AKT II


Erste Szene 

(Pracht voller Saal in deutscher Renaissance mit 
schwerem Plafond in geschnitztem Eichenholz. Die 
Wände bis zur halber Höhe in Holzskulpturen. 
Darüber an beiden Seiten verblaßte Gobelins. 
Nach hinten oben ist der Saal durch eine Galede 
abgeschlossen, die durch einen Vorhang ver hängt
ist, der aber zu Beginn der Szene halb offen steht. 
Von dieser Galerie führt links eine monumentale 
Treppe bis zur halben Tiefe der Bühne herab. In 
der Mitte unter der Galede die Eingangstür mit 
gewundenen Säulen und Frontispiz. An der rechten 
Seitenwand ein geräumiger hoher Kamin. Weiter 
vorn ein Balkonfenster mit geschlossenen schweren 
Gardinen. An der linken Seite vor dem Treppenlue 
eine geschlossene Portière in Genueser Saint. Vor clem 
Kamin steht als Schirm eine chinesische Klappwand. 
Vor clem Fußpfeiler des freien Treppengeländers, auf 
einer dekorativen Staffelei, Lulus Bild als Pierrot in 
antiquisiertern Goldrahmen. Links vorne eine breite 
Ottomane, rechts davor ein Fauteuil. In der Mitte des 
Saals ein vierkantiger Tisch mit schwerer Decke, um 
den drei hochlehmige Polstersessel stehen. Auf dem 
Tisch steht ein weißes Bukett. Lulu in einem 
Morgenkleid, im Fauteuil. Schön links vorne stehend) 

GRÄFIN GESCHWITZ
(auf der Ottomane, in einem sehr männlich anmutenden 
Kostüm hoher Stehkragen etc. Schleier vor dem 
Gesicht, die Hände krampfhaft im Muff; zu Lulu)
Sie glauben nicht, wie ich reich darauf freue, Sie auf 
unserm Küntlerinnenball zu sehn.

DR. SCHÖN
Sollte denn für unsereinen gar keine Möglichkeit
bestehn, sich einzuschmuggeln?

GRÄFIN GESCHWlTZ
Es wäre Hochverrat, wenn jemand von uns einer 
solchen Intrige Vorschub leistete.

DR. SCHÖN
(geht hinter der Ottomane durch zum Mitteltisch) 
Die wundervollen Blumen! 

LULU
Die hat mir Fräulein von Geschwitz gebracht.

GRÄFIN GESCHWlTZ
O bitte.

(Verlegenheitspause) 

Sie werden sich doch jedenfalls als Herr kostümieren?

LULU
Glauben Sie, daß mich das kleidet?

GRÄFIN GESCHWITZ
(auf das Bild Lulus deutend)
Hier sind Sie wie ein Märchen.

LULU
Mein Mann mag es nicht.

GRÄFIN GESCHWITZ
Ist es von einem Hiesigen?

LULU
Sie werden ihn kaum gekannt haben.

GRÄFIN GESCHWITZ 
Er lebt nicht mehr?

DR. SCHÖN
(dumpf)
Er hatte genug.

LULU
Du bist verstimmt.

GRÄFIN GESCHWITZ
(die unbehagliche Stimmung bemerkt, erhebt sich) 
Ich muß gehn, Frau Doktor.

(Schön beherrscht sich) 

GRÄFIN GESCHWITZ
Ich habe noch so viel für unsern Ball zu richten. 

(Schön aus der Entfernung grüßend) 

Herr Doktor.

(von Lulu geleitet, ab) 

DR. SCHÖN
(allein, sich umsehend)
Das mein Lebensabend. Die Pest im Haus. Dreißig! 
Jahre Arbeit- und das mein Familienkreis, der Kreis
der Meinen...

(schrickt zusammen, sieht sich um) 

Gott weiß, wer mich jetzt wieder belauscht!

(zieht den Revolver) 

Man ist ja seines Lebens nicht sicher.

(Er geht, den gespannten Revolver in der Rechten 
haltend, nach rechts und spricht an die geschlossene 
Fenster Gardine hin.) 

Das mein Familienkreis! Der Kerl hat Mut!

(ergreift den Vorhang, reißt ihn zur Seite; 
da er niemand findet) 

Der Irrsinn hat sich meiner Vernunft schon bemächtigt.
Der Schmutz... der Schmutz...

(Er steckt, da er Lulu kommen hört, den Revolver ein.) 

LULU
(eintretend und mit Schön nach vorne kommend) 
Könntest du dich für heute Nachmittag 
nicht freimachen?

DR. SCHÖN
Was wollte diese Gräfin eigentlich?

LULU
Ich weiß nicht... Sie will mich malen.
Ich würde so gerne mit dir ausfahren.

DR. SCHÖN
Du weißt, daß ich heute auf die Börse muß.

LULU
Du bist schlecht gelaunt.

(an seinem Hals) 

Seit Wochen und Monaten hab' ich nichts mehr von dir.

DR. SCHÖN
Dein Frohsinn sollte meine alten Tage erheitern.

(streichelt ihr Haar) 

LULU
Du hast mich ja gar nicht geheiratet.

DR. SCHÖN
Wen hätte ich denn sonst geheiratet?

LULU
Ich - ich habe dich geheiratet.

DR. SCHÖN
Was ändert denn das daran?

LULU
Ich fürchte: Vieles - nur Gottlob eines nicht!

DR. SCHÖN
Und das wäre?

LULU
Deine Liebe zu mir.

(Schön zuckt mit dem Gesicht, winkt ihr, voranzugehen, 
und drängt sie sachte nach links in ihr Schlafzimmer. 
Beide ab. Leere Bühne. Gräfin Geschwitz öffnet 
vorsichtig die Mitteltür, wagt sich nach vorn und 
lauscht; schrickt zusammen, lauscht wieder und 
versteckt sich schließlich hinter dem Kaminschirm. 
Wieder leere Bühne. Schigolch tritt über die Treppe 
aus der offenen Gardine, sich am Geländer haltend; 
immer kurzatmig) 

Gott sei Dank, daß wir endlich zuhause sind.

(fast ausgleitend) 

Diese Parketten! Nichts als Klippen, als Fallstricke!

(bleibt stehen, Atem holend) 

DER ATHLET
(kommt, den Gymnasiasten am Arm tragend, poltemd 
die Treppe herunter)
Er ist noch zu klein für die große Welt und kann auch 
nicht so weit zu Fuß gehen!

DER GYMNASIAST
(indem er versucht, sich aus den Armen des Athleten zu 
befreien)
Wenn es auf nichts als auf Leben und Tod ginge, 
dann solltet ihr mich kennenlernen.

DER ATHLET
Das Brüderchen wiegt samt seinem Liebeskummer 
nicht mehr als vierzig Kilo.

DER GYMNASIAST
(mit den Beinen strampelnd)
Ich werd' aus der Schule gejagt!

DER ATHLET
Du bist noch auf gar keiner 
richtigen Schule gewesen.

(setzt den Gymnasiasten nieder) 

SCHIGOLCH
(der allmähfich - immer wieder tief Atem holend
über die Treppe heruntergekommen ist)
Hier hat sich schon mancher die ersten Sporen verdient. 
Nur ja keine Schüchternheit!

(holt im folgenden zwei Likörfiaschen aus einem 
Kästchen und stellt sie mit Gläsern auf den Tisch) 

DER GYMNASIAST
Wenn ich nur wüßte, was ich ihr sagen soll!

DER ATHLET
(roh lachend)
Das weiß sie schon selber am besten.

SCHIGOLCH
(Sich mit beiden Hähnen auf die Tischplatte stützend) 
Rauchen die Herrn? 

DER GYMNASIAST
(sein Zigarettenetui öffnend)
Hier sind Habanna!

DER ATHLET
(sich bedienend)
Vom Papa Polizeidirektor!

SCHIGOLCH
(sich mühsam setzend)
Ich habe alles im Hause; braucht nur befehlen!

DER GYMNASIAST
Ich habe gestern ein Gedicht gemacht...

DER ATHLET, SCHIGOLCH 
Was hat er ihr gemacht?

DER GYMNASIAST 
Ein Gedicht!

DER ATHLET
Ein Gedicht?

SCHIGOLCH
(zu Athlet)
Zwei Taler hat er mir versprochen, wenn ich sie
zusammenbringe - und allein lasse!

DER GYMNASIAST
Wer wohnt denn eigentlich hier?

SCHIGOLCH
Hier wohnen wir.

DER ATHLET
Jour fix, jeden Börsentag!

DER GYMNASIAST
Soll ich es ihr vielleicht zuerst vorlesen?

SCHIGOLCH
(zu der Athlet)
Was meint er denn?

DER ATHLET
Sein Gedicht; er will sie zuerst auf die Folter spannen.

SCHIGOLCH
(den Gymnasiasten fixierend)
Die Augen; die Augen!

DER ATHLET
Die Augen, ja! 
Die haben sie seit acht Tagen um ihren Schlaf gebracht.

SCHIGOLCH
(zu Athlet)
Wir sind erledigt.

DER ATHLET
Wir beide sind erledigt!

DER GYMNASIAST 
Wieso erledigt?

DER ATHLET
(mit Schigolch anstoßend)
Zum Wohl, Gevatter Tod!

SCHIGOLCH
Zum Wohl, Springfritze!-

(Lulu von links, in eleganter Balltoilette, weit 
dekolletiert, mit Blumen vor der Brust) 

Aber Kinder, wir erwarten Besuch!

(Der Gymnasiast sich erhoben. Lulu sich auf 
die Armlehne seines Sessels setzend)  

Sie sind in eine nette Gesellschaft geraten.

SCHIGOLCH
Was sind das für Blumen?

LULU
Orchideen!

(sich mit der Brust über den Gymnasiasten neigend)  

Riechen Sie!

SCHIGOLCH, DER ATHLET 
(gleichzeitig)
Sie erwarten wohl den Prinzen?

LULU
Gott bewahre!

(erhebt sich) 

DER GYMNASIAST 
Einen Prinzen?

SCHIGOLCH, DER ATHLET 
(gleichzeitig)
Also wieder wer andrer?

LULU
Der Prinz ist verreist.

(eilt vor sich hinsummend die Treppe hinauf und tritt in 
die Galerie ein) 

DER GYMNASIAST 
Was für ein Prinz?

DER ATHLET
Er hat sie nämlich ursprünglich heiraten wollen.

SCHIGOLCH
Ich habe sie ursprünglich auch heiraten wollen.

DER ATHLET
Du hast sie ursprünglich heiraten wollen?

SCHIGOLCH
Hast du sie nicht auch ursprünglich heiraten wollen?

DER ATHLET
Jawohl, ich habe sie ursprünglich heiraten wollen.

SCHIGOLCH
Wer hat sie nicht ursprünglich heiraten wollen!

DER GYMNASIAST
(ganz erstaunt)
Was?!- Ihr habt sie ursprünglich heiraten wollen?!

DER ATHLET
(zu Schigolch)
Sie ist also nicht Ihr Kind?

SCHIGOLCH
Fällt ihr nicht ein!

DER GYMNASIAST
Was heißt denn das "Ihr Kind"?

DER ATHLET
Wie heißt denn ihr Vater?

SCHIGOLCH
Sie hat nie einen gehabt!

DER GYMNASIAST 
Sie hat nie ei...

(Lulu kommt wieder- vor sich hinsummend 
von der Galerie herunter) 

Was habe ich nie gehabt?

ALLE DREI
Einen Vater!

LULU
Ja gewiß, ich bin ein Wunderkind. -

SCHIGOLCH
(zu Lulu)
Hast oben abgeschlossen?

LULU
(zeigt den Schlüssel)
Hier ist der Schlüssel.

SCHIGOLCH
Hättest ihn lieber stecken lassen.

LULU
Warum denn?

SCHIGOLCH
Damit man von außen nicht aufschließen kann.

DER ATHLET
Ist er denn nicht auf der Börse?

LULU
O doch, aber er leidet an Verfolgungswahn!

DER ATHLET
Ich nehme ihn auf die Füße und - jupp -, 
daß er an der Decke kleben bleibt!

LULU
Sie jagt er mit einem Seitenblick durch ein Mausloch!

DER ATHLET
Was jagt er? Wen jagt er? 
Sehn Sie sich bitte den Bizeps an!

LULU
Zeigen Sie.

DER ATHLET
(sich auf den Arm schlagend)
Granit! Schmiedeeisen! Ein Amboß!

LULU
(befühlt abwechselnd ihren und Athlet Oberarm)
Wenn Sie nur nicht so lange Ohren hätten...

SCHIGOLCH
(der Athlet verspottend) 
¡Ji, ja!

DER KAMMERDIENER
(durch die Mitte eintretend)
Herr Doktor Schön.

DER ATHLET
(aufspringend)
Der Lumpenkerl!

(rast durchs Zimmer und versteckt sich rechts 
vorne hinter der Gardine) 

SCHIGOLCH
(zu Lulu)
Gib mir den Schlüssel her!

(Lulu gibt Schigolch den Schlüssel, ohne die Ruhe zu 
verlieren. Der Gymnasiast gleitet vom Sessel unter den 
Tisch und zieht die Decke vor. Schigolch übermimt den 
Schlüssel von Lulu und setzt sich langsam in Bewegung, 
den Weg über die Treppe nehmend) 

LULU
(zum Diener)
Ich lasse bitten.

DER GYMNASIAST
(unter dem Tisch hervorblickend)
Er bleibt hoffentlich nicht; dann sind wir allein...

(Lulu berührt den Gymnasiasten mit der Fußspitze und 
setzt sich, in Erwartung des Besuches, zurecht. Der 
Gymnasiast verschwindet wieder. Der Kammerdiener 
läßt Alwa eintreten, dann ab) 

ALWA
(im Smoking)
Die Matinee wird, wie ich mir denke, 
bei elektrischem Licht stattfinden. Ich habe...

(Schigolch bemerkend, der sich noch immer die Treppe 
hinaufschleppt) 

Was ist denn das?

LULU
Ein alter Freund deines Vaters.

ALWA
Mir völlig unbekannt.

LULU
Sie waren im Krieg zusammen. Es geht ihm schlecht.

ALWA
Ist denn mein Vater hier?

LULU
Er hat ein Glas mit ihm getrunken! 
Er mußte auf die Börse.

(da Alwa Schigolch mit dem Blick verfolgt) 

Wie findest du mich?

(Schigolch über die Galerie ab) 

ALWA
(sich ihr zuwendend)
Sollte ich dir das nicht lieber verschweigen?

LULU
Ich meine ja nur das Kleid.

ALWA
Deine Schneiderin kennt dich offenbar besser, 
als ich - mir erlauben darf, dich zu kennen.

LULU
Als ich mich im Spiegel sah, 
hatte ich ein Mann sein wollen... mein Mann!

ALWA
(sie mit scheuem Wohlgefallen betrachtend)
Du scheinst deinen Mann um das Glück zu beneiden, 
das du ihm bietest.

(Der Kammerdiener durch die Mitte mit Service, deckt 
den Tisch und legt zwei Kuverts auf; Flasche Pommery, 
Hors-d'oeuvres) 

ALWA
(zum Diener)
Was haben Sie denn?

LULU
(zu Alwa)
Nicht!

DER KAMMERDIENER 
Herr Doktor?...

ALWA
Er scheint mir heute so weinerlich.

LULU
(zu Alwa)
Nicht!

DER KAMMERDIENER
(durch die Zähne)
Man ist auch nur ein Mensch!

(ab. Beide setzen sich zu Tisch.)

LULU
Was ich immer am höchsten an dir schätzte, ist deine 
Charakterfestigkeit. Du bist immer so vollkommen 
sicher, wenn du auch fürchten mußtest, dich deshalb 
mit deinem Vater zu überwerfen. So bist du 
trotzdem immer wie ein Bruder für mich eingetreten.

ALWA
Es ist nun einmal mein Los, bei den leichtsinnigsten 
Gedanken immer das allerbeste zu erzielen.

LULU
Du bist der einzige Mann auf dieser Welt, der mich 
beschützt hat, ohne mich vor mir selbst zu erniedrigen!

ALWA
Hältst Du das für so leicht?...

(Schön erscheint auf der Galede, in der er vorsichtig 
den Vorhang teilt; über die Bühne wegsprechend) 

Mein eigener Sohn?

(verbirgt sich) 

ALWA
(da Lulu schweigt) 
Mit deinen Gottesgaben macht man seine Umgebung 
zu Verbrechern, ohne sich's träumen zu lassen. 
Ich hab' auch nur Fleisch und Blut. Und wenn wir nicht 
wie Geschwister nebeneinander aufgewachsen wären...

LULU
Deshalb gebe ich reich auch nur dir allein ganz ohne 
Rückhalt; denn bei dir hab' ich nichts zu fürchten.

ALWA
Ich versichere dir, es gibt Augenblicke, wo man 
gewärtig ist, sein ganzes Innere einstürzen zu sehen.-
Aber sprechen wir nicht davon!...

(Der Kammerdiener kommt durch die Mitre, 
wechselt die Teller...) 

ALWA
(zum Diener)
Sind Sie krank?

LULU
(zu Alwa)
Laß ihn doch!

ALWA
Er zittert wie im Fieber.

DER KAMMERDIENER
(kann sich kaum beherrschen)
Gnädige Frau ...

(Schön wird sichtbar, wie er die Vorgange
im Saal beobachtet) 

DER KAMMERDIENER
(wie früher)
Herr Doktor...

DR. SCHÖN
(über die Bühne wegsprechend)
Der also auch!

(Der Kammerdiener mit dem Tablett langsam abgehend. 
Schön, zieht sich wieder etwas zurück) 

LULU
Was meintest du früher mit den "Augenblicken, 
wo man gewärtig ist, sein ganzes Innere einstürzen 
zu sehen"?

ALWA
Ich wollte nicht davon sprechen.

LULU
Ich hab' dir wehgetan. Auch ich will 
nicht mehr davon anfangen.

ALWA
Versprichst du mir das für immer?

LULU
Meine Hand darauf!

(reicht ihm ihre Hand über den Tisch) 
(Alwa ergreift ihre Hand, preßt sie in der seinigen, 
drückt sie lange und innig an seine Lippen) 

LULU
Was tust du?!!!...

(Der Athlet steckt rechts den Kopf aus den Gardinen. 
Lulu wirft ihm über Alwa hinweg einen wütenden Blick 
zu. Der Athlet zieht sich zurück) 

DR. SCHÖN
(auf der Galerie, über die Bühne wegsprechend)
Da ist noch einer!

ALWA
(sich aufrichtend, ohne ihre Hand Ioszulassen)
Eine Seele, die sich im Jenseits den Schlaf aus den 
Augen reibt... O diese Hand...

LULU
Was findest du daran ...

ALWA
Einen Arm...

LULU
Was findest du daran...

ALWA
Einen Körper...

LULU
(unschuldig)
Was findest du daran...

ALWA 
(erregt)
Mignon!

(springt auf) 

LULU
Sieh mich nicht so an - um Gotteswillen!

ALWA
(vor ihr kniend)
Richte mich zugrunde! Mach ein Ende mit mir.

LULU
Liebst du mich denn?

ALWA
Liebst du mich, Mignon?

LULU
Ich weiß es nicht...

ALWA
Mignon, ich liebe dich!

(birgt seinen Kopf in ihrem Schoß) 

LULU
(beide Hände in seinen Locken)
Ich habe deine Mutter vergiftet...

(Der Athlet steckt rechts den Kopf aus den Gardinen, 
sieht Schön auf der Galerie und macht ihn durch 
Zeichen auf Lulu und Alwa aufmerksam. Schön richtet 
seinen Revolver gegen der Athlet. Der Athlet bedeutet 
ihm, den Revolver auf Alwa zu richten. Schön spannt 
den Revolver und zielt auf der Athlet. Der Athlet fährt 
hinter die Gardinen zurück) 

LULU
(sieht der Athlet zurückfahren, sieht Schön 
auf der Galerie, erhebt sich)
Sein Vater!

DR. SCHÖN
(senkt den Revolver und kommt die Treppe herunter. 
Nähert sich - eine Zeitung in der Hand - Alwa, den 
er bei der Schulter nimmt)
In Paris ist Revolution ausgebrochen.

ALWA
(der bis dahin noch immer regungslos auf den 
Knien war, erhebt sich wie schlaftrunken)
In Paris... Laß mich nach Paris...

DR. SCHÖN
(entfaltet alls Zeitungsblatt)
In der Redaktion weiß keiner, was er schreiben soll...

(und geleitet Alwa durch die Mifie hinaus. Beide ab. 
Der Athlet stürzt rechts aus den Gardinen, will die 
Treppe hinan) 

LULU
(vertritt ihm den Weg)
Sie können hier nicht hinaus!

DER ATHLET
Lassen Sie mich durch!

LULU
Sie rennen ihm in die Arme.

DER ATHLET
Er jagt mir eine Kugel durch den Kopf.

LULU
Er kommt.

DER ATHLET
(zurücktaumelnd)
Himmel, Tod und Wolkenbruch! 

(verbirgt sich hinter der Portière) 

DR. SCHÖN
(durch die Mitre, verschfiet die Tr, geht, den 
Revolver in der Hand, auf alls Fenster vorn zu, 
schlägt die Gardine in die Höhe)
Wo ist denn der hin?

LULU
(auf der untersten Treppenstufe)
Hinaus.

DR. SCHÖN
Über den Balkon hinunter?

LULU
Er ist Akrobat.

DR. SCHÖN
(sich mit einer wegwerfenden Geste zu Lulu wendend) 
Du Kreatur, die mich durch den Straßenkkot 
zum Martertode schleift! 
Du Würgengel! 
Du unabwendbares Verhängnis! 
Du Freude meines Alterst Du Henkerstrick! 

LULU
(nach vorne kommend)
Wie gefällt dir denn mein neues Kleid? 

DR. SCHÖN
Weg mir dir, sonst schlägt's mir morgen über den 
Kopf- und mein Sohn schwimmt in seinem Blute! 

(mit plötzlichem Entschluß, iht seinen Revolver 
aufdrängertal) 

Ich muß mich retten. Begreifst du reich? 
Du sollst es dir selbst applizieren! 

LULU
(hat sich, da die Kräfte sie zu vedassen drohen, auf 
den Diwan niedergelassen; den Revolver hin- und 
her drehenr)
Das geht ja nicht los. 

DR. SCHÖN
Soll ich dir die Hand führen? 

LULU
(den Revolver, wie im Scherz, gegen ihn richtend) 
Ist er denn geladen? 

DR. SCHÖN
Keinen blinden Lärm! 

(Lulu hebt den Revolver und knallt einen Schuß 
gegen der Decke. Der Athlet springt aus der 
Portiere, die Treppe hinauf, über die Galede ab)

DR. SCHÖN
Was war das ...? 

LULU
(harmios)
Nichts.- Du leidest an Verfolgungswahn! 

DR. SCHÖN
(ihr den Revolver entreißend)
Hast du noch mehr Männer versteckt?

(suchend im Zimmer herumrasend) 

Ist sonst noch ein Mann bei dir auf Besuch?

(lacht wild, schlägt die Fenstergardinen in die 
Höhe, wirft den Kaminschirm um, packt- nach 
einem sprachlosen Moment- die Geschwitz am 
Kragen und schleppt sie nach vorn) 

Kommen Sie durch den Rauchfang herunter? 

GRÄFIN GESCHWITZ
(in Todesangst zu Lulu)
Retten Sie mich vor ihm! 

DR. SCHÖN
(sie schüttelnd)
Oder sind Sie auch - Akrobat? 

GRÄFIN GESCHWITZ
(wimmernd)
Sie tun mir weh... 

DR. SCHÖN
Jetzt müssen Sie schon zum Diner bleiben. 

(schleppt sie nach links ins Nebenzimmer und 
verschliet die Tr hinter ihr; - setzt sich neben 
Lulu uncl drängt ihr den Revolver auf) 

Es ist noch genug für dich drin: Komm zu Ende!- 
Ich kann meinem Diener nicht helfen, meine Stirn 
zu verzieren.

(ihr wieder den Revolver aufdrängend) 

Komm zu Ende!... 

LULU
Du kannst dich scheiden lassen. 

(nimmt den Revolver)

DR. SCHÖN
Das wär' noch übrig. Damit morgen ein nächster 
seinen Zeitvertreib finde, wo ich von Abgrund zu 
Abgrund geschaudert, den Selbstmord im Nacken 
und dich vor mir!

(etwas ruhiger) 

Ich mich scheiden lassen!- Läßt man sich scheiden, 
wenn die Menschen ineinander hineingewachsen 
und der halbe Mensch mitgeht?

(wieder in Wut geratend) 

Siehst du dein Bett, mit dem Schlachtopfer darauf?

(nach dem Revolver langend) 

Gib her! 

LULU
(versucht sich ihm zu entziehen)
Erbarmen... 

DR. SCHÖN
(wie früher)
Ich will dir die Mühe abnehmen.

(versucht nochmals, ihr den Revolver zu entreißen. 
Lulu reit sich von ihm los, den Revolver niederhaltend, 
in entschiedenem, selbstbewußtem Ton) 

LULU
Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht 
haben, so setzt das meinen Wert nicht herab. 
Du hast so gut gewußt, weswegen du mich zur Frau 
nahmst, wie ich gewußt habe, weswegen ich dich 
zum Mann nahm. Du hattest deine besten Freunde 
mit mir betrogen, du konntest nicht gut auch noch 
dich selber mit mir betrügen. Wenn du mir deinen 
Lebensabend zum Opfer bringst, so hast du meine 
ganze Jugend dafür gehabt. - Ich habe nie in der 
Welt etwas anderes scheinen wollen, als wofür man 
mich genommen hat. Und man hat mich nie in der 
Welt für etwas anderes genommen, als was ich bin. 

DR. SCHÖN
(auf sie eindringend)
Nieder, Mörderin! In die Knie!

(drängt sie bis vor die Treppe, die Hand erhebend) 

Nieder... 

(Lulu sinkt in die Knie)

DR. SCHÖN
.. und wage nicht wieder aufzustehn!

(den lauf des in Lulus Hand befindlichen Revolvers 
auf sie richtend) 

Bete zu Gott, daß er dir die Kraft gibt!... 

(Der Gymnasiast mit Gepolter unter dem Tisch 
aufspringend, den Sessel beiseite stoßend. Schön 
sich rasch gegen den Gymnasiasten wendend, Lulu 
den Rücken kehrend. Lulu feuert fünf Schüsse gegen 
Schön und hört nicht auf, den Revolver abzudrücken)

GYMNASIAST 
Hilfe! 

DR. SCHÖN
(vorüberstürzend, vom Gymnasiasten aufgefangen und 
in einen Sessel niedergelassen)
Und - da - ist - noch - einer!... 

LULU
(auf Schön zustürzend)
Allbarmherziger... 

DR. SCHÖN
(zu Lulu)
Aus meinen Augen!- Alwa! 

GYMNASIAST
Um Gotteswillen! 

LULU
(auf den Knien)
Der einzige, den ich geliebt! 

DR. SCHÖN
Mörderin! Alwa! Alwa! 

(Alwa kommt über die Galerie die Treppe 
eiligst herunter)

DR. SCHÖN
Wasser! 

LULU
Wasser! Er verdurstet.

(wendet sich zum Tisch, wo sie ein Glas mit 
Champagner füllt)

ALWA
(bei Schön)
Mein Vater!... Mein Vater!... 

LULU
Ich habe ihn erschossen ... Ich habe ihn erschossen. 

DER GYMNASIAST
Sie ist unschuldig... Sie ist unschuldig... 
Sie ist unschuldig. 

DR. SCHÖN
(zu Alwa)
Du bist es... Es ist mißglückt. 

ALWA
(will ihn aufheben)
Du mußt ins Bett.. 

DR. SCHÖN
Faß mich nicht so an!... Ich verdorre... 

(Lulu kommt mit dem Champagnerkelch)

DR. SCHÖN
Du- bleibst dir gleich.

(nachdem er - mit einem letzten Blick auf Lulu und ihr 
Porträt - getrunken, zu Alwa) 

Laß sie nicht entkommen: Du bist der nächste... 

ALWA
(zum Gymnasiasten)
Helfen Sie mir, ihn aufs Bett zu bringen. 

(richtet Schön mit Hilfe des Gymnasiasten auf)  

Ins Schlafzimmer...

DR. SCHÖN
Nein, Nein!... Nein!... Nein!... 

(Alwa, der Gymnasiast führen Schön zur Tür links)

DR. SCHÖN
(stöhnend)
O Gott, o Gott, o Gott... 

(Alwa findet die Tür verschlossen, dreht den Schlüssel 
und öffnet. Gräfin Geschwitz tritt heraus)

DR. SCHÖN
(sich bei ihrem Anblick steif emporrichtend) 
Der Teufel!

(in sich zusammensinkend)

GYMNASIAST
(für sich)
Der Teufel. 

LULU
(sich zu ihm nieder neigend, mit der Hand über 
seine Stimm streichend)
Er hat es überstanden.

(richtet sich - Schön nochmals anblickend- auf 
und eilt die Treppe hinan)

ALWA
(ihr den Weg versperrend)
Halt! Nicht von der Stelle! 

DER GYMNASIAST
Sie ist unschuldig... 

GRÄFIN GESCHWITZ
(zu Lulu)
Ich meinte, du- wärest es... 

ALWA
Nicht von der Stelle! 

LULU
Du kannst mich nicht dem Gericht ausliefern! 

ALWA
Wieso nicht?! 

LULU
Alwa, verlang was du willst!- Laß mich nicht der 
Gerechtigkeit in die Hände fallen! 

ALWA
Ich muß doch- 

LULU
Es ist schade um mich. Ich bin noch jung. Ich will dir 
treu sein mein Leben lang. Ich will nur dir allein 
gehören. Sieh mich an, Alwa! Mensch, sieh reich an! 
Sieh mich doch an!

(Es Läutet auf dem Korridor.)

ALWA
Die Polizei ist da!

(Es wird von auen an die Tür gepoltert.)

LULU
(sich vor Alwa niederwerfend und seine 
Knie umklammernd)
Alwa! 

GRÄFIN GESCHWITZ
Die Polizei ist da! 

(Alwa sich von ihr losreißend geht zur Tür, 
um zu öffnen)

DER GYMNASIAST
Ich werd' aus der Schule gejagt.

(Wie die Polizei eindringt, fällt der Vorhang rasch.) 

VERWANDLUNG 

(Zu der nun folgenden Verwandlungsmusik werden 
in einem stummen Film die Schicksale Lulus in den 
ächsten Jahren andeutungsweise gezeigt, wobei das 
filmische Geschehen, entsprechend dem symmetrischen 
Verlauf der Musik auch quasi symmetrisch, also 
vorwärtsgehend und rückläufig, zu verteilen ist, 
zu welchem Zweck die einander entsprechenden 
Geschehnisse und Begleiterscheinungen möglichst 
gegeneinander anzupassen sind. Dies ergibt dann 
folgende Bilderreihe, in Richtung der Pfeile) 

EIN JAHR HAFT 
Verhaftung
Die drei bei der Verhaftung Beteiligten.
Lulu in Ketten. 
Untersuchungshaft
In nervöser Erwartung.
Schwindende Hoffnung. 
Prozeß
Die Schuld
Richter und Geschworene.
Die drei Zeugen der Tat.
Verurteilung.
Überführung mit dem Gefangenenauto in den... 
Kerker
Die Kerkertür schließt sich.
Anfänglich Resignation. 
Lulus Bild: 
als Schatten an der Kerkermauer 
Kerker
Die Kerkertür geht auf. 
Erwachender Lebensmut.
Lulus Bild: als Spiegelbild in einer Schaufel. 
Konsilium
Die Krankheit.
Ärzte und Studenten.
Die drei Helfer für die Befreiungsaktion.
Überführung mittels Krankentransport aus dem... 
In der Isolierbaracke 
In nervöser Erwartung.
Steigende Hoffnung. 
Am Weg zur endgültigen Befreiung 
Die drei an der Befreiung Beteiligten.
Lulu auf freiem Fuß, als Gräfin Geschwitz verkleidet. 
(Außer den oben angeführten, nebeneinandergestellten,
Kongruenten der hauptsächlichsten Geschehnisse, 
wie etwa: Prozeß - Konsilium; Verhaftung- Befreiung, 
wären auch solche kleiner und kleinster Art zu zeigen, 
wie etwa: Revolver- Stethoskop; Patronen - Phiolen; 
Jus - Medizin; Paragraphenzeichen- Cholerabazillen; 
Ketten- Bandagen; Gefängniskleider- Spitalkittel; 
Gefängniskorridore Spitalsgänge usw. Ebenso 
personelle Entsprechungen, wie etwa: Richter und 
Geschworene - Ärztekollegium und Studenten, Polizei 
Pfleger usw) 

Zweite Szene 

(Saal wie früher. Die Galerie ist vollständig verhängt, 
ebenso das Balkonfenster rechts, schwere Gardinen, 
und die Portiere links. Der Fauteuil steht weiter vorn 
links, daneben ein Serviertisch. Die Staffelei ist leer; 
das Bild Lulus ist verkehrt gegen den Kamin gelehnt. 
Der Saal ist nur durch eine auf dem Mitteltisch 
stehende tieferschleierte Stehlampe erhellt. Auch sonst 
eine gegen die frühere Szene kontrastierende Mattheit, 
Verstaubheit, Unbewohntet des Raumes, der künstlich 
gegen das Tageslicht draußen abgeschlossen ist. Auf 
dem Serviertisch Kaffeemaschine, Kaffeeschale und 
Likör) 
(Alwa vor der Eingangstür lautlos und ganz langsam
auf, und abgehend; ganz in Gedanken versunken. 
Gräfin Geschwitz im Lehnsessel; in schwarzem 
enganliegendem Kleid, tief in Kissen gebettet, 
einen Plaid über den Knien)

DER ATHLET
(als Bedienter gekleidet, breit auf 
der Ottomane sitzend)
Er läßt auf sich warten wie ein Kapellmeister.

GRÄFIN GESCHWITZ
(leise zusammenzuckend)
Ich beschwöre Sie: sprechen Sie nicht!

(trinkt hie und da einen Schluck schwarzen Kaffee) 

DER ATHLET
Es will mir ganz und gar nicht einleuchten, 
daß sie sich dabei sogar noch zu ihrem Vorteil 
verändert haben soll.

GRÄFIN GESCHWITZ
Sie ist herrlicher anzuschaun, 
als ich sie je gekannt habe.

DER ATHLET
Wenn ihr die Cholera ebensogut 
angeschlagen hat wie Ihnen...

GRÄFIN GESCHWITZ
Was uns unter die Erde bringt, 
gibt ihr Kraft und Gesundheit wieder.

DER ATHLET
Das ist alles schön und gut- ich werde aber doch 
heute abend noch nicht mitfahren.

GRÄFIN GESCHWITZ
Sie wollen Ihre Braut am Ende gar 
allein reisen lassen?

DER ATHLET
Erstens fährt doch der Alte mit, um sie im Ernstfall zu 
verteidigen, und zweitens muß ich hier auch abwarten, 
bis meine Kostüme fertig sind: Ich habe mir Trikots 
im zartesten Rosa machen lassen; wenn die im Ausland 
keinen Erfolg haben, dann will ich Kanalgeruch 
heißen!- Der vorteilhafte Eindruck wird nur durch 
meinen fürchterlichen Bauch gestört, den ich. meiner 
Mitwirkung in dieser großartigen Verschwörung zu 
danken habe: Bei gesunden Gliedern drei Monate 
lang im Krankenhaus liegen, das muß den 
heruntergekommensten Landstreicher zum 
Mastschwein machen.

GRÄFIN GESCHWITZ
(sich an Alwa wendend, mit verhaltenem Unmut) 
Und jetzt sagt der Mensch, er fahre nicht mit!

ALWA
(aus tiefster Versunkenheit zu sich kommend) 
Ob Ihnen Ihr Befreiungsplan gelingen wird, scheint 
mir immer noch zweifelhaft. Aber ich finde keine 
Worte für die Bewunderung, die mir Ihre Aufopferung, 
Ihre Tatkraft, Ihre übermenschliche Todesverachtung 
einflößen.- Ich weiß nicht, Fräulein von Geschwitz, 
wie reich Sie sind; aber die Ausgaben für diese 
Bewerkstelligungen müssen Ihre 
Vermögensverhältnisse zerrüttet haben. 
Darf ich Ihnen ein Darlehen von 20 000 Mark anbieten, 
dessen Herbeischaffung in barem Geld für mich 
mit keinerlei Schwierigkeiten verbunden wäre?

(Auf der Galerie werden Schritte laut.) 

GRÄFIN GESCHWITZ
(auf die Schritte lauschend)
Da ist er endlich!

(Der Vorhang über der Treppe teilt sich.) 

SCHIGOLCH
(da langen schwarzen Gehrock, einen grauen 
En-tout-cas in der Rechten, tritt heraus. Wahrend 
seines folgenden Auftritts ist sein Sprechen von 
häufigem Gähnen unterbrochen)
Vermaledeite Finsternis!

GRÄFIN GESCHWITZ
(sich mühsam aus der Decke wickelnd) 
Ich komme schon!

DER ATHLET
(sich träg auf der Ottomane räkelnd)
Ihre gräfliche Gnaden haben drei Tag lang kein 
Tageslicht gesehn.

SCHIGOLCH
(der indessen mühsam über die Treppe 
heruntergekommen ist)
Seit heute früh - laufe - ich weg'n der Passe ,
und weg'n der Koffer herum.

GRÄFIN GESCHWITZ
(die aufzustehen versucht, zu Schigolch) 
Helfen Sie mir!

DER ATHLET
(wie früher)
Ich kann euch ein gutes Hotel in Paris empfehlen; 
die Leute sind Berliner...

GRÄFIN GESCHWITZ
(wie früher)
So helfen Sie mir doch!

DER ATHLET
(fortsetzend)
... dort seid ihr auch sicherer 
vor der Polizei als anderswo.

GRÄFIN GESCHWITZ
(die mit Unterstützung Schigolchs aufgestanden ist, 
zu diesem)
Er will Sie nämlich - heut' abend - allein - 
mit ihr reisen lassen.

SCHIGOLCH
(zu der Athlet)
Sie fürchten sich wohl vor der Ansteckung?

DER ATHLET
Es kann ihr jedenfalls nicht schaden, wenn sie sich 
vor unseren Flitterwochen noch etwas auslüftet.

ALWA
(eine Brieftasche in der Hand, zur Geschwitz) 
Diese Tasche enthält 10 000 Mark.

GRÄFIN GESCHWITZ
(an eine Stuhllehne gestützt, am Mitteltisch stehend) 
Ich danke, nein.

ALWA
Ich bitte Sie, sie zu nehmen.

GRÄFIN GESCHWITZ
(zu Schigolch)
Kommen Sie doch endlich!

SCHIGOLCH
Geduld, mein Fräulein,- es ist ja nur ein Katzensprung- 
zum Spital.

(tief Atem holend) 

In fünf Minuten - bin ich mit ihr hier.

GRÄFIN GESCHWITZ 
So gehn wir endlich!

DER ATHLET
(für sich)
... "mit ihr"

ALWA
(zur Mitteltür zeigend)
Hier gehn Sie näher.

(geleitet beide zur Tür. Gräfin Geschwitz und Schigolch 
ab) 

DER ATHLET
(allein mit Alwa, sich brüsk auf der Ottomane 
aufrichtend)
Sie wollten der verrückten Rakete noch Geld geben!?

ALWA
Was geht Sie das an?

DER ATHLET
Meine Vermögensverhältnisse sind auch zerrüttet. 
Zuerst habe ich volle drei Monate im Krankenhaus 
gelegen, um das Terrain zu sondieren, nachdem ich mir 
die Qualitäten zu einem so ausgedehnten Aufenthalt 
auch erst mühsam zusammenhausiert hatte. Jetzt spiele 
ich hier bei Ihnen, Herr Doktor, den Kammerdiener, 
damit keine fremde Bedienung ins Haus kommt. 
Und schließlich gedenke ich, aus ihr die "graziöseste 
Luftgym-nastikerin der Jetztzeit" zu machen, und setze 
deshalb gerne mein Leben aufs Spiel. - 
Wo hat je ein Bräutigam mehr für seine Braut getan?!

ALWA
Fräulein von Geschwitz hat Ihnen doch jeden Pfennig,
den Sie ausgegeben haben, zurückerstattet. 
Soviel ich weiß, beziehen Sie außerdem noch ein 
monatliches Salair von 500 Mark von ihr. 
Es fällt mir manchmal ziemlich schwer, an Ihre Liebe 
zu der unglücklichen Mörderin zu glauben. Dagegen 
bin ich fest davon überzeugt, daß Sie, wenn Ihnen das 
heroische Unternehmen der Gräfin Geschwitz nicht 
zugute gekommen wäre, heute ohne einen Pfennig 
irgendwo betrunken im Rinnstein lägen.

DER ATHLET
Und was wäre aus Ihnen geworden, wenn Sie das 
Käseblatt, das Ihr Vater redigierte, nicht um zwei 
Millionen veräußert hätten? Was arbeiten Sie denn? 
Sie haben eine Schauderoper geschrieben, 
in der die Waden meiner Braut die Hauptfiguren sind, 
und das kein Hoftheater zur Aufführung bringt. 
Sie Nachtjacke Sie! 
Sie Schnodderlumpen!

(Es klopft) 

ALWA
Wer ist das?...

DER ATHLET
Das ist meine Braut! 
Seit einem vollen Jahre habe ich sie nicht gesehn.

ALWA
Die können doch noch nicht zurück sein.

DER ATHLET
Zum Henker, so schließen Sie doch auf!

ALWA
Verstecken Sie sich!

(Der Athlet ist mit einem Sprung hinter der Portiere 
links vorn, während Alwa aufschließt. Der Gymnasiast 
tritt hastig, den Hut in der Hand, ein) 

ALWA
Mit wem habe ich...

(ihn erkennend) 

Sie? Was wünschen Sie? Wo kommen Sie her?

DER GYMNASIAST
(noch etwas atemlos)
Aus der- Korrektionsanstalt, aus der ich heute früh- 
ausgebrochen bin.

ALWA
Und was woll'n Sie von mir?

DER GYMNASIAST
Bitte, helfen Sie mir: Ich habe einen Plan, 
um die Frau zu befrein.

ALWA
Von wem sprechen Sie denn? - 
Was ist das für ein Plan? - Und was woll'n Sie von mir?

DER GYMNASIAST
Die Frau kann Ihnen unmöglich so gleichgültig sein, 
daß ich Ihnen das sagen muß.- Was Sie vor dem 
Untersuchungsrichter zu Protokoll gaben, hat ihr 
mehr genützt, als alles, was der Verteidiger sagte.

ALWA
Sie waren ihr bester Entlastungszeuge!

DER GYMNASIAST
Aber man glaubte mir nicht; 
ich wurde nicht vereidigt.

DER ATHLET
(tritt aus der Portiere heraus; mit absichtlich 
schlecht gespielter Verstellung)
Wünschen der Herr Baron den Kaffee 
im Klavierzimmer- oder auf der Veranda serviert?

DER GYMNASIAST
Wo kommt der Mensch her? 
Aus derselben Tür! 
Er sprang aus derselben Tür heraus!

ALWA
Ich habe ihn in Dienst genommen; er ist zuverlässig.

DER GYMNASIAST 
Ich Dummkopf!

DER ATHLET
(wieder seine wahre Gestalt zeigend)
Sie haben uns gefehlt. Wenn Sie mir noch einmal 
unter die Augen kommen, dann schlage ich Ihnen
den Kürbis zu Brei zusammen!

ALWA
Seien Sie doch ruhig!

DER GYMNASIAST 
Ich Dummkopf!

DER ATHLET
(zum Gymnasiasten)
Wissen Sie denn nicht, 
daß die Frau seit drei Wochen tot ist?

DER GYMNASIAST 
Das ist nicht wahr!

DER ATHLET
Was wissen denn Sie?

(zieht eine Zeitung aus der Tasche)

Bitte lesen Sie!... Da... 
"Die Mörderin des Doktor Schön 
an der Cholera"...

DER GYMNASIAST
(in das Zeitungsblatt sehend)
"Die Mörderin des Doktor Schön 
an der Cholera"...

DER ATHLET
(der dem Gymnasiasten die Fortsetzung verbergen 
wollte, mit dem Zeigefinger an der betretenden Stelle) 
... "an der Cholera"...

DER GYMNASIAST
"erkrankt."

(der Athlet das Blatt aus der Hand reiend)  

Da steht nicht, daß sie gestorben ist.

DER ATHLET
Was will sie denn sonst? Sie liegt seit drei Wochen 
auf dem Friedhof gleich links um die Ecke neben 
dem Misthaufen!

DER GYMNASIAST
(zu Alwa)
Ist es wahr, daß sie tot ist?

ALWA
Gott sei Dank, ja!

DER GYMNASIAST
(mit einem Blick auf die leere Staffelei)
Mein Leben ist so wenig mehr wert, und ich hätte es 
gern ihrem Glück geopfert.- 
Ach was ... ich pfeif' drauf!- 
Irgendwie werd' ich nun doch wohl zum Teufel gehn!

DER ATHLET
(mit Geste)
Und jetzt: Hinaus!

ALWA
Also gehn Sie jetzt, bitte.

(will ihn zur Tür geleiten) 

DER GYMNASIAST 
Ich Dummkopf!

DER ATHLET
(packt den Gymnasiasten)
Hinaus!

(und wirft ihn zur Mitteltür hinaus. 
Zurückkommend. Zu Alwa)  

Nimmt mich Wunder, daß Sie dem Lümmel nicht 
auch Ihr Portemonnaie zur Verfügung gestellt haben.

ALWA
Ich verbitte mir Ihre Unflätigkeiten! 
Der Junge ist im kleinen Finger 
mehr wert als Sie!

(Oben auf der Galerie werden schleppende 
Schritte hörbar.) 

DER ATHLET
Da kommt sie, meine Braut: die zukünftige 
"pompöseste Luftgym-nastikerin der Jetztzeit".

(Ober der Treppe tefit sich der Vorhang. Lulu im 
schwarzen Kleid der Geschwitz, auf Schigolchs Arm 
gestützt, schleppt sich langsam die Treppe herunter) 

SCHIGOLCH
Hü, kleine Lulu - 
wir müssen heut' noch über die Grenze.

DER ATHLET
(Lulu mit blöden Augen anglotzend)
Himmel, Tod und Wolkenbruch!

LULU
(sich vor der Athlet und Schigolch noch 
ganz hinfällig stellend)
Langsam! Ich kann nicht so schnell...

DER ATHLET
(sich immer mehr in Wut hineinsteigernd)
Woher nimmst du die Schamlosigkeit, mit einem 
solchen Wolfsgesicht hier zu erscheinen?

SCHIGOLCH
Halt die Schnauze!

DER ATHLET
Ich laufe nach der Polizei! Ich mache Anzeige! 
So was will sich in Trikots sehen lassen!

ALWA
Ich bitte Sie, die Frau nicht zu beschimpfen.

DER ATHLET
Beschimpfen nennen Sie das! Ich habe mir dieses 
Skelettes wegen diesen Bauch angefressen. Ich bin 
erwerbsunfähig.- Aber mich soll hier auf der Stelle 
der Blitz erschlagen, wenn ich mir nicht eine 
Lebensrente aus Ihren Betrügereien herausknoble.

(schon im Abgehen) 

Ich laufe auf die Polizei! 
Glückliche Reise!

(ab) 

SCHIGOLCH
Lauf!... lauf!...

LULU
Der wird sich hüten!

SCHIGOLCH
Den sind wir los!

ALWA
Gott sei Dank!

SCHIGOLCH
(wichtigtuerisch)
Und jetzt besorge ich die Schlafwagenbillette. 

(zu Lulu) 

In einer halben Stunde hol' ich dich.

LULU
Schon gut...

SCHIGOLCH
(zu Alwa)
Guten Morgen, Doktor?

ALWA
Guten Abend!

SCHIGOLCH
Angenehme Ruhe! - Auf Wiedersehn! - 
Viel Vergnügen?

(ab) 

LULU
(sich leicht erhebend und von hier an ohne 
jede Verstellung, im tauntersten Ton)
O Freiheit! Herrgott im Himmel!

ALWA
Willst du nicht trinken?.

LULU
Seit zwei Jahren hab' ich kein Zimmer gesehn: 
Gardinen, ein Diwan und Bilder ..

ALWA
(ihr ein Glas reichend)
Benediktiner.

LULU
Das erinnert an vergangene Zeiten. 

(trinkt, sich dabei im Zimmer umsehend)  

Wo ist denn mein Bild?

ALWA
(der sich ebenfalls ein Glas eingeschenkt hat, 
zum Kamin zeigend)
Hier! Ich habe es mit der Vorderseite gegen 
den Kamin gelehnt.

LULU
Du hast es nicht angesehn, während ich fort war?

ALWA
Die Geschwitz hätte es gern in ihrer Wohnung 
aufgehängt, aber sie hatte Hausdurchsuchungen zu 
gewärtigen!

LULU
(froh)
Nun kommt das arme Ungeheuer statt meiner ins 
Gefängnis!

ALWA
Ich begreife noch jetzt nicht, 
wie die Ereignisse eigentlich zusammenhängen.

LULU
O, die Geschwitz hat das sehr klug eingerichtet. 
In Hamburg muß diesen Sommer die Cholera 
so furchtbar gewütet haben. Darauf gründete 
sie ihren Plan zu meiner Befreiung. Sie nahm einen 
Krankenpflegerinnenkursus, reiste nach Hamburg und 
pflegte die Cholerakranken. Bei der ersten Gelegenheit, 
die sich bot, zog sie die Unterkleider an, in denen eine 
Kranke gestorben war. Am selben Morgen reiste 
sie noch hierher und kam zu mir ins Gefängnis, 
in meine Zelle; als die Aufseherin draußen war, 
vertauschten wir beide dann rasch unsere Unterkleider.

ALWA
Das also war die Ursache, weshalb die Geschwitz 
und du am gleichen Tage an der Cholera erkrankten?

LULU
Gewiß! Das war der Grund.- So lagen wir in demselben 
Krankenhauszimmer zusammen. Die Geschwitz bot alle 
Mittel auf, um uns einander so ähnlich wie möglich 
zu machen. Vorgestern wurde sie als geheilt entlassen. 
Eben kam sie zurück und sagte, sie habe ihre Uhr 
vergessen. Ich zog ihre Kleider an, und dann ging 
ich fort.

(vergnügt) 

Jetzt liegt sie dort drüben als 
die Mörderin des Doktor Schön.

ALWA
(indem er das Bild auf die Staffelei stellt)
Mit deinem Bild kannst du es immer noch aufnehmen.

LULU
Aber im Gesicht bin ich doch schmäler geworden.

ALWA
Du sahst schrecklich elend aus, als du hereinkamst.

LULU
Das mußte ich, um uns den Athleten vom Hals zu 
schaffen.- Komm, gib mir einen Kuß!

ALWA
In deinen Augen schimmert es, 
wie der Wasserspiegel in einem tiefen Brunnen, 
in den man einen Stein geworfen hat.

LULU
Komm!

(Sie zieht ihn neben sich auf den Diwan.) 

ALWA
(küßt sie mit großer Innigkeit, sich dann von ihr 
sachte Loslösend)
Deine Lippen sind allerdings etwas schmal geworden.

LULU
Graut dir vor mir?

(sich ihm wieder inbrünstig nähernd 
und ihn leidenschaftlich küssend) 

ALWA
Oh! Oh!... Ich werde einen Dithyrambus
schreiben über deine Herrlichkeit.

LULU
(als ob nichts geschehen wäre)
Ich ärgere mich nur über das 
scheußliche Schuhwerk.

ALWA
Das beeinträchtigt deine Reize Nicht. - 
Komm, süßes Herz!...

LULU
Ruhig! - Ich habe deinen Vater erschossen.

ALWA
Deswegen liebe ich dich nicht weniger. - Komm!-
Einen Kuß! Einen Kuß!- Einen Kuß!!!

LULU
Beug' den Kopf zurück!

(sie küßt ihn mit Bedacht) 

ALWA
Wenn deine beiden großen Kinderaugen nicht wären, 
müßte ich dich für die abgefeimteste Dirne halten, 
die je einen Mann ins Verderben gestürzt.

LULU
(aufgeräumt)
Wollte Gott, ich wäre das!

(vergräbt ihre Hände in seinem Haar) 

Komm mit mir heute über die Grenze! 
Dann können wir uns sehen, so oft wir wollen.

ALWA
... uns sehen, so oft wir wollen.

LULU
... so oft wir wollen...

ALWA
... so oft wir wollen?...

LULU
... so - oft - wir...

ALWA
Durch dieses Kleid empfinde ich deinen Wuchs wie 
Musik. - Diese Knöchel:- ein Grazioso; dieses reizende 
Anschwellen:- ein Cantabile; diese Knie: 
ein Misterioso; und das gewaltige Andante der Wollust. 
Wie friedlich sich die beiden schlanken Rivalen 
in dem Bewußtsein aneinanderschmiegen, 
daß keiner dem andern an Schönheit gleichkommt, 
bis die launische Gebieterin erwacht, und die beiden 
Nebenbuhler wie zwei Pole auseinanderweichen. 
Ich werde dein Lob singen, daß dir die Sinne vergehen...

LULU
Du kommst also heute doch mit mir?... 
Kommst du?...

ALWA
Du hast mich um den Verstand gebracht... 

(verbirgt sein Haupt in ihrem Schoß) 

LULU
... Ist das noch der Diwan, - auf dem sich - 
dein Vater - verblutet hat? -

ALWA
Schweig... Schweig...
ACTO SEGUNDO


Escena Primera 

(Magnífico salón en estilo renacimiento alemán, 
con techo de roble profusamente decorado. 
Maderas talladas a lo largo de la mitad inferior 
de las paredes; encima, sobre ambas paredes, 
tapices desteñidos. Al fondo, una galería con 
cortinas que al principio de la escena están 
entreabiertas. Una monumental escalera, a la 
izquierda, desciende desde la galería hasta la 
mitad del escenario. Debajo de la galería, puerta 
de entrada con columnas y frontispicio. Sobre la 
pared de la derecha, una gran chimenea y frente 
a ella un biombo; más adelante, una ventana 
cerrada con cortinas. A la izquierda, frente al 
pie de la escalera, una puerta cerrada, forrada 
de terciopelo genovés. En la galería, sobre un 
caballete, un retrato de Lulú como Pierrot con 
marco dorado antiguo. A la izquierda, en primer 
término, un gran sofá; frente a él, a la derecha, 
un sillón. En el centro del salón, una mesa 
cuadrada cubierta con un tapete; alrededor de 
la mesa, tres sillas tapizadas. Sobre la mesa, un 
ramo de flores blancas. Lulú con un vestido de 
mañana, está sentada en el sillón. Schön de pie, 
en primer plano, a la izquierda) 

CONDESA GESCHWITZ
(sobre el sofá, vestida con un curioso traje 
masculino de cuello alto, etc. Un velo cubre 
su cara, las manos en un manguito; a Lulú)
No sabe cuanto me alegraría que asistiera 
al baile de mujeres artistas.

DR. SCHÖN
¿Supongo que ningún hombre tendrá 
la posibilidad de entrar a hurtadillas?

CONDESA 
Sería un crimen si cualquiera de nosotras 
ayudara a infringir el reglamento.

DR. SCHÖN 
(va por detrás del sofá hasta la mesa) 
¡Qué preciosas flores!

LULÚ 
Me las ha regalado la señorita Geschwitz.

CONDESA 
¡Oh, por favor! 

(una pausa de desconcierto. A Lulú) 

¿Se disfrazará usted de hombre?

LULÚ
¿Piensa usted que me quedará bien?

CONDESA
(indicando el retrato de Lulú, con calidez) 
Aquí parece una criatura de cuento de hadas.

LULÚ 
Pero mi esposo lo odia.

CONDESA 
¿Conozco al pintor?

LULÚ 
Dudo que haya oído hablar de él.

CONDESA 
¿Quiere decir que murió?

DR. SCHÖN 
(brutalmente) 
¡Él ya disfrutó bastante!

LULÚ 
Estás enojado.

CONDESA
(notando la incómoda atmósfera, se levanta) 
Ahora, si me disculpan...

(Schön se reprime) 

CONDESA 
Tengo que organizar los preparativos del baile.

(dirigiéndose al Dr. Schön desde lejos) 

Doctor.

(acompañada por Lulú, se va) 

DR. SCHÖN
(solo, mirando alrededor) 
¡Y ésta es mi vida!... ¡La peste en casa! 
¡Treinta años de trabajado y éstas son 
mis amistades, las amistades que yo he elegido! 

(hace un movimiento súbito y mira alrededor)  

¡Dios mío, alguien puede estar escuchando!

(saca un revolver)  

No hay nadie en quien se pueda confiar.

(con el revolver en su mano derecha,
habla a través de las cortinas de la 
ventana derecha)  

¡Éstas son mis amistades! ¡El tipo tiene valor! 

(abre la cortina con violencia y al no encontrar 
a nadie tras ella, estalla en cólera) 

¡La locura ha conquistado mi razón!
La suciedad... todo es suciedad. 

(oyendo venir a Lulú esconde otra vez el revolver) 

LULÚ 
(entrando y acercándose a Schön) 
¿No puedes disponer 
de una hora libre esta tarde?

DR. SCHÖN 
¿Qué era lo que quería la condesa realmente?

LULÚ 
Verme... Quiere pintarme...
Me gustaría tanto ir a pasear un ratito contigo.

DR. SCHÖN 
Ya sabes que me esperan en la Bolsa.

LULÚ 
Estás enojado. 

(poniendo los brazos alrededor de su cuello)  

Hace semanas que te encuentro como lejano.

DR. SCHÖN 
Tu juventud debería alegrar mi vejez. 

(acariciando sus cabellos) 

LULÚ 
La verdad es que tú no te casaste conmigo.

DR. SCHÖN 
Entonces dime, ¿con quién me casé?

LULÚ 
Yo... Sí, fui yo quien me casé contigo.

DR. SCHÖN 
¿Hay alguna diferencia?

LULÚ 
Mucha... ¡menos algo muy importante!

DR. SCHÖN 
¿Y qué es?

LULÚ 
Tu amor por mí.

(Schön, gentilmente, lleva a Lulú hacia el 
dormitorio. Ambos se salen quedando el 
escenario vacío. La Condesa abre la puerta 
del salón silenciosamente, se dirige hacia la 
puerta de la alcoba y escucha, se estremece y 
finalmente se esconde tras el biombo. Nuevamente 
el escenario queda vacío. Schigolch entra a través 
de las cortinas y baja las escaleras apoyándose 
en la barandilla, respirando con dificultad) 

¡Gracias a Dios, ya estoy en casa!

(casi se cae) 

¡Estos pisos encerados! ¡Son como trampas!

(se detiene y recupera el aliento) 

EL ATLETA
(bajando las escaleras ruidosamente, llevando al 
Estudiante en sus brazos)
Es aún pequeño para el gran mundo 
y no puede caminar por su propio pie.

EL ESTUDIANTE 
(esforzándose para liberarse de los brazos 
del atleta)
Si no fuese un motivo de vida o muerte, 
verías de lo que estoy hecho.

EL ATLETA
El pequeño, incluyendo su pasión amorosa,
no pesa más de cuarenta kilos.

EL ESTUDIANTE 
(agitando las piernas) 
¡Me echarán de la escuela!

EL ATLETA 
Aún no has recibido 
lo que yo llamo una buena educación.

(deja al Estudiante al pie de las escaleras) 

SCHIGOLCH 
(baja con dificultad los últimos escalones,
siempre respirando asmáticamente) 
Muchos estudiantes han aprendido aquí 
sus primeros pasos. ¡No seas tímido! 

(Toma dos botellas de licor del aparador y las 
sitúa, junto con dos copas, en la mesa) 

EL ESTUDIANTE 
¡Si yo supiera lo que debo decirle!

EL ATLETA 
(riéndose) 
¡Déjala, ella se ocupará de todo!

SCHIGOLCH 
(con un gesto de fumar) 
¿Alguno fuma?

EL ESTUDIANTE 
(abriendo su cigarrera) 
¡Sírvete un Habana!

EL ATLETA 
(sirviéndose) 
¡De papá, el Jefe de Policía!

SCHIGOLCH 
(sentándose con esfuerzo) 
¡Aquí tengo de todo, pidan lo que quieran!

EL ESTUDIANTE 
Acabo de componer un poema para ella...

EL ATLETA, SCHIGOLCH 
¿Qué has escrito para ella?

EL ESTUDIANTE 
¡Es una oda!

EL ATLETA 
¿Una oda?

SCHIGOLCH 
(al Atleta)
Me ha ofrecido dos táleros si lo traía aquí 
¡y lo dejaba solo con ella!

EL ESTUDIANTE 
¿Realmente quién vive en esta casa?

SCHIGOLCH 
Nosotros dos vivimos aquí.

EL ATLETA 
Jour fix, ¡siempre en la Bolsa!

EL ESTUDIANTE 
¿Se la debo recitar a ella en voz alta?

SCHIGOLCH
(al Atleta) 
¿Qué quiere decir?

EL ATLETA 
Es su poema. Él quiere estirada sobre el potro.

SCHIGOLCH 
(mirando al Estudiante) 
¡Los ojos, los ojos!

EL ATLETA 
¡Sus ojos, sí! 
Lleva una semana entera sin dormir.

SCHIGOLCH 
(al Atleta)
Estamos perdidos.

EL ATLETA 
¡Ambos estamos acabados!

EL ESTUDIANTE 
¿Por qué están acabados?

EL ATLETA 
(brindando con Schigolch) 
¡A tu salud, camarada de la muerte!

SCHIGOLCH 
¡A tu salud, titiritero!

(Lulú entra con un elegante vestido de baile, 
muy escotado, con flores en el pecho)  

¡Queridos chicos, qué agradable visita!

(el Estudiante se pone en pie, Lulú se dirige a él 
sentándose sobre el brazo del sillón)  

Menuda compañía la que has elegido.

SCHIGOLCH 
¿Qué clase de flores son ésas?

LULÚ 
¡Orquídeas!

(inclinando su pecho hacia el estudiante)  

¡Huela!

SCHIGOLCH, EL ATLETA 
(al mismo tiempo) 
¿Espera usted al Príncipe?

LULÚ 
¡Desde luego que no! 

(se levanta) 

EL ESTUDIANTE 
¿Un príncipe?

SCHIGOLCH, EL ATLETA 
(al mismo tiempo)
Entonces ¿otra vez encontró a alguien nuevo?

LULÚ 
El Príncipe está en el extranjero. 

(canturrea para sí misma mientras sube 
las escaleras corriendo) 

EL ESTUDIANTE 
¿Quién es ese príncipe?

EL ATLETA 
Uno que quería casarse con ella.

SCHIGOLCH 
Yo también quise casarme con ella.

EL ATLETA 
¿Tú quisiste casarte con ella?

SCHIGOLCH.
Lo mismo que tú ¿no es cierto?

EL ATLETA 
¡Oh, sí! Yo también quise casarme con ella.

SCHIGOLCH 
¡Sí, todos queríamos casarnos con ella!

EL ESTUDIANTE 
(más y más asombrado) 
¿Qué?...¿Los dos quisisteis casaros con ella?

EL ATLETA 
(a Schigolch) 
Entonces, ¿ella no es tu hija?

SCHIGOLCH 
¡Desde luego que no!

EL ESTUDIANTE
¿Por qué habla entonces de "su" hija?

EL ATLETA 
¿Quién es el padre?

SCHIGOLCH 
¡Nunca lo tuvo!

EL ESTUDIANTE 
Que nunca tuvo...

(Lulú bajando las escaleras, siempre
canturreando para sí) 

¿Qué es lo que nunca tuve?

LOS OTROS TRES
¡Un padre!

LULÚ 
Sí, desde luego soy un prodigio...

SCHIGOLCH 
(a Lulú) 
¿Has cerrado arriba con llave?

LULÚ 
(le muestra la llave a Schigolch) 
Y la tengo aquí.

SCHIGOLCH 
La tendrías que haber dejado en la cerradura.

LULÚ 
Pero ¿por qué?

SCHIGOLCH 
Así nadie podrá abrir la puerta desde afuera.

EL ATLETA 
Pero ¿él no está en la Bolsa?

LULÚ 
¡Oh, sí, pero él padece manía de persecutoria!

EL ATLETA 
Lo levantaré por los tobillos y ¡opp! 
se quedará pegado al techo cabeza abajo.

LULÚ 
¡Un solo gesto de él y escaparías a tu ratonera!

EL ATLETA 
¿Quién se escaparía? ¿Eh? ¿Quién? 
¡Mire qué bíceps!

LULÚ 
¡Muéstremelos!

EL ATLETA 
(golpeándose en un brazo) 
¡Puro acero! ¡Duros como granito! ¡Un yunque!

LULÚ 
(inspeccionando su brazo y el suyo propio) 
¡Oh, si sus orejas no fuesen tan feas!...

SCHIGOLCH
(burlándose del Atleta) 
¡Ji, jo!

EL MAYORDOMO
(entrando al centro, anuncia)
¡El doctor Schön!

EL ATLETA 
(saltando) 
¡El estúpido cerdo!

(corre a través del cuarto y se esconde detrás de 
las cortinas, a la derecha) 

SCHIGOLCH 
(a Lulú) 
Dame la llave.

(Lulú, sin perder la compostura, da la llave 
a Schigolch. El Estudiante, se resbala de la 
silla hasta debajo de la mesa y tira del mantel. 
Schigolch, toma la llave de Lulú y lentamente 
asciende por la escalera) 

LULÚ
(al mayordomo) 
Que pase.

EL ESTUDIANTE 
(mirando desde debajo de la mesa)
Espero que se vaya, así estaremos solos...

(Lulú, golpea al estudiante con la punta de 
su zapato para que desaparezca debajo de 
la mesa; luego, se sienta para recibir su visita. 
El mayordomo hace pasar a Alwa y se retira) 

ALWA 
(vestido de smoking) 
La función de matinée será con luz eléctrica, 
creo que...

(viendo a Schigolch que continúa subiendo 
lentamente los escalones) 

¿Quién es ése?

LULÚ 
Un viejo amigo de tu padre.

ALWA 
No le conozco. 

LULÚ 
Estuvieron juntos en la guerra. Está muy enfermo.

ALWA 
¿Está mi padre aquí?

LULÚ 
Tomaron una copa juntos 
y después se marchó a la Bolsa. 

(Alwa sigue a Schigolch con la mirada)  

¿Qué tal me encuentras?

(Schigolch llega al final de la escalera y sale) 

ALWA 
(volviéndose hacia ella) 
¿Quieres que te lo diga?

LULÚ 
Me refiero al vestido.

ALWA 
Tu modista obviamente te conoce mejor que...
que lo que a mí me gustaría conocerte.

LULÚ 
Cuando me miré al espejo deseé ser un hombre,
¡mi esposo!

ALWA 
(contemplándola con placer, pero tímidamente) 
Parecería que envidias a tu marido 
por la felicidad que le ofreces.

(El Mayordomo entra a través de la puerta del 
centro con una bandeja y pone dos cubiertos 
sobre la mesa, champán y canapés) 

ALWA 
(al mayordomo) 
¿Qué es lo que le sucede a usted?

LULÚ 
(a Alwa)
¡No!

EL MAYORDOMO 
¿A mí, señor?...

ALWA
Lo veo en un estado lamentable.

LULÚ 
(a Alwa) 
¡No!

EL MAYORDOMO 
(con los dientes cerrados) 
¡También soy yo humano!

(se va. Lulú y Alwa se sientan a la mesa) 

LULÚ 
Siempre he admirado tu flema. Eres tan positivo y 
fuerte... Estás tan seguro de ti mismo... 
Ni siquiera te importó el riesgo que corrías 
de distanciarte de tu propio padre. 
Siempre me has defendido como un hermano.

ALWA 
Tengo suerte... Mis más frívolas intenciones 
siempre son las más exitosas.

LULÚ 
Nunca he conocido a un hombre, excepto tú, 
que me protegiera, sin degradar mi propia estima.

ALWA 
¿Crees que fue fácil?

(Schön aparece en la galería, abriendo 
cuidadosamente las cortinas. Para sí) 

¡Es mi hijo! 

(se esconde) 

ALWA 
(como Lulú no dice nada) 
Los dioses te crearon para atraer a la corrupción,
a pesar tuyo. 
¡Yo también estoy hecho de carne y sangre!
Y si no hubiésemos crecido como hermanos...

LULÚ 
Por eso sólo soy yo misma cuando estoy contigo,
junto a ti nada me da miedo.

ALWA 
Debo admitir que hay ciertos momentos en que 
todo mi interior parece a punto de estallar...
Pero, ¡es mejor no hablar de eso!...

(El Mayordomo entra de nuevo, cambia los platos 
por otros limpios, etc.) 

ALWA 
(al mayordomo) 
¿Estás enfermo?

LULÚ
(a Alwa) 
¡Déjalo tranquilo!

ALWA 
¡Está temblando!

EL MAYORDOMO 
(casi perdiendo el control) 
Señora, perdón...

(Schön aparece de nuevo, observando lo 
que ocurre en el salón) 

EL MAYORDOMO 
(igual)
Doctor...

DR. SCHÖN 
(hablando para sí) 
¡Él también!

(El Mayordomo se va, llevando la bandeja. 
Schön vuelve a esconderse) 

LULÚ 
¿Qué es lo que querías decir con "ciertos 
momentos en que parece que todo tu interior 
está a punto de estallar"?

ALWA 
Mejor no hablar de eso. 

LULÚ 
Perdona, te he herido. 
Nunca te volveré a hablar de eso.

ALWA 
¿Me lo prometes para siempre?

LULÚ 
¡Te lo prometo! 

(le da la mano a través de la mesa) 
(Alwa toma su mano, la estruja en la suya y se la 
lleva, larga e intensamente, a los labios) 

LULÚ 
¡Qué haces!....

(El Atleta saca su cabeza de entre la cortina. 
Lulú lo mira furiosa por encima de Alwa. 
El Atleta vuelve a esconderse) 

DR. SCHÖN 
(Para sí, asomado desde la galería)
¡Hay otro más!

ALWA 
(se pone en pie sin soltar su mano) 
En la otra vida, nada mas que un espíritu
contemplando el sueño de sus ojos... Esta mano...

LULÚ. 
¿Y luego?... 

ALWA. 
Un brazo... 

LULÚ. 
¿Y más arriba?... 

ALWA. 
Un cuerpo... 

LULÚ 
(inocentemente) 
¿Y luego?... 

ALWA 
(apasionadamente) 
¡Mignon! 

(se abalanza sobre ella) 

LULÚ. 
¡No me mires así!... ¡Oh, Dios de los cielos! 

ALWA. 
(arrodillándose delante de ella) 
¡Destrúyeme! Acaba conmigo... 

LULÚ 
Entonces ¿me amas? 

ALWA. 
¿Y tú a mí, Mignon? 

LULÚ. 
No sabría decirte ... 

ALWA. 
Mignon, ¡te amo! 

(posa la cabeza en su falda) 

LULÚ. 
(con ambas manos en su pelo) 
Yo fui la que envenenó a tu madre... 

(El Atleta saca su cabeza de entre las cortinas, 
ve al Dr. Schön, y mediante señas, le señala a 
Lulú y a Alwa. Schön apunta con su revolver 
al Atleta y éste le hace señas para que apunte
a Alwa. Schön levanta el revolver y sigue 
apuntando al Atleta que se vuelve a esconder 
tras las cortinas) 

LULÚ 
(ve al Atleta que se esconde y descubre al 
Dr. Schön) 
¡Tu padre!

DR. SCHÖN
(baja el revolver, desciende las escaleras y, con 
un diario en la mano, se acerca a Alwa que se 
encuentra aun de rodillas sin moverse) 
La revolución estalló en París esta mañana...

ALWA 
(levantándose como si despertara 
de un sueño)
En París... ¡Déjame ir a París!... 

DR. SCHÖN 
(abriendo una página del diario) 
En la redacción nadie sabe qué escribir...

(toma a Alwa con energía y lo lleva hacia la 
puerta, ambos salen. El Atleta sale de las cortinas 
y se dirige precipitadamente a la escalera) 

LULÚ 
(impidiendo el paso al Atleta) 
¡No puedes salir por ahí!

EL ATLETA 
¡Déjame pasar!

LULÚ 
Vas a caer directamente en sus manos.

EL ATLETA 
¡Él pondrá una bala en mi cabeza!

LULÚ 
Ya llega.

EL ATLETA 
(retrocediendo) 
¡Diablo, muerte y maldición! 

(corre hacia la cortina y se esconde) 

DR. SCHÖN 
(regresa con su revolver en la mano, va 
rápidamente hacia la ventana y levanta 
las cortinas)
¿Dónde se ha ido?

LULÚ 
(al pie de las escaleras) 
A la calle.

DR. SCHÖN 
¿Saltó por la ventana?

LULÚ 
Saltar es su profesión.

DR. SCHÖN 
(se dirige furioso hacia Lulú) 
¡Tú, que me has arrastrado por las alcantarillas!
¡Tú, ángel negro! 
¡Tú, mi inevitable tormento! 
¡Tú, mi alegría y consuelo! 
¡Tú, cuerda del verdugo!

LULÚ 
(avanzando) 
¿Te gusta mi nuevo vestido?

DR. SCHÖN 
¡Desaparece o de lo contrario mañana estaré loco 
y asesinaré a mi propio hijo! 

(con repentina decisión la obliga a tomar 
el revolver)  

Tengo que liberarme, ¿entiendes?
Debes dar fin a tu propio destino.

LULÚ 
(se ha hundido en la otomana y su fuerza parece 
haberla abandonado. Mueve el revólver para 
ambos lados) 
Esto no funciona.

DR. SCHÖN 
¿Debo ayudarte a mantener firme el pulso?

LULÚ 
(apuntando el revolver hacia él, bromeando) 
¿Está cargado realmente?

DR. SCHÖN 
¡Esto no es una broma!

(Lulú levanta el revolver y dispara al techo. El 
Atleta salta desde atrás de la cortina, sube los 
escalones, cruza la galería y se va) 

DR. SCHÖN 
¿Qué ha sido eso?...

LULÚ 
(inofensivamente) 
Nada, sólo es tu manía persecutoria.

DR. SCHÖN 
(arrebatándole el revólver a Lulú) 
¿Hay algún hombre escondido por aquí? 

(mirando furiosamente alrededor de la sala)  

¿Has recibido a otro?

(abre las cortinas de la ventana; se ríe 
salvajemente; tira el biombo descubriendo 
a la Condesa, a la que agarra por el cuello 
y la arrastra hacia delante) 

¿Ha bajado por la chimenea para espiarnos?

CONDESA 
(aterrorizada, a Lulú) 
¡Ayúdame!

DR. SCHÖN 
(zarandeándola) 
¿Es también usted una acróbata?

CONDESA 
(gimiendo) 
Me hace daño...

DR. SCHÖN 
¡Ahora deberá participar en la fiesta! 

(arrastrándola al cuarto de la izquierda, cierra 
la puerta con llave; se sienta al lado de Lulú y le
entrega el revolver)  

Hay suficientes balas... ¡Termina de una vez!
¡No voy a ayudar a mi propia sirvienta 
a que me ponga cuernos sobre la frente! 

(de nuevo le obliga a tomar el revólver)  

¡Termina ya!...

LULÚ 
¿Por qué no nos divorciamos? 

(tomando el revolver) 

DR. SCHÖN
¡El último insulto! Mañana otro seguirá 
el camino del placer, donde yo me he estremecido
de horror en horror, obsesionado por el suicidio...
¡Y tú saldrás indemne!

(calmándose un poco)  

¿Divorciarnos? ¿Qué significa el divorcio cuando 
dos personas han permanecido juntas durante toda 
la vida y cada uno es media persona del otro?

(otra vez furioso)  

¿Imaginas tu cama con la víctima sobre ella? 

(le pide el revolver)  

¡Dámelo! 

LULÚ 
(tratando de alejarse de él) 
¡Ten piedad!...

DR. SCHÖN 
(igual) 
Te ayudaré... Haré el trabajo por ti. 

(Él trata de arrebatarle el revólver. Lulú se 
escabulle y mantiene el revólver apuntando 
hacia abajo, con tono decidido y confiado)  

LULÚ
Aunque por mí un hombre pueda matarse 
o matar a otros, mi valor permanece inalterable.
Tú sabes las razones por las cuales querías que 
fuera tu mujer y yo sé las razones para desear que 
fueses mi esposo. Engañaste conmigo a tus 
mejores amigos, sin embargo no puedes 
engañarte a ti mismo. Me has dado tus últimos 
años de madurez y a cambio recibiste mi 
juventud. En mi vida he querido aparentar 
otra cosa que no fuese yo misma.
Tampoco en mi vida ningún hombre me ha 
tomado por otra cosa distinta de lo que soy.

DR. SCHÖN 
(levantándose se abalanza sobre Lulú) 
¡Arrodíllate, asesina! ¡De rodillas! 

(la empuja y le levanta la mano) 

¡Arrodíllate...

(Lulú cae sobre sus rodillas) 

DR. SCHÖN 
... y no trates de levantarte! 

(retuerce la mano de Lulú hasta que ella misma 
se apunta con el revolver)  

¡Pide a Dios que te dé fuerza!...

(El Estudiante sale ruidosamente desde debajo 
de la mesa empujando la silla a un costado. 
Schön rápidamente se vuelve hacia el Estudiante, 
dando la espalda a Lulú que dispara cinco tiros 
al Dr. Schön) 

EL ESTUDIANTE 
¡Socorro!

DR. SCHÖN 
(tambaleándose hacia delante, es sostenido por 
el Estudiante, quien lo sienta en una silla) 
¡Y... aquí... hay... otro¡...

LULÚ 
(corriendo al Dr. Schön) 
¡Dios mío!...

DR. SCHÖN 
(a Lulú)
¡Vete de mi vista!... ¡Alwa!

EL ESTUDIANTE 
¡Oh, Dios Celestial!

LULÚ 
(arrodillada) 
¡El único hombre al que he amado!

DR. SCHÖN 
¡Asesina! ¡Alwa!

(Alwa cruza la galería y baja las escaleras 
corriendo) 

DR. SCHÖN 
¡Agua!

LULÚ 
¡Agua, necesita agua!...

(gira y va hacia la mesa y llena una copa con 
champán) 

ALWA 
(junto al Dr. Schön) 
¡Padre!... ¡Padre!...

LULÚ 
Le he disparado... Le he disparado... 

EL ESTUDIANTE 
Ella es inocente... Ella es inocente... 
Ella es inocente.

DR. SCHÖN 
(a Alwa) 
¡Ya eres el único!... Yo he fallado...

ALWA 
(tratando de ayudarlo) 
Te llevaré a la cama...

DR. SCHÖN 
¡No me agarres así!... Me muero...

(Lulú le acerca la copa de champán a los labios) 

DR. SCHÖN 
¡Tú... no has cambiado! 

(bebe y mira a Lulú y a su retrato. Con su último 
aliento se dirige a Alwa)  

No la dejes escapar. Tú eres el próximo...

ALWA 
(al Estudiante) 
Ayúdeme a llevarlo a la cama.

(ambos levantan al Dr. Schön)  

Al dormitorio...

DR. SCHÖN 
¡No, no!... ¡No!... ¡No!... 

(lo llevan hacia la puerta de la izquierda) 

DR. SCHÖN 
(quejándose) 
¡Oh, Dios!... ¡Oh, Dios!... ¡Oh, Dios!... 

(Alwa encuentra la puerta cerrada, gira la llave
y la abre; saliendo del dormitorio la Condesa) 

DR. SCHÖN 
(al ver a la Condesa, se incorpora rígidamente) 
¡El diablo! 

(cae y muere) 

EL ESTUDIANTE 
(para sí) 
¡El diablo!

LULÚ 
(agachándose junto al Dr. Schön y acariciando su 
frente)
Para él, ya acabó todo.

(se incorpora, mira de nuevo al Dr. Schön, y va 
rápidamente hasta las escaleras)  

ALWA 
(cortando el camino a Lulú) 
¡Alto! ¡Quédate donde estás!

EL ESTUDIANTE 
Ella es inocente...

CONDESA 
(a Lulú) 
Creía que tú también eras...

ALWA 
¡Quédate donde estás!

LULÚ 
¡No puedes entregarme a la justicia!

ALWA 
¿Por qué no puedo?

LULÚ 
¡Alwa, haré lo que quieras! ¡Pero no dejes que 
caiga en las manos de la justicia!

ALWA 
¡Debo hacerlo!

LULÚ 
¡Qué desgracia! ¡Soy todavía joven! 
¡Te seré fiel durante toda mi vida! 
Perteneceré solamente a ti. 
Pero, ¡mírame, Alwa! ¡Por favor, mírame! 

(el timbre suena en el corredor) 

ALWA 
¡Es la Policía!

(ruidos en la puerta) 

LULÚ 
(arrojándose a los pies de Alwa y abrazando
sus rodillas) 
¡Alwa!

CONDESA 
¡Es la Policía!

(Alwa se desprende de ella, va hacia la puerta y 
la abre)

EL ESTUDIANTE 
Me expulsarán de la escuela.

(Entra la policía, cae el telón)  

 INTERLUDIO

(durante el interludio, la música una película 
muda indicará el destino de Lulú durante el 
siguiente año. La secuencia de la película, de 
acuerdo con el curso simétrico de la música, 
tendría que ser también casi simétrica. Por 
ejemplo: podría ser vista para adelante y 
después para atrás. Con este final, los eventos 
que corresponden, junto con su acompañamiento, 
tendrían que encajar lo más posible. Esto permite 
la siguiente serie de escenas, en forma continua)

UN AÑO DE PRISIÓN 
Arresto
Las tres personas envueltas en el arresto.
Lulú encadenada.
Detención. Espera del Proceso
Espera nerviosa. 
Sus esperanzas desaparecen.
Proceso 
Su culpa. 
Juez y jurado. 
Los tres testigos. 
El juicio. 
Su traspaso en el camión de la policía a ...
Prisión 
La puerta de la prisión se cierra. 
Resignación inicial. 
Retrato de Lulú, como una sombra, 
en la pared de la prisión.
Prisión
La puerta de la prisión se abre. 
Se despierta el deseo de vivir. 
El retrato de Lulú, reflejado en una pala. 
Tribunal Médico.
La enfermedad. 
Doctor y estudiantes. 
Los tres ayudantes de la liberación. 
Su traspaso en ambulancia desde... 
Sala Aislada. 
Espera nerviosa. 
Esperanzas que crecen. 
Camino hacia la Liberación 
Las tres personas envueltas en la liberación. 
Lulú en libertad, disfrazada como la Condesa.
(Además de los lógicos elementos de los hechos 
principales, narrados oponiéndose unos a otros, 
como: Proceso y Tribunal Médico; Arresto y 
Liberación; pequeños detalles lógicos tendrían 
que ser mostrados, como: balas y fármacos; 
revólver y estetoscopio; Ley y Medicina; cadenas 
y vendas; uniforme de prisión y bata hospitalaria; 
pasillos de prisión y pasillos de hospital; etc. 
También correspondencia personal, como 
juez y jurado; doctor y estudiantes; policía y 
enfermeras; etc) 

Escena Segunda

(el mismo salón de la escena anterior. 
La galería está enteramente cerrada por 
gruesas cortinas así como el balcón de la 
derecha y la puerta. El sillón sigue en primer
plano y junto a él, una mesita auxiliar. El 
caballete está vacío; el retrato de Lulú, boca 
abajo, está apoyado sobre la chimenea. El 
salón está prácticamente a oscuras, sólo 
iluminado por la tenue luz de una lamparita. 
En la mesita hay una cafetera, tazas y licores. 
En general, todo da la impresión de dejadez, 
de estar polvoriento y sin habitar) 
(Alwa camina despacio, silencioso y absorto, 
entrando y saliendo por la puerta de entrada. 
La Condesa está recostada sobre el sillón, 
vestida de negro y con una manta a cuadros 
sobre sus rodillas) 

EL ATLETA 
(vestido como un lacayo, está lánguidamente 
tumbado sobre el sofá) 
Se hace de rogar como un director de orquesta.

CONDESA
(con un pequeño movimiento convulsivo) 
¡Por favor, no hables!

(bebiendo café negro) 

EL ATLETA 
Yo diría que es simplemente increíble.
Después de todo lo que ha pasado, 
que ella haya sacado provecho de todo esto.

CONDESA 
Nunca ha estado 
más hermosa.

EL ATLETA 
Pero si el cólera le ha causado
tanto efecto como a ti...

CONDESA 
Lo que nos mata a nosotros,
le da a ella salud y belleza.

EL ATLETA 
Bueno, es posible que tengas razón,
pero esta noche no me marcharé con vosotros.

CONDESA 
¿Vas a dejar que tu novia 
viaje sola y sin protección?

EL ATLETA 
El viejo irá con vosotras 
por si surgiera algún peligro.
Además, yo no puedo ni pensar en marcharme 
hasta que no llegue mi nuevo vestuario. 
Estoy esperando una malla de color rosa pálido 
que si no vuelve locas a las chicas del extranjero, 
me tendré que alojar en una alcantarilla. Aunque 
también es posible que el efecto favorecedor 
pueda verse contrarrestado por mi enorme barriga.
He estado tres meses completos en un hospital, 
¡estando sano! Esto convertiría 
al mendigo más miserable en un gordinflón. 

CONDESA 
(dirigiéndose a Alwa, con enojo reprimido) 
¡Y ahora dices que la dejarás sola!

ALWA 
(saliendo de su ensimismamiento) 
Tu plan para sacarla hoy de la cárcel 
todavía me crea dudas. 
Sin embargo, no puedo decirte cuanto te admiro, 
por tu sacrificio, tu arrojo 
y tu desprecio por la muerte. 
No sé cuán rica eres, Condesa, 
pero el gasto de poner este plan en acción 
debe haber hecho un buen agujero en tus recursos. 
¿Puedo ofrecerte un préstamo 
de veinte mil marcos, 
que podría conseguir fácilmente?

(se oyen pasos en la galería) 

CONDESA 
(escuchando los pasos) 
¡Al fin llegó!

(la cortina se abre por encima de las escaleras) 

SCHIGOLCH 
(entra llevando un largo abrigo negro y un
paraguas gris en su mano. Durante esta escena 
su conversación es interrumpida por frecuentes 
bostezos) 
¡Maldito sea este oscuro salón tuyo!

CONDESA 
(quitándose con esfuerzo la manta)
¡Ya estoy lista!

EL ATLETA 
(perezoso y torpe, se estira sobre el sofá)
La señora lleva tres días 
sin ver la luz del día.

SCHIGOLCH 
(siempre jadeando y luchando contra 
sus bostezos) 
Llevo toda la mañana, de aquí para allá,
arreglando los pasaportes.

CONDESA 
(trata de levantarse; a Schigolch) 
¡Ayúdame!

EL ATLETA 
(todavía desperezándose) 
Puedo recomendaros un buen hotel en París,
sus propietarios son berlineses...

CONDESA 
(igual) 
¡Por favor, ayúdame a levantarme!

EL ATLETA 
(continúa)
... ustedes estarán allí más a salvo 
de la policía que en cualquier otro lado.

CONDESA 
(mientras Schigolch la ayuda a levantarse, 
no sin dificultad) 
Él en realidad... lo que pretende... 
es que tú y ella... os vayáis sin él.

SCHIGOLCH 
(al Atleta) 
¿Tienes miedo que ella te contagie el cólera?

EL ATLETA 
No puede haber otra cosa mejor para ella que 
un cambio de aires antes de nuestra luna de miel.

ALWA 
(saca una billetera y la muestra a la Condesa) 
En esta billetera encontrarás diez mil marcos.

CONDESA 
(se apoya en el respaldo de una silla)
¡Oh, gracias, no!

ALWA 
Te lo ruego, no los rechaces.

CONDESA 
(a Schigolch) 
¡Terminemos con esto!

SCHIGOLCH 
Ten paciencia, señorita, 
el hospital está a un paso de aquí.

(respirando profundamente)  

En cinco minutos volveré aquí con ella.

CONDESA 
¡Vamos!

EL ATLETA 
(para sí) 
... "con ella"

ALWA 
(señalando hacia la puerta central) 
Este camino es más rápido. 

(acompañando a ambos a la puerta, la Condesa 
y Schigolch se van) 

EL ATLETA 
(queda solo con Alwa, se levanta bruscamente 
del sofá)
¡E incluso querías darle dinero a esa pájara loca!

ALWA 
¿Y a ti qué te importa?

EL ATLETA 
Mis finanzas también están en quiebra. 
En primer lugar, pasé tres meses internado en el 
hospital para sondear el terreno, después de haber 
conseguido los síntomas adecuados para tan larga 
estadía. En segundo lugar, ahora estoy haciendo el 
papel de tu mayordomo, señor, para que no tengas 
la necesidad de contratar extraños en tu casa. Y 
finalmente, estoy pensando en entrenarla para que 
sea "la más increíble acróbata de nuestra era", 
y me juego la vida diariamente. ¿Cuándo un novio 
ha hecho más por su prometida?

ALWA 
La señorita Geschwitz te ha devuelto 
cada penique que gastaste. 
Además, yo sé que te ha estado pagando 
un salario mensual de quinientos marcos. 
A veces, me resulta difícil creer 
que tú amas a esa infeliz asesina. 
Por el contrario, estoy convencido que, 
si no fuese por la Condesa, tú estarías ahora 
borracho y tirado 
en alguna alcantarilla de por ahí.

EL ATLETA 
¿Y qué hubiera sido de ti si no hubieses ganado 
dos millones al vender el pasquín que tu padre 
publicaba? ¿Cuándo has trabajado tú? 
Has compuesto un melodrama en el que 
las piernas de mi novia son las protagonistas y 
que ningún teatro decente se atreve a representar.
¡Eres un depredador nocturno! 
¡Un orgulloso mequetrefe!

(golpean la puerta) 

ALWA 
¿Quién será?

EL ATLETA 
¡Debe ser ella! Ha pasado más de un año 
desde que la vi por última vez.

ALWA 
No pueden haber vuelto tan rápidamente.

EL ATLETA 
¡Maldita sea, ve y hazlos entrar!

ALWA 
¡Escóndete, rápido!

(El Atleta se esconde de un salto detrás de
la puerta. Alwa abre la puerta. El Estudiante 
entra corriendo, sombrero en mano) 

ALWA 
¿Qué desea?...

(reconociendo al Estudiante) 

¡Tú! ¿Qué quieres? ¿Por qué has venido?

EL ESTUDIANTE 
(aún sin aliento) 
Al fin me he escapado... del reformatorio juvenil...
donde me habían encerrado.

ALWA 
¿Qué es lo que quieres?

EL ESTUDIANTE 
Busco su ayuda. 
Tengo un plan para sacarla de la cárcel.

ALWA 
¿A quién te refieres?... ¿Qué clase de plan es ése?
¿Por qué me buscas a mí?

EL ESTUDIANTE 
Ella no puede significar tan poco para usted como 
para que yo tenga que explicárselo. Lo que usted,
generosamente, declaró ante el juez, fue de más 
ayuda que todo el trabajo de su abogado. 

ALWA 
¡Tú fuiste el mejor testigo para la defensa!

EL ESTUDIANTE 
Era demasiado joven para prestar juramento,
nadie me creyó.

EL ATLETA
(sale de detrás de la puerta, representando, a 
propósito, pésimamente su papel de mayordomo)
Si me permite inquirir, señor Barón, ¿tomará el 
café en la sala de música o en la terraza?

EL ESTUDIANTE 
¿Quién es este hombre? 
¡De la misma puerta! 
¡Ha entrado por la misma puerta!

ALWA 
Es mi mayordomo... De total confianza.

EL ESTUDIANTE 
¡Soy un estúpido!

EL ATLETA 
(revelando su verdadera identidad) 
¡Cómo te hemos extrañado!
Pero si te veo merodeando por aquí, 
golpearé esa cabeza tuya hasta hacerla papilla.

ALWA 
¿Por qué no te callas?

EL ESTUDIANTE 
¡Soy un estúpido!

EL ATLETA 
(al estudiante) 
¿Acaso no sabes que
ella murió en prisión el mes pasado?

EL ESTUDIANTE 
¡No es verdad!

EL ATLETA 
¿Y cómo lo sabes? 

(saca un periódico de su bolsillo)  

¡Lee este recorte! ... ¡Mira!... 
"La asesina del Dr. Schön 
ha enfermado de cólera."

EL ESTUDIANTE 
(mirando y releyendo del recorte de diario) 
"La asesina del Dr. Schön 
ha enfermado de cólera"...

EL ATLETA 
(queriendo ocultar el resto de la noticia al 
Estudiante, señala con el dedo otras líneas)
... "se ha enfermado de cólera"...

EL ESTUDIANTE
... "en la prisión." 

(arrancando la hoja de la mano del Atleta)  

¡No dice que ella murió!

EL ATLETA 
¿Cómo que no? 
Hace tres semanas que ella está en el cementerio,
justo entrando a la izquierda. ¡Cerca del basurero!

EL ESTUDIANTE 
(a Alwa) 
¿Es verdad que está muerta?

ALWA 
¡Gracias a Dios, sí!

EL ESTUDIANTE 
(mirando al caballete vacío) 
Mi vida no tiene valor, pero la hubiera dado 
con gusto, a cambio de su felicidad...
Entonces... ¡todo acabó! 
¡Sólo me queda irme al infierno!

EL ATLETA 
(con un gesto) 
¡Entonces, vete!

ALWA 
Debo pedirte que te marches. 

(tratando de llevarlo hacia la puerta) 

EL ESTUDIANTE 
¡Soy un estúpido!

EL ATLETA 
(agarrando al Estudiante) 
¡Vete! 

(lo empuja hacia la puerta 
del centro y regresa. A Alwa) 

Estoy asombrado de que no ofrecieras dinero 
a ese tonto, como un gesto de caridad.

ALWA 
¡Ya estoy harto de tus vulgaridades! 
¡Ese muchacho tiene más agallas 
en su dedo meñique que todo tú!

(se oyen pasos en la galería de alguien 
que camina arrastrando los pies) 

EL ATLETA 
¡Ahí viene mi novia! 
"La más increíble acróbata de nuestra era"

(la cortina de la galería se abre. Lulú, con el 
vestido negro de la Condesa y ayudada por 
Schigolch, lentamente baja las escaleras) 

SCHIGOLCH 
¡Bueno, pequeña Lulú! 
Debemos pasar rápidamente la frontera.

EL ATLETA
(con la boca abierta, a Lulú) 
¡Demonios, muerte y maldición!

LULÚ 
(se sitúa, casi cayéndose, frente 
a Schigolch y el Atleta) 
¡Despacio! No puedo ir tan rápido...

EL ATLETA 
(más y más furioso) 
¿Cómo puedes tener el descaro 
de venir aquí tan pálida como la muerte?

SCHIGOLCH 
¡Cállate!

EL ATLETA 
¡Voy a ir derecho a la policía! ¡Te denunciaré!
¡Serás el hazmerreír cuando te pongas la mallas!

ALWA 
¡No puedo permitir esos insultos a la señora!

EL ATLETA 
La señora está en los huesos...
Pero, mírame a mí... ¡Una enorme barriga! 
¿Cómo podré ganarme así la vida? 
¡Que me parta un rayo si no consigo una pensión 
vitalicia dando alguna publicidad a todo esto!

(saliendo) 

¡Voy derecho a la policía! 
¡Buen viaje! 

(se va)

SCHIGOLCH
¡Vete!... ¡Vete!... 

LULÚ 
¡No tiene valor para hacerlo! 

SCHIGOLCH
¡Nos hemos librado de él! 

ALWA 
¡Gracias a Dios! 

SCHIGOLCH
(siempre fatigado) 
Debo ir a buscar los billetes del coche cama.

(a Lulú)  

Vendré a buscarte en media hora. 

LULÚ 
Muy bien... 

SCHIGOLCH
(a Alwa) 
¡Buenos días, doctor! 

ALWA 
¡Y buenas noches! 

SCHIGOLCH
¡Que descanses!... ¡Hasta pronto! 
¡Todo saldrá bien!

(se va)

LULÚ 
(levantándose sin dificultad y, a partir de ahora, 
con tono más alegre, sin disimulo) 
¡Oh, libertad! ¡Gracias a Dios! 

ALWA 
¿Quieres tomar algo? 

LULÚ 
Desde hace dos años no he visto un cuarto 
con cortinas, sofá y cuadros... 

ALWA 
(dándole una copa) 
Es Benedictine. 

LULÚ 
Esto me recuerda los viejos tiempos. 

(bebe y mira alrededor del cuarto)  

¿Dónde está mi retrato?

ALWA 
(Alwa se sirve una copa; señalando a la 
chimenea) 
Ahí, colgado en la chimenea. 
Lo puse de cara a la pared. 

LULÚ 
¿No lo has mirado mientras yo he estado ausente? 

ALWA 
A la Geschwitz sí le hubiera gustado 
tenerlo en su casa, 
pero temía que la policía fuera a registrarla. 

LULÚ 
(alegremente) 
Y ahora esa pobre horrorosa 
va a prisión en mi lugar. 

ALWA 
Todavía no comprendo totalmente 
cómo se desarrollaron los acontecimientos. 

LULÚ 
¡La Geschwitz lo arregló todo muy sagazmente! 
Tú sabes la terrible epidemia de cólera que asoló 
Hamburgo el verano pasado. Eso le dio la idea 
para mi fuga. Ella tomó un curso de primeros 
auxilios y se fue a Hamburgo para atender a las 
víctimas del cólera. En la primera oportunidad 
que se le presentó, se puso una ropa perteneciente 
a una enfermera carcelaria y ese mismo día 
me visitó en la prisión. En mi celda, mientras 
la guardiana estaba afuera, rápidamente nos 
intercambiamos nuestras ropas. 

ALWA 
¿Así es como la Geschwitz y tú os enfermasteis 
de cólera el mismo día? 

LULÚ 
¡Efectivamente! Las dos estuvimos en la misma 
habitación del hospital y la Condesa usó todo su 
ingenio para que nos pareciéramos lo más posible. 
Anteayer a ella le dieron el alta. 
Y hoy, ella ha regresado con la historia 
de que había dejado olvidado su reloj. 
Yo me he puesto sus ropas y me he fugado.

(divertida)  

Ahora es ella la que está allí prisionera 
como la asesina del doctor Schön. 

ALWA 
(poniendo el retrato en el caballete) 
¡Aún eres la misma que en el retrato!

LULÚ 
Pero mi cara está ajada. 

ALWA 
Estabas horrible cuando entraste. 

LULÚ 
Tuve que fingir para espantar al Atleta...
¡Me das un besito! 

ALWA 
Tus adorables ojos centellean
al igual que el agua de un plácido río
cuando se arroja una piedra. 

LULÚ 
¡Ven! 

(ella lo atrae a su lado en el sofá)

ALWA 
(la besa con gran intensidad y gentilmente 
se aparta de ella) 
Tus labios son ahora un poco más delgados.

LULÚ 
¿Tienes miedo? 

(se aproxima junto a él y lo besa 
apasionadamente)

ALWA 
¡Oh!... ¡Oh!... 
Creo que compondré un ditirambo a tu belleza. 

LULÚ 
(como si nada hubiera pasado) 
Lo que más me preocupa 
son estos horrorosos zapatos. 

ALWA 
No importa, eres igual de encantadora...
¡Ven, amor mío!... 

LULÚ 
¡Quieto!... Yo le disparé a tu padre. 

ALWA 
Sin embargo, no te quiero menos por ello...
¡Ven!... ¡Un beso más!... ¡Un beso!... ¡Un beso! 

LULÚ 
¡Echa tu cabeza para atrás!

(lo besa con dulcemente)

ALWA 
Si no fuera por tus ojos de niña, diría que eres 
la más arpía de todas las prostitutas 
que llevaron a un hombre a su perdición. 

LULÚ 
(alegremente) 
¡Oh, cómo desearía que eso fuera cierto! 

(hunde sus manos en los cabellos de él)  

¡Atravesemos juntos la frontera! Entonces 
podremos estar juntos siempre que lo deseemos. 

ALWA
... juntos, siempre que lo deseemos. 

LULÚ 
... siempre que lo deseemos... 

ALWA 
... ¿siempre que lo deseemos?... 

LULÚ 
... siempre... que... lo... 

ALWA 
Con este vestido noto tu cuerpo como si fuera una 
forma musical. Estos dos tobillos: un Gracioso. 
Esa maravillosa redondez: un Cantabile. Estas 
rodillas: un Misterioso... y el deseo: un Andante. 
¡Qué apaciblemente se entrelazan los dos rivales! 
Confiados, saben que ninguno puede superar al 
otro en belleza, hasta que la apasionada y voluble 
dueña de ambos se despierta y se separan como 
dos polos opuestos. Cantaré tus alabanzas hasta 
que sienta mis sentidos desmayar... 

LULÚ 
Entonces, ¿vendrás conmigo esta noche?... 
¿Vendrás?... 

ALWA 
Me has hecho perder la cabeza...

(apoya la cabeza en su falda)

LULÚ 
Éste... ¿no es el sofá... donde tu padre... 
se desangró?... 

ALWA 
Calla... Calla...

Acto  III