ZWEITER AUFZUG 


(Des Färbers Wohnung. Die Brüder blicken zur Tür 
herein, bepackt. Der Färber belädt sich, die Kaiserin,                    
als Magd, hilft ihm dabei)

DIE AMME
(läuft an die Tür, neigt sich bis zur Erde vor 
dem Färber)
Komm bald wieder nach Haus, mein Gebieter,
denn meine Herrin verzehrt sich vor Sehnsucht,
wenn du nicht da bist!

(Barak geht. Die Amme läuft zur Frau hinüber). 

Die Luft ist rein und kostbar die Zeit!
Wie ruf ich den, der nun herein soll?

(Die Frau hat sich gesetzt und das Tuch, mit dem ihr 
Kopf umwunden war, gelöst; ihr Haar ist mit Perl-
schnüren durchflochten. Die Kaiserin kniet vor ihr, 
hält ihr den Spiegel) 

DIE AMME
O du meine Herrin seit diesem Tag,
gib mir doch Antwort!
Wie sind deine Bräuche?
Soll diese laufen?
Oder ruf ich ihn?
Mit einem sehnsüchtigen Ruf?
Oder einem fröhlichen?

DIE FRAU
Auf wen geht die Rede?

DIE AMME
Auf den, der thronet in deinem Herzen,
und für den du dich schmückest!

DIE FRAU
Im leeren Herzen wohnet keiner,
und geschmückt hab ich mich 
für den Spiegel.

DIE AMME
Hören ist Verstehen,
o meine Herrin!
So sprech ich von dem Sehnsuchtsverzehrten
dem deines offenen Haares Wehen -
in Träumen geahnt, doch niemals gesehen -
die Knie löst vor Furcht und Bangen:
Verstatte, daß ich diesen rufe
zur Schwelle der Sehnsucht und der Erhörung!

DIE FRAU
(steht auf)
Ich weiß von keinem Manne außer ihm,
der aus dem Hause ging.

DIE AMME
(dicht an ihr)
O du Augapfel meiner Träume!
Den flüchtig Begegneten, heimlich Ersehnten,
den du mit niedergeschlagenen Augen
dennoch ansahest - 
und warst ihm zu Willen in deinen Gedanken -
erbarme dich seiner!

DIE FRAU
(errötend, verwirrt)
Wer bist denn du? Wie nimmst du mich denn?

DIE AMME
Wir bringen ihn dir,
zu dem du jetzt eben
in süßen Erröten
dein Denken geschickt!

DIE FRAU
Lachen muß ich über dich!
Wenn ich dir sage:
Ich weiß kaum die Gasse
wo ich ihn traf,
nicht das Viertel der Stadt,
noch seinen Namen!

DIE AMME
Nun schließ deine Augen
und ruf ihn dir!
Und schlägst du sie auf,
steht er vor dir!

DIE FRAU
(ihren Gedanken nachhängend)
Nur, daß ich
auf einer Brücke ging
unter vielen Menschen,
als einer mir entgegenkam,
ein Knabe fast, der meiner nicht achtete -

DIE AMME
(nimmt verstohlen einen Strohwisch vom Boden)
Du Besen, leih mir die Gestalt!
Und Kessel du, leih mir deine Stimme!

DIE KAISERIN
(zur Amme)
Weh! Muß dies geschehen
vor meinen Augen?

DIE AMME
(leise)
Zu gutem Handel
und dir zu Gewinn.

(Sie gleitet zur Frau hin, birgt den Strohwisch 
hinterm Rücken) 

Geschlossen dein Aug
und geöffnet dein Herz, du Liebliche, du!

(Sie wirft den Strohwisch über die Frau. Es blitzt 
auf, und nachher bleibt das Licht verändert).

DIE KAISERIN
(vor sich, flüsternd)
Sind so die Menschen?
So feil ihr Herz?

DIE AMME
Kielkröpfe und Molche 
sind zu schauen
so lustig wie sie!

DIE FRAU
(mit geschlossenen Augen)
Der meiner nicht achtete
mit hochmütigem Blick,
und des ich gedachte
heimlich, zuweilen
um Träumens willen!

DIE AMME
Es ist an der Zeit,
herbei, mein Gebieter!

(Sie klatscht in die Hände. Es steht ein Jüngling da, wie 
entseelt. Zwei kleine dunkle Gestalten stützen ihn, die 
sogleich verschwinden).

DIE FRAU
(mit offenen Augen)
Er und der Gleiche!
Und doch nicht!

DIE AMME
(dicht bei dem Jüngling, der allmählich sich belebt)
Um ihretwillen
bist du hier,
du Vielersehnter!

(läuft zur Frau hinüber)

Wie ist dir
um jede Stunde,
da du diesen 
nicht gekannt hast?

DIE FRAU
Ich will hinweg
und mich verbergen!

(Der Jüngling steht gesenkten Kopfes. Die Frau 
hebt unwillkürlich die Hände gegen ihn).

DIE AMME
Sei schnell, mein Gebieter!
Und kühn, du Herrin!
Unsagbar fliehend
ist solches Glück!

STIMMEN
(aus der Luft)
Sei schnell, mein Gebieter!
Und kühn, du Herrin!
Unsagbar fliehend
ist solches Glück!

DIE KAISERIN
(horcht hinaus)
Ach! Wehe! Daß sie sich treffen müssen, 
der Dieb und der, dem das Haus gehört,
der mit dem Herzen und der ohne Herz!

DIE AMME
Voneinander!
Ihr ist gegeben,
zu hören, was fern ist,
sie meldet: der Färber
kehrt nach Hause!

(Sie wirft ihren Mantel über den Jüngling, der Raum 
verdunkelt sich jäh, und als es wieder hell wird, ist der 
Knabe verschwunden. Zu der Amme Füßen liegt der 
Strohwisch, den sie aufnimmt und in einer Mauernische 
verbirgt. Die Tür geht auf, Barak tritt ein, eine 
riesengroße kupferne Schüssel auf den Armen tragend, 
ihm voraus der Einäugige, den Dudelsack spielend, der 
Bucklige, bekränzt und ein großes Weingefäß 
schleppend, der Einarmige, mit noch einer kleineren 
Schüssel, Bettelkinder drängen sich ihnen nach zur Tür 
herein)

BARAK
(stolz und glücklich auf die Frau zu)
Was ist nun deine Rede,
du Prinzessin,
vor dieser Mahlzeit,
du Wählerische?

(Die Frau kehrt ihm den Rücken)

DIE BRÜDER
(haben sich rechts in eine Reihe gestellt)
O Tag des Glücks, o Abend der Gnade!
Das war ein Einkauf!
Schlag ab, du Schlächter, ab vom Kalbe!
Schlag ab vom Hammel! Und her mit dem Hahn!
Du Bratenbrater, heraus mit dem Spieß!
Heran, du Bäcker, mit dem Gebackenen,
und du, Verdächtiger, her mit dem Wein!
Wenn wir einkaufen, das ist ein Einkauf!
O Tag des Glücks, o Abend der Gnade!

DIE BETTELKINDER
(fallen ein)
O Tag des Glücks, o Abend der Gnade!

DIE FRAU
(ohne Barak voll anzusehen)
Wahrlich, es ist angelegt
aufs Zertreten des Zarten,
und es siegt das Plumpe,
und dem , der Brot will,
wird ein Stein gegeben!
Und wer von der Schüssel der Träume kostete,
zu dem treten Tiere
und halten ihm den Wegwurf hin
vom Tisch des Glücklichen,
und er hat nichts,
wohin er sich flüchte,
als in seine Tränen!
Das ist meine Rede,
du glückseliger Barak!

(Die Tränen überwältigen sie, sie setzt sich abseits 
und verbirgt ihr Gesicht in den Händen).

BARAK
(hat seine Schüssel auf die Erde gestellt)
Esset, ihr Brüder, und lasset euch wohl sein!
Ihre Zunge ist spitz, und ihr Sinn ist launisch,
aber nicht schlimm -
und ihre Reden sind gesegnet
mit dem Segen der Widerruflichkeit
um ihres reines Herzens willen
und ihrer Jugend.

(Die Brüder lagern auf der Erden und haben sich über 
die Schüsseln hergemacht, die Bettelkinder um sie; 
Barak stopft den Kindern gute Bissen in den Mund. In 
der Tür sammeln sich Nachbarn, alte Weiber, Krüppel, 
noch mehr Kinder an, auch Hunde. Barak winkt die 
Magd heran).
SEGUNDO ACTO 


(Vivienda del tintorero. Los hermanos, en la 
puerta, cargados. El tintorero coge su carga y 
la emperatriz, vestida de doncella, le ayuda) 

LA NODRIZA
(inclinándose exageradamente hasta el suelo 
frente al tintorero)
¡Vuelve pronto a casa, mi señor,
pues mi señora se consume de añoranza
cuando tú no estás aquí!

(Barak se va. La nodriza habla a la esposa) 

¡El aire está limpio y el tiempo es valioso!
¿Cómo llamaré a aquél que debe venir ahora?

(la esposa se ha sentado y se ha soltado el 
pañuelo que cubría su cabeza; su pelo está 
trenzado con cordones de perlas. La emperatriz 
se arrodilla ante ella sujetándole el espejo)

LA NODRIZA
¡Oh señora mía,
en este día dame una respuesta!
¿Cuáles son tus deseos?
¿Quieres que esta mujer se vaya?
¿O quieres que le llame a él?
¿Con una llamada anhelante?
¿O con una alegre?

LA MUJER
¿De quién estás hablando?

LA NODRIZA
¡De aquél que ocupa tu corazón
y para quien te estás adornando!

LA MUJER
En este corazón vacío no vive nadie,
y si me he adornado 
ha sido para el espejo.

LA NODRIZA
¡Oír es entender,
oh, mi señora!
Hablo de aquel que se consume de ansiedad, 
de aquel cuyas rodillas tiemblan 
ante las ondas de tu cabello suelto,
aquel con el que sueñas, pero jamás has visto.
Permíteme que le llame 
al borde del deseo y la condescendencia.

LA MUJER
(levantándose).
No sé de ningún otro hombre aparte de él,
el que ha salido de la casa. 

LA NODRIZA
(pegada a ella).
¡Oh, ojito de mis sueños!
Ten piedad de aquel a quien viste de reojo, 
a quien anhelas en secreto, a quien, sin embargo,
miraste cabizbaja... 
siendo suya en el pensamiento.
¡Ten piedad de él!

LA MUJER
(sonrojada y confusa)
¿Pero tú quién eres?... ¿Por quién me tomas?

LA NODRIZA
Te lo traeremos...
Tu dulce rubor 
acaba de revelar
que estás pensando en él.

LA MUJER
¡Me haces reír!
Si te lo estoy diciendo...
Apenas conozco la calle
donde lo encontré,
ni el barrio de la ciudad...
¡Ni tan siquiera su nombre!

LA NODRIZA
¡Ahora cierra los ojos
y llámalo!
¡Y cuando los abras
estará frente a ti!

LA MUJER
(perdida en sus pensamientos)
Sólo sé que iba caminando
por un puente,
entre mucha gente,
cuando de repente se me acercó uno,
casi un niño, que ni se percató de mí...

LA NODRIZA
(tomando a hurtadillas una escoba)
¡Escoba, préstame tu figura!
¡Y tú, olla, préstame tu voz!

LA EMPERATRIZ
(a la nodriza)
¡Ay! ¿Tiene que pasar esto
delante de mis ojos?

LA NODRIZA
(bajando la voz)
Es necesario para tener éxito,
al fin y al cabo es por tu beneficio.

(se desliza hacia la mujer escondiendo 
la escoba a la espalda). 

¡Cierra los ojos y abre tu corazón, 
querida niña!

(La nodriza arroja la escoba sobre la mujer. 
Aparece un rayo y la luz queda como suspendida)

LA EMPERATRIZ
(a sí misma)
¿Son así los humanos?...
¿Tan corrupto es su corazón?

LA NODRIZA
¡Son tan agradables de mirar
como los monstruos
y las salamandras!

LA MUJER
(con los ojos cerrados)
Me ignoró
con mirada arrogante,
pero pienso en él
una y otra vez 
en mis sueños.

LA NODRIZA
Ha llegado el momento.
¡Ven aquí, mi señor!

(da una palmada. Aparece un jovencito, como 
desprovisto de alma. Dos pequeñas figuras 
negras le sujetan y desaparecen después).

LA MUJER
(con los ojos abiertos)
¡Es él! ¡Él mismo!
¡Y sin embargo no es él!

LA NODRIZA
(pegada al joven que toma vida poco a poco)
¡Por ella
estás aquí,
anhelado ser!

(corre hacia la esposa)

¿Qué es lo que 
te ocurre
que no le has
reconocido?

LA MUJER
¡Quiero marcharme
y esconderme!

(el joven queda de pie con la cabeza gacha. La 
mujer levanta las manos hacia él).

LA NODRIZA
¡Sé rápido, mi señor!...
¡Y tú, sé atrevida, mi señora!
¡Un tesoro así puede desaparecer 
en un instante!

VOCES
(desde el aire)
¡Sé rápido, mi señor!...
¡Y tú, sé atrevida, mi señora!
¡Un tesoro así puede desaparecer 
en un instante!

LA EMPERATRIZ
(escuchando los ruidos de fuera)
¡Ay, que tengan que encontrarse
el ladrón y aquél a quien la casa pertenece!
¡El que tiene corazón y el que no lo tiene!

LA NODRIZA
¡Separaros!
¡Ella tiene el don de oír 
lo que está lejos
y anuncia que el tintorero
regresa a casa!

(arroja su túnica sobre el joven, la habitación se 
oscurece de repente y cuando vuelve a clarear el 
muchacho ha desaparecido. A los pies de la 
nodriza está la escoba de paja, la recoge y la 
esconde en un armario. Barak entra cargando 
con una enorme tina de cobre, delante de él va 
el tuerto tocando la gaita, el jorobado con una 
corona y arrastrando un gran recipiente de vino, 
el manco con una tina aún más pequeña, y 
algunos niños mendigos se apretujan detrás 
de ellos)

BARAK
(orgulloso y feliz a su mujer)
Bueno...
¿Qué dices ahora, princesa,
de esta comida...
tú que eres tan exigente?

(La mujer le da la espalda)

LOS HERMANOS
(en fila a la derecha)
¡Oh día afortunado, oh noche de gracia!
¡Esta sí que ha sido una buena compra!
¡Venga, carnicero, corta el cordero!
¡Corta algo del carnero y trae aquí el pollo!
¡Venga, asador, saca el espetón!
¡Tú, panadero, acerca los bollos,
y tú, bodeguero, trae aquí el vino!
¡Cuando compramos, compramos de verdad!
¡Oh día afortunado, oh noche de gracia!

LOS NIÑOS MENDIGOS
(uniéndose al canto)
¡Oh día afortunado, oh noche de gracia!

LA MUJER
(sin mirar a Barak directamente)
Desde luego, todo va dirigido
a pisotear lo que es delicado
y triunfa lo grosero.
A quien quiere pan
se le da una piedra
y a quien ha probado del plato de los sueños,
se le acercan los animales
ofreciéndole los restos
de la mesa del afortunado
y no le queda lugar
donde refugiarse
salvo en sus lágrimas.
¡Eso es todo lo que tengo que decir,
feliz Barak! 

(las lágrimas se apoderan de ella, se sienta a 
un lado y se oculta la cara con las manos).

BARAK
(poniendo su plato en el suelo)
¡Comed, hermanos, y disfrutad!
Su lengua es aguda 
y sus sentimientos son caprichosos,
pero no es nada grave...
Su corazón puro y su juventud
hacen que sus palabras estén impregnadas
de volubilidad,

(Los hermanos dejan sus cosas en el suelo y 
toman los platos, los niños permanecen a su 
alrededor. Barak da de comer a los niños. En la 
puerta se juntan vecinos, viejas, lisiados, más 
niños, también perros. Barak le hace una señal 
a la doncella para que se acerque)
Komm her, du stillgehende Muhme,
da ist für dich!
Und geh hin zu der Frau:
ob sie nicht will vom Zuckerwerk
oder vom Eingemachten mit Zimmet.

(Die Kaiserin schickt sich an, zu der 
Frau hinüberzugehen).

DIE FRAU
(fährt auf)
Meine Pantoffel in dein Gesicht,
du Schleichende!
Bitternis will ich tragen im Mund
und nicht sie verzuckern!
Was brauch ich Gewürze,
der Gram verbrennt mich!
Um der grausamen Tücke willen
und des erbärmlichen Geschickes!

DIE BRÜDER
(unter dem Essen)
Wer achtet ein Weib
und Geschrei eines Weibes?
Aber der Langmütige,
der bist du von je!
Und der Großmütige
vom Mutterleib!
Un der Wohltätige!
Und der Freigebige!
Das bist du!
Das war ein Einkauf!
O Tag des Glücks, o Abend der Gnade!
Schlag ab, du Schlachter!
Schlag ab vom Kalbe! usw.

DIE FRAU
Bitternis will ich tragen im Mund usw.

BARAK
Hier ist vom Guten,
lasset euch wohl sein,
meine Brüder,
und freuet euch,
daß ihr lebt!
Es ist euch gegönnt,
und ihr seid mir
anstatt der Kinder!

DIE BETTELKINDER
(neigen sich vor Barak)
Oh, du Färber unter den Färbern
und unser aller Vater!
O Tag des Glücks,
o abend der Gnade!

(Verwandlung: Das kaiserliche Falknerhaus, einsam 
im Walde Mondlicht zwischen den Bäumen. Der Kaiser 
kommt geritten, steigt leise vom Pferde, nähert sich 
lautlos, bleibt hinter einem Baum verborgen, von wo 
er den Eingang und das eine Feuer des kleinen Hauses 
vor Augen hat. - Die Tür ist geschlossen) 

DER KAISER
Falke, Falke, du wiedergefundener -
wo führst du mich hin, du kluger Vogel?
„Das Falknerhaus, einsam im Walde,
soll die drei Tage mir Wohnung sein -
niemand um mich als die Amme allein,
ferne den Menschen, verborgen der Welt" -
So schrieb meine Frau - sie gab's dem Boten,
künstlich ihr Haarband umflocht den Brief.
Nun führst du mich über Berg und Fluß
hierher den Weg, Seltsamer du -
Soll ich mich bergen hier im Schatten
als ihr Jäger immerdar?
Hast du darum mich hergeführt?
Schläft sie? Mich dünkt, das Haus ist leer!
Falke, mein Falke, was ist mir das?
Wo ist deine Herrin zu nächtiger Zeit?
Falke, mir ist: zur unrechten Stunde
hast du mich hierher geführt.
Still, mein Falke, und horch mit mir!
Es kommt gegangen, es kommt geschwebt -
ist das die Beute, die du mir schlägst?
Stille -

(Die Amme, hinter ihr die Kaiserin, kommen zwischen 
den Bäumen herausgeschwebt und stehen zwischen den 
Bäumen; sie sind mit wenigen lautlosen Schritten auf 
der Schwelle, die Amme öffnet, sie schlüpfen ins Haus, 
das sich von innen erleuchtet). 

O weh, Falke, o weh!
Wo kommt sie her! Wehe, o weh!
Menschendunst hängt an ihr,
Menschenatem folgt ihr nach,
wehe, daß sie mir lügen kann -
wehe, daß sie nun sterben muß!

(Er zieht eine Pfeil aus dem Köcher)

Pfeil, mein Pfeil, du mußt sie töten,
die meine weiße Gazelle war!
Weh! Da du sie ritztest, ward sie ein Weib!
Du bist nicht, der sie töten darf!

(Er stößt das Schwert wieder in die Scheide)

- Und meine nackten Hände! Weh!
Meine Hände vermögen es nicht!
Wehe, o weh!
Auf, mein Pferd, und du, Falke, voran!
und führ mich hinweg von diesem Ort,
wohin dein tückisches Herz dich heißt,
führ mich ins öde Felsgeklüft,
wo kein Mensch und kein Tier meine Klagen hört!
Wehe, oh weh!

(Verwandlung: Des Färbers Wohnung. Barak schläft.
Die Frau und die Amme tauschen ungeduldige Blicke) 

DIE FRAU
(vor sich hin)
Es gibt derer, die haben immer Zeit,
und ist der Markt vorbei,
so kommen sie auch noch zurecht.

BARAK
(Wendet den Kopf nach ihr)
Schon geh ich. Es ist heiß. 
Ich habe schwer geschafft seit diesem Morgen 
und nicht viel vor mich gebracht.
Gib mir zu trinken, Weib!

DIE FRAU
(ohne sich zu wenden)
Sind Mägde da.

(Die Amme gießt ein, tut verstohlen einen 
Saft in den Trank)

BARAK
(ohne hinzusehen)
Gibst du mir nicht?

(Die Amme gibt der Kaiserin das Gefäß. Die Frau, 
mit ausgestrecktem Arm, heißt sie, es dem Herrn zu 
bringen. Die Kaiserin bringt es hin. Barak trinkt.). 
Mich schläfert. Es ist heiß.

DIE FRAU
Sag: ich geh - und bleibe sitzen!
Sag: ich tu - und laß es sein!
Bin ich doch der Herr im Haus!
Hab es halt, so ist es mein,
Haus und Herd und Bette und Weib!

BARAK
Mich schläfert sehr. Ich muß hier liegen, Frau.
Zum Abend - dann - trag ich - die Ware zu Markt.

(schläft auf einem Sack Kräuter ein).

DIE FRAU
(höhnisch)
Und sparst dir den Esel, der sie dir schleppt!
Sparst den Esel, der sie dir schleppt!

DIE AMME
(läuft zu ihr)
Herrin, halt inne mit Schreien und Zürnen!
Ich hab ihm einen Schlaftrunk eingeschüttet!

DIE FRAU
Wer hieß das zu tun?

(ängstlich)

Barak! Barak!

(sie geht hinüber, sieht den Schlafenden an).

DIE AMME
(zieht sie weg)
Er schläft bis an den Morgen, ihm ist wohl.
Viel schöne Stunden, Herrin, sind vor dir.

DIE FRAU
Wer hat dich gelehrt, welche Stunde mir schön heißt?
Ich will ausgehen! Du bleib dahinten!
Ich will nicht in deinen Händen sein,
und daß du ausspähest
all mein Verborgenes,
du alte Weib und schwarz gefleckte Schlange!

DIE AMME
Willst du den in der Ferne suchen, Herrin,
der deiner harret und deines Winkes?
Gewähre: ich breit ihn vor deine Füße -
und sprich es aus: er darf heran!

DIE FRAU
Spräch ich es aus
und spräche einerlei Rede mit dir,
es wäre einerlei Rede nicht.
Der darf wohl heran, der, den ich meine -
doch eben von dir
darf nichts heran:
darum auch er nicht.
Von ihm darf heran,
was du nie wahrnimmst:
was nie an deiner
Hand sich mir naht.
Von wo der Strand
nie betreten wurde;
beträte ihn einer
von dort her,
dem wehrte keine Mauer
und kein Riegel.

DIE AMME
Ich ruf ihn!

(Ein Dunkelwerden, ein Blitz. Die Amme führt an ihrer 
Hand die Erscheinung des Jünglings heran.)

DIE FRAU
Schlange, was hab ich
mit dir zu schaffen!
und solchen,
die du bringest!

DER JÜNGLING
Wer tut mir das,
daß ich jäh muß stehn
vor meiner Herrin!
Der Macht ist zu viel!
Zu jäh die Gewalt! 

(kniet nieder, verhüllt sich)

DIE FRAU
(mit verstellter Härte, ohne den Jüngling eines 
Blickes zu würdigen).
Wer heißt eine alte Vettel wissen,
was ihr zu wissen nicht getan ist?

(mit gespielter Verachtung, indem sie den Jüngling 
mit einem koketten Blick streift).

Meine Tücher her! Ich war gewillt, ins Freie
und auf dem Flusse zu fahren.

(als wollte sie fort)

DIE AMME
(umschlingt ihre Füße)
Peinvoll süße Unruh
treibt dich umher.
Gewillt bist zu nichts
als zu Süßen gewillt zu sein
jetzt und hier!

DER JÜNGLING
Bin ich dir ferne, so ist's deine Nähe,
die mich zerbricht,
bin ich vor dir, so wirst du unnahbar,
und deine Ferne ist's, die mich tötet!
¡Ven aquí, pequeña silenciosa,
esto es para ti!
Ve donde está mi mujer
a ver si quiere algún dulce
o fruta con canela.

(la emperatriz se dirige a donde está 
la mujer) 

LA MUJER
(enfurecida)
¡Te tiraré mis zapatillas a la cara,
rastrera!
¡Amargura es lo que quiero tener en la boca
y no azúcar! 
¡Para qué necesito condimentos
si la pena me está quemando!
¡La culpa la tiene la cruel malicia
y del ruin destino!

LOS HERMANOS
(comiendo)
¿Quién hace caso de una mujer
y de sus gritos?
¡Pero tú siempre has sido
un hombre paciente!
¡Y generoso
de nacimiento!
¡Y caritativo!
¡Y desprendido!
¡Sí, así eres tú!
¡Esta sí que ha sido una buena compra!
¡Oh día afortunado, oh noche de gracia!
¡Venga, corta, carnicero!
¡Corta un poco de ternera! etc.

LA MUJER
Amargura es lo que quiero tener en la boca, etc.

BARAK
Aquí se está bien.
¡Disfrutad,
hermanos míos,
y alegraos
de estar vivos!
Así es la vida,
vosotros ocupáis para mí
el lugar de mis niños.

LOS NIÑOS MENDIGOS
(inclinándose ante Barak)
¡Oh, tintorero entre los tintoreros
y padre de todos nosotros!
¡Oh día afortunado,
oh noche de gracia!

(Cambio de escena. Casa del halconero imperial, 
en el bosque. Luz de luna. El emperador se 
aproxima, se baja del caballo, se acerca sin 
hacer ruido y se queda escondido tras un árbol 
desde donde puede ver la entrada y el fuego de 
la pequeña casa. La puerta está cerrada) 

EL EMPERADOR
Halcón, halcón, perdido y vuelto a encontrar.
¿A dónde me llevas, pájaro sabio?
"La casa del halconero, solitaria en el bosque,
ha de ser mi hogar durante estos tres días,
nadie a mi alrededor, salvo la nodriza,
lejos de la gente, oculta al mundo".
Así lo escribió mi mujer, se lo dio al mensajero
con su cinta de pelo envolviendo la carta.
Ahora me guías tú hasta aquí,
pasando montañas y bosques, qué extraño...
¿Debo ocultarme aquí en la sombra
como si fuera un cazador?
¿Para eso me has traído hasta aquí?
¿Está durmiendo?. ¡Parece que la casa está vacía!
Halcón, halcón, ¿qué significa esto?
¿Dónde está tu señora a esta hora de la noche?
Halcón, en mala hora
me has traído hasta aquí.
¡Silencio, halcón mío, escucha conmigo!
Alguien viene a pie, algo se acerca por el aire...
¿Es ese el botín que me quieres conseguir?
Silencio...

(La nodriza y la emperatriz, detrás de ella, vienen 
flotando entre los árboles. Se acercan con unos 
pocos pasos silenciosos a la puerta, la nodriza 
abre, entran de un salto a la casa que se ilumina 
entonces por dentro)

¡Ay, halcón, ay!
¿De dónde vendrá?... ¡Ay, ay!
Ella huela a humanos,
está impregnada de aliento humano.
¡Ay, cómo me ha podido mentir!...
¡Ay, ahora deberá morir!

(Saca una flecha de su aljaba) 

¡Flecha, flecha mía, debes matar
a la que fue mi gacela blanca!... ¡Ay no! 
¡Cuando tú la rozaste, ella se convirtió en mujer!
¡No eres tú quien debe matarla!

(enfunda la espada, que había desenvainado) 

¡Y mis manos desnudas!... ¡Ay!
¡Mis manos son incapaces de hacerlo! ¡Ay, ay!...
¡Arriba, a caballo, adelante, halcón!
Llévame lejos de este lugar
donde tu corazón traicionero me ha traído.
¡Llévame al pedregal desolado donde 
ninguna persona y ningún animal 
puedan oír mi pena!
¡Ay, ay, ay!

(Cambio de escena. Casa del tintorero. Barak 
duerme. La esposa y la nodriza se observan)

LA MUJER
(hablando consigo misma)
Hay quienes siempre tienen tiempo
y si el mercado se ha acabado
se las siguen apañando.

BARAK
(volviendo la cabeza hacia ella)
Me voy. Hace calor. 
He estado trabajando desde 
esta mañana sin conseguir muchos resultados.
¡Dame de beber, mujer!

LA MUJER
(sin volverse)
Aquí están las sirvientas.

(La nodriza le sirve echando a escondidas 
un somnífero en la bebida) 

BARAK
(sin mirarla)
¿No me lo vas a dar?

(La nodriza le da a la emperatriz la copa. Con 
el brazo extendido la mujer le ordena llevárselo 
al señor. La emperatriz se lo lleva. Barak bebe) 
Tengo sueño... Es el calor.

LA MUJER
Dice: "me voy"... ¡y se queda sentado!
Dice: "lo hago"... ¡y lo deja!
¡Como soy el que manda en casa!
¡La poseo, pues es mía, lo mismo que la casa, 
como el horno, como la cama, como la mujer!

BARAK
Tengo mucho sueño. Me acostaré, mujer.
Esta tarde.. llevaré.. la mercancía al mercado.

(se queda dormido sobre un saco de hierbas)

LA MUJER
(en tono de burla)
¡Y te ahorras el burro que te la lleva!
¡Te ahorras el burro que te la lleva!

LA NODRIZA
(corriendo hacia ella)
¡Señora, deje de gritar y de sufrir!
¡Le he dado un somnífero para que duerma!

LA MUJER
¿Quién te ha dicho que hagas eso?

(asustada)

¡Barak! ¡Barak!

(va a donde está él y lo ve dormir)

LA NODRIZA
(apartándola de él)
Dormirá hasta mañana, se encuentra bien.
Tienes muchas horas hermosas ante ti, señora.

LA MUJER
¿Y tú qué sabes las horas que son hermosas?
¡Quiero salir!... ¡Tú te quedarás aquí!
No quiero estar en tus manos
ni que espíes
todos mis movimientos.
¡Vieja víbora vestida de negro!

LA NODRIZA
¿Quieres que lo busque en la lejanía, señora?
¿A aquél que está esperando tu llamada?
Permíteme que lo traiga a tus pies.
Solamente di: ¡puede venir!

LA MUJER
Si lo dijera yo
y hablara lo mismo que hablas tú,
no estaríamos hablando de la misma cosa.
Él puede venir, aquel, a quien yo me refiero,
pero es de ti
de quien no debe venir nada
y por eso tampoco él. 
Él podrá venir
cuando tú no lo percibas,
nunca podrá acércaseme
con tu ayuda. 
Donde la arena
nunca fue hoyada,
si alguien la pisara
desde allí hacia aquí,
ningún muro ni cerrojo
lo detendría.

LA NODRIZA
¡Lo llamaré!

(Oscuridad, un rayo de luz. La nodriza trae 
de la mano la imagen del joven)

LA MUJER
¡Víbora!
¡Qué hago contigo!
¡Qué hago contigo 
y con lo que me traes!

EL JOVEN
¿Quién me ha traído hasta aquí,
tan súbitamente,
ante mi señora?
¡El poder es demasiado grande!
¡Demasiado intensa la violencia!

(se arrodilla y se cubre)

LA MUJER
(haciéndose la dura, sin dirigir ni siquiera 
una mirada al joven).
¿Quién dice que una vieja bruja sabe
lo que no le toca saber?

(con desprecio simulado, echándole una 
mirada coqueta al joven).

¡Mis ropas! Lo que yo quería era 
salir al aire libre e ir hacia el río.

(hace como si quisiera marcharse)

LA NODRIZA
(abrazándose a sus pies)
Una dulce intranquilidad dolorosa
es lo que te hace revolotear.
¡Tú no estás dispuesta para nada
salvo para los dulces momentos 
aquí y ahora!

EL JOVEN
Si estoy lejos de ti, 
es tu cercanía la que me hace pedazos.
¡Y si estoy ante ti, entonces me eres inalcanzable
y tu lejanía es lo que me mata!
(Er fällt nach rückwärts wie ein Ohnmächtiger)

DIE AMME
(gleichsam ins Feuer blasend, nicht ohne 
kupplerisch - dämonische Größe).
Wer teilhaftig ist der Wonne,
der fürchtet auch den Tod nicht,
denn er hat gekostet von der Ewigkeit,
aber wie er dahin gelangt ist,
das ist ihm vergessen!

DIE FRAU
Ich habe geträumt, daß ich zu dir fliege
mit unablässigen Küssen
wie eine Taube, die ihr Junges füttert -
und mein Traum hat dich getötet!

(Sie beugt sich über ihn, will sanft die Hände von 
seinem Gesicht lösen; sein Blick trifft sie, seine Hand 
zuckt, die ihrige festzuhalten. Sie fährt mit einem Schrei 
zurück. Die Amme will die Kaiserin mit sich ziehen, zur 
Tür hinaus) 

Ach!
Weh mir, wohin!
Verräterin!
Hierher! Zu mir!
Sind die Toten lebendig,
so sind wohl die Schlafenden tot!
Wach auf, mein Mann!
Ein Mann ist im Haus!
Ich will! Wach auf! Zu mir!

(sie eilt zu Barak hin, rüttelt ihn, bespritzt ihn mit 
Wasser; die Kaiserin ist bei ihr, hilft ihr).

DIE AMME
(wirft ihren Mantel über den Jüngling)
Gott schütz uns vor einer jungen Närrin!
Sei du getrost!

BARAK
(erwacht aus der Betäubung, richtet sich auf)
Was schlief ich so schwer?

DIE AMME
(zu dem Jüngling)
Schnell dreht sich der Wind,
und wir rufen dich wieder!

BARAK
Wer rüttelt mich auf?

DIE FRAU
Du sollst nicht schlaffen am hellen Tag!
Sollst wahren dein Haus
vor Dieben und Räubern
und meiner achten!
Geschieht mir dergleichen
von dir noch einmal,
so ist meines Bleibens
hier nicht länger!
Verstehst du mich?

BARAK
(steht aufrecht, blickt wild um sich)
Sind Räuber hier? Den Hammer dort!
Ihr Brüder her! Zum Bruder her!

DIE FRAU
(windet ihm den Hammer aus der Hand)
Laß du dein Schreien und tölpisch Gehaben!
Unter der Arbeit schlägst du mir hin,
kommst mir von Sinnen, redest fremd.
Hast du die Sucht, oder schiert's dich so wenig,
mich zu erschrecken täppisch und roh!

BARAK
(sucht sein Arbeitszeug zusammen)
Es widerfährt mir, was ich nicht kenne,
und ist eine Gewalt über mir im Dunkeln -

(starrt vor sich hin)

Mein bester Mörser ist mir zersprungen -
versteh ich mein Handwerk nicht mehr?

DIE FRAU
(sieht ihn starr an)
Ein Handwerk verstehst du sicher nicht,
wie du von Anfang nicht verstanden,
sonst sprächest du jetzt nicht von dir
und diesem Mörser.
Geschah dir das, was dir eben geschah,
dein Herz müßte schwellen vor Zartheit,
und es müßte dir bangen, die Hand zu heben
und deinen Fuß vor dich zu setzen
um des Köstlichen willen,
das du zerstören könntest.
Aber es geht ein Maulesel
am Abgrund hin,
und es ficht ihn nicht an
die Tiefe und das Geheimnis!

BARAK
(etwas schwermütig, halb zu der Magd, die bei ihm ist, 
ihm hilft, sein Handwerkszeug vom Boden 
aufzunehmen)
Ich höre und weiß nicht, was eines redet,
und habe vergossen den Leim, da ich hinfiel -
und mir ist bange um mein Handwerk,
und daß ich nicht werde nähren können,
die meinen Händen anvertraut sind.

DIE FRAU
Um Nahrung für mich
gräme dich nicht!
Und wenn du mich siehst
meine Tücher nehmen,

(sie tut's, die beiden Mägde sind ihr behilflich)

vielleicht zu fahren auf dem Flusse,
vielleicht zu wandeln neben den Gärten
oder was immer die Lust mich wird heißen -
kann sein, dann komme ich eines Abends
nicht wieder heim zu dir. -
Denn es ist nicht von heute, daß du meine Stimme Hörest
und fassest sie nicht in deinem Sinn,
und ist dir ferne, die du nahe glaubst,
und wähnest, du hättest sie im Gehäuse
wie einen gefangenen Vogel,
der dein ist,
um wenig Münze
gekauft auf dem Markt:
die doch anderswo, anders daheim

(Sie schickt sich an zu gehen, winkt der Amme, sie 
zu begleiten, der Kaiserin, zurückzubleiben. Barak 
sieht bestürzt und trübe vor sich hin. Die Frau und 
die Amme sind zur Tür hinaus. Die Kaiserin, auf den 
Knien in Baraks Nähe, sucht auf der Erde verstreutes 
Handwerkszeug zusammen.) 

BARAK
(wird erst jetzt gewahr, daß er nicht allein ist)
Wer da?

DIE KAISERIN
(sieht zu ihm auf)
Ich, mein Gebieter, deine Dienerin!

(Verwandlung. Der Kaiserin Schlafgemach im 
Falknerhaus Die Kaiserin liegt auf dem Bett in 
unruhigen Schlaf. Die Amme schlummert, in 
ihren Mantel gewickelt, zu Füßen des Bettes) 

DIE KAISERIN
(aus dem Schlaf, ohne die Augen aufzutun)
Sieh - Amme - sieh
des Mannes Aug, wie er sich quält!
Vor solchen Blicken liegen Cherubim
auf ihrem Angesicht!

(jäh auffahrend, mit ausgebreiteten Armen)

Dir - Barak - bin ich mich schuldig!

(Sie sinkt hin und scheint nun fester einzuschlafen. Die 
Wand des Gemaches schwindet, und man sieht in eine 
gewaltige Höhle, die durch einen Spalt ins Freie 
mündet. Düstere Lampen, da und dort, erleuchten matt 
uralte, in den Basalt gehauene Grabstätten. Zur 
Rechten gewahrt man eine eherne Tür, ins Innere des 
Berges führend. Des Falken Ruf wird hörbar. Dann 
dringt der Kaiser, als folgte er dem Falken nach, mit 
den Händen vor sich vorwärts tastend, durch den Spalt 
in die Höhle. Die Kaiserin bewegt sich im Schlaf, 
stöhnt auf. Der Kaiser nimmt eine der Grablampen; in 
seiner Hand leuchtet sie hell auf, er wird die eherne 
Tür gewahr. Ein Rauschen dringt durch diese wie von 
fallenden Wasser).

DIE STIMMEN
(aus dem Innern des Berges)
Zum Lebenswasser!
Zur Schwelle des Todes!
Nahe!
Wage!
Wehe!
Zage!

DIE STIMMEN DES FALKEN
Die Frau wirft keinen Schatten!

(Der Kaiser geht gegen die Tür. Der Falke umschwirrt 
ihn, stößt klägliche, abmahnende Rufe aus). 

Der Kaiser muß versteinen!

(Der Kaiser pocht an die Tür, die sich öffnet und ihn 
einläßt, dann wieder schließt. Die Höhle verschwindet, 
die Lampen im Schlafgemach leuchten stärker auf).

DIE KAISERIN
(fährt mit einem Schrei aus dem Schlummer empor)
Wehe, mein Mann!
Welchen Weg!
Wohin?
Durch meine Schuld!
Die Tür fiel zu,
als wär's ein Grab.
Er will heraus
und kann nicht mehr.
Ihm stockt der Fuß,
sein Leib erstarrt.
Die Stimme erstickt.
Sein Auge nur
schreit um Hilfe!
Weh, Amme, kannst du schlafen!
Ihm keine Hilfe,
dem andern Verderben -
Barak, wehe!
Was ich berühre,
töte ich!
Wehe mir!
Würde ich lieber
selber zu Stein!

(Verwandlung: Des Färbers Wohnung Es dämmert 
in dem Raum, wird allmählich dunkler und dunkler)

BARAK
(sitzt an der Erde)
Es dunkelt, daß ich nicht sehe zur Arbeit
mitten am Tage.

(die drei Brüder kommen zur Tür herein mit gesekten 
Köpfen. Auch draußen ist es dunkel)

DIE BRÜDER
Es ist etwas, und wir wissen nicht, was es ist,
o mein Bruder!

DIE AMME
(mit der Kaiserin seitwärts)
Es sind Übermächte im Spiel,
o meine Herrin,
und ein Etwas bedroht uns,
aber wir werden 
anrufen
gewaltige Namen,
und dir wird werden,
worauf du deinen Sinn gesetzt hast!
(cae de espaldas, como si se desmayara)

LA NODRIZA
(avivando el fuego de la sensualidad, 
no sin dimensiones diabólicas)
Quien toma parte del placer
no le teme a la muerte
pues ha probado de la eternidad,
pero lo que se olvida
es cómo llegar hasta allí.

LA MUJER
He soñado que volaba hacia ti,
con besos interminables,
como una paloma que alimenta a su cría...
¡Y mi sueño te ha matado!

(se inclina sobre él queriendo retirarle 
suavemente las manos de la cara, sus miradas se 
encuentran, su mano tiembla buscando la suya. 
Ella se echa atrás con un grito. La nodriza quiere 
llevarse a la emperatriz hacia la puerta)

¡Ah!...
¡Ay de mí!... ¿A dónde vas?...
¡Traidora!
¡Ven aquí! ¡Socorro!
¡Si los muertos están vivos
entonces los que duermen están muertos!
¡Despierta, esposo mío,
hay un hombre en la casa!
¡Quiero que te despiertes!... ¡Ayúdame!...

(corre hacia Barak, lo agita, le salpica con agua,
la emperatriz está con ella y la ayuda)

LA NODRIZA
(echando su túnica sobre el joven)
¡Que Dios nos ayude con esta tonta!
¡No temas nada!

BARAK
(despierta de su aturdimiento y se incorpora)
¿Por qué habré dormido tan profundamente?

LA NODRIZA
(al joven)
¡Cuando el viento cambie de dirección 
te volveremos a llamar!

BARAK
¿Quién me ha despertado?

LA MUJER
¡No deberías dormir en pleno día!
¡Tienes que proteger tu casa
de bandidos y ladrones
y también cuidar de mí!
¡Como vuelva a 
ocurrir esto,
entonces no me quedaré aquí
por más tiempo!
¿Me entiendes?

BARAK
(de pie, mirando como loco a su alrededor)
¿Ladrones?... ¡El martillo!
¡Venid, hermanos, ayudad a vuestro hermano!

LA MUJER
(arrancándole el martillo de la mano)
¡Deja ya tus gritos y tus groseros modales!
En medio del trabajo vas y te duermes,
pierdes la razón y dices cosas raras.
¿Estás enfermo o es que te importa tan poco
asustarme de esta manera tan torpe y cruel?

BARAK
(reuniendo sus herramientas)
Me están ocurriendo cosas que no entiendo.
Hay un poder sobre mí en la oscuridad...

(con los ojos muy abiertos)

Se me ha roto el mejor de mis morteros...
¿Es que ya no domino mi oficio?

LA MUJER
(le mira fijamente)
Seguro que no entiendes tu oficio
ni lo has entendido nunca,
si no fuera así, no estarías hablando ahora de ti
y de ese mortero.
Si te ha pasado lo que te acaba de pasar,
se te debería romper el corazón de pura congoja
y tendrías que temer elevar tu mano
y dar un paso
por las cosas preciosas
que podrías destruir. 
Pero una mula se pasea
a lo largo de un precipicio
sin importarle
la profundidad del abismo.

BARAK
(algo melancólico, a la doncella que está 
con él ayudándole a recoger sus herramientas 
del suelo)
Oigo sus palabras y no entiendo lo que dice.
Derramé la cola cuando me caí...
Tengo miedo por mi oficio
y de no poder alimentar
a los que dependen de mí. 

LA MUJER
En cuanto a la comida, por lo que a mí se refiere,
¡No te preocupes!
Y cuando me veas coger
mis ropas,

(lo hace ayudada por las sirvientas)

quizás sea para ir al río, 
quizás sea para pasear junto al jardín,
o para lo que me dé la gana...
Puede ser que una noche
no vuelva a casa contigo.
Hoy no es la primera vez que oyes mi voz
sin enterarte de lo que estoy diciendo.
Está muy lejos de ti lo que crees tan cerca,
piensas que me tienes en una jaula,
como a un pájaro prisionero que es tuyo,
comprado en el mercado
por poco dinero.
Ella está en otra parte... 
en otro lugar.

(procede a marcharse, hace una señal a la 
nodriza para que la acompañe y otra a la 
emperatriz para que se quede. Barak se queda 
mirándola, triste. La esposa y la nodriza salen. 
La emperatriz, de rodillas cerca de Barak, 
recoge herramientas esparcidas por el suelo) 

BARAK
(dándose cuenta de que no está solo)
¿Quién está ahí?

LA EMPERATRIZ
(dirigiendo la mirada hacia él)
¡Yo, mi señor, tu servidora!

(Cambio de escena. Dormitorio de la emperatriz 
en la casa del halconero. La emperatriz está 
acostada en la cama con un sueño intranquilo. La 
nodriza está adormilada a los pies de la cama) 

LA EMPERATRIZ
(en sueños, sin abrir los ojos)
¡Mira... nodriza... mira los ojos del hombre, 
lo que está sufriendo!
¡Ante una mirada tal, 
los querubines se desploman!

(incorporándose con los brazos extendidos)

¡Por tu culpa... Barak... soy culpable!

(se desploma y parece dormir más 
profundamente. La pared del dormitorio 
desaparece y se ve una enorme cueva que 
desemboca en una grieta. Lámparas siniestras 
iluminan tumbas antiquísimas esculpidas en el 
basalto. A la derecha se ve una puerta de bronce 
que lleva al interior de la montaña. Se oye la 
llamada del halcón. Entonces entra el emperador 
por la grieta a la cueva, tanteando en la 
oscuridad, como si siguiera al halcón. La 
emperatriz se mueve en sueños suspirando. 
El emperador coge una de las lámparas y 
descubre la puerta de bronce. A través de ella 
se oye un rumor como agua que cae)

VOCES
(desde el interior de la montaña)
¡Al agua de la vida!...
¡Al umbral de la muerte!...
¡Acércate!
¡Atrévete!
¡Tiembla! 
¡Teme!

VOZ DEL HALCÓN
¡Si la mujer no tiene sombra!

(El emperador se acerca a la puerta. 
El halcón vuela emitiendo llamadas de advertencia) 

¡El emperador se convertirá en piedra!

(El emperador llama a la puerta que se abre y le 
deja entrar. La cueva desaparece, las lámparas 
del dormitorio iluminan con más intensidad)

LA EMPERATRIZ
(despertándose a gritos e incorporándose)
¡Mi marido!
¡Qué camino!...
¿A dónde?...
¡Por mi culpa!
La puerta se cerró
como si fuera un sepulcro.
¡Él quiere salir
y no puede!
El pie se le traba,
el cuerpo se le petrifica.
La voz se le ahoga.
¡Tan sólo sus ojos
gritan pidiendo ayuda!
¡Ay, nodriza, cómo puedes dormir!
Para él ninguna ayuda,
para él sólo ruina...
¡Barak, ay!
¡Todo lo que toco
se muere!
¡Ay de mí!
Preferiría ser convertida
yo misma en piedra.

(Cambio de escena. Vivienda del tintorero.
La habitación se oscurece poco a poco)

 BARAK
(sentado en el suelo)
Está oscureciendo tanto 
que no puedo trabajar en pleno día.

(los tres hermanos entran por la puerta
cabizbajos. Fuera también ha oscurecido)

LOS HERMANOS
¡Algo está pasando y no sabemos lo que es,
oh hermano!

LA NODRIZA
(con la emperatriz al lado)
¡Hay fuerzas superiores en juego,
oh, señora mía,
y algo nos está amenazando!
¡Pero nosotras
proclamaremos
los nombres de los todopoderosos
y por fin se cumplirá
lo que te tienes clavado en mente!
DIE FRAU
(an der Erde seitwärts)
Wie ertrag ich dies Haus
und mache kein Ende -
wo es finster ist mitten am Tage
und die Hunde heulen vor Furcht
und niemand weist sie hinaus!

DIE KAISERIN
(vor sich)
Wehe, womit ist die Welt der Söhne Adams erfüllt!
Und wehe, daß ich herein kam, ihren Gram zu mehren
und ihre Freude zu versehren!
Gepriesen sei, der mich diesen Mann finden
ließ unter den Männern,
denn er zeigt mir, was ein Mensch ist,
und um seinetwillen will ich bleiben unter Menschen
und atmen ihren Atem
und teilen ihre Beschwerden!

DIE BRÜDER
Die Sonne geht aus mitten am Tage,
un der Fluß bleibt stehen und will nicht mehr fließen,
o mein Bruder!
Es widerfährt uns, und wir wissen nicht, 
was uns widerfährt!

BARAK
(vor sich)
Meine Hände sind, als ob sie gebunden wären,
und mein Herz, als läge ein Stein darauf,
und auf meiner Seele ein Stück der ewigen Nacht.
Gepriesen, der die Finsternis nicht kennt
und dessen Auge niemals zufällt,
Einer unter allen!

DIE FRAU
(ist jäh aufgestanden; sie heftet einen bösen Blick auf 
Barak, dann geht sie auf und nieder, ohne ihn 
anzusehen)
Es gibt derer, die bleiben immer gelassen,
und geschähe, was will, es wird keiner jemals
ihr Gesicht verändert sehn.
Tagaus, tagein
gehen sie wie das Vieh
von Lager zu Fraß,
von Fraß zu Lager
und wissen nicht, was geschehen ist,
und nicht, wie es gemeint war.

(ein greller Blitz) 

Darüber müssen sie verachtet werden
und verlacht,
wer zu ihnen gehört
und ist in die Hand eines solchen gegeben.
Aber ich bin nicht in deiner Hand,
hörst du mich, Barak?
Und wenn du ausgegangen warst
und trugest dir selber die Ware zu Markt,
so habe ich meinen Freund empfangen,
einen Fremdling unter den Fremdlingen,
und wenn ich dich weckte aus deinem Schlaf,
so kam ich aus seiner Umarmung!

(Blitz, die Brüder heulen auf)

Hörst du mich, Barak?
Schweige doch diese,
damit du mich verstehen kannst!
Ich will nicht, daß du ein Gelächter sein müßtest
unter den Deinen,
sondern du sollst wissen!
Dies alles tat ich hier im hause
drei Tage lang:
aber die Freude war mir vergällt,
denn ich mußte an dich denken,
wo ich dich hätte vergessen wollen,
und dein Gesicht kam hin,
wo es nichts zu suchen hatte!
Aber es ist mir zugekommen,
wie ich dir entgehe
und dich ausreiße aus mir,
und jetzt weiß ich den Weg!

(Barak steht jäh auf; die Brüder taumeln zur Seite.
Die Frau, ohne Furcht)

Abtu' ich von meinem Leibe die Kinder,
die nicht geborenen,
und mein Schoß wird dir nicht fruchtbar
und keinem andern,
sondern ich habe mich gegeben den Winden
und der Nachtluft
und bin hier daheim und woanders,
und des zum Zeichen
habe ich meinen Schatten verhandelt:
und es sind die Käufer willig,
und der Kaufpreis ist herrlich 
und ohnegleichen!

BARAK
(in höchster Erregung)
Das Weib ist irre,
zündet ein Feuer an,
damit ich ihr Gesicht sehe!

(das Feuer flammt auf)

DIE BRÜDER
Sie wirft keinen Schatten.
Es ist, wie sie redet!
Sie hat ihn verkauft
und abgehalten
die Ungeborenen
von ihrem Leibe!

DIE AMME
(zur Kaiserin)
Auf und hin,
nimm den Schatten.
Reiß ihn an dich!
Sie hat es gesprochen
mit wissendem Mund,
so ist es getan!
Und nicht der Sterne Gericht
macht diesen Handel zunicht!

DIE BRÜDER
Der Schatten ist abgefallen von ihr,
und sie ist ohne,
die Verfluchte!

BARAK
(furchtbar losbrechend)
Hat sie solch eine Hurenstirn
und sieht lieblich darein
und schämt sich nicht?
Heran, ihr Brüder, einen Sack herbei
und hinein mit den Steinen,
daß ich dies Weib
ertränke im Fluß
mit meinen Händen!

(will auf die Frau los)

DIE KAISERIN
Ich will nicht den Schatten:
auf ihm ist Blut,
ich faß ihn nicht an.

(reißt sich von der Amme los, wenden 
den Blick nach oben)

Meine Hände reck ich
in die Luft,
rein zu bleiben
von Menschenblut!
Sternennamen
ruf ich an
gegen mich,
diese zu retten,
geschehe, was will!

DIE BRÜDER
(hängen sich an Barak)
Kein Blut auf deinen Hände, mein Brüder!
Auf, und jage sie aus dem Hause!
Einer Hündin Geschick über sie
in Gosse und Graben!
Kein Blut auf deine Hände, mein Bruder,
halte dich rein, o unser Vater!

BARAK
Mein Auge ist verdunkelt,
helft mir, ihr Brüder!
Herbei einen Sack
und Steine hinein,
da ich sie ertränke
mit meinen Händen!
Helft ihr mir nicht,
tret ich euch nieder!
Ich hab es verhängt
in meiner Seele
und will es vollziehen
mit meinen Händen!

DIE AMME
(rückwärts mit der Kaiserin, ihr Auge unverwandt mit 
dämonischer Lust auf den Vorgang geheftet)
Wer schreit nach Blut
und hat kein Schwert,
dem wird von uns
die Hand bewehrt!
Und fließt nur schnell
das dunkle Blut,
wir haben den Schatten,
und uns ist gut!

(Wie Barak, gleichsam zum Schwur, die Rechte nach 
oben reckt, stürzt ihm aus der Luft ein blitzendes 
Schwert in die Hand. Die Brüder haben vereint kaum 
die Kraft, ihn zu halten. Die Frau ist in sprachlosen 
Schreck über die Wirkung ihrer frevelhaften Rede nach 
links hinübergeflüchtet; allmählich geht in ihr eine 
ungeheure Veränderung vor; leichenbleich, aber 
verklärt, mit einem Ausdruck, wie sie ihn nie zuvor 
gehabt hat, trägt sie sich Barak und dem tödlichen 
Schwertstreich entgegen).

DIE FRAU
Barak, ich hab es
nicht getan!
Noch nicht getan!
Höre mich, Barak!
Verräter ward
mein Mund an mir,
zuvor die Seele
die Tat getan!
Muß ich sterben
vor deinem Angesicht,
muß ich sterben,
um was nicht geschah,
o du, den zuvor
ich niemals sah,
mächtiger Barak,
strenger Richter,
hoher Gatte -
Barak, so töte mich,
schnell!

DIE BRÜDER
(hängen sich mit letzter Kraft an Barak)
Sie werden dich behängen mit Ketten
und dich schlagen
mit der Schärfe des Schwertes,
erbarme dich unser, o unser Vater!

(Barak hebt das Schwert, das in seinen Händen funkelt 
und von dem Blitze ausgehen, die den dunklen Raum - 
denn das Feuer ist zusammengesunken - zuckend 
erleuchten. Indem Barak zum Streich ausholt, erlischt 
das funkelnde Schwert plötzlich und scheint ihm aus 
der Hand gewunden - ein dumpfes Dröhnen macht das 
Gewölbe erzittern, die Erde öffnet sich, und durch die 
geborstene Seitenmauer tritt der Fluß herein. Indes die 
Brüder, ihr Leben zu retten, zur Tür hinausflüchten, 
sieht man Barak und die willenlos vor ihm liegende 
Frau, aber jedes für sich, versinken. Die Amme hat die 
Kaiserin mit sich auf einen erhöhten Platz an der 
Mauer des Gewölbes emporgerissen und deckt sie mit 
ihrem Mantel. Man hört aus dem Dunkel, das alles 
verhüllt, ihre Stimme).

DIE AMME
Übermächte sind im Spiel!
Her zu mir!
LA MUJER
(en el suelo, de lado)
Cómo puedo soportar esta casa
sin ponerle fin.
¡Está oscuro en pleno día
y los perros aúllan de miedo
sin que nadie les haga salir!

LA EMPERATRIZ
(hablando consigo misma)
¿De qué está lleno el mundo de los hombres?
¡Ay de mí, que vine aquí a aumentar sus penas
y a mutilar sus alegrías!
¡Bendito sea quien me ha permitido
encontrar a este hombre entre los hombres,
pues él me enseña lo que es un ser humano
y por él quiero quedarme entre los hombres,
respirar su aliento
y compartir sus lamentos!

LOS HERMANOS
El sol se apaga en pleno día,
y el río se detiene sin querer seguir fluyendo.
¡Oh, hermanos!
Está ocurriendo algo 
y no sabemos lo que es.

BARAK
(consigo mismo)
Siento como si tuviera las manos atadas,
como si tuviera una piedra sobre mi corazón
y un trozo de la noche eterna en el alma.
¡Bendito el que no conoce la oscuridad
y cuyo ojo nunca se cierra,
único entre los hombres!

LA MUJER
(se levanta de golpe y le clava una mirada furiosa 
a Barak. Entonces empieza a caminar de aquí 
para allá sin mirarle)
Hay quienes siempre se quedan tan tranquilos.
Pase lo que pase, jamás verá 
nadie que su rostro cambie.
De la mañana a la noche
andan como el ganado,
de la cuadra al pesebre
y del pesebre a la cuadra,
sin saber lo que ha pasado
y sin saber por qué.

(un rayo de luz resplandeciente) 

Por eso deben de ser menospreciados
y quienquiera que sea de los suyos
y esté de su parte,
debe ser motivo de burla.
Pero yo no estoy en tus manos,
¿me oyes, Barak?
¡Cuando te marchabas
y llevabas tú mismo la mercancía al mercado
yo recibía a mi amigo,
un desconocido entre los desconocidos,
y cuando te desperté de tus sueños
yo acababa de venir de entre sus brazos!

(rayos. Los hermanos se echan a llorar) 

¿Me oyes, Barak?
¡Que se callen éstos
para que me puedas entender!
¡No quería que fueras motivo de burla
entre tu gente, sino que pensé 
que era mejor que lo supieras!
Todo esto fue lo que hice en casa
durante tres días.
Pero la alegría me fue amargada
porque pensaba en ti
cuando en verdad quería olvidarte.
Tu rostro me venía a la mente
cuando en verdad no tenía nada que hacer ahí.
¡Pero se me ocurrió
cómo alejarme 
y separarte de mí, 
ahora conozco la manera!

(Barak se levanta bruscamente, los hermanos 
se hacen a un lado. La mujer, sin miedo)

Rechazaré de mi cuerpo
los niños que no han nacido
y mi vientre no será fértil
ni a ti, ni a nadie.
Me he entregado a los vientos
y a la nocturnidad
y tengo mi hogar aquí y en otra parte
Como signo de ello,
he ofrecido mi sombra.
¡Los compradores están dispuestos
y el precio de compra es espléndido 
y sin igual!

BARAK
(loco de furia)
¡Esta mujer está loca!
¡Encended un fuego
para que pueda verle la cara!

(el fuego se enciende)

LOS HERMANOS
¡No tiene sombra!...
¡Es tal y como ella dice!
¡La ha vendido
y ha rechazado
de su cuerpo 
a los niños sin nacer!

LA NODRIZA
(a la emperatriz)
¡Corre, coge la sombra!
¡Arrebátasela!
¡Ella ha pronunciado las palabras
con boca consciente,
así que el trato está hecho!
¡Ni siquiera el juicio de las estrellas
puede destruir 
este pacto!

LOS HERMANOS
¡Se le ha caído la sombra
y ya no tiene ninguna!
¡Mujer maldita!

BARAK
(estallando terriblemente)
¿Cómo puedes ser tan ramera
y parecer tan dulce
sin siquiera darte vergüenza?
¡Venid aquí, hermanos, 
traed un saco y piedras
para que pueda ahogar
a esta mujer en el río
con mis propias manos!

(a punto de atacar a su mujer)

LA EMPERATRIZ
¡No quiero la sombra!
Hay sangre en ella
y no pienso tocarla.

(soltándose de la nodriza y mirando
hacia arriba)

¡Elevo mis manos
en el aire
para permanecer limpia
de sangre humana!
¡Invoco los
nombres de las estrellas
contra mí,
para salvar a esta mujer,
pase lo que pase!

LOS HERMANOS
(colgándose de Barak)
¡Que no haya sangre en tus manos, hermano!
¡Venga, échala de casa!
¡Que termine viviendo como un perro
en las calles y en las zanjas!
¡Nada de sangre en tus manos, hermano,
permanece limpio, oh padre nuestro!

BARAK
¡Mis ojos están cegados,
ayudadme, hermanos míos!
¡Traed un saco
y metedle piedras
para que pueda ahogarla
con mis propias manos!
¡Si no me ayudáis
os aplastaré!
¡Lo tengo decidido,
aquí, en mi alma,
y pienso cumplirlo
con mis propias manos!

LA NODRIZA
(alejándose de espaldas con la emperatriz, su
mirada dirigida a la escena con placer diabólico)
¡A aquél que grita pidiendo sangre
y no tiene espada,
nosotras le ponemos
una en la mano!
¡Y aunque la sangre oscura
fluya pronto,
nosotras poseemos la sombra
así que estamos bien!

(Justo cuando Barak levanta la mano, al tiempo 
que se pronuncian estas palabras, le cae una 
espada relampagueante en la mano. Los 
hermanos, aún juntos, no tienen apenas fuerzas 
para sujetarle. La mujer, muda del susto, se ha 
escapado hacia la izquierda; poco a poco se la ve 
sufriendo un cambio asombroso. Pálida como un 
cadáver pero radiante, con una expresión nunca 
antes vista en ella, se acerca a Barak y a la 
espada asesina)

LA MUJER
¡Barak, 
no lo he hecho!
¡Todavía no!
¡Escúchame, Barak!
¡Mi boca me ha
traicionado
antes de que el alma
consumara el hecho!
Si debo morir 
delante de ti
y si debo morir
por lo que no ha ocurrido,
oh, tú, a quien nunca
antes había visto,
poderoso Barak,
estricto juez,
noble marido...
¡Entonces mátame, Barak,
rápido!

LOS HERMANOS
(colgándose de Barak)
Te colgarán cadenas al cuerpo
y te golpearán
con el filo de una espada,
¡ten piedad de nosotros, oh padre nuestro!

(Barak levanta la espada que brilla y suelta 
rayos en sus manos e ilumina intermitentemente 
la oscura habitación, pues el fuego se ha 
apagado. Justo cuando va a dar el golpe 
desaparece la espada resplandeciente y parece 
como si se le arrancaran de la mano. Un trueno 
apagado hace temblar la bóveda, la tierra se 
abre y por el muro roto entra el río. Mientras 
los hermanos salen corriendo por la puerta 
para salvar sus vidas, se ve cómo el suelo se 
traga a Barak y a la esposa tumbada a sus pies. 
La nodriza se ha llevado consigo a la emperatriz 
a un lugar más elevado y la cubre con su túnica. 
Desde la oscuridad se oye su voz, que todo lo 
cubre)

LA NODRIZA
¡Fuerzas poderosas!
¡Venid a mí!

Acto III