HANS HEILING

 

 

 

 

Personajes

LA REINA

HANS HEILING

ANA

GERTUDRIS

KONRAD

STEFANO

NIKLAS
Reina del inframundo

Su hijo

Mortal, prometida de Hans

Madre de Ana

Cazador, enamorado de Ana

Un herrero

Un sastre
Soprano

Barítono

Soprano

Contralto

Tenor

Bajo

Tenor

 

La ación se desarrolla en las montañas de Bohemia durante el siglo XIV.

 

VORSPIEL


(Weitgewölbte Höhle im tiefsten Grund der Erde,
welche Eingänge zu mehreren Seitenhöhlen zeigt, 
von rötlich-trübem Licht erhellt. Scharfgeklüftete
Wände von Bergkrystall starren bis an die Decke 
der Wölbung; aus ihrem Grunde sprudeln silberne
Bergwässer hervor. Im Hintergrunde zieht sich 
seitlich ein Weg über die zackigen Felsabsätze in
bedeutender Höhe bis zu einer Höhlenöffnung hinauf,
durch welche ein bleicher Tagesschimmer hereinfällt.
Ein erhöhter Felsenthron befindet sich in der Mitte 
der Höhle. Magisches Halbdunkel, hie und da von
grellen Lichteffekten unterbrochen. Rechts und links
vom Darsteller. Der Vorhang hebt sich im siebzehnten
Takt)

Erster Auftritt

(Die Königin der Erdgeister. Hans Heiling. Gnomen.
Erdweibchen. Zwerge. Heiling ist von bleicher
Gesichtsfarbe, dunklem Haar und Bart; er ist
schwermütig und verschlossen, von glühend
ungestümer Zärtlichkeit, gemessen im Reden und
Benehmen, die Äußerung des Zorns bemeisternd, bis 
die Wut ihn übermannt. Er geht ganz schwarz
gekleidet, der Rock reicht bis zum Knie, ein reicher
langer Mantel umwallt ihn, eine blitzende Krone
schmückt sein Haupt, er hält gedankenvoll ein 
goldenes Stäbchen in der Hand. Er sitzt auf dem
erhöhten Felsenthron. Königin in schwarzem 
Gewande sitzt ihm zur Rechten. Zwerge, Gnomen 
und Erdweibchen klettern an den zackigen Wänden
umher, putzen die Erzadern, tragen geschäftig Stufen
und Juwelen herbei, welche sie knieend der Königin
und Heiling vorzeigen. Gnomen wälzen Felsblöcke,
tragen Lasten, reinigen kleine Erzstücke, wälzen
Erzquadern heraus, holen kleine Wagen, auf welche 
sie die Erzstufen laden, um sie nach rechts und links
vorn abzufahren. Zwerge sind mit Hämmern am
Gestein beschäftigt, trippeln meistenteils und halten 
bei jedem Erscheinen und beim Abgang den
sogenannten Gänsemarsch ein. Lebhaftes bewegtes
Bild.)

CHOR DER ERDGEISTER
Rastlos geschafft,
Mit stetiger Kraft!
Die Wasser der Tiefen,
Gewaltig mit Macht,
Treulich bewacht!
Die Schätze, die schliefen
In ewiger Nacht,
Herauf in den Schacht!
Ohne Ruh,
Immer zu,
Hin und wieder,
Auf und nieder,
Wirken wir munter
Reicher und bunter,
Wonach die Menschen ringen und werben,
Zum Nutzen und Schaden,
zum Heil und Verderben!

HEILING
(steht auf, legt die Krone und das goldene Stäbchen
auf dem Thron nieder und kommt herab)
Genug, beendet euer emsig Treiben! –

(Chor der Erdgeister hört auf zu arbeiten.)

HEILING
Es treibt mich fort,
ich kann nicht länger bleiben,
Hinauf zur liebeblu¨hnden Erde wieder!

KÖNIGIN
(folgt ihm.)
So willst du heut‘ auf immer von uns scheiden?
Dein goldnes Reich, die Mutter willst du meiden,
Entsagen der Gemeinschaft deiner Brüder?

(Chor der Erdgeister tritt näher, sich  
allmählich von allen Seiten her sammelnd)

HEILING
Ich muß es ja! Denn will ich eure Krone tragen,
Muß ich der Erdenlieb‘ entsagen,
Der Lieb‘ entsagen!
Und das, das kann ich nicht!

(Innig)

Seitdem ich Anna gefunden,
Seit unsre Seelen verbunden,
Acht‘ ich Kron‘ und Scepter nicht!

CHOR DER ERDGEISTER.
Zu der Menschen falschem Geschlecht
Willst du dich schlagen,
Nimmer unsre Krone tragen?
König, ist das recht?

(Sie knieen zu beiden Seiten vor Heiling
nieder und halten beide Arme hoch.)

Ist das recht? Ist das recht?

KÖNIGIN
O bleibe hier! O bleibe hier!
O bleibe hier!

CHOR DER ERDGEISTER
(demütig bittend.)
O bleibe hier,
Die Geister dienen

(Die Hände auf der Brust.)

Auf Wink und Mienen Willig dir!

HEILING
Fort! Ersparet dies Beteuern!

(Chor der Erdgeister zuckt zusammen.)

HEILING
Los will ich mich von euch zählen,
Nicht mehr mich von Anna stehlen,
Euren Sabbath hier zu feiern.

CHOR DER ERDGEISTER
(erhebt sich schnell und tritt zurück; unter sich.)
Oho! – Hohohohohoho wie stutzig!
Oho, wie stutzig!
Seht, wie stolz und trutzig!
Wie stolz und trutzig, wie stutzig!
Wie stolz und trutzig!

(Sie gehen näher zu ihm.)

Willst dich u¨berheben,
Auf der Erde leben?
Gemach, die Reu‘ kommt nach!
Oho, hoho!
Wie stutzig, seht, wie trutzig!
Oho! Hohohoho!
Willst dich u¨berheben,
Auf der Erde leben, wie?

(Drohend.)

Nur gemach, nur gemach!
Die Reue folget nach!
Gemach, gemach!
Die Reue folget nach!
Nur gemach, nur gemach,
Die Reu‘ folgt nach! –

(Sie wenden sich zurück, wo sie Gruppen bilden, 
teils kauernd, teils stehend. Königin und Heiling 
sind allein im Vordergrund)

KÖNIGIN
So hat der Mutter
Wahn sich dir vererbt,
Der mich noch heut mit bittrer Reue quält.
Du weißt es, daß dir das Leben
Die Liebe eines Menschen hat gegeben,
Daß du darum, ein unglu¨ckselig Doppelwesen,
Zu ew‘gem Zwiespalt bist erlesen –

HEILING
(einfallend.)
Ich weiß es, weiß es; drum laß mich fort,
Damit ich auf der blu¨hnden Erde,
In Annas Armen ganz
zum Menschen werde.

KÖNIGIN
(tritt ihm näher)
Das wirst du nimmermehr!
Fremd wirst du
den Menschen bleiben
Und ihr enges Treiben
Scheint dir widrig bald und leer. –
Bald wird dich die Reue finden
Und du sehnest dich zuru¨ck.

(Heimlich und hastig.)

Darum bewahre die magische Kraft,
Die Geister zu binden,
Bewahre das Pfand deiner Wissenschaft –

HEILING
(unwillig einfallend.)
Was soll mir jenes Buch?
Was soll sein Zauberspruch,
Der mir noch keinen Segen trug? –

(Mit tiefem Gefühl.)

In Annas Busen wohnt ein selig Leben,
Der Liebe Zauberweben,
Dem, dem hab ich mich allein ergeben!

KÖNIGIN
(bedeutend.)
Und bist du sicher, daß die Oberwelt
Mit ihren Zaubern Treue hält?

HEILING
(finster.)
Still, Mutter, still!
Laß meine Zweifel schlafen,
Ich muß vertrauen, wenn ich leben soll. –
Gieb mir den Brautschmuck, denn es drängt die Zeit.

KÖNIGIN
Der Mutter letzte Gabe ist bereit.

(Sie winkt nach rechts. Vier Zwerge bringen 
ihr von dort ein schön verziertes Kästchen und 
gehen wieder ab nach rechts. Chor der Erdgeister 
tritt langsam wieder näher.)

KÖNIGIN
(öffnet das Kästchen.)
Schimmernde Demanten,
Wie glu¨hend hell ihr scheint!
Ihr seid der Mutter Abschiedszähren,
Die sie dem ungetreuen Kinde weint.
So nimm denn meine heißen Thränen
Zum Brautschmuck, meine Feindin zu verschönen.
Mit meinem Jammer schmu¨ckest du dein
Glu¨ck, und ganz verlassen bleibe ich zurück.

(Chor der Erdgeister wird lebhafter.)

HEILING
(ist vor der Königin niedergesunken; ihre Hand 
heftig an Lippen und Augen drückend, nimmt er 
den Schmuck.)
Laß ab, laß ab! Mißgönnst du mir mein Glu¨ck?
Warum erschwerst du mir den letzten Augenblick.

(Er erhebt sich, will fort.)

CHOR DER ERDGEISTER
(umgiebt ihn in geschlossener Gruppe; trotzig.)
Du sollst nicht entweichen,
Gedenk deiner Pflicht!
Du bist unsresgleichen,
Wir lassen dich nicht!

KÖNIGIN
O laß dich erweichen,
Verlasse uns nicht!

CHOR DER ERDGEISTER
Du sollst nicht entweichen,
Gedenk deiner Pflicht;
Du bist unsresgleichen,
Wir lassen dich nicht!

HEILING
Wagt ihr zu drohn?

CHOR DER ERDGEISTER
Wir lassen dich nicht! Wir lassen dich nicht!

(Heiling mit drohender Bewegung enger umkreisend.)

HEILING
Ihr haltet mich nicht!

CHOR DER ERDGEISTER WIE OBEN
Wir lassen dich nicht!
Wir lassen dich nicht! Wir lassen dich nicht!

(Sie erheben die Hände drohend gegen ihn.)

HEILING
(drängt zurück, eilt hinauf, nimmt das goldene Stäbchen vom Throne, winkt gebietend damit.)
Gebt Raum! Euer König befiehlt!

CHOR DER ERDGEISTER
(zu beiden Seiten zurückweichend,
vernichtet niederstürzend.)
Weh uns, wehe! Wehe uns!

(Königin geht mit einigen Schritten nach links vorn.)

HEILING
(legt das Stäbchen wieder auf den Thron, tritt 
zu ihrer Rechten vor und beugt sich knieend 
über ihre Hand.)
Leb wohl, du arme kinderlose Mutter!

(Er steht auf, im Abgehen zu 
den Erdgeistern gewandt.)

Fahrt wohl! Fahrt wohl –

(Er tritt zurück.)

Ihr trüben freudenlosen Brüder!

KÖNIGIN
(ihm die Arme nachstreckend.)
Mein Sohn!

HEILING
Leb wohl!

KÖNIGIN
Mein Sohn, mein Sohn!
Kehrst du mir niemals
wieder, nie?

HEILING
(wendet sich um. Pause. Er 
tritt ihr wieder ganz nahe)
Wenn mein Kranz verblüht –
Wenn das Herz mir bricht –
Dann, Mutter, dann vielleicht.
O wünsch es nicht! O wünsch es nicht!
Das, Mutter, wünsche nicht!

(Er eilt hinweg, man sieht ihn den seitlichen 
Felsweg hinaufsteigen; er reißt oben den Mantel 
von der Schulter, wirft ihn hinab und verschwindet
durch den Ausgang. Königin geht ihm bis zum 
Throne nach)

Zweiter Auftritt

(Die Vorigen ohne Heiling)

CHOR DER ERDGEISTER
(erhebt sich, unter sich.)
Er eilt hinweg, er hört uns nicht.

(Sie wiederholen es fünfmal; Heiling nachdrohend.)

Wehe dem, der Treue bricht!

KÖNIGIN
(ist auf des Thrones Stufen hingesunken.)
O arme kinderlose Mutter!

CHOR DER ERDGEISTER
(klagt ihr nach.)
O arme kinderlose Mutter!

KÖNIGIN
(rasch aufstehend und vorkommend.)
Nein, nein, nicht umsonst will ich die Macht besitzen,
Ich ruhe nicht, ich will sie rastlos nützen,
Den Sohn auf immer wiederzugewinnen!

CHOR DER ERDGEISTER
(sie sehr lebhaft umdrängend.)
Laß, Herrin, uns dabei dir dienen!
Befiehl! Was sollen wir beginnen? Befiehl!

KÖNIGIN
(befehlend.)
Geduldig harren, bis mein Wort gebeut.

(chor der erdgeister wendet sich ab.)

Jetzt eilet, euer Wirken fortzusetzen,
Gehorsam, gehorsam unsren ewigen Gesetzen.

(Sie wendet sich wieder zum Thron hinauf.)

CHOR DER ERDGEISTER
(murrend.)
Gehorchen und tragen.
Uns tummeln und plagen, das, das,
Das ist unser Los.

(Sie beginnen ihr geschäftiges Treiben wieder.)

Rastlos geschafft
Mit stetiger Kraft!
Ohne Ruh,
Immerzu
Hin und wieder,
Auf und nieder,
Wirken wir munter!
Ohne Ruh,
Immerzu,
Hin und wieder,
Auf und nieder,
Wirken wir munter,
Reicher und bunter,
Wirken mir munter,
Wonach die Menschen ringen und werben,
Zum Nutzen und Schaden,
zum Heil und Verderben.

(Königin sitzt traurig sinnend auf dem Throne. 
Chor der Erdgeister entwickelt dasselbe Bild 
der Rührigkeit wie zu Anfang. Die sieben 
Minuten dauernde Ouverture schließt sich 
unmittelbar an, während welcher Zeit die 
scenische Veränderung geschehen muß, so 
daß keine Pause zu entstehen braucht.)

Ouverture



ERSTER AUFZUG


(Hans Heilings Studierzimmer. Es ist Tag)

Nr. 1. Introduktion

Erster Auftritt

(Stimmen der Königin und der Erdgeister. Hans
Heiling. Dann Annas und Gertruds Stimmen)

KÖNIGIN
(aus der Tiefe.)
O bleib bei mir, bei mir!

ERDGEISTER
(ebenso.)
O bleib bei uns,
die Geister dienen
Auf Wort und Mienen willig dir!

HEILING
(steigt, eine Kette um den Hals, aus der Fallthür 
links vorn herauf, ohne Kopfbedeckung, wie er 
im Vorspiel abgegangen, den Schmuck in der Hand.) 
Auf ewig schließe dich, du dunkler Gang,
Ich will dich nicht mehr gehen!

(Donner. Die Fallthür schließt sich von selbst.)

HEILING
(tritt zu dem aufgeschlagenen Zauberbuch 
auf dem Tisch an der Hinterwand.)
Ihr mächt‘gen Zeichen,
Durch deren Spruch ich alle Geister banne,
Verstummt auf immerdar!

(Er schlägt das Buch zu, schließt 
die Klammern und tritt vor.)

Umfange mich
Mit Liebesarmen nun, du reiche Erde,
Und halte Wort mir, ganz bin ich nun dein!

(Er legt das Schmuckkästchen in die Truhe zur 
Linken, schürt die erstorbene Glut des Herdes 
wieder an.) (Anna und Gertrud pochen an die 
Thür rechts)

GERTRUD
Meister Heiling!

HEILING
(stutzt.)
Wer ruft?

ANNA
Meister Heiling, guten Morgen!

HEILING
(entzückt.)
Sie ist es, sie!

(Er öffnet eilig die stark verriegelte Thür 
rechts. Anna und Gertrud treten von dort ein)


Zweiter Auftritt

(Gertrud rechts. Anna in der Mitte. Heiling links)

Nr. 2. Terzett

HEILING
(zu Anna, stürmisch zärtlich.)
Willkommen mir auf dieser Stelle!
Den Himmel trägst du über meine Schwelle.
Zum erstenmale unter meinem Dach
Darf ich zum Gruße diese Hände,
diese Hände fassen.

(Er begrüßt nun auch Gertrud.)

ANNA
(kindlich und froh.)
Und gestern habt den ganzen Tag, Den ganzen
Tag Ihr wieder Euch nicht sehen lassen.

GERTRUD
Es hat uns recht um Euch gebangt.

HEILING
(zu Anna.)
So hat dein Herz nach mir verlangt?

ANNA
Ei ja! – Ei ja, es hat mich recht verdrossen,
Daß Ihr Euch abermals verschlossen.
Was, ja was habt gestern Ihr gemacht?

HEILING
Nur an dich, ja nur an dich hab ich gedacht. –
Doch nun soll uns nichts mehr scheiden,
Nie will ich dich wieder meiden.

GERTRUD
Wie an solcher Zärtlichkeit
Sich mein Mutterherz erfreut!
Ja, in solchen Glückes Schein
Wird mein Alter sorglos sein.

ANNA
Recht so, laßt die Heimlichkeit,
Die ja keinen Menschen freut.
Stellt das düstre Grübeln ein,
Lernet froh und sorglos sein.

HEILING
Ja, ich thu mit Freudigkeit,
Was dein holder Mund gebeut,
Nenn ich dich erst, Teure, mein,
Werd ich fröhlich, selig sein.

(Sprechend)

GERTRUD
Nun schön, Meister. Ich muß sagen, ein wenig
neugierig bin ich, Euer Haus zu sehn.

HEILING
So laßt mich voran gehn.

(Er geht ab nach links.)

Dritter Auftrit

(Gertrud, Anna zu ihrer Linken)

GERTRUD
Nun, Annchen, du sagst ja gar nichts. Gefällt
dir denn das Haus deines Bräutigams nicht?

ANNA
(geht an Gertrud vorüber und 
setzt sich an den Tisch rechts)
Ach ja, Mutter, es gefällt mir schon, aber – Mutter,

(Halblaut.)

Ihr hättet mir doch nicht zureden sollen: 
Heiling zu heiraten.

GERTRUD
Kind, was fällt dir ein? So einen reichen gelehrten
Mann zu nehmen, um den dich alle Dirnen
beneiden, das könnte dich gereun? Was hast
du denn sonst zu erwarten? Von den jungen
Burschen meint es doch keiner redlich mit
einem armen Mädchen.

(Sie geht ab nach links)

Vierter Auftritt

(Anna allein)

ANNA
(sitzt ein Weilchen, die Hände im Schoße, vor sich
hinsehend; dann seufzt sie tief auf. Ach! Was hilft all
mein Sinnen, eswird doch nicht anders. Sie steht auf)
Ach, Konrad! 
Warum denke ich nur immer an ihn? 
Und wenn auch – in drei Tagen ist meine Hochzeit.

(Sie schlägt das Buch auf. Und mit Schrecken)

Ha, welche Zeichen!
So glänzend und schön!
Wie sie nahen und weichen,
Wie ich‘s nie gesehn!
Wirre Gestalten
Treiben und walten,
Schwellen

(Sie blättert.)

Wie Wellen.
Wie sie sich verschlingen,
Mächtig auf mich dringen!

(Die Blätter schlagen sich von selbst um, schnell 
und immer schneller, sodaß Anna dabei schwindelnd
wird und sich am Stuhl hinter dem Tisch festhält.) 

Immer mehr! Immer mehr!
Sie schwindeln und drehn,
Die Sinne mir vergehn!
Entsetzlich! Entsetzlich, was hab‘ ich gesehn!

(Hans Heiling kommt von links in 
Barett und Überwurf mit Gertrud, die 
durchs Zimmer nach rechts vorn eilt.)

Fünfter Auftritt

(Gertrud rechts vorn. Anna hinter dem Tisch 
mit dem Zauberbuch, Heiling zu ihrer Linken)

HEILING
(heftig.)
Unselige! Unselige! Was hast du gethan?
Welch toller Vorwitz trieb dich an?
Hinweg! Vermessene!

(Er stößt Annas Hand von sich und schlägt 
das Buch zu. Anna sinkt in Gertruds Arme.)

GERTRUD
Was ist dir, O mein Kind?

ANNA
Wehe mir!

HEILING
(eilt sich besinnend zu Anna.)
Verzeihe mir!

GERTRUD
Ach, mein Kind!

HEILING
Erhole dich, laß deine Angst mich stillen.

(Er will sie liebkosend in den Arm nehmen.)

ANNA
(eilt, sich losreißend, an ihm vorüber nach links.)
Nein, um aller Heil‘gen willen,
Um aller Heil‘gen willen,
Vernichtet das Buch, vernichtet das Buch,
Schafft mir Ruh!

HEILING
Anna, was verlangest du!

ANNA
Fort das Buch, hört auf mein Flehn,
Wollt Ihr mich je heiter sehn!

HEILING
Anna, was verlangest du?

ANNA
Hört auf mein Flehn,
Wollt Ihr mich wieder heiter sehn!
Hat mein Bitten keine Kraft,
Ist Eure Liebe schon dahin?
Aus Erbarmen willigt ein,
Ich vergeh‘ vor Pein!

HEILING
(vor sich hin.)
Meine hohe Wissenschaft,
Meinen Stolz und meine Kraft
Gäb‘ ich dahin?
Soll ich die Geister ganz befrein,
Fürder machtlos sein?

ANNA
(in Herzensangst seinen Arm umklammernd.)
Fort das Buch, hört auf mein Flehn,
Wollt Ihr mich je heiter sehn!
Hat mein Bitten keine Kraft?
Ist Eure Liebe schon dahin?
Aus Erbarmen, willigt ein,
Ich vergeh‘ vor Pein!

(Sie schmiegt sich an Heilings Brust)

HEILING
(sieht tief bewegt auf Anna.)
Alles, alles muß ich dir gewähren!

(Er faßt das Buch mit beiden Händen.)

Mag die Flamme dich verzehren!

(Er schleudert das Buch auf den Herd links. 
Eine lohe Flamme schlägt auf und verschlingt 
das Buch. Blitz und dumpfer Donner.)

HEILING
(tritt zu Anna.)
Machtlos, machtlos, arm steh‘ ich nun hier,
All‘ mein Glück, all‘ mein Glück liegt nun in dir!

GERTRUD
Den Heil‘gen Dank!

HEILING
(zu Anna.)
Sei nicht mehr bang!

ANNA
O tausend, tausend Dank!

GERTRUD
Den Heil‘gen Dank!

HEILING
Sei nicht mehr bang!
Sei nicht mehr bang!
O mein ganzes Leben
Muß ich dir ja geben,
Nichts ist mir für dich zu teuer.

GERTRUD
Den Heil‘gen Dank!
Er hat nachgegeben,
Kann nicht widerstreben,
Das ist ein gefäll‘ger Freier.

ANNA
O tausend Dank!
Ihr habt neues Leben Mir zurückgegeben!
O tausend Dank!
Nun atm‘ ich wieder freier!
O tausend, tausend Dank!

HEILING
Nichts! – Nichts!

(Sprechend)

GERTRUD
Nun, das ist recht, Meister Heiling, 
daß Ihr Annchens Bitten nachgegeben.

ANNA
Ich weiß ja, Heiling, daß Ihr mich lieb habt.

HEILING
(sie an seine Brust ziehend.)
Weißt du es! O so vergiß es nie!

ANNA
(bemerkt in seiner Umarmung die Kette,
welche er um den Hals trägt.)
Was habt Ihr denn da, Heiling?

HEILING
Es ist eine Kette, die du zum Angedenken
dieser Stunde tragen sollst.

(Er hängt sie ihr um.)

GERTRUD
Ach, wie prächtig! Annchen, Annchen! 
Du siehst ja wie ein Edelfräulein aus!

ANNA
Wie Ihr doch immer bedacht seid, 
mir Freude zu machen! 
Gewiß, ich erkenne das recht tief im Herzen

HEILING
Wenn du mich liebst, was gilt dann 
unter uns Dank und Erkenntlichkeit?

Nr. 3. Arie

HEILING
An jenem Tag, da du mir Treue versprochen,
Als ich in Wonn‘ und Schmerz 
zu deinen Füssen rang,
Da, ja da, 
da ist in meiner Brust der Morgen angebrochen,
Gestillt, gestillt zum erstenmal war meiner
Seele Drang.
Aus trüber freudenloser Nacht
Bin ich zum hellen Leben da erwacht,
Du, ja du hast überschwenglich
selig mich gemacht.

(Innig, doch mit heimlicher Drohung.)

O laß die Treue niemals wanken,
Halt fest die Liebe in deinem Herzen,
In dir nur lebe ich.

(Heftiger.)

Ich liebe dich so ohne Schranken,
Ich liebe dich mit tausend Schmerzen,
Mit Höllenqualen lieb‘ ich dich!

(Argwöhnisch und immer heftiger.)

Könntest du je von mir lassen,
Könnte je dein Herz erkalten,
Weh uns beiden dann! Weh! –
Schon bei dem Gedanken fassen
Mich die finsteren Gewalten,
Treiben zu gräßlicher Rache mich an. –
Ich liebe dich
Mit blutendem Herzen!
Ich liebe dich
Mit endlosen Schmerzen!
Ich liebe dich
Mit blutendem Herzen,
Mit endlosen Schmerzen, 
Mit Argwohn und Bangen, 
Mit rasendem Verlangen!
Ich liebe dich
Mit Argwohn und Bangen,
Mit rasendem Verlangen!
Ich liebe dich Mit blutendem Herzen,
Mit endlosen Schmerzen,
Mit Argwohn und Bangen,
Mit rasendem, mit rasendem Verlangen!
So lieb ich dich! So, ja, so lieb ich dich!

(Er stürzt zu Annas Füßen nieder, das
Gesicht in ihren Schoß bergend.)

(Sprechend)

ANNA
(richtet ihn auf und fängt noch unter der
Musik im neunten Takt zu sprechen an. )
Seid doch nur nicht so wild, steht doch auf!
Bin ich nicht Eure Braut, 
und in drei Tagen Eure Hausfrau? 
Dann aber müsst Ihr auch froh und heiter werden.

GERTRUD
Annchen hat wohl recht. 
Ihr müsst die Menschen nicht scheuen 
und eine Lustbarkeit gern mitmachen.

(Die Musik endet)

Seht, heut gerade feiern sie im Dorfe das Fest
unsres lieben heiligen Florian. Nun, soll denn
Anna an solchem Tage nicht einen Tanz mitmachen?

HEILING
(heftig.)
Tanzen? Wie, tanzen wollte sie, und weiß, 
wie es durchs Herz mir schneidet, 
wenn ich am Arme eines andern sie erblicke?

ANNA
Nicht doch, Heiling, ich will ja nicht tanzen,
wenn es Euch so zuwider ist. Laßt uns nur hingehn, 
und unter heitern Menschen heiter sein.

GERTRUD
Ei, Meister, gönnt dem jungen Blut ein Vergnügen
und geht mit hinüber.

HEILING
(nach kleiner Pause.)
Und tanzen willst du nicht?

ANNA
(sieht nieder, kleinlaut.)
Wenn Ihr‘s nicht wollt –

Nr. 4. Terzett

HEILING
Wohlan! Wohlan!
So laß uns gehen!

ANNA
(geht freudig tanzend in den Hintergrund,
kommt wieder vor und tritt zwischen beide.)
O herrlich, o prächtig! das ist schön!

GERTRUD
Seht, Meister Heiling, das ist schön!

ANNA
O herrlich, das ist schön!

GERTRUD
Das ist schön!

ANNA
Daß wir nun doch –

GERTRUD
Daß Ihr sie laßt –

GERTRUD UND ANNA
Zum Feste gehn!

ANNA
O herrlich, prächtig, das ist schön,
Daß wir nun doch zum Feste gehn! –

(Mit der Kette spielend, springt sie 
bald zu Heiling, bald zu Gertrud.)

Nun macht das Geschmeide
Mir erst rechte Freude, mir erst rechte Freude!
Denn heimlich und allein
Kann mich nichts erfreun.
Nein, nein, nein, heimlich und allein
Kann mich nichts erfreun!
Die Mädchen und Frauen,
Wie werden sie schauen!
Manche wird freundlicher grüssen,
Manche auch wird es verdrießen,
Haha! hahahaha!
Welchen Spaß, welchen Spaß giebt es da!

(Sie geht freudig tanzend wieder 
nach dem Hintergrund, kommt 
vor und nimmt die linke Ecke.)

GERTRUD
(zu Heiling.)
Seht nur das närrisch junge Blut,
Wie es so kindisch thut!

ANNA
Ach, Heiling, ach, Heiling, 
wie bin ich Euch so gut, 
Wie bin ich Euch so gut,
Daß Ihr mir den Gefallen thut!

GERTRUD
Seht nur das närrisch junge Blut,
O seht, seht nur, wie es so kindisch thut!
O seht das närrisch junge Blut,
O seht wie es so kindisch thut!

HEILING
(im Anschauen Annas.)
Auch der thörichte Übermut,
Wie steht er Euch so gut!

GERTRUD
(zu Heiling.)
So laßt uns fort!

ANNA
(ebenso.)
So laßt uns fort!

HEILING
Mit Widerstreben hab ich der Bitte nachgegeben!

ANNA
So laßt uns gehn!

HEILING
Doch gilt es dir ein Liebeszeichen,
So muß mein Widerwille weichen!

ANNA
(kindlich bittend.)
O laßt, o laßt das Wort Euch nicht gereun!

GERTRUD
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Gewiß, das Fest wird
Euch erfreun!

ANNA
Gewiß, gewiß,
das Fest wird Euch erfreun!

HEILING
Wirst du mir stets zur Seite sein,
So soll es nimmer mich gereun!

GERTRUD
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Gewiß, das Fest wird
Euch erfreun!

ANNA
O laßt, o laßt das Wort Euch nicht gereun!

GERTRUD
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Gewiß, gewiß,
das Fest wird Euch erfreun!

ANNA
Gewiß, gewiß, gewiß,
Das Fest wird Euch erfreun!

HEILING
Wirst du mir stets zur Seite sein,
So soll es nimmer mich gereun!

ANNA
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Gewiß, das Fest wird Euch erfreun,
Gewiß, das Fest –
Gewiß, das Fest, das Fest wird Euch erfreun!
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Das Fest wird Euch erfreun!

GERTRUD
O laßt das Wort Euch nicht gereun,
Das Fest wird
Euch erfreun!

HEILING
Wirst du mir stets zur Seite sein,
So soll es nimmer mich gereun!

(Alle drei gehen ab nach rechts.)

Sechster Auftritt

(Freie Gebirgsgegend. Es ist heller Tag)

Nr. 5. Bauernchor

(Niklas, Stefano, Bauern, Bäuerinnen mit Zweigen 
und Blumen geschmückt. Ausgelassenes lustiges
Treiben. Niklas und Stefano sitzen am Tisch rechts
vorn; Niklas zur Rechten, Stefano zur Linken. 
Bauern und Bäuerinnen teils sitzend, teils an den
Tischen stehend und aus Bechern trinkend und 
damit anstoßend. Stefano steht bald nach Beginn 
des Chores auf.)

BAUERNC HOR
Juchheißa! Juchheißa! Heut dürft ihr die
Kannen nicht schonen,
Der heilige Festtag gehöret den Bauern.
Denn Zehnten und Steuern und Zinsen und Fronen
Kann schon armen Leuten das Leben versauern.

(Stefano steht während der Pause im Chor in der
Mitte. Ein Mädchen hält ihm von rückwärts die 
Augen zu. Stefano wehrt die Hände ab, will sich
umsehen, wer es war. Das Mädchen hinter ihm 
bückt sich.)

EIN BURSCHE
(tritt schnell vor, schneidet Stefano ein Gesicht.)
Bäh!

(Alle lachen laut auf.)

BAUERNC HOR
Das Tragen und Hacken,
Das Mühen und Placken,
Hört heut einmal auf.
Drum lustig, Gevattern!
Drum lustig, Gevattern
und Nachbarn, stoßt an!

(Sie stehen alle auf und stoßen an.)

Es lebe der heilige Florian!

(Münchener Juchzer. Niklas und Stefano 
nehmen wieder wie vorher an dem Tisch rechts 
vorn Platz. Zwei Andere setzen sich zu ihnen. Die
Übrigen stehen und besetzen die andern Tische)

(Sprechend)

NIKLAS
Aber sag Stefano, kommt dein Vetter heut
nicht heraus? Ich habe wohl gesehn, 
wie er um schön Annchen herumstrich.

STEFANO
Eben darum leidet Meister Heiling gewiß nicht,
daß seine Braut heut zum Tanz heraufkommt.
Ja, ein wunderliches Aussehn hat er, mir grau
selt immer, wenn ich ihn sehe. Aber Annchen
wird es doch gut haben, er ist ein steinreicher Mann.

(Der burggräfliche Leibschütz Konrad kommt mit 
vier Jägern, die ihre Hörner tragen, von links hinten)

Siebenter Auftritt

(Die Vorigen. Konrad und die vier Jäger.
Alle Andern jubeln den Jägern entgegen)


STEFANO
(zu Konrad, ihm die Hände schüttelnd.)
Grüss dich Gott, Vetter, grüss dich Gott!

KONRAD
(thut Bescheid)
Schön Dank, Vetter!
Guten Tag, ihr lieben Freunde!

NIKLAS
Ja, Herr, der möchte Euch wohl verdorben
werden. Ich wette, Ihr habt Euch auf einen Tanz
mit schön Annchen gespitzt, und die werdet Ihr
heut nicht finden. Ihr Liebster leidet‘s nicht

(Lachen. Er will aufstehen)

STEFANO
(drückt ihn nieder.)
Liebster Junge, sei doch gescheit! 
Es war ja nicht bös gemeint.

NIKLAS
Ei, bewahre, nicht im geringsten. Kommt her,
laßt uns auf schön Annchens Wohl trinken.

KONRAD
(aufstehend, mit Stefano anstoßend.)
Von Herzen gern.

(Sie trinken und setzen sich dann wieder.)

NIKLAS
Ja, Herr, wie neulich,
von Zwergen und Kobolden.

KONRAD
Sie sind den Menschen gar nicht abhold,
besonders ihre Weibchen, die schon manchen
Erdensohn mit ihrer Liebe sollen bethört haben.
Die Kinder aus solcher Liebschaft sind dann 
so halb Geist, halb Mensch. 
Denkt nur, wie es der Sessa ging. Das wißt ihr nicht?

ALLE
Nein!

NIKLAS
So rückt einmal heraus mit der Geschichte.

KONRAD
Nun, hört zu.

(Er steht auf und nimmt die Mitte. Die Andern 
am Tisch rechts bleiben sitzen. Lärm, Jubeln, 
Zechen und Sprechen wird lauter.)

Nr. 6. Lied mit Chor

KONRAD
Ein sprödes allerliebstes Kind –

(Der Lärm übertönt den singenden Konrad.)

KONRAD
(spricht.)
Ja, wenn ihr nicht ruhig zuhören wollt –

NIKLAS
(reckt sich in die Höhe.)
Seid doch still da hinten, hier giebt‘s was zu hören!

(Die Jäger, Bauern und Bäuerinnen kommen und
versammeln sich um Konrad; es wird ruhig)

KONRAD
(singt.)
Ein sprödes allerliebstes Kind
Schlug jeden Antrag in den Wind,
Lacht‘ ihre Freier aus,
Jajajaja, lacht ihre Freier aus!
Doch als ein schmuckes Gräflein kam,
Sie flugs sich ihn zum Manne nahm!
Juchheißa, hopsasa!
Ihr Bursche, bost euch grün und blau,
Ich werde gnäd‘ge Frau,
Jaja, ich werde gnäd‘ge Frau!”

(Die Tische, Bänke und Stühle auf der linken 
Seite werden unauffällig abgeräumt.)

CHOR
Juchheißa, hopsasa!
Ihr Bursche, bost euch grün und blau,
Ich werde gnäd‘ge Frau!
Ich werde gnäd‘ge Frau,
Ja, gnäd‘ge Frau!
Hahahahahahahaha!

KONRAD
Ihr Bursche, bost euch grün und blau,
Ich werde gnäd‘ge, gnäd‘ge Frau!
Hahahahahahahaha!
Da leckt sie denn und scharmutziert,
Und brüstet sich und kurtesiert
Und putzt sich, wie ein Pfau,
Sie kurtesiert und putzt sich wie ein Pfau!
Doch Freitags schließt das Gräfelein
Sich fest in seiner Kammer ein!
Oho, oho! ei, ei!
Sie denkt: ei, das ist doch kurios,
Hier ist der Teufel los,
Ei, ei, hier ist der Teufel los!

CHOR
Oho, oho! ei, ei!
Sie denkt: ei, das ist doch kurios,
Hier ist der Teufel los!
Hier ist der Teufel los,
Der Teufel los!
Hahahahahahahaha!

KONRAD
Oho, sie denkt, ei, das ist doch kurios
Hier ist der Teufel los!
Hahahahahahahaha!
Da guckt sie einst durchs Schlüsselloch,
Sieht, wie ihr Mann, zwei Spannen hoch,
Mit andren Zwergen tanzt,
Zwei Spannen hoch mit andren Zwergen tanzt.
Mit kurzen Beinen, dickem Kopf
Springt der Herr Graf,
der arme Tropf,
Hophop, heißa, hophop!
Schlägt Purzelbäume flink voran,
Ein Kobold war ihr Mann,
Jaja, ein Kobold war ihr Mann!

CHOR
Hophop, heißa, hophop!
Schlägt Purzelbäume flink voran,
Ein Kobold war ihr Mann!
Ein Kobold war ihr Mann,
Ja, war ihr Mann!
Hahahahahahahaha!

KONRAD
Hophop, schlägt
Purzelbäume flink voran,
Ein Kobold war ihr Mann!
Hahahahahahahaha!

(Alle lachen. Konrad setzt sich an den Tisch 
rechts auf seinen vorigen Platz.Abendröte. 
Der ganze Chor geht nach dem Liede dem
Hintergrunde und der Schenke zu, so daß 
die linke Seite frei wird. Hans Heiling, Anna
und Gertrud kommen unauffällig und 
unbemerkt von links hinten, bleiben etwas 
zurück und unterhalten sich)

Achter Auftritt

(Die Vorigen. Heiling, Anna, 
Gertrud, Dann die Musikanten)

Spricht

NIKLAS
(sehen Heiling und steigend)
Meister Heiling!

(grüßt ihn)

HEILING
(nach einer kleinen Pause)
Habt guten Tag! Es scheint euch zu befremden,
mich hier zu sehn.

STEFANO
O nein, gar nicht, wir freuen uns darüber.

KONRAD
(in eifrigem Gespräch mit Anna fortfahrend)
Darum könnt Ihr nicht denken, 
was ich für eine Freude hatte, Euch zu sehn.

ANNA
(scherzend.)
Ja, wer‘s Euch glaubte! 
Das habt Ihr wohl schon mancher vorgeredet.

STEFANO
Nun, Herr, thut mir die Ehre an.

(Er reicht Heiling den Becher. Heiling blickt
unverwandt nach der linken Seite auf Anna 
und Konrad. Die Bauern und Jäger im 
Hintergrunde stecken die Köpfe zusammen und
flüstern über Heiling)


STEFANO
Ei, Meister Heiling,
wollt Ihr mir nicht Bescheid thun?

(Heiling nimmt mechanisch und
abgewandt den Becher.)

GERTRUD
(leise zu Anna)
Annchen, Annchen, sieh doch Heiling an!

KONRAD
(im Feuer der Rede Annas Hand ergreifend.)
Wahrhaftig, ich meine es von Herzen.

HEILING
(schleudert den Becher hinweg.)
Verflucht!

STEFANO
(erschrocken.)
Heiliger Schutzpatron! Was ficht ihn an?

Nr. 7. Finale

Walzermusik

(Der Walzer beginnt links außerhalb. Anna läuft 
zurück und beobachtet nach links. Die Musikanten
 kommen nach den ersten acht Takten von links 
hinten und ziehen, den Walzer spielend, über den 
Platz in die Schenke rechts)

BAUERN, BÄUERINNEN
NIKLAS, STEFANO, DIE JÄGER
(drängen jubelnd, lachend und tanzend nach)
Heisa, da sind die Spielleute! Hinein zum Tanz!

(kommt Heiling zur Rechten vor.)

ANNA
Ach, herrlich!

(Sie hüpft und klatscht vor Freuden in die Hände.)

Ach, prächtig! Die Spielleute sind da, 
nun wird es munter hergehen!
Ach, ich dummes Ding,
was freue ich mich denn?
Für mich wird ja nicht aufgespielt.

(Ihr Blick fällt auf Heiling, sie wird kleinlaut. 
Die Jäger und Bauern sind in die Schenke 
rechts abgegangen.)

Neunter Auftritt

(Anna und Heiling rechts. 
Konrad und Gertrud links)

KONRAD
Nun, Meister, Ihr vergönnt doch, 
daß ich den Reigen mit Eurer schönen Braut –

HEILING
(harf.)
Nein, Herr, das vergönne ich nicht.

(Konrad weicht nach links zurück.)

GERTRUD
(tritt an Konrad vorüber zu Heiling.)
Ei, Ihr solltet Annchen doch die kleine Freude lassen.

HEILING
Ich habe ihr Versprechen.

ANNA
Nun ja, wenn Ihr‘s durchaus nicht wollt, 
so tanze ich nicht; aber Ihr solltet, mir zuliebe,
doch nachgeben.

(Es wird dunkel. Die Fenster 
der Schenke erhellen sich.)

Finale

ANNA
Wie hüpft mir vor Freuden das Herz in der Brust
Das Tanzen, das Tanzen, das ist meine Lust!

(Sie bewegt sich wie im Tanz.)

Zu schweben und drehen im wogenden Kranz,
O laßt Euch erbitten, gewähret mir den Tanz!

(Sie tritt zu Heiling heran.)

HEILING
Nein! Ich kann sie nicht gewähren,
Die verführend wilde Lust!

GERTRUD UND KONRAD
Wollt, o wollt die Bitte ihr gewähren,
Gönnet ihr die kleine Lust.

(Man sieht durch die erleuchteten 
Fenster der Schenke die Tanzenden.)

HEILING
Nein!

ANNA
(gereizt.)
Soll ich ganz, soll ich ganz der Freud‘ entbehren?
Wollt‘ Ihr jede Lust mir wehren?

HEILING
Meine Wünsche sollst du ehren,
Nicht, was mir verhaßt, begehren!

KONRAD
(für sich.)
Kaum kann ich dem Zorne wehren.

GERTRUD
(für sich.)
Könnt‘ ich doch dem Zwiste wehren!

(Sie tritt hinter Heiling weg, Anna zur Rechten.)

HEILING
Nicht, was mir verhaßt, begehren!

KONRAD
(für sich.)
Kaum kann ich dem Zorne wehren!

ANNA
(heftiger.)
Zeigt Ihr Euch schon als Tyrann,
Und seid doch noch nicht mein Mann?
Sei es frei Euch denn gesagt,
Nimmer werd‘ ich Eure Magd!

HEILING
(schmerzlich, mit einer Bewegung nach Anna.)
Anna! Anna!

GERTRUD
(zu Anna.)
Kind, ich bitte!

KONRAD
(Heilings Bewegung mißverstehend, 
tritt zwischen ihn und Anna.)
Halt! Verletzet nicht die Sitte!

HEILING
(zornig und drohend.)
Wagt Ihr?

GERTRUD
Anna, ich bitte!

ANNA
(durch Gertrud bewogen, tritt an 
Konrad vorüber, begütigend zu Heiling.)
Nicht doch! Nicht doch, lieber Freund,
Es war ja nicht so bös gemeint.
Ihr wißt, ich kann das Befehlen nicht leiden,
Es bringt mich zur Wut,
Ja, es bringt mich zur Wut!
Seid freundlich, seid sanft und bescheiden,
Dann, dann, ja, dann bin ich Euch gut.

HEILING
So willst du –

ANNA
(hält ihm die Hand auf den Mund.)
Nein, laßt es vergessen sein;
Nicht wahr, nicht wahr, Ihr kommt mit hinein?

(Konrad zieht Anna rasch mit sich fort 
in die Schenke. Gertrud folgt ihnen.)

Zehnter Auftritt

(Heiling allein)

HEILING
(ruft ihr nach.)
Anna! Anna!
Sie hört mich nicht? – Sie geht? – Sie geht!
Sie hat mich nie geliebt!

(Er steht starr in sich versunken. Die Musik aus 
der Schenke, Jubel und Lust werden gehört. Man 
sieht drinnen Konrad mit Anna tanzen.)

HEILING
(schreckt empor.)
Ha, jubelt, jubelt, jubelt! Rast in toller Lust,
Ihr weckt den finstren Geist in meiner Brust! –
Mir diesen Trotz – mir diesen Hohn –
Dies meiner grenzenlose Liebe Lohn!
Ach! – Ach – sie! –

(Vor sich hinstarrend.)

Sie hat mich nie geliebt!

(Er eilt, bei den wiedereinsetzenden 
Walzertönen erwachend, links vorn hinweg.)



ZWEITER AUFZUG


(Wilde Wald- und Felsengegend. Gebüsche, 
hinter welchen Gnomen versteckt sind. Rechts 
im Vordergrunde ein Baumstumpf. Das Abendrot
leuchtet durch die Bäume)

Nr. 8. Scene und Arie

Erster Auftritt

(Anna allein. Dann Geisterchor von unten. 
Anna kommt sinnend von links hinten durch 
das Dickicht, ein Körbchen am Arme)

Recitativ

ANNA
Wehe mir, wohin,
wohin ist es mit mir gekommen? –
Wie schlägt mein Herz so ängstlich und beklommen!

Arie

Mein froher Mut, mein froher
Mut beginnt zu wanken,
Und miteinander streiten die Gedanken‘ –
Einst war so tiefer Friede mir im Herzen,
Ich kannte keine Sehnsucht, keine Schmerzen,
War so harmlos, war so fröhlich.

(Sie verliert sich in Gedanken)

Seit ich geliebt bin, Ist mein Friede hin,
Und nun ich liebe, bin ich unglückselig!
Wehe mir! Wohin, wohin mich wenden,
Wie soll es enden?
Wer wird mein Retter sein Von dieser Pein?

(Traurig und leise)

Dem Bräutigam hab ich mein Wort,
mein Wort gegeben,
Es hängt sein ganzes Leben
An meinem Treuversprechen,
Kann ich das brechen?
Kann ich das je brechen?
Und dennoch hab ich jetzt es erst verstanden,
Was so, was so mit mächt‘gen Banden
Die Herzen aneinander zieht,
Daß Seel‘ an Seel‘ erglüht!
An Konrads Liebe denk‘ ich mit Entzücken,

(Bebend.)

Da schreckt mich Heilings Bild mit
Vorwurfsblicken
Und doch bin ich in meiner Brust
Mir keiner Schuld bewußt.
Wohin mich wenden,
Wie soll das enden?
Wer wird mein Retter sein Von dieser Pein?
Wer? Wer? Wer? Wer?

(Sie sinkt erschöpft auf den Baumstumpf 
rechts vorn; nach einer kleinen Pause richtet sie 
sich ergeben auf. Die Abendröte schwindet)  

Nr. 9. Ensemble mit Arie und Chor

(Man vernimmt die leisen Klänge des immer 
näher kommenden unterirdischen Geisterchors. 
Die Erdgeister werden sichtbar. Sie sinkt wieder 
auf den Baumstumpf rechts vorn.)

CHOR DER ERDGEISTER
Aus der Klüfte Schlund,
Durch der Erde Grund,
Drängt hinauf, empor!
An das Licht hervor!

(Die Versenkungen öffnen sich. Die Königin 
der Erdgeister erscheint, von hellem Licht 
überflutet, auf der letzten rückwärts belegenen
Versenkung auf einer Erhöhung, von weiblichen
Erdgeistern und Gnomen umgeben. Der Chor der
Erdgeister erscheint auf den übrigen Versenkungen.
Gnomen schlüpfen aus allen Gebüschen.)

Zweiter Auftritt

(Anna rechts vorn. Die Königin der Erdgeister 
in der Mitte. Chor der Erdgeister zurückstehend. 
Dann Konrad außerhalb. Königin tritt von ihrer
Erhöhung herab und schreitet auf Anna zu. Chor 
der Erdgeister versammelt sich, lichtvoll gruppiert, 
um seine Königin)

KÖNIGIN
Hör‘ auf mein Wort, bethörtes Menschenkind!

(Chor der Erdgeister erhebt drohend 
die rechte Hand gegen Anna.)

KÖNIGIN
Ich bin gekommen, dich zu warnen.
Das Unheil droht dich zu umgarnen,
Und ins Verderben stürzest du dich blind.

ANNA
(sehr bewegt.)
O hohe Frau, was hab ich denn begangen?

CHOR DER ERDGEISTER
Menschenkind, gieb dich gefangen!

ANNA
Was könnt ihr doch von mir verlangen?

CHOR DER ERDGEISTER
Menschenkind, gieb dich gefangen?
Gleich erfülle ihr Verlangen!

KÖNIGIN
Meinen Sohn, meinen Sohn gieb mir zurück!

(Imponierend.)

Laß ihn frei –

CHOR DER ERDGEISTER
Laß ihn frei!

KÖNIGIN
Aus dem Netz der Liebeszauberei!
Denn auf Erden blühet ihm kein Glück!

CHOR DER ERDGEISTER
(mit drohender Bewegung.)
Wehe dir, gehorchst du nicht!

ANNA
Wehe mir!

CHOR DER ERDGEISTER
Weh e dir, gehorchst du nicht!
Weh e dir, gehorchst du nicht!

ANNA
Wehe mir! Ich versteh‘ euch nicht!

KÖNIGIN
Wisse denn!

CHOR DER ERDGEISTER
Wisse denn!

KÖNIGIN
Dein Bräutigam
Ist Geisterfürst der Berge!

CHOR DER ERDGEISTER
Geister fürst der Berge!

KÖNIGIN
Er gehört dem Stamm der Gnomen,
Dem Stamm der Gnomen und der Zwerge.

CHOR DER ERDGEISTER
Er gehört dem Stamm der Gnomen,
Der Gnomen und der Zwerge !

ANNA
(sinkt vernichtet nieder.)
lmächt‘ger Gott!

KÖNIGIN
Öffne dein Ohr für die warnende Stimme,
Gieb ihn mir wieder, den einzigen Sohn,
Gieb ihn zurück dem verlassenen Thron!

CHOR DER ERDGEISTER
Gieb ihn zurück dem verlassenen Thron!

KÖNIGIN
Sonst bist du verfallen dem rächenden Grimme.
Dem rächenden Grimme der mächtigen Geister,
Sie fordern den Meister,
Sie sinnen Und spinnen
Graun und Entsetzen!
Sie schrecken und hetzen
Bei Tag und bei Nacht,
Sie schrecken und hetzen dich mit endloser pein!

CHOR DER ERDGEISTER
Wehe dir! Wehe dir!

KÖNIGIN
Gieb ihn mir wieder, den einzigen Sohn,
Gieb ihn zurück dem verlassenen Thron!
Sonst bist du verfallen dem rächenden Grimme,
Der mächtigen Geister,
Sie fordern den Meister,
Sie sinnen Und spinnen
Graun und Entsetzen!
Sie schrecken und hetzen
Bei Tag und bei Nacht,
Sie schrecken und hetzen dich mit endloser pein!
Sie schrecken und hetzen bei
Tag und bei Nacht,
Bei Tag und bei Nacht dich mit endloser Pein!

(Sie besteigt mit ihren weiblichen Erdgeistern 
und Gnomen wieder die Erhöhung auf der 
Versenkung und versinkt.)

CHOR DER ERDGEISTER
(verschwindend.)
Wehe dir! Wehe dir! Wehe dir!
Wirst du nicht gehorsam sein!
Wehe dir, wirst du nicht gehorsam sein!
Wehe dir! Wehe dir!

(Alle versinken und verschwinden woher sie
gekommen, und machen dabei mit der rechten 
Hand eine drohende Bewegung. Der letzte Accord 
im Orchester muß so lange anhalten, bis alle
verschwunden sind.)

Nr. 10. Scene

(Anna hat sich aufgerafft, wankt einige Schritte, 
sinkt rechts vorn nieder. Man hört Hörnerschall 
links außerhalb.)

Dritter Auftritt

(Anna rechts vorn auf dem Boden 
liegend, Konrad zu ihrer Linken)

KONRAD
(links außerhalb.)
Wohl durch den grünen Wald
Mein Jägerhorn erschallt.

(Er kommt von links hinten 
und will über den Platz gehen.)

KONRAD
(Anna bemerkend.)
Wer weilt so spät
und einsam noch im Walde?
Ist es ein Mensch, ein Spuk der bösen Geister?
Nur frisch heran,
es soll sich bald mir zeigen!

(Er tritt näher.)

Was seh ich? Anna!
Um Sankt Huberts Willen, Was thut Ihr hier?

(Er will sie aufheben.)

ANNA
(entsetzt, Konrad nicht erkennend.)
Laßt ab! Laßt ab! Laßt ab von mir!

KONRAD
(sanft zuredend.)
Kennt Ihr mich nicht? Anna, seht mich doch an.

ANNA
(sieht ihn an, erkennt ihn und 
reicht ihm weinend die Hand.)
Ach, Konrad! Konrad! Euch hat Gott gesandt.

KONRAD
(hebt sie auf.)
O faßt Euch, sagt, was ist Euch hier begegnet?

(Unwillig.)

Wo ist Euer Bräutigam,
daß er Euch nicht beschützt?

ANNA
(heftig.)
O schweigt von ihm, Entsetzen faßt mich an.

KONRAD
(drängend.)
Ihr liebt ihn nicht?

ANNA
Nie hab ich ihn geliebt.

KONRAD
Und wollt sein Weib doch werden?

ANNA
Nimmermehr!
Eh‘ will ich in den tiefsten
Strom mich betten.

Nr. 11. Duett

KONRAD
(freudig ausbrechend.)
Ha, dieses Wort giebt erneuertes Leben,
Schwellet mir mächtig den Mut.
Trauet auf mich, Ihr sollt nicht mehr beben,
Nein, nein, Ihr sollt nicht mehr beben! –
Trauet auf mich, Ihr sollt nicht mehr beben!
Schutz will ich gegen die Hölle Euch geben,
Trauet auf mich, Ihr sollt nicht mehr beben!
Schutz will ich gegen die Hölle Euch geben,
Euch weih‘ ich all mein Leben,
Euch weih‘ ich all mein Blut.

ANNA
(für sich.)
Ja, ihm vertraue ich freudig mein Leben,
Wie stärkt mich sein männlicher Mut.

KONRAD
Doch rasch nun fort von diesem Ort Auf immerdar!

ANNA
Doch rasch nun fort von diesem Ort Auf immerdar!

KONRAD
Doch rasch nun fort von diesem Ort Auf immerdar!

ANNA
Ja, rasch nun fort von diesem Ort Auf immerdar!

KONRAD
Doch rasch nun fort –

ANNA
Von diesem Ort –

KONRAD
Auf immerdar!

ANNA
Ja, fort auf immerdar!

KONRAD
Laßt, o laßt Euern Weg mich beschützen!

ANNA
(für sich)
Er will mich mutig beschützen!

KONRAD
Euch meinen Arm, meinen Arm unterstützen!

ANNA
Mich soll sein Arm unterstützen!

KONRAD
Laßt Euern Weg, Euern Weg mich beschützen,
Dann seid Ihr sicher vor jeder Gefahr!

ANNA
Ja, ich vertrau‘ Euch in jeder Gefahr,
Ja, ich vertrau‘ Euch in aller Gefahr!

(Konrad ohne sie in diesem Duett 
zu umarmen, führt sie ab nach rechts)

Verwandlung

(Das Innere von Gertruds Hütte.Es ist dunkel)

Nr. 12. Melodram und Lied

(Während des ganzen Melodrams hört man 
außerhalb heftige Windstöße, die genau nach der
Partitur gerichtet werden müssen, so daß sie immer 
in die Pausen während der einzelnen Sätze fallen.)

Vierter Auftritt

(Gertrud kommt von rechts mit einer brennenden
Lampe, welche sie auf den Tisch rechts stellt. Es 
wird heller)

GERTRUD
(spricht mit dem elften)
Wo nur Annchen bleibt? Es ist finstre Nacht
und der Wind heult kalt über die Haide. 
Das arme Kind! Wüsste ich nicht,
daß sie die Wege kennt, 
mir wäre bange um sie.

(Sie geht zum Fenster hinten.)

Es ist auch kein Sternchen am Himmel.

(Heftiger Windstoß; ein Fensterflügel
fliegt auf, man hört das Klirren der
Scheiben. Sie schließt das Fenster.)

Hei, hei! Das stürmt ja, als wäre das wilde Heer los. 
Wäre nur Anna erst da.

(Sie setzt sich in den Lehnstuhl links vorn und spinnt.)

Ich sagte es ihr gleich, 
es wäre heut schon zu spät zur Base zu gehn,
der Weg ist zu weit.

(Sie fängt an, das Lied zu summen.)

Es hätte ja morgen sein können.

(Sie summt das Lied weiter, nach und
nach fügt sie halblaut Worte hinzu.)

Des Nachts wohl auf der Haide,
Da brennt ein Flämmchen blau.

(Sie spricht.)

Wenn sie nur ohne Anfechtung durch 
den Wald gekommen ist.

(Sie singt.)

Ein geiziger hartherziger Mann,
Den Schatz zu heben kommt er an.
Des Nachts wohl auf der Haide,
Da brennt ein Flämmchen blau.

(Sie spricht.)

Wie die Hunde in den Sturm heulen! 
‚s istschaurig kalt.

(Sie schüttelt sich, singt weiter.)

Und wie er gräbt, da steigt empor
Ein bleiches Totengeripp!

(Sie spricht.)

Still! Raschelt es nicht an der Thür? Sie horcht.
Sie ist es noch nicht.

(Sie singt.)

Auf der Haide,
Da brennt ein Flämmchen blau.
Du hörst nicht auf der Armen Not,
Drum würge ich dich jetzt zu Tod!
Des Nachts wohl auf der Haide,
Da brennt ein Flämmchen –

(Sie spricht.)

Wer kommt da?

(Sie springt auf, wendet sich zur Thür Mitte
rechts. Konrad tritt dort mit Anna, die halb
Ohnmächtige in seinen Armen haltend, ein 
und führt sie auf den Stuhl am Tisch rechts)

Fünfter Auftritt

(Anna auf dem Stuhl, Konrad und Gertrud 
zu ihrer Linken. Dann Hans Heiling. Der Wind 
wird immer schwächer und hört bis zum Beginn 
des Finale ganz auf)

GERTRUD
(erschreckt)
All ihr Heiligen, was ist denn geschehn?

KONRAD
Erschreckt nicht, Mutter Gertrud, 
es ist ihr kein Leid geschehn.

GERTRUD
(erschreckt)
So spric h doc h, Kind, was ist dir widerfahren?

KONRAD
(halblaut zu Gertrud)
Gönnt ihr Ruhe, Mutter Gertrud, 
und höret freundlich auf mein Wort. 
Ich wollte Euch noch einmal recht ins Gewissen reden, 
daß Ihr doch Euer wunderholdes Kind 
dem Heiling nicht geben möchtet, 
denn ich habe es gestern beim Feste wohl abgemerkt, 
daß Anna ihn nicht liebt 
und auch nimmermehr mit ihm glücklich sein kann.

GERTRUD
Wie, Anna, 
übermorgen soll deine Hochzeit sein und nun –

ANNA
(heftig, springt auf und nimmt die Mitte.)
Nein! nein! um Gottes willen, 
sprecht nicht mehr von ihm.

Nr. 13. Finale

KONRAD
(zu Gertrud)
Ihr hört es! Schon sein Nam‘ ist ihr ein Abscheu
Und Ihr wollt sie zu solchem Bündnis zwingen?

(Zärtlich zu Anna.)

O sagt mir, Anna, wird in Eurem Herzen
Für keinen andern eine Stimme laut?
Und könntet Ihr, und könntet Ihr ein Herz,
Ein Herz voll unbegrenzter Treu
und Zärtlichkeit Verwerfen?

ANNA
Konrad, ach, schonet mein!
Ich bin ein armes unglücksel‘ges Mädchen!

(Sie wankt an Konrad vorüber nach dem
Stuhl am Tisch rechts und sinkt dort zusammen. )

KONRAD
(tritt ihr näher)
Gönne mir ein Wort der Liebe,
Ein einzig Wort der Liebe,
Und ewig, ewig bin ich dein,
Ja, ewig, ewig bin ich dein!
Dann soll dir kein Tag mehr trübe,
Keiner, keiner leidvoll sein;
Dann soll dir kein Tag mehr trübe,
Keiner, ja, keiner leidvoll sein!
Sorgsam will ich alle Freuden
Dir auf deinen Pfad vereinen
Und in Leiden
Für dich kämpfen, mit dir weinen!
Nur die Lieb in deinen Blicken
Sei mein Leben, mein Entzücken!
Nur die Freud, die Freud in deinen Blicken
Sei mein Leben, mein Entzücken!

(Zu Gertrud.)

Lasset Gewährung mich hoffen!

(Zu Anna.)

Willst du die meine sein?
Anna! Willst du die meine sein?
Willst du die meine sein?

(Anna und Gertrud schweigen.)

Lasset Gewährung mich hoffen!
Willst du die meine sein?
Dann ist der Himmel mir offen,
Wonne der Seligen mein!

GERTRUD
Ei, Kunz, wo denkt Ihr hin!
Was kommt Euch in den Sinn?
Wollt‘ ich auf Eure Worte hören,
Was würde Meister Heiling sagen?

KONRAD
O wollt eurer Kinder Glück gewähren,
Ihr sollt es nimmermehr beklagen!

ANNA
(aufstehend, schüchtern.)
Darf ich wohl freud‘ge Hoffnung nähren?
Ich muß an allem Glück verzagen.

KONRAD
(zu Gertrud.)
Wollt Eurer Kinder Glück gewähren!

ANNA
Ich muß an allem Glück verzagen!

GERTRUD
Was würde Meister Heiling sagen?

ANNA
Darf ich wohl freud‘ge Hoffnung nähren?
Ich muß an allem Glück verzagen!

KONRAD
Wollt Eurer Kinder Glück gewähren,
Ihr sollt es nimmermehr bereuen!

GERTRUD
Wollt ich auf Eure Worte hören,
Was würde Meister Heiling sagen! Was?
Ei, Kunz, wo denkt Ihr hin!
Was kommt Euch in den Sinn?

(Heiling wird, das Schmuckkästchen aus dem 
Vorspiel in der Hand, von linksher am Fenster 
hinten, durch welches er beobachtend blickt, sichtbar)

Wollt ich auf Eure Worte hören,
Was würde Meister Heiling sagen?

(Heiling tritt unbemerkt Mitte rechts ein und 
bleibt aufhorchend im Hintergrunde stehen. )

Ei, Kunz, was fällt Euch ein!
Was würde Meister Heiling sagen?

(Heiling tritt einen Schritt vor. Lange Pause.)

Sechster Auftritt

(Anna rechts, Konrad und Gertrud 
zu ihrer Linken. Heiling zurückstehe)

ANNA
(Heiling bemerkend.)
Da ist er!

(Sie eilt entsetzt an Konrad vorüber zu ihrer
Mutter. Lange Pause. Heiling kommt schweigend 
vor, Konrad auf seiner rechten, Anna und Gertrud 
auf seiner linken Seite; gemessen zu Anna, kalt 
und düster.)

HEILING
Nimmermehr hatt‘ ich geglaubt,
Daß du so mich kränken könntest,
Mir so ungehorsam sein!
Doch ich will es dir verzeihn.

(Etwas heftiger.)

Bald bist du mein Weib,

(Mit flammendem Blick auf Konrad.)

und wehe Dem, der zwischen uns sich stellt!

(Zu Anna, wieder gemäßigt.)

Schön geschmückt sind Haus und Hof,
Ihre Herrin zu empfangen.

(Er öffnet das Schmuckkästchen, läßt
Ketten und Juwelen hervorblitzen.)

Nimm demnach als Leibgedinge
Diesen Schmuck, den ich dir bringe.

(Anna schaudert zusammen. Konrad blickt mit
verschränkten Armen, finsteren Blicks auf den
Vorgang. Heiling reicht Anna den Schmuck hin. 
Anna steht mit gesenktem Blick, die gefalteten 
Hände angstvoll windend.)

GERTRUD
(kommt neugierig näher.)
Heil‘ge Jungfrau, welch ein Glanz,
Er verblendet mich noch ganz!

HEILING
(etwas heftiger.)
Willst du mein Geschenk verschmähn,
Deinen Brautschmuck gar nicht sehn?

ANNA
(heftig abwehrend.)
Fort, hinweg mit dem Geschenk!

HEILING
(naht sich mit dem Schmuck.)
Willst du mein Geschenk verschmähn!

ANNA
Nichts, o nichts will ich von Euch!

(Sie steht stumm und in Todesangst da.)

GERTRUD
Ei, Kind, bedenk!

KONRAD
(für sich.)
Gelüstet es dem Frechen,
Ein hartes Wort zu sprechen,
Soll dieser Arm es rächen!

HEILING
(für sich, mit wütendem Blick auf Konrad.)
Welch trotziges Erfrechen!
Nur er lehrt so sie sprechen,
Sein Verderben soll es rächen!

KONRAD
(für sich.)
Gelüstet es dem Frechen,
Ein hartes Wort zu sprechen,
Soll dieser Arm es rächen!

GERTRUD
(zu Anna.)
Mein Kind, du mußt zur Sühne sprechen,
Sonst wird der Friede brechen.

HEILING
(mühsam gemäßigt zu Anna.)
Nicht bedacht hast du dein Wort,
Fremder Eifer riß dich fort.
s ist dein Leibgedinge,
Was ich bringe.
Ich, der Bräut‘gam deiner Wahl!

(Heftig ihre Hand fassend.)

Bald dein Herr und dein Gemahl!

(Anna reißt sich los, flieht an Heiling
vorüber zu Konrad hinüber. Gertrud eilt,
Schutz suchend, nach hinten.)

ANNA
(zu Konrad.)
Wenn du mich liebst, so schütze mich!

(Auf Heiling weisend.)

Er ist ein Erdgeist!

HEILING
(stürzt zusammen.)
Ha!

KONRAD
Was höre ich?

ANNA
(schnell.)
Glaubt mir doch, das war es ja,
Was ich vorhin im Walde sah.
Er stammt aus dem Reich der Zwerge,
Ist ein Geisterfürst der Berge!

(Konrad setzt Anna auf den Stuhl am
Tisch rechts und tritt entschlossen an
Anna vorüber vor Heiling hin. Gertrud 
tritt erbebend Anna zur Rechten.)

KONRAD
Beim heil‘gen Hubert beschwör‘ ich dich,
Hebe dich hinweg von hier!
Sonst, bei Gott, versuche ich

(Die Hand am Fangmesser, 
aber ohne es zu ziehen.)

Den blanken Stahl an dir!

HEILING
(noch am Boden, sich mühsam halb
aufrichtend, mit starrer Kälte.)
Alles dahin!

KONRAD
(wendet sich zu Anna, die er in seine Arme zieht.)
Frei bist du, frei!
Trotz seinem tück‘schen Drohn!

GERTRUD
Gott steh uns bei!

KONRAD
Frei bist du, frei! Ich lach‘ des Kobolds Wut!

GERTRUD
Gott steh uns bei
und still das feindliche Drohn!

ANNA
Gott steh uns bei! Stille das feindliche Drohn!

KONRAD
Frei bist du, frei, trotz seinem tück‘schen Drohn!
Ich lach‘ des Kobolds Wut, 
ich lach‘ des Kobolds Wut!

HEILING
(für sich.)
Hei, hei! Wie sie drohn,
welch lustiger Hohn!

GERTRUD, ANA
Gott steh uns bei, stille das feindliche Drohn,
Der Rache flammende Wut!

KONRAD
(wendet sich zu Anna.)
Frei bist du, frei! Ich lach‘ des Kobolds Wut!
Frei bist du, frei! –

HEILING
(rafft sich auf, zieht einen Dolch aus
seinem Gürtel, schleicht sich hinter den
abgewandten Konrad und führt von
rückwärts blitzschnell einen Stoß auf ihn.)
Hei, hei, hei, hei!

(Konrad strauchelt von der Gewalt des Stoßes 
und sinkt zusammen. Heiling stürzt hohnlachend 
Mitte rechts hinaus; man sieht ihn draußen am 
Fenster vorüber nach links entfliehen)

ANNA
(wirft sich über Konrad.)
Konrad, Geliebter!

(Die beiden Frauen beschäftigen sich 
mit dem zu Boden gefallenen Konrad)



DRITTER AUFZUG


(Ödes, rings geschlossenes Felsenthal.
Links ein Felssitz.Es ist Nacht)

Nr. 14. Melodram und Arie mit Chor

Erster Auftritt

(Hans Heiling allein)

HEILING
(kommt mühsam, verstört, von 
links über die Felsen herab)

(Spricht)

Ich bin am Ziel, hier ruht,
ihr müden Glieder,
Zu Ende ist nun eure Erdenfahrt!

(Er wirft sich ermüdet auf den Felssitz links.)

O rasende Verblendung, die mich trieb,
Das Glück der Erde neidenswert zu finden!
Der Mensch allein kann Erdenglück genießen,
Weil dem beschränkten Stumpfsinn es genügt.
Des höhren Geistes mächtiges Verlangen
Kann nur getäuscht an seinem Schimmer hangen.
Und was ist diese mächt‘ge Weibesliebe?
Der Lebenspuls von allem Menschentreiben?

(Er lacht.)

Haha! Haha!
O Unsinn, darauf zu bauen!
Ein einz‘ger Blick, ein buhlerisches Wort,
Ein einz‘ger Tanz und Lieb‘ und Treu sind fort,
Um die wir alles hingeopfert. –
Still! –
Der Erde Täuschung liegt weit hinter mir.

(Er erhebt sich.)

Ich habe mich gerächt, ihr Buhl‘ ist tot,

(Ingrimmig.)

Mag sie verderben nun in Gram und Not!

(Die Rede wird Gesang.)

O Mutter, hätt‘ ich dir geglaubt! Uns beiden
Erspart ich dann das herbe Leiden.
Doch kehr‘ ich wieder, Mutter, und auf immer!
Weit von mir stoß ich die unwürd‘ge Schwäche,
Weit von mir jedes menschliche Gefühl!
Zum Geisterkönig wurde ich geboren,
Und meiner Abkunft Stolz ist nicht verloren!
Herauf ihr Geister
Aus Höhl‘ und Kluft!
Herauf, der Meister,
Der König ruft !

(Die Erdgeister erscheinen aus den Versenkungen, 
aus den Gebüschen und aus den Felsspalten wie 
im zweiten Aufzug.)

Zweiter Auftritt

(Heiling. Chor der Erdgeister)

CHOR DER ERDGEISTER
Wer rief uns?
Wer beschwört der Tiefe Geister,
Wer ist so kühn und nennt sich ihren Meister?

HEILING
Ich bin‘s! Erkennet mich, meine Brüder!
Der Erde müde, kehr‘ ich wieder,
Ich hab auf ewig ihr entsagt.

CHOR DER ERDGEISTER
(Sie treten nahe an Heiling 
heran, sehen ihm ins Gesicht.)
Hast du nun an uns gedacht,
Da dein Mädchen dich verlacht?

HEILING
(höhnisch.)
Das Lachen hat sich schnell gewandt,
Ihr Buhle fiel von meiner Hand!

CHOR DER ERDGEISTER
(unter sich.)
Hahaha! Seht doch an!
Wie Meister Heiling prahlen kann!

(Zu Heiling.)

Der Jäger ist frisch,
Gesund wie ein Fisch.

HEILING
Er lebt, sagt ihr?

CHOR DER ERDGEISTER
Du trafst ihn schecht,
Er lebt und sitzet warm
In seines Liebchens Arm.

HEILING
(bebend.)
So wär ich nicht gerächt? Nicht?

CHOR DER ERDGEISTER
Dein Schätzchen ist des Jägers Braut
Und morgen wird‘s ihm angetraut.

HEILING
So rächet ihr denn eures Königs Schmach,
Zur Hochzeit gehen wir, mir nach!

CHOR DER ERDGEISTER
(wendet sich von ihm.)
Hast dich ja von uns losgesagt,
Geh hin und prüfe deine Macht!

HEILING
Sprecht ihr eurem König Hohn?

(wendet sich von ihm.)

Nieder, mir zu Füssen,
Euren Trotz zu büssen!

CHOR DER ERDGEISTER
(sich wieder nähernd und ihm ins Gesicht höhnend.)
Wo ist deine Krone,
Wo dein Herrscherstab?
Sag, wo ist dein Buch,
Dessen Zauberspruch
Uns in Fesseln schlug?

HEILING
(hilflos.)
Mein Buch, mein Hort,
Meine Krone fort!

CHOR DER ERDGEISTER
Hihihihihihi!
Wolltst dich überheben,
Auf der Erde leben,
Nur gemach,
Die Reu‘ folgt nach!

(Sie wenden sich wieder zurück.
Die Zwerge kichern.)

HEILING
(verzweifelnd.)
Ha! Das Geisterreich stößt mich zurück,
Und hin ist auch mein Erdenglück!
Alles, alles ist verloren,
O des Thoren, des Thoren!

(Er schlägt sich mit beiden Fäusten 
gegen die Stirn und stürzt zusammen.)

CHOR DER ERDGEISTER
(umgiebt ihn.)
Jetzt ist er unser auf immerdar!

(Diejenigen, welche rechts stehen, strecken die 
rechte Hand, diejenigen, welche links stehen, die 
linke Hand über Heiling aus. Zu den Zwergen.)

Jetzt eilig hin, Eilig hin zur Königin!

(sechs zwerge huschen nach 
rechts hinten fort.Zu Heiling.)

Hör uns an, verzweifle nicht.
Ob auch der Menschen Treue bricht,
Die Geister halten streng an Pflicht.

(Die sechs Zwerge kehren von rechts hinten 
zurück; der eine trägt das Scepter auf einem Kissen.)

Willst du wieder uns gehören,
Dich uns ganz zu eigen schwören –

(Die sechs Zwerge knieen im Halbkreis neben 
Heiling. Nach dem Scepter hinzeigend, das die 
Zwerge gebracht.)

Soll dieses Scepter wieder dein
Und unsre Macht dir dienstbar sein!

HEILING
Alles, alles will ich euch versprechen,
Laßt mich meine Schmach nur rächen,
Rache! Rache nur will ich!

CHOR DER ERDGEISTER
(sich um ihn drängend, ihm 
knieend das Scepter reichend.)
So nimm es hin! Wir rächen dich! Wir rächen dich!

(Sie erheben die Hände.)

HEILING
Habt Dank, habt Dank, ihr Brüder!

(Er nimmt das Scepter, sich aufrichtend.)

Jetzt, jetzt bin ich König wieder.

(Chor der Erdgeister steht auf.)

HEILING
(vorschreitend, drohende beschwörende
Bewegung bei den gesperrten Worten.)
Es nahet die Rache,
Weh e euch beiden,
Ihr triumphieret nicht!
Wenn ihr beim Feste
Im Taumel der Freuden,
Beim Feste im Taumel der Freuden,
Dann halte ich Gericht.

CHOR DER ERDGEISTER
Es nahet die Rache,
Wehe euch beiden,
Ihr triumphieret nicht!
Wenn ihr beim Feste
Im Taumel der Freuden –

HEILING
Wenn ihr beim Feste
Im Taumel der Freuden,
Dann halte ich Gericht!

CHOR DER ERDGEISTER
Wenn ihr beim Feste
Im Taumel der Freuden,
Dann halten wir Gericht!

(Sie bleiben in dieser drohenden Stellung 
bis zum Fallen des Vorhangs, versinken 
nicht wieder. Heiling eilt ab nach rechts.)

Verwandlung

(Felsenhöhlenreich der Königin. Wald und
Felsengegend. Zur Rechten auf Stufen eine 
Kapelle. Es ist heller Tag.)

Nr. 15. Bauernhochzeitsmarsch 
auf der Bühne links außerhalb.

Dritter Auftritt

(Stefano. Vier Schützen mit ihren Hörnern)

STEFANO
(tritt bei der Wiederholung der ersten acht 
Takte des Hochzeitsmarsches mit den vier 
Schützen von rechts hinter der Kapelle auf 
und spricht in großen Pansen während des 
Marsches, der von links außerhalb näher kommt)
Jetzt kommt die Hochzeit, ihr Herren.
Ihr Herren, jetzt kommt sie, haltet euch bereit!

(Pause.)

Seht, da biegt der Zug um die Felsecke!

(Pause.)

Heißa, wie die Fahnen wehen!

(Pause.)

Ach, schaut, da ist das Brautpaar!

(Während der Wiederholung des zweiten Teils des
Hochzeitsmarsches kommt der Zug von links vorn:
Zwei Bauern mit Stangen, worauf Blumensträuße 
und Bänder; sechs Bergknappen- Musikanten; 
der Schulmeister; drei Bauern mit Fahnen; vier
Brautjungfern; Konrad den Arm in der Binde, Anna,
Gertrud; vier Brautjungfern; Bauern und Bäuerinnen)

Vierter Auftritt

STEFANO
Halt da! Ich habe zwanzig neue Verse 
zu deinem alten Jagdliede.

KONRAD
Zwanzig?

STEFANO
Ja, die sing ich dir.

(Die Schützen blasen.)

Nr. 16. Lied mit Chor

STEFANO
Es wollte vor Zeiten ein Jäger frein,
Er zog in den grünen Wald hinein.
Baubau! Baubau! Hallo! Trara!
Baubau! Hetzhetz! Hallo! Trara!
Baubaubaubaubau!
Er lockte das hohe und niedere Wild,
Die Männchen und Weibchen im grünen Gefild,
«Ihr lieben Gesellen, ach, ratet mir fein:
Wie muß mein Betragen im Ehestand sein?»
Baubau! Hetzhetz! Hussa! Hallo! Trara!
Baubau! Hallo! Trara! Hallo! Baubau!
Hussa! Hallo! Trara! Baubau! Hussa! Hallo!
Hussa! Baubaubaubaubaubaubau!
Hallo! Trara! Baubaubaubaubau!

CHOR
Baubau! Hussa! Hallo! Trara! Hussa!
Hussa! Hussa! Hussa, sa, sa, sa, sa, sa!
Baubaubaubaubau!

STEFANO
Der Jäger zuerst zu dem Bären trat:
«Du zottiger Petz, gieb mir guten Rat!»
Baubau! Baubau! Hallo! Trara!
Baubau! Hetzhetz! Hallo! Trara!
Baubaubaubaubau!
Da brummte der Bär: «Sieh mich nur an,
Bin ich nicht ein Muster als Ehemann?
Denn dickfellig muß man bei Weibern sein,
Und brummen und brummen, jahraus, jahrein.»
Baubau! Hetzhetz! Hussa! Hallo! Trara!
Baubau! Hallo! Trara! Hallo! Baubau!
Hussa! Hallo! Trara! Baubau! Hussa! Hallo!
Hussa! Baubaubaubaubaubaubau!
Hallo! Trara! Baubaubaubaubau!

CHOR
Baubau! Hussa! Hallo! Trara! Hussa!
Hussa! Hussa! Hussa, sa, sa, sa, sa, sa!
Baubaubaubaubau!

GERTRUD
Nun, das sind mir saubre Lehren am Hochzeittage.

STEFANO
O im neunzehnten Verse kommt‘s noch dicker!
Der Jäger trieb auch einen
Dachs aus dem Bau:
«Wie leb‘ ich zufrieden mit meiner Frau?»
Baubau! Baubau! Hallo! Trara!
Baubau! Hetzhetz! Hallo! Trara!
Baubaubaubaubau!
Da gähnte der Dachs
und strich sich den Wanst:
«Ach, schlafe so lang und so fest du kannst.
Denn nur wenn man weder hört noch sieht,
Hat man vor Weibern Ruh und Fried‘.»
Baubau! Hetzhetz! Hussa! Hallo! Trara!
Baubau! Hallo! Trara! Hallo! Baubau!
Hussa! Hallo! Trara! Baubau! Hussa! Hallo!
Hussa! Baubaubaubaubaubaubau!
Hallo! Trara! Baubaubaubaubau!

CHOR
Baubau! Hussa! Hallo! Trara! Hussa!
Hussa! Hussa! Hussa, sa, sa, sa, sa, sa!
Baubaubaubaubau!

(Die sechs Bergknappen-Musikanten beginnen 
wieder den Bauernhochzeitsmarsch  Nr.15. zu spielen.
Der Zug setzt sich unter Jubelgeschrei in der früheren
Ordnung gegen die Kirche hin in Bewegung. Stefano
und die vier Schützen folgen dem Zuge in die Kirche.
Wenn die Ersten kurz vor der Kapelle angekommen
sind, bricht der Hochzeitsmarsch ab. Das Glöcklein 
der Kapelle beginnt zu läuten. Alle nehmen vor der
Thür die Kopfbedeckung ab. Die sechs Bergknappen
Musikanten bleiben außerhalb stehen und richten ihre
Aufmerksamkeit auf das Innere der Kapelle. Wenn 
Alle in der Kapelle sind, endet das Läuten. Hans 
Heiling kommt mit dem Scepter, wie er im zweiten
Auftritt abgegangen ist, von rechts vorn.)

Fünfter Auftritt

(Heiling allein. Stimmen aus der Kapelle)

HEILING
(Spricht)
Hier ist der Platz, hier will ich ihrer warten,
Ein unwillkommner finstrer Hochzeitsgast,
Ein schlimmer Führer in das Brautgemach.
Du schmucker, feiner, lust‘ger Bräutigam,
Die Brautnacht bricht herein, nimm dich in acht,
Sie wird mit tiefem Schatten dich bedecken.

Nr. 17. Gesang unter Harmoniumbegleitung 
in der Kapelle.

(Während diesem ertönt das Glöcklein
in sparsamen Schlägen.)

CHOR
Segne, Allmächtiger, segne dies Paar,
Schütze ihr Haupt in jeder Gefahr!
Du bist der starke Gott, auf den wir bauen,
Du der Allmächtige, dem wir vertrauen,

CHOR UND KONRAD
Du bist der starke Gott, dem wir vertrauen,
Du der Allgütige, auf den wir bauen!

HEILING
(nach dem ersten Takte vor sich hinsprechend)
Vergebens flehet ihr,
der ew‘ge Rächer ist mit mir.
Wende dein Angesicht, richtender Gott!
Laß meine Rache frei, hemme sie nicht!

(Pause. Er spricht weiter, wenn Konrad 
und Anna im Chore hörbar werden)

Willst du mich bethören, süsser Friedensklang,
Will ich dich nicht hören,
frei sei der Rache Drang!

(Er eilt nach links ab. Nach Beendigung des 
Gesanges große Pause; dann Glockengeläute. Die
sechs Bergknappen-Musikanten beginnen hierauf
wieder den Bauernhochzeitsmarsch Nr. 15. Der Zug
kommt in der vorigen Ordnung aus der Kirche und 
geht unter Vorantritt der Musikanten links vorn ab.
Konrad und Anna haben sich von dem Zuge 
getrennt und bleiben. Der Hochzeitsmarsch wird
schwächer und schwächer und verklingt)

Sechster Auftritt

(Anna, Konrad zu ihrer Linken. Konrad und 
Anna kommen umschlungen nach vorn)

Nr. 18. Duett

KONRAD
Nun bist du mein!

ANNA
Ich ewig dein!

KONRAD, ANNA
Ich halte dich umfangen
Und alles Fürchten –

KONRAD
Alles Bangen, vergessen ist‘s –

ANNA
Vergessen ist‘s, vergessen ist‘s –

KONRAD UND ANNA
Auf immer und vergangen!

ANNA
Was mir gelobt dein treuer Mund,
Der Liebe heil‘gen Eid –

KONRAD
Den hat zum ew‘gen Treuebund
Der Himmel nun geweiht.

ANNA, KONRAD
Was mir gelobt dein süsser Mund,
Der Liebe heil‘gen Eid,
Den hat zum ew‘gen Treuebund
Der Himmel nun geweiht. –

ANNA
Nun bist du mein!

KONRAD
Ich ewig dein!

ANNA, KONRAD
Ich halte dich umfangen, und alles Fürchten –

KONRAD
Alles Bangen –

ANNA
Vergessen ist‘s auf immer –

KONRAD
Auf immer und vergangen!

ANNA, KONRAD
Vergessen ist‘s auf immer und vergangen!
Ja, alles Fürchten, alles Bangen,
Vergessen ist‘s auf immer und vergangen!

(Sie wollen ab nach links vorn. Stefano und 
die acht Brautjungfern treten ihnen entgegen.)

Siebenter Auftritt

STEFANO
(Spricht)
Nun, das gefällt mir nicht übel.
Zum Brautsuchen sollt ihr kommen,
alles steht und wartet auf euch.

Nr. 19. Finale

(Eine Brautjungfer läßt sich vor Konrad auf 
ein Knie nieder, faltet auf dem andern ein 
weißes Tuch zusammen, womit sie dann 
Konrad die Augen verbindet)

DIE BRAUTJ UNGFERN
So wollen wir auf kurze Zeit
Die Augen dir verbinden,
Hast du nach Herzenslust gefreit,
Wirst du dein Weibchen finden.

(Sie wiederholen diesen Sang)

KONRAD
Und wär‘st du tausend Meilen weit,
Ich wollte dich schon finden.

(Zwei Brautjungfern führen 
ihn rasch ab nach rechts vorn.)

Achter Auftritt

(Die Vorigen ohne Konrad und die beiden
Brautjungfern. Dann Haus Heiling)

STEFANO
Nun lauft mit ihm, was ihr könnt, versteckt ihn,
Ich komme gleich mit der Braut nach.

(Eine Brautjungfer verbindet 
Anna ebenso die Augen)

DIE BRAUTJ UNGFERN
Wir wollen nur auf kurze Zeit
Die Augen dir verbinden,
Wenn du ein treues Weibchen bist,
Wirst du den Liebsten finden.

(Sie wiederholen diesen Sang.)

ANNA
Ach, wer dem herzen teuer ist,
Den weiß man schon zu finden.

(Zwei Brautjungfern drehen und führen sie einmal 
in einem kleinen Kreis herum und lassen sie dann
stehen. Alle stehen ruhig und sehen beobachtend 
auf Anna. Heiling tritt von links hinten heran.)

ANNA
Nun führt mich!

(Sie reicht Stefano die linke Hand; ehe Stefano 
sie nimmt, tritt Heiling dazwischen und ergreift sie.)

DIE BRAUTJ UNGFERN
(aufschreiend.)
Ha!

(Sie laufen nach allen Seiten davon. Stefano 
stürzt erschreckt ab nach rechts vorn.)

Neunter Auftritt

(Anna, Heiling zu ihrer Linken)

ANNA
Was soll das Schrein? –
Ihr tollen Mädchen, laßt die Possen sein!
So kommt doch! – Wollt ihr nicht? So sprecht!
So sprecht!
Ihr ängstigt mich! Ihr ängstigt mich!
Ach, das ist gar nicht recht !

(Unwillig reißt sie mit dem letzten Wort das 
Tuch von den Augen, erblickt Heiling, der 
unbeweglich ihre Hand hält; sie sinkt in die 
Kniee, wendet entsetzt das Gesicht.)

Barmherz‘ger Gott!

HEILING
(mit starrer Kälte.)
Was wendest du dein Angesicht?
Süss Liebchen,
kennst du deinen Bräut‘gam nicht?

ANNA
Entsetzlicher! Hinweg! – Was willst du hier?

HEILING
(reißt sie empor; fürchterlich.)
Als Rächer komm‘ ich her!

ANNA
(scheu und bang.)
Weh mir!

HEILING
(von ihrem Anblick entwaffnet und tief 
be wegt, schlägt die Hände zusammen.)
Anna! Warum hast du mir das gethan?

ANNA
(gerührt, ganz kindlich.)
O rechnet mir nicht Euern Jammer an!

HEILING
Gedenkst du nicht des Tags, 
da du mir Treu‘ versprochen,
Als ich in Wonn‘ und Schmerz zu deinen Füssen rang?
Warum, warum hast du mir deine Treue gebrochen?

ANNA
(kindlich.)
Warum habt Ihr zum Menschen Euch gelogen,
In Eure grause Nähe mich gezogen,
Mit Eitelkeit mein Herz versucht?
Ich wußte nicht, was ich versprochen,
Als Ihr mich Braut genannt.

HEILING
Verflucht!
So hast du keine Treue mir gebrochen?
Vor meiner Liebe konnte dir schon grauen?
Wohlan, wohlan,
so sollst du meine Rache schauen!

ANNA
So räche dich, so räche dich, Entsetzlicher!
Doch nur an mir, an mir allein
Erschöpfe alle Pein!
Doch an mir allein
Erschöpfe alle Pein

(Sie fällt ihm zu Füßen.)

Und schone, schone meines Gatten nur!

HEILING
(rasend.)
Ha, Schändliche! So wagst du, ihn zu heißen?
Aus deinem Herzen will ich diesen Namen reißen.

ANNA
(flieht wankenden Schrittes vor ihm nach rechts vorn)
Ihr Heil‘gen alle, schützet, rettet mich!

(Sie stürzt in die Kniee, mit ausgebreiteten 
Armen wie verzückt gen Himmel rufend.)

In deine Hände, o Gott, befehl‘ ich mich!

(Heiling läßt von ihr ab, steht erschüttert und
unschlüssig. Stefano und Konrad eilen von rechts 
vorn herbei. Gertrud, die vier Schützen, Bauern 
und Bäuerinnen kommen von links. Die acht
Brautjungfern treten von allen Seiten heran)

Zehnter Auftritt

(Alle drohend gegen Heiling)

KONRAD
(zu Heiling.)
Weiche, Verfluchter,
Ihr Retter ist da!

KONRAD, CHOR
Weh dir, Veruchter,
Die Rache ist nah!

(Heiling blickt ihn mit starrer Kälte an.)

KONRAD
Rufe deine Geister,
Schwarzer Hexenmeister,
Rolle nur wütend den Blick,
Hier nimm deinen Dolchstoß zurück!

(Er führt mit dem Jagdmesser einen heftigen 
Stoß auf Heilings Brust, die Klinge bricht. Heiling 
steht unbeweglich, lacht gellend auf. Alle weichen
entsetzt nach allen Seiten hin zurück, so daß die 
Mitte frei wird.)

GERTRUD, STEFANO, CHOR
Wehe, entsetzlich!
Er ist unverletzlich!

HEILING
(schwingt sein Scepter)
Geister, herbei, Die Rache ist frei!

STEFANO, CHOR
Die Höll ist frei, Gott steh‘ uns bei!

(Heftiger Donnerschlag. Es wird Nacht.)

CHOR DER HOC HEITSLEUTE
Weh uns!
In des Verderbens Nacht Sind wir gefallen!

HEILING, DIE GEISTER
Wehe euch allen!
In des Verderbens Nacht Seid ihr gefallen!

(Die Kapelle rechts verwandelt sich in einen nackten
Felsen. Die Wald- und Felsengegend verschwindet 
nach oben. Das diamantenschimmernde
Felsenhöhlenreich erscheint. Die Königin der
Erdgeister sitzt auf einem erhabenen Throne unter
einem juwelenblitzenden Baldachin. Gnomen und
Erdgeister die auf leuchtenden Gesteingrotten
gruppiert sind, umgeben sie. Helles Licht fällt 
auf die Gruppe. Während des Trompetensolo fährt 
die Erhöhung mit der Gruppe um die Königin 
langsam nach vorn)

Elfter Auftritt

(Die Vorigen. Die Königin der 
Erdgeister. Gnomen. Erdgeister)

KÖNIGIN
(aufstehend.)
Halt ein, mein Sohn, die Rache darf nicht richten,
Laß mich den Streit in Liebe schlichten!

CHOR DER HOC HEITSLEUTE
Ha! Welch Wunder ist geschehen,
Welch ein Glanz läßt dort sich sehen!

KÖNIGIN
Du hast der Erde Lust
und Pein erfahren,
Hast deine Leidenschaft gebüsst,
Erhebe dich nun über sie.
Das Geisterreich beut dir die Krone
Und treue Liebe ihrem Sohne
Verheißt der Mutter Herz.

(Sie breitet die Arme aus.)

Hierher, mein Sohn!
Hierher, mein Sohn, hier endet aller Schmerz!

GEISTER
(halblaut.)
Ihn bewegt, ihn bewegt der Mutter Rede,
Wird er sich, ja, wird er sich zur Milde kehren?

HOCHEITSLEUTE
(halblaut, noch immer starr vor Staunen.)
Welche, welche wunderbare Rede!
Wird er, wird er auf die Mahnung hören?

HEILING
(der die ganze Zeit in sich gekehrt 
und ohne Bewegung stand.)
Wenn mein Kranz verblüht,
Wenn mein Herz gebrochen,
Dann, ja, dann hatt‘ ich Wiederkehr versprochen!
Ich komme, Mutter, alles ist erfüllt!

(Er eilt nach dem Thron, seiner Mutter zu
Füßen. Königin beugt sich liebend über
ihn und zieht ihn zu sich empor. Die
Erdgeister bekleiden ihn mit Krone und
Mantel und gruppieren sich huldigend um
beide. Königin und Heiling halten sich in
inniger Umarmung umschlungen)

GEISTER
Heil, Heil, die Herrin hat gesiegt,
Heil uns, Heil, Heil, er ist gewonnen!

HOCHEITSLEUTE
Wohl uns! wohl uns! er ist besiegt!
Die Gefahren, die Gefahren sind zerronnen.

HEILING
Fahr hin, der Erde Lust und Leid!
Es war beschieden,
Was geschehn.
Kein sterblich Auge soll mich wiedersehn.

(Die Erhöhung mit der Gruppe der Königin fährt
langsam zurück. Der nackte Felsen rechts 
verwandelt sich wieder in die Kapelle. Die Wald
und Felsengegend sinkt wieder von oben herunter 

und schließt das Felsenhöhlenreich. Es wird wieder
heller Tag)

KONRAD, ANNA
(nachrufend.)
Fahr wohl! Fahr wohl!
und unter uns sei Friede!

(Alle gehen, wenn sich das Felsenreich
geschlossen, nach vorn. Gertrud und 
Chor der Hochzeitsleute mit erhobenen 
Händen.)

HOCHEITSLEUTE
Gottes Allmacht hat entschieden,
Allen Recht und allen Frieden.

KONRAD UND ANNA
Gottes Allmacht hat entschieden,
Allen Recht und allen Frieden!
Nun endlich mein, und alles Bangen,
Vergessen sei‘s auf immer und vergangen.

ALLE
Gottes Allmacht hat entschieden,
Allen Recht und allen Frieden.



PRÓLOGO


(Amplia caverna en las profundidades de la
tierra donde se ven numerosos pasajes que 
conducen a otras cuevas. Todo está iluminado 
por una luz turbia y de color rojizo. Una grieta 
en la pared de cristal se eleva hasta el techo de 
la bóveda. Brota del suelo un chorro de agua 
plateada. En el fondo, se abre lateralmente un 
pasaje por encima de un rellano rocoso a una 
altura considerable hasta una cavidad, a través 
del cual se puede vislumbrar una luz pálida. 
En medio de la cueva se alza un trono de roca.
Penumbra mágica, interrumpida aquí y allá por 
efectos de luz cegadora. A derecha e izquierda, 
los actores. Se abre el telón)

Escena Primera

(La Reina de los Espíritus de la Tierra, Hans 
Heiling, gnomos, sus mujeres, enanos. Heiling 
tiene la cara pálida, el cabello y la barba negros. 
Su personalidad es sensible e impetuosa a la vez; 
es mesurado en el hablar y en su comportamiento; 
a veces la ira lo domina pudiendo llegar hasta el 
furor. Hans entra vestido con una túnica negra 
hasta las rodillas, se cubre con un rico y largo 
manto y ciñe su cabeza una brillante corona. 
En la mano derecha lleva un cetro de oro. Se 
sienta solemnemente en el trono. La reina, así 
mismo vestida con un vestido negro, se sienta 
junto a él. Los enanos, gnomos y sus  mujeres
trepan por las
paredes escarpadas de los 
alrededores en las que brillan las vetas metálicas;
todos llevan joyas que presentan, haciendo 
profundas reverencias, a la reina y a Heiling. 
Los gnomos desenrollan hojas de rocas, traen
pequeñas piezas metálicas pulidas, abren cuadernos
metálicos y van a buscar pequeñas vagonetas en las
que cargan el metal, luego se distribuyen a izquierda 
y derecha. Los enanos trabajan con martillos sobre 
la roca y andan a pequeños pasos en fila india
deteniéndose ante cada salida. Escena animada 
y agitada.)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Trabajad diligentes
con gran vigor!
¡Sostened firmemente
las aguas del abismo!
¡Permaneced atentos!
¡Empujad hacia el pozo
los tesoros que estaban durmiendo
la noche eterna!
Sin descanso,
siempre
atrás y adelante,
encima y debajo,
obtengamos rápidamente
lo más ricos y más coloridos tesoros
por los que los seres humanos luchan y penan,
perecen y se arruinan,
se salvan y se condenan.

HEILING
(Se levanta, se pone la corona, toma 
el cetro de oro y desciende del trono.)
¡Basta, acabad vuestro trabajo!

(Los Espíritus de la Tierra se detienen a escuchar)

HEILING
¡Me siento obligado a irme,
no puedo permanecer por más tiempo
en el fértil mundo del amor!

LA REINA
(siguiéndolo)
¿Hoy nos dejarás para siempre?
¿Quieres alejarte de tu reino dorado y de tu madre?
¿Quieres renunciar a la comunidad de tus hermanos?

(Los Espíritus de la Tierra se aproximan, 
poco a poco, desde todos lados)

HEILING
¡Tengo que hacerlo!
¡Si quiero llevar esta corona,
tengo que renunciar al amor terreno!
Y eso para mí es imposible.

(con pasión)

Desde que encontré a Ana,
desde el momento en que nuestras almas se unieron,
¡corona y cetro no valen nada para mí!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¿Quieres unirte
a la hipócrita raza humana
y rechazar la corona?
¿Deseas realmente eso?

(Se arrodillan a ambos lados de Heiling
con lo brazos levantados hacia él)

¿Deseas eso? ¿Lo deseas?

LA REINA
¡Quédate aquí! ¡Quédate!
¡Quédate aquí!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(rogando humildemente)
¡Permanece aquí!
¡Los Espíritus te servirán

(con las manos en el pecho)

gustosos al menor gesto tuyo!

HEILING
¡Marcharos! ¡Basta de promesas!

(Los Espíritus de la Tierra se estremecen)

HEILING
Quiero liberarme de vosotros. 
No quiero tener que volver a abandonar a Ana
por tener que oficiar aquí.

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(Se levantan y retroceden mientras dicen entre si)
¡Oh, qué rebelde!
¡Oh, qué contumaz!
¡Qué orgulloso es!
¡Qué orgulloso, obstinado y rebelde!
¡Qué orgulloso y obstinado es!

(se vuelven a acercar)

Arrogante.
¿Cómo podrás vivir sobre la tierra?
¡Te arrepentirás!
¡Oh! 
¡Qué orgulloso y obstinado eres!
¡Oh!
Arrogante.
¿Cómo podrás vivir sobre la tierra?

(Amenazantes)

¡Espera, espera!
¡Te vas a arrepentir!
¡Espera, espera!
¡Te vas a arrepentir!
¡Espera, espera!
¡Te vas a arrepentir!

(Vuelven atrás, donde forman grupos, algunos 
en cuclillas, otros de pie. La reina y Heiling quedan 
en primer plano)

LA REINA
La ilusión de tu madre siempre ha sido tu herencia,
ilusión que aún hoy me atormenta
con amargo arrepentimiento.
Tú bien sabes que la vida te fue dada
por el amor de un ser humano;
hijo de un infeliz matrimonio,
has vivido sumido en un eterno conflicto –

HEILING
(conmovido)
Lo sé, lo sé, por eso déjame ir,
para que sobre la tierra,
en los brazos de Ana,
llegue a ser un ser humano completo.

LA REINA
(acercándose a él)
¡No lo serás jamás!
Siempre serás un extraño
para los seres humanos.
Sus actividades limitadas
pronto te parecerán viles y sin sentido.
El arrepentimiento se apoderará de ti
y desearás volver,

(rápidamente)

por lo tanto conserva tu poder mágico
para dirigir a los espíritus.
¡Retén el poder de tu sabiduría!

HEILING
(Irritado)
¿De qué me servirá ese libro?
¿De qué me sirven sus poderes mágicos,
si no pueden aportarme serenidad? –

(Con profunda emoción)

¡En el seno de Ana me espera una vida dichosa,
sólo a la magia del amor
he de consagrarme!

LA REINA
(seria)
Y ¿estás seguro que el mundo de arriba
con todos sus encantos te será fiel?

HEILING
(ambiguo)
¡Calla, madre, calla!
Deja que mis dudas duerman,
debo tener confianza para poder vivir.
Dame las joyas para la novia, pues el tiempo apremia.

LA REINA
El último regalo de tu madre está dispuesto.

(Hace una señal y cuatro enanos le traen 
un hermoso cofrecito decorado y luego
regresan por donde vinieron. Los Espíritus de la 
Tierra una vez más se acercan lentamente.)

LA REINA
(Abre el cofre)
¡Fúlgidos diamantes, cómo brilláis!
Sois las lágrimas de despedida
que una madre derrama por su hijo infiel.
Llevad mis lágrimas
como joyas para la novia,
que ellas adornen a mi adversaria.
Que su felicidad se adorne con mi sufrimiento,
pues quedo aquí totalmente abandonada.

(Los Espíritus de la Tierra se reavivan)

HEILING
(Mientras toma el joyero, le habla en voz 
baja a la Reina mientras con su mano le 
oprime violentamente la boca)
¡Basta, basta! ¿Estás celosa de mi felicidad?
¿Por qué me haces tan difícil este último instante?

(Se levanta y se marcha)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(lo rodean formando un grupo compacto)
¡No debes huir!
¡Recuerda tu deber!
¡Eres uno de nosotros!
¡No te dejaremos marchar!

LA REINA
¡No huyas!
¡No nos abandones!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡No debes huir!
¡Recuerda tu deber!
¡Eres uno de nosotros!
¡No te dejaremos marchar!

HEILING
¿Osáis amenazarme?

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡No te dejaremos ir, no te dejaremos ir!

(Heiling con gesto amenazante gira bruscamente)

HEILING
¡No me retendréis!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡No te dejaremos ir, no te dejaremos ir!
¡No te dejaremos ir!

(Los espíritus hacen gestos amenazadores)

HEILING
(corriendo hacia el trono, toma el cetro 
de oro y con él se dirige hacia los Espíritus)
¡Abrid paso! ¡Es una orden del Rey!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(retroceden hacia ambos laterales, 
y se echan en tierra anonadados)
¡Ahí, de nosotros! ¡Ahí, de nosotros!

(La Reina va con un papel hacia el lado izquierdo)

HEILING
(Restituye el cetro en su lugar y, 
dirigiéndose hacia su madre, hace 
una profunda genuflexión)
¡Adiós, desde hoy no tienes hijo!

(Se pone de pie y se vuelve tristemente 
a los Espíritus de la Tierra)

¡Adiós! ¡Adiós!

(Retrocede)

¡Pobres hermanos, tan tristes e infelices!

LA REINA
(extendiendo los brazos)
¡Hijo mío!

HEILING
¡Adiós!

LA REINA
¡Hijo mío, hijo mío!
¿Nunca volverás? 
¿Nunca regresarás junto a mí?

HEILING
(Se vuelve. Pausa.
Se acerca a ella)
Si mi corona pierde su brillo,
si mi corazón se rompe,
entonces ¡oh, madre! tal vez.
Pero ¡no lo desees! ¡no lo desees!
¡Oh madre, no lo desees!

(se aleja a toda prisa. Se lo ve subir por el 
pasadizo de rocas lateral, se quita el manto 
de los hombros y, arrojándolo al suelo, 
desaparece por la salida. La Reina se sienta 
en el trono.)

Escena Segunda

(Los anteriores menos Heiling)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(Se levantan de nuevo)
¡Huye, no nos oye!....

(amenazantes, repiten cinco veces lo mismo)

¡Ay de los que traicionan la fe!

LA REINA
(Se desploma en los escalones del trono)
¡Pobre madre sin hijos!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(Se lamentan a su alrededor)
¡Pobre madre sin hijos!

LA REINA
(Se levanta rápidamente y avanza)
¡No, no! Mi poder no es vano, no me detendré.
¡Usaré mi poder 
para recuperar a mi hijo!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(la rodean apremiantes)
¡Permite, soberana, que te ayudemos en la empresa!
Ordena, ¿qué debemos hacer? ¡Ordena!

LA REINA
(imperativa)
¡Esperad pacientemente mis órdenes!

(Los Espíritus de la Tierra se aprestan a salir)

¡De prisa! ¡Reanudad vuestro trabajo!
¡Adelante, fieles seguidores de nuestras leyes eternas!

(Da la vuelta y vuelve al trono)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(refunfuñando)
Obedecer y soportar,
moverse y agotarnos,
ése es nuestro destino.

(Empiezan de nuevo su actividad)

¡Trabajemos diligentes
con gran vigor!
Sin descanso,
siempre
atrás y adelante,
encima y abajo.
¡Rápido! 
Trabajemos sin reposo,
siempre
atrás y adelante,
arriba y abajo.
¡Rápido! 
Obtengamos los más ricos y coloridos tesoros.
¡Rápido! 
Obtengamos aquello por lo que los humanos 
luchan y penan,
se salvan y se condenan.

(La Reina se sienta triste reflexionando 
sobre el trono. Los Espíritus de la Tierra 
reanudan las mismas actividades que al principio. 
Los siete minutos del entreacto se ejecutan a 
telón bajado mientras se realiza el cambio de 
escena, por lo que no es necesario efectuar 
un descanso)

Entreacto



PRIMER ACTO


(Sala de estudio de Hans Heiling. Es de día)

Nº 1 - Introducción

Escena Primera

(voces de la Reina y los Espíritus de la Tierra. 
Hans Heiling, luego las voces de Ana y Gertrudis)

LA REINA
(Desde las profundidades)
¡Oh, quédate conmigo, conmigo!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(de igual forma)
¡Oh, quédate con nosotros!
Los Espíritus te serviremos de buena gana
a la menor indicación tuya.

HEILING
(Sale de una puerta trampa con el joyero
en su mano, cerrando la puerta con una 
cadena, mientras el preludio comienza a sonar.)
¡Ciérrate para siempre, oscuro camino,
no quiero recorrerte nunca más!

(La escotilla del pasaje se cierra sonoramente)

HEILING
(toma un libro mágico de la mesa 
que está junto a la pared del fondo)
¡Vosotras, poderosas runas,
con vuestro poder mágico, haced que todos
los espíritus se silencien por siempre!

(Deja el libro cerrando cuidadosamente 
su broche y avanza al frente de la escena)

Ahora enciérrame en tus brazos amorosos
¡oh, rica tierra! y mantén tu palabra.
¡Soy todo tuyo!

(pone el joyero sobre un mueble 
y luego va a atizar las cenizas de la 
chimenea. Ana y Gertrudis llaman 
a la puerta)

GERTRUDIS
¡Maestro Heiling!

HEILING
(Sorprendido)
¿Quién llama?

ANA
¡Maestro Heiling, buen día!

HEILING
(Con entusiasmo)
¡Ella! ¡Es ella!

(Se apresura a descorrer el cerrojo de 
la gran puerta. Ana y Gertrudis entran)

Escena Segunda

(Gertrudis, Ana y Heiling)

Nº 2 Trío

HEILING
(a Ana, con la ternura amorosa)
¡Bienvenida!
Has traído el cielo a través de ese umbral.
Por primera vez en mi casa
¿puedo tomar estas manos
para saludarte?

(Saluda también a Gertrudis)

ANA
(Con ingenuidad y alegría)
Ayer en todo el día, durante todo el día 
no te dejaste ver.

GERTRUDIS
Hemos estado muy ansiosas.

HEILING
(a Ana)
Entonces ¿tu corazón preguntaba por mí?

ANA
Bueno, sí, he estado muy molesta
porque habías desaparecido de nuevo.
¿Qué hiciste ayer?

HEILING
Siempre he pensado en ti.
Ahora ya nada podrá separarnos,
nunca más estaré lejos de ti.

GERTRUDIS
¡Cómo disfruta ante tanta ternura
mi corazón maternal!
Sí, mi vejez gozará
de esta espléndida fortuna.

ANA
Bueno, nada de secretos
que a nadie complacen.
Cesen las obsesiones sombrías
y aprendamos a ser felices.

HEILING
Sí, felizmente hago
lo que ordena tu dulce boca.
Querida, cuando pueda decir que eres mía,
seré feliz y muy dichoso.

(Hablado)

GERTRUDIS
Bueno, señor, debo decir que estoy
un poco curiosa de conocer su casa.

HEILING
Déjeme guiarla.

(Heiling sale)

Escena Tercera

(Gertrudis y Ana)

GERTRUDIS
Anita, no dices nada.
¿No te gusta la casa de tu novio?

ANA
(Va hacia Gertrudis 
y se sienta en la mesa)
Madre, sí que me gusta, pero... ¡madre...

(a media voz)

... no deberías haberme aconsejado 
que me casara con Heiling!

GERTRUDIS
¿Qué dices? 
¡Un hombre tan rico y bien educado! 
¿Qué más se puede esperar?
Entre los jóvenes no hay ninguno que tenga 
intenciones honestas para con las muchachas.
Y ahora debo acompañar a Heiling.

(Gertrudis sale detrás de Heiling)

Escena Cuarta

(Ana a solas)

ANA
(Se sienta pensativa por un momento 
con las manos en el regazo, mirando 
el libro, luego se levanta suspirando)
¡Oh, Konrad!
¿Quizás estás pensando en mí?
Aunque, en tres días sea mi boda.

(Ana ojea el libro mágico y se aterroriza)

¡Ah, qué imágenes
tan brillantes y hermosas!
Se acercan y se alejan,
como nunca lo había visto.
¡Confusas imágenes
se mueven, se agitan
y se agrandan!

(sigue ojeando el libro)

¡Como olas!
¡Cómo se entrelazan,
cómo me acosan!

(Las hojas se ponen a girar, cada vez más rápido, 
por lo que Ana siente vértigo y se aferra a la silla
que hay tras de la mesa)

¡Más y más! ¡Más y más!
Giran vertiginosamente,
¡me siendo desmayar!
¡Qué horror! ¡Qué horror! ¿Qué ha sucedido?

(Hans Heiling entra cubierto con 
una gorra y una capa junto con 
Gertrudis, moviéndose rápidamente)

Escena Quinta

(Gertrudis en pie. Ana en la mesa con
el libro mágico. Heiling a su lado)

HEILING
(con vehemencia)
¡Desventurada! ¡Desventurada! ¿Qué has hecho?
¿Qué locura te impulsa?
¡Aléjate! ¡Temeraria!

(Saca la mano de Ana del libro que se lo pone bajo 
el brazo. Ana se lanza a los brazos de Gertrudis)

GERTRUDIS
¿Qué tienes, hija mía?

ANA
¡Ay de mí!

HEILING
(Reflexionando, se acerca a Ana)
¡Perdóname!

GERTRUDIS
¡Ah! ¡Hija mía!

HEILING
Cálmate, deja que yo aplaque tu miedo.

(La toma entre sus brazos y la acaricia)

ANA
(Desprendiéndose del abrazo de Heiling)
¡No, en nombre de todos los santos,
en el nombre de todos los santos,
destruye ese libro, destruye ese libro!
¡Deja que pueda vivir en paz!

HEILING
Ana, ¿qué me estás pidiendo?

ANA
¡Destruye ese libro!
Escucha mis ruegos, si quieres que me tranquilice!

HEILING
Ana, ¿qué me estás pidiendo?

ANA
¡Escucha mis súplicas,
si quieres verme tranquila!
¿Mis súplicas no te ablandan?
¿Tu amor ha desaparecido?
¡Acaba, por piedad,
con este tormento que me destruye!

HEILING
(Para sí)
Mi ciencia suprema,
mi orgullo y mi poder,
¿tengo que abandonarlos?
¿Debo liberarme de los espíritus
y vivir en el futuro sin poderes?

ANA
(con angustia, agarrándolo por los brazos)
¡Destruye el libro!
¡Escucha mis ruegos si quieres verme serena!
¿No tienen fuerza mis súplicas?
¿Tu amor ha desaparecido?
¡Acaba, por piedad,
con este tormento que me destruye!

(Se apoya en el pecho de Heiling)

HEILING
(Viendo la profunda emoción de Ana)
¡Todo te lo concedo!

(Aferra el libro con ambas manos)

¡Que las llamas te consuman!

(Lanza el libro al hogar. Una llama 
brillante incinera el libro. Se ve 
un relámpago acompañado de un trueno)

HEILING
(va hacia Ana)
¡Ahora he perdido mi poder,
toda mi felicidad depende de ti!

GERTRUDIS
¡Gracias a todos los santos!

HEILING
(a Ana)
¿Ya no estás inquieta?

ANA
¡Oh! ¡Mil, mil gracias!

GERTRUDIS
¡Gracias a todos los santos!

HEILING
¡Ya no estás angustiada!
¡Ya no estás angustiada!
¡Te ofrezco toda mi vida!
¡Para mí, 
nada hay más valioso que tú!

GERTRUDIS
¡Gracias a todos los santos!
Ha cedido,
no puede resistirse,
es un buen pretendiente.

ANA
¡Oh, mil gracias!
Una nueva vida ha vuelto a mí.
¡Oh, mil gracias!
Ahora ya puedo respirar.
¡Oh, mil, mil gracias!

HEILING
¡De nada! - ¡De nada!

(Hablado)

GERTRUDIS
Bien, maestro Heiling, es justo que usted 
haya escuchado las súplicas de Anita.

ANA
Heiling, sé que me amas.

HEILING
(estrechándola contra su pecho)
¿Lo sabes? ¡Entonces, no lo olvides nunca!

ANA
(Lo abraza mientras mira el collar que
él lleva alrededor de su cuello)
¿Qué llevas aquí, Heiling?

HEILING
Es un collar que deberás llevar 
como recuerdo de este momento

(le pone el collar)

GERTRUDIS
¡Ah, qué maravilloso! 
Anita, Anita, pero si pareces una dama.

ANA
¡Qué feliz me haces!
No soy ninguna ingrata,
créeme.

HEILING
Si me amas, 
¿de qué vale entre nosotros dar las gracias?

Nº 3 Aria

HEILING
El día en que me prometiste fidelidad,
cuando me debatía entre el placer y la pena, 
entonces, justo entonces,
empezó a amanecer en mi pecho.
Por primera vez
se había calmado
la ansiedad de mi alma.
De una noche oscura y triste
desperté a una vida luminosa.
¡Tú, sí, tú me hiciste dichoso
sin límite alguno!

(fervoroso, pero con una oculta amenaza)

¡Oh, nunca me hagas dudar de tu fidelidad!
Mantén siempre el amor en tu corazón,
pues sólo vivo por ti.

(impetuoso)

¡Te amo inmoderadamente,
te amo entre mil penas,
te amo entre sufrimientos infernales!

(receloso, pero siempre impetuoso)

Si alguna vez fueras a abandonarme,
si alguna vez tu corazón se enfriara,
¡ay de nosotros! ¡Ay!
De sólo pensarlo me invade
una tétrica violencia
que me incita 
a una venganza terrible.
¡Te amo con el corazón sangrante!
¡Te amo entre infinitos dolores!
Te amo
con el corazón sangrante,
entre dolores infinitos,
con recelo y temor,
con locos deseos.
Te amo con celos y miedo,
con ansia loca.
Te amo
con el corazón sangrante
entre dolores infinitos
con recelo y miedo
con ansia loca.
Así te amo.
¡Sí, así te amo!

(Se arroja a los pies de Ana, con 
el rostro hundido en su regazo)

(Hablado)

ANA
(lo levanta y habla mientras
la música continúa)
No seas tan impetuoso, ¡levántate!
¿No seré dentro de tres días tu esposa?
Entonces quédate tranquilo 
también tú.

GERTRUDIS
Creo que Ana tiene razón, maestro Heiling. 
Usted debería reunirse con los demás 
y divertirse un poco.

(La música termina)

Hoy celebramos la fiesta de San Florián.
Y, tal vez,
¿no debería Ana ir al baile?

HEILING
(violentamente)
¿Al baile?
¡Ella sabe cuanto dolor me causaría
si la viera en brazos de otro!

ANA
No, Heiling, no bailaré si eso te disgusta,
pero vayamos al baile para estar alegres 
entre personas alegres.

GERTRUDIS
Vamos maestro,
concédale una diversión a la joven.

HEILING
(Tras una pausa)
¿Y no bailarás?

ANA
(inclina la cabeza, vacilante)
No, si tú no lo quieres.

Nº 4 - Trío

HEILING
¡Bien! ¡Bien!
¡Vayamos, pues!

ANA
(Va hacia el fondo bailando feliz
luego regresa y se pone entre los dos)
¡Magnífico, genial! ¡Qué hermoso!

GERTRUDIS
¡Ve usted, maestro Heiling, qué feliz es!

ANA
¡Oh, qué bien! ¡Qué hermoso!

GERTRUDIS
¡Qué feliz!

ANA
Al fin podremos...

GERTRUDIS
Ahora que él te deja...

GERTRUDIS, ANA
... ¡Ir a la fiesta!

ANA
¡Magnífico, genial, qué hermoso,
iremos a la fiesta!

(Jugando con el collar, abraza con 
alegría a Heiling y a Gertrudis)

¡Qué contenta estoy!
Ahora esta joya
ya no permanecerá escondida.
¡Nada podría hacerme tan feliz!
No, no, ya no estará oculta.
¡Nada podría hacerme tan feliz!
Las demás muchachas
¡cómo me mirarán!
Algunas me saludarán cortésmente,
y otras sentirán fastidio...
¡Ja, ja! ¡Ja, ja, ja!
¡Qué divertido será!

(bailando alegremente de nuevo va hacia
el fondo y luego de nuevo regresa al
frente de la escena al lado izquierdo)

GERTRUDIS
(a Heiling)
¡Qué muchacha tan bromista,
se comporta como una niña!

ANA
¡Ah, Heiling, cuánto te quiero!
¡Cuánto te amo,
por haberme dado 
este placer!

GERTRUDIS
¡Qué muchacha tan bromista,
se comporta como una niña!
¡Qué muchacha tan bromista,
se comporta como una niña!

HEILING
(mirando a Ana)
¡Los actos mundanos
le gustan mucho!

GERTRUDIS
(a Heiling)
¡Vamos!

ANA
(de igual forma)
¡Vamos!

HEILING
¿Habré hecho bien en ceder?

ANA
¡Vamos!

HEILING
Pero si para ella es una señal de amor,
entonces, ¡no debo preocuparme!

ANA
(Con modo infantil)
¡Oh, no te arrepentirás de tu decisión!

GERTRUDIS
¡Oh, no se arrepentirá de su decisión!
¡La fiesta será realmente grata
también para usted!

ANA
¡La fiesta te será realmente
grata también a ti!

HEILING
¡Si no te apartas de mi lado,
no me arrepentiré!

GERTRUDIS
¡Oh, no se arrepentirá de su decisión!
¡La fiesta será realmente grata
también para usted!

ANA
¡La fiesta será realmente grata también para ti!

GERTRUDIS
¡Oh, no se arrepentirá de su decisión!
¡La fiesta será realmente grata
también para usted!

ANA
Sin duda, sin duda alguna,
¡la fiesta te gustará a ti también!

HEILING
¡Si no te apartas de mi lado,
no me arrepentiré!

ANA
Sin duda, sin duda alguna,
¡la fiesta te gustará a ti también!
Sin duda, sin duda alguna,
¡la fiesta te gustará a ti también!
¡Oh, no te arrepentirás de tu decisión,
la fiesta te gustará a ti también!

GERTRUDIS
¡Oh, no se arrepentirá de su decisión!
¡La fiesta será realmente grata
también para usted!

HEILING
¡Si no te apartas de mi lado,
no me arrepentiré!

(Los tres salen)

Escena Sexta

(Región montañosa a cielo abierto. Día luminoso)

Nº 5 - Coro de los campesinos

(Niklas, Stefano y un nutrido grupo de 
campesinos engalanados con flores y 
guirnaldas. Niklas y Stefano sentados 
en una mesa. Algunos campesinos están 
sentados, mientras otros permanecen de pié. 
Todos entrechocan sus vasos brindando. 
Stefano se levanta tan pronto comienza 

el coro.)

CAMPESINOS
¡Hurra!
¡Hoy no se deben guardar las copas!
Es éste un bendito día donde olvidamos 
los diezmos, los tributos y el duro trabajo 
que hace difícil la vida de la gente pobre.

(Stefano se ubica en el centro durante la pausa 
del coro. Una muchacha lo aferra desde atrás y 
le tapa los ojos. Stefano se resiste bajando sus 
manos, y se vuelve a mirar quién es. La muchacha
detrás de él se agacha.)

UN CAMPESINO
(Corre ante Stefano y le hace una mueca)
¡Bah!

(Todos se ríen)

CAMPESINOS
El duro trabajo y el arar la tierra,
las penurias y las tristezas,
por una vez se interrumpen.
¡Por eso, debemos estar alegres, compadres!
¡Por eso, debemos estar alegres, compadres!
¡Amigos, brindemos!

(Todos se levantan y hacen un brindis)

¡Viva San Florián!

(Gritos de alegría. Niklas, Stefano y 
dos campesinos se sientan de nuevo en 
la mesa. El resto de los campesinos 
se distribuyen en las otras mesas.)

(Hablado)

NIKLAS
Dime, Stefano, ¿tu primo vendrá?
¡Ya lo he visto merodeando
alrededor de la bella Anita!

STEFANO
Precisamente por eso el maestro Heiling
no dejará que su prometida venga hoy al baile. 
Él tiene un aspecto extraño. Tiemblo cuando lo veo.
¡Pero Anita lo pasará bien,
él es un hombre inmensamente rico!

(El guardia municipal Konrad entra con cuatro
cazadores, trayendo consigo su propio cuerno)

Escena Séptima

(Los precedentes. Konrad y cuatro cazadores. Todos dan la bienvenida a los cazadores)

STEFANO
(a Konrad, extendiéndole la mano)
¡Salud, primo, salud!

KONRAD
(estrechando la mano de Stefano)
¡Gracias, primo!
¡Y a vosotros, amigos, buen día!

NIKLAS
Sí, señor, lo pasaremos muy bien.
Apuesto a que esperas bailar con Anita, 
pero no la vas a encontrar aquí,
su prometido no lo permite.

(Risas. Konrad va a levantarse)

STEFANO
(lo retiene)
¡Mi querido muchacho, piensa!
Ha sido sin mala intención.

NIKLAS
¡Por el amor de Dios! No es nada. ¡Ven acá!
¡Brindemos a la salud de Anita!

KONRAD
(Se levanta y da una palmada a Stefano)
¡De acuerdo, a su salud!

(Beben y vuelven a sentarse)

NIKLAS
Pero cuéntanos, Konrad, 
háblanos acerca de los enanos y elfos.

KONRAD
¡Ah! No están mal predispuestos hacia los humanos,
sobre todo sus mujeres, pues en más de una ocasión
han obligado a un mortal a amarlas.
Como resultado, sus hijos, 
son medio espíritus y medio humanos.
¿Sabéis lo que le paso a Peppina?... ¿No lo sabéis?

TODOS
¡No!

NIKLAS
Nárranos esa historia.

KONRAD
Está bien, escuchad.

(Se levanta y se coloca en el medio de la escena. 
Los otros quedan sentados en las mesas. Bromean,
ríen, beben, y charlan en voz alta)

Nº 6 Canción con estribillo

KONRAD
Una muchacha hosca, pero muy bonita...

(El bullicio supera el canto de Konrad)

KONRAD
(hablado)
Muy bien, si no queréis escuchar, allá vosotros...

NIKLAS
(poniéndose de pie)
¡Haced el favor de callaros, oigamos la historia!

(Los cazadores y campesinos se sitúan 
alrededor de Konrad. Se hace el silencio)

KONRAD
(Cantado)
Una niña de mal genio, pero muy agraciada,
no tenía en cuenta ninguna propuesta.
Se burlaba de sus pretendientes,
sí, se burlaba de sus pretendientes.
Pero cuando llegó un apuesto condecito
lo tomó de inmediato por esposo.
¡hurra, hopalalà!
"¡Muchachas, reventad de envidia,
yo voy a ser una auténtica dama!
¡Sí, sí, voy a ser una verdadera dama!"

(Silenciosamente el lado izquierdo es 
despejado de mesas, bancos y sillas)

CORO
¡Hurra, hopalalà!
"¡Muchachas, reventad de envidia,
yo voy a ser una auténtica dama!
¡Sí, sí, voy a ser una verdadera dama! "
Sí, una verdadera dama.
¡Ja, ja, ja, ja, ja!

KONRAD
"¡Muchachas, reventad de envidia,
yo voy a ser una auténtica dama!
¡Ja, ja, ja, ja, ja!
Ella se engalana y coquetea,
y se jacta y contonea,
y se adorna como un pavo real
y se adorna como un pavo real.
Pero el viernes, 
el condecito se encierra
y no sale de su habitación.
¡Oho, oho, hey, hey!
Y ella piensa: "¡pero qué extraño!
¡El Diablo debe andar de por medio!

CORO
¡Oho, oho, hey, hey!
Y ella piensa: "¡pero qué extraño!
¡El Diablo debe andar de por medio!
¡El Diablo debe andar de por medio!
¡Está de por medio el Diablo!
¡Ja, ja, ja, ja, ja!

KONRAD
Y ella piensa: "¡pero qué extraño!
¡El Diablo debe andar de por medio!
¡Ja, ja, ja, ja, ja!
Así que espía por el ojo de la cerradura
y ve cómo su marido, de dos palmos de alto,
baila con otros enanos
de dos palmos de alto.
Con las piernas cortas
y la cabeza grande
el señor Conde, pobre incauto, salta.
¡Hopalalà, hopalalà!
y hace ágiles cabriolas.
¡Sí, sí, su marido era un elfo,
era un elfo!

CORO
¡Hopalalà, hopalalà!
Hace ágiles volteretas
pues su marido era un diablillo.
¡Su marido era un diablillo,
sí, su marido!
¡Ja, ja, ja, ja, ja!

KONRAD
¡Hopalalà!
Hace ágiles volteas
pues su marido era un diablillo.
¡Ja, ja, ja, ja, ja!

(Todos ríen. Konrad se sienta 
en una mesa de la plaza. El sol 
se pone con rosada luminosidad. 
Todo el coro, después del canto se 
retira al fondo de la escena donde 
está la hostería. Hans Heiling, Ana y 
Gertrudis entran inadvertidos por el 
fondo de la escena )

Escena Octava

(Los precedentes. Heiling, Ana, 
Gertrudis, luego los músicos)

Hablado

NIKLAS
(viendo a Heiling y levantándose)
¡Maestro Heiling!

(lo saluda)

HEILING
(Después de una pequeña pausa)
Buenos días:
¡parece sorprendido de verme aquí!

STEFANO
No, en absoluto, de hecho, nos alegramos:

KONRAD
(se aleja con Ana en un coloquio apasionado)
¡No tienes idea
cuánto me alegro de verte!

ANA
(bromeando)
Sí, ¡quién lo creería! 
Seguro que eso se lo has dicho a muchas...

STEFANO
Ahora, señor, hágame el honor...

(Entrega a Heiling una copa. Heiling 
mira fíjamente el lugar donde están Ana 
y Konrad. Los campesinos y cazadores, 
en la fondo, vuelven la cabeza y murmuran 
acerca de Heiling)

STEFANO
Maestro Heiling
¿acaso no quiere beber conmigo?

(Heiling toma mecánicamente la copa 
sin dejar de mirar a Ana y Konrad)

GERTRUDIS
(En voz baja, a Ana)
¡Anita, Anita, ten cuidado con Heiling!

KONRAD
(apasionado, tomando la mano de Ana)
Es verdad, te lo digo de todo corazón...

HEILING
(arrojando la copa)
¡Maldito sea!

STEFANO
(Aterrorizado)
¡Santo Patrón! ¿Qué le pasa?

Nº 7 Final

Vals

(El vals comienza a escucharse fuera 
de escena. Ana corre y observa hacia 
allí. Los músicos entran desde el fondo 
y tocan el vals en la plaza donde se 
encuentra la hostería)

CAZADORES, CAMPESINOS
NIKLAS, STEFANO
(Empujándose y divirtiéndose, riendo y bailando)
¡Aquí llegan los músicos! ¡Todos a bailar!

(Heiling se adelanta)

ANA
¡Ah! ¡Qué magnifico!

(Pega saltitos y aplaude llena de alegría)

¡Ah! ¡Qué bueno!
¡Llegan los músicos!
Pero, soy una tonta,
¿de qué me alegro?
¡Nunca tocarán para mí!

(Mira a Heiling y queda apesadumbrada. 
Los cazadores y campesinos se retiran a 
la hostería)

Escena Novena

(Ana y Heiling a un lado;
Konrad y Gertrude al otro)

KONRAD
¿Maestro Heiling, me permite 
al menos este baile?

HEILING
(bruscamente)
¡No, señor, no lo permito!

(Konrad se aparta)

GERTRUDIS
(A Heiling, señalando a Konrad)
¡Usted debe concederle a Anita esta pequeña alegría!

HEILING
Tengo su promesa.

ANA
Si no quieres, no bailo.
Pero por mi amor,
deberías aceptar.

(Anochece. Las ventanas 
de la hostería se iluminan)

Final

ANA
Como salta el corazón en mi pecho,
¡bailar, bailar, esa es mi felicidad!

(Se mueve como bailando)

Liberarse y hacer piruetas en rápidos giros.
¡Por favor, déjame bailar!

(acercándose a Heiling)

HEILING
¡No, no puedo fomentarte
ese placer desenfrenado que te tienta!

GERTRUDIS, KONRAD
¡Por favor, concédale lo que pide!
¡Déle un poco de placer!

(A través de las ventanas de la 
hostería se ve a la gente bailar)

HEILING
¡No!

ANA
(Irritada)
¿Debo perder mi alegría?
¿Quieres privarme de todo placer?

HEILING
¡Debes respetar mis deseos
y no desear lo que es odioso para mí!

KONRAD
(para sí)
Casi no puedo retener la ira.

GERTRUDIS
(para sí)
¡Debo evitar el conflicto!

(Sigue a Heiling)

HEILING
¡No debe desear lo que es odioso para mí!

KONRAD
(para sí)
Casi no puedo controlar mi ira.

ANA
(Impetuosa)
¡Si te muestras como un tirano
cuando todavía no eres mi marido,
quiero decirte con franqueza
que jamás seré tu esposa!

HEILING
(Dolorosamente, con gesto agresivo hacia Ana)
¡Ana! ¡Ana!

GERTRUDIS
(a Ana)
¡Hija, por favor!

KONRAD
(interpretando el gesto de Heiling,
se interpone entre él y Ana)
¡Deténgase! ¡No ofenda nuestras costumbres!

HEILING
(enojado y amenazador)
¿Tienes valor?

GERTRUDIS
¡Ana, por favor!

ANA
(persuadida por Gertrudis, hace retroceder a 
Konrad y se vuelve conciliadora hacia Heiling)
Pero no, pero no querido amigo,
no quería hacerte sufrir.
Ya sabes que no soporto
ser sometida a un trato autoritario.
¡Me da rabia, sí, me da rabia!
¡Sé gentil, sé amable y moderado
y así te amaré!

HEILING
Así que tú quieres...

ANA
(Pone una mano sobre la boca)
¡Olvidémoslo!
¿Entrarás con nosotros, verdad?

(Konrad y Ana se dirigen hacia 
la hostería,Gertrudis los sigue)

Escena Décima

(Heiling solo)

HEILING
(llamando)
¡Ana! ¡Ana!
¡No me escucha! ¡Se va! ¡Se va!
¡Nunca me ha amado!

(Queda sumido en sus pensamientos. De la posada 
se oye la música y los cánticos alegres. A través 
del ventanal puede verse a Konrad bailar con Ana)

HEILING
(estremeciéndose)
Sí, divertiros, dejaos llevar por el loco placer...
¡Despiertan el demonio en mi pecho!
¡Hacerme este desplante! ¡Burlarse así de mí!
¿Es esta la recompensa a mi amor infinito?
¡Ah! ¡Ah! ¡Ella!

(anonadado)

¡No, no, jamás me ha amado!

(Cuando el vals comienza a sonar de nuevo, 
él se marcha rápido)



ACTO SEGUNDO


(El paisaje representa una vegetación salvaje y 
rocas. Un bosque en cuyo interior están los gnomos
escondidos. Al frente y la derecha, un tronco de árbol.
Un rojo atardecer brilla a través de los árboles)

Nº 8 - Escena y Aria

Escena Primera

(Ana a solas. Luego, el coro de los Espíritus 
de la Tierra al fondo. Ana llega sumida en 
sus pensamientos a través del denso follaje)

Recitativo

ANA
¡Ay! ¿Qué será de mí? ¿Qué será de mí, ahora?
¡Cuánto miedo y angustia agitan mi corazón!
Mi valor comienza a vacilar y la duda me invade...

Aria

Mi valentía comienza a flaquear.
Hasta hace poco, mi corazón estaba sereno
y no conocía ni la nostalgia ni el dolor.
Yo era inocente y muy feliz,
peor que conocí el amor
ya no tengo más paz,

(queda sumida en sus pensamientos)

¡Ahora que amo soy infeliz!
¡Ay! ¿A dónde dirigirme?,
¿Cómo terminará todo esto?
¿Quién será mi salvador
en esta aflicción?

(triste y con voz apagada)

A mi prometido le di mi palabra,
mi palabra.
Toda su vida depende
de mi promesa de fidelidad.
¿Puedo quizás romperla?
¿Puedo quizás romperla?
¡Sin embargo, sólo ahora comprendo
qué es lo que liga 
a los corazones apasionados
con vínculos tan poderosos!
El amor de Konrad me llena de inquietud,

(temblando)

pero la imagen de Heiling,
con su mirada de reproche, me aterra.
Y sin embargo, en mi pecho,
no siento culpa alguna.
¿A dónde dirigirme,
¿Cómo va a terminar esto?
¿Quién será mi salvador en esta aflicción?
¿Quién? ¿Quién? ¿Quién? ¿Quién?

(se sienta agotada sobre el tronco del árbol  
y, tras una breve pausa, se vuelve a levantar. 
La luz rojiza de la puesta del sol mengua)

Nº 9 - Aria y coro

(Se percibe el canto con voz apagada de los 
Espíritus de la Tierra que se van acercando 
cada vez más hasta hacerse visibles. Ana vuelve 
a sentarse sobre el tronco del árbol)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
Desde las profundidades del abismo,
a través de la tierra,
¡subamos a la superficie!
¡Arriba, a la luz!

(Las puertas trampas se abren. Aparece la Reina 
de los Espíritus de la Tierra, bañada por la luz
que sale de la puerta trampa. Está rodeada por 
sus doncellas, los Espíritus de la Tierra y los 
gnomos. Otros grupos de Espíritus de la Tierra 
salen por otras puertas. Los gnomos se ocultan 
entre los arbustos)

Escena Segunda

(Ana en la parte anterior de la escena. La 
Reina de los Espíritus de la Tierra al centro. 
Los Espíritus de la Tierra detrás. Luego llega 
Konrad. La reina sube a un promontorio y se 
vuelve hacia Ana. Los Espíritus de la Tierra se 
reúnen en grupos luminosos, alrededor de su Reina)

LA REINA
¡Oye mi palabra, ilusa criatura humana!

(Los Espíritus de la Tierra dirigen sus
manos amenazadoramente contra Ana)

LA REINA
Vine para advertirte.
La desventura amenaza con someterte,
y tú corres a ciegas hacia la ruina.

ANA
(muy agitada)
¡Oh, noble señora! ¿Qué he hecho?

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Ríndete, criatura humana!

ANA
Pero, ¿qué pretendéis de mí?

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Ríndete, criatura humana!
¡Escucha lo que se te pide!

LA REINA
¡Mi hijo, devuélveme a mi hijo!

(rogando)

Libéralo...

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Libéralo!

LA REINA
... de las redes del hechizo del amor!
¡En la tierra no le es posible ser feliz!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(Con gestos amenazantes)
¡Ay de ti, si no obedeces!

ANA
¡Ay de mí

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Ay de ti, si no obedeces!
¡Ay de ti, si no obedeces!

ANA
¡Ay de mí! ¡No entiendo nada!

LA REINA
Entérate entonces...

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
Entérate entonces…

LA REINA
…que tu prometido
¡Es el soberano de los espíritus de la montaña!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Es el soberano de los espíritus de la montaña!

LA REINA
¡Pertenece a la familia de los gnomos,
a la familia de duendes y gnomos!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Pertenece a la familia de los gnomos,
a la familia de duendes y gnomos!

ANA
(cae al suelo anonadada)
¡Dios todopoderoso!

LA REINA
Abre tus oídos a la voz que te advierte
¡Devuélveme, a mi único hijo!
¡Devuélvelo al trono abandonado!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Devuélvelo al trono abandonado!

LA REINA
De lo contrario, serás arrojada a la furia,
a la furia de los poderosos espíritus de la venganza.
¡Ellos reclaman a su amo!
¡Piensan y traman
hechos horrorosos y repugnantes!
¡Te asustarán y perseguirán día y noche! 
¡Te asustarán y perseguirán 
con infinitas penurias!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Ay de ti! ¡Ay de ti!

LA REINA
¡Devuélveme a mi único hijo,
devuélvelo al trono abandonado!
De lo contrario, serás arrojada a la furia,
a la furia de los poderosos espíritus de la venganza.
¡Ellos reclaman a su amo!
¡Piensan y maquinan
horrorosos y repugnantes hechos!
¡Te asustarán y perseguirán
día y noche!
Te acosarán y perseguirán con penurias infinitas!
¡Te asustarán y perseguirán
día y noche!
¡De día y de noche con penurias infinitas!

(Se levanta de nuevo y junto con su corte y
los Espíritus de la Tierra y gnomos, desaparece
por la puerta trampa)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(desapareciendo)
¡Ay de ti! ¡Ay de ti! ¡Ay de ti!
¡Si no eres obediente!
¡Ay de ti, si no eres obediente!
¡Ay de ti! ¡Ay de ti!

(Todo descienden y desaparecen 
por donde vinieron  con gestos 
amenazantes. El último acorde 
de la orquesta continúa hasta su 
desaparición completa)

Nº 10 Escena

(Ana conmocionada, se tambalea, da unos 
pocos pasos y cae. Se oye el sonido de los 
cuernos de caza fuera de escena)

Escena Tercera

(Ana caída en el suelo y Konrad 
que entra en escena)


KONRAD
(fuera de escena)
¡En la verde foresta
resuena mi cuerno de caza!

(Aparece desde el fondo 
y avanza sobre la escena)

KONRAD
(viendo a Ana)
¿Quién está aquí, en el bosque,
a esta hora tardía y solo?
¿Es un ser humano,
una visión de los espíritus malignos?
¡Animo, iré a verlo!

(acercándose)

¿Qué veo? ¡Ana!
¡Por San Humberto! ¿Qué haces aquí?

(la levanta)

ANA
(Horrorizada, no reconociendo a Konrad)
¡Vete! ¡Vete! ¡Aléjate de mí!

KONRAD
(Trata de convencerla con dulzura)
¿No me reconoces?... Ana, ¡mírame!

ANA
(lo reconoce y le extiende 
su mano llorando de alegría.)
¡Konrad! ¡Oh! ¡Konrad! ¡Dios te ha enviado!

KONRAD
(La ayuda a levantarse)
Recóbrate, dime ¿qué te ha sucedido?

(Indignado)

¿Dónde está tu prometido?
¿Por qué no te protege?

ANA
(conmovida)
¡Ah, no me hables de él, que me estremezco!

KONRAD
(Insistiendo)
¿No lo amas?

ANA
¡Nunca lo he amado!

KONRAD
Pero sin embargo, vas ser su esposa...

ANA
¡Nunca!
Antes que eso 
me arrojaré al profundo río.

Nº 11 Dúo

KONRAD
(Lleno de alegría)
¡Ah, lo que dices me da nueva vida
y aumenta con fuerza de mi coraje!
¡Confía en mí, no tendrás que temblar,
no, no, no tendrás a temblar!
Confía en mí, no tendrás que temblar.
Te voy a proteger contra el propio infierno,
confía en mí, no debes temblar más.
Te voy a proteger contra el propio infierno.
¡A ti consagro mi vida,
a ti te consagro toda mi sangre!

ANA
(Para sí)
Sí, a él le encomiendo con alegría mi vida,
¡cuánta fuerza que me da su valor!

KONRAD
¡Rápido, salgamos de aquí, para siempre!

ANA
¡Rápido, salgamos de aquí, para siempre!

KONRAD
¡Rápido, salgamos de aquí, para siempre!

ANA
¡Sí, rápido, salgamos de aquí, para siempre!

KONRAD
¡Vamos, rápido!

ANA
¡Alejémonos de aquí!...

KONRAD
¡Para siempre!

ANA
¡Sí, para siempre!

KONRAD
¡Permite que proteja tus pasos!

ANA
(Para sí)
¡Qué valente, me quiere proteger!

KONRAD
¡Que mi brazo te sirva de apoyo!

ANA
¡Que tu brazo me sostenga!

KONRAD
¡Deja que proteja tu camino,
así estarás a resguardo de cualquier peligro!

ANA
¡Sí, confío en ti ante cualquier peligro!
¡Sí, confío en ti ante cualquier peligro!

(al terminar el dúo, ambos 
abandonan la escena)

Cambio de escena

(Interior de la choza de Gertrudis. Noche cerrada)

Nº 12 Melodrama y Canción

(A lo largo de esta escena, se oyen 
soplar violentas ráfagas de viento, 
por lo que las frases individuales 
sólo se oyen durante las pausas)

Escena Cuarta

(Gertrudis entra con una 
lámpara encendida, que 
pone sobre la mesa)

GERTRUDIS
(Hablando consigo misma)
¿Dónde estará Anita?. Es noche cerrada
y el viento aúlla frío sobre el páramo.
¡Pobre muchacha!
Si no supiera que conoce bien todos los senderos,
estaría preocupada.

(Se pone delante de la ventana)

En el cielo no brilla ni la más pequeña estrella.

(Una ventana se abre violentamente
y se oye el ruido de cristales rotos.
Gertrudis va a cerrarla)

¡Ay! Parece como si se hubiera
desatado un ejército de fantasmas.

(Se sienta en una silla y comienza a hilar)

Ya le advertí que era demasiado tarde 
para ir a casa de la comadre.
El camino es muy largo.

(Empieza a canturrear una canción)

¡Bien hubiera podido ir mañana!

(Sigue canturreando, poco a poco
se escuchan las palabras en voz baja)

De noche en la foresta
arde una llama azul.

(hablando)

Espero que haya cruzado el bosque
sin problemas.

(canta)

Un hombre avaro y cruel
trata de desenterrar el tesoro.
De noche en la foresta
arde una llama azul.

(hablando) 

¡Pero cómo aúllan los perros al viento!
¡Hace un frío terrible!

(se agita y va al frente a la escena)

Y mientras va excavando
¡se levanta un horrible esqueleto!

(hablando)

Silencio... ¿Cruje la puerta?
¡No, todavía no es ella!

(Canta)

En la foresta
arde un llama azul.
¡No escuches la pena de los pobres,
porque entonces vas a morir sofocado!
De noche en la foresta
arde una llama azul.

(hablando)

¡Ya está aquí!

(Se levanta y se dirige a la puerta. 
Entra Konrad con Ana desmayada 
en sus brazos y hace que se siente en 
una silla junto a la mesa)

Escena Quinta

(Ana sentada, Konrad y Gertrudis a su lado. 
Luego, llegará Hans Heiling. El viento irá 
amainando poco a poco pero se oirá aún 
hasta casi el final de esta escena)

GERTRUDIS
(asustada)
¡Santos del cielo! ¿Qué ha sucedido?

KONRAD
No se asuste, señora Gertrudis,
no le ha pasado nada.

GERTRUDIS
(Acercándose a Ana)
Pero ¡habla, mi niña! ¿Qué te ha pasado?

KONRAD
(En voz baja, a Gertrudis)
Concédale un poco de descanso
y escuche lo que le voy a decir.
Sinceramente creo que 
no debe entregar su hija a Heiling.
Bien se vio,
ayer en el baile,
que ella no lo ama 
y que nunca podrá ser feliz con él.

GERTRUDIS
¡Pero Ana,  si está todo preparado 
para pasado mañana, el día de tu boda!...

ANA
(agitada, levantándose)
¡No, no! ¡Por el amor de Dios,
nunca hables nunca más de él!

Nº 13 - Final

KONRAD
(a Gertrudis)
¿La oye? Sólo con nombrarlo se estremece.
¿Y aún así quiere obligarla a tal unión?

(cariñosamente, a Ana)

¡Oh, Ana dime! ¿En tu pecho no sientes
afecto por alguien más?
¿Podrías rechazar, rechazar a un corazón,
a un corazón que ha dado muestras
de fidelidad y ternura sin límites?

ANA
Konrad, ¡ah, perdóname!
¡Soy una pobre muchacha desgraciada!

(se tambalea y, al aferrarse a Konrad,
ambos terminan en el suelo)

KONRAD
(muy cerca de ella)
¡Concédeme una palabra de amor,
una sola palabra de amor,
y seré tuyo para siempre,
sí, para siempre, por siempre tuyo!
Desde hoy, ninguno de tus días serán tristes, no, no. 
No habrá ningún dolor.
Desde hoy, ninguno de tus días serán tristes, no, no. 
No habrá ningún dolor.
Reuniré todas las alegrías sobre tu camino y,  
en el sufrimiento, 
¡lucharé por ti y lloraré contigo!
¡Sólo el amor de tus ojos
será mi vida y mi delicia!
¡Desde ahora, que la alegría, 
la alegría de tus ojos 
sean mi vida y mi delicia!

(a Gertrudis)

¡Espero su consentimiento!

(a Ana)

¿Quieres ser mía?
¡Ana! ¿Quieres ser mía?
¿Quieres ser mía?

(Ana y Gertrudis permanecen en silencio)

¡Deja que tenga esperanzas de tu aceptación!
Ana, ¿quieres ser mía?
¡Si aceptas, el cielo se abrirá para mí,
será la delicia de los bienaventurados!

GERTRUDIS
¡Hey, muchacho, qué pretendes!
¿Qué estás pensando?
Si aceptara lo que pretendes
¿qué diría el maestro Heiling?

KONRAD
¡Si usted asegura la felicidad de su hija,
no se arrepentirá jamás!

ANA
(De pie, tímidamente)
¿Puedo acaso alimentar una esperanza?
¿No puedo esperar ser feliz?

KONRAD
(a Gertrudis)
¡Concédale la felicidad a su hija!

ANA
¿No puedo esperar ser feliz?

GERTRUDIS
¿Qué dirá el maestro Heiling?

ANA
¿Puedo acaso alimentar una esperanza?
¿No puedo esperar ser feliz?

KONRAD
¡Si usted asegura la felicidad de su hija,
no se arrepentirá jamás!

GERTRUDIS
Si aceptara lo que pretendes
¿qué diría el maestro Heiling?
¡Hey! ¿Qué andas buscando?
¿Qué tienes en la cabeza?

(Heiling se hace visible a través 
de la ventana del fondo. Trae en 
su mano un joyero)

Si te escuchara
¿qué diría el maestro Heiling?

(Heiling permanece 
escuchando inadvertido)

¡Hey! ¿Qué andas buscando?
¿Qué tienes en la cabeza?

(Larga pausa)

Escena Sexta

(Ana, Konrad y Gertrudis. 
Heiling tras la ventana)

ANA
(viendo a Heiling)
¡Ahí está!

(Corre espantada junto a su 
madre. Heiling entra en silencio 
y, tras una larga pausa, se 
vuelve ceremoniosamente a Ana,
frío y sombrío)

HEILING
Nunca pensé que me podías
ofender de este modo,
ser tan desobediente,
pero quiero perdonarte.

(un poco más violento)

Pronto vas a ser mi esposa y

(Con una mirada fulminante a Konrad)

¡hay de aquél que se interponga entre nosotros!

(a Ana, todavía en tono moderado)

La casa está engalanada
para recibir a su patrona.

(Abre el joyero y saca 
el collar y las alhajas)

Recibe en señal de compromiso
estas preciadas joyas.

(Ana se estremece mientras Konrad mira 
hoscamente con los brazos cruzados. Heiling 
presenta las joyas a Ana. Ésta permanece de 
pie con los ojos bajos y las manos entrecruzadas 
por el temor.)

GERTRUDIS
(acercándose a examinar las joyas)
¡Virgen Santa, qué brillo!
¡Me voy a quedar ciega!

HEILING
(en tono un poco más violento)
Así pues, ¿desprecias mi regalo?
¿Ni siquiera miras tu anillo de boda?

ANA
(rechazándolo con energía)
¡Llévate, llévate ese regalo!

HEILING
(acercándose con la joya)
¿Vas a despreciar mi regalo de bodas?

ANA
¡De ti no quiero nada!

(queda callada en angustia mortal)

GERTRUDIS
¡Muchacha, reflexiona!

KONRAD
(para sí)
¡Si el insolente pretende
tratarla con violencia,
este brazo ejecutará la venganza!

HEILING
(Para sí, mirando con ira a Konrad)
¡Qué audacia, qué desfachatez,
es él el que le enseña a hablar así!
Mi venganza será su perdición.

KONRAD
(Para sí)
¡Si el insolente pretende
tratarla con violencia,
este brazo ejecutará la venganza!

GERTRUDIS
(Ana)
Hija, pide disculpas,
de lo contrario se acabará la paciencia.

HEILING
(moderándose a duras penas)
No has pensado bien lo que dijiste,
estás influenciada por la pasión de algún otro.
¡Lo que traigo
es tu regalo de compromiso,
yo soy el esposo que has elegido!

(agarrando violentamente su mano)

¡Dentro de poco seré tu esposo y señor!

(Ana se libera y se separa de Heiling
acercándose a Konrad. Gertrudis
se apresura a buscar protección)

ANA
(a Konrad)
¡Si me amas, protégeme!

(señalando a Heiling)

¡Es un Espíritu de la Tierra!

HEILING
(congestionado, cae al suelo)
¡Ah!

KONRAD
¿Qué oigo?

ANA
(rápidamente)
Créeme, es exactamente así,
lo he visto antes en el bosque.
¡Él viene del reino de los enanos,
es un soberano de los espíritus de la montaña!

(Konrad hace sentar a Ana en una silla
junto a la mesa y va decididamente hacia
donde está caído Heiling. Gertrudis se 
acerca a Ana temblando)

KONRAD
¡Por el Santo Oficio te exorcizo!
¡Fuera de nuestro camino!
¡De lo contrario, en el nombre de Dios,

(Poniendo su mano sobre su cuchillo
de caza, pero sin desenvainarlo)

probaré este acero sagrado en ti!

HEILING
(Desde el suelo, se levanta a medias,
penosamente, con rígida frialdad)
¡Todo ha terminado!

KONRAD
(Volviéndose hacia Ana y tomándola en sus brazos)
¡Eres libre, libre!
¡A pesar de sus pérfidas amenazas!

GERTRUDIS
¡Que Dios nos ayude!

KONRAD
¡Eres libre! ¡Me río de la furia de ese duende!

GERTRUDIS
¡Que Dios nos ayude
y aplaque la hostil amenaza!

ANA
¡Dios nos asista y aplaque la hostil amenaza!

KONRAD
¡Eres libre, libre, a pesar de sus pérfidas amenazas!
¡Me río de la furia de ese duende!
¡Me río de la furia de ese duende!

HEILING
(Para sí)
¡Hey, hey! ¡Cómo amenazan!
¡Parece un sueño!

GERTRUDIS, ANA
¡Dios nos ayude y aplaque su hostil amenaza,
su ardiente ira de venganza!

KONRAD
(Volviéndose hacia Ana)
¡Eres libre, libre! ¡Me río de la furia del duende!
¡Eres libre, libre!

HEILING
(Reponiéndose, saca una daga 
de su cinturón y, avanzando 
sigilosamente hacia Konrad,  
lo apuñala por la espalda)
¡Ja ja, ja!

(Konrad cae herido. Heiling, riendo, 
sale apresuradamente de la casa y,
a través de la ventana, se le ve 
desaparecer tragado por la tierra)

ANA
(abrazando a Konrad)
¡Konrad, mi amor!

(Las dos mujeres atienden a Konrad
que permanece caído en el suelo.)



TERCER ACTO


(Noche en un desolado desierto. 
A la izquierda un macizo rocoso)

Nº 14 - Aria con coro

Escena Primera

(Hans Heiling)

HEILING
(Llega cansado, perturbado,
descendiendo del roquedal)

(Hablado)

Hasta aquí he llegado...
¡Descansad, desfallecidos miembros míos!
Ha llegado vuestro último instante.

(Se reclina cansado sobre las rocas)

¡Oh, ciego error, que me llevó a creer
que la felicidad terrena era digna de envidia!
Sólo los seres humanos pueden disfrutar de la felicidad,
pues ella sólo satisface a los corazones simples.
El fuerte deseo de lograr un alma superior,
hace que vivan engañados por su destello.
¿Es la poderosa atracción por la mujer
el impulso vital de toda acción humana?

(ríe)

¡Ja, ja! ¡ja! ¡ja!
¡Qué tontería!
Una mirada, una palabra lisonjera, un único baile
y el amor y la fidelidad se pierden,
aunque por ellos hayamos sacrificado todo...
¡Basta ya!...
El engaño terrenal está muy lejos de mí.

(se levanta)

Me he vengado, su amante ha muerto...

(con rencor)

¡Ella se debate ahora, entre el dolor y la pena!

(cantado)

¡Oh, madre, si te hubiese creído
me habría evitado tan amargo castigo!
¡Pero ahora vuelvo a ti, madre, y para siempre!
¡Lejos de mí quedó la indigna debilidad,
lejos de mí todo sentimiento humano!
Yo nací para ser el rey de los espíritus.
¡El orgullo de mi ascendencia
no se ha apagado!
¡Venid a mí, Espíritus de las grutas
y los despeñaderos!
¡Venid, vuestro rey y señor os llama!

(Los Espíritus de la Tierra salen 
de las oquedades y barrancos 
como en el segundo acto)

Escena Segunda

(Heiling, Espíritus de la Tierra)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¿Quién nos llama?
¿Quién convoca a los espíritus del abismo?
¿Quién es el audaz que se proclama nuestro señor?

HEILING
¡Soy yo! ¿No me reconocéis, hermanos?
Cansado del mundo, regreso.
He renunciado por siempre a él.

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(se acercan a Heiling y lo 
miran con detenimiento)
¿Piensas en nosotros
ahora que tu novia se ha burlado de ti?

HEILING
(mordaz)
¡Su burla no duró mucho,
pues su amante cayó muerto por mi mano!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(entre ellos)
¡Ja, ja,ja! 
¡Mirad cómo se alegra el maestro Heiling!

(a Heiling)

Pero ese cazador ha regresado a su casa
sano y salvo.

HEILING
¿Decís que aún está vivo?

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
Lo golpeaste mal,
está vivo y disfrutando del calor
de los brazos de su amada.

HEILING
(tembloroso)
Entonces ¿no me he vengando?

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Tu novia está con el cazador
y mañana tendrá lugar la boda!

HEILING
¡Vengad la afrenta hecha a vuetros rey!
¡Vayamos a la boda, seguidme!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(dándole la espalda)
¡Tú te separaste de nosotros,
ya no detentas el poder!

HEILING
¿Desafiáis a vuestro rey?

(autoritariamente)

¡Arrodíllaros ante mí
o pagaréis cara vuestra insolencia!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(se le acercan de nuevo y le hacen burla)
¿Dónde está tu corona?
¿Dónde está el cetro?
Dinos ¿dónde está el libro
cuya magia
nos tenía encadenados?

HEILING
(Perplejo)
Mi libro, mi cetro, mi corona...
¡Perdidos!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
¡Hihihihihi!
Quieres mostrarte orgulloso
y vives en la superficie de la tierra...
¡Espera, espera,
que el arrepentimiento ya te llegará!

(se vuelven de nuevo.
los gnomos ríen)

HEILING
(desesperado)
¡Ah! ¡El reino de los espíritus me rechaza
y mi felicidad en la tierra ha desaparecido!
¡Todo, todo está perdido!
¡Oh, qué tonto, qué necio he sido!

(se golpea la frente con 
ambos puños y cae al suelo)

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(lo rodean)
¡Ahora sí que ha regresado para siempre!

(los que están a la derecha de Heiling extienden 
sobre él la mano derecha, y los que se están a la 
izquierda la mano izquierda. A los gnomos)

¡Rápido, llamad a la Reina!

(Seis gnomos se aleja por el 
fondo de la escena. A Heiling)

¡No desesperes!
Si la fidelidad de los hombres se ha quebrado,
los espíritus cumplirán con su deber.

(los seis gnomos regresan; uno de ellos 
lleva el cetro sobre un almohadón) 

Si quieres ser de nuevo parte de nosotros,
deberás jurar que no volverás a partir.

(los seis gnomos se arrodillan en 
semicírculo frente a Heiling y le 
muestran el cetro que han traído.)

¡Este cetro será nuevamente tuyo
y nuestra fuerza estará a tu servicio!

HEILING
¡Todo, todo lo prometo,
si me ayudáis a vengar la afrenta que he recibido!
¡Venganza! ¡Sólo quiero venganza!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
(Se apiñan a su alrededor y, 
de rodillas, le entregan el cetro.)
¡Tómalo, entonces! ¡Te vengaremos! ¡Te vengaremos!

(Levantan la mano en señal de juramento)

HEILING
¡Gracias, gracias, hermanos!

(levantándose toma el cetro)

¡Ahora soy de nuevo vuestro rey!

(los espíritus permanecen de pie)

HEILING
(actuando pausadamente y 
hablando en tono  amenazador)
La venganza se acerca,
¡ay, de esos dos!
perecerán.
Cuando en medio de la fiesta
estén eufóricos de alegría,
cuando la fiesta esté en todo su esplendor,
entonces, ¡haré justicia!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
La venganza se acerca,
¡ay, de esos dos!
perecerán.
Cuando en medio de la fiesta
estén eufóricos de alegría...

HEILING
Cuando en medio de la fiesta
estén eufóricos de alegría,
entonces, ¡ haré justicia!

ESPÍRITUS DE LA TIERRA
Cuando en medio de la fiesta
estén eufóricos de alegría,
entonces, ¡haremos justicia!

(Todos permanecen en actitud amenazadora 
hasta que baja por completo el telón. Heiling 
sale por la derecha.)

Cambio de escena

(Paisaje de rocas y bosques. A la derecha, 
en la parte superior de unas escalinatas, 
una capilla. Es pleno día.)

Nº 15 - Marcha nupcial 
campesina fuera de escena.

Escena Tercera

(Stefano con cuatro cazadores con sus cuernos)

STEFANO
(Durante la primera parte - ocho primeros 
compases - de la marcha nupcial, entra 
Stefano con los cuatro cazadores por detrás 
de la capilla, hablando mientras avanza el 
cortejo nupcial.)
¡Señores! ¡Aquí llega el alegre cortejo nupcial!
¡Preparémonos a recibirlo!

(Pausa.)

¡El cortejo ya dobla dobla la esquina!

(Pausa.)

Sí, ¡mirad cómo flamean las banderas!

(Pausa.)

¡Oh, mirad, allí llegan los novios!

(El cortejo nupcial avanza durante la repetición 
de la segunda parte de la marcha nupcial. Está
integrado por dos campesinos con cayados 
adornados con flores y cintas; seis músicos; el 
maestro; tres abanderados; cuatro damas de 
honor; Konrad con el brazo vendado, Ana, Gertrudis;
cuatro damas de honor y numerosos campesinos)

Escena Cuarta

STEFANO
¡Amigos, he compuesto veinte nuevos 
versos para la vieja canción de caza!

KONRAD
¿Veinte?

STEFANO
¡Sí! Oid la canción.

(Los cazadores tocan sus instrumentos)

Nº 16 - Canción con Coro

STEFANO
Érase una vez un cazador que deseaba una esposa
y entró en la verde foresta.
¡Baubau! ¡Baubau! ¡Hallo! ¡Trara!
¡Baubau! ¡Hetzhetz! ¡Hallo! ¡Trara!
¡Baubaubaubaubau!
Llamando a las bestias, grandes y pequeñas;
y a los hombres y mujeres de los campos, les dijo:
"Queridos amigos, ¡ah! dadme un consejo:
¿cómo debo comportarme en el matrimonio?"
¡Baubau! ¡ Baubau! ¡ Hallo! ¡ Trara!
¡Baubau! ¡ Hetzhetz! ¡ Hallo! ¡ Trara!
¡Baubaubaubaubau!
¡Baubau! ¡ Baubau! ¡ Hallo! ¡Trara!
¡Baubaubaubaubau!

CORO
¡Baubau! ¡ Baubau! ¡ Hallo! ¡ Trara!
¡Baubau! ¡ Hetzhetz! ¡ Hallo! ¡ Trara!
¡Baubaubaubaubau!

STEFANO
El cazador se dirigió primero al oso:
"¡Compadre oso, dame un buen consejo!"
Baubau! Baubau! Hallo! Trara!
Baubau! Hetzhetz! Hallo! Trara!
Baubaubaubaubau!
Y el oso gruñó: "Basta con mirarme a mí,
¿no soy, tal vez, un modelo de marido?
Pues con las mujeres se necesita una piel gruesa
y siempre hay que gruñir y gruñir".
Baubau! Hetzhetz! Hussa! Hallo! Trara!
Baubau! Hallo! Trara! Hallo! Baubau!
Hussa! Hallo! Trara! Baubau! Hussa! Hallo!
Hussa! Baubaubaubaubaubaubau!
Hallo! Trara! Baubaubaubaubau!

CORO
Baubau! Hussa! Hallo! Trara! Hussa!
Hussa! Hussa! Hussa, sa, sa, sa, sa, sa!
Baubaubaubaubau!

GERTRUDIS
Vaya sugerencia... ¡Justo el día de la boda!

STEFANO
Ahora sigue aún mejor...
El cazador sacó de su madriguera a un tejón:
"¿Cómo viviré feliz con mi esposa?"
Baubau! Baubau! Hallo! Trara!
Baubau! Hetzhetz! Hallo! Trara!
Baubaubaubaubau!
Entonces, el tejon bostezó
y se acarició el vientre:
"Ah, duerme mucho y profundamente
todo lo que puedas,
porque sólo si no se las escucha y no se las ve,
hay descanso y paz con las mujeres."
Baubau! Hetzhetz! Hussa! Hallo! Trara!
Baubau! Hallo! Trara! Hallo! Baubau!
Hussa! Hallo! Trara! Baubau! Hussa! Hallo!
Hussa! Baubaubaubaubaubaubau!
Hallo! Trara! Baubaubaubaubau!

CORO
Baubau! Hussa! Hallo! Trara! Hussa!
Hussa! Hussa! Hussa, sa, sa, sa, sa, sa!
Baubaubaubaubau!

(Los seis músicos comienzan a tocar de 
nuevo la marcha nupcial del Nº 15. El 
cortejo nupcial, entre gritos de alegría 
y aplausos, reanuda ceremoniosamente 
la marcha hacia la iglesia. Stefano y 
los cuatro cazadores siguen detrás de la 
procesión. Cuando el cortejo llega a la
altura de la capilla, se detiene la marcha 
nupcial. La campana de la capilla comienza 
a tocar y todos se descubren respetuosamente. 
Cuando todos están dentro de la iglesia, 
finaliza la música. Hans Heiling entra con su 
cetro, tal como salió en la segunda escena, 
por la parte delantera derecha)

Escena Quinta

(Heiling a solas. Voces desde el interior de la capilla)

HEILING
(Hablado)
El lugar es éste; aquí voy a esperarlos.
Como un intruso y siniestro invitado a la boda,
un malvado los guiará hasta la cámara nupcial.
Esposo atractivo, elegante y feliz, 
¡cuidado, la noche de bodas
te cubrirá con su sombra oscura!

Nº 17 - Canto con acompañamiento 
del armonio de la capilla

(Heiling sigue hablando,
mientras el coro canta)

CORO
Bendice, Señor, bendice a esta pareja
y protégelos de cualquier peligro.
Tú eres el poderoso Dios en quien creemos,
Tú eres el todopoderoso en quien confiamos.

CORO, KONRAD
Tú eres el Dios fuerte en quien confiamos,
Tú eres el misericordioso del que dependemos.

HEILING
(después de los primeros compases avanza hablando)
Oran vano.
El vengador eterno está conmigo.
¡Vuelve tu rostro hacia mí, Dios y juez!
¡Concédeme la venganza, no me la niegues!

(Pausa. Sigue hablando mientras Konrad, 
Ana y el coro son todavía perceptibles.)

Me quieren hechizar con un piadoso canto de paz,
pero no los escucho.
¡Que se cumpla mi venganza!

(Se aleja. Tras el final del coro, pausa. 
A continuación repican las campanas. 
Los seis músicos empiezan de nuevo a 
tocar la marcha nupcial del Nro 15. El 
cortejo nupcial sale de la iglesia precedido 
por los seis músicos. Konrad y Ana se han 
separado y permanecen en escena. El cortejo 
se aleja y la marcha nupcial se vuelve cada 
vez menos audible y se desvanece)

Escena Sexta

(Ana y Konrad se abrazan y 
avanzan al centro de la escena)

Nº 18 - Dúo

KONRAD
¡Ahora eres mía!

ANA
¡Por siempre tuya!

KONRAD, ANA
¡Te estrecho contra mí
y todos mis miedos...

KONRAD
... todas las preocupaciones se olvidan...

ANA
... se olvidan, se olvidan...

KONRAD, ANA
y desaparecen para siempre!

ANA
Ahora que tus dulces labios me han jurado
el voto sagrado del amor...

KONRAD
El cielo nos ha consagrado
en eterna unión de fidelidad.

ANA, KONRAD
Ahora que tus dulces labios me han jurado
el voto sagrado del amor...
El cielo nos ha consagrado
en un eterno lazo de fidelidad.

ANA
¡Eres mío!

KONRAD
¡Tuyo para siempre!

ANA, KONRAD
Cuando te abrazo todos mis miedos...

KONRAD
Todas las ansiedades...

ANA
... se olvidan para siempre...

KONRAD
¡Desaparecen para siempre!

ANA, KONRAD
¡Desaparecen olvidadas para siempre!
¡Sí, todos los temores y ansiedades
se olvidan y desaparecen para siempre!

(ambos permanecen abrazados cuando 
llegan Stefano y ocho damas de honor)

Escena Séptima

STEFANO
(Hablado)
¡Oh, cuánta ternura! 
Mientras los novios retozan, 
¡todos los invitados los están esperando allí!

Nº 19 - Final

(una dama de honor le pone a 
Konrad una cinta blanca en los 
ojos para para comenzar el juego 
de la gallinita ciega)

DAMAS DE HONOR
Sólo por unos momentos
te vendaremos los ojos.
Si te casas realmente por amor,
encontrarás a tu amada.

(ella repetirá esta canción.)

KONRAD
¡Incluso si se encontrara a miles de kilómetros
podría encontrarla!

(Dos damas de honor lo guían 
rápidamente fuera de escena)

Escena Octava

(Los anteriores, excepto Konrad, y las damas
de honor restantes. Luego Hans Heiling)

STEFANO
Ahora, vayan con él a donde se pueda ocultar.
Yo llegaré pronto con la novia.

(una dama de honor 
venda los ojos de Ana)

DAMAS DE HONOR
Sólo por poco tiempo
te vendaremos los ojos.
Si eres una muchacha fiel,
encontrarás pronto a tu verdadero amor.

(Repiten esta canción)

ANA
¡Ah, él es amado por mi corazón,
sabré encontrarlo!

(Dos damas de honor la llevan 
hasta un pequeño círculo donde 
la hacen girar. Todos de pie y en 
silencio observan a Ana. Entra Heiling)

ANA
¿Hacia dónde debo ir?

(Extiende su mano izquierda y, antes que Stefano 
la tome, Heiling se interpone y la aferra contra sí)

DAMAS DE HONOR
(lanzan un grito)
¡Ah!

(Stefano y las damas, sorprendidos, 
salen corriendo y abandonan la escena) 

Escena Novena

(Ana y Heiling)

ANA
¿Por qué gritáis?
¡Vamos, ayudadme!
¿Sí o no?... ¡Pero hablad!
¡Hablad de una vez!
¿Estáis ahí?
¡Vamos, decid algo!

(mientras pronuncia la última palabra 
se quita la venda de los ojos y, al ver 
a Heiling, queda paralizada  cayendo 
de rodillas aterrorizada)

¡Dios misericordioso!

HEILING
(Frío e inflexible)
¿Por qué ocultas la cara?
Dulce amada,
¿acaso no reconoces a tu prometido?

ANA
¡Monstruo! ¡Vete!... ¿Qué buscas aquí?

HEILING
(La levanta y con voz terrible le dice)
¡He venido a tomar venganza!

ANA
(Aterrada)
¡Ay de mí!

HEILING
(Con una mirada extraviada 
y muy agitado)
¡Ana! ¿Por qué me has hecho esto?

ANA
(conmovida y con inocencia)
¡Ah, no me culpes por tu dolor!

HEILING
¿No recuerdas el día 
en que me prometiste fidelidad;
cuando caí a tus pies lleno de alegría?
¿Por qué has roto la promesa?

ANA
(con inocencia)
¿Por qué fingiste ser un mortal?
¿Por qué me atrajiste a tu horrible mundo?
¿Por qué tentaste mi corazón con la vanidad?
Yo no sabía lo que estaba prometiendo
cuando me pediste que me casara contigo.

HEILING
¡Maldita seas!
¿Acaso no has roto la promesa?
¿Dices que experimentaste con horror mi amor?
¡Pues bien,
ahora experimentarás mi venganza!

ANA
¡Véngate, véngate, monstruo!
¡Pero en mí, sólo en mí
sacia tu sed de venganza!
¡Sólamente en mí
sacia tu sed de venganza!

(cayendo a sus pies)

¡Pero salva la vida de mi esposo!

HEILING
(enloquecido)
¡Ah, infame, ¿Y osas llamarlo así?
¡Arrancaré esa palabra de tu pecho!

ANA
(se aleja de él con pasos tambaleantes)
¡Santos del cielo, protejedme, salvadme!

(Cae de rodillas con los brazos en cruz
pidiendo ayuda al Cielo)

¡En tus manos, oh Dios, me encomiendo!

(Heiling se aleja de ella como enloquecido. 
Stefano, Konrad, Gertrudis, los cuatro 
cazadores, las damas de honor y los 
campesinos acuden corriendo al oír los 
gritos de Ana)

Escena Décima

(Todos rodean amenazantes a Heiling)

KONRAD
(a Heiling)
¡Fuera, maldito,
su defensor está aquí!

KONRAD, CORO
¡Vete infame,
la venganza está cerca!

(Heiling los mira con inflexible frialdad)

KONRAD
¡Llama a tus espíritus
brujo negro!
¡Gira tus ojos rabiosos!
¡Lanza tu veneno!

(Con el cuchillo de caza le asesta un 
violento golpe en el pecho de Heiling, 
pero se rompe la hoja. Heiling permanece 
inmóvil y lanza una risa estridente. 
Todos retroceden)

GERTRUDIS, STEFANO, CORO
¡Pobres de nosotros! ¡Qué horror!
¡Es invulnerable!

HEILING
(Agitando su cetro)
¡Espíritus, a mí! ¡Es la hora de la venganza!

STEFANO, CORO
¡El infierno se abre, que Dios nos ayude!

(Trueno violento: se hace de noche)

CORO
¡Ay de nosotros!
¡Nos precipitaremos en el oscuro abismo!

HEILING, ESPÍRITUS
¡Ay de vosotros!
¡Os precipitaréis en el oscuro abismo!

(La capilla se transforma en un 
promontorio de rocas. Los bosques 
y rocas se iluminan con luz diamantina. 
Mientras suena una trompa solista, 
la Reina de los Espíritus de la Tierra 
emerge majestuosa, sentada en su trono,
bajo un lujosísimo dosel de gemas. 
Gnomos y Espíritus de la Tierra se 
agrupan respetuosos a su alrededor. 
Una gran luminosidad inunda toda 
la escena)

Escena Novena

(Los precedentes. La Reina de los Espíritus 
de la Tierra, gnomos, Espíritus de la Tierra)

LA REINA
(levantándose)
¡Detente, hijo mío! ¡Que no te guíe la venganza!
¡Déjame resolver la disputa con amor!

CORO
¡Ah! ¿Qué milagro es éste?
¿Qué resplandor nos ciega?

LA REINA
Has experimentado 
las alegrías y tristezas terrenales.
Has expiado tu pasión.
¡Ahora debes elevarte sobre ella!
El reino de los espíritus te ofrece la corona,
y el corazón de una madre
promete a su hijo un amor fiel.

(le extiende sus brazos)

¡Ven aquí, hijo mío!
¡Ven aquí, hijo mío, que cesen todos tus males!

ESPÍRITUS
(a media voz)
Las palabras de la madre lo conmueven
¿volverá a la moderación?

CORO
(en voz baja, cada vez más asombrados)
¡Qué palabras tan conmovedoras!
¿Escuchará la admonición?

HEILING
(Todo el tiempo encerrado 
en sí mismo, de pie y sin moverse)
Aunque mi corona se haya desvanecido,
y mi corazón esté roto,
prometí volver.
¡Voy madre, todo se ha cumplido!

(Sube al trono y se arrodilla ante 
su madre. Ésta se inclina y lo 
levanta. Los Espíritus de la Tierra 
le ciñen la corona y lo cubren con 
el manto. Todos se disponen a rendirle 
homenaje. La Reina y Heiling se 
abrazan)

ESPÍRITUS
¡Hurra! ¡Hurra! ¡La reina ha triunfado!
¡Viva, él ya está de vuelta!

CORO
¡Hurra! ¡Ha sido convencido!
¡Los peligros han desaparecido!

HEILING
¡Adiós, alegrías y tristezas terrenas!
Lo que ha sucedido estaba escrito.
¡Ningún ojo mortal
volverá a verme jamás!

(La Reina y todos sus súbditos 
desaparecen. El promontorio 
rocoso de nuevo se convierte en 
una capilla. Reaparecen los bosques 
volviendo todo, poco a poco, a la 
normalidad. Vuelve a ser de día.)

KONRAD, ANA
(Gritando)
¡Adiós! ¡Adiós!
¡Y que la paz sea entre nosotros!

(Todos se marchan mientras que las
rocas cierran la entrada al mundo
subterráneo. Gertrudis y el coro 
alzan los brazos.)

CORO
¡La omnipotencia divina ha hecho justicia!
¡La paz reinará para todos!

KONRAD, ANA
¡La omnipotencia divina ha hecho justicia
y la paz reinará para todos!
Mi angustia y la de todos,
sea olvidada y desaparezca por siempre.

TODOS
¡La omnipotencia divina hizo justicia
y la paz reinará para todos!



Digitalizado y traducido por:
José Luis Roviaro 2015