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ERSTER
AKT
(Zimmer
im Wohnhause Palestrinas. Der
Raum
ist
nicht gross, ziemlich dunkel; dunkelbraune alte
Möbel.
Alles einfach, fast ärmlich. In der Mitte der
Arbeitstisch,
darauf unbeschriebenes Notenpapier.
An
der Hinterwand ein grosses Bild, eine schöne Frau
in
mittleren Jahren darstellend: Lukrezia, Palestrinas
verstorbene
Gemahlin. Rechts ein grosses (das einzige)
Fenster
mit Blick auf Rom in ziemlicher Entfernung.
Am
Fenster ein Stuhl mit Lehne. Es ist gegen Abend;
im
Verlaufe der ersten Szene, zumal der dritten und
vierten,
wird es ganz dunkel)
Erste
Szene
(Beim
Aufgehen des Vorhanges sitzt in dem grossen
Lehnstuhl
am Tisch Silla, ein 17jähriger Mensch. Er
verschwindet
fast in dem geräumigen Sitz; das rechte
Bein
liegt mit dem Knöchel auf dem linken Knie, in
den
Händen hält er eine grosse Geige in einer der
willkürlichen
Formen jener Zeit. Er probiert, sich
oft
unterbrechend, eine eigene Komposition)
SILLA
(Proben
mit leiser Stimme)
„Schönste,
ungnäd’ge Dame…“
(unterbricht
sich)
Lang
bleib’ ich nimmermehr beim alten Meister;
das
steht nun fest.
(fährt
wieder fort)
„Nymphe
mit Sternenaugen.
Des
treuesten Schäfers Klagen
Lass
erweichen... lass erweichen...“
(unterbricht
sich wieder)
Ighino
merkt noch nichts;
Ob
ich’s ihm heut’ wohl sage?
(spielt
weiter)
„Von
Hyazinthen ein Regen
Fliesse
auf dich...“
(bricht
wieder ab)
Dass
mich der Alte willig lässt,
Das
ist doch sehr die Frage!
(fährt
wieder fort)
„Schönste,
ungnäd’ge Dame,
Nymphe
mit Sternenaugen...“
(hält
wieder ein)
Er
hat mich wahrlich gern,
fast
tut mir’s leid –
(er
wirft Geige und Bogen auf den
Tisch
und
steht vom Stuhl auf)
Welch
herrlich freier Zug
Geht
doch durch unsre Zeit!
(durchmisst
das Zimmer mit elastisch-
Hoffnungsfreudigen
Bewegungen)
Ist’s
nicht bei dem Gedanken schon
Ans
heitere Florenz,
Als
dürfte sich mein eig’nes Wesen
Vom
dummen Joch der Allgemeinheit lösen
Und
die höchste Stufe erklimmen.
Wie
in meiner lieben Kunst
die
Singestimmen,
Abhängig
von jeher, erbärmlich polyphon,
Sich
dort befrei’n zur Einzelexistenz. –
(steht
jetzt vor dem Fenster und
sieht hinaus)
Da
liegt mein Rom! –
Ehrwürd’ges
Nest, behalte
Alt,
wie du selber bist, getrost das Alte!
Bewach’
mit Feu’r und Schwert, wie deine Religion,
So
in der schönen Kunst die alte Tradition.
Die
lass vom alten Palestrina hüten,
Da
treibt sie gar noch neue Blüten.
Mich
aber zieht es fort nach
all
dem Schönen, Neuen,
Und
wie ich Ruhm und Leben
leuchtend
vor mir seh,
So
steigt gewiss in stetigem Befreien
Die
ganze Menschheit noch zu ungeahnter Höh!
(Ighino
tritt ein; er scheint traurig)
Zweite
Szene
SILLA
Ighino,
gut, dass ich dich seh’!
Muss
dir was Neues sagen –
Doch
erst ein heiteres Gesicht!
IGHINO
Soll
ich erst lange fragen?
SILLA
Wenn
mein Ighino mir verspricht,
Dem
Vater nichts zu klagen –
IGHINO
(schnell
und besorgt)
Schlimm
für den Vater ist’s doch nicht?
SILLA
Für
mich ist’s sicherlich nur schön!
IGHINO
So
freu’ ich mich und wünsch’ dir Glück.
(er
setzt sich auf den Schemelsitz am
großen Stuhl)
SILLA
Sag
– ist für sich allein zu stehn
Nicht
schöner, denn als kleines Stück
Von
einem Ganzen sich zu sehn?
IGHINO
Du
weisst, ich bin so weit zurück
Im
klugen Denken gegen dich,
Weiss
deiner Frage nicht Bescheid.
Das
eine doch empfinde ich:
Die
liebliche Gemeinsamkeit
Von
guten Menschen unter sich
Ist
doch das Schönste allezeit.
SILLA
(lächelnd)
Gut
ist, mein Jung’ dein Sprüchelein
Für
sanfte Kinder oder Greise.
IGHINO
Ist
denn nicht jeder doch allein
Nur
eben auf seine Weise?
SILLA
Des
Starken Art ist: Herrscher sein
Und
Mittelpunkt im Kreise!
(sitzt
in der Nähe Ighino auf
dem Stuhl)
Ighino
– wenn im Chor wir singen,
– Den
Altus ich, du den Diskant,
Und
schwitzen bei den schweren Dingen,
Die
die Gelehrsamkeit erfand:
Ist’s
nicht, als ob die Esel gingen
Gemeinsam
in ein Joch gespannt?
IGHINO
Das
kann mein Herz nicht so empfinden.
Just
für den Starken ist’s doch schön,
Wenn
viele, innig sich verbinden,
In
einem Ganzen aufzugehn,
Der
Arbeit und des Opfers wert.
Sind
wir durch Vater des nicht belehrt?
Und
nichts mag mehr den Sinn erheben,
Gibt
mehr auf Erden Heimlichkeit,
Als
in dem All, dem Ganzen zu leben,
Nicht
bloss im gegenwärt’gen „Heut“.
Die
Mühen werden meine Freuden,
Wenn
das Gefühl mich ganz entzückt,
Dass
junges Leben alter Zeiten
Uns
wie durch Zauber nahe rückt.
Ja,
Silla, – lässt du das nicht gelten,
So
musst du auch den Vater schelten;
Denn
was ich sprach, das meint auch er. –
SILLA
(lächelnd)
Das
zu bemerken war nicht schwer!
’s
ist aber doch ein Unterschied:
Wir
sind noch jung, der Meister alt.
Das
gäbe keinen lust’gen Wald,
Pfiff
jeder Vogel dasselbe Lied!
IGHINO
(nach
einigem Schweigen)
Warum
tun deine Worte mir
So
weh? und, Silla, sprich, was ist’s,
Das
du mir sagen wolltest und
Der
Vater nicht erfahren soll?
SILLA
(ausweichend,
steht vom Stuhl auf)
Das
ist nichts Wichtiges!
IGHINO
(lebhaft)
Nein,
nein, Du musst’s mir sagen!
SILLA
Sag
mir lieber
Zuerst,
was dich bedrückt; du scheinst
Mir
trüb gestimmt und gar nicht froh.
IGHINO
Ach,
Silla! – Kann ich dir’s denn sagen?
Du
wirst mich sicher nicht verstehn.
SILLA
(ungeduldig)
So
sprich!
IGHINO
(mit
Tränen kämpfend)
Der
Gram des alten Vaters –
Ich
kann ihn nicht so leiden sehn!
SILLA
Ist
er denn krank?
IGHINO
Nein,
nein; das ist es nicht.
SILLA
Was
ist’s denn sonst? Ein Unglück –
IGHINO
(schüttelt
den Kopf)
Weiss
ich’s denn?
Ich
seh nur, wie er stumm verzweifelt ist.
(steht
vom Schemel auf)
SILLA
(im
Zimmer gehend)
Ich
glaub’, Ighino, das siehst du allein!
Bei
Gott – ich hab noch nichts davon gemerkt.
(Ighino
zuckt die Achseln)
Und
wenn du selbst den Grund davon
nicht
weisst –
Die
Trauer muss doch eine Ursach haben.
IGHINO
(schüchtern)
Ist
dir sein Lebenslauf nicht Grund genug?
SILLA
Das
ist nun beinah Sünde, lieber Junge,
Von
Unglück da zu sprechen:
ein
jeder Mensch Hat auf der Welt
sein
kleines Kreuz zu tragen.
Er
ist nicht krank, er leidet keine Not,
Und
hat vor andern Menschen noch voraus:
Er
ist berühmt! was will er denn noch mehr?
Wenn
ich’s bedenk, so ist er selten glücklich.
IGHINO
(ruhig und schmerzlich)
Ich wusste wohl, du würdest also reden;
Drum sprach ich nie ein Wort mit dir davon,
Wie sehr ich mich auch sehnte, einer Seele
Mich anvertrau’n zu dürfen. Lieber Gott,
Sein Ruhm!... Sein echter Ruhm,
der still und mit der Zeit
Sich um ihn legte wie ein Feierkleid;
Sollt’ er dafür wohl gar noch dankbar sein?
Ein Heiliger für seinen Heil’genschein?
Und was hat denn sein Ruhm ihm eingebracht,
Als der Kollegen Neid und offne Niedertracht?
Sein einz’ges Menschenglück:
Familie, Ehe, Verbannte ihn
aus Papstes Gunst und Nähe.
Vor grösster Armut ist er kaum geschützt;
Nun sag mir doch, was dies Phantom ihm nützt:
er Ruhm, den andre fälschlich sich
erschleichen, die meinem Vater
nicht das Wasser reichen?
Und glaubst du,
dass er jemals etwas sagt,
Ein
Hauch der Lippe je sein Los beklagt?
Ein Menschenalter schuf und schuf er Werke
In unvermindert wunderbarer Stärke.
Bis dass ihn endlich traf der schwerste Schlag,
(tritt vor das Bild)
Bis
meine Mutter auf der Bahre lag.
Sie
starb, die nie der Gram darob verliess,
Dass
man ihn ihretwegen
aus
dem Amt verstiess,
Da
ward es still in ihm und leer.
Seit
ihrem Tode schrieb er keine Note mehr!
Er
scheint nicht mehr zu leben, altert früh,
Kaum,
dass er manchmal lächelt
– Silla,
sieh’:
Ich
selbst bin fröhlich, hab’ das Leben lieb,
Doch
nun erscheint mir alles auch so trüb’.
(Pause.
Silla setzt sich auf den
Schemel und
nimmt Ighinos Hand)
Ist
so zu reden, meinst du, wirklich Sünde? –
Ach
Gott – vielleicht sind all das nicht die Gründe.
Hast
du vom Leid der Welt noch nicht gehört,
Davon
die Dichter sagen?
SILLA
Nun,
und was?
IGHINO
Man
geht und weint, weil man geboren ist –
Ich
glaub’ – im Vater ist etwas davon.
(kurzt
bedrückende Stille)
SILLA
(springt
auf)
Lass
jetzt das Leid der Welt! – ’s wird alles besser,
Und
hör’ – damit du wieder lustig wirst:
Mir
liegt’s schon lange auf, dass ich dir spiel
Ein
Liedchen in dem allerneusten Stil: Hör’ zu!
(nimmt
die Geige)
IGHINO
Ach
lass!
SILLA
(Er
sieht verwundert auf Ighino)
Du
wirst doch nicht versagen,
Wenn
Kunstgenossen um dein Urteil fragen!
(Er
setzt sich auf den Stuhl vor der
Hausorgel,
mit
dem Rücken zum Hintergrund;
Ighino hört ihm, halb
auf der Lehne
des grossen Stuhles sitzend, zu)
„Schönste,
ungnäd’ge Dame,
Nymphe
mit Sternenaugen,
Des
treuesten Schäfers Klagen
Lass
erweichen dein Herz.
Im
elysischen Haine
Von
Hyazinthen ein Regen,
Nymphe
mit Sternenaugen,
Fliesse
auf dich und mich.
Schönste,
ungnäd’ge Dame,
Goldenhaarige“...
Dritte
Szene
(Kardinal
Borromeo und, hinter ihm, Palestrina
sind eingetreten. Ighino
hatte die Eintretenden
zuerst
bemerkt,
Silla mit leisem Schrei und Anstoss
aufmerksam gemacht, und sinkt
nun,
und mit ihm
der erschreckte Silla, auf
die
Knie; Borromeo hält
in der Tür an;
Palestrina
steht nun neben ihm.
Kardinal
Borromeo ist ein grosser Mann zwischen
40 und 50 Jahren, mit intelligentem
Gesicht und
leidenschaftlichen
Augen; Palestrina hat die
50
überschritten; er ist leicht ergraut,
zumal
an den
Schläfen. Ighino hat die
ängstlichen
Augen auf
die beiden
Männer gerichtet)
SILLA
Schönste,
ungnäd’ge Dame,
Goldenhaarige“...
(Kardinal
nagelte seine Augen auf Stuhl; es
fährt Ihnen, mit einer furchtbaren Geste
und
ein unterdrücktes Lachen; Ighino, beunruhigt,
hat seine Augen auf die
beiden Männer festgelegt)
BORROMEO
(Nach
einem schweren Stille)
Seltsamliche
Geräusche hört man hier
Im
Haus des strengen Meisters!
(zu
Palestrina)
Ist
das die Kunst, Praeneste, die Ihr lehrt?
PALESTRINA
(Leise)
Das
frag’ ich, Silla, dich!
(da
dieser betreten schweigt)
Geht
beide nun hinein
Und
morgen mit dem frühsten seid bereit
Den
Psalm zu üben – Seiner Heiligkeit
Küsst
nun die Hand.
Seid
fromm und still.
(Silla
und Ighino, erster mit Geige und Bogen,
gehen, nachdem sie Borromeo die
Hand geküsst
haben, leise und schnell
links ab)
PALESTRINA
(begütigend
zu Borromeo)
Das
ist die neue Zeit, die in ihm gärt;
Sie
macht ihn toll, doch glücklich.
Verzeiht
es, bitt’ ich, ihm nach Eurer Güte!
BORROMEO
Doch
– wenn ich’s nur verstünd’!
Was
hat der Knabe?
Wie
klangen diese Töne sündig doch!
Und
Ihr –
Ihr
scheint nicht sonderlich erstaunt.
So
wisst Ihr denn davon?
was
ist es – sprecht!
PALESTRINA
Ich
weiss –
doch
Silla glaubt, nichts wüsst’ ich noch.
(Siehe
mit Zuneigung, woher es
kam Silla)
Es
ist ein Junge, voll von Gottesgabe,
Zu
wehren ihm fühl’ ich in mir kein Recht.
BORROMEO
(ereifert
sich)
Ihr
droht ihm nicht einmal?
so
mild gelaunt?
Ihr
nehmt es, scheint mir, allzuwenig schwer!
PALESTRINA
Ach,
der Bedrohte bin nur ich, nicht er!
(ernster)
Die
Kunst der Meister vieler hundert Jahre,
Geheimnisvoll
verbündet durch die Zeiten
Zum
Wunderdom sie stetig aufzubau’n,
Der
sie ihr Leben schenkten, ihr Vertrau’n,
Und
der auch ich mein armes Dasein bot:
Ihm
dünkt sie abgegriff’ne alte Ware,
Er
glaubt sie überwunden, glaubt sie tot. –
Nun
haben Dilettanten in Florenz
Aus
heidnischen, antiken Schriften
Sich
Theorien künstlich ausgedacht,
Nach
denen wird fortan Musik gemacht.
Und
Silla drängt begeistert sich zu jenen
Und
denkt und lebt nur in den neuen Tönen.
Vielleicht
wohl hat er recht! Wer kann es wissen,
Ob
jetzt die Welt nicht ungeahnte Wege geht,
Und
was uns ewig schien, nicht wie
im
Wind verweht? –
Zwar
trüb’ ist’s zu denken –
kaum
zu fassen.
BORROMEO
Und
Ihr wollt’s so ruhig
gehen
lassen?!
Vergesst
Ihr, auf welchen Fels ist gebaut
Eure
eig’ne Kunst, der Ihr selbst nicht vertraut?
Vergesst
Ihr die starke Kirche? – Fürwahr,
Eure
Müdigkeit gibt mir Ärgernis gar!
(nach
einer Pausem milder; tritt zu Palestrina)
Ihr
scheint mir krank
in
eurer Seele
Seit
langem schon; besorgnisvoll
Fand
ich, worauf ich einzig zähle,
Das
Mittel, das Euch heilen soll.
Ihr
habt von Eures Geistes Gaben
Viel
Jahre nicht Gebrauch gemacht.
Bedenkt:
Die Engel halten Wacht
Und
wollen Lobgesänge haben;
Gott
selbst hat nun die neue Tat
Vor
Tausenden Euch zuerteilet;
Weshalb
anjetzt ich verweilet
Und
heimlich Euer Haus betrat.
PALESTRINA
Die
Gnade, die Ihr mir gewährt,
Drängt
mich, demütig Euch zu sagen,
Wie
dankbar ich – wie hochgeehrt!
BORROMEO
Nun
setzt Euch zu mir her und hört.
(Er
nimmt in dem grossen Lehnstuhl Platz.
Palestrina setzt sich auf den
Stuhl rechts)
Es
drohet nicht von eitlen Dilettanten,
Von
frechen Schülern dem wohl nicht Gefahr,
Woran
die zweimalhundert guten Jahr
Christliche
Meister ihre Mühe wandten.
Wir
fürchten uns da nicht so sehr.
Doch
der Sturm, er kommt! nur anderswoher;
Und
was der gesamten Kunst er droht,
Auf
einen Streich ist’s sicherer Tod.
Ihr
wisst, das heil’ge Konzil zu Trident
Neigt
sich zum gottgefälligen End’,
Nachdem
es achtzehn Jahre lang
Gestört,
bedroht und unterbrochen
Mühsam
durch Sturm
und
Not sich rang.
Nun
hat der Papst ein strenges Wort gesprochen;
Und
eh’ dies Jahr noch zu Ende mag geh’n,
Will
das Konzil er beendet seh’n.
Demnach
ist nun die letzte Session
Am
kommenden dritten Dezember schon.
Es
fehlt auch nur noch ein Dekret,
Das
auf manche inn’re Reformen geht.
Da
wird endgültig zum letzten Mal
Beschlossen
über das Ritual,
Katechismus,
Brevier, Fasten, Gebet,
Vornehmlich
aber über das Missal,
Ach,
unsre süsse, heil’ge Messe!
Die
neuen Irrungen, unhold dem Ohre,
Wem
lägen sie schmerlicher wohl im Sinn
Als
dem einstigen päpstlichen Kompositore
Und
mir, der ein Freund der Künste ich bin?
Profane
Texte, – gar lascive!
Üppig
weltliche Liedmotive!
Überladenes
Stimmgefüge,
Das
den echten Text unverständlich macht,
Wie
vielen hat’s Ärgernis schon gebracht!
Wir
kennen das Übel zur Genüge.
Anstatt
nun mit Eifer und klug zu sichten,
Die
faulen Glieder zu trennen vom Rumpf,
Will
Pius nun mit Stiel und Stumpf
Den
ganzen Körper auf einmal vernichten.
Zum
Gregorianischen Choral
Soll
alles wiederkehren.
Die
ganze Misuca figural
Die
Meisterwerke ohne Zahl,
Die
soll die Flamme verzehren!
Als
ich zuerst davon gehört,
Wie
kam da Schmerz in mein Gemüte!
Kleingläubig,
wer von Gottes Güte
Wohl
glaubt, dass sie dem Menschen wehrt
Die
Freude an der Schönheit Blüte;
Es
irrt wohl der, der solches lehrt,
Der
Sorge einzig zugekehrt
Dass
er die Seele hüte!
Wohl
müht’ ich jüngst
im
Konsistorium
Mit
Reden mich, ich bat die Kardinäle,
Dass
man kein gar so hartes Mittel wähle;
Doch
alle blieben meinen
Bitten
stumm.
Nun
aber hört das Glück,
von
dem ich euch erzähle!
(von
hier ab mit steigender Wärme)
Es
hat der Kaiser Ferdinand
Sich
selbst für die Musik verwandt;
In
einem langen Schreiben
Wünscht
er: es möchte bleiben
Aus
grosser Meister Zeit
Das
wohlerfund’ne Alte,
Weil
es den Geist der Frömmligkeit
Erwecke
und erhalte.
Nun
können die Herren nicht umhin,
Zu
handeln nach des Kaisers Sinn.
Und
nun auf einmal war mir’s leicht,
Mit
meinen Wünschen durchzudringen
Und
selbst den Papst dahin zu bringen,
Dass
er sich meinem Plane neigt;
Vernehmt,
wohin meine Gedanken gingen,
Und
was ich hab’ erreicht.
Die
Gegensätze all’ zu einen,
Die
dieser Zeiten Fährnis bringt,
Geläng’
wohl nur dem liebend-reinen,
Dem
Künstlergeist, der sie umschlingt.
Dass
nun die Andacht im Gefühle,
Die
unsert Geist zum Höchsten hebt,
Mit
holder Lust am Wunderspiele
Der
Töne sich zu eins verwebt:
Dies
soll ein Meisterwerk beweisen,
Das
allen Streit in sich versöhnt,
Das,
Gottes Herrlichkeit zu preisen,
In
künstlich reichen Formen tönt.
Es
fuhr wie Leuchten der Gedanke
Mir
durch den Sinn in höchster Not;
Nun
endlich fiel die letzte Schranke
Des
Widerstands, den man mir bot.
Wenn
denn ein solches Werk gelänge
– Dies
hat der Papst mir zuerkannt –
Dann
sei gelöst des Fluches Strenge,
Der
die gesamte Kunst noch bannt;
Der
neuen Messe Stil und Haltung,
Sie
sei fortan die feste Norm.
So
brächte dieses Werks Gestaltung
Der
Tonkunst Rettung und Reform.
(Borromeo,
während seines Vortrages
immer
begeisterter geworden, steht hier
auf;
mit ihm erhebt sich auch Palestrina)
Und
Ihr sollt diese Messe schreiben!
Wer
könnte solchen reinen Stil
Wohl
einem Werke einverleiben
Zugleich
mit kirchlichem Gefühl?
Auf,
Meister! Euch zum ew’gen Ruhme,
Zur
Rettung der Musik in Rom,
Der
höchsten Spitze Kreuzesblume
Setzt
auf der Töne Wunderdom!
(Palestrina,
der ruhig und aufmerksam, aber
ohne sonderliche Anteilnahme zugehört
hat,
beginnt nun nach einer kleinen
Pause)
PALESTRINA
Wie
schön ist, was Ihr sagt!
Und
welchen Blick gewährt es mir
In
Eure grosse Seele.
Wie
wünscht’ ich, dass Euch nimmer fehle
Der
Mann, der dieses Grosse wagt. –
Doch
zürnt nicht, wenn ich nicht verhehle:
Wenn
ich’s auch noch so gerne wär’ –
Ich
bin der Rechte nicht – bin’s nimmermehr!
BORROMEO
(ernüchtert,
bezwingt seine Verstimmung)
So
wenig inne seid Ihr Eurer Sendung?
Gewiss
– auch mag es sein,
Dass
von den grossen Meistern Roms
Wohl
mehr als einer leicht zu finden wäre,
Gewachsen
Euch an Wissenschaft und Geist,
Der,
hochbeglückt, und eingedenk der Ehre,
Das
Werk hinführte zur Vollendung,
Das
undankbar Ihr von Euch weist
In
töricht – unbegreiflicher Verblendung!
Die
Freundschaft, die ich für Euch fühle,
Das
Lob des Kenners Eurem Stile:
Ihr
schätzt sie wahrlich niedrig –
lohnt
mir schlecht!
PALESTRINA
(bescheiden)
Schlecht
lohnt’ ich Euch, erhab’ner Kardinal,
Wenn
ich Gedanken spriessend höchstem Sinn,
Der
gnädig lenkte nun auf mich die Wahl
Zur
Tat zu machen mich erdreisten wollte
In
dem Gefühl, dass ich unwürdig bin.
Denkt:
wenn der Augenblick nun da,
Und
Ihr das hochersehnte Werk nicht schaut,
Wie
mir derselbe Sinn dann grolllte,
Der
mir vorher so sehr vertraut!
BORROMEO
(vorwurfsvoll
und betont)
Ist
das Pierluigi Palestrina,
Der
unermüdlich schaffensfrohe Mann?
PALESTRINA
(leise
– wie für sich)
Er
ist’s nicht mehr. – Das Leben schlingt der Tod,
Das
graue Alter trinkt der Schönheit Rot,
Wie
wäre Künstlers schaffendes Organ
Nicht
auch dem Zeitlich – Trüben untertan?
BORROMEO
(heftig)
Ich
kann Euch nicht verstehn!
Nicht
mit Euch fühlen!
Ihr
gebt Euch auf – nun gut! Doch eins bedenkt:
Die
toten Meister heben ihre Hände,
Sie
rufen aus dem Grabe:
„Rette,
rette,
Ach,
wer errettet unsere Musik?!
Unheilig
und vernichtet sie wie wir!
Mit
unsern Werken schwindet
unsre
Seligkeit!“
Lässt
Euch das auch in Ruh’?
PALESTRINA
(leise
lächelnd)
Ach,
hoher Freund,
Wer
weiss gewiss, was tote Menschen fühlen?
BORROMEO
Ei
hört – ei hört!
Bedenklich war der Satz!
(immer
gereizter, da Palestrina schweigt)
Wenn
denn in Eurem Herzen keine Liebe
Für
jene, denen Ihr so viel verdankt,
So
wisst nun fernerhin:
auch
Eure Werke
Sind
der Vernichtung Raub;
der
Scheiterhaufen
Steht
schon bereit für alle!
PALESTRINA
(immer
gleich ruhig)
Sei’s
darum.
BORROMEO
(kurz
und scharf)
Und
wenn’s der Papst befiehlt?
PALESTRINA
(wie
vorhin)
Er
kann befehlen,
Doch
niemals meinem Genius –
nur
mir.
BORROMEO
(schlägt
die Hände zusammen)
So
spricht denn Gott nicht mehr in Eurer Seele!
PALESTRINA
(leise)
Ich
glaube – nein!
BORROMEO
(völlig
unbeherrscht)
So
also steht’s mit Euch!
Der
fromme Meister lästert!
Hört
doch! Hört!
Nun,
nun, ich sag’s Euch, dass ihr’s noch bereut!
Mit
solcher Bosheit lohnt Ihr treues Sorgen!
Nun
– Ihr bereut es noch! –
Ich
reise morgen!
Eilpferde
stehen schon für mich bereit,
Um
nach Trident zu jagen. Nun, ich geh’!
Nach
Schwefel riecht’s in Eurer Näh’!
(geht
in heftigstem Zorn ab)
Vierte
Szene
(Palestrina
hat dem letzten Ausbruch, der ihm
doch
unvermutet kam, bestürzt zugehört, es
sieht
dem Borromeo eine Weile
gedankenvoll
nach;
dann wendet er
sich zurück traurig – gefasst)
PALESTRINA
Der
letzte Freund,
der
mir noch wohlgesinnt,
Nun
geht auch er –
und
hat nur Groll um das,
Was
widerstrebend ihm mein Leid gestand.
O
wüsstest du, du wohlgeborg’ne Seele,
(auf
seine Brust deutend)
Was
hier noch alles flüstert,
reden
möchte,
Welch
dunklere Gedanken, unheimliche –
Für
mich der Holzstoss wär’ dir noch zu mild!
Wie
fremd und unbekannt
sind
sich die Menschen!
Das
Innerste der Welt ist Einsamkeit.
Man
fühlt es nicht im frohen Rausch
der
Jugend,
Im
Taumel der Gewohnheit; der Bewegung,
Zu
der das Leben unaufhörlich peitscht.
Doch
wer verwundet an der Strecke liegt,
Sich
nicht mehr rühren kann,
und
nur noch schaut, –
Dem
rasen sie vorüber, fremde Larven,
Verfolgend
halb und fliehend, Wut und Angst
Im
ziellos aufgeriss’nen Blick. –
Wie
schrecklich,
Sich
plötzlich einsam tief im Wald zu finden,
Wo
in der Finsternis kein Ausweg ist.
So
in der Mitte find’ ich mich des Lebens,
Verstehe
nicht, wie je ich schaffen konnte
Wie
je ich mich erfreute, wie je ich liebte.
(Er
steht vor dem Bild der Lukrezia)
Lukrezia!
– Als du mir noch im Leben,
War
ich geborgen. Ja, da sprang der Quell,
Und
weil er sprang, war mir das Leben wert.
Warum
war stark genug mein Lieben nicht,
In
meiner Nähe ewig dich zu halten?
Armseliges
Gefühl! – Mit Trauer weiss ich,
Dass
auch Ighinos Liebe mich nicht hielte.
(Er
setzt sich langsam und innerlich müde
in
den grossen Lehnstuhl am Tisch
Jetzt
werden sichtbar ersten Auftritte)
Mein
guter Knabe – ach, wie lieb’ ich ihn!
Und
doch – den allerletzten,
finstern
Schritt Nicht, weil er sündig,
unterliess’
ich ihn,
Nur,
weil er sinnlos – gänzlich sinnlos ist.
(Pause;
er greift verstört und zerstreut nach
den Notenblättern auf dem Tisch
vor ihm)
– Soll
wieder Noten schrerben – eine Messe, –
Ein
grosses Werk, – ein „ew’ges“, wie man sagt.
Ob
ich’s vermag? –
Der
Priester drohte mir
Vernichtung
meinen Werken! Ob die Flamme
Sie
rasch, oder die Zeit sie langsam frisst,
All’
eins, und sinnlos alles, alles, alles!
Wozu
das ganze Schaffen,
Freuen,
Leiden, Leben?
Ob
ich’s vermöchte? – Nein, ach nein! Wozu,
Wozu
das alles – ach wozu – wozu?
(Er
vergräbt in tiefer Verzweiflung den Kopf
in
die vor sich auf den Tisch gestreckten
Arme.
Mittlerweile sind in dem
geisterhaft violetten Licht,
welches die
einbrechende Nacht in dem Raum
verbreitet
hat, Gestalten aufgetaucht; sie kamen
lautlos und langsam aus dem – ganz
dunklen –
Hintergrund geschritten und
umgeben nun stehend
Palestrina. Sie
sind in verschiedenen – spanischen,
niederländischen,
italienischen, deutschen,
französischen – Trachten und scheinen
aus
verschiedenen Jahrhunderten
den Vor-Palestrina
Zeit
zu
stammen. Das älteste – etwa 13. –
Jahrhundert
ist durch eine Erscheinung im
Mönchskleid repräsentiert. Dabei sind
sie in
verschiedenen Lebensaltern, vom
Jüngling bis zum
Greis; auch in vornehmen
und geringen Kleidungen:
Es sind die verstorbenen Meister der onkunst
vergangener Epochen, Palestrinas
grosse Vorgänger)
Fünfte
Szene
(Bei
den letzten Worten Palestrinas schon einige
Zeit
angelangt, unbeweglich stehend, und den
fremd
lächelnden Blick auf ihn geheftet, beantworten
sie sein laut ausgerufenes:
„Ach
wozu – wuzu.“
DIE
MEISTER
Für
Ihn, – Sein Wesen will’s.
Er
muss; so musst auch du.
PALESTRINA
(fährt
mit dem Kopf in die Höhe; beim Anblick
der
Erscheinungen erschrickt er kaum;
das erste
Anstarren verwandelt sich
bald in eine glücklichere,
weichere Miene;
er flüstert, immer noch von ihrem
Anblick
gebannt)
Vertraut
– von je vertraut –
Aus
unversunk’ner Zeit! –
DIE
MEISTER
(lächeln,
leise zustimmend, mit
kaum merkbarem
Kopfnicken)
Vertraut
– vertraut auch du –
Auch
du uns – uns vertraut.
PALESTRINA
(in
Aufregung)
Mir
ist – ich lebe –
und
ihr schwindet nicht? –
Dies
Lächeln noch –
im
Ohr der Worte Ton –
Einst
war mir doch – – mir war –
starbt
ihr nichr schon?
(Die
Meister lächeln
und nicken.
Palestrina
zu
einem der Meister)
Ich
kenne dich – Josquin, du Herrlicher,
Lass
deine Hand mich –
EIN
MEISTER
(in
höfischer, burgundischer Tracht,
15.
Jahrhundert; unbeweglich)
Gruss
dir, Pierluigi!
PALESTRINA
(fast
lebhaft, zu einem anderen)
Und
du
Tedesc’
Enrico nannt’ ich dich
So
gern!
EIN
ANDERER MEISTER
(deutsche
Tracht, 15. Jahrhundert, unbeweglich)
Mein
Bruder, sei gegrüsst!
ALLE
MEISTER
(leise)
Wir
grüssen dich, Pierluigi!
PALESTRINA
In
welches Reich denn, welches wunderbare
Bin
ich getaucht? – – Vergraben nun schon lang,
Doch
einst so heiss: ein jugendlich Verlangen
Erfüllt
sich mir in dieser Stunde Grau’n.
Euch
darf ich schau’n,
Geliebte
Götter meiner Blütenjahre,
Ihr
Meister! Freunde meiner Manneszeit.
Ach,
wenn ihr ihm verständlich seid:
Enthüllt
dem armen Geist, in Sterblichkeit befangen,
Ihr
Schatten, ob ihr wirklich – wirklich – seid!
DIE
MEISTER
Wir
sind – wir sind, Pier – wir
sind.
PALESTRINA
(traurig)
Ach
wohl! – mein Blick ist schattenhaft, ich weiss!
Was
trennt mich doch die harte Todeswand
Zu
sein wie Ihr – mit Euch
– in
Eurem Land,
Zu
treten in der Hochgestimmten Kreis!
DIE
MEISTER
Aus
weiter Ferne sehen wir dir zu;
Dein
Werden freuet uns, dein Wachsen, Dehnen.
Der
Kreis der Hochgestimmten ist voll Sehnen
Nach
jenem, der ihn schliesst: Erwählter du!
PALESTRINA
(schmerzlich)
Nicht
ich – nicht ich –
schwach
bin ich, voller Fehler.
Und
um ein Werden ist’s in mir getan.
Ich
bin ein alter,
todesmüder
Mann
Am
Ende einer grossen Zeit.
Und
vor mir seh’ ich nichts als Traurigkeit –
Ich
kann es nicht mehr zwingen aus der Seele.
DIE
MEISTER
(lachen
still zueinander)
Hm
– hm – hm – hm
Er
weiss noch nicht – er weiss nicht, dass er muss,
Er
weiss es besser –
EIN
MEISTER IM MÖNCHSKLEID
Pierluigi,
löcken
Wider
den Stachel ist Vermessenheit!
PALESTRINA
(ergriffen)
Wohl
weiss ich, dass auch
ihr
einstmals in Nöten
Und
bitterem Verzicht auf Erden rangt.
Der
neuen Kraft war mir’s oft einz’ge Quelle,
Und
mehr hab’ innigem Versenken ich verdankt
In
gleicher Seelen ähnliches Erleiden
Als
je mir Glauben, Hoffen half und Beten.
Doch
nun ist reif der Wunsch,
von
hier zu scheiden.
Wo’s
in mir blühte, ist jetzt tote Stelle
Und
meine Harfe hing ich in die Weiden.
Ihr
lebtet stark in einer starken Zeit
Die
dunkel noch im Unbewusstsein lag
Als
wie ein Korn in Mutter Erde Schoss.
Doch
des Bewusstseins Licht, das tödlich grelle,
Das
störend aufsteigt wie der freche Tag
Ist
feind dem süssen Traumgewirk,
Dem
Künsteschaffen;
Der
Stärkste streckt vor solcher
Macht
die Waffen.
Entschwunden
ist die Kraft, die einst so gross;
Mit
off’nen Augen in des Lebens Rachen
Will
flieh’n ich aus der Zeit und von dem Tross
Der
Menschen, welche mit der Zeit erschwachen.
DIE
MEISTER
(lachen
wieder, wie vorhin)
Hm
– hm – hm – hm – – Er weiss noch nicht –
er
weiss nicht, dass er kann.
Er
weiss es besser – erdbefang’ner Mann,
Dein
Erdenpensum ist noch nicht getan!
PALESTRINA
(stark,
aufbäumend)
Ich
will nicht – will nicht! Hört! Ich will
es nicht!
DIE
MEISTER
(nicken
bedeutend zueinander, einzeln)
Die
Wachstumsschmerzen sind’s! –
Es
kommt vom Werden.
Die
letzte Häutung – ’s ist die Mutation.
PALESTRINA
(ruhiger
für sich)
Was
einst mir höchstes Glück –
nun
dumpfe Pflicht.
Kein
Trost im Himmel –
keiner
auf der Erden.
DIE
MEISTER
(zu
Palestrina)
Nicht
in dem Himmel, auf der Erde nicht
Kann
jemand Trost dem Andern geben,
Als
durch sein Sein; und, liebes Kind,
Wir
sind, – wir sind, –
wir
sind.
Und
so, wie du nun musst,
so
mussten wir im Leben.
Du
wirst und musst!
PALESTRINA
Und
wer befiehlt’s?
DIE
MEISTER
Der
alte Weltenmeister
Der
ohne Namen ist;
der
gleichfalls untertan
Uraltem
Wort am Rand der Ewigkeit.
Er
schafft sein Werk, wie du das deine,
Er
schmiedet Ringe sich, Figuren, Steine
Zu
der schimmernden Kette der Zeiten
Der
Weltbegebenheiten.
PALESTRINA
(nach
einer Pause, leise)
Wann
endlich wird auch mir Vollendung sein?
DIE
MEISTER
In
dir, Pierluigi
Ist
noch ein hellstes Licht;
Das
erstrahlte noch nicht.
Ein
letzter Ton noch fehlet
Zum
klingenden Akkord;
Als
der ertönst du dort.
Den
Schlusstein zum Gebäue
Zu
fügen sei bereit;
Das
ist der Sinn der Zeit.
Wenn
du dein ganzes Bild aufweist,
Wenn
dein’ Gestalt vollkommen,
So,
wie sie war entglommen
Von
Anbeginn im Schöpfergeist:
Dann
strahlst du hell, dann klingst du rein,
Pierluigi
du,
An
seiner schönen Ketten
Der
letzte Stein.
PALESTRINA
(wieder
nach einer Pause; mit
leisem Schauer)
Warum
das ganze Spiel? –
Wenn
das nicht wäre,
Was
wäre dann? – Warum das ganze Spiel?
DIE
MEISTER
(strecken
wie zur Abwehr dieser
Frage die
Hände aus hart)
Dein
Erdenpensum, Palestrina,
Dein
Erdenpensum schaff’!
(Sie
verschwinden langsam in
dem Hintergrunde)
PALESTRINA
(erschrocken)
Weh’
– lasst mich nicht
Allein
in dieser rätselvollen Leere! –
Wie
schwindet ihr so bleich –
DIE
MEISTER
(im
Verschwinden, milder, fast traurig)
Dein
Erdenpensum, Palestrina –
dein
Erdenpensum –
(Sie
verschwinden völlig)
Sechste
Szene
(Der
diese ganze (fünfte) Szene im Stuhl
verblieben,
sitzt nun aufrecht, nicht angelehnt,
mit geschlossenen Augen; es
ist vollständig dunkel;
alsbald nach
Verschwinden
der Geister beginnt er,
leise
und von Schauer umfangen)
PALESTRINA
Allein
in dunkler Tiefe Voll Angst ich armer
Mensch
Rufe laut nach oben.
ERSTER
ENGEL
(auf
der Rücklehne des Stuhles, von Palestrina
ungesehen,von hellem Schein
beleuchtet, sitzend)
Kyrie
– Kyrie eleison!
PALESTRINA
(ergreift
mechanisch die Feder und singt)
Kyrie
eleison.
Ist
wo ein Liebesquell?
Wenn
nicht auf Erden
Er
warm ins Herz mehr fliesst,
Ach,
wo ergiesst
Er
lind sich dem Müden?
Was
erschliesst,
Was
sich dem suchenden Blick?
Wer
bringt der Frieden?
ZWEITER, DRITTER ENGEL
(auf
der kleinen Hausorgel, hellbeleuchtet,
sitzend)
Christe
– Christe eleison.
PALESTRINA
(lässt
die Feder nicht mehr aus
der Hand
schreibt und singt)
Christe
eleison.
(Von
hier ab bevölkert sich die Stube mit
Engelsgestalten.
Alle
erscheinen in Beleuchtung.
Palestrina
sind sie wie alle folgenden
Erscheinungen nicht sichtbar)
CHOR
DER ENGEL
Credo
in unum Deum,
Patrem
omnipotentem.
PALESTRINA
Allmächtig... geheimnisvolle Kraft!
Wie
durch die eigne Brust
Selig
nun zieht
Allmächt’ge
Schöpferlust,
Ewiges
Hohelied!
Wunder
ist Möglichkeit,
Allwo
sie weit Welten erschafft!
(Es
erscheint die Gestalt der Lukrezia;
sie schmiegt
sich nah an Palestrina.
Mit
Zuneigung befindet erscheint)
LUKREZIA
Nah
war ich dir
In
Nöten des Lebens;
Nah
bin ich dir
Im
Frieden des Lichts;
Frieden
auch dem auf Erden,
Der
guten Willens ist.
ERSTER,
ZWEITER, DRITTER ENGEL
In
terra pax hominibus bonae voluntatis.
PALESTRINA
Liebes
Mysterium!
Fühle
durch tiefe Nacht
Durch
Wonnen der Geistesmacht
Seliges
Meschentum
Innig
vertraut.
Liebender
Laut –
LUKREZIA
Frieden
auch dem auf Erden,
Der
guten Willens ist.
ERSTER,
ZWEITER, DRITTER ENGEL
In
terra pax hominibus bonae voluntatis
(Die
Decke scheint sich zu öffnen; die Hinterwand
schwindet; man
sieht eine ganze Glorie von
Engeln
und Himmel, die die
ganze Bühne füllt, so dass nur
eigentlich
Palestrina dunkel bleibt)
LUKREZIA
Frieden!
(Hier
beginnt die Gestalt der
Lukrezia zu verbleichen)
PALESTRINA
Zu
überschwenglichem Glück
Bin
ich erhoben!
Erdenruhm
bleibt tief zurück.
Selig
nur den Dankesblick
Send’
ich nach oben,
Innig
zu loben
Die
ewige Liebesmacht,
Die
den Frieden gebracht.
Den
Frieden –
CHOR
DER ENGEL
(Die
drei Solisten mit den Sopranistinnen)
Gloria
in excelsis Deo,
Gratias
tibi!
Laudamus
te!
Glorificamus
te!
Dona
nobis pacem!
(Nach
dem Höhepunkt der Steigerung, beim
„Gloria in excelsis“, hat zugleich mit der
Stärke
des Gesanges die Helligkeit der
Beleuchtung
nachgelassen. Während der
letzten Gesangstakte
schon verschwinden
alle Erscheinungen, auch die
der Lukrezia, gänzlich dem Blick. Das
Zimmer ist
wieder wie vorher, doch nicht
wie am Anfang dieser
Szene finstere Nacht,
sondern anbrechender Morgen.
Von
ferne hört man mit zunehmender Stärke
die
Glocken des erwachenden Roms. Palestrina
war
nach den letzten Noten der Messe
wie erschöpft in
den Sessel zurückgesunken;
der rechte Arm hängt
herunter, die Feder ist seiner Hand entfallen;die
Notenblätter liegen auf dem Tisch
und Boden
zerstreut.
Er
schläft tief. So verbleibt er bis zum
Schluss
des Aktes)
Siebente
Szene
(Dann
erscheint plötzlich Silla an der Türe, er
winkt,
nachdem sein Blick auf den schlafenden
Meister
gefallen, dem noch nicht sichtbaren
Ighino,
beide
wollen mit Singebüchern zur
Morgenübung kommen)
SILLA
(Leise)
Ighino,
sieh doch, komm herein!
IGHINO
(tritt
auf, erschrickt beim Anblick des Vaters)
Mein
Vater – Silla, was geschah?
SILLA
Nichts,
nichts! – Du siehst, er schlief nur ein.
Ighino,
aber sieh’ doch da!
(Er
hat die beschriebenen Notenblätter bemerkt
und sammelt sie leise vom Tisch
und Boden auf)
IGHINO
Ach
Silla, welches Glück!
Er
hat etwas geschrieben!
SILLA
Die
ganze Nacht wohl ist er wach geblieben!
(Sie
gehen mit den Blättern ans Fenster, um
beim Scheine des Morgenlichts das Geschriebene
zu lesen; sie blättern und
lesen eifrig)
Die
alte Art – doch nicht so schwer.
IGHINO
Es
scheint mir ganz besonders schön.
Aus
jeder Note spricht doch er!
SILLA
(bedenklich)
Jedoch
– kaum ist es zu versteh’n –
’ne
ganze Messe, wie ich merk’!
Der
alte Mann, und
eine einz’ge Nacht –
Ich
glaube nicht, dass grade dieses Werk
Dem
alten Meister grosse Ehre macht.
(Die
Glocken klingen stark)
ZWEITER
AKT
Vorspiel
(Trident;
eine grosse, saalartige Vorhalle im
Palast des
Fürstbischofs Madruscht. Schönen
und sonnigen Tag im Spätherbst, die Morning.
Die
Halle ist nahezu fertig zu der Abhaltung
einer
letzten gemeinsamen Vorberatung vor
einer
feierlichen Session, zu einer sogenannten
„Generalkongregation“
hergerichtet. Auf
beiden
Seiten der Bühne laufen
zwei Halbkreise von Bänken
und
Stühlen, die für die Kardinäle,
Kardinallegaten
und Nuntien bestimmt
sind. Auf
der Bühne sind
zunächst
Kardinallegat
Bernardo Novagerio, in
seiner Nähe, der Zeremonienmeister
Ercole Severolus)
Erste
Szene
(Eine
Anzahl italienischer und deutscher
Diener sind
damit beschäftigt, die Herrichtung
des Saales
zu beendigen)
SEVEROLUS
(zu
den Dienern)
Noch
eine Bank!
Und
schnell!
Die
Italiener alle hier!
(er
weist mit dem Stab auf die linke Seite
der Bühne)
Sind
heut’ in grosser Mehrzahl!
NOVAGERIO
(winkt
den Zeremonienmeister näher zu
sich heran)
Den
Tisch des Massarell’
In
meine nächste Nähe!
(Er
zeigt mit den Augen auf ein Tischen mit
daraufstehendem, kleinem, tragbarem Schreibpult,
das noch in der Mitte der
Bühne herumsteht)
SEVEROLUS
Es
soll gescheh’n; verstehe.
(mit
Vertraulichkeit)
Und
sagt: des Grafen Luna Thron
(er
zeigt auf den Stuhl, auf dem Novagerio
sitzt)
Steht
er auch recht zur Stell’?
NOVAGERIO
(behaglich
im Stuhl)
Ercole,
sieh, ich prüf’ ihn schon!
Doch,
dünkt dich nicht vermessen,
Dass
ich den stolzen Ehrensitz
Des
Spaniers warmgesessen?
Und
wirst mich nicht verraten?
SEVEROLUS
(auf
den Ton plump eigehend)
O
Gott! gefährlich wäre das;
Dem
Spanier, den Herrn Legaten!
NOVAGERIO
Doch,
ohne Scherz: kein Rangstreit heut!
Noch
morgen bei der Session.
Ihn
zu vermeiden, dulden wir
Die
Farce mit dem Stuhl,
Die,
sorge ich, die Völker
Nur
zum Gelächter reizen wird
Und
die Franzosen gar zum Zorn.
SEVEROLUS
Ja,
ja, ich sag’s, die Spanischen!
Stets
Hindernis und Dorn.
(Er
gibt nun den Dienern die Anweisung,
den
Tisch nah zu den Stühlen der Legaten
zu stellen, was sogleich geschieht)
NOVAGERIO
(erinnernd)
Und
die Parole: „Schnell zum Schluss!“
SEVEROLUS
(kommt
wieder nah zu Novagerio)
Zwei
Stunden sprach Lainez jüngst;
Wenn
wir zum Ende wollen,
Und
wieder sie so lange sprechen:
Soll
ich dann unterbrechen?
NOVAGERIO
Das
tu!
Doch
kommt es heute
Von
selbst wohl nicht dazu.
Nun
ruf mir noch die Diener her!
SEVEROLUS
(winkt
den Dienern)
Hierher!
Der hochehrwürdge Herr
Hat
euch etwas zu sagen.
(Die
Diener kommen und
stellen sich vor Novagerius
auf)
NOVAGERIO
(mit
Schad Ton)
Kennt
ihr den grünen Turm?
Und
kennt ihr auch die Wiege drin?
Die
Kinder, die darin man wiegt,
Schreien
sehr laut, und gar nicht vergnügt,
Wenn
ihr wieder euch stecht und haut,
Wie
neulich erst auf der Strasse,
Dass
mancher der frommen Väter
Vor
Angst sich nicht aus dem Hause getraut,
So
wisst ihr nun, wie’ euch ergeht:
Christof
Madruscht keinen Spass versteht!
Da
kommt er selbst.
(er
steht auf)
– Haltet
ihr Ruh’, Gelobt ihr mir’s?
DIE
DIENER
Wir
schwören’s zu.
Zweite
Szene
(Es
tritt der Fürstbischof Kardinal Chr. Madruscht
auf,
ein starker Mann, der trotz seiner geistlichen
Kleidung
mehr den Eindruck des Kriegsmannes,
des
Edelmannes macht. Er
ist ernst und verstimmt;
Novagerio geht ihm, der
nun die Stufen
herabgestiegen ist, sehr heiter und
freundlich
entgegen. Begrüssung und Händedruck:
sie
kommen nach
vorn)
NOVAGERIO
Morone
ist von Innsbruck schon herein?
MADRUSCHT
(ernst)
Noch
nicht. Für eine blosse Höflichkeit,
Versicherungen,
Grüsse an den Kaiser
Vom
Papst gesendet – einunddreissig Tage –
Traun
– eine lange Zeit!
NOVAGERIO
(immer
sehr verbindlich und heiter)
Zu
langen Reden ist ja gar kein Grund.
Was
soll’s denn noch?
Wir
sind ja einig, Freund;
Und
hat dem Kaiser, seinem liebsten Sohn,
Der
Heil’ge Vater alles nicht gewährt?
Nicht
in Bologna, seiner lieben Stadt,
Nein,
in Trident, der deutschen, unbequemen,
Schliesst
das Konzil;
und
dass es schliesse, ist
Der
Wunsch, der heisse, von uns allen;
ach,
Der Euere doch auch!
Die
ganze Christenheit
Seufzt
nach dem endlichen Beschluss.
Ich
hoffe nicht, dass Ungemach der Reise
Morone
aufhält –
(er
sieht nach dem Wetter)
MADRUSCHT
(zeigt
höhnisch nach dem draussen
zunehmenden
Sonnenschein)
Nun,
die Witterung
Der
letzten Tage kann nicht Ursach’ sein.
NOVAGERIO
(begeistert)
Ach
ja, ein schöner Tag! Ein Gottestag,
Ein
wunderschöner! Möge diese Sonne,
Wie
sie durch Herbstesnebel siegreich bricht,
Für
uns’re Hoffnungen symbolisch sein!
MADRUSCHT
(will
ärgerlich auf sein Thema zurückkommen)
Doch
was Morone und den Kaiser angeht,
So
muss ich doch wohl sagen –
NOVAGERIO
(hat
schon Borromeo erblickt, der soeben, von
einigen italienischen Bischöfen und Theologen
umgeben, langsam vom Hintergrunde
her auftritt)
Borromeo!
(Er
eilt ihm entgegen und begrüsst ihn)
MADRUSCHT
(für
sich)
Ein
Italiener mehr!
Verdammt, und nicht der Dümmste!
(Novagerio
kommt mit Borromeo vor. Madruscht
und Borromeo begrüssen sich
nun auch)
NOVAGERIO
(zu
Borromeo)
Nun,
wie verbrachtet Ihr die erste Nacht
Nach
langer Reise,
angestrengtem
Ritt?
BORROMEO
(freundlich)
Ich
bin schon ausgeruht.
(zu
Madruscht)
’s
ist eine schöne Stadt
Und
wohlgehalten. Wahrlich, sehr verdient
Macht
Ihr Euch doch, Hochwürden, um das Werk,
Um
dessen guten Ausgang all’ wir beten.
MADRUSCHT
(immer
ernst)
Ein
jeder tut dazu, soviel er kann.
NOVAGERIO
Allzu
bescheiden seid Ihr, Freund Madrucci!
BORROMEO
Das
ist besonderes Verdienst ja immer.
MADRUSCHT
(zu
Borromeo)
Wollt
Ihr Euch nicht erfrischen?
Wein
und Früchte?
BORROMEO
Die
Segnungen des schönen Fleckchens Erde,
So
freundlich mir geboten, will ich nicht
Zurücke
weisen.
MADRUSCHT
(zu
den noch umherstehenden Dienern)
He,
Früchte, roten Wein!
(zu
Novagerio und Borromeo)
Doch
mich entschuldigt jetzt.
NOVAGERIO
Wie
ungern!
BORROMEO
O,
warum?
MADRUSCHT
Verzeiht
– Neuangekommene
In
grosser Zahl, Ihr seht, muss ich begrüssen.
(Er
geht in den Hintergrund des Saales, wo
sich
schon eine Anzahl Geistlicher, namentlich
Italiener,
eingefunden haben. Novagerio
und Borromeo im
Vordergrund)
Dritte
Szene
BORROMEO
(leise
sondierend zu Novagerio)
Ein
liebreich würd’ger Herr, der Fürstbischof.
NOVAGERIO
(sieht
Borromeo an)
Dem
Kaiser zugetan mit Seel’ und Leib.
BORROMEO
(begegnet
dem Blick)
Empfindlich
wohl, was Majestät betrifft?
NOVAGERIO
(sicher)
Wie
diese selbst: misstrauisch und verstimmt.
BORROMEO
(lächelnd)
Ein
wenig wohl mit Grund?
NOVAGERIO
(verständnisvoll
bejahend)
Damit
es ganz gelinge
Wär’
es wohl gut, da wir allein,
Dass
diesen Augenblick wir nützen!
Drum
lasst uns niedersitzen;
(inzwischen
haben vier Diener ein kleines
Tischchen,
zwei Stühle, reichlich Früchte, roten
Wein in schöner Kristallkaraffe und Gläser
gebracht; sie setzen alles ganz vorne
ins Gärtchen
und entfernen sich wieder.
Novagerio und Borromeo
nehmen an
dem Tischchen Platz)
Und
hier bei Früchten, rotem Wein
Vernehmt
die heutige Parole:
„Schnell
zum Beschluss.“ Das soll sie sein.
BORROMEO
(schenkt
den Wein in die Gläser)
Der
frommen Christenheit zum Wohle!
Mög’
so das Blut der Ketzer fliessen.
NOVAGERIO
(bedient
Borromeo und sich mit Früchten)
Und
dass die Früchte, lang gereift,
Wir
endlich brechen und geniessen!
(sie
trinken und naschen von den Früchten)
BORROMEO
Beim
Kaiser doch, was tut Morone?
NOVAGERIO
Je
nun – von hier ihn fernehalten
Und
glätten alle Stirnesfalten
Des
Unmuts, der sich ihm gehäuft.
Von
Rom die Königskrone
Bestätigt
er auf Papstes Treu’
Dem
jungen Max, des Kaisers Sohne,
Der
heimlich neigt zur Ketzerei.
BORROMEO
Schlimm
wär’ es, wenn er überträte.
NOVAGERIO
Oh,
die Gefahr nicht abzuseh’n;
Ein
Schirmherr würde da ersteh’n
Der
Lutherpest, der Teufelskröte.
Doch
so –
(leiser)
Der
spanische Königsthron,
Mit
ihm der Traum der Weltherrschaft
Über
alles katholische Land,
Lockt
jetzt den Vater und den Sohn,
Steht
vor der beiden lüsternem Blick
Und
hält den heftigen Ferdinand
Von
übereiltem Schritte zurück.
Viel
hat er uns zedieren müssen;
Doch
seine Rache, des Sohnes Glauben,
Sind
dem alten Fuchse die sauren Trauben.
(er
hebt eine Traube und lässt sie
wieder fallen)
Er
lässt sie hängen, die schönen, – süssen!
BORROMEO
Die
christkatholische Weltherrschaft
Ein
Ziel für höchsten Herrschers Kraft;
Fürwahr!
Und mit Rom ein gewaltiges Band!
NOVAGERIO
Doch
trau’ ich nicht seinem hitzigen Groll;
Und
dass die Deutschen, die so ihn lieben,
Von
der Synode sind fortgeblieben,
Das
wurmt ihn mehr, als man merken soll.
Drum
gilt es: was an Besserungen
Und
Wünschen sonst er ausbedungen
Ihm
unbedenklich zu gewähren.
BORROMEO
(bedenklich)
Gewicht’ge
Punkte sind dabei:
Reform
an Papst und Klerisei.
Der
Laienkelch,
und
Kompromisse noch sonst –
NOVAGERIO
Ei,
muss ich Euch belehren?
Wisst
doch: Auslegung der Beschlüsse
Behält
der Papst sich vor allein.
Zur
Sorge hierin ist kein Grund;
Die
Dogmen, seht Ihr, stehen fest.
Und
was wir sonst erreicht zur Stund’,
Verschlingt
den leicht gewog’nen Rest.
Darum
zum Schluss – nur schnell zum Schluss!
Der
Papst, der will – der Kaiser muss.
BORROMEO
So
wird, was in den letzten Wochen
Er
neu begehrte, heut’ besprochen,
Und
so der ersehnte Schluss erreicht?
Womit
beginnt man?
NOVAGERIO
Was
man leicht
Und
sicher durchzusetzen gedenkt:
Zuerst
kommt die Frage der Kirchenmusik,
Dann
wird zu Wicht’gerem eingelenkt.
Nun,
würd’ger Freund, das ist ja Eu’r Fall!
Als
Ihr damals erfochtet den Sieg
Über
unsere Meinungen all,
Nicht
ahnt’ ich da, wie um den Kirchenton
Die
Sorg’ einer ganzen Situation
Zu
Hilfe noch käm’; nun könnt Ihr Euch freu’n!
Führwahr,
Eu’r Verdienst ist kein geringes,
Ihr
seid der Retter des Kunstgesinges
Und
verbindet Euch die Kirch’ und den Thron!
Die
Messe muss
nun
auch fertig sein;
Wie
steht es mit der Komposition?
Es
ist schon alles herum verbreitet
Und
Eurer Beschützung der Mehrstimmigkeit
Ein
einstimmiges „placet“ verbereitet.
BORROMEO
Da
seht Ihr mich nun in Verlegenheit.
Mit
der Messe ist’s noch nicht so weit.
NOVAGERIO
(erstaunt)
Stand
alles doch fest schon, wie das Amen –
Der
Mann war gefunden –
(suchend)
Ihr
nanntet den Namen –
BORROMEO
’s
ist Palestrina – er leitet den Chor
Zu
Rom in Santa Maria Maggior’;
Kaum
mag ich es sagen,
nie
hätt’ ich’s vermeint –
Meinen
Plan, meinen Wunsch –
er
hat ihn verneint.
Ich
selbst kam zu ihm – ich tat ihm die Ehr’
Und
stellte des hohen Auftrags Begehr.
Doch
hat ihn der herrliche Ruhm nicht gelockt,
Er
blieb wie vom Teufel besessen – verstockt.
Selbst,
dass es der Heilige Vater begehrt,
Erschien
ihm nicht der Fleissigung wert.
Und
meinem Vertrauen beschert er zum Lohn
Nur
schweigenden Trotz – nur bösen Hohn!
NOVAGERIO
(empört)
Der
Musikus – was, der Chorist?
Da
seht, wie alle Kunst vom Teufel ist!
So
zwingt ihn doch!
BORROMEO
(leidenschaftlich)
Meint
Ihr, ich lasse spassen
Mit
mir? Ich hab ihn greifen lassen!
Und
täglich nun erwart’ ich den Bericht,
Ob
das Gefängnis seinen Trotz wohl bricht.
NOVAGERIO
So
recht! Doch nun voran, denn seht:
Der
heilge Pius, der Euch so gewogen,
Er
würde rasen, wenn Ihr ihn betrogen.
Und
gar die Kaiserliche Majestät!
Das
Werk muss da sein zur gewünschten Frist!
BORROMEO
Ich
zweifle sehr, dass er zu zwingen ist.
NOVAGERIO
So
müsst Ihr einen andern Mann ernennen,
Und
er als Schöpfer sich des Werks bekennen.
Er
muss – er muss! Ei, Widersetzlichkeit!
Die
ganze Sache ist jetzt schon soweit,
Das
kleine Menschenwerklein muss entstehn!
Vom
heiligen Konzil wird es bestellt,
Es
wünschen es die Grossen dieser Welt, –
Wenn
solche Mächte wollen, muss es gehn!
BORROMEO
Ihr
kennt ihn nicht! Es ist mir nicht gelungen,
Ihn
eines Schrittes Breite zu bewegen.
NOVAGERIO
Mein
Freund – wir haben andere gezwungen!
Bei
Christi Marterholz! Ich steh dafür Euch gut.
Für
solche Leute ist ein wahrer Segen
Des
alten vierten Paulus Institut!
BORROMEO
Das
Äusserste – wie schrecklich anzuwenden!
NOVAGERIO
(kalt)
Ihr
habt das Werk begonnen – müsst es enden!
BORROMEO
(nicht
ohne Schmerz)
Er
war ein Meister – wie beklag ich ihn!
NOVAGERIO
Ei
Freund, das Unverdauliche –
(spuckt
graziös eine Traubenschale
hinter sich
ins Gärtchen)
Wird
ausgespien.
(Inzwischen
haben sich geistliche und weltliche
Teilnehmer aller Nationen und jeden
Ranges
versammelt und füllen die Bühne.
Sie stehen
in Gruppen, meist nach
Nationen geordnet.
Im
Vordergrunde, sehr sichtbar, stehen jetzt
Madruscht und der Kardinal von Lothringen
im Gespräch. Leise
zu Borromeo)
Doch
seht, der Lothringer, der Kardinal,
Der
uns so oft durch Widerspruch gepeinigt;
Steht
mit dem deutschen Bären hold vereinigt;
Das
darf nicht sein – kommt, gehn wir in den Saal!
(Sie
begeben sich hinauf und halten sich
in
der Nähe von Madruscht und dem
Lothringer.
Tischchen und Stühle usw.
werden
von Dienern wieder fortgetragen)
Vierte
Szene
(Von
hier an füllt sich die Bühne immer
mehr)
DER
LOTHRINGER
(zu
Madruscht)
Zahlreicht
wird heut’ die heilige Versammlung.
MADRUSCHT
Mehr
eilig als wie heilig, dünkt mich fast.
DER
LOTHRINGER
Da
habt Ihr allzu recht!
MADRUSCHT
Ich
sag’, ’s ist eine unanständige Hast!
Wer
da noch glaubt, dass sie es ernstlich meinen!
DER
LOTHRINGER
Mit
dem, was unsern Ländern not tut – nicht.
MADRUSCHT
Bei
Gott – wir sollten uns doch mehr vereinen!
Und
grad’ heraus: ich muss es sehr beklagen,
Dass
Ihr, der Stärkste sonst im Widerstand,
Euch
doch nun habt mit diesen
Päpstlern
vertragen.
DER
LOTHRINGER
Das
könnte man mit mehr Recht und Fug
Von
Eurem Kaiser Ferdinand sagen.
Hört
nur, wie
er sich mit Morone vertrug!
(Novagerio
kommt bei dem Namen
„Morone“
rasch und wie unwillkürlich
dazu.
Borromeo ebenfalls)
NOVAGERIO
Morone
ist endlich hier eingetroffen?
DER
LOTHRINGER
Vor
kurzem stieg müde er ab vom Pferd.
BORROMEO
(entschuldigend
zum Lothringer)
Verzeiht,
dass wir so
ohne Zeremonie –
NOVAGERIO
(ebenso)
Wir
hörten den Namen;
so können wir hoffen,
dass
die Sitzung beginne?
’s ist nicht mehr früh.
DER
LOTHRINGER
(fein)
So
lasst uns – das Stück zu Ende spielen.
MADRUSCHT
(grob)
Oder,
um es anders zu sagen:
Da
eine christliche Einigung nicht zu erzielen,
Lasst
uns, da wir denn doch nun müssen,
Getrost
das Ding zu Grabe tragen!
NOVAGERIO
(lächelnd)
Wie
bitter Ihr sprecht!
(wendet
sich zum Gehen)
Will
Morone begrüssen.
(Geht
oben ab. Borromeo
fordert den Lothringer
auf, ebenfalls
zur Begrüssung Morones mit ihm
zu gehen. Beide ab. Bald nach Novagerio
und
Borromeo war auch Anton Brus
v. Müglitz,
Erzbischof von Prag, zu
der Gruppe getreten.
Jetzt, nachdem die
drei fort sind, tritt er näher
zu Madruscht.
Dieser ergreift unwillkürlich
seine
Hand)
BRUS
(schüttelt
traurig den Kopf)
Wie
verwickelt und kalt hier alles geschieht.
MADRUSCHT
(ergrimmt)
Sie
woll’n die Reformen nicht!
BRUS
Und
des Kaisers Wille – wird er schon müd’?
MADRUSCHT
(Er
zuckt mit den Schultern)
Des
Kaisers Wille –
ist
jetzt unsre Pflicht.
(Sie
folgen den Legaten und Borromeo. Die
Bühne
hat sich jetzt stark angefüllt, die
Väter sind fast
vollzählig versammelt. Rechts
vorn hat sich eine
kleine Gruppe spanischer
Geistlicher aufgestellt;
sie stecken
die Köpfe zusammen und deuten auf
die Italiener, die in grosser Anzahl nun
die linke
Seite der Bühne, bis zum Vordergrund,
erfüllen)
DIE
SPANIER
Die
Italiener dort seht!
Wie
Ameisen wimmeln sie daher.
Die
Franzosen gewannen sie schon.
Der
Lothringer hielt sich nicht länger mehr.
Vom
Papst kommt ihm der ersehnte Lohn.
Was
stünde fest,
wenn
nicht Spaniens Ehr’!
Ja,
Spaniens Ehr’,
den
Päpstlern zum Hohn!
Die
Italiener dort seht!
Man
merkt an der Majorität,
Dass
die Abstimmung nicht nach der Nation,
Sondern
nur nach der Anzahl der Köpfe geht.
Die
Köpfe, die Köpfe, die Köpfe seht!
Geölte,
geschminkte, geschorene Köpfe,
Päpstliche
Larven! Pius Geschöpfe!
(Graf
Luna tritt dazu; ihn begleitet der immer
sehr
ernst bleibende Bischof Avosmediano
von Cadix)
GRAF
LUNA
Saht
Ihr die Boten aus Rom
Mit
dem Felleisen auf dem Rücken gereist?
(mit
Hohn)
Sie
bringen den Heiligen Geist,
Der
gibt ihnen dann die Beschlüsse ein.
DIE
SPANIER
(lachend)
Ha
ha, ha ha,
Auf dem Eselein
Kommt
der Heilige Geist
Aus
Rom im kleinen Tornister gereist!
(Zu
einer Gruppe Italiener links vorn gesellt
sich
soeben ein neuangekommener
Trupp italienischer
Geistlicher;
unter ihnen und vorne dran der
Bischof
von Budoja, ein lustig aussehender
Prälat mit
pfiffigem
Gesicht)
BISCHOF
VON BUDOJA
(lebhaft
und vergnügt zu der ersten
Gruppe)
Geliebte
Brüder, seid gegrüsst im Herrn!
Landsleute!
EININGE
AUS DER GRUPPE
Lob
sei Jesus Christ!
BISCHOF
VON BUDOJA
(zu
einem etwas verhungert und
dumm aussehenden
Bischof)
Seid
Ihr von Sanfelice nicht? Euch kenn ich doch!
EIN
BISCHOF
Theophilus
von Imola –
BISCHOF
VON BUDOJA
Da
war ich nie.
Man
kommt ja nie aus seiner Diözes.
Ich
bin der Bischof von Budoja.
EIN
ANDERER BISCHOF
Dandini
von Grosseto ich.
EINER
AUS DER ERSTEN GRUPPE
Bischof
von Feltre.
EIN
ANDERER
Ich
von Fiesoli.
BUDOJA
So
ein Konzilium lob ich mir;
Man
sieht doch etwas von der Welt
Und
hat noch freie Reise;
THEOPHILUS
Man
muss die Feste feiern, wie sie fallen.
BUDOJA
Ich
muss gestehn, ich hätte nichts dagegen,
Wenn’s
etwas länger dauerte!
Doch
leider wird ja Schluss gemacht.
GROSSETO
’s
ist unsre heil’ge Pflicht,
Für
den Beschluss zu stimmen.
THEOPHILUS
Dafür
sind wir ja hier.
BUDOJA
Zu
schade ist’s, ich bliebe länger!
Man
ist kaum angelangt
Und
muss schon wieder fort.
EIN
JUNGER DOKTOR
Wenn
nur mein Geld noch reichte,
So
blieb ich gerne auch.
BUDOJA
Das
ist das Wenigste, mein Freund,
Bei
längrem Aufenthalt
Muss
man uns doch entschädigen.
BISCHOF
VON FELTRE
Doch
ist uns nichts versprochen –
EIN
JUNGER DOKTOR
Hab
von Diäten nichts gehört –
BISCHOF
VON FIESOLE
Nichts
von Verlängerung –
BUDOJA
Ei
was,
Rom
muss schon dafür sorgen.
Verlangen
wird man nicht,
Dass
wir Dukaten machen.
Das
mach ich schon, das mach ich schon!
(Hier
treten langsam wieder aus dem Palaste
auf:
Madruscht und Brus; sie verweilen
einen Moment
und nehmen dann
ihre Plätze ein; einige Zeit hierauf
der
Lothringer allein, immt
auch seinen Platz ein)
BISCHOF
VON FIESOLE
Wer
ist denn das neben
dem
Fürstbischof, sag!
BISCHOF
VON FELTRE
’s
ist der Drakowitz.
GROSSETO
Nein,
’s ist der Erzbischof von Prag.
EIN
JUNGER DOKTOR
Prag
– liegt das in Deutschland? –
GROSSETO
In
Böhmen liegt’s eh’r.
Da
kommen die meisten Häretiker her.
THEOPHILUS
(ängstlich)
Die
Ketzer? o Jesus!
Da
kommen am End’
Die
Ketzer hierher? hierher nach Trident?
BUDOJA
(fasst
den Theophilus unter den Arm)
Fern
hielt Gottes Güte, mein teurer Theophil,
Die
lutherischen Schweine vom italienischen Konzil;
Im Übermass doch wir
gesegnet
noch
sind Mit französischer Krätze
und
dem spanischen Grind.
(Die
Bischöfe lachen und wenden sich; gleichzeitig
erscheint aus dem Palast Novagerio
mit Morone)
MORONE
Die
Instriktionen schickten wir beizeiten;
Mein
Amt gelang mit Gottes Hilfe gut.
NOVAGERIO
Nur
unterschätzt mir nicht die Schwierigkeiten!
MORONE
(drückt
Novagerio die Hand)
Ich
habe Hoffnung und den besten Mut.
(Gleichzeitig
mit Morone und Novagerio ist
unten
im Saal mit einem kleinen Gefolge
der Patriarch
von Assyrien, Abdisu,
erschienen. Er ist sehr alt,
mit schneeweissen
Haaren und Bart, eine
fremdartige
Erscheinung. Er wird gleich umringt,
auch die Italiener gesellen sich
zu ihm)
ABDISU
Von
weither wandert ich, durch Mühsal
und
Beschwerde,
Doch
meine Füsse trugen froh mich her.
Dass
ich den Tag des Herrn erleben darf,
Dass
meine alten Augen dieses Werk
noch
schau’n:
Die
Neugeburt der ganzen Christenheit –
Des
freuet sich und jubiliert mein Herz.
Und
gerne scheid’ ich nun
von
dieser schönen Erde.
(Alle
wollen ihn geleiten; der Bischof von
Budoja
drängt sich zu ihm und führt ihn)
BISCHOF
VON BUDOJA
Stützt
Euch auf mich, lasst mir die Ehre, Herr.
(Die
meisten haben schon ihre Plätze
eingenommen.
Jetzt tritt der Zeremonienmeister
in die Mitte und
hebt den Stab)
SEVEROLUS
Ich,
Ercole Severolus
Zeremonienmeister
der Synode,
Ersuche
kraft des mir verliehenen Amtes
Die
Väter dieser christlichen Versammlung:
Die
hochehrwürd’gen Erzbischöfe und Prälaten,
Die
hochansehnlichen Botschafter und Gesandten,
Die
hochgelehrten Theologen und Doctores,
Nach
Ordnung und Gebühr die Plätze einzunehmen,
Weil
die Kongregation beginnen soll.
(Alle
nehmen während des folgenden
Musikstückes
die Plätze ein)
Und
nun erhebt sich zur Begrüssung
Des
Papstes erster Kardinallegat.
(Morone
erhebt sich)
Fünfte
Szene
MORONE
(faltet
die Hände, mit ihm die Versammlung)
Den
Heil’gen Geist, der die Konzilien leitet,
Der
auch die heutige Versammlung lenkt,
Wir
bitten ihn, dass er auf uns sich senkt
Und
unserm Werk ein gutes End’ bereitet.
(Löst
die Hände)
Dess’
Diener die Legaten sind, der hohe Papst
Er
sprach zu uns:
„Engel
des Friedens seid!“
Dies
Wort im Herzen tragend, bitt’ ich Gott,
Dass
mir das Friedenswerk bei Euch gelinge,
So
wie ich treulich mich bemühte,
ein
Amt bei jenem zu erfüllen,
Auf
dessen Haupt wir Gottes Segen flehen:
Bei
Deutschlands grossem Kaiser Ferdinand.
Ehrwürd’ge
Väter! Liebe Brüder!
Bei
aller Demut, die den Christen ziert,
Seid
heute eingedenk:
Wir
sind die Blüte alles Menschentums.
Wir
sind berufen, ihm zum Heile
Den
Turm zu bau’n, der allen Zeiten trotzt.
Wir,
vor dem Herrn zwar klein,
Doch
vor den Menschen aller Völker gross.
Verschliesst
dem Heil’gen Geist nicht Eure Herzen,
Er
kommt zu uns!
(Mit
echter Begeisterung)
Ja,
ja – er kommt zu uns!
Er
gibt uns Weisheit, Frieden, Einigkeit,
Erkenntnis,
Liebe, Wahrheit.
All’
dieses – alles ist bei uns!
(grenz
eine Mahnwache von Soldaten
bewachen
die Szene eine Gruppe von
Häretikern
unter den Qualen der Inquisition)
Seht
hin auf jene Armen, Irrgeführten,
Auf
jene Ketzer –
BISCHOF
VON BUDOJA
(ruft
laut sich hin:)
Gott
erkeuchte sie!
(Strafende
Blicke treffen ihn, nach
kurzer Störung
fährt Morone fort)
MORONE
Spaltung
und böse Unruh ist ihr Teil:
Die
Frucht des Irrwahns
und
des Hochmuts Strafe,
Der
eig’nem sündigem Ermessen traut.
Seht
hin!
sie
werden selber sich zerfleischen
Und
ruhmlos und verflucht vernichtet sein!
RUFE,
GEMURMEL
Fluch
ihnen! Fluch den Ketzern!
Den
teufelischen Ketzern Fluch!
(Die
Soldaten durchgeführt Ketzer)
MORONE
Das
grosse Werk glorreich zur Ehre Gottes
Hinauszuführen
steht uns heute an.
Denn
schon zu lange und zum Ärgernis
Der
ganzen Christenheit ward es verzögert.
Drum,
liebe Väter seid auf Eurer Hut,
Auf
dass der Windhauch schwellender Gelehrsamkeit
Des
Redeschiffleins allzuleichte Segel
Der
Demut stillem Hafen nicht entführe!
BISCHOF
VON BUDOJA
Ein
schönes Bild!
Habt
Ihr’s verstanden, Theophil?
SEVEROLUS
(hebt
gegen ihn den Stab)
Kein
lauter Zwischenruf! ich muss ersuchen!
MORONE
Von
Wunsch erfüllt, den Fürsten zu gewähren,
Was
ihren Völkern frommt, und friedbereit,
Tat
jetzt der Herr von allen jenen Heeren,
Die
auf dem Erdenrund das Kreuz verehren,
Den
letzten Schritt zu vollster Einigkeit.
Und
jeder gute Fürst er will ja auch
Dem
grossen Kind, dem Volke, seinen Glauben
Solchergestalt
zu üben gern erlauben,
Wie
es durch dessen Sonderheit und Art,
Durch
Angewöhnung, Sitte und Gebrauch
Zum
Wunsche ihm und zum Bedürfnis ward. –
Zur
Sendung an den Kaiser jüngst beehrt
Und
wieder angelangt nach langem Ritt,
Des
Friedens Ölblatt hin und her zu tragen,
Kann
ich die frohste Kunde nun Euch sagen:
Soweit
es nicht der Ehr zu nahe tritt
Von
Petri Stuhl, und dient zu Gottes Kränkung,
Ist
alles Wesentliche ihm gewährt.
GRAF
LUNA
(zu
den Spaniern)
Beachtet
wohl, Ihr Herren, die Beschränkung!
MORONE
(fährt
nun in leichterem Tone fort)
Ihr
wisst, von des Kaisers Propositionen,
Den
zweiundvierzig, ist schon das meiste
Besprochen,
geprüft und erledigt.
Ist’s
Euch gefällig, Väter, über das,
Was
jetzt noch übrig, kurz mit ja und nein
Schlüssig
zu werden, und die nähere
Ausfertigung
der Weisheit dann des Papstes
Zu
überlassen? Ist’s Euch gefällig?
DIE
VÄTER
Placet,
placet!
AVOSMEDIANO
(Er
steht auf)
Non
placet!
SEVEROLUS
Avosmediano,
Bischof von Cadix!
AVOSMEDIANO
Dazu
ist die Synode einberufen,
Dass
sie mit Fleiss die Fragen alle prüfe
Bis
die Materie bezwungen ist.
DER
LOTHRINGER
(sitzend)
Doch
gibt es klare – minder klare Punkte,
Die
sich wohl scheiden lassen; lasst uns doch
Nach
jedem einzeln’ Punkt die Frage wiederholen.
MORONE
Ist’s
Euch gefällig, Väter?
ALLE
VÄTER
Placet!
MORONE
Die
Messgebräuche dann zuerst!
So
kommen wir mit jenem dreissigsten Artikel
Zum
Lieblingswunsch des grossen Ferdinand,
Der
jeder frommen Kunst Beschützer ist.
Er
will darin vor völliger Verbannung
Die
Figuralmusik gerettet sehn;
Weil
doch, schrieb er,
„aus
grosser Meister Zeit das wohlerfund’ne Alte
„so
oft den Geist der Frömmigkeit
„erwecke
und erhalte“.
Mit
Papstes Einverständnis: ist es Euch
Gefällig
der Erhaltung zuzustimmen?
DIE
ITALIENER UND VIELE ANDRE
Placet,
placet, placet!
ANDRE
Non
placet!
SEVEROLUS
Wer
meldet sich zum Wort?
(Avosmediano
steht auf)
SEVEROLUS
(mit
leiser Beimischung von Hohn)
Avosmediano,
Bischof von Cadix!
AVOSMEDIANO
Ein
“Aber” war dabei, ein “Wenn” vom Papste,
was
ist’s mit dem?
NOVAGERIO
(liebenswürdig)
Ein
Probestück soll erst Geliefert werden.
(Spricht
leise einige Worte mit
Borromeo)
BRUS
Eine
Messe war’s.
MADRUSCHT
Ja,
eine Messe war’s.
DER
LOTHRINGER
Die
Probemesse.
BISCHOF
VON BUDOJA
(zum
Bischof von Imola)
Theophilus!
Der Patriarch schläft ein!
(Der
Kopf des Patriarchen von Assyrien senkt
sich
hier langsam auf die Brust. Er
schläft allmählich ein)
AVOSMEDIANO
Ich
frage: wird des Papstes Wunsch beachtet?
SEVEROLUS
Es
spricht der hochehrwürd’ge Kardinal
von Borromeo!
BORROMEO
(ruhig
und kalt)
Die
Messe wird geschrieben.
NOVAGERIO
Das
Werk, Ihr hört es, wird bereits verfasst,
Von
Palestrina, dem berühmten Mann.
DIE
VÄTER
Wer
schreibt sie – wohl in Rom –
Von
wem – wie heisst er –
Der
Name ist bekannt –
Ein
frommer Meister.
NOVAGERIO
Geprüft
sodann im päpstlichen Palast.
Beliebt
Ihr zuzustimmen – zeigt es an!
DIE
VÄTER
¡“Placet”!
¡“Placet”! ¡“Placet”!
MORONE
Die
nächsten zu beredenden Artikel
Sind
kurz zu endigen; es sind:
Gebrauch
der Landessprache bei der Messe
Und
das Brevier –
SEVEROLUS
(zu
Brus wurde aufgehoben)
Erzbischof
Brus von Prag!
BRUS
(hatte
sich erhoben)
Darf
ich die Frage stellen
Warum
nicht nach der Reih
Und
alles einzelne für sich verhandelt wird?
Auch
wär es zu empfehlen,
Bei
wenig Zeit und vieler Eil’,
Dass
man das Wichtigste zuerst erledigte.
Am
meisten liegt dem Kaiser doch am Herzen
Das
Abendmahl in beiderlei Gestalt.
EIN
SPANISCHER BISCHOF
Dem
Kaiser nicht. Den Böhmen um so mehr!
SEVEROLUS
(hebt
gegen ihn den Stab)
Kein
Zwischenruf!
MORONE
Ihr
hörtet ja, nur, wenn die Väter nicht einig,
Was
wohl nicht sein wird, was ich nicht hoffe,
Dann
wird zur Prüfung geschritten; doch sonst
Alles
der Weisheit des Papsts überlassen.
NOVAGERIO
Die
Durcharbeitung der ganzen Materie
Die
Prüfung und Sichtung und Durchberatung
Ein
ganzes Jahr erforderte sie
Und
die Verhandlungen schlössen nie.
BRUS
Nun,
um so mehr, das Wichtigste zuerst.
(Count
Luna aufgeht)
SEVEROLUS
Des
Königs von Spanien Orator
Der
Graf von Luna spricht!
LUNA
Soll
denn, so frag’ ich, das Konzil
Zu
End’ gehetzt wohl werden?
Ich
dringe auf die gründlichste
Ausführlichste
Besprechung!
DER
LOTHRINGER
Ihr
hörtet doch, Herr Graf,
Die
fromme Rede des Legaten.
LUNA
(herausfordernd)
Herr
Kardinal – dem Einfluss nach
Seid
Ihr schon längst Legat.
Doch
seid Ihr’s faktisch nicht
und
somit nicht gefragt!
DIE
SPANIER
(unter
sich)
Er
wird es noch, und bald,
Der
Papst hat’s ihm versprochen!
DER
LOTHRINGER
(wütend)
Doch
frag’ ich Euch jetzt, Graf!
Wie
kommt Ihr in den Stuhl,
Der
ausser aller Ordnung steht?
(Luna
reckt sich lachend im Stuhl)
NOVAGERIO
(zum
Lothringer)
Dies
Mittel wählten wir, damit
Von
beiden grossen Nationen
Nicht
eine nachstehn soll.
DER
LOTHRINGER
Da
protestier’ ich morgen
In
feierlicher Session!
Ich
mache Anspruch absolut
Auf
Vorrang, wie er mir gebührt!
LUNA
(sehr
laut)
icht
einen Finger breit
Weicht
Spaniens grosser König
Dem
minderjährigen von Euch!
DER
LOTHRINGER
(wendet
sich zornig an die Legaten)
Wenn
morgen nicht zuerst
Nicht
vor dem Spanier
Ich
Räucherfass und Friedenskuss –
SEVEROLUS
(hebt
den Stab)
Der
Bischof von Budoja!
BISCHOF
VON BUDOJA
(hat
sich gemeldet; er stellt sich
langsam
zurecht
und beginnt)
Weh!
– Weh!
Frieden
ist nicht mehr unter den Völkern
Und
die Fürsten entzweit; Spricht der Prophet. –
(schattig)
Weh
– weh!
All’
deine Feinde sperren ihr Maul auf,
Pfeifen
dich an – blecken die Zähne –
SEVEROLUS
Wie
lange gedenkt Ihr zu reden,
Herr
Bischof? – Ich muss Euch ersuchen,
Was
Ihr zu sagen habt, kurz zu sagen,
Denn
länger als fünfzehn Minuten
Ist
nach dem Beschluss des Legaten
Niemand
zu reden erlaubt.
MORONE
(mit
verhaltenem Ärger zu Budoja)
Ihr
tätet besser, gar nicht zu reden,
Als
Interjektionen zu bringen,
Die
ohne Sinn und nicht förderlich!
(Budoja
setzt sich wieder hin,
aber nicht etwa
beschämt)
Beliebt’s
Euch, Väter, nun die Messe
Und
das Brevier zusammen zu erledigen?
DIE
ITALIENER
Placet,
placet!
ALLE
ANDEREN
Non
placet, non placet!
AVOSMEDIANO
(erhebt
sich; ruhig, aber scharf)
Wenn
das Konzil die Freiheit nicht gewährt,
Mit
Ernst und Liebe alle Punkte zu bereden,
Und
die Reformartikel nur berührt
Und
nicht erwogen werden,
So
trag’ ich neuerlich Verläng’rung an
Und
protestiere feierlich wider den Schluss!
DIE
ITALIENER
(wild)
’s
ist ein Schismatiker!
Werft
ihn hinaus! Verbrennt ihn!
MORONE
(zu
Avosmediano)
Den,
welcher heute nicht von ganzer Seele
Den
schleun’gen Ausgang
der
Verhandlung wünscht,
Den
nenn’ ich keinen frommen Christen!
(Novagerio
macht Morone ein Zeichen)
DER
LOTHRINGER
(laut)
Das
ist die Freiheit der Synode!
(Luna
steht zur Entgegnung auf. Unterdessen
hat der Bischof von Budoja auf
den Patriarchen,
der von dem Lärm erwacht
ist, eingesprochen;
er
veranlasst ihn,
sich zu erheben. Der
Zeremonienmeister
hebt den Stab und ruft
laut,
gerade, als Luna anfangen will)
SEVEROLUS
Der
hochehrwürdigste und fromme Herr,
Assyriens
Patriarch will reden!
(pause)
ABDISU
(mit
leiser, friedlicher Stimme)
Der
Wunsch des frommen Papstes
Soll
doch beachtet werden;
Aufzeichnen
soll die feierliche Melodie
In
Rom der grosse Sänger
(er
stockt; Budoja flüstet ihm zu)
Trinas-pa-les
–
(Er
setzt sich und schläft langsam wieder ein;
unterdrücktes Lachen; zur Ruhe weisende
Rufe;
Budoja will bersten vor lautlosem
Lachen; er hält
sich den
Bauch)
MORONE
(leise
aber grimmig zu Novagerio)
Das
war ein Streich von dem Budojer Narren;
Ich
werd’ es merken!
LUNA
(erhebt
sich wieder)
Die
frommen Christen aller Welt,
Sie
wünschen eher die Verlängerung!
DER
LOTHRINGER
(heftig)
Nur
Spanien wünscht es! Nicht die ganze Welt!
LUNA
(schreit)
Wenn
Spanien es will, so will’s die Welt!
(Allgemeines
Gelächter und Rufe)
ALLE
AUSSER DEN SPANIERN
Haha,
so,
Spanien
ist die Welt?
Ein
guter Geograph!
BISCHOF
VON BUDOJA
(ruft
dem Grafen laut zu)
Lest
doch den Ptolemäus!
DIE
ITALIENER
(lachend)
Ja,
lest den Ptolemäus!
LUNA
(rasend)
Ich
werde stimmen, noch zur Schlussberatung
Die
Protestanten einzuladen.
(Eine
wilde Empörung des ganzen Saales antwortet.
Nur Novagerio, Morone, Madruscht,
Brus und die
Spanier nehmen nicht
daran teil. Letztere stehen
erregt auf.
Der Patriarch Abdisu erwacht wieder
von
dem Lärm. Morone hat sich mit Novagerio
beraten. Er erhebt sich und hält
die Hände auf, um
sich Gehör zu verschaffen,
da das Stabaufhalten des
Zeremonienmeisters nichts mehr nützt.
Zugleich
schlägt es laut
zwölf)
MORONE
(nachdem
etwas Stille eingetreten ist)
In
der Verfassung des Gemüts
Kann
nicht mit Segen fortgefahren werden.
Auch
schlug es Mittag; mit Bekümmernis
Und
Scham heb’ ich die Sitzung auf.
Doch
hört, was ich nun ernstlich sag’,
Was
der Legat Euch jetzt muss künden:
Die
zweite Stunde nach Mittag
Muss
uns hier neu versammelt finden;
Und
währte es bis tief zur Nacht:
Heut
wird das Werk zu End gebracht!
Euch,
liebe Väter, mahn’ ich nun,
Insonderheit
den edlen Grafen,
Das
Kleid der Sanftmut anzutun;
Die
Bitterkeiten lasset schlafen.
Der
Einigkeit gilt mein Gebet.
Geliebte
Väter! In Frieden geht!
(In
grosser Aufregung, disputierend, drohend,
gestikulierend, geht alles dem Ausgang
zu.
Zuerst, und in Geschlossenem
Trupp, die Spanier.
Einige
italienische Geistliche, unter ihnen Budoja,
verweilen noch am längsten im
Hintergrunde)
Sechste
Szene
(Morone
und Novagerio sind im Vordergrunde
zusammengetreten. Der
Lothringer, Madruscht
und Brus bilden für sich, etwas
zurück, eine Gruppe)
MORONE
(verzweifelt
zu Novagerio)
Was
nun! Was nun! Glaubt Ihr noch dran,
Dass
wir zu Ende kommen?
NOVAGERIO
(kaltblütig)
Ohne
Spanien,Wenn’s denn sein muss;
wir
müssen und wir werden.
(Der
Bischof von Budoja hat sich jetzt
an Morone
herangepircht; die übrigen
seines Trupps
haben zerstreut)
BISCHOF
VON BUDOJA
(zu
Morone)
Ehrwürden,
sagt, ist’s wirklich ganz gewiss,
Dass
morgen Schluss ist?
Ganz
unwiderruflich?
MORONE
(beachtet
ihn nicht; er wendet sich zum
Lothringer,
der nun allein geblieben ist,
da
Madruscht und Brus ins Innere
des
Palastes verschwinden)
Was
musstet Ihr den Spanier auch reizen!
DER
LOTHRINGER
(Vehement)
Ihr
reizet ihn noch mehr!
Ihn
und uns alle!
Avosmediano
war im Recht! Und wäre,
Was
ihm geschah, einem Franzosen widerfahren,
Beim
ew’gen Gott! Ich reiste ab
Und
appellierte an ein freieres Konzil!
BISCHOF
VON BUDOJA
Wenn
doch nun morgen nicht geschlossen wird
Und
wir nun bleiben müssen –
(Morone
dreht ihm den Rücken)
NOVAGERIO
(zum
Lothringer)
Lasst
dem Gecken.
Dem
Spanier, doch den Vortritt! Dieses will er,
Und
dann ist alles gut
DER
LOTHRINGER
(zu
Novagerio)
Glaubt
das nur nicht!
Ich
weiche keinen Zoll
Vor
diesem Spanier!
BUDOJA
(zu
Morone)
Bei
länger’m Aufenthalt
Wird
man doch Anspruch haben auf Diäten –
MORONE
(zum
Lothringer)
Nun,
so wird die ganze
Zeremonie
wohl unterbleiben müssen.
DER
LOTHRINGER
Tragt
die Folgen dann!
BUDOJA
Man
hat wohl Anspruch –
(er
tippt den Morone an. Dieser heftet
einen
wütend fragenden Blick auf ihn.
Vorsichtig,
langsam)
Ich
meine auf Diäten – Wegzehrung –
MORONE
(schreit)
Auszehrung
an den Hals Euch, Herr!
Euch
kommt schon was von Rom,
doch
nicht Diäten,
Des’
seid versichert! Gott befohlen, Herr!
(Bischof
von Budoja dreht sich stillschweigend
herum und macht sich
davon)
NOVAGERIO
(lacht)
Ein
Freihart ist’s, ein richtiger Hanswurst.
(gemütlich
zu beiden)
So
haltet Frieden doch,
(zum
Lothringer)
Denkt
an den Papst,
(er
fasst beider Hände und bringt
sie wie
scherzend zusammen)
Und
jetzt kommt mit mir in mein Haus; auf ein
Bescheid’nes
Mahl. Ist’s Euch gefällig, Väter?
(Er
zieht sie, beide schon halb
bezwungen
und versöhnt, mit sich fort)
Siebente
Szene
(Italienische,
deutsche und spanische Diener)
DIE
SPANISCHEN DIENER
(zischeln
zueinander)
Habt
ihr’s gesehn? Habt ihr’s gehört?
(indem
sie auf die italienischen Diener
zeigen)
Der
edle Graf und der fromme Herr
Beleidigt
von dem Teufelsvolk!
Die
Hunde da –
(lauter)
Ihr
Hunde da!
ITALIENISCHEN
UND DEUTSCHEN DIENER
(zueinander)
Was
will denn das Gesindel dort –
(zu
den Spaniern)
Hinaus!
Habt nichts zu schaffen hier!
DIE
SPANIER
Sie
eilen sich – die Kreaturen –
Zum
End, zum End! – ha ha ha ha.
– Teufelsparole!
DIE
ITALIENER
(zueinander)
Lasst
euch nicht ein – der Warnung denkt.
(zu
den Spaniern)
Fort
auf die Strasse! Wir rufen den Herrn!
(Allerlei
Lumpenpack hat sich von der Strasse
her angesammelt und dringt jetzt mit
den
Spaniern zusammen tiefer in
den Saal)
DIE
SPANIER
Die
Feiglinge – haha, haha –
Ihr
Schufte, ihr! Italienische Hunde!
EIN
ITALIENISCHER DIENER
Ich
schlag’ ihn tot!
DIE
SPANIER
Dreckige
Schufte!
DIE
ITALIENER
Spanische
Schelme!
DIE
SPANIER
Teufelszagel!
DIE
ITALIENER
Krätz’ges
Getier!
DIE
SPANIER
Mein
Eingeweide!
DIE
ITALIENER
Stinkender
Höllendreck!
DIE
SPANIER
Bohrt
ihnen doch die hündische
Parole
mit Eisen in den Bauch!
(Die
Spanier stürzen sich mit dem stets wiederholten
Ruf:
„Zum
End, zum End“ mit Dolchen auf die
Gleichfalls
Dolche ziehenden Italiener und
Deutschen.
Erbitterte Stecherei, an
der das Volk ebenfalls mit
Johlen und
Schreien teilnimmt. Nach
kurzer Zeit
erscheint, von einem Trupp
Stadtsoldaten begleitet,
am
Eingang hinten Madruscht)
MADRUSCHT
(mit
Donnerstimme)
Gebt
Feuer! Schiesst und schlagt!
(Eine
mehrfache Salve ertönt;
die
meisten sind getroffen)
Und
was noch zappelt, auf die Folter!
(Die
Soldaten stürzen sich auf die am
Boden
liegenden stöhnenden, zum Teil
fliehen
wollenden Gestalten)
Zur
schärfsten Folter mit den Hunden,
Die
so die christliche Versammlung höhnen!
Ist
das der Sinn des heiligen Konzils?
DRITTER
AKT
Erste
Szene
(Zimmer
Palestrinas wie im ersten Akte. Es
ist gegen Abend. Von
Rom her beständiges
Glockengeläute. Im
Zimmer stehen fünf junge
Kapellsänger
der Kirche Santa Maria Maggiore
in Rom. In
den Lehnstuhl sitzt, die Augen halb
geschlossen,
Palestrina. Er ist ganz zurückgelehnt,
seine Arme ruhen auf den beiden
Lehnen.
Er scheint,
gegen den ersten Akt,
gealtert.
Seitlich vor ihm
kniet
Ighino; Hände
und Kopf ruhen auf Palestrinas
linker
Hand.
Hinter der Stuhllehne, steht
wie zur
Hilfeleistung bereit, Giuseppe,
eine
kleine, sehr
ärmliche Gestalt,
Palestrinas
alter Diener. Über
der ganzen Gruppe eine Stimmung von
Erwartung
und zugleich wie
von
Ruhe um einen Kranken)
ERSTER
SÄNGER
Wie
lange sie bleiben –
ZWEITER
SÄNGER
Wie
lange sie singen –
DRITTER
SÄNGER
Der
Abend bricht schon herein –
VIERTER
SÄNGER
Wie
von Sankt Peter die Glocken klingen –
FÜNFTER
SÄNGER
Der
Abend wird die Entscheidung bringen –
VIERTER
SÄNGER
Möge
sie mild für den Armen sein!
ERSTER
SÄNGER
Möge
sie milde sein!
FÜNFTER
SÄNGER
Die
Entscheidung –
PALESTRINA
(ohne
sich zu bewegen oder
die Augenc aufzuschlagen)
Mein
Knabe sag – wer sind die Männer?
IGHINO
(sieht
zu ihm auf)
Sie
kamen, nach dir zu sehn,
Kennst
du sie nicht? Es sind deine Sänger.
PALESTRINA
(wendet
langsam Kopf und Blick
nach der rechten
Seite)
Die
Sänger –
IGHINO
Dein
Chor –
ZWEITER
SÄNGER
Wie
alt sein Gesicht –
ERSTER
SÄNGER
Wie
müde der Blick –
DRITTER
SÄNGER
Gebleicht
das Haar –
VIERTER
SÄNGER
Bringt
ihm der Abend ein hohes Glück?
FÜNFTER
SÄNGER
Bringt
er neue Züchtigung Gottes dar?
PALESTRINA
(den
Blick immer auf
die Sänger geheftet)
Die
Sänger, Ighino, sie warten und spähen –
Weisst
du, warum sie so stehen und sehen –
IGHINO
Vater
– was dir so herrlich gelungen:
Das
ewige Werk, das der Welt du gabst,
In
dieser Stunde wird es gesungen
Im
goldnen Palast vor Prälaten und Papst.
ERSTER
SÄNGER
(nähert
sich einige Schritte dem Palestrina)
Die
Messe, Meister, die Ihr geschaffen –
PALESTRINA
(sieht
vor sich hin)
Ich
schrieb sie in einer Nacht –
ZWEITER
SÄNGER
(nähert
sich ebenfalls)
Die
Blätter sammelte Silla, der Schüler –
DRITTE
SÄNGER
(desgleichen)
Wir
haben sie fleissig in Ordnung gebracht.
PALESTRINA
Sie
fragtem im Kerker –
ich
glaube, ich sagte –
(Vierter
unf fünfter Sänger kommen nun auch
dazu. Alle
umgeben den Stuhl des Palestrina)
VIERTER
SÄNGER
Wir
hoben sie auf, wir hüteten sie –
FÜNFTER
SÄNGER
Sie
wurden uns mit Gewalt genommen.
PALESTRINA
Und
dann – wie ist dann alles gekommen?
IGHINO
Als
sie dich griffen und banden
An
jenem schrecklichen Tag,
Nicht
hab’ da die Welt ich verstanden,
Wo
solches geschehen mag.
Die
Erde schien mir die Hölle,
In
Krämpfen lag ich da.
Giuseppe
war hilfreich zur Stelle –
Dann
wusst’ ich nicht mehr, was geschah.
Als
ich im Bette erwachte,
Giuseppe
stand neben mir.
Wonach
als erstes ich fragte,
War
nach der Messe und dir.
Du
lagst in Kerker und Ketten.
Sie
kamen und stürmten ins Haus:
Die
Messe nur sollte dich retten –
Da
lieferte ich sie aus.
Den
Henkern! – Dass ich’s vermochte,
O
Vater, war fürchterlich,
Doch
fürchterlicher noch pochte
Im
Herzen die Angst um dich.
Nun
bist du mir wieder gegeben,
Und
die Messe durchklinget die Welt.
Erwache
nun wieder zum Leben
Für
dein Kind, das umschlungen dich hält!
(Palestrina
zieht ihn näher an sich. Schweigen
und Teilnahme. Plötzlich
wird auf der Strasse
ein vielstimmiger
Ruf laut, der sich dem Hause
zu nähern scheint)
VOICES
Evviva
Palestrina,
Der
Retter der Musik!
Evviva,
Evviva!
(Ighino
und Giuseppe sind mit Palestrina links;
Die fünf Sänger gehen an die Eingangstür,
wo
ihnen sofort eine Anzahl Sänger
der päpstlichen
Kapelle Entgegengelaufen
kommen)
Zweite
Szene
DIE
PÄPSTLICHEN KAPELLSÄNGER
Ist
Palestrina der Meister hier?
Der
grosse Mann, ist er zu Haus?
Wisst
Ihr auch, wer Euch dirigiert?
Wisst
Ihr, mit wem ihr musiziert?
Mit
wem Ihr täglich geht ein und aus?
Der
grösste Musiker ist’s in Rom!
Der
Heilige Vater hat’s selbst gesagt.
Und
die neue Messe sein bestes Werk.
Den
Kardinälen hat’s auch behagt.
Es
hat einen grossen
Eindruck
gemacht,
Als
wir es sangen im heiligen Haus:
Man
hörte die Worte genau heraus.
Wir
haben es herrlich zur Geltung gebracht.
Freilich
– der Vortrag macht auch was aus!
Doch
hört, die allergrösste Ehr’,
Die
einem Sterblichen je geschah –
(Eine
neue Gruppe päpstlicher
Kapellsänger kommt an)
DIE
NEUE GRUPPE
(eilig)
Der
Heilige Vater kommt selber her!
Auf
die Knie und Platz – er ist schon nah.
(Noch
einige neue kommen und rufen)
Auf
die Knie, der Papst ist nicht mehr weit.
Wo
ist Palestrina – ist er bereit?
(Sie
drängen sich näher ins Zimmer herein.
Acht
Kardinäle kommen, unter ihnen
Borromeo. Die
bevorstehende Ankunft
des Papstes wird dem
Palestrina von
den Kardinälen bedeutet. Er
geht
allein nach dem Hintergrunde zu, den
Papst zu
erwarten. Dieser
wird nun in einer Sänfte – von
Jungen
Klerikern getragen – im Hintergrunde
s
ichtbar. Bei seinem Erscheinen
wirft sich alles
auf die Knie)
PAPST
PIUS DER VIERTE
(freundlich
zu Palestrina)
Wie
einst im himmlischen Zion Jahannes
der
Heilige hörte
Singen
die Engel der Höhe, also lieblich und hehr
Tönte
im Ohre die Messe mir eines andern Giovanni.
Bis
an dein Ende nun bleibe, Pierluigi, bei mir;
Fromm
die Sixtina mir leite, wie weiland dem
heil’gen
Macellus.
Fürst
der Musik aller Zeiten!
Dem
Papste Diener und Sohn.
(Palestrina
küsst dem Papste den Fuss; der
Papst
gibt ihm und allen den Segen und
wird wieder
fortgetragen. Die
Kardinäle, ausser Borromeo,
begleiten
ihn. Die Sänger drängen sich, nachdem
der Papst verschwunden ist, zu Palestrina,
der
langsam wieder ins Zimmer
kommt, um ihn zu
beglückwünschen.
Borromeo bedeutet sie lautlos
und etwas heftig fortzugehen. Ighino
zieht sich, wie
in unwillkürlicher Angst
von Borromeo, ganz
nach
links in die Ecke bei der Hausorgel
zurück. Ausser
ihm sind jetzt Borromeo und Palestrina
allein auf der
Bühne. Beide
stehen einen Augenblick Auge in Auge.
Borromeo ringt danach, etwas zu
sagen, stürzt aber
plötzlich in tiefster Erschütterung
Palestrina zu
Füssen und
bricht in heftiges Weinen aus. Palestrina
neigt sich wie unwillkürlich zu
ihm
und legt ihm die
Hände auf den Kopf.
Endlich
hebt Borromeo den
Blick zu ihm
und bricht in die Worte aus)
BORROMEO
Die
Messe – ach, der Messe süsses Licht –
O
Palestrina, du Gefäss der Gnade –
Aus
dir spricht Gott – und ich erkannt’ es nicht!
(Er
senkt wieder weinend den Kopf)
PALESTRINA
(sucht
ihn zu beruhigen)
Was
ist – mein Freund –
o
Lieber, steh doch auf!
BORROMEO
Ach
lass den Sünder weinen, lass ihn weinen!
PALESTRINA
Nicht
will der Tränen Seligkeit ich wehren,
Gefeiert
sei die hohe Stunde so.
Gefässe
du und ich; zerschlagen hier,
Doch
Liebeshauch
steigt
aus den Scherben auf.
Zur
Glorie will alles. Fühl’ es doch, mein Freund!
BORROMEO
O
Palestrina – Palestrina –
(Er
will in leidenschaftlicher Zerknirschung
Palestrina
die Füsse küssen, dieser hebt ihn
rasch
auf und küsst ihn auf die Wange.
Sie verbleiben einen
Moment in stummer
Umarmung; dann reisst sich
Borromeo
rasch los und verlässt mit abgewandtem
Gesicht die Bühne. Palestrina
bleibt in Gedanken
stehen.
Nun kommt Ighino aus seiner Ecke
hervor
und stürzt dem Vater jubelnd an
den Hals. Eine
Zeitlang hält ihn Palestrina
ruhig an der Brust und
streichelt
sein Haar. Während
des ganzen folgenden
Gesprächs
sieht Palestrina über Ighinos
Kopf
hinweg, so dass dieser seinen
Blick und
Gesichtsausdruck nicht sehen kann)
IGHINO
O
Vater, wirst du nun auch wieder froh?
Du
bist jetzt der Berühmteste von allen,
In
fernsten Zeiten wird man dich noch nennen.
Und
nicht nur nennen, deine Werke singen!
Der
Papst gibt sicher
dir
auch viel Gehalt.
(Zuneigung)
Nun
sollst du wieder leben – wieder lachen –
Du
bist so still – sag,
freust
du dich denn nicht?
PALESTRINA
Doch,
doch, mein Kind – nur, sieh –
bin
nicht mehr jung,
Ich
freu’ mich nicht so laut –
so
mehr im Innern.
Willst’
nicht zu Silla, ihm mein Glück erzählen?
IGHINO
(Hesitating)
Ach
Vater – Silla, sieh – ist nicht mehr hier –
Doch
glaub’, gewiss, er ist nicht undankbar!
Er
ist – er ging –
PALESTRINA
(lächelnd)
Zu
Bardi nach Florenz.
IGHINO
(erstaunt)
So
weisst du schon?
PALESTRINA
Es
war nicht schwer zu raten.
Sieh,
Jugend will zur Jugend. Doch du bleibst
Bei
mir? Nicht wahr, Ighino?
IGHINO
(leise)
Ja,
bei dir!
(Er
legt wieder den Kopf an seine Brust.
Einen
Augenblick Ruhe; dann ertönen
wieder von der Strasse her Rufe)
RUFE
AUF DER STRASSE
Evviva,
Palestrina! Der Retter der Musik!
IGHINO
(fährt
freudig aus seiner Stellung auf)
Hör,
das gilt dir.
Ach,
lass mich noch ein bisschen
Auf
die Strasse! Halt ich mich doch kaum
Vor
lauter Freude! Schreien muss ich, springen,
Und
hören, wie sie meinen Vater feiern.
PALESTRINA
So
spring, mein Junge, freue dich,
(er
nimmt Ighinos Kopf in beide Hände)
Mein
lieber Gesegneter
Ighino!
Spring dich wacker aus.
(Ighino
umhalst den Vater noch einmal stürmisch
und springt dann überglücklich auf
die Strasse
hinaus. Palestrina bleibt eine
Weile ruhig stehen.
Sein Blick wird gleich
nach Ighinos Abgang ernst
und weiterschauend.
Die letzten Strahlen der
Abendsonne
sind schon aus dem Zimmer gewichen,
welches nun in abendliche Dunkelheit
gehüllt ist. Er
geht einige Schritte ins Zimmer hinein und
verweilt
dann eine Zeitlang vor dem
Bilde der Lukrezia.
Nach einer Weile wendet
er sich vom Bilde ab; er
steht jetzt an dem Stuhl vor der kleinen
Hausorgel)
PALESTRINA
(mit
ruhiger, fast heiterer Ergebung)
Nun
schmiede mich, den letzten Stein
An
einem deiner tausend Ringe,Du Gott –
und
ich will guter Dinge Und friedvoll sein.
(Er
setzt sich auf den Stuhl an die Orgel und
versenkt
sich, leise spielend, in musikalische
Gedanken, den
Blick über die
Tasten weg ins Weite gerichtet. Von
den Strasse ertönen wieder die Rufe: „Evviva
Palestrina, evviva der Retter der Musik!“)
RUFE
AUF DER STRASSE
Evviva,
Palestrina!
(Nur
wenige Stimmen, weit entfernten)
Der
Retter der Musik!
(Far,
kaum hörbar)
¡Evviva,
Evviva!
(Palestrina scheint es nicht zu hören)
|
PRIMER
ACTO
(Habitación pequeña
y oscura en la vivienda de
Palestrina. Muebles
viejos y sencillos. Encima del
escritorio papel pautado
en blanco. Detrás de la
mesa un gran sillón. Al
fondo un cuadro que
representa a una bella
mujer de mediana edad, se
trata de Lucrecia, la
fallecida esposa de Palestrina.
A la derecha, una ventana
grande (la única) a través
de la cual se ve Roma, a
una cierta distancia. Junto
a la ventana una silla
con respaldo. Atardecer. En
el transcurso de las
primeras escenas, y aún más
durante la tercera y la
cuarta, oscurece del todo)
Primera Escena
(Sila, un joven de 17
años, casi
desaparece en el
espacioso sillón; la pierna derecha está cruzada
con
el tobillo apoyado en la rodilla
izquierda; en las
manos tiene un
violín grande construido en una de
las caprichosas formas de aquel
tiempo. Ensaya,
tocando, cantando e interrumpiéndose a menudo,
una
canción de su propia autoría)
SILA
(ensayando, a media
voz)
“Hermosísima y
desdeñosa dama...”
(se interrumpe)
No me quedaré más
tiempo con el viejo maestro;
esto está decidido.
(prosigue)
“Ninfa de ojos estrellados.
“Enternece tu corazón
ante los lamentos del
más fiel de los pastores”
(se interrumpe
nuevamente)
¿Ighino no ha notado
nada?
Hoy
probablemente se lo diré.
(vuelve
a cantar)
“Que
una lluvia de
jacintos,
caiga sobre ti”
(se interrumpe de nuevo)
Que
el viejo me deje ir de buena gana,
¡ésa
es la cuestión fundamental!
(prosigue
nuevamente)
“Hermosísima
y desdeñosa dama,
ninfa de ojos
estrellados.”
(vuelve
a detenerse)
Verdaderamente
él me aprecia,
eso es precisamente lo
que me apena...
(Deja
el violín y el arco encima
de la mesa y se levanta del sillón)
¡Un
magnífico impulso de libertad
recorre
nuestra época!
(Recorre
la habitación con movimientos
elásticos y plenos de alegre esperanza)
No son sólo las
costumbres
de la alegre Florencia,
sino
mi propia naturaleza la que se liberará
del
necio yugo de la opinión del vulgo
y
escalará hasta cimas insospechadas.
Y así, en mi amado arte,
las
voces del canto se
liberarán
de
las rígidas y patéticas
normas de la polifonía...
(se detiene ante la ventana y
mira afuera)
¡Allí
está mi Roma!
¡Ciudad
venerable, sé fiel a ti misma
y mantente confundida
entre tus antigüedades!
Guarda
el fuego y la espada
como sagrada religión
de viejas tradiciones.
Deja
que los guarde el anciano Palestrina,
pues seguro
que aún darán nuevas flores.
El impulso de todo lo hermoso y lo
nuevo
todo lo arrastra, y
así,
en permanente
liberación,
la gloria y la vida de la
humanidad entera
ascenderán radiantes
hasta una inimaginable
altura.
(Ighino
entra lentamente; parece apesadumbrado)
Segunda Escena
SILA
¡Ighino, por fin te veo!
Tengo
algo nuevo que decirte...
Pero,
primero, ¡muéstrame una cara jovial!
IGHINO
¿Deberé
escuchar mucho?
SILA
Si Ighino me promete
que
no irá a quejarse a su padre...
IGHINO
(rápido
y con preocupación)
¿No
será nada malo para él?
SILA
¡Para
mí es ciertamente hermoso!
IGHINO
Entonces,
me alegro y te deseo suerte.
(se
sienta en un taburete cercano
al gran sillón)
SILA
Dime...
¿no es mejor valerse por sí mismo,
que
verse como una pequeña pieza
de
un todo?
IGHINO
Sabes
que mi forma de pensar
es
totalmente contraria a la tuya,
y que
no tengo respuestas para tus preguntas,
sin embargo pienso
que la convivencia equilibrada
entre
los hombres de bien,
es
siempre lo más acertado.
SILA
(sonriendo)
Bueno,
amigo mío,
eso
es bueno para los niños o los ancianos.
IGHINO
¿Acaso
recorremos nuestro camino
aislados de los demás?
SILA
¡La
condición del fuerte es
ser el amo y
punto focal del círculo!
(se
sienta al lado de Ighino en
el respaldo del sillón)
Ighino,
cuando cantamos en el coro,
yo como
contralto y tú como soprano,
y
trabajamos con las dificultades
que
inventó la erudición,
¿no
es como si fuésemos unos burros
uncidos
al mismo yugo?
IGHINO
No lo entiende así mi corazón.
Lo más hermoso es cuando
los fuertes
se conectan íntimamente,
para
encarar un trabajo en común;
entonces, sí vale
la pena el sacrificio.
¿No
nos enseño esto mi padre?
Y
nada eleva más el espíritu,
nada
da más paz en la tierra,
que
vivir en un todo, en el conjunto,
y
no solamente en el “hoy”.
Los
problemas se transforman en alegrías
cuando siento que la vida de épocas
pasadas
llega hasta nosotros como por arte de magia.
Sila, si no admites esto,
entonces también
deberás censurar a mi padre,
pues
lo que yo te he dicho
también lo piensa él.
SILA
(riendo)
¡No es difícil advertirlo!
Pero
hay una diferencia:
nosotros
somos aún jóvenes, y el maestro, viejo.
¡No
habría un bosque ameno
si
cada pájaro silbara la misma canción!
IGHINO
(después
de una pausa)
¿Por
qué tus palabras
me
hacen tanto daño?
Y
dime, Sila, ¿qué es lo querías decirme
y
que no debe enterarse mi padre?
SILA
(evasivo, levantándose del sillón)
¡No
es nada importante!
IGHINO
(vehemente)
¡No,
no, tienes que decírmelo!
SILA
Mejor
dime tú primero:
¿qué
te molesta?
Pareces
consternado e infeliz.
IGHINO
¡Ah,
Sila! ¿Puedo contártelo?
Aunque seguramente
no me entenderás.
SILA
(impaciente)
¡Habla,
pues!
IGHINO
(conteniendo
las lágrimas)
Se trata de la
aflicción de mi anciano padre...
¡No
puedo verlo sufrir así!
SILA
¿Está
enfermo?
IGHINO
No,
no... no es eso.
SILA
¿Qué
es entonces? ¿Una desgracia?
IGHINO
(mueve
la cabeza)
¿Acaso
lo sé yo?
Sólo
veo su silenciosa desesperación.
(se
dispone a marcharse)
SILA
(paseando
por la habitación)
¡Creo,
Ighino, que sólo tú ves eso!
Por
Dios, yo no he observado nada.
(Ighino
se encoge de hombros)
Y
si tú mismo no sabes la causa...
Aunque su pena ha de tener,
sin
embargo, una razón.
IGHINO
(tímidamente)
¿No
te parece su vida suficiente razón?
SILA
Hablar a la ligera de desgracias
es
casi un pecado, querido amigo.
En este mundo todos
debemos cargar
con nuestra
cruz.
Él
no está enfermo, no padece necesidades,
y tiene más que muchos otros.
¡Es
famoso! ¿Qué más quiere?
Si
lo piensas, ¡es inmensamente afortunado!
IGHINO
(pausado y dolorido)
Ya sabía que hablarías de
este modo;
por
eso nunca te he dicho ni una palabra sobre esto,
aún
cuando, sólo Dios lo sabe,
anhelaba poder
confiarme a tu alma.
¡Su
fama!... Su legítima fama,
que poco a poco se extendió a su alrededor
como
un traje de gala.
¿Tendría
que estar él agradecido por el hecho,
de
ser un santo con aureola?
¿Y
qué es, pues, lo que le ha aportado su fama?
Nada más que la envidia
e infamia de sus colegas.
Su
única felicidad humana: la familia, el matrimonio,
lo alejaron del favor
y
de la cercanía del Papa.
Apenas
está a salvo de la pobreza extrema.
Dime, ¿en qué lo beneficia ese fantasma de la
fama
que otros tan fácilmente obtienen?
Esos otros que a mi padre no le llegan
ni
a la suela de los zapatos.
¿Y
crees que él alguna vez dice algo?
¿Que
con un suspiro de los labios
se
lamenta de su suerte?
Durante
toda una vida creó y creó sin
cesar
obras en cantidades prodigiosas.
Hasta
que al fin le llegó el golpe más duro...
(avanza
y se sitúa ante el cuadro)
…el día que mi madre bajó a la tumba.
Murió
ella, quien nunca se perdonó
que por su causa,
él
fuera expulsado de su trabajo.
Entonces
mi padre cayó en el silencio y el vacío.
Desde
su muerte no ha escrito una sola nota.
Parecería
que ya no vive, que envejece precozmente,
apenas
sonríe de vez en cuando...
Sila,
mírame a mí,
que aún siendo alegre y teniendo amor por la vida,
también ahora todo me
parece sombrío.
(Pausa.
Sila se sienta a su lado
y toma la mano de Ighino)
¿Crees
que es pecaminoso hablar así?
¡Dios
mío, quizás no sean ésas todas las razones!
¿Has oído hablar acerca del dolor del mundo
que cantan los poetas?
SILA
Bueno,
¿y qué?
IGHINO
Hay gente que se lamenta por haber nacido,
creo
que en mi padre es uno de ellos.
(breve
silencio opresivo)
SILA
(se
pone de pie)
¡Olvídate del dolor del mundo!
Todo mejorará, ya
verás...
Hace tiempo que
quiero tocarte una canción
en
el más novedoso de los estilos. ¡Escucha!
(toma
el violín)
IGHINO
¡Ah,
deja!
SILA
(mira,
asombrado, a Ighino)
¡No
puedes rehusar dar tu opinión
cuando un
camarada en el arte te la pide!
(Toca
y canta sentado en la silla del órgano,
con la espalda
vuelta hacia el fondo; Ighino
lo escucha
a medio sentar en el sillón)
“Hermosísima
y desdeñosa dama,
ninfa de ojos estrellados,
permite que se ablande tu corazón
ante
los lamentos del más fiel de los pastores.
En
la floresta de los Campos Elíseos,
una
lluvia de jacintos,
ninfa de ojos estrellados,
cae
sobre ti y sobre mí.
Hermosísima
y desdeñosa dama
de
cabellos dorados”…
Tercera Escena
(Entra
el cardenal Borromeo y, detrás
de él, lo
hace Palestrina. Ighino
es el
primero en percatarse de
la presencia
de los anteriores y,
asustado, avisa a
Sila que
se interrumpe avergonzado.
Borromeo
se detiene en la puerta, Palestrina
está junto a él. El cardenal Borromeo es
un hombre alto, de
entre 40 y 50 años de
edad, de
rostro inteligente y ojos apasionados.
Palestrina
ya supera los 50 y
tiene el pelo algo
cano, sobre todo en
las sienes. Ighino
mira
ansiosamente a los
dos hombres)
SILA
“Bellísima,
desdeñosa dama,
de
cabellos dorados”...
(El cardenal clava su mirada en Sila; éste
aparta la suya, entre un gesto temeroso
y
una risa reprimida. Ighino,
angustiado, tiene
fijos sus ojos en
ambos hombres)
BORROMEO
(después
de un tenso silencio)
¡Extraños
sonidos se oyen aquí,
en
la casa del riguroso maestro!
(a
Palestrina)
¿Éste es el arte de Palestrina?
¿Lo que usted enseña?
PALESTRINA
(tranquilo)
¡Eso
mismo te pregunto a ti, Sila!
(Sila
permanece callado)
Id
ahora mismo a vuestro aposento y mañana,
con
la primera luz del día,
estad preparados para
interpretar el salmo.
¡Besad la mano a Su Eminencia!
¡Sed
piadosos y no hagáis ruido!
(Sila,
con el violín y el arco, e Ighino,
salen
en silencio luego
de haber besado
la mano de
Borromeo)
PALESTRINA
(con
calma, a Borromeo)
Son los nuevos tiempos que fermentan en
él.
¡Lo
hacen insensato, pero feliz!
¡Perdónelo,
se lo ruego, apelo a su bondad!
BORROMEO
¡Está
bien, pero si al menos pudiera entenderlo!
¿Qué
le ocurre a ese joven?
¡Qué
pecaminosas sonaban esas notas!
Y usted...
usted
no parece especialmente sorprendido.
¿Qué opina sobre todo esto?
¿Qué opina? ¡Hable!
PALESTRINA
Yo
lo sé,
pero
Sila cree que no.
(mira
con afecto hacia donde ha salido
Sila)
¡Ese joven está lleno de la gracia de Dios!
No me siento con derecho a prohibírselo.
BORROMEO
(exaltándose)
¿No
lo ha amenazado ni una sola vez?
¿Es
usted tan benigno?
¡Aceptar todo eso, me parece, muy poco serio!
PALESTRINA
¡Ah,
el amenazado soy yo, no él!
(con
gravedad)
El
arte centenario de los antiguos maestros,
milagrosamente conservado a través del tiempo,
que
se levantó como un sólido y prodigioso templo,
al
que ellos consagraron su vida y su devoción,
y
al que yo mismo ofrecí mi propia vida,
le
parece a este muchacho una cosa antigua y gastada.
Lo
cree superado, muerto.
Ahora,
en Florencia, aficionados a la música
han
extraído artificialmente canciones
de
viejos escritos paganos.
De
ahora en adelante harán música a partir de ellos.
¡Y
Sila se une a ellos con entusiasmo!
Piensa sólo
en los nuevos sonidos y vive para ellos.
Y es posible... ¡Es
posible que tenga razón!
¿Quién
puede saber si el mundo marcha
por caminos
insospechados
y
lo que nos parecía eterno vuela como el viento?
Aunque, es cierto, pensar en
todo esto confunde...
y
es apenas comprensible.
BORROMEO
¿Y
usted quiere que todo eso crezca?
¿Olvida
sobre qué roca
está edificado su
propio arte,
en el que usted mismo no confía?
¿Olvida
a la poderosa Iglesia?
¡Realmente,
su cansancio me escandaliza!
(más calmado, tras una
pausa, se
acerca a Palestrina)
Usted
parece tener enferma el alma
desde
hace ya tiempo.
Estoy
muy preocupado,
pero creo haber encontrado
el
medio que puede a usted salvarlo.
Durante
muchos años no ha hecho usted uso
de los dones de su propio espíritu.
Reflexione:
los ángeles velan
y
quieren recibir cantos de alabanza.
El
mismo Dios lo ha elegido a usted,
entre
miles, para su nueva obra.
Por
eso he venido sin demora
y
secretamente a su casa.
PALESTRINA
¡La
gracia que usted me otorga
me
obliga a decirle humildemente
cuán
agradecido... cuán honrado me siento!
BORROMEO
Siéntese entonces a mi lado, y oiga.
(Se
sienta en el sillón grande. Palestrina
lo hace en la silla, de la derecha)
No
es de los vanos diletantes,
ni seguramente de los
descarados alumnos,
de donde procede el
peligro que se cierne
sobre
la obra doblemente centenaria
de los antiguos maestros
de la Iglesia.
No
tememos que de aquí venga el problema.
¡La
tormenta viene de otra parte!
Amenaza al Arte en su conjunto,
con
una muerte segura... ¡Y de un solo golpe!
Sabe
usted que el sagrado Concilio de Trento
se encamina hacia un final grato a Dios.
Después
de haber sido perturbado,
amenazado
e interrumpido durante dieciocho
años,
debatiéndose trabajosamente
entre tormentas y desventuras.
Ahora,
el Papa ha dado un ultimátum,
y
antes de que se termine este año
quiere
ver concluido el concilio.
En
consecuencia, la última sesión se hará
el
próximo tres de diciembre.
Sólo
falta por redactar un decreto
que
afecta a algunas reformas internas.
Ahí
se decidirá definitivamente,
y por
última vez, el ritual que deberán seguir
el
breviario, el catecismo, el ayuno y la oración;
y muy especialmente el misal.
¡Ah,
nuestra querida y sagrada Santa Misa!
Las composiciones
actuales ofenden al oído,
mancillan dolorosamente
la senda
de los antiguos compositores papales,
y
a mí, que soy tan amigo de las Artes.
Textos profanos... ¡e incluso lascivos!
¡Motivos
sensuales de las canciones seculares!
¡Textos
vocales sobrecargados, que hacen
incomprensibles
su auténtico sentido!
¡Cuánto
descontento ha originado ya todo eso!
¡Cuánto tiempo hemos sufrido
esa calamidad!
Pero, en
vez de podar con celo e inteligencia,
para
quitar del tronco los miembros podridos,
Pío IV quiere arrancar, de una vez
y por todas,
la planta de raíz.
Opina que todo
debe regresar al coral gregoriano.
La música figurativa,
es supone la mayor parte
de nuestras obras
maestras
¡debe
ser devorada por las llamas!
Cuando
por primera vez oí esto,
¡cómo
invadió el dolor mi alma!
Poca
fe tiene aquel que cree
que la bondad divina impide a los hombres
gozar de la belleza de las flores.
Se equivoca quien tal
cosa enseña,
aquel que sólo se preocupa
por
proteger las almas.
Bien
que me esforcé hace poco,
en
el Consistorio, con
mis pláticas;
rogué a los cardenales
que
no se emplearan medios tan duros;
pero
todos permanecieron en silencio
ante
mis ruegos.
Sin embargo... ¡hoy le
traigo una buena nueva!
(Con creciente pasión)
El mismísimo Emperador, Fernando de Austria,
se
ha expresado en favor de la Música.
En
un extenso escrito manifiesta que considera
que
la obra de los grandes maestros de la
antigüedad
debería permanecer sin cambios,
para
que se mantenga y avive
el
espíritu piadoso.
Ahora,
los señores cardenales no pueden decidir
sino según el criterio del Emperador.
Y así, finalmente, me fue fácil
hacer
valer mis deseos
e
incluso inducir al Papa
a
apoyar mis propósitos.
Escuche
usted hacia donde apuntan
mis
pensamientos
y
lo que he logrado.
Busco
aunar todas las opiniones contrapuestas,
que
acarrean peligro para esta época,
considerando únicamente
el espíritu creativo del
artista.
Que la devoción y el sentimiento que
eleva
nuestro espíritu hacia el
Supremo,
nos
una estrechamente en el gozo divino
con
el prodigioso juego de los sonidos.
Que la obra maestra reconcilie dentro de sí
todas las disputas, y
que,
alabando la majestad
divina,
suene en ricas formas
musicales.
Una
la extrema necesidad guió mi sentido
como
una luz en mi pensamiento y,
finalmente, cayó la última barrera
que
la oposición ponía a mis planes.
Si se consiguiera una obra
semejante
-
esto me lo ha otorgado el Papa -
será
revocado el rigor de la condena
que
aún anatematiza a todo el Arte.
El
estilo y el carácter de esa nueva Misa,
deberá
ser en lo sucesivo la norma a seguir.
Por lo tanto, la composición de
esa nueva obra
traerá la
salvación a la reforma de la Música.
(su
discurso se ha ido haciendo cada
vez
más entusiasta, luego se pone de
pie;
Palestrina se levanta con él)
¡Y usted es el que debe escribir esta Misa!
¿Quién
podría insuflar
ese
estilo tan puro a una obra musical
a la vez que un sentimiento eclesiástico?
¡Ánimo,
maestro, por su fama eterna,
por
la salvación de la Música en Roma,
llene usted el espacio de
prodigiosos sonidos
a
la sombra divina de la Cruz florecida!
(Palestrina,
que ha escuchado atentamente,
aunque sin especial participación, le
contesta
después de
una
corta pausa)
PALESTRINA
¡Qué
bello es lo que usted dice!
¡Y qué consideración me tiene
en
su gran alma!
¡Cuánto
deseo que nunca nos falte
el
hombre que se atreva a tan gran proeza!
Pero
no se enoje conmigo, si no disimulo:
aunque
aceptaría gustosísimo su encargo,
no
soy el compositor adecuado... ¡jamás lo seré!
BORROMEO
(desilusionado,
reprime su disgusto)
¿Tan
poco consciente es usted de su misión?
Seguramente es posible que
entre los grandes maestros de Roma,
sea fácil encontrar a más de
uno
que lo supere a usted en ciencia y
espíritu,
y que muy gustoso,
teniendo presente el
honor que todo esto significa,
lleve a buen término la
obra
que desagradecidamente usted rechaza
con
insensata e incomprensible ceguera.
La
amistad que siento por usted,
y
la admiración del conocedor de su estilo,
valora usted muy poco... ¡mal
me paga usted!
PALESTRINA
(con
modestia)
Mal
le pagaría, augusto Cardenal, si yo,
ocultando
lo que pienso a su juicio supremo,
que
benignamente guió hacia mí la elección,
me
atreviera a llevar a cabo la obra,
sintiendo
de que soy indigno de ello.
Si llegado el momento, la obra tan fervorosamente
deseada, no
estuviera a la altura,
¡cómo
se enojaría entonces conmigo la misma
autoridad
que antes confiaba tanto en mí!
BORROMEO
(en
tono de reproche y enfáticamente)
¿Es
éste Pierluigi Palestrina, el hombre que
siempre
está dispuesto al trabajo?
PALESTRINA
(en
voz baja, como para sí)
Ya
no lo es... La muerte se traga a la vida,
la
gris ancianidad bebe del fruto de la belleza.
¿Cómo
no sucumbirá también el órgano creador
del
artista ante el borrascoso temporal?
BORROMEO
(con
vehemencia)
¡No
puedo entenderlo a usted!
¡No
puedo compartir lo que dice!
¿Renuncia?
¡Está bien! Pero piense esto:
los venerables maestros
elevan sus
manos desde la
tumba y gritan:
“¡Protégela!
¡Sálvala!
¡Ah!
¿Quién salvará nuestra música?
¡Profanada
y destruida, ella, así como nosotros!
¡Con
nuestras obras desaparecerá nuestro recuerdo!"
¿Todo eso le permite a usted
vivir en paz?
PALESTRINA
(sonriendo
dulcemente)
¡Ah,
sublime amigo!
¿Quién sabe, en
verdad, lo que sienten los muertos?
BORROMEO
¡Mi advertencia es
cierta!
(cada
vez más exaltado, pues
Palestrina no responde)
Si,
entonces,
no hay en su corazón
amor por
aquellos a quienes tanto debe,
sepa usted algo más:
también
las obras que usted compuso
serán
presa de la destrucción;
¡la
hoguera está preparada para todas!
PALESTRINA
(imperturbable)
Así
sea...
BORROMEO
(seco
y cortante)
¿Y
si el Papa se lo ordena?
PALESTRINA
(como
antes)
Él
puede ordenar,
pero
jamás puede ordenarle a mi musa...
sólo
puede ordenarme a mí.
BORROMEO
(juntando
las manos)
¡Entonces,
Dios ya no le habla a su alma!
PALESTRINA
(en
voz baja)
Creo...
que ya no.
BORROMEO
(totalmente
fuera de sí)
¡Con
que esas tenemos!
¡El
hombre piadoso blasfema!
¿Lo oyen? ¿Lo han
oído?
¡Pero le aseguro que se arrepentirá!
¡Con maldad paga usted mi
amistad!
Está bien... ¡pero se arrepentirá!
¡Mañana me iré!
¡Veloces
caballos están dispuestos para
volar a Trento!
¡Bien, me voy!
¡En
su cercanía hay olor a azufre!
(sale
con violentísima cólera)
Cuarta Escena
(Palestrina ha escuchado el exabrupto final de
Borromeo
que lo sorprende y lo deja consternado.
Durante
unos instantes sigue con la mirada pensativo
al Cardenal, después
se vuelve, triste y conmovido)
PALESTRINA
El
último amigo,
el
que aún estaba bien
predispuesto hacia mí,
se
va también ahora.
Sólo guarda resentimiento por
la pena
que a regañadientes le
he confesado.
¡Oh,
si tú supieras, alma preclara,
(señalando
su pecho)
todo
lo que podría decir de lo que aquí se oculta!
¡Cuántos pensamientos
oscuros, inquietantes!...
¡La hoguera te parecería
entonces
un suplicio aun demasiado suave para mí!
¡Qué
extraños y desconocidos
son
los seres humanos entre sí!
Lo
más profundo del mundo es la soledad.
En la alegre embriaguez de
la juventud
se
desconoce;
y también en
el frenesí de la rutina diaria.
Pero
quien cae herido por el camino,
ya
no puede levantarse...
y
bien que la padece.
Se
enfurece viendo pasar ante él
unas máscaras
extrañas,
persiguiéndose a
media que huyen,
con miedo en la mirada, levantada y sin rumbo.
¡Qué
espantoso es encontrarse de repente
solo
en la profunda selva,
donde
no hay salida en la oscuridad!
¡Así
me encuentro yo en la mitad de mi vida,
no
entiendo cómo podría crear algo,
de la forma que
me gustaba hacerlo!
(se
para ante del retrato de Lucrecia)
¡Lucrecia!
- Cuando vivías, yo
estaba protegido.
Sí, tú eras la fuente de mi
inspiración,
y por ella, la vida me era valiosa.
¿Por
qué no fue mi amor lo suficientemente fuerte
como para mantenerte eternamente a mi lado?
¡Qué
sensación tan desdichada!
Con pena sé que
incluso Ighino, no me ama demasiado.
(Se
sienta lenta y cansadamente en el
sillón
junto a la mesa. Ahora se hacen
visibles
las primeras apariciones)
Mi
buen muchacho... ¡Ah, cuánto lo amo!
Y
sin embargo... el último paso de todos,
el
más sombrío, lo evité.
No
porque sea pecaminoso,
sino
porque es inútil, totalmente sin sentido.
(pausa;
angustiado y distraído toma las
hojas
de papel pautado
que hay sobre la mesa)
Debo
escribir música nuevamente... una misa...
una
gran obra... una “obra eterna”, como dicen.
¿Y si
fuera capaz?...
¡El sacerdote
amenazó con
destruir todas mis obras!
¡Si la llama
las
devora de prisa o si el tiempo
las
destruye lentamente, todo es igual,
y
todo carece de sentido, todo, todo!
¿Para
crear nuevamente, alegrías,
penas, vida?
¿Y
si fuera capaz?...
¡No,
ah, no! ¿Para qué? ¿Para qué todo eso?...
¡Ah!...
¿Para qué?... ¿Para qué?
(Con
profunda desesperación oculta
su cabeza
entre los brazos. Mientras,
una
espectral
luz violácea se ha extendido
por
la habitación. Aparecen unas figuras
fantasmales
que avanzan despacio y en
silencio desde
el fondo de la escena
rodeando
a Palestrina. Llevan
distintos
vestidos --españoles, holandeses,
italianos,
alemanes, franceses--
y parecen proceder
de
diferentes siglos de
una época anterior
a Palestrina.
La
más antigua – del siglo XIII -
está representada
por un fantasma con hábito
monacal. Las
figuras parecen tener distintas
edades,
desde jóvenes hasta ancianos, con
la vestimenta adecuada a cada época. Son
los compositores de tiempos pretéritos,
los grandes predecesores de
Palestrina,
los Maestros antiguos)
Quinta Escena
(Con
las últimas palabras de Palestrina, los
Maestros, de
pie y con las miradas extrañamente
sonrientes fijas en él, contestan
al “¿Para qué...
para qué?”
dicho
por Palestrina)
LOS
MAESTROS
Para Él. Su culto lo exige.
Él lo quiere, así pues,
tú debes hacerlo.
PALESTRINA
(Palestrina
levanta la cabeza,
y
al ver las apariciones, apenas
se asusta;
su rigidez inicial se va
transformando paulatinamente
en una expresión más dichosa relajada)
Amigos...
desde siempre amigos...
¡Desde
tiempos inmemoriales!...
LOS
MAESTROS
(sonrientes,
asintiendo con movimientos
de
cabeza apenas perceptibles)
Amigo...
tú también eres amigo...
Tú...
eres nuestro amigo.
PALESTRINA
(con
excitación)
Estáis
ante mí... que estoy vivo...
¿No fallecisteis?
Todavía
veo una sonrisa...
Y en
los oídos escucho el sonido de las palabras...
Pero
son para mí... son para mí...
¿No estáis muertos?
(La Maestros sonríen
y mueven la cabeza.
Palestrina
a
uno de los Maestros)
Te
conozco... Josquin des Prés, tú, magnífico.
Dame
tu mano...
UN
MAESTRO
(con lujoso traje borgoñón
del
siglo XV)
¡Dios
te salve, Pierluigi!
PALESTRINA
(animado,
a otro)
¿Y tú?
¡Enrico
el Tedesco
te
llamaba yo con afecto!
OTRO
MAESTRO
(con
vestimenta alemana, del
siglo XV)
¡Hermano
mío, Dios te salve!
TODOS
LOS MAESTROS
(en
voz baja)
¡Dios
te salve, Pierluigi!
PALESTRINA
¿En
qué reino estoy sumergido tan maravillosamente?
Un cálido anhelo juvenil,
enterrado
hace ya tiempo,
renace en mí con el honor de este momento.
¡Puedo veros, amados dioses de mis años
floridos!
¡Maestros! Amigos de mi edad adulta.
¡Ah! Si tenéis
misericordia
descubrid
a este pobre espíritu
atrapado
en la mortalidad,
si
realmente... sois o no sombras!
LOS
MAESTROS
Somos
nosotros... nosotros Pier... somos
nosotros.
PALESTRINA
(con
tristeza)
¡Ah, sí!... ¡Mi mirada es sombría, lo sé!
Pero
lo que me impide estar
con vosotros... en vuestro paraíso,
es
el duro muro de la muerte.
¡Para así poder entrar en el círculo de los elegidos!
LOS
MAESTROS
Te observamos desde allá, a lo
lejos.
Tu
evolución nos alegra... tu
desarrollo.
El
círculo de los preclaros anhela la llegada
de
aquél que lo cerrará: ¡Tú, el elegido!
PALESTRINA
(dolorosamente)
Yo
no... yo no.
Soy débil y estoy
lleno de faltas.
Mi evolución ha concluido
hace tiempo.
Soy
un hombre viejo,
mortalmente cansado
al
final del camino.
Y
ante mí sólo veo tristeza...
No
puedo forzar mi alma a nada más.
LOS
MAESTROS
(ríen
entre ellos)
Hm,
hm, hm...
Aún no lo sabe, no lo sabe...
No
sabe que tiene que hacerlo...
EL
MAESTRO QUE VISTE DE MONJE
¡Pierluigi,
enfrentarse al destino
es
una temeridad!
PALESTRINA
(emocionado)
Bien
sé que vosotros, antaño, luchasteis también
con
la necesidad y la amarga renuncia en
esta Tierra.
A menudo fuisteis para mí la única fuente de fuerza,
y mucho
os he agradecido vuestra
ayuda
para enfrentarme a sufrimientos
similares
a
los vuestros;
con fe, esperanza y oración.
Pero
ahora, el deseo de salir de aquí ha
madurado,
lo que florecía en mí está
muerto,
y mi arpa hace tiempo la colgué
en la pared.
Vosotros habéis vivido
intensamente en otros tiempos
donde aún la inocencia
estaba pura,
al igual que una semilla en la madre tierra.
Pero
la cegadora luz de la conciencia,
la
que perturba como insolente día,
es
hostil a la dulce obra de los sueños
y a
la creación artística.
Aún el
más fuerte rinde sus armas
ante tal poder.
Ha desaparecido en mí el
vigor
que antaño era tan
poderoso.
Con
los ojos abiertos, consciente,
quiero escapar del
tiempo,
de
la venganza de la vida
y de la opinión voluble
de los hombres.
LOS
MAESTROS
(ríen como antes)
Hm...
hm... hm... hm... Aún no lo sabe...
no
sabe que él puede hacerlo.
¡Debes
saberlo, hombre mundano!
¡Aún
no está concluida tu tarea en la Tierra!
PALESTRINA
(fuerte,
rebelándose)
¡No
quiero... no quiero! ¿Me oís? ¡No quiero!
LOS
MAESTROS
(Se miran
unos a otros)
¡Son
los dolores del crecimiento!
¡Está
mutando!
La
última muda... ¡es la mutación!
PALESTRINA
(tranquilo,
para sí)
Lo
que en otra época
era una dicha suprema para
mí,
ahora es un sordo deber.
No
encuentro consuelo en el cielo... ni
en la tierra.
LOS
MAESTROS
(a
Palestrina)
Ni
en el cielo, ni en la tierra,
nadie
puede dar consuelo al otro,
si uno mismo no está dispuesto a recibirlo.
Piensa, querido hijo,
somos
nosotros... nosotros...
Y así como nosotros
tuvimos que hacerlo en vida,
tú debes hacerlo ahora.
¡Es tu deber!
PALESTRINA
¿Y
quién lo ordena?
LOS
MAESTROS
El
Anciano Maestro del mundo;
el sin nombre;
el que también está
sometido
a la Palabra primigenia desde
la eternidad.
Él
crea su obra, como tú la tuya;
forja
anillos, figuras y gemas
para
la reluciente cadena de acontecimientos
a través del tiempo.
PALESTRINA
(en
voz baja, después de una pausa)
¿Cuándo podré dar por
concluida mi obra?
LOS
MAESTROS
En
ti, Pierluigi,
queda aún una luz
brillante
que
aún no se ha irradiado.
Una
última nota falta todavía
para
completar el armonioso acorde;
y tú la darás.
La
piedra que corona el edificio
está
dispuesta para ser colocada;
éste
es el significado del tiempo.
Si
muestras tu imagen completa,
si
tu figura de desarrolla totalmente,
así
como ella resplandecía tenuemente
desde
el principio en el espíritu del Creador,
resplandecerás
entonces luminoso,
y sonarás plenamente.
Pierluigi,
tú, serás la última gema
de
una hermosa cadena.
PALESTRINA
(después
de una pausa, con leve
estremecimiento)
¿Por
qué todo este juego?...
Si
no fuera así, ¿cuál sería?...
¿Por
qué todo este juego?...
LOS
MAESTROS
(extienden
las manos, en señal de
rechazo
a su pregunta; con dureza)
¡Tu
tarea está en la tierra, Palestrina!...
¡Realiza
tu tarea en la tierra!
(desaparecen
lentamente por
el fondo)
PALESTRINA
(asustado)
¡Ah...
no me abandonéis
en
este vacío lleno de enigmas!
Se desvanecen...
LOS
MAESTROS
(desapareciendo,
dulces, casi tristes)
Tu
tarea está en la tierra, Palestrina...
Haz
tu tarea en la tierra...
(desaparecen
por completo)
Sexta Escena
(Palestrina,
que durante toda la escena
precedente ha
permanecido en el sillón, se
sienta
erguido en él, con los ojos cerrados:
La
oscuridad
es total. Inmediatamente después
de
la desaparición
de los espíritus, prosigue
en
voz baja y asustado)
PALESTRINA
Solo
en la profunda oscuridad, lleno de miedo,
yo,
un pobre hombre, clamo a lo alto.
PRIMER
ÁNGEL
(sentado
en el respaldo del sillón, inadvertido
por Palestrina e
iluminado por un halo de luz)
¡Kyrie...
Kyrie eleison!
PALESTRINA
(toma
mecánicamente la pluma y canta)
Kyrie eleison.
¿Dónde
está la fuente del amor?
¿Si
no fluye en la tierra,
acaso anida en el corazón?
¡Ah! ¿Dónde se derrama,
dulce,
para un espíritu fatigado?
¿Qué
es lo que se abre
a
la mirada inquisitiva?
¿Quién
trae la paz?
SEGUNDO, TERCER ÁNGEL
(sentados,
claramente iluminados, encima
del órgano)
Christe...
Christe eleison.
PALESTRINA
(ya
no abandona la pluma;
escribe
y canta)
Christe
eleison.
(Poco a poca la habitación se llena
de
ángeles.
Todos aparecen iluminados.
Como
todas las
apariciones subsiguientes,
éstas y sus movimientos
no
son visibles para Palestrina)
CORO
DE ÁNGELES
Credo
in unum Deum,
Patrem
omnipotentem.
PALESTRINA
¡Omnipotente...
fuerza misteriosa!
¡A través
de mi propio pecho
pasa
el gozo divino
del
Creador!
¡Canción
eterna!
¡El
milagro es posible!
¡Ella crea universos lejanos!
(aparece
ahora el espíritu de Lucrecia
tal
como se la ve en el retrato; se
inclina
hacia Palestrina con afecto)
LUCRECIA
Cerca
de ti estuve
en
las necesidades de la vida;
cerca
de ti estoy
en
la paz de la luz.
¡Paz
a los hombres
de
buena voluntad!
PRIMERO,
SEGUNDO Y TERCER ÁNGEL
In
terra pax hominibus bonae voluntatis.
PALESTRINA
¡Misterio
del amor!
A
través de la noche profunda,
a
través de las delicias
del
poder del espíritu,
me
siento íntimamente unido
a
la bienaventurada humanidad.
LUCRECIA
¡Paz
también en la tierra
a
los hombres de buena voluntad!
PRIMERO,
SEGUNDO Y TERCER ÁNGEL
Hominibus
bonae voluntatis.
(El
techo parece abrirse, el fondo de la escena
desaparece. Se puede ver
la gloria celestial que
llena todo el escenario,
de modo que sólo queda
en las
sombras Palestrina con la mesa y el sillón)
LUCRECIA
¡Paz!
(La
figura de Lucrecia
comienza a desvanecerse)
PALESTRINA
¡Me
siento elevado
a
una exaltada dicha!
La
gloria terrenal queda muy atrás.
Dichoso,
elevo mi mirada de gratitud
sólo
a lo alto,
para
alabar con fervor
el
eterno poder del amor,
que
ha traído la paz.
¡La paz!
CORO
DE ÁNGELES
(los
tres solistas con las sopranos)
Gloria
in excelsis Deo.
Gratias
tibi!
Laudamus
te!
Glorificamus
te!
Dona
nobis pacem!
(Con
el último “dona nobis pacem” se
desvanecen
lentamente las apariciones
incluida
la de Lucrecia. La
habitación
vuelve a estar como antes.
La oscuridad
de
la noche comienza a dejar paso al
crepúsculo matutino.
Una luz rosada
comienza
a entrar por la ventana; a
lo
lejos se oyen, cada vez más fuerte, las
campanas de Roma, que despierta. Como
agotado por un esfuerzo desmesurado,
Palestrina se ha recostado
sobre un costado
del sillón. El
brazo derecho cuelga hacia
abajo,
la
pluma ha caído de la mano, el papel
pautado
está esparcido sobre la
mesa y el
suelo. Palestrina
duerme profundamente y
permanecerá
así hasta el
final del acto)
Séptima Escena
(Sila
aparece de repente por la puerta. Después
que su mirada ha caído sobre el
maestro,
dormido,
hace señas a Ighino, no visible
aún.
Ambos llegan
con sus libros de canto,
para
los ejercicios matutinos)
SILA
(en
voz baja)
¡Ighino,
mira, entra!
IGHINO
(entra
y se sorprende al ver a
su padre)
Mi
padre... Sila, ¿qué le ha pasado?
SILA
¡Nada,
nada!... Ya lo ves, tan sólo duerme.
¡Ighino,
pero mira aquí!
(ha
descubierto las hojas de papel pautado.
En silencio las
recoge de la mesa y del suelo)
IGHINO
¡Ah,
Sila, qué alegría!
¡Ha
escrito algo!
SILA
¡Seguro
que ha estado en vela toda la noche!
(Va
con las hojas junto a la ventana para
leer
lo escrito a la luz de la mañana. Hojea
y lee con avidez. Mientras
lo hace dice)
El
viejo estilo... pero no tan solemne.
IGHINO
Me
parece en todo especialmente bello.
¡Cada
nota habla él!
SILA
(dudando)
Sin
embargo...
es casi incomprensible
que
haya escrito
¡una
misa completa en una sola noche!
No
creo que esta obra
sea digna del anciano maestro.
(las
campanas repican con fuerza)
SEGUNDO
ACTO
Preludio Orquestal
(Trento. Gran sala en
el palacio de Madruscht,
Príncipe-Obispo de la
ciudad. Mañana soleada
de
otoño. La
sala está casi lista para la celebración
de una última
deliberación antes de una sesión
solemne,
llamada “Congregación General”. A
ambos lados, siguiendo
el fondo del escenario, dos
semicírculos
de sillones que dan al escenario
un
aspecto ovalado. En
la parte central, dos sillones de
terciopelo para los
dos Cardenales Legados. Sentado,
en actitud relajada,
el Cardenal Legado, Bernardo
Novagerio; a
su lado, con el báculo en la mano, el
Maestro de
Ceremonias, Ercole Severolus)
Primera Escena
(Un
cierto número de sirvientes italianos
y alemanes
está ocupado en acabar la
preparación de la sala)
SEVEROLUS
(a
los sirvientes)
¡Un
banco aquí!
¡Y
rápido!
¡Todos
los italianos se ubicarán aquí!
(indica
con el báculo el ala izquierda)
¡Hoy
son una gran mayoría!
NOVAGERIO
(hace
una seña al Maestro de Ceremonias)
La
mesa de Massarelli,
¡más
cerca de mí!
(señala
con la mirada una pequeña
mesa
escritorio, portátil, la
cual está
colocada todavía en
el centro del escenario)
SEVEROLUS
Entiendo,
así se hará:.
(en
forma confidencial)
Y
dígame: el sitial del conde Luna
(señalando
la silla en la que está sentado Novagerio)
¿está en el sitio exacto?
NOVAGERIO
(cómodo,
en la silla)
¡Ercole,
mira, lo estoy probando!
¿No te parece temerario
por mi parte
que ocupe el sitial de honor
del
orgulloso español?
¿No me descubrirás?
SEVEROLUS
(con
modo grosero)
¡Oh,
Dios! ¡Eso es peligroso!
¡El
español es el legado del señor!
NOVAGERIO
Pero,
bromas aparte:
no hay rango en disputa.
¡Incluso,
mañana en la sesión!
Para
evitarlo,
toleramos
la farsa de la silla,
que
solamente provocará la risa de muchos
y
la ira de los franceses.
SEVEROLUS
¡Sí,
sí, el español!
Siempre poniendo obstáculos y
espinas en el camino.
(Indica
a los sirvientes que pongan
la pequeña
mesa cerca de la silla del
legado. Los
sirvientes lo hacen)
NOVAGERIO
(recordando)
Y
el lema es: "rápido hasta concluir!"
SEVEROLUS
(vuelve
a acercarse a Novagerio)
Hace
poco, el jesuita Diego Laínez
habló dos
horas seguidas;
Si queremos terminar, y
de nuevo ellos hablan tanto,
¿debo interrumpirles?
NOVAGERIO
¡Hazlo!
Pero
hoy no llegará
a
suceder eso .
¡Y ahora,
llama a los criados!
SEVEROLUS
(hace
una seña a los sirvientes)
¡Venid
aquí!
El Reverendísimo tiene
algo que deciros.
(los
sirvientes se acercan y se
sitúan alrededor
de Novagerio)
NOVAGERIO
(con
tono malicioso)
¿Conocéis la torre
verde, la prisión estatal?
¿Y conocéis la
"cuna" que hay dentro?
Los niños a los que se acunan allí
gritan
muy fuerte y no son nada felices.
Si
de nuevo alborotáis por la calle,
como hicisteis hace poco,
de
tal manera que muchos de los prelados
no
se atrevían ni a salir de sus casas, por miedo,
¡ya sabéis lo que será de
vosotros!
¡Christoph
Madruscht no sabe de bromas!
¡Aquí
llega!
(poniéndose
de pie)
¡Portaros correctamente!
¿Entendido?
LOS
CRIADOS
¡Lo prometemos!
Segunda Escena
(Entra
el Cardenal-Príncipe Obispo Christoph
Madruscht.
Es un hombre robusto que, a pesar
de
su hábito clerical, da la sensación de ser
un
guerrero. Está serio y de mal humor.
Novagerio
sale muy jovial y amistoso al encuentro
de
Madruscht, que ahora ha bajado los escalones.
Se
saludan y estrechan las manos; se
adelantan
hacia el proscenio)
NOVAGERIO
¿Ha
llegado ya de Innsbruck, Morone?
MADRUSCHT
(serio)
Aún
no.
Pero para la mera
cortesía de
llevar los saludos
enviados por el Papa al Emperador,
treinta y un días me
parece mucho tiempo...
NOVAGERIO
(siempre abierto y jovial)
No hay motivo, todo está
pactado.
Entonces... ¿Por
qué tanta tardanza?
Estamos
de acuerdo en todo.
¿No
le ha consentido todo
el Santo Padre al
Emperador,
como si fuera su hijo
más amado?
¿No
es en Bolonia, su amada ciudad, no;
sino en Trento, incómoda para los alemanes,
donde se clausura el
Concilio?
¡Que se cierre de una vez
es
el deseo ferviente de todos nosotros!
Toda
la Cristiandad
suspira
por el acuerdo final.
Espero
que un viaje tan largo
no
haya demorado a Morone...
(observa el cielo)
MADRUSCHT
(señala,
sarcástico, el brillo creciente
del
sol fuera del edificio)
Parece que el clima de los últimos días
no
puede ser la causa...
NOVAGERIO
(entusiasmado)
¡Ah,
sí! ¡Un lindo día, un día divino!
¡Ojalá
este sol, tal como irrumpe triunfante
a
través de las nieblas otoñales,
sea
un símbolo para nuestras esperanzas!
MADRUSCHT
(molesto,
buscando volver a
su tema)
Pero
en lo que se refiere a Morone y
al Emperador,
tengo que decir...
NOVAGERIO
(viendo
ya a Borromeo, quien, rodeado de
algunos
obispos y teólogos italianos, entra
en este instante,
lentamente, por
el fondo de la escena)
¡Borromeo!
(corre
a su encuentro y lo saluda)
MADRUSCHT
(para
sí)
¡Otro
italiano más, maldición,
y
no precisamente el más tonto!
(Novagerio
se adelanta con Borromeo.
Madruscht
y lo saluda también ahora)
NOVAGERIO
(a
Borromeo)
¿Cómo ha pasado noche,
después
de tan largo viaje?
¿Muy incómoda la
cabalgada?
BORROMEO
(amable)
He descansado...
(a
Madruscht)
Es
una bella ciudad y muy bien conservada.
Verdaderamente merece usted toda mi gratitud,
reverendo padre,
por la tarea por
cuyo buen resultado todos oramos.
MADRUSCHT
(siempre
serio)
Cada
uno hace por ello todo lo que puede.
NOVAGERIO
¡Es
usted demasiado modesto, amigo Madrucci!
BORROMEO
¡Ésa
es siempre una virtud especial!
MADRUSCHT
(a
Borromeo)
¿No le apetece un refrigerio?
¿Vino? ¿Fruta?
BORROMEO
No
puedo rechazar las bendiciones
de esta bella tierra
tan
amablemente ofrecidas.
MADRUSCHT
(a
los sirvientes que aún están alrededor)
¡Traed fruta y vino tinto!
(a
Novagerio y Borromeo)
Y ahora deben disculparme...
NOVAGERIO
¡A
mi pesar!
BORROMEO
Oh, ¿por qué?
MADRUSCHT
Perdonen pero...
Miren allí a otros recién llegados.
Tengo que saludarlos.
(Va
hacia el fondo del salón donde ya han
entrado
un cierto número de clérigos, en
particular italianos.
Novagerio
y Borromeo, permanecen en el proscenio,
en primer plano)
Tercera Escena
BORROMEO
(indagando
ligeramente a Novagerio)
Un
hombre afable y digno, el Príncipe-Obispo.
NOVAGERIO
(mira
a Borromeo)
Devoto
incondicional del Emperador.
BORROMEO
(le
sostiene la mirada)
¿Seguramente
muy respetuoso de la Majestad?
NOVAGERIO
(con
seguridad)
Por
eso mismo: desconfiado y malhumorado.
BORROMEO
(sonriendo)
¡Seguramente
con un poco de razón!
NOVAGERIO
(afirmando,
con un gesto)
De
acuerdo con eso, sería bueno que,
puesto que estamos solos,
aprovechásemos
este momento.
Vayamos a sentarnos
allí...
(Mientras
tanto, cuatro sirvientes han traído
una mesita, dos sillas, muchas frutas,
vino tinto
en bellas jarras de cristal y
vasos. Lo disponen
todo en la parte anterior
del jardín y se alejan
de nuevo. Novagerio
y Borromeo se sientan a
la
mesa)
Y
aquí, ante esta fruta y el vino tinto,
escuche
usted la consigna para hoy:
“¡De
prisa, la conclusión!” Así deberá ser.
BORROMEO
(Llena
las copas con vino)
¡A
la salud de la piadosa Cristiandad!
¡Que
corra así la sangre de los herejes!
NOVAGERIO
(sirve
fruta a Borromeo y a sí mismo)
¡Y
que los frutos maduren pronto
y
nosotros podamos marcharnos!
(beben
vino y comen gustosos la
fruta)
BORROMEO
¿Pero qué hace Morone junto al Emperador?
NOVAGERIO
Pues... Mantenerlo lejos de aquí
y
quitarle de la frente todas las arrugas
que le han provocado sus
preocupaciones.
La
corona de Roma para el Emperador
es el premio por la
fidelidad al Papa;
sin embargo, el
joven Max, el hijo del Emperador,
secretamente parece que se inclina a la herejía...
BORROMEO
Malo sería si él diera tal paso.
NOVAGERIO
¡Oh,
no habrá verdadero peligro!
¡Además, pronto aparecería
allí un protector
para erradicar la peste luterana, ese sapo
infernal!
Pero...
(en
voz más baja)
el
trono de España,
y
con él el sueño del dominio mundial
sobre
todo el orbe católico,
atrae
al padre y al hijo.
Está
ante ambas miradas codiciosas
y
disuade al vehemente Fernando
de
dar pasos precipitados.
Mucho
ha de tener él que concedernos;
pero
su venganza y la fe del hijo,
son uvas que no están
aún maduras para el viejo zorro.
(levanta
en lo alto una uva y la vuelve
dejar caer)
¡Las
dejará colgadas, buenas y dulces!
BORROMEO
El
antiguo dominio mundial católico,
una
meta para el supremo poder del soberano.
¡Con una poderosa
alianza con Roma!
NOVAGERIO
No confío en su ardiente resentimiento;
y
que los alemanes, que tanto lo aprecian,
hayan
permanecido fuera de este Sínodo.
Eso
lo aflige más de lo que parece.
Por
eso conviene concederle sin peros
lo
que, por lo demás, él ha pactado
sobre
mejoras y cambios.
BORROMEO
(pensativo)
Están
entre estos puntos importantes:
la
reforma papal y eclesiástica,
la
comunión de los seglares,
y
aún otros compromisos...
NOVAGERIO
¡Vaya!
¿Tengo que aclarárselo?
La interpretación de las conclusiones
se la reserva el Papa sólo para él.
En
esto no hay motivo de preocupación.
Los dogmas, se mantienen
firmes.
Lo demás que no se ha
conseguido,
será fácilmente
superado por el resto logrado.
¡Por
eso, es que quiere “de prisa, la conclusión”...
El
Papa lo quiere... El Emperador lo quiere...
BORROMEO
Entonces ¿hoy se debatirá
lo que él
ha
solicitado en las últimas semanas?
¿Y
se alcanzará el final deseado?
¿Por
dónde se empezará?
NOVAGERIO
Por
lo que se cree que es fácil
y
seguro de conseguir:
primero
viene el tema de la música sacra,
después
se pasará a cosas más importantes.
¡Ahora,
mi digno amigo, éste es su tema!
Si
alcanza usted la victoria
por
encima de todas nuestras opiniones,
la música religiosa
le estará eternamente agradecida.
¡Ahora
puede usted alegrarse!
¡Realmente
su mérito no es pequeño,
es
usted el salvador del canto artístico,
y
de lograr unir la Iglesia y el Trono!
La
Misa deberá estar acabada.
para ese momento.
¿Cómo
va la composición?
Habrá que darla a
conocer,
y
le aseguro que gracias a la polifonía
la aprobación será unánime.
BORROMEO
Aquí
me pone en un gran aprieto...
Aún
no se ha conseguido la Misa.
NOVAGERIO
(asombrado)
¡Pero si todo estaba ya
arreglado!...
El
hombre había sido encontrado...
(tratando
de recordar)
Usted
dio su nombre...
BORROMEO
Es
Palestrina. Dirige el coro
de
Santa María la Mayor, en Roma.
Apenas
puedo expresarlo,
jamás
lo hubiera imaginado...
Mi
plan, mi deseo...
los
ha rehusado.
Yo
mismo fui a su casa... le di ese privilegio,
y
le presenté la solicitud del alto encargo.
Pero
la gloria magnifica no lo atrajo,
permaneció
como poseído por el diablo, insensible.
Aunque
se lo pidiera el Papa,
piensa que no es merecedor tal tarea.
Y
a mi confianza correspondió sólo con una
silenciosa
obstinación, ¡con una maliciosa burla!
NOVAGERIO
(escandalizado)
¿Qué?
¿El músico?, ¿El del coro?
¡Verdaderamente
el arte es cosa del
diablo!
¡Oblíguelo!
BORROMEO
(apasionadamente)
¿Que
yo pierda el tiempo con él?
¡Lo
he hecho detener!
Y
ahora espero, día tras día, la noticia
de
que la prisión haya doblegado su obstinación.
NOVAGERIO
¡Muy
bien! Pero ahora hay que darse prisa,
porque
el
Santo Padre, otrora tan afectuoso,
se
enojará si se lo defrauda.
¡Y
también su Majestad Imperial!
¡La
Misa tiene que estar aquí en el plazo fijado!
BORROMEO
Dudo
mucho que dé su brazo a torcer...
NOVAGERIO
Entonces,
hay que designar a otro hombre y
reconocerlo
como autor de la obra comprometida.
¡La
insubordinación es inaceptable!
¡Todo
este asunto ha ido ya demasiado lejos,
la
nueva Misa debe ser compuesta!
La
exige el sagrado Concilio, la
desean los reyes...
y cuando
tales poderes lo quieren,
¡tiene que ser!
BORROMEO
¡No
lo conoce!
Yo no he conseguido
hacerle
dar un sólo paso.
NOVAGERIO
Amigo
mío... ¡Ya hemos obligado a otros!
¡Por
los clavos de Cristo! ¡Lo apoyaré en esto!
¡Para
tales personajes es una verdadera bendición
la
inquisición creada por el anciano Pablo IV!
BORROMEO
Una
medida extrema... ¡Qué método tan terrible!
NOVAGERIO
(con
frialdad)
Hemos
empezado la obra... ¡Hay que acabarla!
BORROMEO
(con
dolor)
¡Él
es un maestro! ¿De qué lo acusaré?
NOVAGERIO
Vamos,
amigo, lo que no se puede digerir...
(escupe
graciosamente una piel de uva
hacia
el jardincito que está atrás)
... ¡se
lo escupe!
(Mientras
tanto se han congregado clérigos
y
seglares de todas las naciones y
rangos, que
participan del Concilio, y llenan
el escenario desde
su centro hasta
el fondo; formando grupos, la
mayoría de ellos ordenados por nacionalidades.
En
el fondo, bien visibles, aparecen
ahora, conversando,
Madruscht y
el Cardenal de Lorena)
Allí está el Lorenés, el Cardenal,
que
tan a menudo se nos ha opuesto...
Está allí junto al “oso alemán”.
¡Vayamos al salón!
(Se
desplazan hacia arriba y se mantienen
cerca de Madruscht y el Lorenés.
Mientras
tanto las mesitas,
sillas, etc, son retiradas
por los
criados)
Cuarta
escena
(El escenario paulatinamente
se llena cada vez más)
EL
LORENÉS
(a
Madruscht)
Numerosa
será hoy la Sagrada Asamblea.
MADRUSCHT
Mas
apresurada que sagrada, me parece a mí.
EL
LORENÉS
En
eso tiene usted toda la razón.
MADRUSCHT
Y yo
digo: ¿No es una prisa indecorosa?
¿Quién
creerá que aquí se reflexiona?
EL
LORENÉS
¡En
nuestro país esto no se puede hacer, no!
MADRUSCHT
¡Por
Dios, deberíamos unirnos más!
Y si le soy sincero, he de deplorar que
usted,
el más fuerte de entre
todos los
que están en la oposición,
¡haya
pactado con esos papistas!
EL
LORENÉS
Eso también podría decirse,
y con más fundamento,
de
su Emperador Fernando.
¡Recuerde qué bien se entendió con Morone!
(al
escuchar el nombre de Morone, Novagerio
se acerca presto y como casualmente.
Borromeo
también lo hace)
NOVAGERIO
¿Ha
aparecido Morone, al fin?
EL
LORENÉS
Hace
poco que descabalgó muy cansado.
BORROMEO
(disculpándose
con el Lorenés)
Perdone que nosotros, así,
sin ceremonias...
NOVAGERIO
(de
igual modo)
Oímos
su nombre...
¿Podrá ya dar comienzo la sesión?
Se hace tarde.
EL
LORENÉS
(sutilmente)
Dejemos...
que la pieza llegue a su fin.
MADRUSCHT
(grosero)
O
por decirlo de otra manera:
¡dado
que no se puede lograr la unidad cristiana,
debemos,
como lo hemos hecho siempre,
consolarnos,
y dar el asunto por perdido!
NOVAGERIO
(sonriendo)
¡Qué
amargamente habla usted!
(se
da vuelta como para alejarse)
Quiero
saludar a Morone...
(Sale
por la parte superior. Borromeo
invita
al Lorenés a ir juntos también
a saludar a
Morone. Ambos
salen. Poco después que
Novagerio
y Borromeo, se ha sumado al
grupo Anton Brus von
Müglitz, Arzobispo
de Praga. Después
de la salida de los tres,
Brus
se acerca a Madruscht. Éste
agarra
involuntariamente su mano)
BRUS
(mueve
la cabeza apenado)
¡Cuánto enredo y
frialdad!
MADRUSCHT
(irritado)
¡No
quieren las reformas!
BRUS
Y la voluntad del Emperador...
¿Es que no cuenta?
MADRUSCHT
(se
encoge de hombros)
La
voluntad del Emperador...
es
ahora nuestro deber.
(Siguen
al legado y a Borromeo. La
escena está
ahora colmada, los Padres
se han congregado
casi en su totalidad.
A la derecha, adelante, se
ha situado
un pequeño grupo de españoles que
señalan a los italianos, quienes,
en gran número,
cubren ahora el
lateral izquierdo del escenario,
hasta el
frente del mismo)
LOS
ESPAÑOLES
¡Mirad
allí a los italianos!
Pululan
como hormigas por doquier.
Ya superan en número a los franceses.
El
Lorenés ya no se opone,
del
Papa le llegará la recompensa deseada.
¡Qué
sería de todo esto
si
no fuera por la rectitud de los españoles!
¡Sí, la rectitud de los
españoles,
para
escarnio de los papistas!
¡Mirad
allí a los italianos!
Hay que tener en cuenta que la votación
no
se hará por naciones,
sino por el número de cabezas.
¡Las
cabezas! ¡Mirad sus cabezas!
¡Cabezas
aceitadas, blanqueadas, afeitadas!
¡Larvas
papistas! ¡Lacayos del Papa!
(Entra
el Conde de Luna, acompañado por
el
siempre muy serio Obispo de Cádiz, Avosmediano)
EL
CONDE DE LUNA
¿Ha
visto a los enviados de Roma,
que traen sus mochilas en
la espalda?
(con
sorna)
Seguro que traen ahí al Espíritu Santo,
para que les inspire sus decisiones.
LOS
ESPAÑOLES
(riendo)
¡Ja-ja,
ja-ja, ja-ja!
Sobre la espalda de un pequeño asno
llega de Roma el Espíritu
Santo
viajando
en una mochila.
(Al
grupo de italianos de la izquierda, se
suma
un numeroso grupo de eclesiásticos
italianos
recién llegados;
a la cabeza de los mismos está
el
Obispo de Budoja, un prelado de aspecto
divertido y cara de pícaro)
EL
OBISPO DE BUDOJA
(vivaz
y alegre se dirige al
primer grupo)
¡Queridos
hermanos, los saludos en el Señor!
¡Compatriotas!
ALGUNOS
DEL GRUPO
¡Alabado
sea Jesucristo!
EL
OBISPO DE BUDOJA
(dirigiéndose
a un obispo de
aspecto famélico
y distraído)
Es
usted de San Felice, ¿no? ¡Yo lo conozco!
UN
OBISPO
¡Teófilo
de Imola!
EL
OBISPO DE BUDOJA
Nunca
estuve allí.
Casi
nunca sale uno de su diócesis.
Yo
soy el Obispo de Budoja.
OTRO
OBISPO
Yo
soy, Dandini de Grossetto.
UNO
DEL PRIMER GRUPO
El
Obispo de Feltre.
OTRO
Yo,
de Fiesole.
EL
OBISPO DE BUDOJA
¡Así
me gusta un Concilio!
¡Uno
ve algo de mundo y,
además, viaja sin gastos!
TEÓFILO
Hay
que disfrutar de las fiestas que ya terminan.
EL
OBISPO DE BUDOJA
¡Tengo
que admitir que yo no tendría nada
en contra de que durasen algo más!
Pero
por desgracia hemos llegado al final.
EL
OBISPO DE GROSSETTO
Es
nuestro sagrado deber
votar
la conclusión.
TEÓFILO
Para
eso estamos aquí.
EL
OBISPO DE BUDOJA
¡Es
una lástima! ¡Me quedaría más tiempo!
Apenas
ha llegado uno,
y
ya tiene que volver a marcharse.
UN
DOCTOR JOVEN
Si
mi dinero alcanzara,
me
quedaría con gusto más tiempo.
EL
OBISPO DE BUDOJA
Eso
es lo de menos, amigo mío.
En
caso de una estadía
más larga,
tienen
que indemnizarnos.
EL
OBISPO DE FELTRE
Pero
nada nos han prometido...
EL
DOCTOR JOVEN
No
he oído nada acerca de dietas.
EL
OBISPO DE FIESOLE
¡Nada
de prolongación!
EL
OBISPO DE BUDOJA
Bien,
Roma
tiene que preocuparse sobre esto.
No
se pretenderá
que
nosotros fabriquemos el dinero.
¡Me
encantaría! ¡Me encantaría hacerlo!
(Entran
de nuevo lentamente, procedentes
del
palacio, Madruscht y Brus;
esperan un momento
y ocupan luego
sus puestos; poco
después entra
el
Lorenés y ocupa también el suyo)
EL
OBISPO DE FIESOLE
¡Dime!
¿Quién es el que está
junto
al Príncipe-Obispo de Trento?
EL
OBISPO DE FELTRE
Es
el Obispo Drakowitz.
GROSSETO
¡No,
es el Arzobispo de Praga!
EL
DOCTOR JOVEN
¿Praga?..., ¿Está eso en Alemania?
GROSSETO
Mas
bien en Bohemia.
De
allí vienen casi todos los herejes.
TEÓFILO
(espantado)
¿Los
herejes? ¡Oh, Jesús!
¿Llegaron
finalmente los herejes?
¿Hasta aquí,
a Trento?
EL
OBISPO DE BUDOJA
(toma
a Teófilo del brazo)
¡La
bondad de Dios, mi querido Teófilo,
mantuvo
lejos del Concilio italiano,
a
los cerdos luteranos!
Pero
estamos aún bendecidos en exceso
con
la sarna francesa y la tiña española.
(Los
obispos ríen y se dan vuelta; al mismo
tiempo
aparecen saliendo del
palacio Novagerio y Morone)
MORONE
Enviamos
las instrucciones a tiempo.
Con la ayuda de Dios, mi
misión ha sido un éxito.
NOVAGERIO
¡No
hay que subestimar las dificultades!
MORONE
(estrecha
la mano a Novagerio)
Tengo
esperanzas y mucho coraje.
(Al
mismo tiempo que Morone y Novagerio
ha
aparecido abajo, en la sala,
con
un pequeño séquito,
el
Patriarca de Asiria, Abdisu. Es
muy viejo, con
cabellos y barba blancos
como la nieve, una figura
extraña.
Está rodeado por su gente; los
italianos se
reúnen también con él)
ABDISU
Vengo
desde muy lejos,
entre
fatigas y penurias,
pero
mis pies me han traído felízmente hasta aquí.
Que
yo pueda vivir este día del Señor,
que
mis viejos ojos puedan ver
aún
esta obra:
¡el
renacimiento de la Cristiandad!
De
esto se alegra y se regocija mi corazón.
Después,
con gusto me despediré
de
esta bendita tierra.
(Todos
quieren ayudarlo; el Obispo de
Budoja
se abre paso hasta él y lo guía)
EL
OBISPO DE BUDOJA
¡Apóyese
en mí, hágame ese honor, señor!
(La
mayoría ha ocupado ya sus lugares. Ahora
el Maestro de Ceremonias avanza
hacia el centro
de la escena y
levanta el báculo)
SEVEROLUS
Yo,
Ercole Severolus,
Maestro
de Ceremonias de este sínodo, ruego,
en
virtud del oficio que me ha sido encomendado,
a
los padres de esta cristiana asamblea,
a
los reverendísimos arzobispos y prelados,
a
los distinguidos embajadores y enviados,
a
los sapientísimos teólogos y doctores,
ocupar
sus puestos según su estatus y
jerarquía,
porque
debe comenzar la reunión.
(Durante interludio musical que sigue,
ocupan todos sus puestos)
Y
ahora se levantará para la saludar,
el
Cardenal Primado, legado del Papa.
(Morone
se levanta)
Quinta Escena
MORONE
(Junta
las manos y con él lo hace toda la
Asamblea)
Rogamos
al Espíritu Santo, que
guía los concilios,
que guíe también la presente
asamblea;
que descienda sobre nosotros
y
dispense a nuestra obra un buen fin.
(separa
las manos)
A
sus servidores, los legados,
el
Santo Padre así nos dijo:
«¡Sed
ángeles de la paz!».
Con
estas palabras en el corazón,
ruego a Dios que
yo logre derramar la paz.
Fielmente me he esforzado
en
cumplir la misión ante aquél
para cuya
cabeza imploramos la bendición de Dios:
¡el gran emperador de Alemania, Fernando!
¡Reverendos padres! ¡Queridos hermanos!
Con
toda la humildad que adorna al cristiano,
deberéis tener hoy presente:
¡nosotros
somos la flor de la humanidad!
Nosotros
estamos llamados, para su gloria,
a
edificar la torre que desafíe los tiempos.
Nosotros,
en verdad pequeños ante el Señor,
pero
grandes ante los hombres de todos los
pueblos.
No cerrad al Espíritu Santo
vuestros corazones.
¡Él viene a nosotros!
(con
verdadero entusiasmo)
¡Sí,
sí,... él viene a nosotros!
Nos
da sabiduría, paz, unidad,
conocimientos, amor y verdad.
¡Todo esto... todo está en nosotros!
(un
piquete de soldados atraviesa la
escena
custodiando a unos herejes
camino
del Tribunal de la Inquisición)
Mirad a esos pobres, extraviados en
el error,
a esos herejes...
EL
OBISPO DE BUDOJA
(exclama
en voz alta)
¡Que
Dios los ilumine!
(le
llegan miradas de reprobación; tras
una
breve perturbación, Morone sigue)
MORONE
El cisma y el Maligno los
acompaña.
Son
el fruto del insano error y
de la arrogancia
que confía en
el libre albedrío del pecador.
¡Miradlos!
¡Ellos
mismos se destruirán unos a otros
y
terminarán hechos polvo y cenizas
y privados de la Gloria!
GRITOS, MURMULLOS
¡Maldición
sobre ellos! ¡Maldición a los herejes!
¡Malditos
sean los herejes demoníacos!
(los
soldados se llevan a los herejes)
MORONE
Nos
incumbe hoy llevar adelante la
gran obra
a
mayor honra y gloria de Dios,
pues
ya ha sido retrasada demasiado tiempo,
para
disgusto de toda la Cristiandad.
¡Por
eso, amados padres, estad atentos a fin de que
el creciente
viento de la erudición no
impulse
las livianas velas del
barquichuelo de la retórica
lejos del verdadero puerto de la humildad!
EL
OBISPO DE BUDOJA
¡Una
bella metáfora!
¿La
has comprendido, Teófilo?
SEVEROLUS
(alza
el bastón contra él)
¡Nada
de interrupciones! ¡Lo repito!
MORONE
Deseando
satisfacer la necesidad de los príncipes
y
de sus súbditos, e inclinado a mantener la paz,
el señor de todos los pueblos que
veneran la Cruz
ha dado el último paso para
lograr una plena unidad.
Y
cada buen príncipe concederá
a
sus hijos, al pueblo,
autorización
para practicar su propia fe,
según
los hábitos locales,
los
usos y costumbres
que
determinen sus deseos y necesidades.
He sido honrado
recientemente
con la misión ante el
Emperador,
para ofrecerle la rama de olivo de la
paz,
y de regreso, tras una larga cabalgata,
puedo ahora anunciar la más alegre
de las noticias:
el honor del trono de
Pedro ya no está amenazado;
y la gloria de Dios no
corre peligro,
pues
le ha sido concedido todo lo esencial.
EL
CONDE DE LUNA
(a
los españoles)
¡Observad
bien, señores, la limitación!
MORONE
(continúa
en tono más sencillo)
De las proposiciones del
Emperador,
la cuadragésimo segunda es la más
discutida;
examinadla y
aprobadla.
Llegad a una breve conclusión
con
un sí o un no sobre lo que aún queda,
y dejad para después su redacción definitiva
a
la sabiduría del Papa.
¿Os
parece bien?
LOS
PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!
AVOSMEDIANO
(se
pone de pie)
¡Desaprobado!
SEVEROLUS
¡Avosmediano,
Obispo de Cádiz!
AVOSMEDIANO
Para
eso fue convocado este sínodo,
para
que con diligencia se debatieran todas las dudas
hasta que cada tema estuviera
discutido y agotado.
EL
LORENÉS
(sentado)
Pero
hay puntos claros... y otros menos claros
que
se deben separar bien: repitamos, pues,
la
pregunta después de cada punto en particular.
MORONE
¿Os
parece bien así, Padres?
TODOS
LOS PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!
MORONE
Entonces,
abordaremos primero el ritual de la Misa.
Así,
con este artículo trigésimo, llegamos
al
deseo predilecto del gran Fernando I,
que
es el protector de todas las artes piadosas.
Él desea para la música
de la nueva Misa,
salvada
de toda proscripción,
lo siguiente:
“De
la época de los grandes maestros, lo antiguo
bien ideado que esté en concordancia con
el
espíritu de la piedad, rescaten y conserven.”
Con
la conformidad del Papa:
¿os parece bien aceptar la conservación?
LOS
ITALIANOS Y MUCHOS OTROS
¡Aprobado! ¡Aprobado!
OTROS
¡Desaprobado!
¡Desaprobado!
SEVEROLUS
¿Quién
pide la palabra?
(Avosmediano
se pone de pie)
SEVEROLUS
(con
leve mezcla de desprecio)
¡Avosmediano,
Obispo de Cádiz!
AVOSMEDIANO
En este asunto el Papa a puesto un "pero"
¿Qué
hay al respecto?
NOVAGERIO
(con
amabilidad)
Primero
deberá ser compuesta una obra de prueba.
(Dice
unas palabras en voz baja a
Borromeo)
BRUS
¿Una misa? ¿Eso es todo?
MADRUSCHT
Sí,
una misa, eso es todo.
EL
LORENÉS
¡Una misa de prueba!
EL
OBISPO DE BUDOJA
(a
Teófilo de Imola)
¡Teófilo!
¡El Patriarca se duerme!
(la
cabeza del Patriarca de Asiria cae
lentamente
sobre el pecho; se
adormece paulatinamente)
AVOSMEDIANO
Me
pregunto: ¿será aceptado el deseo del Papa?
SEVEROLUS
¡Habla
el reverendísimo Cardenal
Borromeo!
BORROMEO
(tranquilo
y con frialdad)
La misa ya está escrita.
NOVAGERIO
La
obra, ya lo habéis oído, ha sido compuesta.
Ha sido Palestrina, el famoso
compositor.
LOS
PADRES
¿Quién?... Seguramente, en Roma...
¿Por
quién?... ¿Cómo se llama?...
El
nombre es conocido...
Es
un maestro piadoso...
NOVAGERIO
Acto
seguido será ejecutada en el palacio del
Papa.
¿Estáis de acuerdo?...
LOS
PADRES
¡Aprobado! ¡Aprobado!
MORONE
Los
próximos artículos a tratar
están
listos para ser aprobados. Se trata de:
el uso
de los idiomas nacionales en la Misa
y
el Breviario...
SEVEROLUS
(a
Brus)
¡El
Arzobispo de Praga!
BRUS
(que
se ha levantado)
¿Puedo
preguntar por qué no se trata
cada
tema según el orden establecido
y por separado?
También
habría que recomendar,
dado
el poco tiempo y la prisa existente,
que
se tratara primero lo más importante.
Pues
lo que más importa al Emperador es
el
tema de la comunión bajo las dos especies.
UN
OBISPO ESPAÑOL
¡Al
Emperador, no, más bien a los bohemios!
SEVEROLUS
(alza
el báculo contra él)
¡Nada
de interrupciones!
MORONE
Si los Padres no están de
acuerdo por unanimidad,
lo que de seguro no será así, entonces se irá al examen
detallado; de lo
contrario, todo
se dejará
a la sapiencia del Papa.
NOVAGERIO
El
tratamiento de todo el tema:
el
examen, la consideración y la deliberación,
exigirían
todo un año de trabajo sin pausa,
y
la discusión no se acabará nunca.
BRUS
Tanto
más a mi favor; primero lo más importante.
(se
levanta el Conde de Luna)
SEVEROLUS
¡Tiene la palabra el
Conde de Luna,
legado del
Rey de España!
EL
CONDE DE LUNA
Pregunto
entonces: ¿Debe el Concilio
avanzar atropelladamente hacia el fin?
¡Insisto
en que se haga una discusión
más
profunda y detallada!
EL
LORENÉS
¿Pero
no oyó usted, señor Conde,
el
piadoso discurso del Legado.
EL
CONDE LUNA
(con
malicia desafiante)
Señor
Cardenal... por su gran influencia
es
usted desde hace tiempo un Legado ad hoc.
¡Pero
no lo es de hecho plenamente,
y,
por eso, no se le pregunta!
LOS
ESPAÑOLES
(entre
sí)
¡Todavía
no lo es, pero pronto lo será,
el
Papa se lo ha prometido!
EL
LORENÉS
(furioso)
¡Pues
nosotros le preguntamos ahora, Conde!
¿Cómo
llegó usted a esa silla que está ahí
fuera
de todo protocolo legítimo?
(Luna
se acomoda en la silla, riendo)
NOVAGERIO
(al
Lorenés)
Elegimos
esta modalidad,
pues así ninguna
de las dos grandes naciones
quedará
soslayada.
EL
LORENÉS
¡Protestaré mañana
en
la sesión solemne!
¡Reivindicaré
mi precedencia absoluta,
tal y como me corresponde!
EL
CONDE LUNA
(en
voz muy alta)
¡Ni
una pulgada
cederá
el gran Rey de España
ante
un imberbe como usted!
EL
LORENÉS
(se
vuelve, colérico, a los Legados)
Si
no salgo mañana el primero,
antes
que el español,
el
incensario y el beso de la paz...
SEVEROLUS
(levanta
el báculo)
¡El
Obispo de Budoja!
BUDOJA
(que
ha pedido la palabra; se pone
lentamente
de pie y comienza)
¡Ay!
¡Ay!
Ya
no hay paz entre los pueblos,
y
los príncipes están divididos; Dice el Profeta...
(sombrío)
¡Ay!
¡Ay!
¡Todos
tus enemigos han abierto su boca!
Te acosan... te muestran los dientes...
SEVEROLUS
¿Cuánto
tiempo piensas hablar, señor
Obispo?...
Te lo ruego;
que
lo que tengas que decir,
dilo brevemente.
Por decisión de los legados, a nadie
le
está permitido hablar más de quince minutos.
MORONE
(a
Budoja, con enojo contenido)
¡Sería
mejor que no hablara nada,
antes
que expresar interjecciones
sin
sentido ni provecho!
(Budoja
vuelve a sentarse
algo avergonzado)
Padres ¿tendréis a bien aprobar al mismo
tiempo,
la Misa y el Breviario?
LOS
ITALIANOS
¡Aprobado! ¡Aprobado!
TODOS
LOS DEMÁS
¡Desaprobado!
¡Desaprobado!
AVOSMEDIANO
(se
pone de pie; calmado, pero enérgico)
¡Si
el Concilio no permite discutir libremente
todos los puntos con seriedad y amor,
y
los artículos a reformar serán sólo vistos
someramente y no considerados en detalle,
propongo
una nueva prolongación y protesto
solemnemente
contra la finalización del concilio!
LOS
ITALIANOS
(furiosos)
¡Es
un cismático!
¡Expulsadlo! ¡Quemadlo!.
MORONE
(a
Avosmediano)
Quien hoy, con toda su alma,
no desee una rápida finalización
del
debate conciliar,
¡no es un cristiano piadoso!
(Novagerio
hace una señal a Morone)
EL
LORENÉS
(en
voz alta)
¿Ésta
es la libertad que otorga el Sínodo?
(Luna
se pone de pie para la réplica. Mientras
tanto,
el Obispo de Budoja ha
confortado
al Patriarca de
Asiria, que se ha
despertado por el ruido e intenta
levantarse.
El maestro de ceremonias levanta
el
báculo y grita algo, justamente cuando
Luna quiere
comenzar)
SEVEROLUS
¡El
reverendísimo y piadoso señor,
el
Patriarca de Asiria quiere hablar!
(al
instante se hace silencio)
ABDISU
(en
voz baja y pausado)
El
deseo del piadoso Papa
debe
ser considerado.
Debe oírse la solemne melodía,
en
Roma, del gran cantor...
(se
detiene, Budoja le susurra al oído)
Trinas...
pa... les...
(se
sienta y vuelve a dormirse lentamente.
Muchos reprimen la risa, se
oyen voces que
piden tranquilidad. Budoja
no aguanta la risa
y se aprieta el
abdomen para contenerla)
MORONE
(en
voz baja, pero grave, a Novagerio)
¡Este ha sido un truco del loco de Budoja!
¡Bien que lo he visto!
EL
CONDE DE LUNA
(vuelve
a levantarse)
¡Los
cristianos piadosos de todo el mundo
desean
una inmediata prolongación del concilio!
EL
LORENÉS
(vehemente)
¡Sólo
España la desea! ¡No todo el mundo!
EL
CONDE DE LUNA
(gritando)
¡Si
España lo quiere, así lo quiere el mundo!
(risas
y gritos generales)
TODOS
SALVO LOS ESPAÑOLES
¡Ja,
ja! ¡Ja, ja!
¿Así
que España es el mundo?
¡Qué buen geógrafo!
EL
OBISPO DE BUDOJA
(en
voz alta, al Conde)
¡Usted
debería leer a Tolomeo!...
LOS
ITALIANOS
(riendo)
¡Sí,
que lea a Tolomeo!
EL
CONDE DE LUNA
(iracundo)
¡Votaré
por invitar también a los protestantes
a
la sesión final!
(Se
produce una gran algarabía en toda la
sala. Sólo Novagerio, Morone, Madruscht,
Brus y el español no participan
del tumulto.
Luna se levanta excitado. El Patriarca Abdisu
vuelve
a despertarse por el ruido. Morone que
ha deliberado con Novagerio, se pone de pie y
alza las manos para hacerse
oír, pues el báculo
levantado del
Maestro de Ceremonias no sirve
ya para
nada. Entonces dan las doce)
MORONE
(tras lograr un poco de silencio)
En
este estado de conmoción espiritual,
no
se puede seguir deliberando.
Además, ha llegado el
mediodía.
Con
pesar y vergüenza levanto la sesión.
Pero os digo seriamente
lo
que el Legado debe anunciaros:
dos
horas después de mediodía
debemos
encontrarnos reunidos aquí de nuevo;
¡y
aunque se prolongue hasta altas horas de
la
noche, hoy será terminada la tarea!
A vosotros, amados Padres,
os exhorto,
y especialmente
al noble Conde,
a vestiros de mansedumbre.
¡Dejar
que las rencillas duerman!
Que
mi plegaria sirva a la unidad.
¡Amados
Padres! ¡Id en paz!
(Con
gran excitación, discutiendo, amenazando
y
gesticulando, todos se dirigen
a la salida. En
primer lugar, y en
grupo cerrado, los españoles.
Algunos
clérigos italianos, entre ellos Budoja,
permanecen un rato más en escena)
Sexta Escena
(Novagerio
y Morone se han adelantado y situado
a la izquierda del
proscenio. Más
a la derecha,
el Lorenés, Madruscht y Brus
forman otro grupo)
MORONE
(desesperado,
a Novagerio)
¿Y
ahora, qué? ¿Y ahora, qué?
¿Aún cree usted que
llegaremos al final?
NOVAGERIO
(impertérrito)
Si
ha de ser así, sin España:
¡tendremos
que hacerlo, y lo haremos!
(El obispo de Budoja se
acerca
furtivamente a Morone;
el resto
de su grupo se ha dispersado)
BUDOJA
(a
Morone)
Venerable,
dígame, ¿es totalmente seguro
que
mañana será la clausura?
¿Es
del todo irreversible?
MORONE
(Morone
lo ignora y se vuelve
hacia el Lorenés,
que se ha
quedado solo,
pues
Madruscht
y Brus se han
marchado)
¿Por
qué tuvo que irritar tanto al español?
EL
LORENÉS
(con
vehemencia)
¡Ustedes
lo han irritado aún más!
¡A
él y a todos!
¡Avosmediano
tenía razón!
¡Si a un francés le
ocurriera lo que a él le pasó,
por
Dios eterno, en mi caso que yo me marcharía
y
reclamaría un concilio libre!
BUDOJA
Pero
si mañana no está concluido,
nosotros deberemos quedarnos...
(Morone
le da la espalda)
NOVAGERIO
(al
Lorenés)
¡Dele al español, la precedencia!
Eso
es lo que él quiere,
y
entonces todo irá bien.
EL
LORENÉS
(a
Novagerio)
¡Ni pensarlo!
¡No
cederé una pulgada
ante
ese español!
BUDOJA
(a
la vez, a Morone)
En
caso de que la estadía se alargue...
¿habrá
derecho a dietas?...
MORONE
(al
Lorenés)
Pues entonces seguramente
no llegaremos al final...
EL
LORENÉS
¡Entonces,
aténganse a las consecuencias!
BUDOJA
Se
podrán reclamar... ¿no?
(toca
ligeramente a Morone; éste clava
en
él una mirada furiosa e interrogante.
Cauteloso,
habla despacio)
Me
parece, una dieta... y viáticos...
MORONE
(gritando)
¡Una
soga para su cuello!
¡Ya
le vendrá algo de Roma,
pero
no precisamente dietas!
¡Más
le valdría encomendarse a Dios!
(El obispo de Budoja se
da la
vuelta y
en silencio desaparece)
NOVAGERIO
(ríe)
Es
un tonto, un perfecto bufón.
(campechano,
a ambos)
Mantengamos,
pues, la serenidad.
(al
Lorenés)
Piense
usted en el Papa.
(coge
las manos sus dos interlocutores
y
las une como bromeando)
Y
ahora venid a mi casa, para
un frugal almuerzo.
¿Vamos, padres?
(se
ubica entre ambos y sale con ellos
en
actitud conciliadora)
Séptima Escena
(Sirvientes
alemanes, italianos y luego españoles)
CRIADOS ESPAÑOLES
(cuchichean
entre ellos)
¿Lo habéis visto? ¿Lo
habéis oído?
(señalando
a los criados italianos)
El
noble Conde y el piadoso caballero, ofendidos,
¡ofendidos
por el pueblo del diablo!
¡Esos perros!
(Más
alto)
¡Esos
perros de allí!
CRIADOS ITALIANOS Y ALEMANES
(entre
sí)
¿Qué quiere esa chusma?
(a
los españoles)
¡Fuera!
¡No tenéis nada que hacer aquí!
LOS
ESPAÑOLES
¡Apresuraros!...
¡Infelices!...
¡A la parte de atrás!... ¡Ja, ja, ja, ja!
¡Iros al diablo!
LOS
ITALIANOS
(entre
ellos)
No
les hagáis caso... pensad en la advertencia.
(a
los españoles)
¡Fuera,
a la calle! ¡Llamaremos al señor!
(Acude de la calle toda
clase de
gentuza que empuja a los españoles
hacia el interior de la sala)
LOS
ESPAÑOLES
¡Cobardes!
¡Ja, ja! ¡Ja, ja!
¡Sois
unos villanos! ¡Perros italianos!
UN
CRIADO ITALIANO
¡Os
mataré!
LOS
ESPAÑOLES
¡Miserables,
obscenos!
LOS
ITALIANOS
¡Infames
españoles!
LOS
ESPAÑOLES
¡Cobardes
del demonio!
LOS
ITALIANOS
¡Bestias
sarnosas!
LOS
ESPAÑOLES
¡Basura!
LOS
ITALIANOS
¡Hediondos infernales!
LOS
ESPAÑOLES
¡Arrancadles esas viles
palabras
con
la espada, en su vientre!
(Los españoles, al grito
de «¡Hasta el final!
¡Hasta el final!», atacan
con dagas a los
italianos y a los alemanes,
que asimismo
desenvainan las suyas.
Se produce una
enconada refriega de
la que toma parte el
pueblo con
voces y gritos. Al poco, aparece
Madruscht,
acompañado de un piquete de
soldados)
MADRUSCHT
(con
voz de trueno)
¡Fuego! ¡Tirad a matar!
(Resuena
una salva múltiple y muchos
de los revoltosos caen
heridos)
Los que sobrevivan... ¡al patíbulo!
(los
soldados corren hacia los que están
gimiendo
en el suelo; otros muchos huyen
en
distintas direcciones)
¡El
tormento más duro caerá sobre estos perros
que
así ofenden a la cristiana asamblea!
¿Es
éste el sentido del sagrado Concilio?
TERCER
ACTO
Escena
Primera
(Habitación de Palestrina como en el
primer
acto. Cae la tarde. Constante
tañer de las
campanas de Roma. En
la habitación cinco
cantores de Santa María
la Mayor. Palestrina,
en
el sillón, con los ojos medio cerrados y los
brazos descansando sobre los apoyabrazos.
En relación al primer acto,
aparece envejecido.
A un lado está arrodillado Ighino.
Sus
manos
y cabeza descansan sobre la
mano
izquierda
de Palestrina. Detrás del sillón,
de pie y como
dispuesto a prestar ayuda,
Giuseppe, el viejo
criado de Palestrina.
En
todo el grupo reina
un estado de ánimo como de angustia en torno
a un
enfermo)
PRIMER
CANTOR
¡Cuánto
tiempo tardan!...
SEGUNDO
CANTOR
¿Aún estarán cantando?...
TERCER
CANTOR
Ya
cae la tarde...
CUARTO
CANTOR
¡Cómo
suenan las campanas de San Pedro!...
QUINTO
CANTOR
La
noche nos traerá la decisión...
CUARTO
CANTOR
¡Ojalá
sea favorable!
PRIMER
CANTOR
¡Ojalá!
QUINTO
CANTOR
La
decisión...
PALESTRINA
(sin
moverse
y
sin abrir los ojos)
Hijo
mío, dime... ¿quiénes son estos muchachos?
IGHINO
(poniéndose
de pie, a Palestrina)
Vinieron
a ver cómo te encuentras.
¿No
los conoces? Son tus cantores.
PALESTRINA
(poco
a poco vuelve la cabeza
hacia la derecha)
Los cantores...
IGHINO
Tu
coro...
SEGUNDO
CANTOR
¡Qué
envejecido que está!...
PRIMER
CANTOR
¡Qué
cansada la mirada!...
TERCER
CANTOR
¡Encanecido
el pelo!...
CUARTO
CANTOR
¿Le
traerá la noche la buena nueva?
QUINTO
CANTOR
O un nuevo castigo de
Dios...
PALESTRINA
(con
la mirada siempre fija en
los cantores)
Los cantores, Ighino, esperan y observan...
¿Por qué me miran así?
IGHINO
Padre...
lo que tan magníficamente has creado,
la
obra eterna que has dado al mundo,
está siendo cantada en
el palacio dorado
ante los prelados y el Papa.
PRIMER
CANTOR
(aproximándose
unos pasos hacia
Palestrina)
La
Misa, maestro, la Misa que usted compuso...
PALESTRINA
(mira
hacia delante)
La
escribí en una noche...
SEGUNDO
CANTOR
(se
acerca de igual modo)
Sila
su alumno, reunió las hojas...
TERCER
CANTOR
(se
acerca de la misma manera)
... y nosotros
las ordenamos diligentemente.
PALESTRINA
Ellos
me encerraron en una mazmorra,...
pensé
que... dije...
(El cuarto y quinto
cantor se acercan.
Todos rodean,
formando un devoto
grupo, el sillón de Palestrina)
CUARTO
CANTOR
Las
recogimos, las guardamos...
QUINTO
CANTOR
Nos las arrebataron a la fuerza.
PALESTRINA
Pero...
¿qué sucedió?
IGHINO
Cuando
te detuvieron y te encadenaron
en
aquel terrible día,
yo
no podía comprender
que tales cosa pudieran ocurrir.
La
tierra me parecía el infierno
y sufrí por un tiempo convulsiones.
Giuseppe
permaneció conmigo
y no
recuerdo que pasó mientras permanecí así.
Cuando
desperté en la cama,
Giuseppe
estaba a mi lado.
Lo
primero que pregunté
fue
por la Misa y por ti.
Estabas
en prisión, encadenado.
Ellos
vinieron e irrumpieron en la casa;
sólo
la Misa podía salvarte...
¡Se
la entregué a
los esbirros!
Lo que hice, ¡oh, padre!, fue terrible;
pero
aún más terrible
golpeaba en
mi corazón
la angustia que sentía por ti.
Ahora, por fin has
regresado a casa,
y
la Misa resuena en el mundo entero.
¡Despierta a la vida por
tu hijo,
que te tiene en sus brazos!
(Palestrina
lo atrae más cerca de si. Silencio
y emoción. De repente se escuchan
en la calle,
numerosas voces polifónicas,
que parecen
acercarse a
la casa)
VOCES
¡Viva!
¡Viva! ¡Viva Palestrina,
el
salvador de la Música!
¡Viva,
viva!
(Ighino
y Giuseppe se quedan con Palestrina;
los cinco cantores van hacia la puerta
de entrada,
donde les sale al encuentro,
corriendo, otros
cantores de la Capilla
Papal)
Segunda Escena
CANTORES DE LA CAPILLA PAPAL
¿Está
aquí el maestro Palestrina?
¿Está
en casa el gran hombre?
¿Sabéis quién es
vuestro director?
¿Sabéis con quién cantáis?
¿Lo sabéis? ¿Sabéis
con quién tratáis a a diario?
¡El
músico más grande que vive en Roma!
¡Lo
ha dicho el mismísimo Santo Padre!
¡Y
la nueva misa es su mejor obra!
¡También
ha complacido a los cardenales,
cuando
la cantamos en la Santa Iglesia!
¡Ha
producido una gran impresión!
¡Cuando
la cantamos en la Santa Iglesia,
se
podía oír exactamente cada palabra!
¡La
hemos cantado gloriosamente!
Por
supuesto, la ejecución también ayuda...
Pero oíd, va a recibir el máximo honor
que
jamás acaeció a un mortal...
(Llega un nuevo grupo de
cantores de
la Capilla Papal)
EL
NUEVO GRUPO
(con
premura)
¡El mismísimo Santo Padre viene
hacia aquí!
¡De
rodillas! ¡De rodillas! ¡Abrid paso! ¡Ya llega!
(entran
corriendo más cantores)
¡De
rodillas, el Papa está aquí!
¿Dónde
está Palestrina? ¿Está preparado?
(Se
apretujan dentro de la habitación.
Llegan
ocho cardenales, entre ellos
Borromeo, como
heraldos papales. La
inminente llegada del Papa hace que
Palestrina, con gran
dificultad se incorpore
y se ponga en pie. El
Papa se hace visible
por el foro
y Palestrina va a su encuentro.
El Santo Padre va en un palanquín portado,
por clérigos.
Todos caen de rodillas)
EL
PAPA PÍO IV
(amistosamente,
a Palestrina)
Como
una vez en la celestial Sión, Juan,
el santo,
oyó cantar a los ángeles de
las alturas,
así, dulce y sublime, ha
sonado a mis oídos
la
misa de otro Juan.
Pierluigi, permanece hasta
el final junto a mí.
Dirige diligentemente mi capilla
Sixtina
como ya lo hiciste para el
santo papa Marcelo.
¡Príncipe
de la música de todos los tiempos!
¡Servidor
e hijo del Papa!
(Palestrina
besa un pie del Papa y éste
le da
su bendición a él y a todos. Luego
se
marcha acompañado por los cardenales,
excepto Borromeo. Una
vez que el Papa se
marchado,
los cantores se arremolinan
alrededor
de Palestrina para felicitarlo.
Borromeo indica a los
cantores, no sin cierta
vehemencia,
que salgan. Como con miedo ante
Borroneo,
Ighino se aparta hacia la izquierda,
situándose junto al órgano. Aparte
de él, sólo
están en escena Borromeo
y Palestrina que
sostienen
la mirada
por unos instantes. Borromeo
intenta decir
algo, pero de repente se arroja,
conmocionado,
a los pies de Palestrina y estalla
en un violento llanto. Palestrina se
inclina hacia
él espontáneamente y le pone
las manos sobre la
cabeza. Por fin, Borromeo
levanta la mirada y
empieza
a hablar)
BORROMEO
¡La Misa, ah, la dulce Misa!
¡Oh,
Palestrina, tú, mensajero de la Gracia!
¡Dios
habla a través tuyo... y yo no te reconocí!
(inclina
de nuevo la cabeza, llorando)
PALESTRINA
(trata
de tranquilizarlo)
¿Qué
ocurre?... Amigo mío...
¡Oh, querido amigo,
levántate!
BORROMEO
¡Ay,
deja al pecador que llore, déjalo llorar!
PALESTRINA
No
quiero impedir la felicidad de las lágrimas,
en este bienaventurado momento.
Tú
y yo somos vasijas, vasijas rotas a golpes.
Pero
el hálito del amor
surge
desde los cascotes.
¡Todo
aspira a la gloria, amigo mío!
BORROMEO
¡Oh,
Palestrina!... ¡Palestrina!...
(Con
ferviente contrición, Borromeo quiere
besar
los pies de
Palestrina, pero éste
lo levanta
rápidamente y lo besa en
la mejilla. Permanecen
un momento abrazados
en silencio; después,
Borromeo
abandona el
escenario a prisa y con el
rostro oculto. Palestrina
permanece sumido en sus
pensamientos.
Luego se adelanta desde un
rincón
Ighino y corre jubiloso a colgarse
del cuello de
su
padre. Palestrina,
tranquilo, lo estrecha unos
momentos
contra su pecho y acaricia sus cabellos.
Durante la conversación que sigue
Palestrina mira
por encima de la cabeza
de Ighino, de manera que
éste no pueda
ver sus ojos ni
su expresión facial)
IGHINO
¡Oh,
padre! ¿No estás satisfecho?
Eres el más famoso de todos,
aún
en el futuro serás recordado.
¡No
sólo recordado, sino que tus obras serán cantadas!
Seguramente
que el Papa te asignará también,
un
buen sueldo.
(Afectuoso)
¡Ahora
volverás a vivir... y reirás nuevamente!
Pero
estás tan callado... dime:
¿no
te alegras?
PALESTRINA
Claro,
claro, hijo mío... sólo que...
ya
no soy joven.
No
soy tan fuerte como antes...
ni siquiera en mi interior.
¿No vas a contarle a Sila
lo sucedido?
IGHINO
(dudando)
¡Ah, padre!... Sila... ya no está aquí...
Pero no creas que es un
desagradecido...
Él
está... se ha marchado...
PALESTRINA
(sonriendo)
...con
Bardi, a Florencia.
IGHINO
(sorprendido)
¿Ya lo sabías?
PALESTRINA
No
era difícil de adivinar.
La juventud busca la juventud.
Pero tú te
quedarás conmigo, ¿verdad, Ighino?
IGHINO
(en
voz baja)
Sí,
contigo.
(vuelve
a reclinar la cabeza en el pecho
de
Palestrina. Pausa; después resuenan
otra
vez, en la calle, las exclamaciones)
VOCES
EN LA CALLE
¡Viva
Palestrina, el salvador de la Música!
IGHINO
(abandonando
alegremente su lugar)
Oyes,
eso es por ti...
¡Ah,
déjame salir un poco a la calle!
Apenas
contengo mi felicidad...
Tengo
que gritar, saltar
y
oír cómo celebran a mi padre.
PALESTRINA
¡Salta,
pues, hijo mío, alégrate, querido mío!
(toma
la cabeza de Ighino en sus manos)
¡Bendito
Ighino!
¡Salta todo lo que
quieras!
(Ighino
abraza una vez más a su padre y
corre
saltando a la calle, lleno de felicidad.
Palestrina permanece unos momentos
de pie,
tranquilo. Después de la
salida de Ighino, su
mirada se vuelve seria
y profunda. Los últimos
rayos
de sol han desaparecido
y la habitación
permanece
sumida en penumbras. Palestrina
da unos pasos y permanece algún
tiempo
contemplando el cuadro de Lucrecia. Se aleja
de la
imagen y se sitúa junto a la silla del
pequeño órgano
hogareño)
PALESTRINA
(con
tranquila y casi alegre resignación)
¡Dios: fórjame, como la última piedra
en
uno de tus mil anillos!...
Así estaré feliz y en paz.
(Se
sienta en la silla del órgano y
se sumerge,
tocando suavemente, en
pensamientos musicales,
con
la mirada perdida en el infinito por
encima
del
teclado. Desde la calle resuenan
de nuevo
los
vítores a Palestrina y a su música)
VOCES
DESDE LA CALLE
¡Viva,
Palestrina!
(Otras voces más lejanas)
¡Viva
el salvador de la Música!
(muy
lejos, apenas audibles)
¡Viva!
¡Viva!...
(Palestrina
parece no escucharlas)
Digitalizado
y traducido por:
José
Luis Roviaro 2015
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