
Ellos me encerraron en una mazmorra,...
pensé que... dije...

(El cuarto y quinto cantor se acercan. Todos rodean,
formando un devoto grupo, el sillón de Palestrina)

CUARTO CANTOR
Las recogimos, las guardamos...

QUINTO CANTOR
Nos las arrebataron a la fuerza.

PALESTRINA
Pero... ¿qué sucedió?

IGHINO
Cuando te detuvieron y te encadenaron
en aquel terrible día,
yo no podía comprender 
que tales cosa pudieran ocurrir.
La tierra me parecía el infierno
y sufrí por un tiempo convulsiones.
Giuseppe permaneció conmigo
y no recuerdo que pasó mientras permanecí así.
Cuando desperté en la cama,
Giuseppe estaba a mi lado.
Lo primero que pregunté
fue por la Misa y por ti.
Estabas en prisión, encadenado.
Ellos vinieron e irrumpieron en la casa;
sólo la Misa podía salvarte...
¡Se la entregué a los esbirros! 
Lo que hice, ¡oh, padre!, fue terrible;
pero aún más terrible 
golpeaba en mi corazón 
la angustia que sentía por ti.
Ahora, por fin has regresado a casa,
y la Misa resuena en el mundo entero.
¡Despierta a la vida por tu hijo, 
que te tiene en sus brazos!

(Palestrina lo atrae más cerca de si. Silencio 
y emoción. De repente se escuchan en la calle,
numerosas voces polifónicas, que parecen 
acercarse a la casa)

VOCES
¡Viva! ¡Viva! ¡Viva Palestrina,
el salvador de la Música!
¡Viva, viva!

(Ighino y Giuseppe se quedan con Palestrina; 
los cinco cantores van hacia la puerta de entrada,
donde les sale al encuentro, corriendo, otros 
cantores de la Capilla Papal)

Segunda Escena

CANTORES DE LA CAPILLA PAPAL
¿Está aquí el maestro Palestrina?
¿Está en casa el gran hombre?
¿Sabéis quién es vuestro director?
¿Sabéis con quién cantáis?
¿Lo sabéis? ¿Sabéis con quién tratáis a a diario?
¡El músico más grande que vive en Roma!
¡Lo ha dicho el mismísimo Santo Padre!
¡Y la nueva misa es su mejor obra!
¡También ha complacido a los cardenales,
cuando la cantamos en la Santa Iglesia!
¡Ha producido una gran impresión!
¡Cuando la cantamos en la Santa Iglesia,
se podía oír exactamente cada palabra!
¡La hemos cantado gloriosamente!
Por supuesto, la ejecución también ayuda...
Pero oíd, va a recibir el máximo honor
que jamás acaeció a un mortal...

(Llega un nuevo grupo de 
cantores de la Capilla Papal)

EL NUEVO GRUPO
(con premura)
¡El mismísimo Santo Padre viene hacia aquí!
¡De rodillas! ¡De rodillas! ¡Abrid paso! ¡Ya llega!

(entran corriendo más cantores)

¡De rodillas, el Papa está aquí!
¿Dónde está Palestrina? ¿Está preparado?

(Se apretujan dentro de la habitación. 
Llegan ocho cardenales, entre ellos 
Borromeo, como heraldos papales. La 
inminente llegada del Papa hace que 
Palestrina, con gran dificultad se incorpore 
y se ponga en pie. El Papa se hace visible 
por el foro y Palestrina va a su encuentro. 
El Santo Padre va en un palanquín portado, 
por clérigos. Todos caen de rodillas)

EL PAPA PÍO IV
(amistosamente, a Palestrina)
Como una vez en la celestial Sión, Juan, el santo, 
oyó cantar a los ángeles de las alturas, 
así, dulce y sublime, ha sonado a mis oídos 
la misa de otro Juan.
Pierluigi, permanece hasta el final junto a mí.
Dirige diligentemente mi capilla Sixtina 
como ya lo hiciste para el santo papa Marcelo.
¡Príncipe de la música de todos los tiempos!
¡Servidor e hijo del Papa!

(Palestrina besa un pie del Papa y éste 
le da su bendición a él y a todos. Luego 
se marcha acompañado por los cardenales, 
excepto Borromeo. Una vez que el Papa se 
marchado, los cantores se arremolinan 
alrededor de Palestrina para felicitarlo. 
Borromeo indica a los cantores, no sin cierta 
vehemencia, que salgan. Como con miedo ante
Borroneo, Ighino se aparta hacia la izquierda,
situándose junto al órgano. Aparte de él, sólo 
están en escena Borromeo y Palestrina que 
sostienen la mirada por unos instantes. Borromeo
intenta decir algo, pero de repente se arroja,
conmocionado, a los pies de Palestrina y estalla 
en un violento llanto. Palestrina se inclina hacia 
él espontáneamente y le pone las manos sobre la
cabeza. Por fin, Borromeo levanta la mirada y 
empieza a hablar)

BORROMEO
¡La Misa, ah, la dulce Misa!
¡Oh, Palestrina, tú, mensajero de la Gracia!
¡Dios habla a través tuyo... y yo no te reconocí!

(inclina de nuevo la cabeza, llorando)

PALESTRINA
(trata de tranquilizarlo)
¿Qué ocurre?... Amigo mío...
¡Oh, querido amigo, levántate!

BORROMEO
¡Ay, deja al pecador que llore, déjalo llorar!

PALESTRINA
No quiero impedir la felicidad de las lágrimas,
en este bienaventurado momento.
Tú y yo somos vasijas, vasijas rotas a golpes.
Pero el hálito del amor
surge desde los cascotes.
¡Todo aspira a la gloria, amigo mío!

BORROMEO
¡Oh, Palestrina!... ¡Palestrina!...

(Con ferviente contrición, Borromeo quiere besar 
los pies de Palestrina, pero éste lo levanta 
rápidamente y lo besa en la mejilla. Permanecen 
un momento abrazados en silencio; después, 
Borromeo abandona el escenario a prisa y con el 
rostro oculto. Palestrina permanece sumido en sus
pensamientos. Luego se adelanta desde un rincón
Ighino y corre jubiloso a colgarse del cuello de 
su padre. Palestrina, tranquilo, lo estrecha unos
momentos contra su pecho y acaricia sus cabellos.
Durante la conversación que sigue Palestrina mira 
por encima de la cabeza de Ighino, de manera que 
éste no pueda ver sus ojos ni su expresión facial)

IGHINO
¡Oh, padre! ¿No estás satisfecho?
Eres el más famoso de todos,
aún en el futuro serás recordado.
¡No sólo recordado, sino que tus obras serán cantadas!
Seguramente que el Papa te asignará también,
un buen sueldo.

(Afectuoso)

¡Ahora volverás a vivir... y reirás nuevamente!
Pero estás tan callado... dime:
¿no te alegras?

PALESTRINA
Claro, claro, hijo mío... sólo que... 
ya no soy joven.
No soy tan fuerte como antes...
ni siquiera en mi interior.
¿No vas a contarle a Sila lo sucedido?

IGHINO
(dudando)
¡Ah, padre!... Sila... ya no está aquí...
Pero no creas que es un desagradecido...
Él está... se ha marchado...

PALESTRINA
(sonriendo)
...con Bardi, a Florencia.

IGHINO
(sorprendido)
¿Ya lo sabías?

PALESTRINA
No era difícil de adivinar.
La juventud busca la juventud. 
Pero tú te quedarás conmigo, ¿verdad, Ighino?

IGHINO
(en voz baja)
Sí, contigo.

(vuelve a reclinar la cabeza en el pecho 
de Palestrina. Pausa; después resuenan 
otra vez, en la calle, las exclamaciones)

VOCES EN LA CALLE
¡Viva Palestrina, el salvador de la Música!

IGHINO
(abandonando alegremente su lugar)
Oyes, eso es por ti...
¡Ah, déjame salir un poco a la calle!
Apenas contengo mi felicidad...
Tengo que gritar, saltar
y oír cómo celebran a mi padre.

PALESTRINA
¡Salta, pues, hijo mío, alégrate,querido mío!

(toma la cabeza de Ighino en sus manos)

¡Bendito Ighino! 
¡Salta todo lo que quieras!

(Ighino abraza una vez más a su padre y 
corre saltando a la calle, lleno de felicidad.
Palestrina permanece unos momentos de pie,
tranquilo. Después de la salida de Ighino, su 
mirada se vuelve seria y profunda. Los últimos 
rayos de sol han desaparecido y la habitación
permanece sumida en penumbras. Palestrina 
da unos pasos y permanece algún tiempo
contemplando el cuadro de Lucrecia. Se aleja 
de la imagen y se sitúa junto a la silla del 
pequeño órgano hogareño)

PALESTRINA
(con tranquila y casi alegre resignación)
¡Dios: fórjame, como la última piedra
en uno de tus mil anillos!...
Así estaré feliz y en paz.

(Se sienta en la silla del órgano y se sumerge, 
tocando suavemente, en pensamientos musicales, 
con la mirada perdida en el infinito por encima 
del teclado. Desde la calle resuenan de nuevo 
los vítores a Palestrina y a su música) 

VOCES DESDE LA CALLE
¡Viva, Palestrina!

(Otras voces más lejanas)

¡Viva el salvador de la Música!

(muy lejos, apenas audibles)

¡Viva! ¡Viva!...

(Palestrina parece no escucharlas)



Digitalizado y traducido por:
José Luis Roviaro 2015