KEPLER

 

 

 

Personajes

 

KEPLER

VOZ

VOZ

VOZ

VOZ

VOZ

          Astrónomo   

          Voz solista

          Voz solista

          Voz solista

          Voz solista

          Voz solista

         Barítono

         Soprano

         Soprano

Mezzosoprano

             Tenor

               Bajo

 

 

 

La obra no narra una acción, se trata de pensamientos sueltos del protagonista a modo de retrato psicológico.

 

 

INTRODUKTION


CHOR
Mensus eram cielo
Nunc terrae metior umbras
Mens celesti erat
Corporis umbra iacet.



ERSTER AUFZUG


I

Domande 1

KEPLER UND STIMMEN
Was ist die Welt?
Aus welchem Grund
nach welchem Plan
ist sie von Gott erschaffen?
Woher nahm er die Zahlen?
Woher das Maß Für seine Schöpfung?
Woher die Sechszahl der Planeten?
Woher den Abstand zwischen ihren Bahnen?

II

Polyeder

CHOR
Numerus, quantitas et motus orbium

KEPLER UND STIMMEN
Die Erdbahn ist das Maß
Für alla anderen Bahnen.
Ihr umschreibe ich
Ein Dodekaeder.
Die dieses umspannende Sphäre
Ist der Mars
Der Marsbahn
Umschreibe ich
Ein Tetraeder.
Die dieses umspannende Sphäre
Ist der Jupiter.
Der Jupiterbahn umschreibe ich
Einen Würfel.
Die diesen umspannende Sphäre
Ist der Saturn.
Nun lege ich
In die Erdbahn
Ein Ikosaeder.
Die diesem einbeschriebene Sphäre
Ist die Venus.
In die Venusbahn Lege ich
Ein Oktaeder.
Die diesem einbeschriebene Sphäre
Ist de Merkur
Da hast du den Grund
Für die Anzahl der Planeten.

SOLOSTIMMEN
Numerus, quantitas et motus orbium

KEPLER
Theologus esse volebam.
Deus ecce mea opera
Etiam in astronomia Celebratur,
Deus Qui vult ex libro Naurae
Agnosci.

III

Genesi

SOLOSTIMMEN
Am Anfang
schuf Gott
Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer,
und es war finster
auf der Tiefe;
und der Geist Gottes
schwebte über den Wassern.
Und Gott sprach:
Es werde Licht!
Und es ward Licht.

KEPLER
Die Schrift ist kein Lehrbuch
der Optik
und der Astronomie;
widersetzt euch diesem Mißbrauch,
ihr Theologen!

SOLOSTIMMEN
Da schied Gott das Licht
Von der Finsternis
Und nannte das Licht Tag
Und die Finsternis Nacht.

KEPLER
In der Theologie gilt das Wort der
Autoritäten,
in der Philosophie das der
Vernunftgründe.

SOLOSTIMMEN
Da ward aus Abend und Morgen
Der erste Tag.
Und Gott sprach:
Es werden Lichter
An der Feste des Himmels,
die da scheiden Tag und Nacht
und geben Zeichen,
Zeiten, Tage und Jahre.
Heilig ist das Officium unserer Tage,
heiliger ist mir die Wahrheit!

Und Gott machte zwei große Lichter:
Eines, das den Tag regiere,
und ein keines, das die Nacht regiere,
dazu auch noch die Sterne.
Und Gott setzte sie
an den Himmel,
daß sie scheinen auf die Erde
und Tag und Nacht regierten
und schieden Licht und Finsternis.
Nicht spricht die Schrift
von gewöhnlichen Dingen.
Nicht will sie
Menschen belehren.
Sie spricht auf menschliche Weise,
um von Menschen verstanden zu werden,
und mahnt an die Macht und die Größe
Gottes in seiner Schöpfung.

Und Gott sah,
daß es gut war.
Nur Narren fürchten,
daß wir den Menschen
zu einem Gotte machen;
denn die Ratschlüsse Gottes sind
unerforschlich,
doch nicht seine stofflichen Werke.

IV

Gryphius 1

Auf die Nacht

CHOR UND SOLOSTIMMEN
Nacht, süße nacht!
Die mir das licht entdeckt, /
Die mich zum licht,
aus finsternis erweckt, /
Warum hüllst du die Welt
in schwartzes dunckel ein? /
Vielleicht verdeckst du
mir den anblick meiner pein. /
Es ist umsonst,
das finstre schreckt mich nicht, /
Weil mir entsteckt
der sternen schaar ihr licht. /
Solt ich wol irre gehen?
wie könt es doch geschehn? /
Weil ich mit offnem aug
kann nach den flammen sehn.

V

Physica Coelestis

SOLOSTIMMEN
Zuerst
entwerfen wir uns
in den Hypothesen ein Bild
von der Natur der Dinge.
Dann konstruieren wir,
den Calculus,
die Weise der Berechnung.
So demonstrieren wir
in Folge die Bewegungen.
Und schließlich prüfen wir,
den Weg zurückverfolgend,
die wahren Regeln
unserer Rechnung.

KEPLER
Anstelle der Himmelstheologie,
anstelle der Himmelsmetaphysik,
will ich eine Himmelsphysik setzen.
Ich will zeigen,
daß die himmlische Maschine
kein göttliches Lebewesens ist,
sondern ein Uhrwerk,
wo die Bewegungen
von einer einzigen,
magnetischen, und körperlichen Kraft
getrieben werden.
Wo’s Mittel gibt
zu einem definierten Zweck
dort herrscht kein Zufall,
dort ist reiner Geist,
klare Vernunft.

SOLOSTIMMEN
Gott schuf alles
Nach der Norm der Quantität
Er hat dem Menschen
Auch den Geist verliehen,
sie zu erfassen.
Denn wie das Auge für die Farbe,
wie das Ohr für Töne,
so ist der Geist des Menschen
für die Erkenntnis
von Zahl und Größe
geschaffen.
Geometria est archetypus
pulchritudinis mundi
Die Ideen der Quantitäten
sind und waren ewig in Gott;
sie sind das Urbild dieser Welt,
sie sind, als Archetypen
auch in den Seelen, die Gott
nach seinem Ebenbild erschaffen hat.
Trieb Gott bei seiner Schöpfung
Geometrie so treiben auch die Seelen
Geometrie und setzen so
das Werk der Schöpfung fort.

KEPLER
Für Gott Ist diese Welt
Nicht unermesslich.
Für Gott sind wir,
mit dieser Welt verglichen, winzig klein.
Und doch:
der Gott, der über uns wohnt,
blickt auch hernieder
auf die Schwachen.

CHOR
O curas hominium
O quantum
est in rebus.

VI

Gryphius 2

Vanitas! Vanitatum Vanitas!

CHOR
Die Herrlikeit der Erden
Muß Rauch und Aschen werden,
Kein Fels, kein Erz kann stehn.
Diß was uns kann ergetzen,
was wir für ewig schätzen,
wird als ein leichter Traum vergehn.

VII

Domande 2

SOLOSTIMMEN
Was nun,
wenn auch die Erde
in den Äther verdunstet?
Wohin entweicht die Materie,
die beim Verbrennen eines Meteors
übrigbleibt?
Sehen Sie nicht,
wie täglich ungeheure Wälder verbrennen?
Warum folgen die Meeresgezeiten
der Bewegung der Himmelsgestirne?

KEPLER
Ob die Kälte die Ursache
der Sterngestalt
beim Schnee ist?
Wer hat die Flocke,
bevor sie zu fallen begann,
mit sechs Hörnchen aus Eis
versehen?
Macht das die Kälte
und auf welche Art und Weise?
Woher kommt die Figur der
Schneckenhäuser?
Welche Figur haben Granatapfelkerne?
Welche Figur die Erbsen?

SOLOSTIMMEN UND KEPLER
Ohne echtes Wissen
ist das Leben tot.

VIII

Gryphius 3

Augen, Optisches Paradoxon

CHOR
Was Augen sehn ist nichts
Wenn wir die Augen schlissen
Denn werden wir viel mehr
Ja, alles sehn und wissen.



ATTO SECONDO


I

Ad astrologiam

KEPLER
Ich habe das Datum meiner
Empfängnis errechnet:
der 16. Mai 1571,
um 16 Uhr 37.

SOLOSTIMMEN
Da Sonne und Mond
im Sternbild Zwillinge standen,
deuteten die fünf östlichen Planeten
auf einen Jungen.
Dieser Mensch
hat ganz und gar
eine Hundenatur.
Haushündchen,
verwöhntes.
Es macht ihm Spaß
die Knochen abzunagen,
harte Brotkrumen
zu kauen.
Gefräßig ist er,
ohne Ordnung.
Sobald ihm etwas
vor die Augen kommt,
reißt er es an sich.
Alles forscht er aus,
befindet sich
in dauernder Bewegung.
Entreißt ihm jemand
das Geringste,
knurrt er, glüht, bellt,
wie ein Hund.
Und bissig ist er auch.

KEPLER
Alle brachte ich gegen mich auf.
Holp haßte mich offen,
raufte zweimal mit mir.
Köllin haßte mich nicht
jedoch ich ihn.
Den Braunbaum verkehrten meine
Scherze
vom Freund zum Feind.
Ortholph konnte mich nicht leiden
wie ich den Köllin.
Den Huldenreich entfremdeten
Vertrauensbruch und Vorwürfe,
den Spangenberg,
daß ich ihn korrigierte.
Dauber und ich waren Rivalen.
Lorhard verkehrte nicht mit mir.
Den Rebstock reizte es,
wenn man mich lobte.
Es setzte Schläge.
Der Murr wurde mein Feind,
weil ich so frei war,
ihn zurechtzuweisen.
Im Rektor wurde mir
ein anderer Feind,
Speidel
schenkte dem Rektor Glauben.
Zeiler zeigte besonderen Eigennutz,
und ich besonderen Zorn.
Mit Müller gab es
gleiche Streitigkeiten.
Von Krell entzweite mich die Religion
und Treuebruch.
Gott gebe,
daß er der Letzte ist!
Der Grund dafür
ist Merkur im Quadrat des Mars,
die Sonne im Sextil Saturns,
sowie Merkur und Sonne
im siebten Haus.

SOLOSTIMME
Auf welche Weise kann
die Stellung der Gestirne wirken?

KEPLER
Die niedrige Astrologie ist eine Krücke.

SOLOSTIMME
Warum nicht jede Stellung der Gestirne?

KEPLER
Sehr leicht kann sie verwendet werden,
bei Auseinandersetzungen der Politik,
beiden Parteien nach dem
Mund zu reden.

SOLOSTIMME
Wie ist der Einfluss
des Gesichts des Himmels
auf den Charakter eines Menschen
im Augenblick seiner Geburt?

KEPLER
Die wahre Astrologie,
gibt Zeugnis von den Werken Gottes.

SOLOSTIMME
Wie kann ein Etwas,
das nicht ist, dennoch von Wirkung sein?

KEPLER
Sie ist ein heiliges
nicht ein leichtsinniges Ding.

SOLOSTIMME
Und wie wird es dem Fatum,
das ein Nichts ist,
eingeprägt?

KEPLER
Der Himmel selbst bewirkt all das
nicht unvermittelt,
die Seele selbst bringt sich in Einklang
mit den Harmonien des Himmels
und handelt danach.

KEPLER UND SOLOSTIMMEN
Des Menschen Wille,
princeps animae facultas,
ist und bleibt frei!

II

Gryphus 4

An die Sternen

SOLOSTIMME, CHOR
Ihr Lichter, die ich nicht
auff Erden satt kann schauen, /
Ihr Fackeln, die ihr Nacht
und schwartze Wolcken trennt, /
Als Diamante spilt
und ohn Auffhören brennt; /
Ihr Blumen, die ihr schmückt
des großen Himmels Auen: /
Ihr Wächter, die, als Gott
die Welt auff wollte bauen, /
Sein Wort, die Weißheit selbst,
mitt rechten Namen nennt, /
Die Gott allein recht mißt,
die Gott allein recht kennt, /
(Wir blinden Sterblichen!
was wollen wir uns trauen!) /
Ihr Bürgen meiner Lust,
wie manche schöne Nacht /
Hab ich, indem ich euch
betrachtete, gewacht? /
Herolden dieser Zeit,
wenn wird es doch geschehen, /
Daß ich, der euer nicht
allhir vergessen kann, /
Euch, derer Liebe mir
steckt Hertz und Geister an, /
on andern Sorgen frey
werd unter mir besehen?

III

Ipotesi

KEPLER
Irrtümer,
entstanden aus dem Dunkel
meines Denkens,
aufzeigen, ausradieren.
Bemühen,
die tatsächliche Gestalt
der himmlischen Bewegungen
zu finden.
Aufbereitung der Beobachtungen.
Kritik.
Der Stoff
wird dargeboten,
wird geprüft.
Der Blickpunkt
belassen
verschoben.
Ausführungen.
Die Hypothese
wird geometrisch begründet,
geprüft durch die Beobachtung,
bestätig
umgestoßen
durch die Vernichtung
der früheren Bestätigung.
Die Form der Bahn
wird angenommen
als Kreis
wie bei den Alten.
Diese Theorie
begründet
verworfen.
Die Verwerfung wird
bewiesen
aus diesen Unterlagen.
Die Form der Bahn
wird angenommen
als Oval.
Die Theorie
begründet
mit Gleichungen
direkt
und indirekt.
Verworfen als zu eng.
Nach Feststellung,
daß der Kreis zu breit,
und das Oval zu eng,
wird durch Bestimmung
der Abstände,
geometrisch
und physikalisch,
eine Theorie aufgestellt
der wirklichen ovalen Form,
durch die richtigen Gleichungen
und den Beweis der Übereinstimmung
von Gleichungen und Abständen
in der Hypothese.
Die Planetenbahn ist eine
vollkommene Ellipse.
Die Himmelsbewegungen sind
nichts anderes
als fortwährende himmlische Musik,
mit dem Verstand,
nicht mit dem Ohr
wahrnehmbar.

CHOR
Magnus Dominus noster
et magna virtus ejus
et sapientia ejus non est numerus,
laudate eum coeli,
laudate eum sol, luna et planetae,
quocumque sensu ad percipiendum
quancumque lingua ad eloquendum
creatorum vestrum utamini;
laudate eum Harmoniae coelestes,
laudate eum vos Harmoniarum
detectarum arbitri;
lauda etiam tu anima mea
Dominum Creatorem tuum.
Ex ipso et per ipsum et in ipso
sunt omnia.
Amen

VI

Gryphus 5

Thraenen des Vaterlandes

CHOR
Wir sind doch nunmehr ganz,
ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar,
die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert,
die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß,
und Vorrat aufgezehret.
Die Türme stehn in Glut,
die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus,
die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't,
und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod,
der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz
und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr,
als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft,
sich langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem,
was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest,
und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelen Schatz
so vielen abgezwungen.

Interludio

V

Ephemeriden

KEPLER
Es ist bereits ein großer Trost,
daß man uns nicht verbrennt,
sondern gewährt, daß wir am Leben bleiben.
Sofern die Erlaubnis überhaupt…
für jenen von Bedeutung ist,
dem man, was er zum Leben braucht, genommen hat.
Alles treibt hier den Untergang entgegen.
Dem Lande wurde eine furchtbare
Wunde zugefügt,
so daß es in den tetzten Zügen su liegen scheint.
Wenn Ich nun aber gehe,
welchen Ort soll Ich wählen
eine nahen oder fernen?
Einen, der bereits verwüstet ist,
oder einen, der noch verwüstet werden wird?

Interludio

Die Einsamkeit, und soweit von...
den großer Städten.
Ich bin ein Gast und fremdling,
fast völlig die Sprache
und werde als Barbar gesehen.
Inmitten der Zusammenbruchs
wenn der Sturm tobt,
können wir nichts Würdigeres tun,
als den Anker unserer friedlichen Studien
in ten Grund der Ewigkeit senken.

VI

Epilog

CHOR
Mensus eram cielo
Nunc terrae metior umbras
Mens celesti erat
Corporis umbra iacet.


PRÓLOGO


CORO
He estudiado el cielo
y ahora mido la sombra de la tierra;
el espíritu viene del cielo
y ahora mi cuerpo abandona su alma.



ACTO PRIMERO


I

Pregunta 1

KEPLER Y VOCES
¿Qué es el mundo?
¿Por qué motivo,
por qué proyecto,
Dios lo ha creado?
¿De dónde ha tomado los números?
¿De dónde la medida para su creación?
¿De dónde el número de seis planetas?
¿De dónde la distancia entre sus órbitas?

II

Poliedro

CORO
Número, cantidad y movimiento de las órbitas

KEPLER Y VOCES
La órbita terrenal es la medida
de todas las otras órbitas.
Describo para ustedes
un dodecaedro.
Esta esfera global
es Marte.
La órbita de Marte
la describo
como un tetraedro.
Esta esfera global
es Júpiter.
Describo la órbita de Júpiter
como un dado.
Esta esfera global
es Saturno.
Ahora pongo
en la órbita de la tierra
un icosaedro.
Esta esfera global
es Venus.
En la órbita de Venus pongo
un octaedro.
Esta esfera global
es Mercurio.
Hay un motivo
para el número de planetas.

VOCES SOLISTAS
Número, cantidad y movimiento de las órbitas.

KEPLER
Quise llegar a ser teólogo,
y ahora alabo a Dios
en mis trabajos de astronomía.
Dios, a través del libro de la naturaleza,
quiere ser reconocido.

III

Génesis

VOCES SOLISTAS
En un principio
Dios creó
el cielo y la tierra.
Y la tierra estaba desierta y vacía
y estaba a oscuras
en el abismo,
y el espíritu de Dios
estaba sobre las aguas.
Y Dios dijo:
¡Hágase la luz!
y la luz fue hecha.

KEPLER
¡La Biblia no enseña
sobre óptica
ni astronomía,
¡Debéis comprender, vosotros teólogos,
que estáis en un error!

VOCES SOLISTAS
Dios separó la luz
de la oscuridad,
y llamó a la luz día
y a la oscuridad noche.

KEPLER
En la teología lo que importa
es la palabra del Todopoderoso;
en la filosofía,
la de la razón.

VOCES SOLISTAS
Y vino la tarde y vino la mañana
del primer día.
Y Dios dijo:
¡haya luces
encima del cielo
que dividan el día de la noche
y sirvan de señales
para las estaciones, los días y los años!
¡Santo es el Officium de nuestros días,
santa es para mí la verdad!

Y Dios hizo dos grandes luminarias:
una que gobierna el día
y otra que gobierna la noche,
y además también hizo las estrellas.
Y Dios las puso
en el cielo
para que brillen sobre la tierra
y señoreen sobre el día y la noche
y separen la luz de las tinieblas.
La Biblia no habla
de cosas comunes.
No quiere
Instruir a los hombres.
Habla de modo humano
para ser entendida por los hombres,
y para que se pueda comprender la grandeza
y el poder de Dios en su creación.

Y Dios vio
que era bueno.
Sólo los tontos temen
que nosotros
transformemos al hombre en Dios;
porque los designios divinos son
insondables,
pero no su creación material.

IV

Gryphius 1

Por la noche

CORO Y VOCES SOLISTAS
¡Noche, dulce noche!
Que me has descubierto la luz, /
que la luz de la oscuridad /
para mí se despierta. /
¿Por qué cubres el mundo
con la negra oscuridad? /
Quizás para cubrir
los designios de mi dolor. /
Es en vano,
la oscuridad no me asusta, /
porque está frente a mí
un ejército de estrellas con su luz. /
¿Debo perder el rumbo?
¿Cómo podría ocurrir eso? /
Si puedo mirar las llamas
con los ojos abiertos.

V

Física Celeste

VOCES SOLISTAS
En un primer momento
bosquejamos en hipótesis
una imagen
de la naturaleza de las cosas.
Luego establecemos,
el cálculo,
el modo del contar.
Así demostramos
a continuación los movimientos.
Y por fin probamos,
volviendo atrás en el camino,
las verdaderas reglas
de nuestros cálculos.

KEPLER
En vez de la teología celestial,
en vez de la metafísica celeste,
quiero crear una física celeste.
Quiero enseñar que la máquina celeste
no es un ser viviente divino,
sino un reloj,
en el cual se desarrollan
los movimientos
de una sola
magnética y corpórea fuerza.
Donde se dan las condiciones
para un objetivo definido
no existe ningún cosa eventual,
allí habita
el espíritu puro,
la clara razón.

VOCES SOLISTAS
Dios hizo todo
según la norma de la cantidad.
Al hombre
también le ha dado el espíritu
para poderla entender.
Porque como es el ojo para los colores,
como es el oído para los sonidos,
así el espíritu del hombre
fue hecho para el conocimiento
de los números
y los tamaños.
La geometría es el arquetipo
de la belleza del mundo.
Las ideas de las cantidades
están, y siempre estuvieron, en Dios;
son la imagen primigenia de este mundo,
son ellas los arquetipos,
también en las almas,
que Dios ha hecho a su propia imagen y semejanza.
Si Dios en la misma creación
obra geométricamente,
así también las almas obran geométricamente
continuando de esta manera el trabajo de la creación.

KEPLER
Por Dios este mundo
no está privado de medida.
Por Dios nosotros somos,
confrontados con este mundo, pequeñísimos.
Sin embargo, Dios,
que vive sobre nosotros,
también mira abajo,
hacia los débiles.

CORO
¡Oh, las preocupaciones
y las fatigas de los hombres!
¡Oh, qué cosas de tan poco valor!

VI

Gryphius 2

¡Vanidad! ¡Vanidad, todo es vanidad!

CORO
La magnificencia de la tierra
en humo y ceniza se convertirán,
ningún monte, ningún metal puede perdurar.
Lo que puede saciarnos,
lo que consideramos eterno,
pasará como si fuera un sueño ligero.

VII

Pregunta 2

VOCES SOLISTAS
¿Qué sucede entonces
si también la tierra
se convierte en polvo, en el éter?
¿Dónde acaba la materia,
que queda después
de que arda un meteoro?
¿No veis como cada día
se queman grandes bosques?
¿Por qué las mareas
siguen los movimientos de los astros?

KEPLER
¿Es el frío la causa
de la forma estrellada
de la nieve?
¿Quién le ha dado,
aún antes de que empiece a caer,
esa forma con sus seis pequeños
cuernos de hielo?
¿Lo provoca el frío?
¿De qué manera?
¿De dónde proviene
la forma del caracol?
¿Qué forma tienen las semillas del granado?
¿Qué forma la de los guisantes?

VOCES SOLISTAS Y KEPLER
Sin el verdadero conocimiento
la vida está muerta.

VIII

Gryphius 3

Ojos, Paradojas Ópticas

CORO
Aquello que los ojos ven
es la nada cuando ellos se cierran,
Debemos ver mucho más, sí,
lo veremos y lo conoceremos todo.



ACTO SEGUNDO


I

La Astrología

KEPLER
He logrado la fecha
de mi concepción;
el 16 de mayo de 1571,
a las 16 horas y 37 minutos.

VOCES SOLISTAS
El sol y la luna
estaban en la constelación de géminis
señalando los cinco planetas orientales
a un joven.
Este hombre
tiene por completo
una naturaleza de perro.
Un perrito doméstico,
consentido.
Lo entretiene
roer huesos
y recoger
pan seco.
Es glotón
sin medida.
En cuanto algo
se pone delante de sus ojos
lo arrebata.
Busca continuamente
aquello que está
en movimiento continuo.
Si alguien
le quita una cosa por ínfima que sea,
aúlla, se enfada
y ladra como un perro.
E incluso muerde.

KEPLER
He puesto a todos en contra mía.
Holp me odia abiertamente,
se ha peleado dos veces conmigo.
Kollin no me odia
pero en cambio yo lo odio a él.
Mis bromas han transformado
a Braunbaum,
de amigo en enemigo.
Ortolph no me puede soportar
como yo a Kollin.
Huldenreich ha sido acusado de traición
y me llenó de reproches;
Spangenberg también,
desde que lo he corregido.
Dauber y yo fuimos rivales.
Lorhard ya no quiere saber nada más de mí.
Rebstock se enojó
cuando me alabaron,
e incluso quiso golpearme.
Murr se ha convertido en mi enemigo
porque yo me tomé la libertad
de ponerlo en su lugar.
El rector se ha transformado
en otro enemigo mío
y Speidel
se ha puesto de parte del rector.
Zeiler se ha mostrado muy oportunista
y yo monté en cólera.
Con Müller he tenido
peleas semejantes.
De Krell me ha separado la religión
y su falta de fidelidad,
¡Dios quiera que él sea
mi último enemigo!
La razón de todo esto
está en la cuadratura de Mercurio con Marte,
y el sol en sestil con Saturno,
como también Mercurio y el Sol
en la séptima casa de mi carta natal.

VOZ SOLISTA
¿De qué manera
tiene influencia la posición de los astros?

KEPLER
La astrología es una disciplina menor.

VOZ SOLISTA
¿Por qué influyen las posiciones de las estrellas?

KEPLER
Pueden ser fácilmente utilizadas
en las disputas políticas,
ambas partes pueden
llegar a coincidir.

VOZ SOLISTA
¿Cuál es la influencia
de la esfera celeste
en el carácter del hombre,
en el momento de su nacimiento?

KEPLER
La verdadera astrología,
da testimonio de la obra de Dios.

VOZ SOLISTA
¿Cómo puede algo que no existe
producir el mismo efecto?

KEPLER
Es una cosa sagrada,
no es una frivolidad.

VOZ SOLISTA
¿Y cómo el destino,
que es nada,
está predeterminado?

KEPLER
El propio cielo no cumple
súbitamente con todo eso,
el alma se pone de acuerdo
con las armonías del cielo
y actúa en consecuencia.

KEPLER, VOCES SOLISTAS
¡La voluntad humana,
princeps animae facultas,
es y permanece libre!

II

GRYPHUS 4

A las estrellas

VOCES SOLISTAS, CORO
Vosotras, luces, que yo insatisfecho
miro desde la tierra; /
vosotras, antorchas, que penetráis la noche
y las negras nubes, /
brillando como diamantes
y ardiendo sin tregua; /
vosotras, flores, que adornáis
el gran prado celeste; /
vosotras, centinelas, que cuando Dios
creó el mundo, /
- su Verbo, el Saber mismo -
os nombró con rectos nombres,
que sólo mide Dios,
que sólo Dios conoce;
Nosotros, ciegos mortales,
¿cómo podemos saberlo?/
Y vosotras, objetos de mi placer,
¿cuántas hermosas noches /
yo he permanecido en vela
mientras os contemplaba? /
Heraldos de aquel tiempo,
¿cuándo será
que por fin
os pueda olvidar?
Vosotras, con cuyo amor
se incendian el corazón y el alma,
libre de otras congojas
¿os vea a mis plantas?

III

Hipótesis

KEPLER
Errores,
surgidos de la oscuridad
de mi pensamiento,
confutar, cancelar.
Intentar
encontrar
la forma objetiva
de los movimientos celestes.
Preparación de las observaciones.
Crítica.
El material
se presenta,
se prueba.
El punto de observación
es abandonado,
cambiado de lugar.
Demostraciones.
La hipótesis
está fundamentada geométricamente,
fue comprobada por la observación,
confirmada
y reafirma
la anulación
de la anterior observación,
que tomaba
como forma del movimiento de los astros
el círculo,
como creían los antiguos.
Esta teoría
perimida
está descartada.
Este rechazo
se fundamenta
sobre esas premisas.
Se toma
como forma del recorrido de los astros
el óvalo.
La teoría
está fundada
con cotejos
directos
e indirectos.
Se la rechaza por demasiado limitada.
Después de haber determinado
que el círculo es demasiado amplio,
y el óvalo es demasiado estrecho,
por la determinación
de las distancias,
se constituye una teoría
desde el punto de vista geométrico
y físico,
sobre la verdadera forma elíptica
con dos focos paralelos.
Esta hipótesis
permite concordar
los puntos de conjunción y las distancias.
La órbita planetaria
es una perfecta elipse.
Los movimientos celestes
no son otra cosa
que una continua música paradisíaca,
cuyo sentido
no es perceptible
al oído.

CORO
Grande es nuestro señor
y grande es su poder,
su sabiduría supera toda imaginación.
¡Alábelo el cielo,
alábelo él sol, la luna y los planetas,
con cualquier expresión verdadera
cualquiera sea la lengua que vuestro Creador
os haya dado para expresaros!
¡Alábenlo las armonías celestiales!
Alabadlo todos vosotros que sois testigos
del descubrimiento de la armonía.
Alábalo tú, alma mía,
alaba al Señor, nuestro Creador,
porque por Él con Él y en Él
tiene sentido el universo.
Amén

VI

Gryphus 5

Las Lágrimas de la Patria

CORO
Ahora sí que estamos
totalmente arrasados.
La encanallada hueste,
la trompa furibunda,
la espada untada en sangre,
el cañón estruendoso,
agotaron
el ánimo, el sudor y el empeño.
Las torres como ascuas;
invertida, la iglesia;
la alcaldía, en escombros;
los valientes, deshechos;
las vírgenes, violadas.
Allí donde miremos
muerte, epidemia y fuego
al corazón traspasan.
Por la villa y sus muros
corre la fresca sangre.
Hace ya tres veces seis años
que nuestros ríos,
casi atascados de cadáveres,
fluyen lentamente.
Callo lo que es, no obstante,
más duro que la muerte,
más fiero que la peste,
el incendio y el hambre:
que a tantos arrancaron
el tesoro del alma.

Interludio

V

Efemérides

KEPLER
Se ha hecho la calma.
Casi nos masacraron,
pero se nos concedió que podamos vivir.
Han permitido, por el momento,
conservar la vida
a los que han sobrevivido.
Todo aquí impulsa a cumplir con el destino.
El país ha sufrido una herida terrible,
parece haber sido arrollado
por un vendaval.
No encuentro un lugar seguro.
Debo irme ahora, pero
¿debo elegir un lugar cercano o lejano?
¿Uno que ya está destruido,
o uno que será devastado en el futuro?

Interludio

Estoy en la soledad
de las grandes ciudades.
Soy un extraño y desconozco,
casi en su totalidad el idioma,
me veo a mí mismo como un bárbaro.
En medio del colapso,
cuando amenaza la tormenta,
no podemos hacer nada más digno
que echar el ancla en nuestros pacíficos estudios
en lo más profundo de la eternidad.

VI

Epílogo

CORO
He estudiado el cielo
y ahora mido la sombra de la tierra.
El espíritu viene del cielo
y ahora mi cuerpo abandona su alma.



Traducido y Digitalizado por
José Luís Roviaro 2011