LA HELENA EGIPCIA

 

 

 

 

Personajes

HELENA

MENELAO

HERMÍONE

ETRA

ALTAIR

DA-UD

CONCHA MARINA
Esposa de Menelao

Rey de Esparta

Hija de Menelao y Helena

Hechicera egipcia

Principe beduino

Hijo de Altair

Oráculo omnisciente
Soprano

Tenor

Soprano

Soprano

Barítono

Tenor

Contralto

 

La ación se desarrolla en Egipto y en la cordillera del Atlas en época mitológica.

 

ERSTER AUFZUG


(Gemach in Aithras Palast. Ein Ausgang ins 
Freie, nicht in der Mitte des Hintergrundes, 
sondern seitlich rechts. Zur Linken ein Tisch, 
schön gedeckt für zwei, zwei thronartige Stühle 
dabei. In der Mitte auf einem Dreifuss die 
alleswissende Muschel. An der rechten Seitenwand 
ein Thronsessel, auf dem Aithra sitzt - vor ihr auf 
einem niedrigen schemelartigen Stuhl die Dienerin, 
auf einer Harfe spielend. Draussen ist Nacht. Das
Gemach ist schön erleuchtet)

AITHRA
(steht auf )
Das Mahl ist gerichtet,
die Nacht schwebt nieder,
wo ist mein Geliebter?
Er lässt mich allein.
Ich laure: er kommt nicht -
Ich traure: wo. bist du?
O lass nicht so lange
die junge, die bange
Geliebte allein!
Die Nacht sinkt nieder,
lass heute nicht wieder,
Poseidon, die Freundin allein!
Wo bist du, Poseidon,

(zart )

wo bist du?

(ungeduldig )

Wo ist er denn?

MUSCHEL
Drei Tauben schweben
glänzend wie Perlen
fern überm Meer.
Sie grüssen dich
von Poseidon
und versichern
mit sanftem Girren
seine Liebe,
seine Treue,
seine Sehnsucht
immer aufs neue!

AITHRA
O du Lügnerin! 
Einmal sind es Reisende, 
einmal Delphine, einmal Tauben!

MUSCHEL
Seine Liebe, seine Treue immer aufs neue!

AITHRA
(heftig )
Antworte mir ohne Umschweife: wo ist Poseidon?

MUSCHEL
(sehr feierlich )
Bei den Äthiopen!

AITHRA
(zornig )
Bei den Äthiopen?

DIENERIN
Ich laufe um das Fläschchen mit dem Lotossaft.

AITHRA
(traurig )
Ach, eine Zauberin sein 
und so ohnmächtig gegen den stärkeren Zaubrer!

DIENERIN
Ich laufe und hole das Fläschchen!

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
Du brauchst es!

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
Es wird dich beruhigen.

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
Du brauchst es!

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
Dann wühlet kein Schmerz durch die Adern!

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
Dann stillet sich innen das Hadern!

AITHRA
Ich will nicht!

DIENERIN
(leise und sehr deutlich )
Ein halbes Vergessen
wird sanftes Erinnern;
du fühlest im Innern
dir wiedergegeben den göttlichen Mann!

(Aithra setzt sich zu Tisch, kindhaft 
junge Mädchen schweben auf den 
Fussspitzen herein und bedienen sie )

AITHRA
Ich will nicht betäubt sein, ich will mich zerstreuen!
Ich will Gesellschaft haben! 
Für was ist mir denn Gewalt gegeben, 
jeden Sturm zu entfesseln,
jedes Schiff an die Klippen zu reissen!

MUSCHEL
Der Mann steht auf, er ist der einzige an Bord,
der nicht schläft.

DIENERIN
(Schütteln den Kopf)
“Der Mann steht auf!“ 
Sie sieht ein Schiff mit schlafenden Leuten.

MUSCHEL
Er weckt einen von den Schläfern auf -

DIENERIN
“von den Schläfern”

MUSCHEL
und gibt dem das Steuer in die Hand -

DIENERIN
“gibt dem das Steuer in die Hand”

MUSCHEL
Er selber steigt hinunter in den Schiffsraum.

DIENERIN
“Er steigt hinunter in den Schiffsraum.”

AITHRA
(hält im Essen inne )
Von wem erzählt sie?

DIENERIN
Sie sieht ein Schiff mit schlafenden Leuten.

MUSCHEL
Jetzt ist er unten. 
Die Schlafende regt sich. 
Die Schlafende ist von allen Frauen 
der Welt die Schönste!

AITHRA
Warum gleich die Schönste!
Wer kann das entscheiden?

MUSCHEL
Er beugt sich zu ihr, er will sie küssen!

AITHRA
Eine schöne Frau, gut!

DIENERIN
Der Mann auf dem Schiff will die Schlafende,
die seine Frau ist, küssen.

AITHRA
Und das ist alles?

MUSCHEL
Nein! Jetzt holt er -

AITHRA
(nicht sehr gespannt )
Was holt er?

MUSCHEL
Er greift mit der Linken ein Tuch -

DIENERIN
“ein Tuch,”

MUSCHEL
das will er über ihr Gesicht werfen -

DIENERIN
“über ihr Gesicht”

MUSCHEL
denn in der Rechten hält er einen Dolch - 
er will sie töten.

DIENERIN
Er greift mit der Linken ein Tuch -

MUSCHEL
Aithra, hilf doch! Der Mann ermordet die Frau!

DIENERIN
Aithra, hilf doch: 
der Mann auf dem Schiff ermordet seine Frau!

AITHRA
(aufspringend )
Wie denn? Was soll ich? 
Wer sind denn die Leute?

MUSCHEL
Helena ist es! Helena von Troja! 
Und er ist Menelas! Schnell!
Er schleicht sich näher! 
Verdeckt er ihr mit dem Tuch das Gesicht, 
so ist sie verloren!

DIENERIN
Schnell! Er schleicht sich näher.
Gleich ist sie verloren!

AITHRA
(Imperativ, der Bestellung eines Sturms)
Sause hin, Sturm! Flieg hin wie der Blitz!
Wirf dich auf das Schiff!
Rede, was siehst du?

MUSCHEL
Der Sturm hat das Schiff! Er hat es!
Er hat es!
Die Masten splittern! 
Die Schlafenden taumeln drunter und drüber. 
Weh! Sie scheitern.

DIENERIN
Sie scheitern!

AITHRA
Und die Frau? Und der Mann? 
Hat er sie ermordet, der Teufel?

MUSCHEL
Sie schwimmen! 
Da - er trägt sie. 
Befiehl doch Ruhe, lass alle sich retten!

AITHRA
Wer trägt wen? Legt euch, Wellen!

MUSCHEL
Menelas trägt Helena hoch in den Armen! 
Die brandenden Wellen machen ihm Platz 
und er schwingt sich ans Land.

AITHRA
Leg dich, Sturm, zu meinen Füssen!
Hier ganz still!
– Eine Fackel, ihnen den Weg zu zeigen.

(Die Dienerin packt eine Fackel, läuft
hinaus. Der Sturm legt sich gänzlich)

ETRA
Ist es wirklich Helena? Die berühmte? 
So ist denn Troja gefallen!
Und ich soll hier sie empfangen?
In meinem Haus? Mit ihr reden? 
Mit Helena von Troja! 
Mit der berühmtesten, 
der gefährlichsten, 
der herrlichsten Frau der Welt.
Was wir sahen, da wir sehnten
träumend uns aus uns hinaus,
einmal kommt es, nächtig prächtig,
unversehens uns ins Haus!

(Aithra zieht sich langsam zurück in ein 
Seitengemach nach rechts, wo sie aber dem 
Zuschauer sichtbar bleibt. Das Gemach bleibt 
einen Augenblick leer, dann kommt die Dienerin
gelaufen, voran leuchtend, hinter ihr ein leicht
gewappneter schöner Mann, der einen gekrümmten
Dolch im Munde trägt und an der Hand eine sehr
schöne Frau mehr hinter sich dreinreisst als führt,
deren üppiges goldblondes Haar aufgegangen ist. 
Die Dienerin verschwindet. Helena erblickt einen
Spiegel, geht hin und steckt unbefangen ihr Haar auf.
Menelas sieht sich um, befangen wie ein Mensch, der
aus Finsternis ans Licht und aus Todesgefahr in ein
schön erleuchtetes Zimmer kommt; dann legt er den
Dolch, der schon nicht mehr zwischen den Zähnen,
sondern in seiner Hand ist, auf den Dreifuss nächst 
der Muschel hin)

MENELAS
Wo bin ich? Was ist das für ein Haus?

HELENA
(sofort Herrin der Lage )
Ein Feuer brennt. 
Ein Tisch ist gedeckt.
Will nicht mein Gemahl mit mir sitzen und essen?

MENELAS
(leise und beklommen)
Was haben die Götter mir zubereitet?

HELENA
Schön glänzt der Saal,
zwei Throne stehen.
Ein König und eine Königin
sind hier erwartet. Setzen wir uns!

MENELAS
(für sich)
Nie werden wir beide zusammen essen.

HELENA
Der Mann und die Frau - so ward ich gelehrt,
teilen den Tisch und teilen das Lager.

MENELAS
Dein Lager war
zuunterst im Schiff,
meines war droben – unter den Sternen
zehn Nächte lang.

HELENA
(lächelnd)
Doch heute nacht war dir das zur Last.
Du kamst herab mit leisen Tritten -

MENELAS
(erstaunt)
Du schliefest nicht?

HELENA
(leidenschaftlich )
War ich‘s nicht, die dich nicht schlafen liess?

MENELAS
(schmerzlich )
Du warst es!

(beiseite)

Ahnt sie,
was ich ihr antat
ohne den Sturm?
Oder ist sie ganz arglos?

(Er tritt von ihr weg )

AITHRA
Ein gräulicher Mann!
Wie er sich bitten lässt
zu etwas Schönem!

HELENA
Wohin trittst du?
Willst du noch einmal von mir weggehn?
Lieber, das fruchtet doch nichts.

AITHRA
Es ist nicht zu begreifen!

HELENA
Dir ist auferlegt,
mich nicht zu verlassen,
und mir ist verhängt,
zurückzukehren
in deine Arme,
und so ist es geschehn!
Sag doch, ob je
in all diesen Jahren
dein Wünschen gelassen hat von mir
nur für eine Stunde?

(Menelas sieht zu Boden)

Du schweigest. Siehst du?

MENELAS
(qualvoll)
Helena!

HELENA
(mit voller Liebe)
Menelas!

(Sie tritt ihm entgegen, er weicht fast schaudernd
zurück Helena ist dem Tisch näher getreten. Eine 
zarte, kindhafte Mädchengestalt schwebt auf
Fussspitzen hinter dem Tisch hervor, füllt aus 
einem Mischkrug eine flache Trinkschale, bietet 
sie Helena dar )

HELENA
(ergreift die Schale, tritt mit ihr auf Menelas zu )
Bei jener Nacht, der keuschen einzig einen,
die einmal kam, auf ewig uns zu einen;
bei jenen fürchterlichen Nächten,
da du im Zelte dich nach mir verzehrtest;
bei jener Flammennacht, da du mich zu dir rissest
und mich zu küssen doch dir hart verwehrtest,
und bei der heutigen endlich, da du kamest,
mich jäh und zart aus allem Schrecknis nahmest:
bei ihr, die mich aufs neu dir schenkt,
trink hier, wo meine Lippe sich getränkt!

(Sie berührt mit den Lippen den Rand 
der Schale, reicht diese dann Menelas )

MENELAS
(finster)
Ein Becher war
süsser als dieser,
herrlich gebildet,
aus dem trank Paris,
und nach seinem Tod
seiner Brüder viele.

(sehr bitter )

Du warst eine Schwägerin ohnegleichen!

HELENA
Aber du bist der Beglückte,
denn sie alle sind tot –
und du bist mein Herr!
So nimm die Feige,
darein ich drücke
die Spur meiner Lippen,
und freue dich!

(Das kleine Mädchen, das die 
Früchte gereicht hat, tanzt ab )

MENELAS
(grausam bitter)
Zu viele, Helena, haben gekostet
von der herrlichen Frucht,
die du anbietest!

HELENA
Hast du aber von einem gehört,
der ihrer satt ward?

MENELAS
Heute nacht
trat ich zu dir,
dort, wo du schliefest,
um dich zu töten!

HELENA
(lächelnd und bezaubernd)
Weil du nur so
und nicht anders glaubst zu empfangen
mein letztes Geheimnis:
darum meine Züge
willst du gewahren
zauberisch zärtlich im Tode verzerrt?
O Liebender, du ohne Mass und Grenzen!

MENELAS
(ergreift den gekrümmten Dolch und
bringt ihn ihr vor die Augen )
Kennst du die gekrümmte Waffe?

HELENA
(sehr ruhig)
Als Paris vor dir lag
und fleht` um sein Leben,
entrissest du ihm
den krummen Dolch - ich kenn` ihn recht wohl -

(ausbrechend)

und mit der eignen Waffe
durchschnittest du ihm die lebendige Kehle!

(leise)

Als Paris starb unter deinem Stahl,
den Tag wusstest du wieder,
dass du mir gehörtest,
und ich - ich gehöre dir!

MENELAS
(nun fest entschlossen zur Tat )
Helena! Merke zuletzt meine Rede!
Merke: Einem gehört ein Weib -
und ich will meine Tochter so aufziehn -

HELENA
(unerschüttert)
Deine? Ich denke, sie ist auch die meine!

MENELAS
(ohne sich beirren zu lassen)
So aufziehn will ich meine Tochter
dass sie sich der Mutter
nicht braucht zu schämen!
Denn für eine Tote errötet man nicht.

HELENA
(mit unbesiegbarer Kraft)
Menelas, merke zuletzt meine Rede!
Einem gehört ein Weib
und so bin ich die deine!
Dich hab-‘ ich gewählt
aus dreissig Freiern,
mutigen, schönen!
Sieh mir ins Gesicht -
und lass alles, was war,
alles, alles, ausser diesem,
dass ich dein bin!

MENELAS
Ich war nicht der erste der Helden
und nicht der zweite -
Warum hast du mich gewählt
zu solchem Leiden?

HELENA
Vergiss den bösen Traum,
wach auf bei deiner Frau!

MENELAS
Hab‘ ich im Traum Troja verbrannt?

HELENA
Lasse, was war,
und küsse mich wieder!

MENELAS
(für sich)
Nimmer darf das Kind sie sehn!

HELENA
In deinen Armen bring mich heim!

MENELAS
Bewahret mich rein, ihr oberen Götter!

HELENA
Helfet dem Weibe, ihr unteren dunklen!

MENELAS
Helfet, was sein muss, mir zu vollenden!

HELENA
Erde und Nacht,
Mond und Meer,
helfet mir jetzt!

MENELAS
Erde und Nacht,
Mond und Meer,
weichet hinweg!

HELENA, MENELAS
Erde und Nacht,
Mond und Meer,

MENELAS
helfet, was sein muss,
mir zu vollenden!
Bewahret mich rein, ihr oberen Götter!
Helfet, was sein muss, mir zu vollenden!

HELENA
Helfet dem Weibe, ihr unteren dunklen!
Wach auf bei deiner Frau!
In deinen Armen bringe mich heim!

HELENA, MENELAS
Erde und Nacht,
Mond und Meer,

HELENA
helfet mir jetzt!

MENELAS
Weichet hinweg!

(Die Lichter verdunkeln sich, nur der Mond fällt 
von draussen herein. Ein Strahl trifft Helenas Antlitz.
Menelas – den Dolch erhoben, sie in die Kehle zu
treffen, steht wie gebannt vor ihrer Schönheit. Sein 
Arm mit der Waffe sinkt)

AITHRA
(beschwörend )
Ihr, grünen Augen
im weissen Gesicht,
die ihr lauernd listig
euch pappelnd vermummt,
Nachtelf en ihr,
lüstern Lebendiges
zu euch zu ziehn,
ich hab‘ hier im Haus
einen heissen Kerl,
einen rechten Raufbold,
den schafft mir vom Leib!

(Vor Aithra erscheint flüchtig ein und  der andre 
Elf, gleichsam um ihre Befehle entgegenzunehmen, 
und verschwindet ebenso rasch )

Mit Lärm einer Schlacht
bestürmt ihm den Kopf,
narret ihn fest!
Lasst ihn anlaufen
an zwanzig Bäume,
sein Schwert in der Hand.
Dreht ihn! Drillt ihn!
Zwinkert und zwitschert!
Dreht ihn! Drillt ihn!
Belfert und balzt,
schnattert und schnaubt,
drommetet und trommelt!
Hudelt ihn! Hetzt ihn!
Flitz, flitz, flitz !

(Die Rückwand des Hauses wird durchsichtig, 
man erblickt das Treiben der Elfen, von denen 
einzelne sich als Krieger verkleiden, Helme 
aufsetzen, Schilde und Speere schwingen)

HELENA
Ohne Zaudern töte mich denn!

MENELAS
Wie liebliches Weh
noch in dieser Gebärde
die süsse Kehle
gedehnt wie dürstend
dem Eisen entgegen!

(Abermals anspringend, hält er abermals inne )

HELENA
Nimm mich ins Messer!
Nimm mich, Liebster!

DIE ELFEN
(teilweise unsichtbar)
Mit Lärm einer Schlacht
bestürmt seinen Kopf!

MENELAS
Wie ist mir?

DIE ELFEN
Drommetet und trommelt!

MENELAS
Was hör‘ ich?

DIE ELFEN
Paris hier!
Mit Lärm einer Schlacht
bestürmt seinen Kopf!
Haltet ihn fest.

MENELAS
Wer ruft? Was für Waffen?

DIE ELFEN
Paris hier! Hier steht Paris!

MENELAS
Paris hier?

HELENA
(dringender )
Was dein Herz begehrt,
tu endlich mit mir!

MENELAS
(verwirrt)
Auch ins Messer fällst du noch so?
Auch der Stich in den Hals
wird zärtlich sein?

(Hören Sie den Ruf der Elfen aus und wiederholt)

DIE ELFEN
Paris!

MENELAS
Paris?

DIE ELFEN
Hier steht Paris!

MENELAS
Hier steht Paris?
Den Feldruf hör‘ ich!
Gehn die Toten hier um und rufen
und wollen noch einmal erschlagen sein?

DIE ELFEN
(ganz nahe)
Helena will ich wieder gewinnen!

MENELAS
Hier steht Menelas
und dein Tod!
Steh mir, Gespenst!

(Er stürzt ab ins Freie)

DIE ELFEN
Hahahahahahaha,hahahaha!
Paris hier!
Hahahahahahaha,hahahaha!

(verschwindend)

Paris hier!
Hahahahahahaha,hahahaha!

(Helena wankt nun todmüde auf den Thron der 
Aithra und fällt dort mehr zusammen, als dass sie 
sich setzt. Aithra tritt hervor. Helena, bei ihrem
Anblick, will aufstehen)

AITHRA
Bleib sitzen! Schone dich!

(Sie setzt sich auf den niedrigen Sessel)

HELENA
Wer bist du? 
Wem ist dies Haus?

AITHRA
Du bist in Poseidons Haus,
Helena, und bist mein Gast!
Doch lass uns keine Minute verlieren!
Ich werde dich retten, ich bin deine Freundin!
In wenigen Augenblicken kehrt
der Fürchterliche zurück.
Oh, wie ich ihn hasse!

HELENA
(steht auf, späht hinaus)
Oh, wie ich ihn liebe!

MUSCHEL
(lacht)
Menelas! 
Jetzt läuft er wie ein Toller 
einem Nebelschwaden nach, 
den er für Helena hält!

HELENA
Troja ist dahin - und jetzt gehöre ich ihm!

DIE ELFEN
Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha!
Hetzt ihn auf s neu!
Jagt ihn im Kreis
um sich selber herum!
Helena hier! Paris da!
Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha!

AITHRA
Du bist durchnässt,
meinst du zu trocknen
bedarf es des Feuers?
Ich trockne dich
mit meinen Augen!

HELENA
(sieht Aithra lächelnd an )
Wie sanfte Wärme mich durchdringt!

AITHRA
Die lieblichen Wangen so entstellt
vom Salz des Meeres!

(Sie streicht ihr die Wange )

HELENA
Wie du mich anrührst!

AITHRA
Ohne Glanz die Haare!
Meinst du, ich brauche
Salben und Öl,
damit sie dir leuchten?

(Sie streift leicht über Helenas Haar )

HELENA
(vor dem Spiegel, den auf Aithras Wink
die Mädchen herangebracht haben )
Wie ich erglänze!

AITHRA
(entzückt )
Allerschönste!

HELENA
Beste! Was hast du aus mir gemacht?

AITHRA
Dein herrliches Wesen zurück dir gebracht.

HELENA
(nachdem sie sich abermals an dem
eigenen Spiegelbild geweidet)
Was machst du aus mir?
So sah die aus, die Menelas
in seine Brautkammer trug.
Bin ich so jung und soll sterben?

AITHRA
(mit der Trinkschale)
Nicht sterben! Leben! Leben! Schnell! Trinke!

HELENA
(nimmt die Schale)
Wer bist du?

DIENERIN
(ganz leise, nur hauchend)
Ein halbes Vergessen
bringt sanftes Erinnern.

HELENA
Was ist das für ein Trank?

DIENERIN
(leise)
Du fühlest im Innern
dir wiedergegeben
dein unschuldig Leben -

HELENA
(für sich, leise)
Wie ist mir auf einmal?
Wohin schwindet meine Angst?

DIENERIN
- und wie du dich fühlest,
so bist du fortan!

AITHRA
Wie die Nacht aus deinen Augen schwindet!

HELENA
Wer bist du?

AITHRA
Deine unbedeutende Freundin Aithra!

HELENA
Zauberin!

AITHRA
Schönste!

(Sie fassen einander bei den Händen )

AITHRA UND HELENA
Stärker als Krieger, reicher als Könige
sind zwei Frauen, die sich vertrauen!

HELENA
(tritt noch einmal vor den Spiegel, 
dann wendet sie sich beseligt)
Wer tötet Helena, wenn er sie ansieht?

(Aithra betrachtet sie voller Bewunderung)

Wie leicht wird alles!

AITHRA
Recht so! Trinke! Und vergiss deine Angst!

(Sie reicht ihr abermals die Schale

HELENA
(nachdem sie getrunken, fröhlich wie ein Kind )
Menelas! Warum denn mich töten?

(Sie schwankt wie schlaftrunken, die kleinen 
Mädchen drücken sich an sie und stützen sie)

Schlafen! - Mich schläfert - 
Schläfst du neben mir, Liebster?

AITHRA
Wie stell‘ ich‘s an, sie zu retten?
Muschel, wo ist er?

MUSCHEL
Ganz nahe!

HELENA
Ich hab‘s gehört - schon in halben Schlaf hinein

(wie ein Schlummerliedchen)

Ganz nahe
schon schwebt mir
ein unschuldig Glück.
Gebt acht: ich entschwinde!
Nein, lasset: ich finde
schon wieder zurück!

(Sie schliesst, auf die Kleinen gestützt, die Augen)

DIENERIN
(an der Tür hinausspähend)
Der Nebelstreif flattert vor ihm!
Hierher zu! Auf das Haus!
Er mit dem Schwert hinterdrein!
Er kommt!

DIE ELFEN
Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha,
Narret ihn fest,
Ha, ha, ha, ha,
jagt ihn im Kreis
um sich selber herum!

AITHRA
Leget sie auf mein Bett!
Und kleidet sie im
Schlaf in mein schönstes Kleid! 
In das blaue! Fort! Alle fort!

(Die Kinder schweben mit Helena ab ins linke 
Gemach. Menelas, den Dolch in der Faust, kommt 
von aussen hereingestürzt als ein Verfolgender)

ETRA
(Aithra springt ihm aus dem Weg, birgt
sich in den Vorhängen und schreit)
Ai!

DIE ELFEN
Ai!

MENELAS
(verstört vor sich hin)
Im weissen Gewand - zerrüttet das Haar -
und doch schöner als je flüchtete sie in Angst - 
und warf zwei herrliche Arme - 
um eine verfluchte Gestalt,
die im Mondlicht aussah wie Paris!
Mit einem Streich doch traf ich die beiden!
Ich Verfluchter!
Auch mein Kind seh’ ich nicht wieder -
O Waise ohne Vater und Mutter!

AITHRA
(tritt hervor)
Fürst von Sparta, du bist mein Gast!

(Menelas völlig verstört, sucht eilig 
den, wie er meint, blutigen Dolch unter 
dem Vorhang zu verbergen)

MENELAS
(Dumpf und vor sich hin)
Fremdes Weib - Insel der Schrecken!
Mörderisch Haus! - Graues Geschick!

AITHRA
(leise zu den Dienerinnen)
Das Lotosfläschchen! 
Er hat es nötig! Schnelles
Vergessen grässlichen Übels!

(Die Dienerinnen bringen den Becher und 
den Mischkrug, giessen ein, träufeln aus 
dem Fläschchen in den Trank. Aithra winkt 
Menelas, den niedrigen Sitz einzunehmen)

MENELAS
Hier sitzen bei dir als ein friedlicher Gast?
So weisst du nicht, wer deine Schwelle betrat?

(winkt ihm nochmals, er setzt sich)

AITHRA
Leise! Nicht störe den lieblichen Schlummer
der schönsten Frau:
sie schläft da innen
ermüdet von einer langen Reise!

MENELAS
Wer?

AITHRA
Deine Frau.

MENELAS
Du redest von wem?

AITHRA
Von Helena doch! Von wem denn sonst?

MENELAS
Die schliefe?

(Er springt auf)

AITHRA
Da innen auf meinem Lager!

MENELAS
(für sich)
Zerspalten das Herz!
Zerrüttet der Sinn!
Weh in den Adern,
weh eurer Pfeile
lernäisches Gift!
Ach nur für Stunden,
für wenige Augenblicke
ziehet die Spitzen
der Pfeile zurück!
Gebt mir mich selber,
mein einig Wesen
der unzerspaltenen
Mannheit Glück!
O gebt, ihr Götter,
o gebt mir mich selber,
gebet mir Armen
mich selber zurück!

AITHRA
(zögernd einsetzend)
Menelas - gedenkst du des Tages
vor dreimal drei Jahren,
da du sie verliessest –
und zogest zur Jagd?

MENELAS
(sie völlig verstehend, mit zornig verfinsterter Miene)
Du! Sprich nicht von Paris und jenem Tage!

AITHRA
Höre! Seit jenem verwunschenen Tage hast 
du deine Frau mit Augen nicht wieder gesehn!

(Menelas hebt jäh die Hände über seinen Kopf)

AITHRA
(steht auch auf, tritt dicht vor ihn )
Merke! Als jener frech und verwegen
ausreckte die Hand nach deinem Weibe,
heimlich sorgten die Götter um dich -

MENELAS
Hüte dich Weib, dass ich dich nicht strafe!

AITHRA
Furchtbar sind deine Blicke, Fürst!
Trinke hier aus diesem Becher,
trinke mit mir!

(Sie trinken beide, Aithra nur zum Schein)

Heimlich sorgten die Götter um dich:
In die Arme legten sie ihm
ein Luftgebild, ein duftig Gespenst,
womit sie narren die sterblichen Männer!

DIE ELFEN
(unsichtbar)
Ein Luftgebild, ein duftig Gespenst,
womit Götter narren die sterblichen Männer,
ja ja, ja ja, ja ja, ja ja!

AITHRA
Dein Weib indessen, die schuldlose Schöne,
verbargen sie an entlegenem Ort 
vor dir und der Welt!

MENELAS
An welcher Stätte? Achte die Worte,
bevor du sie redest!

(noch dringender )

An welcher Stätte?

AITHRA
Am Hang des Atlas steht eine Burg,
mein Vater sitzt dort: ein gewaltiger Herr
und gefürchteter König!
Drei Töchter wuchsen im Hause auf,
zauberkundig alle drei:
Salome, die stolze,
die schöne Morgana
und Aithra, die junge!

MENELAS
Hüte dich, Weib!

AITHRA
Zu uns ins Haus
brachten sie schwebend
deine Frau!

MENELAS
Hüte dich, Weib!

AITHRA
Schuldlos schlummernd,
wähnend, sie liege in deinen Armen,
lag sie bei uns
die Jahre im Haus.
Dieweilen thronte
das Luftgespenst
zuoberst unter Priamus Töchtern
und buhlte mit seinen herrlichen Söhnen
und freute sich am Brande der Welt
und am Tc>de der Helden Tag für Tag!

MENELAS
Die, welche hier
meinem Drohen trotzte?

AITHRA
Ein Luftgebild!

DIE ELFEN
Ein Luftgebild!

AITHRA
Die Wespe die!

DIE ELFEN
Die Wespe die!
Ein Luftgebild!
Ein Gespenst!

MENELAS
Hier noch stand 
sie unsagbar lieblich!

AITHRA
Ein Luftgebild!

MENELAS
Ein Luftgebild!

AITHRA
Ein Gespenst!

MENELAS
Furchtbares Weib!
Deine Worte sind furchtbar
und stärker als alle trojanischen Waffen!
Du raubst sie mir völlig
mit zitterndem Hauch
aus lächelndem Munde!
weh, nun erblick’ ich sie nimmer wieder,
ich ganz unseliger Mann!

AITHRA
Wenn ich sie nun in die Arme dir lege,
die du verloren vor dreimal 
drei Jahren und einem Jahre -
Die herrliche Reine,
die Unberührte!

MENELAS
Ich werde sie sehn?

AITHRA
Du wirst sie sehn,
mit diesen Augen!

MENELAS
So ist es wahr: es wohnen in Höhlen
auf einsamer Insel Zauberinnen,
die zeigendem, der zu ihnen dringt,
die Bilder der Toten!

AITHRA
Du wirst sie sehn!
Bereite dich!

MENELAS
(stark gestört)
Was werde ich sehn!
Unseliger Mann!

AITHRA
Was ficht dich an?
Bereite dich!

MENELAS
O furchtbare Stunde!

AITHRA
Bereite dich!

MENELAS
Vom Reiche der Toten -

AITHRA
Bereite dich!

MENELAS
grässliche Kunde!

AITHRA
Bereite dich!

MENELAS
Ich höre Becken
dumpf geschlagen,
Nachtgeister bringen
die Tote getragen!

AITHRA
Was horchst du hinunter?
Zärtlich verzaubert dich was denn aufs neue?
Sieh hin, was dir die Götter bereiten!

Sie winkt. Das Hauptgemach verfinstert sich, 
und nur aus dem Gemach zur Linken dringt 
eine Helle hervor. Die Vorhänge heben sich, 
und auf einem breiten Lager wird Helena 
sichtbar, lieblich entschlummert, in einem 
strahlend blauen Gewand. Sie öffnet die Augen)

ELFEN
(1. Hälfte)
O Engel, für Elfen
arglistig arme,
die zwinkern im Zwielicht -
allzu herrlich!

ELFEN
(2. Hälfte)
Hi hi hi hi, hi hi hi hi.

AITHRA
(zu den Elfen)
Ihr Nachtgesindel
schweigt nun schon!
Schmiegt euch zu Füssen der Herrin!

(Helena hebt sich langsam vom Lager, vom 
Schlaf erquickt, in strahlender Schönheit)

MENELAS
(der kaum wagt, hinzusehen)
Die ich zurückliess auf meinem Berge,
die ich zu denken nie gewagt,
die Jungfrau, die Fürstin, die Gattin, die Freundin!
O Tag aus dem jenseits, der nächtlich mir tagt!

(Helena steigt vom Lager herab, mit reizendem 
Staunen blickt sie um sich. Aithra, die neben 
Menelas stand, gleitet lautlos zu Helena hinüber; 
was sie sagt, ist zum Schein zu Menelas gesprochen, 
in der Tat flüstert sie es Helena ein)

AITHRA
Am Hang des Atlas
steht eine Burg,
da lag sie und schlief -
dieweilen thronte
das Luftgespenst,
ihr gleichgebildet,
die Wespe die,
auf Priamus Burg
und sag zu oberst
unter den Töchtern -
drei Schwestern hüteten Helenas Schlaf.

Helena ist währenddem vollends herabgestiegen. Es
scheint, als ginge sie auf Menelas zu, aber scheu, mit
gesenktem Blick und wie mit gefesselten Füssen.)

ETRA
(Zu beiden)
Nie Erahntes
bereiten die Götter
ihren erwählten herrlichen Kindern!

MENELAS
(bebend)
Die zu denken ich mir verwehrte!

HELENA
(leise, mit gesenkten Augen )
Bin ich noch immer die einstens Begehrte?

AITHRA
(triumphierend und halblaut zu Menelas)
Sieh doch den Blick zur Erde gesenkt!
Wo ist nun das brennende Auge
jener, die vom Manne gekostet?
Wage doch endlich bezaubert zu sein!

MENELAS
Was tun? Sie reissen
das Herz mir in Stücken!
Mit ihrem Entrücken,
mit ihrem Beglücken
was tun? Sie reissen
das Herz mir entzwei!

AITHRA
(ihm Helena zuführend)
Die Reine!

MENELAS
Was tun?

HELENA
(innig scheu)
Die Deine!

MENELAS
(leidvoll)
Was tun?

DIE ELFEN
(höhnend)
O Schönste der Schönen - chi chi chi chi

AITHRA
(dringender)
Empfange!

MENELAS
(beklommen)
Was tun?

ELFEN
chi chi chi chi
chi chi chi chi

HELENA
(zurückweichend)
Wie darf ich?

AITHRA
Nicht zage!

MENELAS
Was sagen?

AITHRA
Wir reissen das Herz nicht entzwei!

HELENA
(angstvoll)
Was sag‘ ich?

AITHRA
Nicht zage! Wir reissen
das Herz mir entzwei!

DIE ELFEN
O Schönste der Schönen -
so billig willst du
die Götter versöhnen?
chi chi chi chi chi chi
chi chi chi chi

HELENA
(zur Seite tretend, sich von Aithra, 
die ihre Hand ergriffen hat, lösend)
Lass ihn! Er will mich nicht!

ELFEN
chi chi chi chi chi
chi chi chi chi chi

MENELAS
Wer bist du, Wesen, das einer ewig
jungen Göttin gleicht –
und meiner Frau?

HELENA
Lass ab!
Er verschmäht mich.

(mit verhohlenem Triumph)

Er liebt jene andre!

ELFEN
chi chi chi chi
chi chi chi chi

MENELAS
(die Augen zu Helena hebend, mit tiefster Innigkeit)
Wie gewänne ich Gunst in deinen Augen -
da ich um jener willen dich verliess?

(Helena wirft ihm einen Blick zu und schweigt)

AITHRA
Antworte ihm, der so liebt!

HELENA
(sehr innig)
Ich weiss von keinem,
der mich verliess,
nur von einem,
der liebend bei mir war
in meinen Träumen,
indessen ich schlief!

MENELAS
So weisst du von keinem,
der dich verliess -
nur von einem,
der liebend bei dir war,
weil er dich erwählte!

HELENA
(drückt ihren Kopf an seine Schulter)
Weil er mich erwählte!

AITHRA
Schnell nun rüst’ ich das Schiff
und schicke euch heim!

DIE ELFEN
(spottend)
Nun rüstet das Schiff
und schicket sie heim!
ha ha ha ha, ha ha ha ha!
Das Spiel ist aus!

(Nachdem Helena sich von Menelas 
gelöst hat, geht sie, erschrocken über 
Aithras Wort, auf diese zu )

AITHRA
(ihr ins Gesicht sehend)
Wie - oder nicht?

DIE ELFEN
(sehr gedehnt fragend)
Wie - oder nicht?

HELENA
(halblaut)
Mir bangt vor dem Haus!
Verzaubert im Neuen
mir bangt vor dem Alten!
Lass mich mich freuen,
lass mich ihn halten!

ELFEN
Wie - oder nicht?

HELENA
Wo niemand uns kennt,
wo Helenas Name
ein leerer Hauch
wie Vogellaut,
wo von Troja nie
kein Ohr vernahm,
dort birg uns der Welt
für kurze Frist,
vermagst du das auch?

AITHRA
(schnell, halblaut)
Zu Füssen des Atlas
liegt eine Oase:
ein zauberisch Zelt bau‘ ich euch dort -

HELENA
Und wie die Fahrt?

AITHRA
Auf meinem Bette
ihr legt euch liebend
und schlummert ein -
den Mantel werf ‘ich
über euch!

MENELAS
(für sich, zwischen Jubel und Beklommenheit)
Mit ihrem Entrücken,
mit ihrem Beglücken
sie wenden mit Händen
das Herz in der Brust!

AITHRA
Der Mantel trägt euch,
und ihr erwacht
am erleuchteten Ort
zu zweien allein!

MENELAS
Zu Füssen des Atlas?
Ein zauberisch Zelt?

HELENA
Zauberin! Liebste,
zu zweien allein!

MENELAS
(mit den Augen an Helena hängend)
Ihr jähen Götter!
nun gebt mir mich selber,
nun gebt mir die Jugend,
schnell gebt sie zurück,
damit ohne Zagen
ich wage zu tragen
dies jähe Glück!

AITHRA
(zu Helena)
Das Nötigste nur
in eine Truhe,
ich schicke es mit!

(leise)

Das Fläschchen vor allem, 
Lotos, der liebliche
Trank des Vergessens,
dem alles wir danken!
Vielleicht bedarf es
etlicher Tropfen bedeutungsvoll
von Zeit zu Zeit

(bedeutungsvoll )

in seinem Trank oder in deinen -

MENELAS
Wie lieblich sie flüstern,
die reizenden Frauen,
wie klug sie blicken!

AITHRA
- damit das Böse
vergessen bleibe
und ruhe unter
der lichten Schwelle
auf ewige Zeit!

HELENA
(mit ihr wie ein Gebet )
Damit das Böse
darunten bleibe
vergraben unter
der lichten Schwelle
auf ewige Zeit!

MENELAS
(für sich)
O meine Tochter,
glückliches Kind!
Welch eine Mutter,
welch eine Schwester
bring‘ ich dir heim!

(Helena tritt auf die Schwelle vom Schlafgemach 
und blickt von dort nach Menelas um. Menelas ist 
bei ihr, kniet nieder, drüclct den Kopf an ihr Knie. 
Sie zieht ihn zu sich empor. Der Vorhang zum
Schlafgemach entzieht sie den Blicken. Im
Hauptgemaah ist lautlos die Dienerin eingetreten.
Aithra winkt ihr, die Lichter zu löschen. Sie ergreift 
den schwarzen Zaubermantel, der vor ihrem Thron
liegt. Im Hauptgemach erlöschen die Lichter, so auch
im Schlafgemach)

DIE ELFEN
(unsichtbar, leise, aber boshaft)
Auf ewige Zeit!
hahahaha!
Die teuren Seelen!
Das Beste verhehlen,
hahahaha,
das darf nicht sein!

(Aithra, den Mantel haltend, scheint noch zu 
zögern, sie ist vom Mondlicht unsicher beleuchtet. 
Im Nebengemach rechts wird bei schwachem Licht 
die Dienerin sichtbar; sie legt Gewänder in eine 
Truhe, zu oberst Kostbarkeiten, darunter das
Fläschchen, das sie in einen goldenen Behälter
verschliesst)

AITHRA
(stampft auf - Sie sagt, dass die Elfen)
Wollt ihr jetzt schweigen?

(Aithra wartet noch eine Weile, bis alles still ist. 
Auch die Dienerin hat die Truhe verschlossen 
und ist auf ihren Armen eingeschlafen. Aithra 
wendet sich jetzt, den Mantel schwingend, dem
Schlafgemach zu )



ZWEITER AUFZUG


(Ein Gezelt, weit geöffnet auf einem Palmenhain, 
hinter dem das Atlasgebirge sichtbar wird. Zur 
Linken Eingang in den inneren Raum des Gezeltes. 
Hier steht eine Truhe mit reichen vergoldeten
Beschlägen. Helena entnimmt dieser einen goldenen
Spiegel und flicht Perlenschnüre in ihr Haar. 
Menelas schläft zu ihren Füssen auf einem Pfühl)

HELENA
(indem sie ihr Haar aufsteckt)
Zweite Brautnacht!
Zaubernacht, überlange!
Dort begonnen,
hier beendet:
Götterhände
hielten das Frühlicht
nieder in Klüften;
spät erst jäh
auf flog die Sonne
dort überm Berg!
Perlen des Meeres,
Sterne der Nacht
salbten mit Licht
diesen Leib.
Überblendet
von der Gewalt
wie eines Kindes
bebte das männliche
schlachterzogene Herz!
Knabenblicke
aus Heldenaugen
zauberten mich
zum Mädchen um,
zum Wunder ward ich mir selbst,
zum Wunder, der mich umschlang.
Aber im Nahkampf
der liebenden Schwäne
des göttlichen Schwanen Kind
siegte über den sterblichen Mann!
Unter dem Fittich
schlief er mir ein.
Als meinen Schatz hüte ich ihn
funkelnd im goldnen Gezelt
über der leuchtenden Welt.

MENELAS
(erwacht)
Wo ist das Haus?

(blickt mit Staunen um sich)

Die Zauberin wo?

(heftig)

Wer bist du?

(er besinnt sich des jäh Erlebten)

Ach! Wüsst‘ ich das nicht?
Sie wusch mich rein von Helenas Blut,
her führte sie dich und gab dich mir!

(immer mit einem Beiklang 
des erstaunten Nachsinnens)

Doch welch ein Trank ward mir gegeben?
Wie sänftigt‘ jäh er meine Wut?
Wie fand ich Kraft, mich neu zu heben,
dich zu empfangen wie den Mut?

HELENA
Aufs neu von ihm muss ich dich tränken,
er sänftigt wunderbar dein Blut -
nie darfst du sie als Fremde kränken,
die dir auf deinem Lager ruht!

(Sie geht gegen die Truhe)

MENELAS
(immer in der gleichen fragenden Befangenheit)
Wie kamest du, dich mir zu neigen
dem einsamen verwaisten Mann?
Von wo sah ich empor dich steigen?
Wie zog ich dich zu mir heran?

HELENA
(sich abermals ihm voll zuwendend)
Erkenne doch die ewig Deine!
Tritt dir nicht unser Brauttag nah?
Erkenn in seinem sanften Scheine,
erkenne: dies ist Helena!

MENELAS
Der Brauttag rühret
mich geisterhaft an:
Die Nymphe erküret
den sterblichen Mann.

(fast angstvoll gequält fragend)

Aus welchen Reichen
steigt sie hervor
ein herrlich Gleichen
dem Aug‘ und dem Ohr?

HELENA
O lass zu dir dringen
das köstliche Hier,
der Gattin Umschlingen
im Zauberrevier!
Den Becher zur Hand
ich bring‘ ihn gleich,
der ewig dich bannt
ins Freudenbereich!

(Sie wendet sich der Truhe zu, entnimmt ihr ein 
schönes Gewebe, worin der Becher eingehüllt, 
indem sie dies emporhebt, gleitet auch Menelas
krummes Schwert aus der Hülle und fällt ihr vor 
die Füsse )

MENELAS
(springt hin und fasst das Schwert, sie wegdrängend)
Dahin der Becher! Dies ist das Schwert!
Dies ist das Schwert, mit dem ich sie schlug!
Von allen unseligen Wesen der Welt
kam keines ihr nah - wie dies Schwert und ich!

(wendet den Blick fast mit Grauen auf Helena)

Reizende du -
Spiegelbild,
flötende Stimme,
fliehe vor mir!
Dass der Erwachte dich nicht jage!
Denn die Unglücklichen sind gefährlich,
wenn man sie reizet!

HELENA
Von dir jage die Helena denn,
du Ungeheurer unter der Sonne!

MENELAS
O süsses Gebild
zu trüglicher Wonne
gesponnen aus der flirrenden Sonne -
Luftsirene!
Nicht nahe dich!
Den Arm nicht dehne!
Nicht fahe mich!
Wem ungeheuer
Grausen tagt,
dem Abenteuer
bleibt er versagt!

(Er wendet sich, das Schwert an die Brust gedrückt, 
als wolle er vor ihr ins Ungewisse fliehen)

HELENA
(indem sie das goldene Gehäuse, worin
das Fläschchen mitsamt dem Becher in
die Truhe zurückwirft)
Ohnmächtiger Trank, fahre dahin!
Dem Falschen die Falsche hast du vermählt!
Der mich gesucht durch Flammen und Tod,
er flieht vor mir in die Wüste hinaus!
Aus flirrender Stille schlage der Blitz!
Dunkle Gewalt breche herein!
Was scheinversöhnet entzweie sich neu!
Wir ducken uns nicht unter dem Streich,
entgegen recken wir unser Haupt!

(Das Annahen einer Reiterschar, jäh 
wie ein Sturmwind, wird hörbar)

MENELAS
Aus flirrender Stille
was naht heran?
Durch rötlichen Staub
funkeln die Lanzen!

HELENA
Menelas! Her!
Schütze, was dein ist!

(Krieger der Wüste in Kettenpanzern eilen heran 
und nehmen im Hain ausserhalb des Zeltes Stellung.
Läufer stürmen herein, werfen sich vor Helena nieder.
Altair, der Fürst der Berge, ein königlicher Mann mit
rabenschwarzem Haar, tritt heran, Bannerträger ihm
zur Seite. Er lässt sich auf einem Knie vor Helena
nieder, indem er mit der Hand die Erde, dann die 
Stirn berührt. Die Läufer erheben sich und stellen 
sich im Hintergrund vor die Lanzenträger. Altair 
erhebt sich auf ein gnädiges Zeichen von Helena und
winkt seinem Gefolge. Die Läufer treten auseinander.
Zwei schwarze Sklaven laufen hervor und breiten vor
Helenas Füssen einen golddurchwirkten Teppich.
Helena lächelt und setzt sich auf die Truhe, die mit
ihren goldenen Beschlägen einem Thronsitz gleicht.
Menelas, das blosse Schwert in der Hand, tritt hinter
Helena. Altair steht ausserhalb des Teppichs. Helena
winkt ihm mit anmutiger Herablassung, den Teppich 
zu betreten. Altair tut es, indem er am Rande des
Teppichs noch einmal die Knie zur Erde beugt. Helena
sieht sich nach Menelas um und winkt ihm, sich neben
sie zu setzen. Dann bedeutet sie Altair, indem sie ihr
Kinn gegen ihn hebt, zu sprechen)

ALTAIR
(mit gesenktem Antlitz)
Mir ist befohlen:
ich breite dies Land,
o Ungenannte, vor deinen Fuss!

HELENA
(lächelt )
Wer gab so schönen Befehl?

ALTAIR
So will es Aithra,
so will es Morgana,
und Salome gebietet es so!
Der ich dies Land zu Lehen trage
von ihnen dreien
Königinnen -

(er hebt den Kopf und erblickt Helena)

Du Göttin, die schön ist
wie steigende Sonne,
gewaltig gleich
einem Heer, das funkelnd
in heiligen Kampf zieht,
ich neige mich dir in den Staub!

HELENA
Fürst der Berge,
wir grüssen und danken!

(Das Gefolge tritt auseinander und gibt dem Blick
eine Gasse frei. Hinten werden von Schwarzen 
grosse Truhen vorbeigetragen, so, als nähmen sie 
die Richtung auf den rückwärtigen Zelteingang. 
Helena steht auf und tritt auf Altair zu; Menelas ist
gleichfalls aufgestanden. Indem sich Helena wendet,
stürzen drei bis auf die Augen verhüllte Mädchen 
zu ihren Füssen. Die Mädchen sind schnell
aufgesprungen, und ihre Stelle hat eine kleine Schar
von schlanken Jünglingen eingenommen, fast noch
Knaben - unter ihnen Da-ud, die sich vor Helena mit
gesenkten Häuptern auf die Knie werfen)

ALTAIR
(dies alles mit gebietender Gebärde beherrschend, 
aber den Blick leidenschaftlich auf Helena gerichtet )
Eilig zusammengeraffte Gaben,
unwert des Hauchs
deiner furchtbaren Lippen!
Befiehl, und im spielenden Kampfe
fliesset das Blut dieser Knaben,
jauchzend vergossen
für einen einzigen Blick
aus deinen goldenen Wimpern!

(Er wirft sich auch vor ihr nieder und drückt 
den Saum ihres Gewandes an die Lippen)

MENELAS
(auf dies alles hinblickend, leidvoll entrückt)
O Spiegelbild!
So stand meine Frau
auf den Zinnen von Troja!
Lodernd so brannten
die Könige auf,
ach! und die Greise
bei ihrem Anblick
und alle riefen.

DIE JÜNGLINGE, ALTAIR
(springen auf, und indem sie ihre Schwerter 
aus der Scheide reissen und gegen Himmel 
stossen, rufen sie wild)
Heisse uns sterben im Sande
für einen einzigen Hauch
von deinen verschlossenen Lippen!

DA-UD
(mit höchst gesteigerter Ergriffenheit eines 
jungen Herzens, einen Schritt hervortretend)
Denn es ist recht, dass wir kämpfen
und dass wir sterben im Blachfeld
um dieser willen -
denn sie ist die Schönste auf Erden!

(Er verhüllt sich und tritt hinweg)

MENELAS
(aus seinen Gedanken auffahrend 
und Da-ud anstarrend)
Paris ist da! Paris aufs neue!
Frech und verwegen reckt er die Arme
nach meiner Frau! - Wo ist mein Schwert?

(Altair winkt, und die Jünglinge, ihre
blanken Schwerter gehoben, treten nach
rückwärts und sind verschwunden)

HELENA
(sucht mit dem Blick Menelas und tritt zu ihm)
Liebster, was ist dir? Bleib mir zur Seite!
Mich ängstigt dein Blick!

MENELAS
Mich ängstigt der deine, schöne Göttin!
Er ist mir zu jung und zu wenig umnachtet.

HELENA
Du willst mir fliehn!

(sie umschlingt ihn)

Du willst mich lassen?

ALTAIR
(für sich)
Vermessene Gunst dem schönen Begleiter!

MENELAS
(löst sich von ihr)
Was bedarfst du des armen Begleiters!
Der Namenlosen, der Fremdlingin,
die über Nacht kam, knien sie hin
und zücken die Schwerter und rufen -

DIE STIMMEN DER JÜNGLINGE
(ausserhalb, unsichtbar)
Heisse in spielendem Kampfe
fliessen das Blut unserer Adern
für einen funkelnden Blitz
aus deinen furchtbaren Augen!

ALTAIR
(für sich, zornig)
Unerträgliches Spiel! -

(zu Helena)

Worüber zürnet dein Günstling?
Auch für ihn sind Geschenke im Zelt!

(Jagdhörner hinter der Szene. Er 
klatscht in die Hände. Zu Menelas)

Schöne Waffen! Vielleicht gefällt dir‘s,
Liebling der Göttin, aus ihnen zu wählen!

(Schwarze, Jagd- und Kriegswaffen
tragend, treten hervor)

MENELAS
(misst Altair mit einem hoheitsvollen Blick, 
nun völlig seiner selbst bewusst, stolz und ernst)
Herrliche Waffen hab‘ ich geführt
auf blachem Feld und in flammenden Gassen.

ALTAIR
(mit kaum verhohlener Geringschätzung)
Auch die Jagd kann Tapfre ergetzen;
dir zu Ehren stell‘ ich ein Jagen jetzt an:
Der Jagd zum Begleiter gab ich Da-ud

(mit einem wilden Blick auf Helena)

und das Wild, ich hoff‘ es,
wird des Jägers wert sein!

(Da-ud tritt auf den Wink Altairs hinter
einer Palme hervor und neigt sich vor
Menelas, die Hand aufs Herz gelegt )

MENELAS
(die beiden nicht beachtend, blickt sein
Schwert an, das bei der Zeltstange hängt)
Das Wild, ich hoff‘ es,
wird des Jägers wert sein!

(Altair wirft Menelas einen Blick der Verachtung 
zu, gebietet Da-ud durch einen Wink, zu bleiben 
und geht. Menelas blickt Da-ud an)

MENELAS
Was ficht mich an?
Ein fremder Knabe!
Ein fremdes Weib! Ein fremdes Land!
Ein Abenteuer! Ein bunter Traum!
Und Hörner laden zur Jagd.

(Die drei Schwarzen treten heran, Jagdspeere und 
ein Hifthorn, auch einen leichten silbernen Helm
darbietend. Menelas, indem er gegen das Zeltinnere
tritt, wo andere Schwarze bereitstehen und sich
anschicken, ihm statt des langen Oberkleides ein 
kurzes zu reichen, tritt ins Zelt und wird für eine 
kurze Zeit unsichtbar. Helena betrachtet Da-ud)

DA-UD
(schmilzt unter ihrem Blick und wagt nicht die 
Augen zu heben. Dann mit plötzlicher Kühnheit)
Ich werde neben dir reiten!
Ich allein! jener nicht,
dein Begleiter! Er darf nicht!

HELENA
(lacht)
Knabe, hüte dich vor dem Feuer,
oder du schmilzest wie Wachs.

DA-UD
(den brennenden Blick zu ihr hebend)
In den Armen des landlosen Königs,
des Abendländers mit falbem Haar,
hast du das Feuer nicht fürchten gelernt!
Er kennt es selber nicht!
Er kommt aus dem Mondscheinland.
Du aber, du bist geboren zur Herrin
über die Länder der Sonne -
und ich bin geboren
zu deinem Knechte
bis in den Tod!
So steht es geschrieben,
und so wird es geschehn.

(Er sinkt vor Helena hin, die Stirn auf ihrem Fuss.
Dann erhebt er sich blitzschnell und verschwindet.
Helena wendet sich lachend von ihm. Menelas, zur 
Jagd gekleidet, aber noch nicht gewaffnet, tritt aus 
dem Nebenraum des Zeltes. Helena nimmt dem 
Sklaven den Helm ab und reicht ihn Menelas)

MENELAS
So schön bedient,
du reizende Nymphe,
zog ich schon einmal
hinaus zur Jagd!

(Helena lächelt)

Am nächsten Morgen
dann kam ich nach Haus -
leer das Nest!
Fort war das Weibchen
und kam nicht wieder.
Das ist ein Lied von einer Toten!
Wie ist dein Name, schönes Wesen?
Gestern zur Nacht
war ich verwirrt:
ich hab‘ ihn nicht richtig gehört.

HELENA
Meinen Namen?
O du Verstörter!
Deiner Seele Seele
hauchst du von dir, wenn du ihn rufest!

MENELAS
(mit zerstreutem Blick)
Was du redest, ist lieblich,
schöne Sirene!
Gerne stünd‘ ich und lauschte
bis an den Abend
der silbernen Stimme!
Aber dies Schwert
will fort auf die Jagd,
und Hörner rufen nach mir!

(Er nimmt das Schwert und drückt es an sich)

HELENA
Zur Jagd auf Gazellen
die furchtbare Waffe!

(sie will ihm das Schwert aus der Hand nehmen)

Fort mit ihr! Ins Zelt hinein!

MENELAS
(entzieht ihr's)
Vergib mir, Göttin: dies Schwert und ich,
wir beide gehören zusammen.
Dein ist dies Zelt
und viele Schätze -
Schiffbrüchig irr‘ ich,
ein gramvoller König,
in fremdem Bereich.
Dies Schwert ist alles,
das mir geblieben,
nicht rühre daran!

(Er küsst das Schwert und steckt es in den Gürtel)

HELENA
Mit einem Blick
der sehenden Augen
erkenne mich wieder!

MENELAS
Solche Blicke
kosten zu viel
dem armen Herzen!
Und sie fruchten zu wenig.
Denn wer wegging zur Jagd
und kehrt heim zu seinem Weibe -
er kann nie wissen,
ob er die gleiche wiederfindet!

(Die Hörner rufen mit Entschiedenheit. Er eilt 
weg, nachdem er das Schwert in seinen Gurt 
gesteckt hat. Die ihm nacheilenden Sklaven bieten 
ihm Jagdwaffen dar: der eine Bogen und Köcher, 
der andere leichte Spiesse - von diesen ergreift er 
zwei und verschwindet)

HELENA
Menelas, steh!
Er ist dahin!
Und kehrt er zurück - wie ihn entzaubern?
Zu kindlich ist ihm die Miene der Nymphe,
zu jung und arglos des Auges Blick
und zu fremd seinem Herzen!

(Drei Sklavinnen, die Gesichter hinter Goldschmuck
verborgen wie hinter einem Visier, kommen spähend
aus dem Zeltinnern hervor. Helena ohne ihrer zu
achten, vor sich hinsinnend)

HELENA
Zaubergerät zieht uns hinüber -
zurückzukehren - dies ist die Kunst!
Aithras Becher war zu stark -
und nicht stark genug
für Menelas Herz!

(Die drei Frauen haben in Helenas Rücken die 
andere Seite der Bühne gewonnen. Auf einen Wink 
der Mittelsten eilen die beiden anderen zur Truhe hin,
öffnen sie und suchen nach etwas. Die Mittelste, 
Aithra, schiebt das goldene Visier auseinander und
enthüllt sich)

HELENA
(freudig)
Aithra! Liebe Herrliche!
O Zauberin! Schnellhörende!

AITHRA
Schweig! Dich zu retten flog ich her!

(Sie blickt mit Spannung auf die beiden,
welche die Truhe durchwühlen)

DIE EINE VON AITHRAS DIENERINNEN
(das goldene Gehäuse emporhebend)
Die Fläschchen beide unberührt!

AITHRA
(freudig)
O unberührt! Nun küss‘ ich dich
vor Freude - du Gerettete!
O hör, was mich in wilder Hast
herjagt zu dir!

HELENA
(dunklen Tones)
Nicht um den Trank
bedarf es, dass du fliegend eilst!
Ich will ihn nicht! Ich brauch‘ ihn nicht!

AITHRA
Versteh mich doch, du Liebliche!
Die Dirne dort, die lässige,
ihr schläferte, so legte sie
das Goldgehäuse in die Truh‘-
zwei Fläschchen hält es: siehe die,
wie leicht du die verwechseltest!

HELENA
(ernst )
Und was enthält das andre dann?

AITHRA
Erinnerung! Die grässliche,
von der mit meinem letzten Hauch
ich deine Lippen wahren will!

HELENA
(feierlich)
Erinnerung!

AITHRA
(ohne ihren Ton zu achten)
Der Höllentrank,
vor dem wie Gift des Tartarus
die Götter fliehn, die Seligen!

HELENA
(greift nach dem Fläschchen)
Dies ist -

AITHRA
(entzieht ihr's, hebt's hoch empor)
O nicht den Duft davon,
solang ich dir es wehren kann!

HELENA
(sehr bestimmt)
Dies ist der Trank, den ich bedarf! 
Erinnerung!

AITHRA
Du rufst das Wort,
du Ahnungslose, silbern hin
und schaffst, wenn dir‘s die Lippe netzt,
dich zur Lebendig-Toten um!

HELENA
Zur Tot-Lebendigen hat dein Trank
mich umgeschaff en diese Nacht!

AITHRA
Gerettet, Liebste, hat er dich
vom nahen Tode durch sein Schwert!
Besänftigt herrlich schlief er ein
und kannte dich für Helena
und küsste dich für unberührt!

HELENA
Er kennt mich für ein fremdes Weib,
das du zur Nacht ihm zugeführt,
und wähnt, dass er mit mir betrog
die Helena, die tot er wähnt -

AITHRA
(leise)
Du Selige, so bist doch du‘s,
die immer wieder siegt und siegt!

HELENA
Die eitle Freude lass dahin!
Ich siege heute oder nie
und hier durch diesen Trank allein!

(Sie ergreift das Fläschchen ungeachtet Aithras
Widerstand Auf Helenas Wink haben die beiden
Dienerinnen aus dem Zeltinnern einen Dreifuss
gebracht, darin ein Mischkrug sowie zwei andere
Krüge, worin Wein. Unter dem folgenden geschieht 
das Mischen des Trankes und das Einträufeln des
Balsams aus dem Fläschchen von ihnen und Helena
zusammen )

AITHRA
O dreifache Törin!
Den einzigen Balsam,
den Trank der Götter
verschmähest du mir!

HELENA
Gehorchet und mischet,
was einzig mir frommt,
wenn heiss mein Jäger
zum Zelte mir kommt!

AITHRA
(schmerzvoll)
O dreifache Törin!

HELENA
(zu den Mischenden und Umgiessenden)
Und noch und noch!
Und nicht genug
vom dunklen Trank Erinnerung!

AITHRA
Den einzigen Balsam!

HELENA
Auf zuckt die Flamme
alter Qual:
vor ihr das Hier
wird öd und fahl!

AITHRA
(dringend)
Das süsse Vergessen!

HELENA
Doch was dahin,
das tritt hervor
geistmächtig aus
dem dunklen Tor!

AITHRA
(verzweifelt)
Verschmähest du mir?

HELENA
Und was von drunten
wieder kommt,
ist einzig, was
dem Helden frommt.

HELENA, DIENERINNEN
Und noch und noch!
Und nicht genug
vom Zaubertrank
Erinnerung!

AITHRA
(indem sie schnell das goldene 
Schmuckvisier vor ihr Gesicht fallen lässt)
Habet acht!

(Altair nähert sich dem Zelt, zwischen 
den Palmen hervortretend )

HELENA
Wer kommt?

(Sie winkt den Dienerinnen, schnell mit 
den Geräten ins Zeltinnere zu verschwinden)

ALTAIR
(stehenbleibend)
Der begnadete Vogelsteller,
dem der herrlichste Vogel der Welt
mit rauschendem Fittich flog in sein Netz!

HELENA
O Wirt ohnegleichen! Welche Rede!

ALTAIR
(einen Schritt auf sie zu)
Diese, die dem Liebenden ziemet!

HELENA
Mit was für Schritten wagst du zu nahn?

ALTAIR
Mit denen des Jägers, naht er der Hindin.

HELENA
Was für ein Blick?

ALTAIR
Bald dir der vertraute!
Hörst du die Pauken?

(Helena lächelt)

Dir zu Ehren geb‘ ich ein Fest,
ein nächtliches Gastmahl ohnegleichen!

(dicht bei ihr)

Meine Gastmähler sind gefährlich
für landlose wandernde Fürsten -
aber die Schönheit weiss ich zu ehren!
Das wirst du erkennen,
du Ahnungslose,
du pilgernde Unschuld!

(Helena lacht stärker)

Lache nicht, Herrin!
Du hast wenig erlebt, 
und dürftiges Land nur betreten
als eines fahrenden Mannes
scheue geduldige Sklavin.

(heftig)

Aber ein Ohne-Land, solch ein Herr ohne Knechte
darf nicht die Fackel der Welt in seinem
Bettelsack tragen: denn sie ist stärker
als er und zündet ihm nachts das Gezelt an.

(sind unterdessen ohne die Geräte wieder
herausgetreten und folgen mit den Augen der Jagd)

DIENERINNEN
Hei! Die Gazelle!
Der Falke hat sie!
Sie bricht zusammen!
Beide zugleich
die kühnen Reiter
stürmen dahin!
Herrliche Jagd!

ALTAIR
Du bist die Schönste auf Erden:
um einen Blick deiner Augen
schmachtend im Sande verderben,
das überlass‘ ich den Knaben!
Denn ich weiss anders zu werben!

HELENA
Hüte dich, Fürst,
du Schnellentflammter!

(hoheitsvoll)

Über dem Gast
wachen die Götter,
und einen jeden
gleich einer Wolke
hüllen sie ein
in sein Geschick!

AITHRA
(zwischen den Zeltvorhängen
halbverborgen, Helena zurufend)
Helena, ich lache!
Deine Bedrängnisse alle,
ach deine Schmerzen
sind die Kinder
deiner Schönheit -
und sie gleichen
doch immer wieder
ihrer goldenen Mutter!
ja, sie glänzen wie Purpur und Gold!

ALTAIR
(anfangs wie gebannt von ihrer Schönheit)
Flammen und Waffen
statt Blumenketten
dich zu erraffen!
Aus stürzenden Städten
über dem Brande
hoch der Altan -
des Herrschers Zelt:
und die Schönste
dem Stärksten gesellt!

(Helena Schritt für Schritt folgend,
indessen sie vor ihm zurückweicht)

Und stürben darüber
Zehntausende hin,
verwehe ihr Seufzen
der nächtige Wind,
verwehe ihr sterbendes Stöhnen!

DIE STIMMEN DER JÜNGLINGE
(ausserhalb, sehr nahe)
Im Sande verschmacht‘ ich als ein Verfluchter,
der dich gesehn und nicht besessen!

DIE BEIDEN DIENERINNEN
(lachen hell auf)
Zugleich werfen den Spiess!
Beide treffen!
Herrliche Jagd!

ERSTE DIENERIN
Aber was jetzt?
Helena, sieh!

ZWEITE DIENERIN
(voll Staunen)
Sie heben die Waffen!

ERSTE DIENERIN
Der das Schwert!
Menelas!

ZWEITE DIENERIN
Der den Spiess,
sich zu wehren!

BEIDE
Gegeneinander

(gellend)

Elelelei!

ERSTE DIENERIN
Den Rappen herum
wirft Da-ud!

ZWEITE DIENERIN
Menelas jagt
hinter ihm her!

ERSTE DIENERIN
Der Rappe ist schneller
den Hügel hinan!

ZWEITE DIENERIN
Er fliegt ihm nach!

ERSTE DIENERIN
Er holt ihn ein!

AITHRA
(hat sich nach rückwärts zu 
den Dienerinnen gewendet)
Ha! Der Abgrund
hinterm Hügel!
Achte dein Leben!

BEIDE DIENERINNEN
(schreiend)
Elelelei!

AITHRA, DIENERINNEN
Ah! Er stürzt!
Weh, Da-ud!
Weh, Da-ud!

(Die Hörner hinter der Szene, 
heftig, blasen die Jagd ab)

ALTAIR
(den trunkenen Blick auf Helena)
Der Knabe stürzt!
Stürze er hin!
Pfeile im Köcher,
Söhne im Zelt
hab‘ ich genug!
Hörst du die Pauken?
Heute nacht
dir und mir
und keinem dritten
bereit‘ ich ein Fest!

(Schwarze bringen von rückwärts auf einem Teppich
den toten Da-ud getragen und legen ihn in der Mitte
nieder. Altair ist Schritt für Schritt zurück-gewichen
und tritt jetzt hinter den äussersten Vorhang des 
Zeltes. Aithra und die Dienerinnen nähern sich dem
Toten. Die Sklaven sind sogleich verschwunden. 
Helena steht rechts von den sich um Da-ud mühenden
Frauen. Menelas, das blosse Krummschwert in der
Hand, tritt rechts hervor. Sein Auge ist starr und
furchtbar, als verfolge er einen Schritt für Schritt 
vor ihm zurückweichenden Feind. So dringt er mit
schweren Schritten bis gegen die Mitte vor, wie
angezogen von Da-uds Gegenwart, aber ohne ihn
eigentlich zu sehen. Aithra und die Dienerinnen 
werden den Herannahenden gewahr und springen
erschrocken auf, ihm die Hände in Abwehr
entgegenstreckend. Menelas bleibt wie ein
Mondsüchtiger vor dem Toten stehen)

HELENA
(ihm entgegentretend, ihn sanft anrufend)
Mein Geliebter! Menelas!

MENELAS
(wird mit einem Schlage wach
und lächelt sie unbefangen an)
Helena, du?
Wie kamst du her?
O Traumgebild!

HELENA
Die Waffe da,
die furchtbare, gib!

(Sie windet ihm sanft das Schwert aus der Hand)

MENELAS
(lächelnd)
Die Waffe hier -
was sollte sie mir?

(Er lässt ihr das Schwert)

HELENA
Gegen den Knaben,
den arglosen, sieh!
Gegen den Gastfreund,
der mit dir jagte,
hobest du sie zu tödlichem Streich!

MENELAS
Gegen ihn erhob ich die Waffe? 
Warum nur?

ALTAIR
(links hinter dem Zeltvorhang hervorspähend)
Sein Schwert wird schwingen
der Mann der Schönsten -
so steht es geschrieben -
bis ihn erreichet
das stärkere Schwert!

HELENA
Du wolltest, dass in diesem Knaben
Paris von Troja noch einmal stürbe.

MENELAS
(liebt erschrocken die Hände überm Kopf)
Ja, er reckte frech und verwegen

(er sinnt nach)

seine Arme nach -

HELENA
denn dies ist der einzige Weg
nahezukommen - Menelas - sage mir wem?

MENELAS
ihr, die tot ist und allen Toten,
die um mich starben unbedankt!

HELENA
Ihr, die lebt und bei der zu bleiben
einzig trachtet dein Herz,
mich verschmähend -
denn sie und nicht ich -
sie ist deine Frau!

MENELAS
(starrt sie mit dem Ausdruck höchsten Entsetzens 
an, dann fährt er langsam mit der Hand über die 
Stirn, wie um Vergangenes sich aus dem Gedächtnis 
zu streichen und wendet sich traurig zu dem toten
Da-ud, den Schwarze von der Erde gehoben und 
nun ihn haltend, regungslos dastehen)

Unter geschlossenem Lid
straft mich dein brechendes Auge!
Aber mein Freund - dahin er dich sandte -
den gleichen Weg gehet nun Menelas auch.

HELENA
Du aber bedarfst
einen heiligen Trank,
einen gewaltig starken!
Den hab‘ ich im Zelt!

(Helena winkt den Dienerinnen, die mit dem 
Mischkrug und den kleineren Krügen herantreten 
und mit fürchterlichem Ernst unter streng
vorgeschriebenen Gebärden und Handreichungen 
das unterbrochene Werk der Bereitung des Trankes
fortsetzen. Indem die Dienerinnen in rhythmisch
wiederkehrenden Abständen Helena den Mischkrug
reichen, träufelt diese aus dem Fläschchen den
Zaubersaft hinein)

AITHRA
(zu Helena)
Gefahr umgibt dich!
Nicht jetzt den Trank,
es ist nicht die Stunde:
ich warne dich!

ERSTE DIENERIN
(von der Arbeit aufsehend,
nach hinten horchend)
Wahre dich, Herrin,
hörst du die Pauke?
Altairs Feste
sind gefährlich!

ZWEITE DIENERIN
Seine verschnittenen Knechte
unter dem weibischen Kleid
tragen sie Panzer
und schmeidige Klingen!

AITHRA
Ich warne dich!

HELENA
(ist mit dem Mischen des Trankes fertig)
Aithra, schweige!
Jetzt und hier
beginnet Helenas Fest!

(Während links die Zeremonie des Mischens vor sich
geht, haben rechts Schwarze Menelas umgeben, ihm
den Panzer abgeschnallt, setzen ihm eine funkelnde
Tiara auf. Es ist indessen im Bereich des Zeltes dunkel
geworden, von draussen her naht Halbhelle vor
Mondaufgang. Links leuchten Sklavinnen, rechts
schwarze Sklaven zu den beiden Zeremonien. Die 
zum Fest ladende Pauke scheint sich indessen zu
nähern. Das Annahen von Menschen, die Einholung
zum Fest wird fühlbar. Draussen wird die Spitze des
Zuges sichtbar. Gestalten in prächtigen Gewändern,
mannweibisch, die Hälfte des Gesichtes verhüllt,
Schwarze und Weisse vermischt. Etliche tragen 
Lanzen in den Händen. Hinten im Zug werden 
Banner sichtbar sowie die dröhnende Pauke)

DIE SKLAVEN ALTAIRS
(vor dem Zelt auf den Knien )
Die wir zum Feste dich laden,
empfange die Boten in Gnaden!.
Liebessklaven -
o rasende Schickung,
qualgeschieden
vom Reich der Entzückung!

AITHRA
Gefahr ist nah!
Wir müssen uns wahren!
All unserer Sinne
bedürfen wir jetzt!
Lass den Trank!

DIE SKLAVEN ALTAIRS
Wächter der seligen Stunde,
wir unausdenklich Betrübten!
Aus unserem weibischen Munde
höre den Schrei des Verliebten:
Im Sande verschmacht‘ ich als Verfluchter,
der dich gesehen und nicht besessen!

(leises, fernes Donnern)

AITHRA
(zur ersten Dienerin)
Das Ohr an den Boden! Was erhorchst du?

(aufruf)

Poseidon, höre! Aithra ruft!

HELENA
(tritt zu den Sklaven)
Zurück und harret an der Erde,
bis man euch ruft.

(Die Sklaven werfen sich nieder, die Stirnen 
in den Staub. Auf einen Wink Helenas ziehen d
ie Dienerinnen den Zeltvorhang zu)

ERSTE DIENERIN
(zu Aithra )
Ein Rollen hör‘ ich
von Meereswogen,
als stürze Springflut
ins innere Land.

HELENA
(zur zweiten Dienerin)
Des Königs Schwert!

AITHRA
Das sind die Meinen!
Helena, hörst du?
Rosse und Reiter
aus der Kraft des Meeres:
Poseidon schickt mir
die herrliche Schar!

HELENA
Menelas, siehe dein Schwert!

(Eine der stummen Sklavinnen geht ins Zeltinnere
und bringt das Schwert. Helena winkt ihr, es über 
sich zu halten, wobei die Sklavin ihr Haupt verhüllt.
Hierauf enthüllt sie den Becher, den eine andere der
Sklavinnen ihr gereicht hat)

MENELAS
Den Becher seh‘ ich, den du mir bringst!

DIE SKLAVEN ALTAIRS
(aussen)
Weh dem Unterliegenden,
den die Träne nässte!
Weh dem Ausgeschlossenen
vom Lebensfeste!
Ah-hu! Ah-hu! Ah-hu!

HELENA
(indem sie den Becher hinhält und ihn 
aus dem kleinen Kruge füllen lässt)
Störe mich nicht!

AITHRA
Gefahr ist nahe!
Rettung auch!
Wahre dein Leben,
du wagst zuviel!

HELENA
Alles wage ich jetzt!

AITHRA
Vom lieblichen Lotos einen Becher
und lebet selig
heute wie gestern
immer aufs neu!

MENELAS
(vortretend)
Weib, tritt hinweg!
Unnahbare Stunde
hebt jetzt an!

(Aithra und ihre Dienerinnen kauern rechts 
hin, verhüllen sich. vor Helena hintretend)

MENELAS
((Stepping vor Helena)
Helena - oder wie ich sonst dich nenne - Zaubergebild, 
mir zum letzten Gruss auf Erden gesendet, 
mich zu trösten bist du dort auf die Insel gekommen.
Um den verlorenen Mann, 
der mit der furchtbaren Waffe rechtmässig grausam 
seines Schicksals Gefährtin ermordet,
schlangest du sanft deinen Arm - 
für eine Nacht ihm gegeben.
Reinigerin! 
Und nun stehst du vor mir und reichst mir den Becher 
und wenn der Trank mir die Adern durchfliessen wird, 
bin ich ein Toter.

HELENA
Warum macht dich dies lächeln? 
Du lächeltest jetzt wie ein Knabe!

MENELAS
Weil ich gedenke, 
dass Ehegatten der Tod nicht scheidet, o Herrin!

HELENA
So völlig gehörest du jener?

MENELAS
Warum zitterst du da?

HELENA
Soll ich dich auf immer verlieren?

MENELAS
Hast du mich jemals besessen? 
Lag mich der Toten und lebe!

(Helena führt den Becher an die Lippen)

Nicht netze die Lippen,
mir ist er bestimmt!

HELENA
Du trinkst es der andern -
ich trinke mit dir!

(Sie trinkt und hält dann den Becher empor )

MENELAS
Den Todestrank mir!
oder ich sterbe durch dieses Schwert!

HELENA
(ihm den Trank bietend)
Bei jener Nacht, der keuschen einzig einen,
die einmal kam, auf ewig uns zu einen -
bei jenen fürchterlichen Nächten,
da du im Zelte dich nach mir verzehrtest.

MENELAS
(für sich)
Welche Worte aus diesem Munde!
Unverrückt, ihr ewigen Götter,
lasst meinen Sinn!

HELENA
Bei jener Flammennacht, da du mich zu dir rissest
und mich zu küssen strenge dir verwehrtest -
und bei der heutigen endlich, da du kamest,
aus meiner Hand den Trank
des Wissens nahmest:

(mit grosser Erhebung)

bei ihr, die mich aufs neu dir schenkt,
trink hier, wo meine Lippe sich getränkt.

MENELAS
(nachdem er den Becher geleert, 
in einem jähen Aufschrei)
Wer steht vor mir?

(Er greift nach dem Schwert)

HELENA
(chelnd)
Aithra! Er wird mich töten!

AITHRA
(pringt auf die Bühne)
Helena! Lebe! Sie bringen dein Kind!

MENELAS
(lässt das Schwert sinken und starrt Helena an)
Tot-Lebendige!
Lebendig-Tote!
Dich seh‘ ich, wie nie
ein sterblicher Mann
sein Weib noch sah!

(Er wirft das Schwert weg und streckt 
die Arme nach ihr wie nach einem 
Schatten. Helena blickt ihn voll an)

Ewig erwählt
von diesem Blick!
Vollvermählt,
o grosses Geschick!
Oh, wie nahe
Unnahbare scheinest,
beide zu einer
nun dich vereinest:
Herrliche du!
Ungetreue,
ewig eine
ewig neue!
Ewig geliebte!
einzige Nähe!
Wie ich dich fasse,
in dir vergehe!

AITHRA
Ohne die Leiden,
was wärst du gewesen,
ohne die beiden
herrlichen Wesen?
Ohne die deine
Ungetreue,
ewig eine
ewig neue?

HELENA
Deine, deine
Ungetreue
schwebend überm
Gefilde der Reue!

ALTAIR
(mit seinen Sklaven, welche Dolche schwingen, 
dringt durch die seitlichen Zeltvorhänge jäh herein)
Zu mir das Weib!
In Ketten den Mann!
Er brach das Gastrecht
raffet ihn hin!

(Die Sklaven bemächtigen sich Helenas und Menelas und reissen sie auseinander. Hinter dem Zelt erhebt sich ein dumpfes Klirren, immer gewaltiger, als schüttle ein Sturm einen Wald von Eisen)

AITHRA
(jubelnd)
Das sind die- Meinen!
Helena - Heil!

(Aithra reisst den Zeltvorhang zurück. Draussen 
im vollen Mond steht wie eine Mauer eine Schar
Gepanzerter in blauem Stahl, die Gesichter vom 
Visier verhüllt, die Arme über den Heft des blossen
Schwertes gekreuzt, die Schwerter auf den Boden
gestützt. Im Halbkreis, den sie bilden, mittelst auf 
einem weissen Ross das Kind Hermione, völlig in
Goldstoff gekleidet)

DIE GEPANZERTEN
(höchst gewichtig, ohne sich zu regen)
Nieder in Staub!
Zitternd entfleuch!
Oder wir stürzen
wie Blitze auf euch!

AITHRA
(in der Mitte, ihr Antlitz enthüllend)
Aithra ist da!
Böser Knecht!
Unbotmässiger
wilder Vasall!

ALTAIR
(mit den Seinen sich in den Staub werfend)
Aithra! Wehe!
Weh! Altair!

AITHRA
Helena! Siehe! Sie bringen dein Kind!

(Das Kind Hermione wird von zwei Gewappneten
vom Pferde gehoben und tritt heran. Bleibt in der 
Mitte auf einen Wink Aithras stehen, das volle 
Licht fällt auf sie, in ihrem goldenen Gewand und
goldenem Haar gleicht sie einer kleinen Göttin )

HERMIONE
Vater, wo ist meine schöne Mutter?

MENELAS
(den Blick trunken auf Helena geheftet)
Wie du aufs neue
die Nacht durchglänzest,
wie junger Mond
dich schwebend ergänzest!

(er wendet sich gegen das Kind)

O meine Tochter,
glückliches Kind!
Welch eine Mutter
bring‘ ich dir heim!

(Zwei der Gepanzerten heben Hermione wieder in 
den Sattel. Zugleich werden die für Menelas und 
Helena bestimmten beiden herrlich gezäumten 
Pferde vorgeführt)

HELENA, MENELAS
Gewogene Lüfte, führt uns zurück
heiliger Sterne segnende Schar!
Hohen Palastes
dauerndes Tor öffne
sich tönend dem ewigen Paar!

(Indem sich Helena und Menelas anschicken, 
die Pferde zu besteigen, fällt der Vorhang)



PRIMER ACTO


(Aposentos en el palacio de Etra. En la pared 
del fondo, un poco a la derecha, una salida al 
exterior. A la izquierda, una mesa ricamente
preparada para dos personas; próximos dos 
sillones como tronos. En el centro, sobre un trípode 
la Concha Marina Omnisciente. En la pared derecha
un trono sobre el que se asienta Etra. Delante de ella,
en un banco que es casi un escabel, una doncella
toca el arpa. Es de noche. La sala está iluminada
profusamente)

ETRA
(levantándose)
Ya está preparada la cena, 
la noche desciende.
¿Y el amado, dónde está?
Me abandona.
Escucho: no viene...
Me aflijo: ¿qué estará haciendo?
Su joven enamorada
está ansiosa y sola,
¡él no puede abandonarla!
Desciende la noche, amado, 
¡consuela a tu amiga 
que está sola!
Poseidón ¿estás aquí?

(Con ternura)

¿Adónde estás?

(Impaciente)

¿Dónde estás?

LA CONCHA MARINA OMNISCIENTE
Tres palomas vuelan
brillando como perlas
sobre un mar lejano.
Vienen hacia aquí 
a traerte 
el beso de Poseidón,
y suspirando juran que
él te es fiel
y que te ama
y que hoy como siempre
sólamente te ama a ti.

ETRA
¡Oh, que mentiroso! 
¡Otra vez envía mensajeros,
unas veces delfines, otras palomas!

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Él te ama y hoy como siempre sólo a ti te desea!

ETRA
(Impetuosamente)
Respóndeme sin dudar: ¿dónde está Poseidón?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
(Con gran solemnidad)
¡Entre los etíopes!

ETRA
(Irritada)
¿Entre los etíopes?

LA DONCELLA
Corro a buscar el frasquito con la flor de loto.

ETRA
(triste)
¡Ay de mí, soy una bruja y soy impotente
contra un mago más poderoso que yo!

LA DONCELLA
¡Voy corriendo a buscar el matraz!

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
¡Es necesario!

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
¡Os calmará!

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
¡Os calmará!

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
Entonces, ¿el dolor no os quema en las venas?

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
¡Os calmará la impaciencia!

ETRA
¡No quiero!

LA DONCELLA
(en voz baja pero clara)
Un medio olvido
conforta toda pena.
¡Sentiréis en vuestro pecho
que regresa el esposo divino!

(Etra se sienta a la mesa. Con gestos
infantiles algunas doncellas entran 
sigilosas y la sirven)

ETRA
¡No quiero calmarme, quiero distraerme!
¡Quiero tener compañía!
¿De qué me sirve el poder desencadenar una tormenta
que haga que se estrellen todas las naves 
contra los escollos?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
El hombre se levanta,
él es el único a bordo que no duerme.

LA DONCELLA
(Moviendo la cabeza)
"El hombre se levanta"
¡Mirad, una nave con gente durmiendo!

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
Despierta uno de los que duermen...

LA DONCELLA
"De los que duermen"

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
... y tiene en sus manos el timón...

LA DONCELLA
"Tiene en sus manos el timón”

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
... pero ahora baja a la bodega.

LA DONCELLA
"Baja a la bodega"

ETRA
(interrumpe la cena)
Pero ¿de quién me hablas?

LA DONCELLA
Ve un barco con gente durmiendo.

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
Ahora está abajo. 
La mujer que está durmiendo se agita.
¡La mujer que duerme es la más hermosa
de todas las mujeres del mundo!

ETRA
¡Sin duda, la más hermosa!
¿Quién puede determinar eso?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Se inclina sobre ella, quiere darle un beso!

ETRA
Una mujer hermosa, ¡bien!

LA DONCELLA
El hombre del barco quiere besar
a la durmiente, que es su mujer.

ETRA
¿Y eso es todo?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡No! Ahora toma...

ETRA
(sin mayor interés)
¿Qué toma?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
Toma con su mano izquierda un pañuelo...

LA DONCELLA
Un pañuelo.

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
... y quiere colocarlo sobre la cara -

LA DONCELLA
Sobre la cara.

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
Y en la mano derecha sostiene una daga...
¡Quiere asesinarla!

LA DONCELLA
¡Extrae una daga y quiere matarla!

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Etra, socorro! ¡El hombre matará a la mujer!

LA DONCELLA
¡Etra, socorro!
¡El hombre del barco matará a esa mujer!

ETRA
(Saltando)
Pero, ¿qué? ¿qué tengo que hacer?
¿Quiénes son esos dos?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Ella es Helena! ¡Helena de Troya!
¡Y él, es Menelao!
¡El furtivo actúa rápido! 
Le cubre el rostro con el pañuelo...
¡Ella está perdida!

LA DONCELLA
¡El furtivo actúa rápido! 
¡Ella está perdida!

ETRA
(imperativa, ordenando una tempestad)
¡Ruge tormenta! ¡Cae allí como un rayo!
¡Lánzate sobre la nave!
Dime, ¿qué ves

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡La tormenta cae sobre la nave!
¡La envuelve, la aferra! 
¡Los mástiles se quiebran!
Arriba y abajo ruedan los durmientes.
¡Ay! ¡Va a naufragar!

LA DONCELLA
¡Va a naufragar!

ETRA
¿Y la mujer? ¿Y el hombre?
¿La mató el demonio?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Están nadando! ¡Ahí están!... Él la sostiene. 
¡Ordena que la tormenta se calme!
¡Haz que todos se salven!

ETRA
¿Quién sostiene a quién? ¡Olas aplacaos!

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Menelao sostiene en sus brazos a Helena!
Las turbulentas olas le abren paso
y él ya se lanza hacia la orilla.

ETRA
¡Tormenta, cálmate!... ¡A mis pies!
¡Aquí, en silencio!
Una antorcha para señalarles el camino.

(La doncella toma una antorcha y sale.
La tormenta se ha calmado por completo)

ETRA
¿Es Helena, realmente? ¿La famosa?
¿Ha caído Troya?
¿Y me corresponde a mí acogerla? ¿En mi casa? 
¿Hablar con ella? ¿Con Helena de Troya?
¿Con la más famosa, la más peligrosa,
la más bella mujer del mundo?
La venerada imagen de mis sueños
y de mis ilusiones difusas,
finalmente a descendido
inesperadamente,
en esta noche regia,
entre los muros de mi casa .

(Se retira lentamente hacia la habitación 
de la derecha, donde, sin embargo, permanece 
visible para el espectador. La sala permanece 
vacía por un momento. Entra la doncella 
alumbrando con una antorcha y, detrás 
de ella, un hombre esbelto y bien parecido 
que lleva una daga curva entre los dientes 
y con las dos manos arrastra tras de sí a 
una mujer muy hermosa, cuya abundante 
cabellera dorada cae en cascada. La doncella
desaparece. Helena ve un espejo, lo toma y, 
con calma, se acondiciona el cabello. Menelao 
mira a su alrededor, consternado, como quien 
pasa de la oscuridad a la luz; de un peligro 
mortal a seguridad de una habitación bien 
iluminada; luego, sobre el trípode que está al 
lado de la concha marina, deja la daga)

MENELAO
¿Dónde estoy? ¿De quién es esta casa?

HELENA
(súbitamente dueña de la situación)
El fuego está encendido.
La mesa está puesta.
¿No se sienta mi esposo a cenar conmigo?

MENELAO
(apenado, en voz baja)
¿Qué me deparan los dioses?

HELENA
La sala está completamente iluminada.
Ahí hay dos tronos.
Están dispuestos para un rey y una reina.
¡Sentémonos, pues!

MENELAO
(para sí)
Nunca más comeremos juntos.

HELENA
Un hombre y su esposa, eso aprendí,
sólo comparten una mesa y una cama.

MENELAO
Tenías tu lecho allá, 
en la nave, abajo;
el mío estaba arriba, bajo las estrellas,
durante diez noches enteras.

HELENA
(sonriendo)
Anoche, sin embargo, te sentías solo
y descendiste con pasos cautelosos...

MENELAO
(asombrado)
¿No estabas dormida?

HELENA
(con pasión)
¿No era yo la que te arrebataba el sueño?

MENELAO
(con dolor)
¡Sí, eras tú!

(para sí)

¿Acaso imagina
lo que le habría hecho
sin no hubiera sido por el huracán?
¿No sospecha nada?

(se aleja de ella)

ETRA
¡Un hombre horroroso!
¿Cómo puede ser tan obstinado
junto a tanta belleza!

HELENA
¿Por qué te alejas?
¿Quieres abandonarme?
Amado, ¡no te servirá de nada!

ETRA
¡No lo puedo creer!

HELENA
Estás obligado
a no abandonarme;
es tu destino,
volver
a mis brazos.
¡Y así ha sido!
Dime, ¿alguna vez,
en todos estos años,
ha huido tu deseo por mí
aunque haya sido una sola hora?

(Menelao baja la mirada)

Callas... ¿Lo ves?

MENELAO
(con desesperación)
¡Helena!

HELENA
(con amor)
¡Menelao!

(Va hacia él. Menelao se retrae casi 
con un estremecimiento. Helena se acerca 
a la mesa. La delicada figura de una 
muchacha aparece detrás de la mesa y, 
tomando una jarra, sirve vino en una 
copa y se la ofrece a Helena)

HELENA
(toma la copa y va junto a Menelao)
¡Por aquella noche,
la única casta noche en que estuvimos unidos!
¡Por aquellas noches llenas de miedo,
cuando en tu tienda me deseabas!
¡Por aquellas llamas que hasta ti me arrastraron
y que sin embargo te impidieron besarme!
¡Por esta noche, en que me has salvado,
tierno y rudo, de todos los horrores!
¡Por esta noche que a ti me entrega,
bebe donde ha bebido mi boca!

(Roza con sus labios el borde de la 
copa y luego se la pasa a Menelao)

MENELAO
(retirándose)
Más dulce que éste
era el cáliz,
de noble factura,
del que bebió Paris,
y tras su muerte,
muchos de sus hermanos.

(con amargura)

¡Fuiste una cuñada inigualable para ellos!

HELENA
Pero tú tienes suerte,
pues todos ellos están muertos...
¡Y yo a te pertenezco!
¡Bebe del vaso
donde se imprimo
la marca de mi boca
y se feliz!

(la doncella, que le alcanzó 
el cáliz, se aleja bailando)

MENELAO
(terriblemente amargado)
¡Helena, muchos han probado
el fruto maravilloso
que tú ofreces!

HELENA
¿Y tú has oído hablar de alguno de ellos
que haya quedado saciado?

MENELAO
Esta noche
me acerqué a ti,
ahí, donde dormías,
¡para matarte!

HELENA
(con una sonrisa encantadora)
Porque sólo así, y no de otra forma, 
¿crees que descubrirás
mi profundo misterio?
¿Por qué quieres observar
en mi rostro contraído
el hechizo de la muerte?
¡Oh amante, que no conoce ley ni límites!

MENELAO
(coge el puñal y lo pone 
delante de los ojos)
¿Conoces esta daga?

HELENA
(con tranquilidad)
¡Cuando París postrado
te rogaba por su vida, 
lo remataste con esa hoja curva...
¡bien la conozco!

(desbordándose)

¡Y con esta misma arma
le atravesaste la garganta aún viva!

(en voz baja)

El día que sucumbió bajo tu espada, 
ese día comprendiste
que otra vez me pertenecías y que yo... 
¡que yo de nuevo te pertenezco!

MENELAO
(con resolución)
¡Helena! Escucha bien mis últimas palabras:
Una mujer sólo debe pertenecer a un hombre...
Así quiero que crezca mi hija...

HELENA
(Imperturbable)
¿Tuya? Pero... ¡también es mía!

MENELAO
(sin dejarse confundir)
¡Así quiero que mi hija crezca,
sin tener que avergonzarse de nada,
ni siquiera de su madre!
Puesto que de una muerta nadie se avergüenza...

ELENA
(Con fuerza)
¡Menelao, mis últimas palabras atiende!
Sólo de un hombre es la mujer,
¡y yo soy tuya!
¡Te elegí
entre treinta pretendientes,
valientes y gallardos!
Mírame a la cara...
Olvida todo lo que ha pasado,
pero no olvides esto:
¡yo soy tuya!

MENELAO
De los héroes no he sido 
ni el primero ni el segundo,
¿por qué me elegiste
para hacerme sufrir?

HELENA
¡Olvida ese triste sueño,
despierta a mi lado, a lado de tu mujer!

MENELAO
¿En el sueño yo prendí fuego a Troya?

HELENA
¡Olvídate, aquello pasó!
¡Besémonos como antes!

MENELAO
(para sí)
¡No volverás a ver a nuestra hija!

HELENA
¡Llévame a casa entre tus brazos!

MENELAO
¡Mantenedme puro, dioses sublimes!

HELENA
¡Ayudad a esta mujer, dioses del inframundo!

MENELAO
¡Ayudadme para que cumpla con mi deber!

HELENA
¡Tierra y noche,
luna y mar,
ayudadme!

MENELAO
¡Tierra y noche,
la luna y el mar,
marcharos, alejaos!

HELENA, MENELAO
¡Tierra y noche
luna y mar...

MENELAO
... ayudadme para que cumpla
con mi deber!
¡Mantedme puro, dioses sublimes!
¡Ayudadme a cumplir con mi deber!

HELENA
... ayudad, dioses infernales a esta mujer!
¡Despiértate a mi lado, junto a tu mujer!
¡Llévame a casa entre tus brazos!

HELENA, MENELAO
¡Tierra y la noche
luna y mar...

HELENA
... ayudadme!

MENELAO
... marchaos, alejaos!

(Las luces se apagan, sólo la luz de la luna llega desde el exterior. Un rayo golpea el rostro de Helena. Menelao, con el puñal en alto para cortarle la garganta, permanece aún como embrujado por su belleza. Su brazo armado duda) 

ETRA
(evocando a los espíritus)
¡Vosotros, los de ojos verdes
en rostros blancos;
espías malvados,
larvas charlatanas,
fantasmas nocturnos,
corruptores
de lo que está vivo:
tengo aquí, en mi casa,
a un loco,
a un indómito salvaje,
adelante, libéradme de él!

(Los elfos van apareciendo uno tras otro y, 
tras recibir la orden, desaparecen con la 
misma rapidez que llegaron)

¡Con sonidos de guerra,
tubarle la cabeza!
¡Provocadlo con burlas!
¡Que vaya a combatir
espada en mano,
contra veinte árboles!
¡Acosadlo con tábanos agresivos!
¡Con gestos, alaridos y chirridos 
distraedlo!
¡Aulladle, aturdidle,
volvedlo loco
con trompetas y tambores!
¡Perseguidlo, azuzadlo!
¡Vamos, vamos, vamos!

(La pared del fondo se hace transparente y 
vemos el bullicio de los elfos, algunos de los 
cuales se disfrazan como guerreros, llevando 
cascos y agitando escudos y espadas)

HELENA
¡Mátame sin temblar!

MENELAO
¡Qué dulce dolor hay
incluso ahora en tus gestos!
¡Tu dulce garganta,
se ofrece sedienta
a mi daga!

(Va a agredirla, pero desiste de nuevo)

HELENA
¡Mátame con tu espada!
¡Mátame amado mío!

ELFOS
(Invisibles)
¡Con sonidos de guerra
turbadle el cerebro!

MENELAO
¿Qué es eso?

ELFOS
¡Con trompetas y tambores!

MENELAO
¿Qué oigo?

ELFOS
¡Paris está aquí!
¡Con sonidos de guerra
turbadle el cerebro!
¡Aturdámosle!

MENELAO
¿Quién llama? ¿Qué armas?

ELFOS
¡Paris llega! ¡Aquí está París!

MENELAO
¿Paris aquí?

HELENA
(persiguiéndolo)
¡Cumple sobre mí
lo que ansía tu corazón!

MENELAO
(confundido)
¿Incluso si te hiere la espada?
¿Incluso herida en la garganta,
seguirás siendo amable?

(Escucha el grito de los elfos)

ELFOS
¡Paris!

MENELAO
¿Paris?

ELFOS
¡Aquí está París!

MENELAO
¡Aquí esta París!
¡Oigo la llamada! ¡Paris! ¡Paris!
La muertos vagan y nos llaman...
¿Aún quieren otra derrota?

ELFOS
(muy cerca)
¡Quiero reconquistar a Helena!

MENELAO
¡Aquí está Menelao
y tu muerte!
¡Detente, espectro!

(Se precipita hacia el exterior)

ELFOS
¡Ja, ja, ja, ja, ja, ja!
¡Paris está aquí!
¡Ja, ja, ja, ja, ja, ja!

(desaparecen)

¡Paris!
¡Ja, ja, ja, ja, ja, ja!

(Helena, ahora exhausta, sube al trono 
de Etra y, más que sentándose, colapsa 
sobre él. Aparece Etra. Helena al verla 
intenta levantarse)

ETRA
¡Permanece sentada! ¡Descansa!

(Se sienta en el banco de abajo)

HELENA
¿Quién eres? 
Esta casa ¿de quién es?

ETRA
¡Está es la casa de Poseidón,
Helena, y tú eres mi huésped!
Pero no perdamos ni un minuto.
¡Te voy a salvar, soy tu amiga!
En unos momentos
regresará ese salvaje.
¡Oh, cómo lo odio!

HELENA
(se levanta, mirando hacia afuera)
¡Oh, cómo lo amo!

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
(riendo)
¡Menelao! 
Persigue como un poseso 
a una nube de niebla 
que él cree que es Helena!

HELENA
¡Troya ha caído... y ahora le pertenezco!

DUENDES
¡Ja, ja, ja, ja!
¡Azuzadlo!
¡Rápido, haced un círculo
a su alrededor!
¡Helena, aquí! ¡Paris, allí!
¡Ja, ja, ja, ja, ja, ja!

ETRA
Estás empapada...
Si este fuego
no es suficiente para secarte,
¡mi mirada 
te secará!

HELENA
(mira a Etra sonriendo)
¡Una dulce calidez me invade!

ETRA
¡Tus hermosas mejillas
están ajadas por la sal del mar!

(le acaricia la mejilla)

HELENA
¡Cómo me marchité!

ETRA
¡El cabello sin brillo!
¿Crees que yo uso
ungüento y bálsamo
para hacerlo brillar?

(Acaricia suavemente el cabello de Helena)

HELENA
(Frente al espejo que las doncellas 
le han traído, tras una señal de Etra)
¡Oh, como resplandezco!

ETRA
(embelesada)
¡Maravillosa!

HELENA
¿Qué me ha sucedido?

ETRA
Te he devuelto tu luminosidad.

HELENA
(mientras se deleita 
con su propia imagen)
¿Qué me estás haciendo?
¡Así exactamente era yo
cuando Menelao me llevó a la cámara nupcial!
¿Voy a tener que morir tan joven?

ETRA
(con una copa en la mano)
¡La muerte no! ¡La vida! ¡Rápido, bebe!

HELENA
(toma la copa)
¿Quién eres?

LA DONCELLA
(en voz baja, apenas un susurro)
Un poco de olvido
te traerá dulces recuerdos.

HELENA
¿Qué jugo es éste?

LA DONCELLA
(en voz baja)
En lo íntimo de tu ser,
sentirás que tu vida
está intacta...

HELENA
(Para sí, en voz baja)
¿Qué transformación en un momento?
¿Dónde ha ido la ansiedad?

LA DONCELLA
... ¡Y cómo te sientes ahora,
así te sentirás siempre!

ETRA
¡La noche se desvanece ante tus ojos!

HELENA
¿Quién eres?

ETRA
¡Etra, tu modesta amiga!

HELENA
¡Oh, hechicera!

ETRA
¡Oh, hermosa!

(se toman mutuamente las manos)

ETRA, HELENA
¡Del héroe más fuerte y del rey más regio
somos respectivamente dos leales amigas !

HELENA
(regresa frente al espejo y
luego se vuelve exultante)
Quien vea a Helena, ¿podrá acaso matarla?

(Etra la observa llena de admiración)

¡Qué fácil es todo!

ETRA
¡Exactamente! ¡Bebe y olvida la angustia!

(Le entrega de nuevo la copa)

HELENA
(Después de beber, feliz como un niño)
¡Menelao! ¿Por qué quieres matarme? -

(vacila como invadida por el sueño, 
las doncellas a su alrededor la sostienen.)

Dormir... tengo sueño.
¡Oh, querido! ¿Tú a mi lado?

ETRA
¿Qué debo hacer para salvarla?
Concha omnisciente, ¿él dónde está?

CONCHA MARINA OMNISCIENTE
¡Cerca de aquí!

HELENA
Escuché, casi sumergida en el sueño,

(como una pequeña canción de cuna)

"¡Cerca de aquí!
Hermoso me seduce
un placer inocente.
¡Ayuda, me desmayo!
¡No, detente,
vuelvo a ser yo misma!

(sostenida por las sirvientas cierra los ojos)

LA DONCELLA
(En la puerta, mirando hacia fuera)
¡La niebla se disipa ante él!
¡Por aquí! ¡A la casa!
¡Él viene con la espada en la mano!
¡Ya está aquí!

ELFOS
¡Ja, ja, ja, ja, ja, ja!
Buena broma.
¡ja, ja, ja, ja!
¡Rápido haced un círculo
a su alrededor!

ETRA
¡Acostadla en mi cama!
Ponedle, mientras duerme,
mi vestido más hermoso.
¡El azul! ¡Vamos! ¡Rápido!

(Las doncellas llevan a Helena a la habitación 
de la izquierda. Menelao, con el puñal en la 
mano, llega como persiguiendo a alguien)

ETRA
(Con un salto sale del medio de la escena
ocultándose entre las cortinas y grita)
¡Ay!

ELFOS
¡Ay!

MENELAO
(Impresionado, para sí)
¡Con blancos vestidos, los cabellos revueltos,
y sin embargo más bella que nunca,
huía aterrada y se lanzó a los brazos
de una infame figura,
que a la luz de la luna, se parecía a París.
¡Pero a ambos los alcancé con un golpe!
¡Soy un infame!
¡No veré más a mi hija,
huérfana, sin padre ni madre!

ETRA
(se adelanta)
¡Rey de Esparta, eres mi huésped!

(Menelao, totalmente sorprendido, intenta 
esconder detrás de la cortina la daga que 
cree ensangrentada)

MENELAO
(sobriamente, para sí)
¡Desconocida mujer, isla de terrores!
¡Casa funesta, destino sombrío!

ETRA
(en voz baja, a las la doncellas)
¡La ampolla de la flor de loto! 
¡Él la necesita para un rápido olvido 
de un terrible mal!

(Las doncellas alcanzan el cáliz y 
dejan caer en él algunas gotas de la 
ampolla. Etra invita a Menelao a 
sentarse en el asiento bajo)

MENELAO
¿Sentarme a tu lado, como un simple invitado?
¿Ignoras acaso quien cruzó tu umbral?

(Etra de nuevo lo invita a sentarse)

ETRA
¡Despacio! ¡No turbes el dulce sueño
de la mujer más hermosa!
Ella está durmiendo ahí dentro,
cansada de un largo viaje.

MENELAO
¿Quién es?

ETRA
Tu esposa.

MENELAO
¿De quién me hablas?

ETRA
¡De Helena! ¿De quién si no?

MENELAO
¿Dices que duerme?

(se levanta de un salto)

ETRA
¡Ahí, en mi cama!

MENELAO
(Para sí)
¡Roto mi corazón!
¡La mente desquiciada!
¡Ay, en las venas, ay, 
corre sangre de hidra!
Durante unas pocas horas,
durante un momento,
la afilada punta
me transportó a la distancia.
¡Devolvedme
mi propio ser,
el genuino orgullo
de un ser humano!
¡Devolvedme, 
oh dioses,
mi propio yo,
mi yo infeliz,
devolvédmelo!

ETRA
(Vacilante, le interrumpe)
Menelao ¿Recuerdas el día,
hace ya diez años,
cuando te despediste de ella
y te fuiste de cacería?

MENELAO
(comprendiendo, con el rostro lleno de ira)
¡No hables de Paris y de aquél día!

ETRA
¡Escúchame! Desde aquel odioso día
no has vuelto a ver a tu mujer.

(Menelao se aprieta la cabeza entre las manos)

ETRA
(se levanta y se acerca)
¡Escucha! Cuando el impúdico Paris,
audazmente extendió su mano sobre tu mujer,
los dioses secretamente te protegieron...

MENELAO
¡Ten cuidado, mujer, que yo no te castigue!

ETRA
¡Tremenda, oh soberano, es tu mirada!
Toma, bebe de esta copa,
¡bebe conmigo!

(Ambos beben, pero Etra simula hacerlo)

¡Los dioses te protegieron en forma secreta!
¡Entre los brazos de Paris sólo pusieron
un fantasma, un espectro vaporoso,
con el que ellos se burlan de los mortales!

ELFOS
(Invisibles)
Un fantasma, un espectro vaporoso,
con el que los dioses se burlan de los mortales,
¡Sí! ¡Sí! ¡Sí! ¡Sí!

ETRA
Mientras tanto, a tu esposa, a la bella inocente,
ocultaron en un lugar remoto,
¡desconocido por ti y por todo el mundo!

MENELAO
¿En qué lugar? 
¡Mide tus palabras, antes de decirlas!

(apremiante)

¿En qué lugar?

ETRA
En la ladera de los montes Atlas hay una roca,
¡allí habita mi padre, un tirano,
un rey venerado!
Tres hijas han crecido en su casa,
las tres expertas en magia:
¡Salomé, la orgullosa,
la hermosa Morgana
y la joven Etra!

MENELAO
¡Cuidado, mujer!

ETRA
¡Allí, a nuestra casa,
los dioses llevaron volando
a tu esposa!

MENELAO
¡Cuidado, mujer!

ETRA
Cástamente dormida,
soñando que duerme entre tus brazos,
ella ha estado en nuestra casa, entre nosotros,
a lo largo de todos estos años.
Mientras tanto, el fantasma que la reemplazaba 
sorprendía a todos como una de las princesas
de la corte del rey Príamo,
seduciendo a sus nobles hijos
y disfrutando del incendio del mundo
entre los héroes muertos día tras día.

MENELAO
Entonces ella... 
¿La que desafiaba mis amenazas?

ETRA
¡Era una imagen etérea!

DUENDES
¡Una imagen etérea!

ETRA
¡Sí, ella, la seductora!

DUENDES
¡Ella, la seductora!
¡Una imagen etérea!
¡Un fantasma!

MENELAO
¡Estaba aquí hasta hace tan sólo un momento,
indescriptiblemente hermosa!

ETRA
¡Una imagen etérea!

MENELAO
¿Una imagen etérea?

ETRA
¡Un fantasma!

MENELAO
¡Terrible mujer!
¡Tus palabras son terribles
y más peligrosas que las armas troyanas!
¡Me la robaste,
me robaste su aliento tembloroso
de su risueña boca!
¡Ay de mí, no la volveré a ver nunca más!
¡Qué desventurado soy!

ETRA
¿Y si permito que vuelvas a abrazar
a aquella que perdiste
hace diez años?
¡A la divina, la casta
e inmaculada Helena!

MENELAO
¿Podré verla?

ETRA
¡Sí, podrás verla
con tus propios ojos!

MENELAO
¿Es cierto pues que vive en una isla desierta, 
entre las hadas 
que muestran a los que llegan
las imágenes de los muertos?

ETRA
¡Vas a verla!
¡Prepárate!

MENELAO
(totalmente perturbado)
¿La veré?
¡Pobre de mí!

ETRA
¿Qué te sucede?
¡Prepárate!

MENELAO
Momento atroz...

ETRA
¡Prepárate!

MENELAO
... que sube de los infiernos...

ETRA
¡Prepárate!

MENELAO
¡Qué horrible anuncio!

ETRA
¡Prepárate!

MENELAO
¡Oigo los oscuros sonidos
de los bronces!
¡La difunta impulsa
horrores nocturnos!

ETRA
¿Qué escuchas ahí abajo?
¿Qué dulce magia te aferra?
¡Mira lo que te ofrecen los dioses!

(Hace una señal. La gran sala se oscurece 
y de la habitación de la izquierda llega un 
refulgente resplandor. Las cortinas se abren 
y en un gran sofá se ve a Helena, dulcemente 
dormida, envuelta en una túnica azul radiante. 
Helena abre los ojos)

ELFOS
(medio coro)
¡Oh ángel, 
para los astutos elfos
eres demasiado deslumbrante,
estamos cegados!

ELFOS
(El otro medio coro de elfos)
¡Hi hi hi hi hi hi hi hi!

ETRA
(a los elfos)
Chusma nocturna,
¡callaros!
¡Postraros a los pies de la soberana!

(Helena se levanta lentamente, relajada 
por el descanso, radiante de belleza)

MENELAO
(que apenas se atreve a mirarla)
¡Ella, a la que dejé en la patria montañosa,
ella a la que no me atreví a recordar,
la virgen y reina, mi esposa y amiga!
¡Oh, un día cargado de sombras surge ante mí!

(Helena baja del sofá y con asombro mira 
a su alrededor. Etra, que estaba junto a 
Menelao, se acerca en silencio a Helena; y lo 
que dice parece estar dirigido a Menelao, pero 
en realidad, se lo susurra a Helena)

ETRA
En la ladera de los montes Atlas
existe una fortaleza
donde ella yace dormida...
Una etérea imagen,
similar a ella en todo,
reinó en el ínterin,
ella, la seductora,
en la ciudad amurallada de Príamo;
¡donde fue la más prominente
de sus hijas!
Y nosotras, hermanas, vigilamos su sueño.

(Mientras tanto Helena, que ha descendido, va 
hacia Menelao, pero lo hace tímidamente, con 
los ojos bajos y casi arrastrando los pies)

ETRA
(Dirigiéndose a ambos)
¡Inesperados bienes
los dioses preparan
para sus nobles hijos!

MENELAO
(temblando)
¡Ella, cuyo recuerdo yo me prohibí!

HELENA
(suavemente, con los ojos bajos)
¿Sigo siendo la misma que amaste?

ETRA
(en voz baja y con tono de triunfo)
¡Mira sus ojos vueltos hacia el suelo!
¿Dónde están las ardientes pupilas
de aquella que era el placer de los hombres?
¡Ten valor y ríndete a su hechizo!

MENELAO
¿Qué debo hacer?
¡Ellas quebrantan mi corazón!
Con visiones,
con ilusiones...
¿Qué debo hacer?
¡Ellas me rompen el corazón!

ETRA
(guiando a Helena hacia él)
¡Ella es pura!

MENELAO
¿Qué debo hacer?

HELENA
(tímidamente, con afecto)
¡Soy tuya!

MENELAO
(con dolor)
¿Qué debo hacer?

ELFOS
(bromeando)
¡Oh, bellísima entre las bellas!... ¡Hi hi hi hi

ETRA
(insistiendo)
¡Acógela!

MENELAO
(apenado)
¿Qué debo hacer?

ELFOS
¡Hi hi hi hi
¡Hi hi hi hi

HELENA
(retrocediendo)
¡No me atrevo!

ETRA
¿A qué esperas?

MENELAO
¿Qué debo decirle?

ETRA
¡No le rompamos el corazón!

HELENA
(agitada)
¿Qué puedo decirle?

ETRA
¿ A qué esperas?
¡No le rompamos el corazón!

ELFOS
¡Oh, bellísima entre las bellas!
¿Pretendes sin esfuerzo 
conciliarte con los dioses?
¡Hi hi hi hi!
¡Hi hi hi hi!

HELENA
(Se separa de Etra quien le 
había agarrado de la mano)
¡Déjalo! ¡No me quiere!

ELFOS
¡Hi hi hi hi hi!
¡Hi hi hi hi hi!

MENELAO
¿Quién eres tú, criatura,
acaso una diosa eternamente joven
semejante a mi esposa?

HELENA
¡Dejémoslo!
Él me rechaza.

(con disimulado triunfo)

¡Ama a la otra!

ELFOS
¡Hi hi hi hi hi!
¡Hi hi hi hi hi!

MENELAO
(Mirando hacia Helena, con intimidad)
¿Cómo puedo ser digno de tus ojos...
si te abandoné por aquella otra?

(Helena lo mira y permanece callada)

ETRA
¡Responde al que tanto te ama!

HELENA
(con intimidad)
No conozco a nadie
que me haya abandonado...
¡Mas en mis sueños,
mientras dormía,
sí conocí a alguien 
que estaba enamorado de mí!

MENELAO
No sabes de nadie
que te haya dejado...
¡Mas sí sabes de alguien
que siempre estuvo enamorado de ti,
su elegida!

HELENA
(descansa la cabeza en su hombro)
¡Yo era la elegida!

ETRA
¡Preparé una nave
para reenviaros a vuestra casa!

ELFOS
(burlones)
¡Prepara la nave
y mándalos a su casa!
¡Ja, ja, ja, ja!
¡Fin del juego!

(Helena, asustada por las palabras 
de Etra, se separa de Menelao y se 
acerca a aquella)

ETRA
(mirándola a la cara)
Entonces... ¿sí o no?

ELFOS
(con una larga pregunta)
Entonces... ¿sí o no?

HELENA
(en voz baja)
¡Temo volver a mi casa!
¡En este nuevo hechizo
temo al pasado!
¡Haz que yo, feliz,
abrace a mi amado!

DUENDES
Entonces... ¿sí o no?

HELENA
¿Puedes hacer que vayamos
a donde seamos unos desconocidos;
donde mi nombre
no signifique nada,
como el vuelo de un ave;
donde nadie haya oído
hablar nunca de Troya;
ocultos al mundo,
aunque sea por un breve tiempo?

ETRA
(Rápidamente, en voz baja)
Al pie del Atlas
existe un oasis...
donde encontraréis una tienda mágica...

HELENA
¿Y el viaje?

ETRA
¡Acostaros 
en mi propio lecho;
amaros y reposad,
que yo os cubriré 
con un manto dorado!

MENELAO
(Para sí, entre la euforia y el miedo)
¡Dentro de mi pecho
el corazón se inquieta
con visiones,
con ilusiones!

ETRA
El manto os envolverá
y os despertaréis
bañados de luz.
¡Solos los dos!

MENELAO
¿A los pies del Atlas?
¿Una tienda encantada?

HELENA
¡Maga! 
¡Amiga mía, solos los dos!

MENELAO
(con los ojos fijos en Helena)
¡Oh, dioses,
devolvedme pronto,
devolvedme 
mi perdida juventud,
para que sepa controlar
sin temor alguno
tanta alegría!

ETRA
(a Helena)
¡Os enviaré 
lo indispensable
en un cofre!

(en voz baja)

¡Lo primero el frasco, con el loto,
el amable licor del olvido,
a quien todo se lo debemos!
Deberás poner
unas pocas gotas,
de vez en cuando,
en su vaso...

(Con marcada intención)

... y quizás también en el tuyo...

MENELAO
¡Estas encantadoras mujeres
hablan entre susurros
y cómplices miradas!

ETRA
... así, de esa manera,
todo el daño quedará olvidado
y quedará dormido 
bajo el umbral dorado
ahora y por siempre!

HELENA
(junto a ella, como en una oración)
... así, de esa manera,
todo el daño quedará olvidado
y quedará dormido 
bajo el umbral dorado
ahora y por siempre.

MENELAO
(Para sí)
¡Oh, hija mía,
bendita niña!
¡Oh, qué madre,
qué hermana
te llevaré a casa!

(Helena va al umbral de la habitación 
y desde allí vuelve su mirada hacia 
Menelao. Éste se le acerca, se arrodilla 
y apoya la cabeza sobre sus rodillas. 
Helena lo levanta. Las cortinas de la 
habitación los ocultan a la vista. En el 
salón entra silenciosamente la doncella. 
Etra le hace señas para que apague las 
luces, luego recoge el manto mágico que 
está delante del trono. Cae la noche)

ELFOS
(Invisibles y burlones, en voz baja
¡Ahora y para siempre!
¡Ja, ja, ja, ja!
¡Corazones fieles!
¡Ocultar lo mejor,
ja, ja, ja, ja,
no, no será así!

(Iluminada por la luz incierta de la luna 
y con el manto en la mano, Etra todavía 
parece vacilar. A pesar de la escasa luz, 
aún es posible distinguir como la doncella 
introduce en un cofre la ropa de los amantes 
y por último añade un frasco de elixir. Luego 
cierra en cofre de oro.)

ETRA
(golpeando el suelo con el pie, dice a los Elfos)
¿Queréis guardad silencio?

(Etra se demora un poco más, hasta que todo 
está en calma. Incluso espera a que la doncella 
se haya dormido con la cabeza entre los brazos.
Finalmente, Etra se dirige hacia el dormitorio,
con el manto mágico.)



ACTO SEGUNDO


(Una tienda en medio de un palmeral, detrás 
del cual vemos las montañas de la cordillera 
del Atlas. A la izquierda, un pasaje hacia el 
interior de la tienda. Allí hay un cofre con ricos
adornos dorados. Helena toma un espejo de oro 
del cofre y se entrelaza hilos de perlas en el cabello. 
A sus pies, Menelao duerme entre almohadones)

HELENA
(mientras se arregla el cabello)
¡Segunda noche de bodas!
¡Mágica, eterna!
Allí comenzada,
aquí finalizada.
Manos celestiales
detuvieron el amanecer
en los abismos.
¡Más tarde, de repente,
apareció el sol allí,
sobre la montaña!
Perlas del mar,
astros nocturnos
ungid con vuestra luz
ese cuerpo.
¡Deslumbrado
por la pasión,
como un niño,
se estremeció su viril corazón
forjado entre batallas!
En la mirada infantil
de los ojos del héroe,
un milagro me dio
la juventud,
yo misma era un milagro,
era un prodigio.
¡Pero en la lucha
de los cisnes amantes,
la hija del cisne divino
triunfó sobre el mortal!
Bajo mi ala
se ha quedado dormido.
Yo lo defiendo como un tesoro
que brillara bajo esta tienda
más que todo el oro del mundo.

MENELAO
(despertando)
¿Dónde está la casa?

(mira a su alrededor con estupor)

¿Dónde está la maga?

(impetuoso)

¿Quién eres tú?

(recordando las violentas emociones)

¡Ah! ¿Cómo no recordarlo?`
¡La sangre de Helena me purificó
y a ti te condujo aquí para entregarte a mí!

(Siempre con un eco de 
su profundo estupor)

Pero ¿qué bebida me dio?
¿Por qué, de repente, se aplacó mi ira?
¿Cómo encontré fuerzas para levantarme?
¿Cómo encontré coraje para entregarme a ti?

HELENA
Aún puedo saciar tu sed
y aplacar tu sangre...
¡No puedes mirar como enemiga
a aquella que duerme a tu lado!

(Helena se acerca al cofre)

MENELAO
(siempre dubitativo)
¿De dónde vienes para inclinarte
sobre este hombre infeliz y abandonado?
¿Desde dónde te vi aparecer?
¿Cómo pude atraerte hacia mí?

HELENA
(volviéndose hacia él)
¡Mira, soy yo, tu esposa por siempre!
¿Tan lejos quedó aquél día nuestro?
Recuerda su cálido resplandor, recuérdalo: 
¡Helena está aquí!

MENELAO
¡El día de la boda
se acerca espectral;
la ninfa ya eligió
a su hombre mortal!

(pregunta con ansiedad casi torturante)

¿De qué reinos
ella llega hasta mí?
La miro, la escucho
con ansias inigualables.

HELENA
¡Oh, deja que el precioso
presente te atrape
y que los brazos de tu esposa
te envuelvan!
¡La copa que está
en mi mano te ofrezco,
para que ella te sumerja
en una eterna alegría!

(Se vuelve hacia cofre y, al ir a extraer 
la copa dorada envuelta por un paño, 
deja caer accidentalmente la espada 
curva de Menelao que cae a los pies 
de éste.)

MENELAO
(con un salto se separa de Helena y aferra el arma)
¡Baja esa copa! ¡Aquí está mi espada!
¡Esta es la espada con la que yo la maté!
Nadie conoce tan bien todos los misterios...
¡excepto la espada y yo!

(vuelve su mirada casi horrorizado hacia Helena)

¡Oh, seductora,
de falsa imagen
y voz dulce,
aléjate de mí!
¡He despertado y no me atraparás!
¡Los desventurados son temibles
cuando se los provoca!

HELENA
¡Expulsa pues a Helena,
monstruo nacido bajo el sol!

MENELAO
¡Oh, dulce forma,
tejida con rayos de sol 
para forjar dulces engaños!...
¡Sirena fantasmal!
¡No te acerques!
¡El brazo no extiendas!
¡No me atraparás!
¡Quien está destinado 
a una horrible pena,
cualquier aventura
se le niega!

(da vueltas blandiendo la espada como 
si tratara de alejar a un fantasma)

HELENA
(mientras arroja en el cofre 
el estuche de oro, donde están 
la ampolla y la copa)
¡Licor inútil, desaparece!
La mentirosa al mentiroso se ha unido...
y me ha rodeado de fuego y muerte,
¡Huye de mí hacia el desierto!
¡Que en la radiante quietud estalle el rayo!
¡Que las tinieblas bajen amenazantes!
¡Que la falsa unión se rompa en este momento!
¡No nos rindamos ante los golpes
y afrontémoslos con la cabeza erguida!

(se escucha que se acerca un grupo de
guerreros, como una tromba)

MENELAO
¿Quién se acerca
desde la deslumbrante quietud del desierto?
¡En la arena rojiza
brillan sus lanzas!

HELENA
¡Menelao! ¡A mí!
¡Defiende lo que es tuyo!

(Llegan guerreros del desierto con armaduras 
de malla y se instalan en el palmeral. Algunos 
de ellos entran en la tienda y caen de hinojos 
ante Helena. Altair, príncipe de las montañas, 
de pelo negro y encrespado, se adelanta e inca 
una rodilla ante Helena, mientras que con su 
mano toca el suelo y luego su frente. Ante un 
gentil gesto de Helena, Altair se levanta y hace 
una seña a su séquito; todos se alzan y se sitúan 
al fondo. Dos esclavos negros extienden a los 
pies de Helena una alfombra tejida con hilos 
de oro. Helena sonríe y se sienta sobre el cofre, 
que con sus adornos de oro semeja un trono. 
Menelao, sosteniendo la espada desnuda en 
su mano, se ubica detrás de Helena. Altair 
permanece de pie al lado de la alfombra. 
Helena con elegante condescendencia, le 
hace señas para que se adelante. Altair avanza, 
pero al llegar al borde de la alfombra vuelve 
a doblar su rodilla. Helena se vuelve hacia 
Menelao y lo invita a sentarse a su lado. Luego,
levantando ligeramente la barbilla, indica a 
Altair que hable)

ALTAIR
(Con el rostro hacia el suelo)
Esta orden he recibido:
¡Mi tierra debo poner,
oh desconocida, a tus pies!

HELENA
(Sonríe)
¿Quién ha dado esa hermosa orden?

ALTAIR
¡Lo ordena Etra
y Morgana con ella,
y Salomé lo exige!
Yo custodio esta tierra
como un feudo
de las tres reinas...

(alza los ojos y mira a Helena)

¡Tú divina, tú hermosa
como el sol al amanecer,
tan poderosa cual
una escuadra que acude
como un rayo a la guerra santa,
ante ti en el polvo me postro!

HELENA
¡Príncipe de las montañas,
te saludamos agradecidos!

(El séquito se divide en dos, dejando un pasillo
libre a la vista. En el fondo se ven esclavos
negros que arrastran grandes cofres, como si se
dirigieran hacia la entrada posterior de la tienda.
Helena se levanta y se acerca Altair; también 
Menelao se levanta. Mientras que Helena se da 
vuelta, se lanzan a sus pies tres niñas con velos 
que las cubren hasta los ojos. Después se levantan
rápidamente y toman su lugar un grupo 
de fibrosos muchachos, poco más que niños; 
entre ellos está Da-ud - que, con la cabeza gacha, 
se arrodillan ante Helena.)

ALTAIR
(Regula los movimientos de todos con gestos, 
pero siempre mirando apasionado a Helena)
¡Estos dones recogidos precipitadamente,
son indignos del aliento
de tus labios exquisitos!
¡Sí tú lo ordenas, 
estos muchachos
derramarán gustosos su sangre
en alegre combate
por lograr una mirada de tus preciadas pestañas!

(También él se arroja al suelo ante 
Helena y besa el dobladillo de su túnica)

MENELAO
(Con mirada extraviada)
¡Imagen reflejada!
¡Así estaba mi esposa
sobre las murallas de Troya!
De pasión ardiente ardían los reyes.
¡Ay de mí!
Y los ancianos,
cuando la vieron,
gritaron.

LOS JÓVENES, ALTAIR
(Se levantan y desenvainando sus 
espadas las agitan contra el cielo
mientras gritan salvajemente)
¡Ordénanos morir en la arena 
por un hálito
de tus carnosos labios!

DA-UD
(Exaltado con el ardor de su 
joven corazón, da un paso adelante)
Deseamos ardientemente 
luchar y morir en la arena
por tu amor...
¡Eres la más hermosa de la tierra!

(Se cubre la cabeza con su capa y se aleja)

MENELAO
(conmocionado por sus pensamientos 
y mirando Da-ud)
¡París está aquí! ¡Paris está aquí!
¡Le tiende descaradamente los brazos a mi mujer!
¿Dónde está mi espada?

(Altair hace un gesto y los jóvenes,
manteniendo las relucientes espadas en alto,
se retiran hacia el fondo y desaparecen)

HELENA
(busca con la mirada a Menelao y se acerca a él)
Querido, ¿qué tienes? ¡Quédate a mi lado!
¡Tu mirada me turba!

MENELAO
¡Y la tuya me turba a mí, hermosa esposa!
Es demasiado joven y demasiado descarado.

HELENA
¡Quieres huir de mí!

(lo abraza)

¿Quieres abandonarme?

ALTAIR
(para sí)
¡Demasiado interés para tal compañero!

MENELAO
(se separa de ella)
¡Tú no necesitas mi pobre compañía!
Ellos agitan sus espadas y se inclinan 
ante la extranjera de nombre desconocido,
la que llegó en la noche...

VOCES DE LOS JÓVENES
(desde el exterior)
¡Si tú lo ordenas 
fluirá alegre la sangre de nuestras venas
por una fúlgida mirada
de tus preciosos ojos!

ALTAIR
(para sí mismo, furioso)
¡Juego odioso!

(a Helena)

¿Por qué se indigna tu favorito?
¡En mi tienda tengo también regalos para él!

(Se oyen cuernos de caza fuera de escena. Altair
golpea sus manos y se vuelve hacia Menelao)

¡Armas preciosas! ¿Tal vez te complazca,
amante de la diosa, elegir alguna de ellas?

(aparecen negros que portan 
armas de caza y de guerra)

MENELAO
(orgulloso y serio, ahora totalmente dueño 
de sí mismo, dirige a Altair una mirada altiva)
Magníficas armas he llevado tanto 
en el campo de batalla como en las calles en llamas.

ALTAIR
(con un desprecio apenas disimulado)
La caza es el estímulo de los valientes;
propongo una en tu honor.
En ella tendrás a Da-ud como compañero.

(con mirada feroz se vuelve hacia helena)

¡Y espero que la presa,
sea digna del cazador!

(a una señal de Altair aparece Da-ud desde 
detrás de una palmera y se inclina ante Menelao 
con la mano en el corazón)

MENELAO
(haciendo caso omiso, mira su espada 
colgada en un estante de la tienda)
¡Yo espero que el animal,
sea digno del cazador!

(Altair arroja sobre Menelao una mirada 
de desprecio. Con una señal ordena a Da-ud que 
se quede y él se aleja. Menelao mira a Da-ud)

MENELAO
¿Qué importa?
¡Un muchacho desconocido para mí!
¡Desconocida la mujer! ¡Y esta tierra!
¡Una aventura! ¡Un sueño fantástico!
Ya a la caza invitan los cornos...

(Entran tres negros, entregando a Menelao 
saetas, un cuerno de caza y un casco de plata. 
Menelao entra en la sala interna de la tienda, 
donde otros negros lo esperan y le ofrecen un 
vestido corto en lugar de su larga túnica, y 
quedan brevemente invisibles. Helena observa 
a Da-ud.)

DA-UD
(cae bajo la mirada de Helena y no osa 
levantar los ojos, pero luego dice con audacia)
¡Cabalgaré a tu lado!
¡Yo sólo! 
¡No él, tu compañero, no debe hacerlo!

HELENA
(ríe)
Muchacho, ten cuidado con el fuego,
de lo contrario te derretirás como la cera.

DA-UD
(Mirándola con ojos encendidos)
¿En los brazos del rey sin reino,
el rubio venido de occidente,
no has aprendido a no temer la llama?
¡Y también él lo ignora!
El suyo es el país en el que resplandece la luna.
Pero tú, en cambio, naciste como 
soberana de la tierra del sol...
¡y yo nací
para ser tu vasallo
hasta la muerte!
Así está escrito,
y así ha de suceder.

(Se postra ante Helena tocando con la frente el 
suelo, luego se levanta como un rayo y desaparece.
Helena vuelve sonriente la mirada. Menelao, 
ataviado para la caza, pero aún sin armas, sale 
de la sala lateral de la tienda. Helena toma el 
yelmo de manos del esclavo y se lo da a Menelao.)

MENELAO
¡Servido de la misma forma,
encantadora ninfa,
me fui en otra oportunidad
de cacería!

(Helena sonríe)

Luego, en la mañana,
cuando volví a casa...
¡el nido estaba vacío!
¡La paloma había huido
y nunca regresó!
El mío es el canto sobre una mujer muerta.
¿Cuál es tu nombre, hermosa criatura?
Ayer por la noche
estaba aturdido
¡y no lo oí bien!

HELENA
¿Mi nombre?
¡Oh, atolondrado!
¡Tu alma exhalarías
si lo pronunciaras!

MENELAO
(con mirada distraída)
¡Lo que me dices me agrada,
hermosa sirena!
¡Estaría encantado
de escuchar tu voz de plata
desde ahora a la noche!
¡Pero esta espada
anhela la caza,
y ya me reclaman los cornos!

(Toma la espada y se la ciñe)

HELENA
Para cazar gacelas
este arma te resultará pesada...

(Intenta quitarle la espada de la mano)

¡Ponla lejos, allí, en el vestidor!

MENELAO
(se aleja de ella)
Perdóname, diosa: yo y esta espada
no podemos separarnos.
Esta tienda es tuya,
y también todas sus muchas riquezas,
yo sólo soy un náufrago errante,
un rey infeliz
en una tierra extraña.
La espada es todo
lo que me queda;
¡no la toques!

(Menelao besa la espada y se la ciñe)

HELENA
¡Una mirada atenta 
de tus ojos bastaría 
para reconocerme! 

MENELAO
¡Una mirada así
sería demasiado
para mi débil corazón!
Ya no soy joven.
¿Por qué el cazador
que regresa a su hogar
no puede saber jamás
si encontrará a su esposa?

(Los cornos suenan firmemente. Menelao se 
aleja rápidamente después de acomodar la 
espada en el cinto. Los esclavos, que presurosos 
lo siguen, le llevan las armas de caza: uno el arco 
y el carcaj; los otros las jabalinas. Todos 
desaparecen)

HELENA
¡Menelao! ¡Quédate!...
¡Se ha ido!
Y si regresa ¿cómo curarlo?
Demasiado ingenuo resulta para él el rostro de la ninfa,
demasiado joven a su mirada,
demasiado extraño a su corazón!

(Tres esclavas, con los rostros ocultos por 
collares de oro, como una visera, entran 
solícitas a la tienda. Helena sin verlas, 
permanece sumida en sus pensamientos)

HELENA
El hechizo produjo lo contrario a lo esperado –
¡Volver atrás – este es el hechizo!
Era demasiado fuerte la poción de Etra –
y no lo suficientemente fuerte –
para el corazón de Menelao!

(Detrás de Helena las tres mujeres se han ubicado 
al otro lado de la escena. A una señal de la que está 
en el medio de las otras dos, corren hacia el cofre, 
lo abren y buscan en su interior. La mujer del medio
se levanta la visera dorada dejando ver su rostro:
no es otra que Etra)

HELENA
(feliz)
¡Etra! ¡Querida, magnífica!
¡Oh, hechicera! ¡Te escucho atenta!

ETRA
¡Cállate! ¡Vine volando para salvarte!

(mira con ansiedad a las otras dos 
mujeres que están hurgando en el cofre)

UNA DE LAS DONCELLAS DE ETRA
(sacando el estuche de oro)
¡Las ampollas están intactas!

ETRA
(feliz)
¡Oh, intactas! Ahora te beso con alegría!...
¡Estás a salvo!
¡Oh, oye aquello que en febril ansia
me trae hacia ti!

HELENA
(con oscuro acento)
¡No era necesario que por ese elixir
vinieras volando!
¡Yo no lo quiero! ¡No me sirve de nada!

ETRA
¡Pero escúchame, querida!
La cortesana allá, la encantadora,
dormía cuando puse
el dorado cofre en custodia...
Aquí hay dos ampollas aún: 
¡y ten en cuenta que no se pueden confundir!

HELENA
(seria)
¿Y eso? ¿Qué contiene ésta?

ETRA
¡Espantoso! Contiene el recuerdo,
del que deberás defender su secreto
aún en el momento de tu muerte.

HELENA
(solemne)
¡El recuerdo!

ETRA
(despreocupada)
¡El agua del infierno,
de la que los dioses y los bienaventurados,
sienten asco como si fuera una plaga del Tártaro!

HELENA
(intenta agarrar la ampolla)
Esta es...

ETRA
(se la quita y la sostiene en alto)
¡No, ni siquiera el olor
impediré que experimentes!

HELENA
(muy decidida)
¡Ésta es el agua que yo busco!
¡El recuerdo!

ETRA
¡Con voz ingenua e ignorante
gritas su nombre,
pero si te mojaras los labios
te transformarías en una muerta viviente!

HELENA
¡¡Esta noche tu agua ha hecho de mí
una viviente en la muerte!

ETRA
Te ha salvado ¡oh, querida! 
de una muerte segura a espada,
lo ha aplacado y dulcemente se ha dormido...
Ha visto en ti a a Helena
y ha besado tu pureza.

HELENA
¡Él ve en mí  a una desconocida!
Tú lo guiaste hasta mí en la noche y ahora delira 
pensando que conmigo traiciona a Helena,
¡a la que él cree muerta!

ETRA
(en voz baja)
¡Oh dichosa, entonces tú eres aquella
que aún triunfa y triunfará siempre!

HELENA
¡Detén tu inútil alegría!
¡Triunfaré ahora o nunca
con esta agua!

(Toma la ampolla, a pesar de la resistencia 
que hace Etra. A una señal de Helena las 
dos doncellas traen del interior de la tienda 
un trípode, un recipiente y una jarra de vino. 
Durante el diálogo siguiente se lleva a cabo 
por parte de Helena y sus doncellas la 
preparación de la bebida, en donde vierten unas 
gotas del bálsamo de la ampolla.)

ETRA
¡Oh, tres veces necia!
¡El único bálsamo,
el elixir divino,
así desprecias!

HELENA
¡Tened cuidado!
Éste es el único remedio
si deseoso de mí
él regresa de la cacería.

ETRA
(con dolor)
¡Oh, tres veces necia!

HELENA
(a las doncellas que echan el líquido y lo mezclan)
¡Una y otra vez!
¡Aún no es suficiente
para este negro filtro llamado recuerdo!

ETRA
El único bálsamo...

HELENA
¡Atizad la llama
del antiguo dolor,
en ella el día
se desvanece y muere!

ETRA
(insistiendo)
... el dulce olvido...

HELENA
¡He aquí que el pasado
ahora se hace presente!
¡Llega el poderoso espectro
por el oscuro pasaje!

ETRA
(Desesperada)
... desprecias así.

HELENA
¡Lo que desde el fondo
aquí se renueva,
es el único bien
que al héroe alegra!

HELENA, DONCELLAS
¡Una y otra vez!
¡Aún no es suficiente
para el filtro mágico
llamado memoria!

ETRA
(mientras baja rápidamente los collares
de oro que forman visera sobre su cara)
¡Tened cuidado!

(Altair se aproxima a la tienda, 
avanzando entre las palmeras)

HELENA
¿Quién viene?

(Helena hace señas a las doncellas para 
que desaparezcan con todos los utensilios)

ALTAIR
(deteniéndose)
¡El hábil cazador de pájaros en cuyo nido cae, 
con alas temblorosas,
la más hermosa paloma!

HELENA
¡Huésped inigualable! ¡Qué palabras!

ALTAIR
(acercándose un paso)
¡Las que convienen a un amante!

HELENA
¿Con qué pasos osas acercarte?

ALTAIR
Con los del cazador que a la cervatilla se aproxima.

HELENA
¿Qué mirada tienes?

ALTAIR
¡Pronto la conocerás!
¿Oyes esos tambores?

(Helena sonríe)

¡En tu honor hago una fiesta,
un banquete nocturno inigualable!

(muy cerca de ella)

Mis banquetes son peligrosos
para los príncipes errantes y apátridas...
¡pero a la belleza sé rendir honores!
¡Muy pronto 
lo podrás comprobar,
desconocida de rancia estirpe!

(Helena ríe a carcajadas)

¡No te rías, señora!
Tú casi nada has visto
pues sólo has recorrido países pequeños y estériles
como tímida y paciente esclava
de un vagabundo.

(impetuoso)

Pero un apátrida, un hombre sin escolta,
no lleva en su mochila de vagabundo
la antorcha del mundo,
ella es más sublime y arde de noche en una tienda.

(Mientras tanto las doncellas han regresado 
sin los utensilios y siguen con la vista la cacería)

LAS DONCELLAS
¡Ah! ¡La gacela!
¡El halcón la alcanza!
¡Cae herida!
¡Valientes!
¡Ya los dos jinetes
vuelan al unísono!
¡Qué cacería maravillosa!

ALTAIR
Eres la más hermosa sobre esta tierra.
Por una sola mirada de tus ojos,
moriría sobre la arena, pero...
¡eso es algo que dejo reservado a los muchachos!
Por el contrario... ¡yo quiero una mujer!

HELENA
¡Príncipe, cuidado,
te inflamas demasiado rápido!

(con altivez)

¡Sobre los invitados
velan los dioses,
y como en una nube
todos los invitados
se enredan
en su propio destino!

ETRA
(casi escondida entre los velos 
de la tienda, le habla a Helena)
¡Helena, me río!
Tu dolor ¡ay de mi!
todos tus conflictos
son los hijos
de tu belleza...
y tienen el rostro,
siempre el mismo,
de la madre del oro.
¡Sí, resplandecen como púrpura y oro!

ALTAIR
(casi hechizado por la belleza de Helena)
¡Incendios y espadas
y no guirnaldas de flores
para capturarte
en la ciudad en ruinas!
¡Arriba, 
el incendio domina la terraza...
el pabellón del Rey...
y la más hermosa
acompaña al más fuerte!

(sigue a Helena mientras salen 
por la parte de atrás)

¡Mueren
aún por millares,
pero el viento de la noche
dispersa los suspiros,
dispersa los lamentos de los moribundos!

VOCES DE JÓVENES
(En el exterior, muy cerca)
¡Entre las dunas sufro rechazado
porque te vi y no logré tenerte!

LAS DOS DONCELLAS
(con grandes risas)
¡Vibran juntas las dos jabalinas!
¡No han dado en el blanco!
¡Hermosa cacería!

PRIMERA DONCELLA
Pero, ¿qué sucede?
¡Helena, mira!

SEGUNDA DONCELLA
(asombrada)
¡Levantan las armas!

PRIMERA DONCELLA
¡Aquel levanta su espada!
¡Es Menelao!

SEGUNDA DONCELLA
¡El otro la jabalina
para defenderse!

AMBAS DONCELLAS
¡Uno ataca al otro!

(con un grito)

¡Aiaiaiai!

PRIMERA DONCELLA
¡Da-ud, como un rayo,
hace girar su caballo!

SEGUNDA DONCELLA
¡Menelao se lanza
a perseguirlo!

PRIMERA DONCELLA
¡Más rápido es su caballo
colina arriba!

SEGUNDO DONCELLA
¡Cae sobre él!

PRIMERA DONCELLA
¡Lo alcanza!

ETRA
(que se volvió hacia
las doncellas)
¡Ay, el precipicio
detrás de la colina!
¡Cuidado, es la muerte!

DONCELLAS
(gritando)
¡Aiaiaiai!

ETRA, DONCELLAS
¡Ay! ¡Cae!
¡Ay de mi, Da-ud!
¡Ay de mi, Da-ud!

(Los cornos anuncian estruendosamente 
el final de la caza)

ALTAIR
(Con la mirada perdida sobre Helena)
¿Cae el muchacho?
¡Que caiga!
¡Flechas en la aljaba
y niños en la tienda
tengo de sobra!
¿Oyes los tambores?
¡Esta noche para ti
y para mí,
y para nadie más,
ofrezco una fiesta!

(Desde el fondo de la escena unos esclavos 
negros traen, sobre una alfombra, el cadáver 
de Da-ud y lo colocan en el centro. Altair se 
ha retirado poco a poco y ahora se sitúa 
detrás de la cortina exterior de la tienda. 
Etra y las camareras se sitúan junto al muerto. 
Los esclavos retroceden. Helena está a la 
derecha de las mujeres que se ocupan de Da-ud.
Menelao, con su cimitarra desenvainada en la 
mano, entra por la derecha. Tiene una mirada 
fija y terrible, como persiguiendo a un enemigo 
que retrocede ante él. Avanza con pasos lentos 
hacia el centro de la escena, como atraído por 
la presencia de Da-ud, pero sin llegar a verlo. 
Etra y las doncellas, al verlo llegar, saltan 
aterrorizada extendiendo sus brazos como para
defenderse. Menelao, como un sonámbulo, queda
inmóvil ante el cuerpo exánime de Da-Ud)

HELENA
(se le acerca susurrante)
¡Mi amor! ¡Menelao!

MENELAO
(Despierta de pronto
y le sonríe con tranquilidad)
¡Helena! ¿Tú?
¿Cómo llegaste?
¡Oh, aparición!

HELENA
¡Dame la espada,
me das miedo!

(dulcemente toma la espada de su mano)

MENELAO
(sonriendo)
Este arma aquí...
¿De qué me sirve?

(le entrega la espada)

HELENA
¡Contra el muchacho leal!
¡Contra el invitado amigo 
que cazaba contigo,
la has alzado
hasta golpearlo de muerte!

MENELAO
¿Contra él la alcé? 
Y ¿por qué?

ALTAIR
(por la izquierda, espiando tras la cortina)
La espada blandirá
el hombre de la más bella...
¡Así está escrito!
¡Y lo logrará
el del arma más fuerte!

HELENA
¡En el muchacho querías que muriese
de nuevo Paris de Troya!

MENELAO
(asustado, lleva sus manos a la cabeza)
Descarada y audazmente tendía

(reflexiona)

los brazos hacia...

HELENA
¿Por qué actúas así, Menelao? 
Dime ¿por qué?

MENELAO
¡Ella está muerta y todos los otros
que por mí han muerto sin recompensa!

HELENA
Ella vive y su corazón 
sólo desa estar a tu lado,
pero la rechazas.
¡Por qué es ella y no yo...
ella es tu esposa!

MENELAO
(Menelao la mira fijamente con máxima expresión 
de espanto, luego se pasa lentamente la mano por 
la frente como para borrar el pasado de la memoria 
y se vuelve tristemente hacia el cadáver de Da-ud, 
que los negros han levantado del suelo, mientras
permanecen sosteniéndolo inmóviles.)
Por debajo de tus yertos párpados 
me hieren tus ojos lívidos.
Pero amigo, ahora, quien allí te ha empujado, 
Menelao, la misma senda recorrerá.

HELENA
¡Necesitas
una bebida sagrada,
poderosa, irresistible!
¡Yo la tengo aquí, en la tienda!

(A una señal de Helena, las doncellas 
traen el ánfora y el resto de utensilios 
que habían sido retirados. Con profunda 
gravedad y haciendo gestos arcanos, 
continúan la preparación del filtro que 
había sido suspendida. Mientras que las 
doncellas, a intervalos regulares, acercan 
el ánfora a Helena, ella destila el jugo 
mágico de la ampolla.)

ETRA
(a Helena)
¡Te circunda el peligro!
No debes darle la bebida ahora,
éste no es el momento oportuno.
¡Te lo advierto!

PRIMERA DONCELLA
(Levantando la vista de su tarea
escucha un sonido lejano)
¡Esté atenta, señora!
¿Escucha el tambor?
¡Las fiestas de Altair
son peligrosas!

SEGUNDO DONCELLA
¡Sus esclavos castrados,
bajo sus ropas femeninas
llevan corazas
y afilados puñales!

ETRA
¡Te lo advierto!

HELENA
(que ha terminado la preparación del licor)
¡Etra, cállate!
¡Aquí y ahora comienza
la fiesta de Helena!

(Mientras a la izquierda se realiza la ceremonia
de la preparación del elixir, a la derecha los 
esclavos negros le han quitado a Menelao la
armadura, colocándole sobre la cabeza una tiara
deslumbrante. A anochecido y desde el exterior 
entra un difuso resplandor que precede a la salida 
de la luna. Las antochas iluminan el interior de la
tienda. El sonido del tambor, que invita a la fiesta,
parece estar cada vez más cercano. Se aprecia el
murmullo de la muchedumbre que acude a la fiesta.
Desde la puerta de la tienda puede verse el comienzo
del desfile: figuras de sexo indeterminado, con 
ropas lujosas y rostros pintados de negro y blancos;
algunos llevan lanzas y aljabas. La procesión la
cierran los estandartes y el estridente tambor)

ESCLAVOS DE ALTAIR
(de rodillas ante la tienda)
¡Recibe benignamente a los mensajeros,
oh tú, a quien invitamos a la fiesta!
¡Somos siervos del amor...
que el destino furioso,
separó con violencia
del reino de placer!

ETRA
¡Cercano está el peligro!
¡Tenemos que salvarnos!
¡Se requerirá 
toda nuestra astucia!
¡Deja a un lado el filtro!

ESCLAVOS DE ALTAIR
Nosotros, centinelas de las horas felices,
ajenos a todo pensamiento desafortunado,
desde nuestro labio femenino
oye el grito de los enamorados:
¡Tras las dunas sufro rechazado,
porque te vi y no te pude tener!

(resuena un leve trueno, distante)

ETRA
(a la primer doncella)
¡Pon la oreja en el suelo! ¿Qué oyes?

(invocando)

¡Poseidón, escucha! ¡Etra, te llama!

HELENA
(Acercándose a los esclavos)
Retroceded, esperad postrados
hasta que os vuelva a llamar.

(Los esclavos se postran con la frente en tierra. 
A una señal de Helena las doncellas cierran la 
cortina de la tienda)

PRIMERA DONCELLA
(a Etra)
Un fragor de olas
se acerca,
como si en la tierra irrumpiese
la inundación de abril.

HELENA
(a la segunda doncella)
¡La espada del rey!

ETRA
Sí, son los míos.
Helena, ¿oyes?
Soldados a caballo
de la milicia del mar
que me envía Poseidón.
¡La escuadra real!

HELENA
¡Menelao, aquí está tu espada!

(Una de las esclavas, muda, entra en el interior 
de la tienda llevando una espada. Helena le hace 
señas de mantenerla en alto, mientras que la 
esclava pone un velo sobre su cabeza. Luego 
descubre la copa que otra doncella ha traído)

MENELAO
¡Veo la copa que me ofreces!

ESCLAVOS DE ALTAIR
(Desde fuera)
¡Ay de los vencidos
empapados de lágrimas!
¡Ay de los que son apartados
del banquete de la vida!
¡Ah hu! ¡Ah hu! ¡Ah hu!

HELENA
(Llena la copa con el 
elixir de la ampolla)
¡No me molestéis!

ETRA
¡El peligro está cerca!
¡Y la salvación!
¡Defiende tu vida!
¡Te arriesgas demasiado!

HELENA
¡Lo arriesgo todo!

ETRA
¡Aparta de ti esa copa,
y vive feliz,
ahora como ayer,
y mañana por siempre!

MENELAO
(Dando un paso adelante)
¡Vete mujer!
Una hora interdicta
he aquí que comienza.

(Etra y sus doncellas se agazapan 
a la derecha y se cubren con velos)

MENELAO
(poniéndose ante Helena)
Helena,  o como te llames, forma mágica, 
mi última esperanza en la tierra,
que quizás para confortarme
has descendido a esta isla,
Para un hombre perdido, 
el que con su arma terrible  y sin piedad, 
cruelmente asesinó a la compañera de su destino
mienttras la tenía entre sus brazos...
¡A ti, amante de una noche! ¡A ti, sanadora!
Ahora estás de pie frente a mí ofreciéndome la copa,
y cuando la bebida invada mis venas, 
yo seré hombre muerto.

HELENA
¿Por qué sonríes?
¿Por qué sonríes como un niño?

MENELAO
Porque estoy pensando, soberana,
¡que la muerte no separa a los esposos!

HELENA
¿Con tanta fuerza estás ligado a ella?

MENELAO
¿Y por qué ahora tiemblas?

HELENA
¿Debo perderte para siempre?

MENELAO
¿Acaso fui tuyo alguna vez?
¡Déjame con la difunta y vive tú!

(Helena lleva la copa a los labios)

¡No, no te mojes los labios,
la copa es para mí!

HELENA
¡Bebe tú por aquella otra...
y yo beberé contigo!

(bebe y luego levanta la copa)

MENELAO
¡Dame de ese filtro mortal
o me arrojaré sobre esta espada!

HELENA
(ofreciéndole la copa)
Por aquella noche que una vez llegó,
la única y casta que nos unió para siempre...
Por aquellas noches llenas de temor,
cuando en tu tienda me deseabas...

MENELAO
(Para sí)
¿Esas palabras en esta boca?...
¡No confundid, dioses eternos,
mi mente!

HELENA
Por aquellas llamas que me trajeron hasta ti...
Por tu negativa a besarme...
Por esta noche,
en la que has venido a mí
y de mí has aceptado el agua de la sabiduría...

(con gran exaltación)

Por aquella otra que me entregó a ti...
¡Bebe donde ha bebido mi boca!

MENELAO
(Después de vaciar la 
copa grita sorprendido)
¿Quién eres, quién está ante mí?

(aferra su espada)

HELENA
(sonriendo)
¡Etra, me va a matar!

ETRA
(saltando)
¡Helena! ¡Vive! ¡Traen a tu hija!

MENELAO
(Baja la espada y mira fijamente a Helena)
¡Una viva en la muerte!
¡Una muerta en vida!
¡Te miro como jamás
un hombre mortal
ha visto a su mujer!

(Arroja la espada y extiende los brazos 
hacia ella como si fuera una sombra. 
Helena lo mira segura, directamentte a la cara) 

¡Por siempre la elegida
de mis ojos!
¡Mi única esposa,
don supremo!
¡Oh, cerca de mí
y siempre lejos,
las dos en una
ahora se reúnen!
¡Oh tú, admirable!
¡La traidora,
siempre la misma,
y siempre nueva!
¡Siempre único
y feliz abrazo!
¡Me pierdo en ti,
si, contigo yazgo!

ETRA
¿Qué sería de ti,
desventurado,
sin las dos
hermosas criaturas?
¿Sin tu mujer
infiel,
siempre la misma
y siempre nueva?

HELENA
Tuya, sí,
tu mujer infiel,
esperando el momento
del arrepentimiento!

ALTAIR
(Con sus esclavos blandiendo dagas, 
irrumpe furioso en la tienda) 
¡Esa mujer es para mí!
¡Encadenad a ese hombre!
¡Él ha roto la ley del anfitrión!
¡LLeváoslo!

(Los esclavos separan a Helena de Menelao. 
Desde el exterior de la tienda se levanta un 
sordo estrépito, más y más potente, como si 
una tormenta agitara un bosque de hierros)

ETRA
(exultante)
¡Es mi gente!
¡Helena, está salvo!

(Etra abre la cortina de la tienda. En el 
exterior, a la luz de la luna llena, se ve 
como un muro de hombres con armadura 
azul y totalmente armados. LLevan el rostro 
cubierto por la visera y empuñan sus espadas
apuntando al suelo. En el centro, sobre un 
caballo blanco, está la niña Hermione, vestida 
con ricas telas bordadas en oro.)

GUERREROS
(con extremo vigor)
¡Allá, en la arena!
¡Buscad la salvación
u os aniquilaremos
como un rayo!

ETRA
(en el centro, descubriéndose el rostro)
¡Etra ha llegado!
¡Súbdito desleal!
¡Burdo y díscolo
vasallo!

ALTAIR
(lanzándose al suelo con su gente)
¡Etra! ¡Ay!
¡Ay, del pobre Altair!

ETRA
¡Helena! ¡Mira! ¡Traen a tu hija!

(Ayudada a desmontar por dos guerreros 
la pequeña Hermione comienza a avanzar y, 
a una señal de Etra, se detiene. Toda la luz 
cae sobre la niña que, con su vestido y 
cabellos dorados, parece una pequeña diosa)

HERMIONE
Padre, ¿dónde está mi hermosa madre?

MENELAO
(embriagado, con los ojos fijos en Helena)
De noche, como siempre,
brilla para nosotros allá arriba,
y como la luna creciente
tienden a la perfección.

(volviéndose hacia la niña)

¡Oh, hija mía,
niña feliz!
¡Oh, qué madre
te llevo a casa!

(Dos guerreros ayudan a montar de nuevo 
a Hermione mientra unos pajes traen dos 
caballos bella y ricamente enjaezados 
destinados a Menelao y a Helena)

HELENA, MENELAO
¡Que las ráfagas del viento nos guíen
en el regreso a la patria!
¡Y vosotras, acogedoras estrellas, bendecidnos!
¡Que las sólidas puertas del alto palacio
sonoramente se abran a la eterna pareja!

(Mientras Helena y Menelao se disponen 
a montar a caballo, cae el telón)



Digitalizado y traducido por:
José Luis Roviaro 2015