FIERRABRÁS

 

 

 

Personajes

 

CARLOMAGNO 

EMMA


EGINHARD

ROLANDO

OGIER


BOLAND

FIERRABRÁS

FLORINDA

BRUTAMONTE

                   Emperador del Sacro Imperio Germánico 

                                  Hija de Carlomagno 

                                       Noble franco

                                       Noble farnco 
 
                                      Noble franco 

                                      Príncipe moro

                                      Hijo de Boland

                                      Hija de Boland

                                     Caballero sarraceno

                                       Bajo

                                 Soprano

       
                             Tenor

                                 Barítono

                                    Tenor

                                 Barítono

                                    Tenor

                        Mezzosoprano

                                     Bajo

 

La acción se desarrolla en la frontera franco-española alrededor del año 800.

 

ERSTER AKT


(Halle im königlichen Schlosse, welche hinten 
offen ist, links eine Thür, rechts ein Fenster)

Erste Szene

(Emma mit weiblicher Handarbeit 

beschäftigt. Jungfrauen spinnend)

Nr. 1 - Introduktion

CHOR DER JUNGFRAUEN
Der runde Silberfaden
Läuft sinnig durch die Hand;
Zum Frommen, nie zum Schaden,
Webt sich ein Liebespfand.

EINE JUNGFRAU
Wie er die Welt begrüßet,
Der Säugling, neu belebt,
Die Hülle ihn umfließet,
Von Spinnerhand gewebt.

DIE JUNGFRAUEN
Der runde Silberfaden etc.

EINE JUNGFRAU
Am Tag der höchsten Freude:
Am frohen Hochzeitstag,
Formt schön zum Feierkleide,
Was Spinnerhand vermag.

DIE JUNGFRAUEN
Der runde Silberfaden etc.

EMMA
(Emma ist während des Liedes
in trübes Nachsinnen versunken)
Noch eine Strophe hat die schöne Weise;
zwar minder anmutsvoll,
doch traurig wahr.
Sie paßt so sehr zu meiner Stimmung, dal ich
meinem Herzen stets Erleichterung gewähre,
indem ich ihre Worte wiederhole:

Zur Hülle selbst im Grabe,
Zur Klag’ um Treuebruch,
Webt sich als Spinnergabe
Das Grab- und Tränentuch.

(Emma steht auf und geht langsam zum
Fenster, wo 
sie gedankenvoll stehen bleibt. Die Mädchen packen
während des Folgenden ihre Arbeit zusammen und
gehen links ab)

EMMA, DIE JUNGFRAUEN
Der runde Silberfaden
Läuft traurig durch die Hand,
Gedeiht zum ew’gen Schaden
Solch herbes Trauerpfand.

(Die Mädchen ab)



Zweite Szene


(Eginhard tritt ein. Sobald er sieht, dass die 
Mädchen weggegangen sind, geht er zu Emma, 
die ihn nicht bemerkt und fasst ihre Hand)

EMMA
(erschrickt, dann zärtlich)
Ihr habt gelauscht... so wie ich merke
Es ist nicht schön, die Geheimnisse der Damen
ungebeten erforschen zu wollen.

EGINHARD

(sichtbar in den Griff einer heftigen inneren Aufruhr)
Das ist fürwahr mein Zweck hier nicht,
vielmehr – verzeiht, prinzessin, eine
frohe Botschaft ist es, die ich bringe.

EMMA
Mir? Und durch Euch?
Ja, dann muß sie wohl erfreulich lauten.

EGINHARD
(für sich)
Gerechter Himmel! Jetzt, gerade jetzt!

EMMA
So lasset mich sic hören,

EGINHARD
Euer Vater, unser königlicher Herr...


EMMA
Mein Vater?
Sprecht, o gebt mir Nachricht!
Habt Ihr von ihm eine frohe Kunde überbracht?

EGINHARD
Den feind hat er besiegt,
der Mauren Heer
zerstreut, gefangen. Die Edelsten der Führer
hat er herberufen, 
um dem verwegnen Maurenfürsten Ruh’ 
und Friede zu gebieten.

EMMA
(Unruhig)
So ist er unterwegs?

EGINHARD
An seines Hofes Spitze naht er diesem Schlosse.

EMMA
Ach!

EGINHARD
Faßt Euch! Die Freude hat Euch übermannt, Prinzessin!
Wir sind verloren, wenn Ihr Euch verratet!

EMMA
Wir sind allein, vielleicht zum letzten Male!
O, Eginhard!
Die Seele fühlt nie empfundne Angst!
Was haben wir getan?

EGINHARD
Was unsere Herzen länger nicht verhehlen konnten:
Ihr, eines Königs hohe Tochter, mit Anspruch
auf die Weltenherrschaft ausgerüstet; ich, eines
Edelmannes armer Sohn, kaum Ritter noch.
O, leicht wird es, mich zu verdeben!
Ein Wort, ein Blick, und in den Abgrund
taumelt der Verworfne, der es gewagt,
nach eines Königs Tochter Herz
und Hand zu heben.

EMMA
Den König kennst du, so wie ich: streng ist er,
doch auch mild, 
und Pflicht und Ehre sind ihm über alles teuer. 

Zwar würd’ er, wenn er jetzt erführe, dag, 
während er den Feind bekämpft, 
sich unsre Herzen liebevoll verbunden, 
mit seines Fluches Fülle uns beladen; 
doch hoff‘ ich vieles von
der Zeit und unsrem Mute

EGINHARD
Wie? Noch ein Strahl
von Hoffnung soll mir lachen?

EMMA
Erringe sein Vertrauen:
du hast schon seine Gunst.
Ein weites Feld des Ruhmes und der Ehre steht
diroffen: durchwandl’ es kühn um mich; 
die Liebe sei dein Siegspanier. 
Und stehst du dann am Ziele, 
vom Glück begünstigt und seines hohen Lohnes wert, 
dann lag zu seinen Füßen das Geständnis 
der Liebe bringen; er wird die Tochter nicht verderben, 
weil dem geprüften Freund sie Herz und Hand gereicht.

EGINHARD
O Emma! Süße Himmelsbild! Du gibst mir Mut
und neues Leben wieder.

Nr. 2 - Duett

EGINHARD
O mög’ auf froher Hoffnung Schwingen

Bald unser Glück
der Nacht entziehn!

EMMA
Zum fernen Ziele laß uns ringen
Mit reiner Sehnsucht heißem Glühn.

BEIDE
Treue Liebe lässt die Seele
Sorgend in verschwiegner Brust;
Das Geschick, wie es auch quäle,
Lacht noch dem, der treubewußt.

(Lärm hinter der Scene)

EGINHARD
Der König naht; auf Wiedersehen.

(Er geleitet sie schnell an die Thür links. Emma ab)

Dritte Szene


(Diplomaten-Empfangsraum im Schloss.
Eginhard,
König Karl, Roland, Ogier und gefangene Mauren.
König Karl, von Roland, Ogier, Rittern, Damen und
Pagen umgeben, naht in feierlichem Zuge und besteigt
einen an der linken Seite errichteten Thron, während
ihm von dem eindringenden Volke laute Huldigungen
dargebracht werden. Eginhard verbeugt sich vor ihm,
der König und die Ritter begrüssen Eginhard.
Trabanten tragen die eroberten Trophäen voraus)


Nr. 3 - Marsch und Chor

MÄNNER UND RITTER
Zu hohen Ruhmespforten
Klimmt er auf schroffem Gleis;
Nicht frönt er schalen Worten,
Die Tat nur ist sein Preis.

FRAUEN UND JUNGFRAUEN
Den Sieger laßt uns schmücken
Vom frischen Kranz umlaubt!
Mut strahlet aus den Blicken,
Der Lorbeer um das Haupt.

ALLE
Zu hohen Ruhmespforten etc.

KÖNIG KARL
Des Himmels Segen hat
der Waffen Glück begünstigt!
Frei stehen wir hier an unsren Grenzen;
ersticket ist des Feindes tolle Wut, verbannt der
Schreck des Krieges, darum soll, solang mein
Zepter friedlich waltet
so hoff‘ – ich es kein
Unheil dieses Land bedrohen.
Doch, daß auch der Erfolg den frommen Willen
kröne, zieht als Gesandtschaft mit
des nächsten Tages Grauen, Ihr, Roland,
Ogier und du, Eginhard...

(Eginhard verbeugt sich mit einiger Verlegenheit;
zustimmende Bewegung unter den Übrigen )

mit noch fünf anderen Edlen

meines Heeres, ins
Lager hin des Maurenfürsten.
Den Frieden bietet ihm
und nachbarlichen Schutz,
will er des Glaubens
Wahrheit mit uns teilen und länger nicht versagen
die geraubten Heiligtümer.
Zieht hin und mit des
Ew’gen Hilfe vollzieht erfolgreich das Geschäft,

wenn ihr des Sieges Beute erst geteilt.

Nr. 4 Ensemble

Nr. 4a Recitativ und Chor

OGIER
Die Beute laß, o Herr,
die Krieger teilen,
Uns lohnet deine Gunst.

ROLAND
Ein andrer Wunsch erfüllet mich;
Möcht’ ihn mein König hören


KÖNIG KARL
So sprich, er ist gewährt!

ROLAND
Wohlan! Ihr Krieger! Schnell
vor des Königs Thron bringt die Gefangnen!
Mög’ deine Gnade nicht in grimm sich wenden.

KÖNIG KARL
Noch faß’ ich nicht...

ROLAND
Du sollst, mein König, hören.

(Roland giebt nach dem Hintergrunde zu ein Zeichen.
Während des folgenden Chores werden die gefangenen
Mauren hereingeführt, welche dem König zu Füssen
fallen. Fierrabras befindet sich unter ihnen; er allein
bleibt mit verschlungenen Armen und finster trotzigem
Ausdruck stehen, ohne aufzublicken)

MÄNNER, RITTER

FRAUEN, JUNGFRAUEN
Des Siegers Lohn,
Der Feinde Zahl,
Vor deinem Thron,
Hier nahn sie all!

Nr. 4b Ensemble und Chor

KÖNIG KARL
Des Krieges Los hat euch mir übergeben,
Doch bang’ euch nicht: im wilden Sturm der Schlacht
Selbst sei’n der Menschheit rechte nicht vergessen.
Steht auf! Zur Heimat kann ich euch nicht senden,
Doch wandle jeder frei in meinem Staat,
Bis segenvoll der Friede wiederkehrt.

MÄNNER, RITTER 
FRAUEN, JUNGFRAUE

Dem Fürsten Heil und Segen,
Der milde Eintracht beut!
Es sprießet auf seinen Wegen
Der Lohn der Ewigkeit.
O heil dem Fürsten, der milde Eintracht beut.

Nr. 4c Recitativ und Parlato

KÖNIG KARL
(Nach einem Blick eng Fierrabras 
die noch steht, unbeweglich) 

Wer bist du, dessen tiefgesenkter Blick 
die
Erde sucht?
Ob Zorn, ob Scham dich leite?
Sag’ an!


(Fierrabras eine Geste der Reizung)

Auch kühn bist du, wie ich erfahre...

ROLAND
Verzeih ihm, Herr; die Scham...


KÖNIG KARL
... Macht ihn verwegen;
Doch soll er Rede stehn.
Sag’, kühner Fremdling,

was bindet deine Sinne?

(Mit Behörde)

Gib mir Antwort!

FIERRABRAS
(auffahrend)
Verdammenswertes Schicksal!

ROLAND
Lass ihn schweigen,
Ihn quälet sein Geschick. -
Am Rand der Ebne,
Wo sich des Heeres ganze Macht entfaltet,
Drang durch die engen,
dichtgeschloßnen
Reihen
Mit hohem Grimm der Tapfre auf mich ein,
Tod ist sein Blick, Verderben seine Streiche,
Rings alles weicht; da beut er mir den Kampf.
Die Rache glühet auf des Helden Stirne,
Die hoher Jugend Anmut auch erfüllt.
Lang währt der Streif im Angesicht des Heeres,
Das staunend teils und fürchtend uns umgibt,
Bis endlich, übermannt, er mir erliegt.

(Fierrabras verharrt in stolzer ablehnender Haltung )

Gefangen steht er hier, 

gefangen, doch Held.

KÖNIG KARL
Darum ward er besiegt von einem Helden.

(zu Fierrabras, mit Hüpfburg Tonhöhe)

Nur Mut! Solch edle
Leute fessl’ ich nicht.


ROLAND
O Herr,
Noch weißt du nicht, wen dieser Arm bezwang.

KÖNIG KARL
Den Helden acht’ ich nur.

ROLAND
Wirst du verzeihn?

KÖNIG KARL
An meinem Hof erwarte ihn der Friede.

ROLAND
Wohlan denn! 
Fierrabras ist’s, den du siehst,
Des Maurenfürsten Sohn.

KÖNIG KARL
(steht auf, gewichtig)
Du hast mein Wort,

Ich stell’ ihn frei dir in die Siegerarme.

(Fierrabras verneigt sich ehrfurchtsvoll 
vor Karl. Roland geht auf Fierrabras zu 
und reicht ihm die Hand)

Vierte Szene


(Vorige, Emma mit Jungfrauen. Sobald Fierrabras
Emma erblickt, lässt er die äusserste Überraschung
erkennen)


Nr. 4d Ensemble und Chor

EMMA
(naht Karl und überreicht ihm
einen Kranz)
Der Landestöchter fromme Pflichten
Weihn, Edler, dir die Heldenzier;
Mir ward das Amt, es zu verrichten,
Ich reich’ für sie den Kranz nun dir.


(Karl schliesst Emma zärtlich in die Arme)

JUNGFRAUEN
Vaterhuld und milder Sinn
Schmückt den hohen Helden.
Seiner Tugenden Gewinn
Bleibt der Dank der Welten.

KÖNIG KARL

Mir dürft ihr, Gute, diesen Kranz nicht weihen,
Der Held des Tags hat ihn verdient.

(Auf Roland zeigend)

Ihm, Roland, ihm, dem Sieger, dem Heere,
Ihm gebt, ich gönn’ sie gern, des Sieges Ehre.

(Die Jungfrauen nahen, Roland lässt sich auf ein Knie
nieder und empfängt den Kranz. Fierrabras betrachtet
Emma mit leidenschaftlichen Blicken)

JUNGFRAUEN
Dir reichen wir mit Wonne
Den Kranz, du starker Held!
Sei unsers Glückes Sonne
Zum Schutz und Schirm gewählt.

FIERRABRAS
(dando un grido senza volerlo)
Ha!

ROLAND
Was ist dir?

FIERRABRAS
Sie ist es!

ROLAND
Die Prinzessin? ja, Tochter unsers Herrn.

FIERRABRAS
Und meine Liebe!

ROLAND
Schweig, Rasender!
Du bist verloren!

FIERRABRAS
Götter!

Nr. 4e Quartett mit Chor

DIE RITTER, OGIER
KÖNIG KARL
Dem Erfolg vertrauen

Wir des Friedens Glück;
nach des Kampfes Grauen
Kehrt die Ruh’ zurück.

EMMA, EGINHARD
(Gegenseitig)
Eine Nacht voll Grauen
Sieht der trübe Blick,
Einmal laß mich schauen
Noch mein fliehend Glück.

FIERRABRAS, ROLAND
Vor der Zukunft grauen
Läßt mich mein/ihn sein Geschick,
Auf den Zufall bauen
Muß ich/er all mein/sein Glück.

ROLAND
(zu Fierrabras)
Schweigen ziemt dem Munde
Weil Gefahr hier wacht;
Deines Herzens Wunde
Deck’ des Schweigens Nacht,

EGINHARD
(zu Emma)
Vor der Trennungs stunde
Wird im Schutz der Nacht
Dir von meinem Munde
Noch ein Gruß gebracht.

OGIER, KÖNIG KARL
Dem Erfolg vertrauen, etc.

EMMA
Vor der Trennungs stunde
Wird im Schutz der Nacht
Mir von seinem Munde
Noch ein Gruß gebracht.

FIERRABRAS
Schweigen ziemt dem Munde
Weil Gefahr hier wacht;
Meines Herzens Wunde
Deck’ des Schweigens Nacht.

EMMA, EGINHARD
FIERRABRAS, ROLAND
O nacht voll Grauen!

OGIER, KÖNIG KARL
DIE RITTER
O Friedensglück!
Dem Erfolg Vertrauen ecc.

EMMA, EGINHARD
Eine nacht voll Grauen, ecc.

FIERRABRAS ROLAND
Vor der Zukunft grauen, ecc

Nr. 4f Marcia und Chor

(Alle ab ausser Fierrabras und Roland)

MÄNNER UND RITTER
Zu hohen Ruhmespforten
Klimmt er auf schroffem Gleis;
Nicht frönt er schalen Worten,
Die Tat nur ist sein Preis.

EMMA UND JUNGFRAUEN
Den Sieger laßt uns schmücken
Vom frischen Kranz umlaubt!
Mut strahlet aus den Blicken,
Der Lorbeer um das Haupt.

ALLE
Zu hohen Ruhmespforten, ecc.

FIERRABRAS
Wie, dir, dir dank’ ich meine Freiheit?


Fünfte Szene

(Fierrabras und Rolando)

ROLAND
Männlich hast du gekämpft;
nie hab’ ich dich besiegt,
weil nur des Zufalls Macht
der Held erliegt.

FIERRABRAS
So viele Großmut übst du an dem Feinde!
O, lehr auch mich die Heldentugend üben,
mit deren Kraft
du auch mein Herz gefangen

ROLAND
Im Siegesglanz soll unsre Freundschaft prangen!
Doch, Sinnloser, sprich, was konnte dich verleiten,
solch sonderbar Benehmen, 
selbst in des Königs Gegenwart?

FIERRABRAS
Unfreundliches Gestirn, 
das heute jedem Schritt
mir folgt!

ROLAND
Was ist dir?
Grundlos nicht war dein Entsetzen.

FIERRABRAS
So höre und beklage mich.
nach meines vaters Wunsch ging
ich nach Welschland vor vier Jahren,
die Schwester führt‘ ich mit und einen sicheren

Begleiter, der das Vertrauen
des Vaters ganz besaß.
Rom sah ich staunend und die heiligen Gebäude,
und schon wandt’ damals sich mein Geist dem
holen Glauben zu;
doch mehr als all das Hohe,
Heilige, strahlt mir aus einer Jungfrau Blick,
die dort wie ich, auch fremd, in furstlichem
Geleite, das hohe Altertum
verehrend angestaunt.
Oft sah ich sie, doch mehr auch nicht,
und als mein Herz in erster
Liebe Glut sich unverwandt ihr rein
und ewig weihte, dann...

ROLANDO
Und dann?

FIERRABRAS
... war sie dem sehnsuchts vollen
Blick entschwunden.

ROLAND
In Rom, sagst du? O Freund, erkläre dich!
Du warst einst dort… mit deiner Schwester...

vor vier Jahren... ist’s nicht so?
O quäl mich länger nicht,
schnell gib mir Aufschluß!

FIERRABRAS
So ist es, ja, und meine Schwester,
so wie ich, lernt’ einer Ritter
aus des Fräuleins Zuge kennen;
doch sie war glücklicher als ich.

ROLAND
Und dieser Ritter?

FIERRABRAS
Der sie gekannt,
geliebt und Gegenliebe fand, 
verschwand zugleich mit meinem hohen Bilde.

ROLAND
Du hast ihn nicht gekannt?

FIERRABRAS
Nie.

ROLAND
Der Ritter, Fierrabras, bin ich. 
Ihr Himmelsmächte!
So lebt sic noch, auf die ich lang verzichtet?

FIERRABRAS
Wie? – So muß ich endlich doch an des Geschickes
wunderbare Fügung glauben? Vernimm es, Roland, 
und beklage mich: 
In dieser Königstochter fand ich auch
die Geliebte wieder... und der Erinnrung Glut
erwacht’ in tiefbewegter Brust.
Mein Entschluß steht!
Von jeder Hoffnung fern will ich dem Land,
dem Volk doch angehören, das meines
Lebens höchste Güter mir bewahrt.
Ich bleib’ bei dir und will der finstern heimat
gern entsagen, so wie selbst hier der Liebe
süßem Glück.
Du ziehe hin in meines Vater Reich, dir ist’s
vergönnt, in meiner Schwester wieder die
Geliebte dort zu finden.
Hast du des Friedens Werk ruhmwürdig erst
vollbracht, dann magst du deines Glücks
an ihrer Seite dich erfreuen. Ich bin gefaßt,
des Schicksals ärgsten Sturm zu tragen.

ROLAND
Gefahrvoll ist dein Stand, doch fasse Mut und
schweige, bis ich wiederkehre; auf meine Hilfe
kannst du tätig zahlen.
Nun bleibt mein Rat: dich
männlich klug zu fassen, du siehst, es zürnt nicht
immer das Geschick. Der Edle darf dem Glück
sich überlassen, es kehrt oft spät,
doch stets versöhnt zurück.

Nr. 5 Duett

FIERRABRAS, ROLAND
Laß uns mutvoll hoffen,
Wandeln auf der Bahn,
Die, dem Dulder offen,
Uns sich aufgetan.
In bescheidnen Blüten
Prangt des Lebens Kranz,
Nach des Sturmes Wüten
Lacht der Sonne Glanz.
Laß uns mutvoll hoffen, ecc.

(Verwandlung

Sechste Szene

(Garten. Im Hintergrunde links Frauenwohnung 
mit einem Balkon. Nacht. Mondschein )

Nr. 6 Finale

(Eginhard späht vorsichtig umher,
er trägt 
eine Laute und nähert sich der Wohnung)


Nr. 6a Romanza (Duett)

EGINHARD
Der Abend sinkt auf stille Flur,
Es soll der Treue scheiden!
Ach! Erst vernimm der Liebe Schwur,
Muß er sein Glück schon meiden.
Sein Herz erbebt im Schlachtgetos,
Die Träne schwimmt im Blicke,
Sein herb Geschick,
es reißt ihn los
Vom kaum gefühlten Glücke.

(Emma wird auf dem Balkon sichtbar)

EMMA
Doch kehrt er heim im Siegesglanz,
Dann naht der Tag der Weihe.
Der Liebe und des Ruhmes Kranz
Reicht ihm die Hand der Treue.

BEIDE
Der Liebe und des Ruhmes Kranz
Reicht ihm die Hand der Treue.

(Emma verschwindet vom Balkon und kommt 
sogleich unten aus der Thür. Eginhard umarmt sie 
und geleitet sie zärtlich nach links in den Garten. 
Auf der gegenüberliegenden Seite Fierrabras kommt
mit den weichen dim Kopf und gekreuzten Armen.)

Siebente Szene

Nr. 6b Recitativ und Arie

FIERRABRAS
(kommt langsam von rechts)
Was quälst du mich, o Mißgeschick!?
Will der Gedanke mich nicht fliehen?
Ich sauge Lust aus ihrem Blick
Hinweg! Ach, mächtig fühl’ ich’s glühen!

In tiefbewegter Brust
Regt sich ein leises Sehnen;
Kaum meiner selbst bewußt,
Darf ich dies Glück nicht wähnen.
O schweig! betrognes Herz!
Verstummt, vergebne Klagen!
Dem Manne ziemt nicht Schmerz,
Er muß mit Fassung tragen.
In tiefbewegter Brust etc.

(Bewegung in der Wohnung, die 
Fenster werden abwechselnd erhellt)

Nr. 6c Ensemble und Chor

FIERRABRAS
Doch horch! was regt sich noch
in stiller Nacht?
Des Flügels Fenster sind erleuchtet.
Bald leises Murren,
bald ein wilder Lärm -

MÄNNER
(Des Flügels Fenster sind erleuchtet.
Bald leises Murren, bald ein wilder Lärm)
Wo ist sie?

Schnell, verschwunden
Ist jede Spur!

FIERRABRAS
Seltsam Treiben!
Was mag das sein?
Mit Vorsicht will ich das Ende erwarten.

(Er tritt seitwärts)

MÄNNER
(drinnen)
Ohne Weilen
Verfolgt die Spuren
Wo ist sie?
Schnell, verschwunden Ist jede Spur!

(Das Schloss Tür öffnet sich plötzlich. Emma 
und Eginhard eilen auf die Bühne Emma deckt 
ihn mit ihrem Schleier, während er läuft davon.)

Achte Szene

(Fierrabras, Emma, Eginhard,
Männer hinter der Scene) 


EMMA, EGINHARD
Angst und Schrecken
Tief erfassen, dumpf bedecken
Sie die Brust!
Flucht nur rettet,
Der verspätet
Schuldbewußt

MÄNNER
Ohne Verweilen verfolgt die Spuren,
Schnell verschwunden ist jede Spur!

(Eginhard will entfliehen,
Fierrabras tritt 
ihm entgegen Emma hält gefroren mit Schrecken)

Nr. 6d Terzett

FIERRABRAS
Ha, hier waltet ein Verrat!

(zu Eginhard)

So schnell nicht, als ihr wähnet!

EGINHARD UND EMMA
Ha! Fierrabras!

FIERRABRAS
(Er stellt sich Eginhard entgegen)
Wer ihr auch seid,
Die ihr des Hauses Ehre höhnet,
Zur Rache seht mich hier bereit.

EMMA
O schont! Erbarmt!

FIERRABRAS
Götter! Emma!

EGINHARD
O laß mich fliehn!

FIERRABRAS
(ihn erkennend)
Wie, auch du?

Was muß ich sehn! Weh mir!

EMMA
O schont! Erbarmt!

EGINHARD
O laß mich fliehn!

FIERRABRAS
Der Rache Glut ersticket
In mir des Mitleids Drang;
Er ist’s, den sie beglücket,

Wie hart ist dieser Zwang!

EGINHARD, EMMA
Wie er verworren blicket,
Kaum birgt er seinen Zwang.
Die Schuld, die mich bedrücket,
Erfüllt das Herz so bang.

EMMA
(wirft sich Fierrabras zu Füssen)
Schütze! Rette!


EGINHARD
(A Fierrabras, das Schwert)
Durch deine Brust bahn’ ich den Weg’.

FIERRABRAS
(Rundweg um Eginhard, nach einem inneren Kampf)
So flieh!
Glüht schon in mir die Rache,
Und brauchst du meinen Arm,
Gern biet’ ich ihn.


EMMA, EGINHARD
Hab’ Dank, du Retter in Gefahr!

EMMA, EGINHARD
FIERRABRAS
Leb wohl,
Adieu, dich des Himmels Schutz bewahren!

(Eginhard entflieht, der Lichtschein 
in der Frauenwohnung ist erloschen.)

Neunte Szene

Nr. 6e Recitativ

FIERRABRAS
Nun fasset Mut! 

So sehr mein Herz auch bebt,
Kämpf’ ich mit Pflicht –

und mein Bewußtsein siegt.
Wollt Ihr mir folgen, hohe Königstochter,
Ich führ’ Euch bald an Eures Vaters Brust.

EMMA
(erschrickt)
Nein nimmermehr!

O schone, ach erbarme!
Daß schnell dein Herz erwarme.
Sieh meiner Tränen Flut!
Laß nichts den Vater wissen,
Den Frevel würd’ ich büßen
Mit des Geliebten Blut.

FIERRABRAS
Ja, zähle auf mein Schweigen!!
Der Not will ich mich beugen
Mit männlich festem Mut.

(Fierrabras fasst Emma an der Hand, um 
sie in die Frauenwohnung zu geleiten; wie 
sie an der Pforte sind, tritt der König mit 
Gefolge, Dienern mit Fackeln, aus der Thür)

Zehnte Szene

Vorige, Carlomagno und sein Gefolge

Nr. 6f Recitativ, terzett und ensemble

EMMA, FIERRABRAS
Ha!

KÖNIG KARL
Wie! Emma hier?
Und des Barbaren Arm?

(zu Fierrabras)

So achtest du des Gastrechts heil’ge Sitten?

Verführer!

FIERRABRAS
(auffahrend)
Nein, zu viel! - So wisset...


KÖNIG KARL
Ich weiß genug, dich zu verachten!

(Berufung)

Eginhard!

(Einige aus dem Gefolge entfernen sich,
um Roland zu holen Eginhard)

EMMA, FIERRABRAS
Wie, ihn?
Das Blut fühl’ ich erstarren
Im Kampf mit Lieb’ und Pflicht,
Wird er die Schuld gewahren,
Trifft uns/sie das/sein Strafgericht.

KÖNIG KARL
Mit Strenge zu verfahren,
Gebeut mir Vaterpflicht,
In Haft muß ich ihn wahren,
Der so Verträge bricht.

(Eintreten, hat Eginhard eine unfreiwillige 
Schreck und stoppt sichtlich verwirrt und 
verängstigt bis zum Ende)

Elfte Szene

(Vorige und Eginhard)

Ensemble

KÖNIG KARL
Dich rief ich, Eginhard,
den einzig Treuen,
Der meines Hauses Ehre stets bewacht.
In deine Hände stell’ ich den Verräter,

Daß er den Frevel büß’
in Kerkers Nacht.

EGINHARD
Was ist geschehn?
Weh mir!!

KÖNIG KARL
Wohl wirst du staunen:
An Emma wagt’ der Kühne sich vermessen,
Entführte mit Gewalt sie meinem Arm.

EGINHARD
Er nicht!

KÖNIG KARL
Mit Grund ist, Edler, dein Entsetzen,
Drum fort mit ihm!

EGINHARD
(Für sich)
Vermag ich es?

KÖNIG KARL
Kein Mitleid!
Solch frevle Tat verdienet solchen Lohn.
Du zauderst? Fort!

EGINHARD
O Herr, vergib!

EMMA, FIERRABRAS
Ha, schweige!

KÖNIG KARL
Ich will es! Ich will’s


(Mit einem Verweis auf seine Entourage)

Ihr haftet mir für ihn.

(Sie besetzen Fierrabras, dass die Hälfte betäubt,
verlassen, Emma und Eginhard scheinen von Angst 
und Schrecken überfallen. In diesem Moment den 
Klang der Glocken, die die Aufmerksamkeit aller 
weckt hören)

Du hörst dies Zeichen,
Eginhard, bald will es tagen,
An euer Werk ermahnt der frühe Ruf;
Drum eile, dich den Freunden zu gesellen,
Daß ihr die Friedenssendung klug vollbringt.

(Auf Fierrabras deutend)

Für meinen Zorn bleib’ er indes verwahrt.

Was er verbrach an meines Hauses Ehre,
Erheischt, dag es der Strafe Last vermehre.

(Während des folgenden Chores füllt sich bei
allmählichem Tagesaubruch der Hintergrund mit
Rittern und Kriegern, welche zum Gesandtschaftszuge
gehören. Sie führen eine weisse Fahne, eine Palme 
und mehrere Symbole des Friedens)

Nr. 6g Quartett mit Chor

RITTER, KRIEGER
Fort zum Siegesreigen
Auf sein Machtgeheig!
Eures Ruhmes Zeugen
Bringt des Friedens Preis.

EMMA, EGINHARD, FIERRABRAS
Dulden nur und Schweigen
Ziemt um solchen Preis,
Und kein Blick darf zeigen,
Was die Seele weilt.

KÖNIG KARL
Ernst und Strenge zeigen,
Ist mir Pflichtgeheiß,
Vor des Frevels Zeugen
Werd’ der Schmach er Preis.


RITTER, KRIEGER
Fort zum Siegesreigen, etc.

(Sie ordnen sich zum Zuge. Eginhard tritt in 
glänzender Rüstung auf, um sich an die Spitze 
des Zuges zu stellen. Als Emma ihn erblickt, 
beginnt sie zu wanken und sinkt in Roland's 
Arme. Eginhard will herbeieilen, wird aber 
durch eine abweisende Gebärde Karl's 
zurückgehalten und zieht mit den Rittern 
davon. Der Vorgang spielt sich  sehr schnell ab)



ZWEITER AKT


(Felsige schluchtenreiche Gegend an der 
französischen Grenze, von einer Anhöhe begrenzt, 
über welche die Ritter herabkommen. Rechts ein
Felsenvorsprung mit engem Zugang. Morgen)

Erste Szene


(Rolando, Eginhard, Ogier, Olivier, Gui,
Richard,
Gerard und Ritter mit der weissen Fahne, Palme 
und den anderen Friedenszeichen. Als sie am 
Abhang der Höhe stehen, kehren sie sich noch einmal
nach der Seite, von welcher sie gekommen sind)

Nr. 7 Lied mit Chor

EGINHARD
Im jungen Morgenstrahle,
Den Blick dir zugewandt,
Grüß’ ich zum letzten Male

Dich, teures Vaterland.

DIE RITTER
Im jungen etc.

ROLAND
(hinter der Scene. Freudige 
Bewegung unter den Rittern)
Wie leichte Wolken ziehen,
Bald Seligkeit, bald Glück;
Die Herzen, wie sie glühen,
Es trennt sie das Geschick.

RITTER
(hinter der Scene)
Wie leichte Wolken ziehen, etc.

(Roland kommt mit Rittern auf die Bühne. 
Herzliche Bewillkommnung zwischen ihm, 
Eginhard und Ogier, sowie zwischen den Rittern)

EGINHARD, ROLAND
O ew’ge Mächte, weilet

Ob uns in milder Huld,
Eh’ uns Verrat ereilet,
Befreit von Schmach und Schuld.

ALLE RITTER
O ew’ge Mächte etc.

ROLAND
So laßt uns denn, 
da wir gefahrlos nun der Heimat Grenze überschritten, 
dem nahen Ziele unverweilt entgegenziehn.

OGIER
Nicht fern von hier haust jener freche Maurenfürst.
An seines Heeres Trümmern mag er sich nun
ergötzen, da er den Frieden nicht gewollt.

ROLAND
Hart war die Lehre,
doch gerecht; er hat sie ihm
schonend nahn.

OGIER
Verbannt sei jeder Übermut; 
der Sieger wisse den bezwungnen Feind zu ehren. 
Ist’s nicht so, Kampfgenossen?

GUI VON BURGUND
Dein Wort ist Gold.

RICHARD VON DER NORMANDIE
Dein weise stets dein Rat.

GERARD VON MONDIDUR
Solch edlem beispiel folget jeder gerne.

ROLAND
So kommt. 
Wohl mag noch maurisch Volk hier im Gebirge lauern, 

das nicht zur schnellen Flucht die Zeit gewann.

DIE RITTER
Die Feigen furcht’ ich nicht, 
und waren’s ihrer Tausende,

sie kennen unsre Waffen!

ROLAND
Den Frieden wollt ihr stiften 
und bereitet euch zum Kampfe?
Kann dieser Maurenfürst wohl unsrer
Sendung Zweck vertrauen, vernähme er,
dag auf dem Wege wir die Seinen ihm erschlügen?
Selbst die Gelegenheit vermeiden,
so kommen wir zum Ziele.
Drum fort!

(zu Eginhard, die geblieben ist, bis jetzt in seinen
Gedanken versunken, ohne an dem Gespräch)

Komm, Freund; du kannst so leicht dir deine
Sporen hier verdienen. Nur Mut und kühn voran!

EGINHARD
Ich folge.

(Noch Be)

OGIER
Was fehlt dem Träumer? Immer ist er so.

ROLAND
Laß ihn!
Des Weges für die Jugend ungewohnte
Plage, die Sehnsucht nach der Heimat.

EGINHARD
Nach der Heimat!

ROLAND
So magst du weilen; durch die Ebne ziehn wir
ruhig hin, da kannst du leicht uns bald ereilen,
und für die not ruft deines Hornes Schall 

uns bald herbei.

(ich ihn weg)

Quält dich ein Kummer, kannst du ihn der Brust
des Freundes sicher anvertrauen.
Folget mir!

(Alle gehen außer Eginhard)

Zweite Szene


(
Eginhard allein)

EGINHARD
Ein Kummer, sagst du?
Ach, des Lebens Uberdruß erfüllt
die bange Seele!
Unglücklich bin ich, ach!
So furchtbar, grenzenlos!
Und ihn,
der Freunde Edelsten,
rift ich mit mir in des Verderbens Kluft!
Was tat’st du, Elender?

Um dich zu retten, gabst du ihn leicht
der Schande blofi!
Ach, Fierrabras! Wie werd’ ich deines Vaters
Blick ertragen? – nein!

Nr. 8a Recitativ, marcia mit 
melodramma und ensemble

EGINHARD
Beschlossen ist’s, ich löse seine Ketten!

Der Wunsch erfüllt mich reuevoll und heiß,
Um ihn, den tiefgekränkten Freund zu retten,
Geb’ ich mein Leben, meine Liebe preis.

Dritte Szene

(
Eginhard, Brutamonte und Mauren. Während des
vorhergehenden Rezitativ, eine Truppe von Mauren,
unter dem Befehl von Brutamonte, fing an, auf der
hohen Seite zu sehen ist, scheint aus einer Bergschlucht
sein. Es ist nur, wenn sie erkennen, dass sie Eginhard
aufhören, es zu beobachten - dann zeigen die Ritter
marschieren in der Ferne, folgen sie für eine lange 
Zeit mit den Augen und wenn sie glauben, genug weg, 
in Richtung von den Höhen zu Eginhard.)

EGINHARD
(sieht sie und geht ihnen entgegen,
mit seinem Schwert gezogen)
Verwegene! Was führt euch hierher?

BRUTAMONTE
Du trotzest, Franke?
Wohl, setz dich zur Wehre.

EGINHARD
Und gegen Einen wollt ihr alle streiten?

BRUTAMONTE
Du willst dir selbst dein Todeslos bereiten.

EGINHARD
Nicht Furcht ist’s, die von euch

mich zitternd hält,
doch soll vergebens hier kein Blut mehr fließen.
Drum hört:
Vom König bin ich auserwählt
mit einer Ritterschar, in Eil’ beflissen,
dem Maurenfürsten Frieden anzubieten;
die Brüder folgen schützend meinen Schritten.

BRUTAMONTE
Uns willst du hintergehn?

EGINHARD
Wohlan, bald sollt ihr’s sehn.

(Eginhard stösst ins Horn)

BRUTAMONTE, MAUREN
(aufmerksam horchend)
Was mag der Ruf bedeuten?

Seid wohl auf eurer Hut!
Mög’ er Verrat bereiten,
So ströme bald sein Blut!

EGINHARD
Bald wird sich’s klar entscheiden,
Ich lache ihrer Wut;
gefahren zu vermeiden,
Steh’ ich in Freundes Hut!

BRUTAMONTE, DIE MAUREN
Was mag der Ruf bedeuten, ecc.

EGINHARD
Bald wird sich’s klar entscheiden, ecc.

(Eginhard stösst ins Horn. Sie machen einen 
neuen Angriff, den Eginhard zurückschlägt.
Fortwährender Kampf; die Mauren besetzen 
nach und nach den Zugang)

BRUTAMONTE
(zu den Mauren)
Schnell, eh’ sie nahen, fasset ihn!

Zum Fürsten führt den Kühnen hin!
Schnell mit dem Frevler,
schnell mit ihm fort!
Er kann uns nicht entrinnen:
Verwahrt an sichern Ort,
Mag er auf Ränke sinnen.

MAUREN
(Sie versuchen, Eginhard verhaften)
Willst du noch widerstehn?
Schnell mit dem Frevler, schnell mit ihm fort!
Er kann uns nicht entrinnen:
Verwahrt an sichern Ort,
Mag er auf Ränke sinnen.

(Die Mauren lauschen auf den Hornruf,
dann bedrängen sie ihn von Neuem)

EGINHARD
(Bekämpfen)
Frei kann ich mit euch gehn.
Vertraut des Mannes Wort,
Ich kann euch nicht entrinnen,
Verrat an diesem Ort
Wird euch kein Frommen bringen.

(Die Mauren haben den Felsenvorsprung von hinten
erklommen und überwältigen
Eginhard. Alle schnell 
ab. Roland, Ogier und die anderen Ritter zurück,
nachdem die Mauren wegnehmen Eginhard)

Vierte Szene

(
Rolando e gli altri cavalieri)

Nr. 8b Duett mit Chor

ROLAND, OGIER, RITTER
(kommen schnell zurück; sie spähen überall umher)
Was ist ihm geschehn?
Was hat er begonnen?
Die Zeit ist verronnen!
Er ist nicht zu sehn.

ROLAND, OGIER
(In Eile)
Verfolget die Spuren
im hastigen Lauf,
In Tälern und Fluren
Schnell suchet ihn auf.

DIE RITTER
(sie verbreiten)
Verfolget die Spuren
im hastigen Lauf,
In Tälern und Fluren
Wir finden/suchen ihn auf.
Schnell suchet ihn auf.

(Sie zerstreuen sich nach 

allen Richtungen. Verwandlung)

Fünfte Szene

(
Gemach im Schlosse des Maurenfürsten Boland zu
Agrimore, nach Art eines Zeltes, mit einem Vorhange
geschlossen. Florinda und Maragonda)

MARAGOND
Wo schweift er wieder, der verlorne Blick,
der sonst besonnen, seelenvoll erglühte?
Laß Teure, nicht im Traum der Phantasie
das starke Herz der
Truggestalt erliegen.

FLORINDA
O schöner Traum, du trosterfüllter Segen,
der mir die ew’ge Ferne lebend malt,

es ist der letzte, ach,
des schlaffen Lebens!

MARAGOND
Und an ein Bild knüpfst leicht du dein Geschick,
das nimmer dir gelinget zu erlangen?

FLORINDA
Ja, an ein Bild,
das ewig mich umschwebt.

MARAGOND
Doch ohne Trost, es je zu sehn. Ermanne den
trüben Geist! Die Jungfrau, mutvoll sonst und
männlich festen Sinns, sie bannt ein Zauber, 
entartet von sich selbst.
O Teure, glaube, du hast ihn lang in
Welschlands Gaun gesehn. Wo ist er nun?
In weiter Ferne, tot vielleicht schon jetzt! 
Vergeblich eignes Quälen. Vernunft gebeut, 
Unmögliches zu tragen.

FLORINDA
Ach, immer neu erwacht der Sehnsucht Trieb!
flieh’ mich selbst, indem ich ihn nur suche Mein
teurer Freund! Mein Roland!
Ew’ges Sehnen zieht mich nach dir!

MARAGOND
O schweig, Betörte! Zittre! 
Des Vaterlands und deines Vaters Feind ist er, 
bedenk, den du so frevelnd liebst.

FLORINDA
Nicht Vaterland, selbst nicht des Blutes Bande
erschrecken mich; für ihn trotz’ ich dem Tod, ja
selbst der Schande!

Nr. 9 Duett

FLORINDA
Weit über Glanz und Erdenschimmer
Ragt meiner Wünsche hohes Ziel,
Und jedem Glück entsag’ ich immer,
Lohnt mich der Liebe süß Gefühl.

MARAGOND
O mög’ der Schein dich nicht betören,
Verrat ist der Gedanke schon.

FLORINDA
Nur seiner Stimme Klang zu hören,
Ist aller Leiden höchster Lohn.
O könnt’ ich es umfangen,
Das lieblich holde Bild!
Mein glühendes Verlangen
Wird nimmer wohl erfüllt.

MARAGOND
Von trostlos stillem Bangen
Ist meine Brust erfüllt;
Ach, nie wird ihr Verlangen,
Nie ihre Lust gestillt.

(Boland tritt ein)

Sechste Szene

(Vorige, Boland und Brutamonte, dann Eginhard)

MARAGOND
Birg deinen Schmerz, es naht der Vater!
Du kennst sein rauh’ Gemüt.

FLORINDA
Bald soll er’s wissen; Ich trag es länger nicht, 
mein Glück zu missen.

FÜRST BOLAND
Ein Franke, sagst du?
Und wo habt ihr ihn gefunden?

BRUTAMONTE
An der Gebirgsschlucht, unfern von der Grenze,
harrt’ ich mit einer Schar noch von Getreuen;
da ward ich ihn gewahr,
und ohne Säumen ward er
auch ergriffen, eh’ es den Begleitern auf seines
Hornes Ruf gelang, zu nahen.
Er nennt sich einen
Friedensabgesandten und frohe Botschaft, spricht
er, bringt sein Kommen.

FÜRST BOLAND
Was mag er bringen? 
Fierrabras’ Geschick vielleicht
verkündet er, wohl seinen Tod.

FLORINDA
O, armer Bruder! Wärst du denn verloren?

FÜRST BOLAND
Er komme; doch ein furchtbar streng Gericht ihn
und alle die Gefährten, erfahre ich des Sohnes
Schreckenslos!

BRUTAMONTE
Schon nahen sie mit ihm.

(Eginhard wird von den Mauren
durchgeführt; sein Blick drückt Schmerz und Verachtung)

FÜRST BOLAND
Nun, kühner Fremdling, erkläre dich, was in des
Krieges Schrecken dich aus der Heimat fernem
Lande rift?

EGINHARD
Bald stillst du‘ aus der Ritter Mund vernehmen,
die von mir durch dein ruchlos Volk getrennt. 
Des Friedens froher Wunsch...


FÜRST BOLAND
Noch eh’ du endest, sag,
wo ist Fierrabras?

EGINHARD
Gott! Gefangen ward er im Kampfe jüngst 
von
Roland...

FLORINDA
Von Roland? Götter! Ach, er lebt?

FÜRST BOLAND
Vas sagst du?

FLORINDA
Ach, mein Bruder!

FÜRST BOLAND
Wohl, moch lebt er doch Schmach und Schande
soll er nicht entragen, und ist er Held, 
wieder zu
sterben wissen

FLORINDA
O laß mich, Vater, ich will ihn betrein.

FÜRST BOLAND
Du sehwaches Weib? Was wähnst du!

FLORINDA
Fierrabras lös’ ich mit einem Worte.

FÜRST BOLAND
Törin! Schweige!

EGINHARD
Die Freiheit hat der König ihm gegeben.

FÜRST BOLAND
Die Freiheit? Und doch kehrt er nicht zurück?

EGINHARD
Weh mir! 
In neue Haft fiel durch Verrat der edle
Held...

FÜRST BOLAND
Wie das? 
Erzähle, daß der Götter Fluch ich auf den Frevler lade!

EGINHARD
... durch einen Freund...


FÜRST BOLAND
Wer ist der Unmensch? Sprich!

EGINHARD
Der falsche Freund... erfahr’ es denn, ... bin ich!

FÜRST BOLAND, FLORINDA
MARAGOND
Ha!

Nr. 10 Quintett

FÜRST BOLAND
Verderben denn und Fluch
Der falschen Frankenbrut!

FLORINDA
Des Zornes volle Macht
Wird er Verdient erfahren;
Doch eine Hoffnung lacht
Mir selbst aus den Gefahren.
Ja, eine Hoffnung lacht!

MARAGOND
Des Zornes volle Macht
Wird er Verdient erfahren;
Die Qual, die er gebracht,
Er muß sie selbst erfahren.
O welche Schreckensnacht!

EGINHARD
Er malt die Schreckensnacht
Mir furchtbar; die Gefahren,
Die Qual, die ich gebracht,
Ich muß sie selbst erfahren
O welche Schreckensnacht!

FÜRST BOLAND
Hinab in Todesnacht
Send’ ich der frevler Scharen,
Von meinem Zorn umwacht,
Verschlingen sie Gefahren.
Verderben denn und Fluch
Der falschen Brut!

BRUTAMONTE
Auf ihrer Größe Trümmer
Blüht unsers Ruhmes Ziel;
Das Herz entwöhnt sich nimmer
Der Rache blut’gem Spiel.
Verderben denn und Fluch
Der falschen Brut!

(tritt in einen maurischen Kapitän)

HAUPTMANN
Gesandte nahn vom Lager,
Herr, der Franken.

EGINHARD
Sie sind’s! Wohl mir, ich atme.

FÜRST BOLAND
Ha, willkommen!

HAUPTMANN
Den Frieden bringen sie, doch auch den Krieg: 
so lautet ihre Botschaft.

EGINHARD
Hör sie ruhig.

FÜRST BOLAND
Die ersten Opfer zeigst du, Rache, mir!
Sie megen nahn. Im hohen Fürstenglanze, 
empfang’ ich sie,
zur Strafe sind sie reif: daß mit dem Recht
ich die Gewalt vergelte.

(Kapitän geht)

Siebente Szene

(
Vorige, Rolando, Ogier, i cavalieri, popolo)

(Die Vorhänge an der Unterseite des Vorhangs öffnet.
Die dunkelhaarige Menschen, Soldaten, Priester, etc.
der Mädchen. voran in einer feierlichen Prozession;
Roland, Ogier, Oliver, Guido, Richard, Gerard und 

die anderen Ritter der Delegation folgen. Es führt zu
dem Prinzen ein Baldachin von einem Thron überragt,
auf dem er seinen Sitz nimmt; seine Armeechefs um 
ihn
herum. Florinda bedeckt ihr Gesicht mit einem
Schleier,
und steht unbeweglich auf den Stufen des
Baldachins.
Während der folgenden Refrain, der Ritter
Eginhard
erkennen, anzunehmen und manifestieren 
ihre Freude,
ihn wieder unter ihnen. Eginhard auf 
den ersten Blick,
es zu genießen, aber dann fällt 
zurück in seine
Melancholie. Die Ritter, tragen ihre
Fahnen, aufgereiht vor dem Thron.)


Nr. 11 Chor

MAUREN, FRANKEN
Laßt Friede in die Hallen
Des Fürstensitzes ziehn,
Wenn Jubellieder schallen,
Muß auch die Palme blühn.
Ihr Himmelsmachte sendet
Die Ruhe diesem Land,
Der Gaben höchste spendet,
Der Eintracht heilig Band!

ROLAND
Uns sendet Karl, mein Herr,
der Franken König,
die Eintracht und den Frieden Euch zu bitten.

FÜRST BOLAND
Eh’ Ihr vermessen meinem Throne nahet, 

mögt Ihr der Sitte hier Euch unterziehn 

und Eurer Waffen stolzen Prunk entbehren; 

es soll der Bittende nicht trotzend nahen.


ROLAND

Nicht Trotz noch Bitten kennet Roland.


FLORINDA

Er ist es!


MARAGOND

Wer?


FLORINDA

Den ich vermißte.


MARAGOND

Schweig!


ROLAND

Doch sei Euch dieser Wunsch gewährt.


(legt sein Schwert; die anderen Ritter
das gleiche tun)

FÜRST BOLAND
Nun sprich! Gegönnt sei dir das Wort.

ROLAND
In dieser Ritter Mitte nah’ ich,

Fried’ Euch bietend


FÜRST BOLAND

Den Frieden? Wohl! Um welchen Preis?


ROLAND

Erst denket, was Euch. bedroht.

Geschlagen ist das Heer,

mit Schmach ward seine Flucht bedeckt.

Eu’r Sohn...


FLORINDA

Mein Bruder!


ROLAND

Schon Euer Fierrabras hat zwanglos unser’s 

Glaubens Macht gehuldigt, 

drum zaudert nicht...


FÜRST BOLAND

Wie?! Hatt’ der Frevler das?

Dann treffe ihn mein Fluch und euch, 

Verruchte, ihr nicht scheuet, dem gebeugten Vater 

solch schlimme Märe schamlos zu verkünden!

Euch soll der Tod in diesen Mauern finden!

Ergreift sie!


ROLAND, RITTER

Uns schützet der Gesandtschaft Recht.


FÜRST BOLAND

Der Feige ist des Mächt’gen schwacher Knecht.


Nr. 12 Terzett mit Chor


FÜRST BOLAND

Im Tode sollt ihr büßen,

Was Übermut gewagt;

Bald deckt zu meinen Füßen

Euch Nacht, die nimmer tagt.


ROLAND, RITTER

Das Leben leicht zu lassen

Ist frommer Ritter Pflicht;

Doch der ist schwer zu hassen,

Der Wort und Ehre bricht.


FLORINDA

O schütz’ ihn vor Gefahren,

Du ew’ge Himmelsmacht.


FÜRST BOLAND

Ihr sollt es bald erfahren,

Wie euch mein Grimm verlacht.


DIE MAUREN

Bald sollen sie’s erfahren,

Daß seine Rache wacht.


FÜRST BOLAND

Fort! in des Kerkers Grauen

Büßt ihr den freveln Wahn.


FLORINDA

Muß ich ihn elend schauen,

Zur Rettung treibt’s mich an.


ROLAND, RITTER

Mit männlichem Vertrauen

Gehn wir die Todesbahn.


MAUREN

Auf Glück dürft ihr nicht bauen,

Bald ist’s um euch getan.


FÜRST BOLAND

Im Kerker wachet für ihr Leben,

Bis sie der Strafe Arm ereilt.


ROLAND, RITTER

Des Königs Rache mach’ dich beben,

Weil er zum Schutz der Freunde eilt.


MAUREN

Wir wachen strenge für ihr Leben,

Bis sie der Strafe Arm ereilt.


FLORINDA

Ach Vater, hab Erbarmen!


FÜRST BOLAND

Dich rührt ihr wohlverdientes Los?


FLORINDA

(für sich)
In des Geliebten Armen

Ereil’ auch mich das Todeslos.


(Die Ritter werden ganz von den Mauren

umringt. Alle kommen mehr nach vorn )


FÜRST BOLAND

Sie sollen erblassen

In heimlicher Not,

Die Feinde zu hassen

Ist Rachegebot.


FLORINDA, ROLAND, RITTER

Das Leben zu lassen

In peinlicher Not!

Es heischet sich fassen

Zum schmählichen Tod.


(Die Ritter werden mit Gewalt, von den
Kriegern 
und dem Volke begleitet,
abgeführt. Der Fürst 
entfernt sich mit
seinem Gefolge. Florinda bleibt 
allein
zurück; sie entschleiert sich)

Achte Szene


(
Florinda allein)

FLORINDA
So ist er’s denn! Doch wie muß ich ihn finden!

Mir kaum genaht und schon dem Tod verfallen! 
O herber Lohn der treu bewahrten Liebe.

(entschlossen)

Du willst es, Vater - wohl, ich bin gefaßt.
Um ihn verleugn’ ich selbst des Blutes Rechte,

die schwach nur an des Lebens Gkick
mich binden; ich rette ihn
und gält’s den höchsten Preis,
in mir soll er die Treue wiederfinden.

Nr. 13 Arie

FLORINDA
Die Brust, gebeugt von Sorgen,
Bestürmt des Schmerzes Glut;
Ja, tage, wilder Morgen,
Dein Segensgruß ist Blut!
Des Weibes sanfte Sitten
Zerstört der Drang der Not,
Und mit der Furien Wüten
Verbreit’ ich Schreck und Tod. 

(geht schneller)

Neunte Szene

(
Gemach in einem festen Thurm, mit einer starken
eisernen Thüre verschlossen. Nahe der Thüre ein 
Lager. Einige Stufen führen nach oben zu einem
vergitterten Fenster. Nacht)

Nr. 14 Chor der Ritter

EGINHARD, OGIER
ROLAND, RITTER
(si tendono reciprocamente la mano)
O teures Vaterland! Verlassen
Weilt deiner Söhne treue Schar;
Den soll des Todes Graun erfassen,
Der deines Ruhmes Kämpfer war.
O teures Vaterland!
Ach, fern von heimischen Gefilden
Droht des Verderbens bittre Schmach,
Und bald zerfließt in Luftgebilden
Die Hoffnung, die das Schicksal brach.
O teures Vaterland!

ROLAND
So enden sie, des Ruhmes schöne Tage!
Die wir im Schlachtensturm das Glück bezwungen, uns streckt Verrat gleich dem Verbrecher hin!
Zu viel für eines Mannes mut’ge Seele Ist 

das Gefühl der Ohnmacht?
Trag’ ich’s noch? O, dal sie nahten,
die verhaßten Schergen, 
mit meinem Leben strömt mein letzter Fluch!

OGIER
Ergib dich, Freund, dem eisernen Geschicke, wie
du, erwählt zur fürchterlichen Sühne, sich deine
Brüder hier; drum fasse dich.

ROLAND
Nicht Fassung ist’s, die mir gebricht,
nur Rache und Wut erfüllt
die hochempörte Brust!
Und eine Hoffnung, ach, die ich genähret,
die mich getäuscht: Florinda, Dich zu finden!
Wohlan, ich habe alles aufgegeben.
Reicht eure Hände mir,ihr Todesbrüder.
Wir sind gefaßt,
er sinke auf uns nieder!

EGINHARD
Ich stürbe gern,
drückt’ eine Schuld mich nicht!

ROLAND
Dal dein begonnen Werk erfolglos endet?
Ja, hart ist’s, kaum des Ruhmes Bann
zu wandeln, und dem
Verderben schon geweiht.

EGINHARD
Nicht das ist’s, was mich quält.
Am Rande des Verderbens
vernehmet meine Schuld
und fluchet mir!
Ich trag’ sie ungetilget aus dem Leben.

DIE RITTER
Entsetzlich!

EGINHARD
Emma!

OGIER, ROLAND
Emma, die Prinzessin?

EGINHARD
Geheime Liebe bindet unsre Herzen.

ROLAND
Verwegener, was tatest du?

EGINHARD
Noch mehr:
Vom König überrascht bei unsrer
Trennung, gilt Fierrabras für den Verführer –
Und verhaftet wird der treue Freund um mich, 
den Schein der Schuld mit reiner Seele tragend.
Kehr’ ich nicht bénît, den Frevel zu bekennen,
so fällt auch er durch mich, ein Opfer des Betrugs!

(Er bricht zusammen und bleibt liegen auf einem 
Stein, wie ohne Wissen, ohne an all das folgt.)

DIE RITTER
Ha, schändlicher Verrat!

ROLAND
Das konntest du? 
Die Schmach, tilgst du sie nicht, folgt dir zum Grabe!

Nr. 15 Melodramma

Nr. 15a Melodramma, Recitativ und Ensemble

(Ein plötzliches Geräusch von außen
wecken 
die Aufmerksamkeit aller, mit Ausnahme von 
Eginhard; die Ritter die Tür zu nähern)

DIE RITTER
Ha! Was ist das?

OGIER
Schon nahn des Wütrichs Schergen.

ROLAND
Sie mögen kommen. Männer finden sie.

(si sente un colpo soffocato)

OGIER
Die Pforte wird geschlossen.

OLIVIER
Auf der Treppe...
bewegt sich’s nun

(Ogier steigt bis zur Eröffnung)

OGIER
Verwundet flieht ein Maure
vom Tor des Turms. Der Pförtner ist’s
Was mag das sein?

OLIVIER
Die Nacht läßt’s kaum mich unterscheiden.

(Laut an die Tür des Zimmers,
Diplomarbeit werden die Ritter warten) 

ROLAND
Gefaßt!

DIE RITTER
Es starrt das Blut mir in den Adern!

Zehnte Szene

(
Nach einer Weile die Zeit, öffnet sich das Schloss 
mit Schwierigkeiten. öffnet sich die Tür plötzlich auf.
Florinda platzt, mit einem Schwert in der einen Hand
und einer Fackel in der anderen)

DIE RITTER
(erstaunt, zurücktreten)
Ein Weib!

FLORINDA
Wo ist er? Nicht des Todes Grauen
Hemmt meiner Schritte schnellen Lauf;
Nur ihn, den Teuren, rang ich schauen,
Dann flieh’ des Lebens letzter Hauch!
Ach, mein Roland!

(Sie fiel erschöpft in die Arme der Knights. Gehör
seinen Namen ausspricht, wacht der Schwerpunkt 
der Roland auf; Er beleuchtet Florinda mit der 
Fackel, die  abgerissen wurde)

ROLAND
Gerechte Vorsicht,
Ja, sie ist’s! Florinda!

DIE RITTER
Wie, diese wäre Florinda?

ROLAND
Am Rand des Grabes mag ich finden
Das Glück, das Mißgunst mir entzog!
Ich fühl’s bei jeder Hoffnung Schwinden
Dag mich die höchste nicht betrog.

(Nachdem er sie in seine Arme 
und wandte sich an die Ritter)

Schnell, Hilfe schaffet erst der Teuren,
dag zur Besinnung schnell sie wiederkehre.

(Die Ritter gehen auf der Suche nach Wasser in 
einem Behälter, der in einer Ecke des Raumes 
befindet. Florinda öffnet seine Augen)

Laßt sie, schon ist wieder sich bewußt.

FLORINDA
Wo bin ich? Wo bin ich?

ROLAND
In meinem Arm, in deiner Freunde Mitte
Vernehmt es, Brüder! Ich hab’ sie gefunden,
Es kehrt das Glück! Wie das Geschick auch
wüte, Auf ewig bleibst du mir verbunden

Nr. 15b Duett mit Chor

ROLAND
Selbst an des Grabes Rande
Erwacht das Leben neu,
Vom düstern Todesbande
Macht uns die Liebe frei.

FLORINDA
Entzücken strömt und Leben
In die gequälte Brust,
Das Herz fühlt Wonnebeben
Die Seele Himmelslust.

BEIDE
Wie leicht wird so die Todesstunde,
Da Leben quillt vom teuren Munde.

RITTER
Heil ihrer Herzen schönem Bunde,
Er mßu gedeihn in solcher Stunde.

ROLAND
Entzücken strömt und Leben, ecc.

FLORINDA
Das Herz fühlt Wonnebeben, ecc.

DIE RITTER
Heil ihrer Herzen schönem Bunde, ecc.

OGIER
Nun fasset euch, gemessen ist die Frist, bedenkt,
gezählet sind die Augenblicke, und die Gefahr, 
der Tod vielleicht schon nah.

FLORINDA
Ihm zu entgehn, bah’ ich das Glück versucht, 
und bis hierher gelang das kühne Spiel! 
Verloren seid ihr, kann ich euch nicht retten. 
In eure Haft gelang es mir, zu dringen, 
der schwache Arm hat starke Tat geübt; 
für euch, für dich, du Quelle meines Sehnens!
Von mir verwundet, floh der feige Wächter, 
und mächtig seid ihr nun der sichern Pforte; 
Drum eilet, flieht eh’ noch 
des Vater Grimm euch ganz erreich,
bald könnt’ er rächend nah’n.
Ich flieh’ mit euch, nichts kann mich hier mehr binden; 
o zaudert nicht! 
Im Dunkel dieser Nacht, 
eh’ uns ein Späherblick erreicht...

ROLAND
So mutig drangest du zu uns,
nimm unser Blut
und Landes siehst du hier,
sie danken alle gern dir ihr Geschick.

N° 16 Chor und Melodramma

RITTER
(zu Florinda)
Der Hoffnung Strahl, den du gegeben,
Er leiht uns Mut zu neuem Leben.

OGIER
Nun rasch zu Tat!

ROLAND
Mög’ der Erfolg sie krönen.


DIE RITTER
Vor herber Leiden Qualen,
Aus harter Todesnot,
Laß uns zur Freiheit wallen,
O großer, ew’ger Gott!
Und süße Labung lege
Ins Herz, wenn Trost gebricht;
Die grauenvollen Wege
Erhell’ der Hoffnung Licht!

(Von außen ein Aufruhr, die steigt, spüren ist; 
fühlen sich vor allem die Töne der Trompeten 
und Trommelwirbel)

Ha, neue Qual!

(Screams maurischen Krieger)

FLORINDA
(am Fenster)
Wir sind verraten
Der Elende, den ich verjage, er cille, 
schnell meine Tat verkündend, zu dem Vater.
Uns wird Gewalt bezwingen!

ROLAND
(Ich das Fenster sah auch)
Fürwahr! Doch was nun mn?
Nicht widerstehn kann dies Gebäude
lange ihrem Wüten.
Der Turm wird uns nicht schützen!

(Wachsende Lärm, der von außen 

kommt und Broken Beats)

OGIER
Schon nahen sie dem Tore. Vergebens
Fest verschlossen trotzt
es der eitlen Macht.

ROLAND
O hatt’ ich Waffen!


OLIVIER
Zum Sturme rüstet sich das Heer.

FLORINDA
(nach kurzem Nachdenken)
Waffen?
Besinn’ ich mich, so liegt in den Gemächern hier
manche Rüstung noch verwahrt.

DIE RITTER
Laßt sehen!

FLORINDA
Ihr möget selbst euch überzeugen.

OGIER
(zu Ritter)
Folgt mir!

(Die Ritter kommen alle, aber Rolando. Während 
dieser Zeit wurde der Lärm immer noch erhöht. Shouts,
Trommeln und Trompeten kündigen den Angriff; Sie
sehen das Fenster Glut gegen den Turm geworfen)

ROLAND
Was nun beginnen, Tod ist überall!
Bleibt heut’ auch Frist, was bringt der nächste

Morgen?
Ein Mittel gäb’s noch;
Doch kühn! – Es sei! Zu wagen
Ist nichts in der Verzweiflung Schreckenstagen.

DIE RITTER
(abgedeckt mit Pfeil und Bogen, 
Speeren und anderen Waffen)
Gefunden ist der Schatz!

ROLAND
Mögt ihr ihn teilen! Nun hört! Schon stürmen sie, 
es gilt kein Weilen; wir halten uns hier nicht, 

drum Rasch zum Handeln!

DIE RITTER
(Für sich)
Was mag er wollen?

ROLAND
Von der Nacht begünstigt,
dring’ ich im Sturm durch jene kleine Pforte,
die, als wir hergeführt, uns aufgenommen.

(Drums weiterschlagen)

FLORINDA
Nein!

ROLAND
Der Mauren Schar durchflieg’ ich. In wenig
Stunden an der Grenze, bring’ ich morgen sichre
Hilfe uns herbei, indes ihr heure
noch den Turm verteidigt.

FLORINDA
Du weihest dich dem Tod!

ROLAND
Er trifft uns hier weit sichrer
noch und Schneller.

OGIER
Klug ersonnen, und Roland wert ist dieser Plan.

ROLAND
Hört ihr’s? Schon tobt der Sturm...

FLORINDA
O bleib!

ROLAND
Gebt mir ein Schwert!

EGINHARD
(die sorgfältig auf die Worte von Roland
gehört hat, und bestand darauf,)
Mir sei’s gegönnt, dich zu geleite.

ROLAND
Wohl!
Die Schuld, die, Unglücksel’ger, du zu tragen,
verdient, das Leben für den Freund zu wagen.

EGINHARD
(freudig)
O mechte erst der Rettung Werk gelingen, 
dann will ich gern mich selbst zum Opfer bringen!

ROLAND
Die Teure wahret mir mit eurem Leben! 
Schon rast der Feind. 
Nur Mut! Seid eurer wert!

OGIER
Zur Zinne schnell hinauf! –
Euch leite Gott durch
der Gefahren schreckensvolle Mitte.

Nr. 17 Finale

(Die Ritter sind Pfeil und Bogen zu halten 
ganze Zeit, dass der Angriff fortgesetzt)

Nr. 17a Terzett und Chor

EGINHARD, ROLAND
Uns führt der Vorsicht weise Hand
Für treue Lieb’ und Vaterland.

DIE RITTER, FLORINDA
EGINHARD, ROLAND
Das Schwert mit Macht zu Schwingen,
Wenn Recht und Freiheit bricht,
Der Rache Opfer bringen,
Ist heil’ge Ritterpflicht.

FLORINDA, EGINHARD, ROLAND
Sie/Uns führ’ der Vorsicht weise Hand
Für treue Lieb’ und Vaterland.

DIE RITTER
Das Schwert mit Macht zu schwingen, ecc.

EGINHARD, ROLAND
FLORINDA, DIE RITTER
Lebt wohl!

(Schütteln sie zueinander. Rolando, Eginhard
und die
anderen Ritter, alle bewaffnet, gehen aus der Tür und
die Treppe hinunter. Florinda allein, ein Opfer zu
befürchtung permanent; ein wenig "läuft zum Fenster,
ein wenig" kommt an die Tür. Der Angriff geht weiter.)

Nr. 17b Melodramma

FLORINDA
Schützt ihn, ihr ew’gen Mächte!

Welche Wut! O dag er ihr entginge!
Ha, die Tapfern!
Schon von der Zinne fliegen
ihre Pfeile in der Verräter Schar!
Ils stehen staunend –
jetzt öffnet sich das Tor!
Mit blankem Schwert... Roland
stürztmit dem Jüngling durch die Scharen!
Sie brechen durch!
Dank euch, ew’ge Götter!
Er stößt auf neue Scharen...
kann er entfliehn?
Rings mäht sein Stahl!
Sie fallen, er ist frei!

(kniend)

Darf ich für seine Rettung euch schon danken?

(Er steht auf und läuft zurück in Richtung der Fenster)

Doch sieh! Von Neuem sind sie im Gedränge!

(Der angriff nachlässt und nach.
mit Angst)

Ha! Sie umgeben ihn!
Rings wird es stiller!
Ihm nach fliegen die empörten Scharen.
Noch blinkt sein Schwert!
O Gott! So dicht umrungen!
Ihm bleibt kein Weg!
Es naht der Feind!
Sie dränen dichter sich!
O Schreckenstag! Er flieht!
Dort sch’ ich ihn... hier... nun da!

Immer schrecklicher wird das Gewirre!
Er ist umringt!
Wo ist er?
Ach! Gelähmt... seine Kraft!

(Siegesgeschrei außerhalb)

DIE RITTER
(außer Eginhard und Rolando, brach durch die Tür)
O Mißgeschick!

FLORINDA
(Er schreit)
Gefangen!

(auf den Boden fällt. Ritter umgeben
sie 
und versuchen vergeblich, siederzubeleben)

DIE RITTER
Mut und Besinnung schwinden,
Ein düstres Todesgraun
Läßt mich nur Qualen finden,
Zerstört ist mein Vertraun,

(Stumme Gruppe des Entsetzens und
der Verzweiflung)



DRITTER AKT


(Gemach im königlichen Schlosse 
mit einem offenen Ausgang in der Mitte)

Erste Szene

(Emma mit ihren Jungfrauen ist mit der festlichen

Ausschmückung des Gemachs beschäftigt)

Nr. 17 - Chor

JUNGFRAUEN
Bald tönet der Reigen,
Die Lust füllt das Herz;
Die Trauer muss schweigen,
Es weichet der Schmerz,
Die quälenden Plagen,
Die Sorgen entfliehn,
In wonnigen Tagen
Wird Freude erblühn.
Bald tönet der Reigen,

EMMA
(us diesen Tönen strömet Lebenslust)
Aus diesen Tönen strömet Lebenslust,
Ein süßer Hoffnungsstrahl in meine Brust,
Mögt ihr die Wahrheit mir verkünden,
Möcht’ ich mein Glück einst wiederfinden.

Alles hait’ ich aufgegeben
Was das Herz mit Lust erfüllt;
Blühte mir ein neues Leben
Aus der Zukunft heitrem Bild.

JUNGFRAUEN
Ja, es blüht ein neues Leben
der Zukunft heitrem Bild.

EMMA
Blühte mir ein neues Leben, ecc.

JUNGFRAUEN
Ja, es blüht ein neues Leben, ecc.

Zweite Szene

(Emma und Carlomagno)

KÖNIG KARL
(die am Ende des Songs kam, nachdem 
sie um einen Moment sah)
Mit Freude seh’ ich,
wie der Tochter edle Sorge
Heimkehr festlich hier bereitet. –
Es ist des Kriegers höchster Lohn,
wird ihm von zarten Frauenhänden verdienter
Dank mit frommer Huld gereiche.
O, wären sie zurück.
Ich kann es mir nicht hehlen,
mich quälet bange Unruh’ um der Edlen Los.

EMMA
Wie meinst du das, mein Vater?

KÖNIG KARL
Zwei Tage sind verflossen
und noch keine Spur
von ihnen. Nicht ferne ist des Maurenfursten Sitz,
und kurz und einfach ihre Sendung.
Sollt’ ein Verrat?

EMMA
Um aller Heil’gen Willen!

KÖNIG KARL
Sei unbesorgt. Die Ritter kenn’ ich;
Mut und Tapferkeit
erfüllet ihre Brust, und einem Heere widersteht
ihr Arm; den Einen nur kann - weniger erfahren
- Gefahr bedrohen ... Eginhard ...

EMMA
Wohl gar verloren schon? Ihr Himmelsmächte,
schützet ihn!

KÖNIG KARL
Du nimmst den wärmsten Anteil, wie ich sehe.

EMMA
Der Sehreck... die Angst... die Sorge...
O mein Vater!

KÖNIG KARL
Du kannst sie mir nicht bergen.

(Für sich)

Ein furchtbarer Gedanke! - 
Wie? Bald soll sich’s
zeigen.

(zu Emma)

Wär’ je ein Wunsch in Emmas Brust gedichn, 
der
ihrem Vater fremd geblieben? Hätt’ sie’s vermocht,
dem Drang des Herzens nachzugeben, 
und mir verschwiegen, was sie still beschloß? 
Wär’ auch ein Frevel selbst die Tat?! 
Das erste Recht auf kindliches Vertrauen hat wohl 
der Vater; fordern darf er’s selbst.
Du schweigst?
Du hast mich hintergangen!

EMMA
Vernimm es und verdamme mich!
In stiller Liebe, hingegeben,
die willkürlos in unsrer Brust entstand,
entglühten unsre Herzen.

KÖNIG KARL
Und du verschwiegst?

EMMA
Noch mehr! Die Furcht vor deinem Zorn vermocht’
uns, selbst die Freundschaft zu verraten.

KÖNIG KARL
Halt ein! Das konnte meine Tochter nicht.

EMMA
Verstoße sie! Sie hat’s getan - in jener Nacht -

KÖNIG KARL
Sprich, Unglückselige!

EMMA
Unschuldig leidet Fierrabras.

KÖNIG KARL
Wär’s möglich?

EMMA
Beim ewigen Gott, nicht er war’s;... Eginhard. 
Für ihn ward schuldlos er zum Opfer, 
zur Flucht hat er ihm selbst die Hand geboten;
nur Schein war sein Vergehn.

KÖNIG KARL
Zu viel! 
Schnell, Fierrabras befreiet aus dem
Kerker!
Ihm sei sein Recht in vollem Maß gegeben 
und seine Unschuld reich belohnt.

(zu Emma)

Du geh und büße; 
unwert bist du nun des Vaters
Liebe.

EMMA
O Gnade, Vater! Mir und ihm!

Nr. 19 duett

KÖNIG KARL
(schleudert sie mit einer Gebärde 
tiefsten
Abscheus von sich)
Bald wird es klar, die Tat muß ich ergründen,
Du hast des Vaters milde Huld verschmäht!
Wohlan!
Den Richter sollt ihr in mir finden,
Der auf verdienten Lohn besteht.

(Karl ertheilt den Soldaten einen 
Befehl,
dieselben gehen ab )

EMMA
Wo werd’ ich Trost in meinen Leiden finden,
Da mir des Vaters
milde Huld entgeht?
Will er der heil’gen Bande sich entbinden,
So hat mein Glück
ein wilder Sturm verweht.

KÖNIG KARL
Die Gnade muß weichen,
Der/mein Grimm nur erwacht;
Und soll sie erbleichen,
Ich dring’ durch die Nacht.

EMMA
Die Freuden entweichen,
Der Schreck nur erwacht,
Mich fassen die bleichen
Gestalten der Nacht.

(Registrieren Fierrabras, begleitet von
Wachen)

Dritte Szene

KÖNIG KARL
An meine Brust, Unschuldiger, Verratner!

(zu Emma)

Sieh hier dein Werk und freu dich des Gelingens!

FIERRABRAS
(zweifelhaft)
Du weißt schon, Herr?


EMMA
(mit Beschämung)
O herbe Schmerzensstunde!

FIERRABRAS
(nach einem Blick auf Emma)
Ich übte heil’ge Freundschaftspflicht,

Laß dies Gefühl auch dem Barbaren,
Die Leidenstage, ach, sie waren
Für mich ein wohlverdient Gericht.

EMMA
Die Scham bedecket mein Gesicht!

KÖNIG KARL
Noch fass’ ich seine Worte nicht.

Vierte Szene

(Vorige und Eginhard)

EGINHARD
(Raiding mehr Fassungslosigkeit, außer Atem)
Wo ist mein königlicher Herr?

EMMA, FIERRABRAS, KÖNIG KARL
Ach! Eginhard!

EGINHARD
(dumm, Fierrabras zu sehen)
Ich bin’s und fleh’ um deinen Schutz!
Vom Maurenfürst gefangen,
Bezwungen immerdar,
Und treulos hintergangen
Seufzt deiner Treuen Schar.

KÖNIG KARL
Entsetzen bringst du, Unglücksbote,
Ich rufe Wehe über dich!

EGINHARD
Die Freunde rette erst vom Tode,
Dann treff’ des Fluches Fülle mich!
Verworfen ward die Friedenskunde,
Der Kerkersschmach ward unser Los;
Dem Tod verfallen trauert Roland,
Und kann ich bald nicht Rettung bringen,
So harrt der andren gleiches Los.

EMMA, FIERRABRAS, KÖNIG KARL
Ha, schändlich!

KÖNIG KARL
Sprich, was ist zu tun?

EGINHARD
Die Mutigsten gib mir heraus
Von deinem tapfern Heere,
Und auf des Sturmes Flügeln
Eil’ ich zur Rettung hin!
Vertraue mir die schöne Tat,
Vollführen will ich sie und – sterben.

FIERRABRAS
Vollbringen mußt du sie, die Tat,
nach kühn vollbrachter Heldentat
Wirst du des Glückes Gunst erwerben.

KÖNIG KARL
Vollbringen mußt du sie, die Tat,
Und selbst im Tode Ruhm erwerben.

EMMA
Zu schreckensvoll ist solche Tat,
Erliegen muß er dem Verderben.

KÖNIG KARL
(zu Ritter)
Dag schnell sich alles rüste auf mein Wort, kein
Tapfrer fehle auf dem Zuge; den schönsten Sieg
gilt’s zu erringen.

(Ritter ab. Zu Eginhard)

Dich, Undankbaren, drücken zwei Verbrechen, 
und zweifach ist dein Leben auch verwirkt. 
Ist dir’s zu tun, es wieder zu erringen, 
mußt du den Freunden Schutz und Rettung bringen.
Du, Fierrabras, den Mut und Taten zieren,
magst, wenn er fällt,
die Kriegerscharen führen.

(Karl Kommt)

Fünfte Szene

(Emma, Fierrabras, Eginhard)

EGINHARD
O meine Emma! Einmal noch nenn’ ich
dich so vor dem verratnen Freund,
eh’ mich des Todes bleiche Schrecken fassen.
Unendlich war mein Glück wie meine Liebe.
Leb wohl! Ich kehre nimmer wieder,
und wenn du kannst, weih eine Träne einst
dem Frühgefallnen, der, weil er dich entbehrt,
den Tod mit Lust gewählt.
Leb ewig, ewig wohl!

EMMA
O bleibe, Eginhard! Du darfst nicht sterben!

FIERRABRAS
Er soll es nicht! Beim Ewigen! So lang’ noch Kraft
in diesen Adern lebt. Für Euch, vernimm’s Prinzessin, 
jetzt für die ich selbst mit heißer Sehnsucht glühte, 
für ihn,
der meinem Herzen wert, eil’ ich mit ihm, 
der Freundschaft heil’ge Pflicht zu lösen.
O zaget nicht!
  Dem tapfern Roland konnt’ ich nur erliegen, 
es beugt kein andrer die geübte Kraft; 
der Mut entflamntt in oft bewährten Siegen, 
wir retten sie und strengen ihre Haft!

Nr. 20 Terzett

FIERRABRAS
Wenn hoch im Wolkensitze
Der Götter Grimm erwacht,
Dann spott’ ich ihrer Blitze,
Mich ruft der Sturm der Schlacht,
Um solchen Preis zu ringen,
Hol’ ich den Siegerkranz;
Es muß die at gelingen
Imblut’gen Waffentabz.
Wenn der Götter Grimm erwacht, ecc.

EGINHARD
Lebt wohl! Im Todeskampfe klaget
Mein Herz um das verlorne Glück.

EMMA
Dahin, wo all mein Hoffen Taget
Sehnt sich um dich der trübe Blick.

FIERRABRAS
Laßt nicht vom Wahne euch betrüben,
Geheimist uns des Schicksals Lauf.

EMMA, EGINHARD
Die Seelen, die so treu verbunden,
Sie schweben bald vereint hinauf.
Bald endet die Leiden
versöhnend der Tod
Es heischet zu scheiden
sein mächtig Gebot.
Leb wohl!

FIERRABRAS
Bald endet die Leiden
Des Siegers Gebot,
Und lohnende Freuden
Verscheuchen die Not.

(Fierrabras zieht das Schwert und geht
mit 
Eginhard durch die Mitte,
Emma zur Seite ab)

(Verwandlung)

Sechste Szene

(
Das Innere des Turms wirken Akt II. Die Ritter, 
mit Ausnahme von Rolando und Eginhard sind 
damit beschäftigt, rund um Florinda erschöpft; 
Ihre Waffen sind auf dem Boden verstreut. Olivier 
ist die Beobachtung, Fenster)

OGIER
Ergebt euch standhaft dem Geschick,
noch ist der Freund uns nicht verloren;
denn Eginhard entkam.
Auf eines Mauren Roß sah ich ihn deutlich dem
Gedrang’ entfliehn, als Roland kaum gefangen.
Auf ihn baut cure Hoffnung,
denn bei den Unsern ist er schon,
und eh der Tag sich neigt,
kommt Rettung aus dem Vaterlande.

FLORINDA
Und so lang, wähnt ihr,
wird mein Vater zaudern?
O, ihr kennt ihn nicht! Was er beschlossen, pflegt
er schnell entscheidend auszuführen.
Darum verzweifelt
an des Teuren Leben!
O, würde mir mit ihm der Tod gegeben!

Nr.21 Arie mit Chor

FLORINDA
Des Jammers herbe Qualen
Erfüllen dieses Herz,
Zum Grabe muß er wallen,
O unnennbarer Schmerz!
In bittrer Todesstunde
Fehlt ihm der Liebe Gruß,
Und nicht von Freundes Munde
Wird ihm der Scheidekuß.

DIE RITTER
LA dein Vertraun nicht schwinden
Noch leuchtet uns ein Hoffnungsstrahl,
Noch kann sich Rettung finden
Und spurlos flieht der Leiden Zahl.

FLORINDA
Mit des Geliebten Leben
Flieht auch das meine hin.

DIE RITTES
Vertrauen und Ergeben
Bringt lohnenden Gewinn.

FLORINDA
Und seine Todes Stunde
Bringt mir Verderben auch.

DIE RITTER
Des herzens tiefste Wunde
Heilt froher Hoffnung Hauch.
Vertrauen und Ergeben, etc.

FLORINDA
Und seine Todes Stunde, etc.
Mit des Geliebten Leben, ecc.

Nr. 21b Marcia funebre (mit melodramma)
und Ensemble


(Olivier freut sich auf die Fenster, die anderen 
sind in einem Zustand der extremen Spannung.)

FLORINDA, DIE RITTER
Welch neuer Schreck!
Was ist geschehn?

OLIVIER
Vom Schlosse naht ein langer
Zug von Kriegern...
Fackeln überall in den Reihen.
Sie nain dem Turm,
jetzt halten sie,
Ein Holzstoß wird errichtet.

DER RITTER
Was sagst du?

OLIVIER
Der Haufe teilt sich.

FLORINDA
Was siehst du?

OLIVIER
In ihrer Mitte... Ha!

FLORINDA
Was siehst du, Unglücksel’ger?

OLIVIER
Das Opfer... Roland!

FLORINDA, DER RITTER
Ha! ha!

FLORINDA
(Nach der Reflexion einen Moment,
sammelt sie seine letzten Kräfte und lief
zum Fenster, schob eine Hand und
schreit vor Verzweiflung Olivier)
Erbarmen, haltet ein!
Verlangt mein Leben
Und was ihr wollt,
Für ihn sei es gegeben!

(sie sich schnell)

DIE RITTER
Was ist zu tun?
Wer bringt ihm Rettung?

FLORINDA
(die Ritter)
Nun gibt’s kein Mittel mehr,
als mit ihm sterben!

(Sie reißt den Schleier, die Bindungen an
einer 
Lanze, die auf dem Boden und die
Vorhänge am 
Fenster liegt. Mute
Erstaunen der Knights. Sie 
schreit aus dem Turm)

Laß ab von ihm!
Der Turm sei übergeben!

(zu Ritter)

Jetzt schnell ans Tor hinab,
Die Riegel laßt erklirren,
Eh’ sie zum Flammengrab
Den Freund, den teuren, führen.
Hinab! Hinab!
Jetzt schnell ans Tor hinab, ecc.

(Alle sind Laufen)

Siebente Szene

(Esplanade vor dem Turm. Florinda Schleier hängt 
aus dem Fenster, dabei umrühren.Boland, die 
Mauren, später Roland und die Ritter. Düsterer Platz 
im Schloss. Hinten der Thurm, rechts ein Holzstoss)


Nr. 22 - Chor der Mauren und Ensemble

DIE MAUREN
Der Rache Opfer fallen,
Vergeblich war ihr Drohn;
Laut wird die Luft erschallen,
Empfangen sie den Lohn.

(Boland kommt, von einer Wache umgeben, 
und setzt sich links
auf einen Thron)

Zu spät ist nun ihr Flehen,
Hier gilt kein Widerstand,
Sie müssen untergehen
Durch strenge Richterhand.
Der Rache Opfer fallen, ecc.

(Roland und die Ritter werden 
zum
Holzstoss geführt)

Achte Szene

FLORINDA
(Er warf sich zu den Füßen seines Vaters)
Erbarmen fleht zu deinen Füßen
Die Tochter um den Freund gebeugt,
Laß deine Gnade mich nicht missen
Wenn schon des Vaters Liebe schweigt.

FÜRST BOLAND
Verworfene,
mit ihnen teile
Der Strafe wohlverdientes Los!
Den Frevler kann kein Bitten retten.

FLORINDA
Ich lieb’ ihn, hör es und vergib!
Hier an des Grabes nahem Rande
Ist er mein schwer erworbnes Gut,
Uns ketten ew’ger Treue Bande,
Um ihn verriet ich Glück und Blut.

FÜRST BOLAND
Ich kenne dich nicht mehr, und aufgegeben
Hab’ ich des Vaters milde Pflicht;
Dem Feinde hat der Sohn sich leicht ergeben,
Die Tochter übt Verrat –
ich kenn’ euch nicht!

DIE RITTER
Kann dich ihr Schmerz nicht rühren?
Uns schone nicht, nur sie.

DIE MAUREN
Ihr Schmerz kann nicht verführen,
Verschonet ihrer nie.

FÜRST BOLAND
Mich kann ihr Schmerz nicht rühren,
Mit ihnen falle sie.
Ergreift sie! Fort!

FLORINDA
Vergib, vergib!

ROLAND
Die Tochter mußt/soll du, Wütrich, schonen!
Soll kein Gefühl in deinem Busen wohnen?

FÜRST BOLAND
Zum Tode fort!
Den finstern Höllenmächten
Verfallen ist der Franken freche Brut!

DIE MAUREN
(Florinda und Inhaftierung die Ritter)
Nie soll der Schwache mit dem Glücke rechten,
Denn jede Schuld zahlt er mit seinem Blut.

DIE RITTER
Zum grausen Tod in finstren Höllenmächten
Verdammet uns der Feinde tolle Wut.

BRUTAMONTE
(Er platzt plötzlich)
Herr, rüste dich und fliehe, wenn du kannst!
Verheerend sind die Feinde eingedrungen:
im wilden Sturm naht siegend ihre Schar, 
von einem Jüngling kühn geführt.
Nicht möglich ist hier mehr Widerstand;
die Unsern fliehen
von Furcht und Schrecken übermannt, 
drum eile, dich selbst zu retten,
wir beschützen dich.

FLORINDA, DIE RITTER
Die Rettung naht, die Hoffnung ist erfüllet.

FÜRST BOLAND
Sie sollen ihrer Beute sich nicht freun,
zu Boden schnell mit den Verrätern!
Ihr andern, folget mir!

(Von außen ist die Hitze der Schlacht kommt. Die
Mauren sind gruppiert; ein Teil von ihnen ist bereit, 
auf den Ritter begeben, mit gezücktem Schwert; 
Prinz zieht Florinda mit ihm und geht laufen, um 
den Turm)

Neunte Szene

(Vorige, Eginhard und Ritter, Fierrabras)


23 Finale


(Fierrabras und Eginhard und bewegen sich mit 
einem Trupp Soldaten Franken. Eginhard befreit
Herren, Rolando ergreift ein Schwert, öffnet sich ein
Durchgang zwischen einer Gruppe von Männern und
inhaftiert den Prinzen zu der Zeit bei der Vorbereitung
der Turm mit Florinda eingeben. Mit einer Hand
umfasst Florinda, und mit der anderen das Schwert
schwingend gegen den Prinzen; sondern wird durch
Fierrabras gestoppt, die genau zu der Zeit, als der 
Prinz ist im Begriff, durch das Schwert durchbohrt
werden,
Rolando kommt)


Nr. 23a Recitativ

FIERRABRAS
(zu Rolando)
Halt ein, er ist mein Vater.

FLORINDA
Verschone!

(Die Mauren besiegt. 
Ritter umgeben Eginhard)

DIE RITTER
(zu Eginhard)
Hab Dank, du mutiger Erretter!

(Auftritt Karl, Emma und ihre Gefolge)

Zehnte Szene

(
Vorige, Karl, Emma und Gefolge)

Nr. 23b Ensemble

KÖNIG KARL
Der Sieg begleitet meine tapfern Heere

(zu Eginhard und Fierrabras)

Doch euch geziemt
des Tages hohe Ehre.
Den Heldenruhm, den ihr erfochten,
Ihm sei auch euer Glück verflochten.

(zu der Prinz)

Ihr saht das Glück sich günstig für uns wenden;
gefiel’s Euch nun des Zwistes Grund zu enden.

FÜRST BOLAND
Durch Wahn und Täuschung war mein Herz gebunden;
Sie sind besiegt – den Sohn hab’ ich gefunden.

CHOR
(während dessen die Mauren den 
Rittern
die Fesseln abnehmen)
Die tat ist gelungen,
Das Glück ist errungen,
Der Friede erwacht
Aus blutiger Nacht.

EGINHARD
(Absetzen sein Schwert des Königs Füße und Knie)
Nun naht der Frevler reuig zu des Richters Füßen, 
Bereit, in harter Strafe seine Schuld zu büßen.


KÖNIG KARL
Gesündigt hast du frech an meiner Gnade,

EMMA
O Gott!

KÖNIG KARL
Und irrtest selbst vom Freundschaftspfade.
Doch hat dein Muth meinen Zorn versöhnt,

EMMA
Mein Vater!

EGINHARD
O mein königlicher Herr!

CHOR
Gepriesen sei des Fürsten Huld,
Der so belohnt versöhnte Schuld!

KARL
(zu Fierrabras)
Doch jetzt, mein tapfrer Ritter, 
mag dein Glück ich beschliessen,

(Er ergreift Emma's Hand und will sie
dem Fierrabras zuführen Erlittnen
Schmerz mag Liebesglück versüssen)

FIERRABRAS
(nimmt die angstvoll stockende Emma bei der Hand )
Wer jauchzte nicht ob solcher Freudenkunde,
Lacht ihm die Liebe von so holdem Munde,
Doch Emma's Liebe ist nicht mein!
Ihr Herz hat längst gefunden,
Mit dem sie treu verbunden,
Dem tapfern Eginhard gehören meine Rechte.

(Emma sinkt, von den Gefühlen der Dankbarkeit
überwältigt, an Fierrabras' Brust, der sie und 
Eginhard zu Karl geleitet. Karl fügt
lächelnd 
Emma's und Eginhard's Hände in einander )

CHOR
Ihr Herz hat längst etc.

KARL
(zu Fierrabras)
Und du, mein Held, wo ist ein Lohn,
der deiner würdig wäre?

FIERRABRAS
(mit Stolz)
Dem grossen Karl zu dienen,
ist mir Glück und Ehre!

KARL
(zu Eginhard)
Die besten Diamant-Königskrone 
nur Ihre Belohnung sein.

CHOR
Ihr Herz hat längst etc.

FÜRST BOLAND
(Florinda Hand setzen
auf Roland)
Mög’ sie Euch das erlittne
Leid vergelten.

KARL
(zu Fierrabras)
Und du, mein Held, wo ist ein Lohn,
Und du, mein Held, der die erste, 
sich selbst zu überwinden 
und kämpfen Sie für Ihren Freund waren 
der deiner würdig wäre?

FIERRABRAS
(indem er sich in der Mitte der Ritter. Mit Stolz)

Den Weg des Ruhms zu bahnen,
An kampfes Lust gewohnt,
Sei unter diesen Fahnen
Mir jede tat gelohnt.

(Die Ritter, die einen Kreis um Fierrabras es, 
nehmen Sie Ihre Hände und winken dem Banner 
der Franken)

DIE RITTER
Ja, folge unsren Fahnen,
An Siegeslust gewohnt,
Wo sie die Wege bahnen,
Wird hoch der Mut belohnt.

Nr. 23c Recitativ und Canto finale

KÖNIG KARL
Nun laßt des langersehnten Glücks uns freuen,
Den fernen Schmerz soll keine Macht erneuen.
Vereint durch Bruderbande
Gedeiht nur Menschenglück,
Es weilt im Vaterlande
So gern der Söhne Blick.

CHOR
Nach langer Leiden Qualen
Erwacht die reine Lust,
Und Jubellieder schallen
Aus der entzückten Brust.

EGINHARD, FIERRABRAS
ROLAND, KÖNIG KARL
In Nebel zerronnen
Sind Schrecken und Pein,
Das Glück ward gewonnen
Durch Treue allein.
Ja, zerronnen sind Schrecken und Pein,
Ja, gewonnen durch Treue allein.

FLORINDA
In Nebel zerronnen sind Schrecken und Pein.
Ja, gewonnen durch Treue allein.

EMMA
Das Glück ward gewonnen durch Treue allein.

TUTTI
Nach langer Leiden Qualen
Erwacht die reine Lust,
Und Jubellieder schallen
Aus der entzückten Brust.

CHOR
Nach langer Leiden etc.

EGINHARD, FIERRABRAS, KARL
ROLAND, EMMA, FLORINDA
In Nebel zerronnen
Sind Schrecken und Pein,
Das Glück ward gewonnen
Durch Treue allein.




ACTO PRIMERO


(Sala de las doncellas en el castillo real,
al fondo una puerta y una ventana)


Escena Primera


(Emma y sus jóvenes damas 

de compañía están hilando)

1 Introducción

CORO DE DONCELLAS
El redondo hilo de plata
corre con destreza en la mano;
y va tejiendo una prenda de amor
que sea para bien y nunca para hacer daño.

UNA DONCELLA
Apenas nacido el niño,
que lleno de vida saluda al mundo,
lo envuelve el paño
tejido por las hilanderas.

LAS DONCELLAS
El brillante hilo de plata corre... 

UNA DONCELLA

Para ese día de felicidad,
para el alegre día de la boda,
la mano de la hilandera entreteje
el más bello vestido de novia.

LAS DONCELLAS
El brillante hilo de plata corre...

EMMA
(que ha estado sumergida en una
profunda meditación, se levanta)
A esta hermosa canción aún le falta una estrofa,
y
ciertamente que es menos afable
pero es la infausta verdad.
Ella concuerda plenamente con mi estado de ánimo 
y mi corazón se siente aliviado
cuando repito sus palabras:

Aún para el sepulcro hace su aporte
la hilandera que teje un paño,
pues
tanto sirve para llorar la traición
como
para ser mortaja en la tumba.

(Emma se levanta y camina lentamente hacia 
la ventana, donde se detiene pensativa. Las 
doncellas suspenden su trabajo y se dirigen 
hacia la izquierda)

EMMA, LAS DONCELLAS
El redondo hilo de plata
corre con tristeza en la mano
y esta prenda tejida con pena
será el precio de un amargo dolor.

(Las doncellas salen)



Escena Segunda


(Eginhard, que ha entrado durante la última 

estrofa y escuchó inmóvil en el fondo de la sala
se adelanta al finalizar el canto)

EMMA
(sorprendida y luego tierna)
¡Ah, eres tú!... Has estado escuchando...
No es muy galante por tu parte 

sorprender los secretos de las damas sin ser invitado.

EGINHARD

(visiblemente agitado)
Esa no ha sido  mi intención, princesa,
lo que me trae hasta aqui
es transmitirte un alegre mensaje.

EMMA
¿Para mí? ¿Y traído por ti?
Tiene que ser muy dichoso.

EGINHARD
(para sí)
¡Justo cielo! ¡Ahora! ¡Precisamente ahora!

EMMA

Y bien, ¿cual es el mensaje?

EGINHARD
Tu padre, nuestro señor y rey...


EMMA
¿Mi padre? ¡Habla!
¡Dame el mensaje!
¿Te ha transmitido algún alegre anuncio?

EGINHARD
Ha vencido al enemigo 
y dispersado a los ejércitos árabes,
haciendo miles de prisioneros. 

Luego,
ha reunido 
a los musulmanes más notables
y les ha obligado a firmar la capitulación.


EMMA
(con inquietud)
Entonces ¿va a regresar?

EGINHARD
A la cabeza de su corte se dirige hacia el castillo.

EMMA
¡Ah!

EGINHARD
¡Domínate! ¡La noticía te ha perturbado, princesa!
¡Si te traicionas, estaremos perdidos!

EMMA
¡Estamos solos, quizás, por la última vez!
¡Ah, Eginhard! ¡Mi alma experimenta
una angustia nunca advertida antes!
¿Qué hemos hecho?

EGINHARD
Lo que nuestros corazones ya no pueden disimular.
Tú, hija de un gran rey,
que desea dominar el mundo;
yo, hijo de un pobre gentilhombre,
que apenas si ha sido nombrado caballero.
¡Ah, te será fácil olvidarme! 

Una palabra, una mirada serán suficientes,
para precipitar al abismo al réprobo
que ha osado entregar su corazón
y su mano a la hija del rey.


EMMA
Tú conoces al rey tan bién como yo:
él es severo, pero también clemente,
y pone por encima de todo el deber y el honor.
Ciertamente, si se enterara que mientras él 
estaba combatiendo al enemigo,
nuestros corazones se han entregado al amor,
nos maldeciría; 
pero tengo esperanza y confío 
en el tiempo y en nuestro coraje.

EGINHARD
¿Como? ¿Todavía puedo
vislumbrar una esperanza?

EMMA
Logra su confianza, puesto que ya tienes su favor.
Los caminos de la gloria y el honor se abren para ti.
¡Recórrelos valientemente por mí!
Que el amor sea tu bandera en la victoria.
Cuando hayas alcanzado ese objetivo
y seas digno de su reconocimiento, 
póstrate a sus pies para confesarle tu amor por mí.
Él no discutirá la pérdida de su hija 
pues ella ha dado su corazón y su mano 
al amigo aceptado.

EGINHARD
¡Oh Emma! ¡Celeste y dulce imagen!
¡Me devuelves el coraje y la vida!

2 Dúo

EGINHARD
¡Ay, que nuestra felicidad pueda,
evadiendo la noche,
lanzarse bien pronto en alas de la esperanza!

EMMA
Nos proyectamos hacia ese lejano horizonte
con el ardor del puro amor que nos invade.

AMBOS
El alma está ansiosa por preservar en secreto
el fiel amor de su corazón.
Aunque la suerte nos haga sufrir
siempre le sonríe al que le es fiel.

(Rumor detrás de la escena)

EGINHARD
El Rey llega; ¡adiós!

(Emma sale)

Escena Tercera


(
Suntuoso salón de ceremonias en el castillo.
Carlomagno está circundado por Rolando, Ogier,
Olivier, Gui, Richard, Gerard, Eginhard y por 
muchos nobles de su séquito. Avanza en solemne
cortejo y sube al trono situado a la izquierda, entre 
las aclamaciones del pueblo que entra en la sala.
Caballeros, damas pajes y soldados de la guardia.
Estos últimos, llevando los trofeos conquistados,
marchan a la cabeza)

3 Marcha y Coro

CABALLEROS
Él trepa sobre los empinados senderos
que llevan a las puertas de la gloria;
él rechaza las vanas palabras,
sólo la acción tiene valor para él.

DONCELLAS
¡Ahora, engalanemos al vencedor,
adornemos su frente con una fresca corona!
El laurel circunda su cabeza,
sus ojos irradian coraje.

TODOS
Él trepa sobre los empinados senderos... etc.


CARLOMAGNO
La bendición del cielo ha concedido
su favor a nuestras armas.
Nuestras fronteras están seguras.
El loco furor del enemigo ha sido sofocado
y los horrores de la guerra se han acabado.
Por mucho tiempo reinará la paz en mis dominios.

Ninguna desgracia - espero –
amenazará este reino.
Pero para que la santa voluntad divina
concrete sus resultados, vosotros:
Rolando, Ogier y tú, Eginhard, 
como emisarios, mañana al alba partiréis...

(Eginhard duda temeroso, pero pronto parece
reponerse y se inclina hacia los otros.)

... junto con otros cinco héroes de mi ejército,
hacia el campamento del príncipe de los musulmanes.
Ofrecedle celebrar la paz
y aseguradle la buena vecindad,
siempre y cuando acepte compartir con nosotros
la verdadera fe y no se niegue a devolver
las reliquias que nos ha robado.
Partid y, con la ayuda del eterno Dios,
cumplid con éxito vuestra misión,
pero antes repartiros
el botín de guerra obtenido en la victoria.

Conjunto

4a Recitativo y Coro

OGIER
Señor, autoriza que los soldados se repartan el botín; 

para nosotros, tu favor,
es suficiente recompensa.

ROLANDO
Yo tengo otro deseo que formular;
¡que mi rey acepte escucharlo!

CARLOMAGNO
Habla, considéralo ya concedido.

ROLANDO
¡Id, soldados, conducid a los prisioneros 

ante del trono del rey!
Y que tu clemencia no se transforme en cólera.

CARLOMAGNO
No comprendo aún...


ROLANDO
Mi rey, es necesario que me escuches.

(Durante el coro que sigue, los prisioneros 
árabes son conducidos  ante Carlomagno
y
caen a los pies del rey. Fierrabrás se 
encuentra entre ellos; él es el único que 
permanece de pie, con los brazos cruzados 
y con mirada baja)

HOMBRES, CABALLEROS

MUJERES, DONCELLAS
¡El trofeo del vencedor,
los numerosos enemigos,
se acercan todos
hacia tu trono!

4b Conjunto y Coro

CARLOMAGNO
La suerte de la guerra os ha hecho prisioneros.
¡Pero ni siquiera en el fragor del combate
hemos de olvidar que somos seres humanos!
¡Levantaos! No podréis regresar a vuestro país, 

pero podréis instalaros libremente en mi reino 
hasta que la bendita paz se instale entre nosotros.

HOMBRES, CABALLEROS

MUJERES, DONCELLAS
¡Gloria al soberano que ofrece
armonía y felicidad!
Que los dones del eterno cielo
florezcan sobre su camino.
¡Gloria al soberano que ofrece armonía...

4c Recitativo y Hablado

CARLOMAGNO
(observa atentamente
a Fierrabrás 
que permanece siempre de pie e inmóvil)
¿Quién eres tú, cuya mirada se fija
obsesivamente en la tierra?
¿Es la cólera lo que te anima, o la humillación?
¡Dínoslo!

(Fierrabrás hace un gesto de irritación)

Eres valiente, por lo que veo.

ROLANDO
Perdona, señor, esta humillación...


CARLOMAGNO
... lo hace audaz.
Es necesario que él hable.

Dime, audaz extranjero,
¿qué oprime tu espíritu?


(con autoridad)

¡Contéstame!

FIERRABRÁS
(estremeciéndose)
¡Maldito destino!

ROLANDO
Permítele callar, su suerte lo atormenta.
En los confines de la llanura,
donde estaba desplegado todo el ejército,
este héroe, llevado por una gran cólera,
se abrió paso hasta mí
rompiendo las apretadas filas de guerreros.
Su mirada era letal, sus golpes desbastadores,
todos a su alrededor se apartaban.
Él me retó a un combate singular
.
La venganza iluminaba 
su heroico y juvenil rostro.
La lucha duró largo tiempo, 
bajo la mirada del ejército que nos circundaba, 
en parte asombrado, en parte temeroso, 
hasta que al final lo derribé.

(signo de irritación y orgullo de parte de Fierrabrás)

Él es aquí un prisionero,
pero también es un héroe.

CARLOMAGNO
Eso porque fue vencido por un héroe.

(a Fierrabrás, con tono animoso)

¡Adelante, coraje!
No le podré cadenas a semejante héroe.

ROLANDO
¡Oh, señor!
¡No sabes aún, señor, a quien mi brazo ha sometido!

CARLOMAGNO
Reconozco en él a un héroe.

ROLANDO
Entonces ¿lo perdonarás?

CARLOMAGNO
Que él espere la paz que brinda mi corazón.

ROLANDO
¡Que así sea! 

El que aquí ves es Fierrabrás,
el hijo del príncipe de los árabes.

CARLOMAGNO
(después de un instante de reflexión)
Le dado mi palabra, 
lo dejo libre en tus brazos de vencedor.

(Fierrabrás se inclina reverente ante 

Carlomagno. Rolando se acerca a 

Fierrabrás y le da la mano)

Escena Cuarta


(Entra
Emma con las doncellas. 
Cuando Fierrabrás reconoce a Emma, 
reacciona con gran sorpresa)

4d Conjunto y Coro

EMMA
(pon
e una corona de laurel en cabeza de Carlomagno)
Es un deber sagrado de las doncellas de ru reino 

el entregarte ¡oh, noble rey! esta heroica distinción.
En nombre de todas ellas yo,
tu hija, así lo hago.

(Carlomagno tiernamente toma a Emma)


LAS DONCELLAS
La dulzura y ternura paternal
hacen honor al gran héroe,
la gratitud del mundo entero
es el fruto de su virtud.

CARLOMAGNO
Dulces muchachas, esta corona no me corresponde; 

es el héroe del día quién la merece.

(señalando a Rolando)

Entregadla al ejército y al vencedor, Rolando.
Dádsela a él, yo le otorgo el honor de la victoria.

(Las doncellas se adelantan; con respeto
y modestia,
Rolando pone una rodilla en tierra y recibe la corona.
Fierrabrás ve a a Emma y se sobresalta)

LAS DONCELLAS
¡Llenas de felicidad, te entregamos la corona, 

a ti, poderoso héroe!
Eres el astro de nuestra felicidad,
El elegido para defendernos y socorrernos.

FIERRABRÁS

(dando un grito sin querer)
¡Ah!

ROLANDO
¿Qué tienes?

FIERRABRÁS
¡Es ella!

ROLANDO
¿La princesa? ¿La hija de nuestro soberano?

FIERRABRÁS
¡Y mi amor!

ROLANDO
¡Calla, insensato!
¡Estás perdido!

FIERRABRÁS
¡Dios!

4e Cuarteto con Coro

CABALLEROS, OGIER
CARLOMAGNO
Esperamos que con el triunfo
llegue la dicha de la paz.
Tras
los horrores de la guerra,
vuelve la calma.

EMMA, EGINHARD
(el uno al otro)
Una noche llena de horror
se ofrece a nuestras tristes miradas.
¡D
eja que contemple
cómo huye
mi felicidad!

FIERRABRÁS, ROLANDO
Mi / su futuro destino
Me / lo hace estremecer de espanto,
Toda mi /su felicidad
será un juego de azar.

ROLANDO
(a Fierrabrás)
¡Te conviene callar!
¡Te asecha el peligro!
Que el silencio de la noche
proteja la herida de tu corazón.

EGINHARD
(a Emma)
Antes de que sea la hora de partir,
a la sombra de la noche,
mi boca te dará
un último adiós.

OGIER, CARLOMAGNO
Confiamos en el éxito, etcétera.

EMMA
Antes de que sea la hora de partir,
a la sombra de la noche,
mi boca te dará
un último adiós.

FIERRABRÁS
Conviene callar
porque el peligro me acecha;
que el silencio de la noche
vele la herida de mi corazón.

EMMA, EGINHARD
FIERRABRÁS, ROLANDO
¡Oh, noche llena de horror!

OGIER, CARLOMAGNO
LOS CABALLEROS
¡Oh, dichosa paz!
Confiamos en el éxito, etcétera

EMMA, EGINHARD
Una noche llena de horror, etcétera

FIERRABRÁS, ROLANDO
Mi / su suerte futura, etcétera

4f Marcha y Coro

(Todos salen excepto Rolando y Fierrabrás)

HOMBRES, CABALLEROS
Él asciende por los escarpados senderos
que conducen a las puertas de la gloria;
él rechaza las vanas palabras,
sólo la acción tiene valor para él.

MUJERES Y DONCELLAS
Ahora, engalanemos al vencedor,
¡adornemos su frente con una fresca corona!
El laurel circunda su cabeza,
sus ojos irradian coraje.

TODOS
Él asciende por los escarpados senderos... etc.


FIERRABRÁS
¿Cómo? ¿Es a ti a quien yo debo mi libertad?

Escena Quinta

(Fierrabrás y Rolando)

ROLANDO
Has combatido como un valiente.
Yo no te he vencido,
puesto
que los héroes sólo sucumben
ante el poder del destino.

FIERRABRÁS
¡Eres muy magnánimo con el enemigo!
¡Oh, enséñame las virtudes del héroe,
pues gracias a su fuerza
tú me has tocado el corazón!

ROLANDO
¡Nuestra amistad resplandece a la luz de la victoria!
Pero, ¿qué ha motivado 
tu extraño comportamiento
en presencia del propio rey?

FIERRABRÁS
¡Fueron los astros adversos
que hoy me persiguen!

ROLANDO
¿Qué te ocurrió?
Tu horror no fue sin motivo.

FIERRABRÁS
¡Escucha  pues y compadéceme!
Por orden de mi padre, 

hace cuatro años viajé a Europa.
Me acompañaban mi hermana 
y un compañero fiel que gozaba
de la completa confianza de mi padre.
Visité extasiado Roma y los santos lugares
y desde entonces mi espíritu se inclina 

hacia la fe suprema; pero más que toda la
magnificencia y santidad, fue la mirada
de una virginal muchacha lo que me iluminó.
Ella estaba como yo, 

acompañada por un séquito principesco, 
que contemplaba con respeto
las hermosas antigüedades.
Yo a menudo la observaba sin ser visto,
y cuando mi corazón
quedó invadido 
por el ardor del primer amor, ella, entonces...

ROLANDO
¿Entonces?

FIERRABRÁS
Ella desapareció
de mi anhelante mirada.

ROLANDO
¿En Roma, dices? ¡Oh, amigo, explícate!
Estuviste tú allí... con tu hermana...
hace cuatro años... ¿no es así?
¡Ay, no me atormentes más,
dame ya mismo una explicación!

FIERRABRÁS
Sí, allí mismo, y mi hermana, al igual que yo,
conoció a un caballero perteneciente
al cortejo de la damisela.
Pero ella fue más dichosa que yo.

ROLANDO
Y con ese caballero, ¿qué pasó?

FIERRABRÁS
Ella lo conoció, lo amó y fue correspondida.
Pero
él desapareció al mismo tiempo
que mi hermosa dama.

ROLANDO
¿Y tú no lo viste?

FIERRABRÁS
No, nunca.

ROLANDO
Aquel caballero, Fierrabrás, soy yo.
¡Ah, poder celestial! ¡Ella aún vive!
¡Ella, a quien creía no volver a ver!

FIERRABRÁS
¿Cómo? 
¿Debo creer que el destino me favorece?

Ahora escucha y compadécete:
yo he hallado a mi bienamada... ¡en la hija del rey!
El ardiente recuerdo ha vuelto a despertar
en
mi alma apasionada.
¡Mi decisión está tomada!
Despojado de toda esperanza,
quiero pertenecer al país y al pueblo
que atesora los bienes más preciados de mi vida.
Me quedo aquí, 
abandonando de buen grado mi patria,
para entregarme a la dulce felicidad del amor.
Tú, parte hacia el reino de mi padre,
tendrás el privilegio de encontrar allí
a mi hermana, a tu bienamada.
Una vez que la paz haya sido concretada,
tú vivirás felizmente a su lado.
En cuánto a mí, estoy dispuesto a soportar
los golpes más duros de la suerte.

ROLANDO
Estás en peligro, pero ten coraje
y guarda silencio hasta mi regreso.
Puedes contar sin reservas con mi ayuda.
Sigue mi consejo: ten fortaleza 
pues el destino no es siempre hostil. 
El hombre íntegro debe confiar en la felicidad,
pues aunque a menudo llegue tarde,
siempre trae consigo
la paz.

5 Dúo 

FIERRABRÁS, ROLANDO
Mantengamos la esperanza
transitando por la senda
que se abre ante los que sufren
y que ahora se presenta ante nosotros.
Las modestas flores
blasonan el camino de la vida.
Tras
la violenta tempestad
el sol siempre sonríe e ilumina.
Mantengamos la esperanza, etcétera

(salen)

Escena Sexta

(Jardín. Se ve un ala del castillo
iluminada. Es de noche)


6 Final

(Eginhard entra, con aire absorto.

Canta acompañándose con el laúd)

6a Romanza (Dúo)

EGINHARD
¡Cae la tarde sobre la apacible campiña
y el hombre fiel tiene que alejarse!
¡Ah, antes de oír jurarle amor
ya debe renunciar a la felicidad!
En el momento crucial de la batalla,
su corazón tiembla,
un borbotón de lágrimas enturbia su mirada,
su amarga suerte lo arranca de una dicha
que apenas ha empezado a disfrutar.

(Emma se asoma al balcón)

EMMA
¡Pero a su regreso, victorioso,
obtendrá su recompensa!.
Una mano fiel le pondrá sobre la cabeza
la corona del amor y la gloria.

JUNTOS
Una mano fiel le pondrá sobre la cabeza
la corona del amor y la gloria.

(Emma desaparece del balcón. Tras unos 
instantes, la puerta se abre  y Eginhard 
entra rápidamente en el castillo. Del lado 
opuesto Fierrabrás entra con la cabeza 
baja y los brazos cruzados.)

Escena Séptima

6b Recitativo y Aria

FIERRABRÁS
(deteniéndose bruscamente)
¡Oh, desdicha! ¿Por qué me atormentas?
¿Este pensamiento no quiere abandonarme?
¡Qué placer sería para mí verla!
¡Fuera! ¡Ay, siento un violento ardor!
En mi alma emocionada
nace un deseo oculto
que apenas logro dominar.
¡No me atrevo a aspirar a tanta felicidad!
¡Oh calla, corazón burlado!
¡Callad vosotros, vanos lamentos!
La pena no está hecha para que el hombre la exhiba, 
debe saberla soportar.
En mi alma emocionada, etcétera

(Movimiento en el castillo. A través de las ventanas 
se observa como luces de lamparas van y vienen)

6c Conjunto y Coro

FIERRABRÁS
Pero, ¿qué escucho? 

¿Qué es este estrépito en el silencio de la noche?
Las ventanas de ese ala se han iluminado.
Un quedo murmullo se alterna
con un gran estrépito.

HOMBRES
(Lejanos, fuera de escena, 

luego cada vez más cercanos)
¿Dónde está?
¡Todos rastro
ha desaparecido repentinamente!

FIERRABRÁS
¡Qué extraña agitación!
¿De qué se tratará?
Esperemos prudentemente que acabe.

(se aparta a un lado de la escena)

HOMBRES
(siempre desde el interior)
¡Sin tardar, seguid la pista!
¿Dónde está ella?
¡Todos rastro
se ha esfumado repentinamente!

(Se abre bruscamente la puerta del 

castillo. Eginhard y Emma, él cubierto 
por su capa y ella por su velo, tratan de huir)

Escena Octava

(Fierrabrás, Emma, Eginhard, 
y hombres del castillo)


EMMA, EGINHARD
La angustia y el miedo
atenazan y oprimen
intensamente el corazón.
Sólo la fuga puede salvar
a quien se da cuenta demasiado tarde
de su error.

HOMBRES
Sin más demora seguid la pista,
todo rastro se ha desaparecido rápidamente.

(Eginhard quiere huir pero se topa con 

Fierrabrás. Emma queda paralizada por el terror)

6d Terceto

FIERRABRÁS
¡Aquí hay alguien que prepara una traición!

(a Eginhard)

¡No iréis tan lejos como pensáis!

EGINHARD, EMMA
¡Fierrabrás!

FIERRABRÁS
(reteniendo a Eginhard)
¡Quienquiera que seas, 

que osas ultrajar el honor de esta casa,
aquí me tienes dispuesto a la venganza!

EMMA
¡Ah, por piedad, protégenos!

FIERRABRÁS
¡Oh, Dios! ¡Emma!

EGINHARD
¡Dejadme huir!

FIERRABRÁS
(reconociéndolo)
¿Cómo, también tú?

¡Qué veo! ¡Hay de mí!

EMMA
¡Por piedad, sálvanos!

EGINHARD
¡Ah, dejadme huir!

FIERRABRÁS
La venganza que me inflama
ahoga en mí la piedad.
Es él quién la hace feliz,
¡qué terrible descubrimiento!

EGINHARD, EMMA
¡Qué miradas trastornadas lanza!
No esconde su sufrimiento.

La culpa que me oprime
llena mi corazón de inquietud.

EMMA
(a Fierrabrás)
¡Protégelo! ¡Sálvalo!

EGINHARD
(a Fierrabrás, empuñando la espada)
¡Te mataré para poder pasar!

FIERRABRÁS
(en tono decidido a Eginhard)
¡Huye!
Ardo en deseos de venganza,
pero si necesitas mi brazo
te lo ofrezco de buena gana.

EMMA, EGINHARD
¡Gracias por salvarnos del peligro!

EMMA, EGINHARD
FIERRABRÁS
¡Adiós, adiós!
¡Que el cielo te / os otorgue su protección!

(Eginhard huye. 

Las luces se apagan)

Escena Novena

6e Recitativo

FIERRABRÁS
¡Vamos, coraje!
Aunque mi corazón palpite agitado,
el sentido del deber y mi conciencia
se impondrán en la lucha.
Si queréis seguirme, digna hija del rey,
os llevaré a los brazos de vuestro padre.

EMMA
(sorprendida)
¡No, nunca!
¡Oh, piedad! ¡Oh, protégeme!
¡Qué el flujo de mis lágrimas
enternezcan tu corazón!
No le digas nada a mi padre,
pues de lo contrario pagaré mi pecado
con la sangre de mi bienamado.

FIERRABRÁS

¡Sí, cuenta con mi silencio!
Me doblego ante las circunstancias
con viril denuedo.

(Fierrabrás conduce a Emma dentro 
del castillo, pero en el momento en que
ellos alcanzan el portal, sale el rey y su 
séquito. Fierrabrás y Emma quedan lívidos)

Escena Décima

(Los anteriores, Carlomagno y su séquito)

6f Recitativo, Trío y Conjunto

EMMA y FIERRABRÁS
¡Ah!

CARLOMAGNO
¿Cómo? ¿Emma, tú aquí?
¿Entre los brazos del infiel?

(a Fierrabrás)

¿Así respetas las sagradas leyes de la hospitalidad? ¡Seductor!


FIERRABRÁS
(sobresaltando)
¡No, esto es demasiado! Sabed que...


CARLOMAGNO
¡Sé lo suficiente para despreciarte!

(Llamando)

¡Eginhard!

(Algunos hombres del séquito se alejan
para ir a buscar a Rolando y Eginhard)

EMMA, FIERRABRÁS
¿Cómo, a él?
Siento que mi sangre se congela
puesto que el deber se enfrenta al amor.
Si el rey descubre quien es el verdadero culpable,
será llevado ante un tribunal.

CARLOMAGNO
El deber paternal me ordena
tomar severas medidas.
Tengo que meter en prisión
al que viola de esta forma los pactos.

(Entrando, Eginhard se sobresalta 
y queda visiblemente pasmado 
hasta al final de la escena)

Escena Undécima


(Los anteriores
y Eginhard)

Conjunto

CARLOMAGNO

Te he hecho llamar, Eginhard, 
porque eres el más fiel de todos los que velan
por el honor de mi casa.
Pongo a este traidor en tus manos,
para que le hagas expiar su crimen
en un oscuro calabozo.

EGINHARD
¿Qué ha sucedido?
¡Ay de mí!

CARLOMAGNO
Haces bien en asombrarte:
este audaz ha osado sobrepasarse con Emma
y arrancarla por fuerza de mis brazos.

EGINHARD
¡No, él no lo hizo! ¡No, él no lo hizo!

CARLOMAGNO
Tu indignación es justa, noble héroe.
¡Entonces llévate al prisionero!

EGINHARD
(Para sí)
¿Tengo que ser justamente yo quien lo haga?

CARLOMAGNO
¡No le tengas piedad! Un crimen semejante
merece un castigo adecuado.
¿Dudas? ¡Llévatelo de aquí!

EGINHARD
¡Oh Señor, perdónalo!

EMMA, FIERRABRÁS
¡Ah, calla!

CARLOMAGNO
¡Así lo ordeno! ¡Lo ordeno!

(con un gesto, a su séquito)

¡Vosotros responderéis por él!

(Apresan a Fierrabrás que, medio
aturdido, no 
opone resistencia. Emma y Eginhard parecen
invadidos por la angustia y el terror. En ese 
momento se oye un sonido de campanas que 
concita la atención de todos)

Oye ese sonido, Eginhard, 
anuncia que ha llegado la hora, 

te exhorta a que partas.
Apresúrate pues a reunirte con tus compañeros
y cumplid con vuestra misión de paz.

(señalando a Fierrabrás)

Él, en cambio, permanecerá preso de mi ira.
El crimen cometido contra el honor de mi casa,
debe recibir un justo castigo.

(Durante el coro que sigue,
entra la 
comitiva de soldados y caballeros, 
mientras que amanece. Todos ellos 
llevan banderas blancas, palmas y 
otros símbolos de paz)

6g Cuarteto con Coro

CABALLEROS, SOLDADOS
¡Emprendamos la marcha 
para cumplir la imperiosa orden!
¡La paz, como recompensa,
será el testimonio de nuestra gloria!

EMMA, EGINHARD, FIERRABRÁS
Callar y aceptar será necesario
por una recompensa semejante,
y que ninguna mirada descubra
lo que el alma sabe.

CARLOMAGNO
Es mi deber mostrar
rigor y severidad,
para que su humillación
testimonie su crimen.

CABALLEROS, SOLDADOS
¡Emprendamos la marcha, etcétera.


(Se alinean para la marcha. Eginhard con 

brillante armadura se sitúa a la cabeza del
contingente. Cuando Emma lo ve, comienza 
a tambalearse y cae en los brazos de Rolando.
Eginhard trata de correr hacia ella, pero un 
gesto de Carlomagno lo detiene y vuelve a 
unirse a los caballeros, La partida de la comitiva 
se lleva a cabo rápidamente)



ACTO SEGUNDO


(Campo abierto en los confines del territorio franco
delimitado por una altura por la que los caballeros
descienden. Más tarde, por el lado opuesto, hacen 

su entrada los árabes. Está amanecido)

Escena Primera


(
Rolando, Eginhard, Ogier, Olivier, Gui, Ricardo,
Gerardo y los otros caballeros. Eginhard lleva un 
arpa al modo de los trovadores. Cuando aparecen
sobre la ladera de la colina, se vuelven para mirar
atrás, al camino que han recorrido)

7 Canción con Coro


EGINHARD
A la luz del naciente día,
la mirada se vuelve hacia ti,
yo te saludo una vez más,
amada patria.

LOS CABALLEROS
A la luz del naciente día, etcétera.

ROLANDO
(Fuera de escena. Los 
caballeros cantan alegres)
La suerte y la felicidad corren
como ligeras nubes;
el destino aúna
los corazones henchidos de ardor.

LOS CABALLEROS
(fuera de escena)
La suerte y la felicidad corren, etcétera

(Rolando con sus caballeros entra 
en escena. Cordial acogida de Eginhard,
Ogier y los otros caballeros)

EGINHARD, ROLANDO

¡Oh, potencias eternas,
concedednos vuestras gracias,
antes de que la traición nos golpee!
¡L
iberadnos de la injuria y la culpa!

LOS CABALLEROS
¡Oh, potencias eternas, etcétera.

ROLANDO
Y ahora, puesto que hemos rebado felizmente
la frontera de nuestra patria, 
dirijámonos sin tardar hacia el cercano objetivo.

OGIER
No lejos de aquí habita el altivo príncipe sarraceno.
No habiendo aceptado la paz, ahora puede
ver el espectáculo de su ejército derrotado.

ROLANDO
La lección ha sido dura, pero justa;
le ha sido infligida una severa derrota.
Vayamos con caautela a negociar con él.

OGIER
Abandonemos toda forma de orgullo;
que el vencedor sepa honrar al enemigo vencido.
¿No es verdad, compañeros de batalla?

GUIDO DE BORGOÑA
¡Palabras de oro!

RICARDO DE NORMANDÍA
Tus consejos siempre son sabios.

GERARDO DE MONDIDUR
Todos seguirán de buen grado un ejemplo tan noble.

ROLANDO
¡Vamos, venid! 
Los sarracenos que han escapado 
podrían estar, tal vez, al acecho en la montaña.

CABALLEROS
No tememos a esos cobardes, 
¡Aunque sean miles!
Ellos bien conocen el valor de nuestras armas.

ROLANDO
¿Queréis restablecer la paz
y os preparáis para combatir?
¿Podría el príncipe de los moros confiar en nosotros
si se enterara que durante nuestro camino
hemos abatido a sus hombres?
Evitemos las ocasiones de enfrentamiento
y vamos directo a nuestro objetivo.
¡Vamos, en camino!

(A Eginhard que hasta ese momento ha estado
pensativo, sin tomar parte en la conversación)

¡
Ven, amigo, ahora podrás cosechar gran fama!
¡Ten coraje y audacia!

EGINHARD
Os sigo.

(permanece inmóvil)

OGIER
¿Qué haces, soñador? ¿Siempre eres así?

ROLANDO
¡Déjalo!
Las penurias del camino a las cuales la juventud

no está acostumbrada y la nostalgia de la patria...

EGINHARD
¡La patria!

ROLANDO
Nosotros nos adelantaremos.
Tú puedes
quedarte aquí y ya nos alcanzarás.
Si te ves en problemas, 
toca tu cuerno y acudiremos de inmediato.

(llevándolo aparte)

Si un sufrimiento te atormenta,
puedes confiarlo sin temor al amigo.
¡Seguidme!

(Todos salen, salvo Eginhard)

Escena Segunda

(
Eginhard solo)

EGINHARD
¿Un sufrimiento, dices?
¡Ah, la aversión por la vida
colma mi alma inquieta!
¡Qué infeliz soy, ay de mí!
¡Terriblemente, infinitamente infeliz!
¡Y a él, al más noble de mis amigos,
lo he arrastrado conmigo hacia su ruina,
dentro de este abismo!
¿Qué has hecho, miserable?
¡Para salvarte, lo has entregado
sin miramientos al oprobio!
¡Ay! ¡Fierrabrás! 
¿Cómo soportar la mirada de tu padre? ¡No!

8a Recitativo, marcha con 
melodrama y conjunto

EGINHARD
¡Está decidido, yo romperé sus cadenas!
Este juramento nace del fondo de mi ser,
lo siento con fuerza; renuncio a mi vida y a mi amor 

por salvar al amigo humillado.

Escena Tercera

(Eginhard, Brutamonte y los moros. En el curso 
del recitativo precedente, un grupo de moros, a las
órdenes de Brutamonte, ha empezado a aparecer 
sobre la ladera opuesta; parecen salidos de una 
grieta de la montaña. Sólo cuando se dan cuenta de 
la presencia de Eginhard se detienen para observarlo.
Luego, señalan a los caballeros que marchan en la
lejanía y cuando los creen suficientemente alejados,
bajan de la altura dirigiéndose hacia Eginhard.)

EGINHARD
(los ve y va a su encuentro, con la
espada desenvainada)
¡Temerarios! ¿Qué os trae aquí?

BRUTAMONTE

Franco, ¿acaso nos desafías?
¡
Pues bien, ponte en guardia!

EGINHARD
¿Queréis batiros todos contra uno solo?

BRUTAMONTE
¡Cavarás tu propia tumba!

EGINHARD
No es el miedo lo que me hace temblar,
sino la sangre 
que no debe ser derramada en vano.
Escuchadme pues: he sido elegido por mi rey, 
junto con un grupo de caballeros,
para ofrecer de inmediato
la paz al príncipe de los sarracenos.
Mis hermanos me siguen, y me protegen.

BRUTAMONTE
¿Quieres engañarnos?

EGINHARD
¡Pronto os convenceréis!

(Eginhard toca el cuerno)

BRUTAMONTE, MOROS
(Escuchando atentamente)
¿Qué significa esto?
¡Estad atentos!
Si él trama una traición,
su sangre será vertida de inmediato.

EGINHARD
¡Bien pronto todo se aclarrá!
Me río de vuestro furor.
Protegido del peligro por mis amigos,
me he quedado a la retaguardia.

BRUTAMONTE, MOROS
¿
Qué puede significar esa llamada, etcétera

EGINHARD
¡Bien pronto todo se aclarará, etcétera

(Eginhard toca nuevamente su cuerno 
y a lo lejos se escucha la respuesta de 
sus compañeros. Los moros van rodeándolo
paulatinamente)

BRUTAMONTE
(a los moros)
¡Rápido,
apresadlo antes de que aparezcan!
¡Conducid ante el príncipe, a este osado!
¡Vamos, rápido, llevaos al criminal!
¡No se nos puede escapar!
Vigiladlo y llevadlo a un lugar seguro,
y estad atentos que podría 
pensar en hacer algún ardid.

MOROS
(tratando de apresar a Eginhard)
¿Y aún quieres resistir?
¡Vamos, rápido, llevaos al criminal!
¡No se nos puede escapar!
Llevadlo a un lugar seguro y vigiladlo,
podría tratar de hacer alguna triquiñuela.

(Los moros vuelven a oír el sonido del
cuerno, luego vuelven a tratar de agarrarlo)

EGINHARD
(defendiéndose)
Os puedo seguir sin oponer resistencia.
¡Tened confianza en mi palabra!
No puedo escapar,
una traición en este lugar
no daría ningún resultado.

(Los moros se apoderan de Eginhard y 

desaparecen con él por las alturas. Rolando, Ogier 
y los otros caballeros vuelven una vez que Eginhard 
ha desaparecido)

Escena Cuarta


(Rolando y los otros caballeros)

8b Dueto con Coro

ROLANDO, OGIER, CABALLEROS
(llegan apresurados y observan hacia todos lados)
¿Qué ha ocurrido?
¿Dónde está?
¡No se le ve en ninguna parte!
¡Hace poco estaba aquí!

OGIER, ROLANDO
(con precipitación)
¡Seguid sus huellas
a marchas forzadas,
por la llanura y los valles!
¡Buscadlo, daos prisa!

CABALLEROS
(desperdigándose)
¡Seguiremos sus huellas
a marchas forzadas,
por la llanura y los valles!
Lo encontraremos / lo buscaremos.

¡Rápido, busquémoslo!

(todos salen dispersándose en diversas 
direcciones. Cambio de escena)

Escena Quinta

(Castillo del príncipe de los moros; el lugar 
semeja una tienda cerrada por una cortina. 
Florinda y Maragonda)

MARAGONDA
¿Por qué tu mirada así apartadas,
cuando otras veces
es tan expresiva y sensible?
Querida, no dejes que tu valiente corazón
se entregue a un sueño engañoso.

FLORINDA
¡Oh, sueño maravilloso! ¡Oh, bendito consuelo
el que me traen lejanos e infinitos recuerdos!
Espejismos ¡ay de mí!
para mi insulsa existencia .

MARAGONDA
¿Y unes tu destino, con voluble corazón,
a una imagen que no podrás atrapar jamás?

FLORINDA
¡Sí, una imagen que flota 
permanentemente ante de mis ojos!

MARAGONDA
Pero, ¡si no tienes ninguna esperanza de verlo!
¡Refrena tu espíritu agitado!
Tú, una virgen, que antes eras tan animosa y
valiente 
estás ahora bajo la acción de un hechizo.
¡Ya no eres la misma!
Lo viste
hace mucho tiempo en Roma, 
y ahora ¿dónde está? ¡Lejos, quizás haya muerto!
Te atormentas en vano.
La razón te impone aceptar lo imposible.

FLORINDA
¡Ah, estoy unida a su recuerdo! 
Huyo de mí misma, buscándolo.
¡Mi querido amigo! ¡Mi Rolando!
Un deseo infinito me arrastra hacia ti.

MARAGONDA
¡Oh, insensata, calla y teme!
Piensa que aquel a quien amas 
es un enemigo de la patria y de tu padre.

FLORINDA
¡Ni la patria, ni los vínculos de sangre me asustan! 
¡Por él desafío a la muerte
y también al deshonor!

9 Dúo

FLORINDA
El objeto supremo de mis deseos 
está más allá de los resplandores terrenales.
Renunciaré para siempre a la felicidad,
si me premia el amor con su dulzura.

MARAGONDA
¡Oh, quiera Dios que no seas víctima de una ilusión!
Tus pensamientos ya son de por sí una traición.

FLORINDA
Su voz
sería suficiente recompensa
para todos mis sufrimientos.
¡Oh, que pueda oírlo!
¡Oh, dulce imagen amada!
Mi ardiente deseo
no se logrará jamás.

MARAGONDA
Todo mi corazón está embargado
por un secreto y oscuro sentimiento.
¡Ay, jamás sus ansias
y sus deseos serán colmados!

(entra Boland)

Escena Sexta

(Boland con Brutamonte, luego Eginhard)

MARAGONDA
¡Disimula tu dolor, viene tu padre!
Ya conoces su carácter brutal.

FLORINDA
Lo sabrá bien pronto;
no soporto más el ser privada mi felicidad.

PRÍNCIPE BOLAND
¿Un franco dices?
¿Y dónde lo habéis encontrado?

BRUTAMONTE
Cerca del desfiladero, no lejos de la frontera,
yo patrullaba con un grupo de guerreros,
cuando lo vi.
Fue capturado de inmediato antes de que 
sus compañeros, advertidos por el sonido su cuerno,
acudieran en su ayuda...
Él pretende ser un emisario de paz
y su llegada, según dice,
es portadora de una buena noticia.

PRÍNCIPE BOLAND
¿Qué noticia?
¿La suerte de Fierrabrás?
¡Quizás viene a anunciar su muerte!

FLORINDA
¡Oh, pobre hermano! ¿Está en peligro?

PRÍNCIPE BOLAND
¡Traedlo! Pero, un destino terrible
le espera a él y sus compañeros,
si recibo malas noticias de mi hijo.

BRUTAMONTE
Aquí que lo traen.

(Eginhard es conducido ante Boland;
su 
mirada manifiesta dolor y desprecio)

PRÍNCIPE BOLAND
Entonces, valiente extranjero, explícate:
¿qué te ha arrancado de tu lejano país
para enfrentarte a los horrores de la guerra?

EGINHARD
Bien pronto lo sabrás de la boca de los caballeros
que tus infames tropas han separado de mí.
Un feliz deseo de paz...

PRÍNCIPE BOLAND
Antes de que completes tu discurso, dime:
¿dónde está Fierrabrás?

EGINHARD
¡Oh, Dios! Fue hecho prisionero
por Rolando hace poco...

FLORINDA
¿Rolando? ¡Dioses! ¡Está vivo!

PRÍNCIPE BOLAND
¿Qué estás diciendo?

FLORINDA
¡Mi pobre hermano!

PRÍNCIPE BOLAND
¡Aún vive! Aunque no creo que soporte 
por mucho tiempo la ignominia y la vergüenza.
¡Sabrá morir como un héroe!

FLORINDA
¡Oh padre, deja que yo lo libere!

PRÍNCIPE BOLAND
¿Tú, una débil mujer? ¿Qué pretendes?

FLORINDA
Yo liberaré a Fierrabrás con una sola palabra.

PRÍNCIPE BOLAND
¡Muchacha demente! ¡Calla!

EGINHARD
El rey le dió la libertad.

EL PRÍNCIPE BOLAND
¿La libertad? ¿Y a pesar de eso no regresa?

EGINHARD
¡Ay de mi! El noble héroe fue 
de nuevo
encarcelado por una traición...

PRÍNCIPE BOLAND
¿Cómo? ¡Dime! 

¡Que caiga la maldición divina sobre el criminal!

EGINHARD
... por culpa de un amigo...

PRÍNCIPE BOLAND
¿Quién es ese monstruo? ¡Habla!

EGINHARD
Ese falso hermano... debes saberlo... ¡soy yo!

PRÍNCIPE BOLAND
FLORINDA,
MARAGONDA
¡Ah!

10 Quinteto

PRÍNCIPE BOLAND
¡Desgracia y maldición
sobre el pérfido linaje de los francos!

FLORINDA
Él merece sufrir
esta vehemente cólera;
la esperanza me sonríe,
aunque esté en peligro.
¡Sí, la esperanza me sonríe!

MARAGONDA
Él merece sufrir
esa vehemente cólera;
tiene que experimentar así
la pena que él mismo ha causado.
¡Ah, que noche de horror!

EGINHARD
Ante tanto peligro
me embarga un lóbrego terror,
debo experimentar así
la aflicción que yo mismo he causado.
¡Ah, que noche de horror!

PRÍNCIPE BOLAND
Condenaré a esta banda de criminales
a la muerte más vil;
bajo el imperio de mi ira
serán destruidos.
¡Desgracia y maldición
al pérfido linaje!

BRUTAMONTE
Que nuestra gloria triunfe
sobre las ruinas de su grandeza;
el corazón no abandonará
el sangriento juego de la venganza.
¡Desgracia y maldición
al pérfido linaje!

(entra un capitán moro)

EL CAPITÁN
Señor, los emisarios se están acercando;
vienen del campo de los francos.

EGINHARD
¡Son ellos! ¡Qué alivio!

PRÍNCIPE BOLAND
¡Sean bienvenidos!

EL CAPITÁN
Traen la paz, pero también la guerra.
Así reza su mensaje.

EGINHARD
Escúchalos con calma

PRÍNCIPE BOLAND
¡Venganza, he aquí tus primeras víctimas!
Que se acerquen, 
los recibiré de modo principesco.
para luego castigarlos severamente
.
¡Me arrogo el derecho de la represalia!

(el capitán sale)

Escena Séptima

(Los anteriores,
Rolando, Ogier, caballeros, pueblo)

(Las cortinas del fondo de la tienda se abren 

y el pueblo, los soldados, los sacerdotes y las 
doncellas, avanzan en cortejo solemne. Rolando,
Ogier, Oliviero, Guido, Ricardo, Gerardo y los 
otros caballeros de la embajada los siguen. 
El príncipe Boland se sienta majestuosamente 
en su trono cubierto por un dosel; sus cortesanos
oficiales del ejército lo rodean. Florinda, con el 
rostro cubierto por un velo, permanece inmóvil 
junto al trono de su padre. Durante el coro que 
sigue, los caballeros reconocen a Eginhard y,
manifestando su alegría, lo abrazan. Eginhard, 
al principio parece alegrarse, pero luego recae 
en su melancolía. Los caballeros cristianos se 
alinean ante el trono.)

11 Coro

MOROS, FRANCOS
Que la paz venga a habitar
en estos lugares donde el Príncipe reina.
Mientras resuenan los cantos de alegría
también las palmas tienen que florecer.
¡Potencias celestiales, enviad
la tranquilidad a este país,
concededle el bien supremo:
los sagrados vínculos de la hermandad! 

ROLANDO
Mi soberano, Carlomagno,
rey de los francos, nos envía
para ofreceros un acuerdo de paz.

PRÍNCIPE BOLAND
Antes de que oséis acercaros a mi trono,
someteos a las costumbres de estos lugares
y deponed vuestras crueles y soberbias armas.
El que os lo solicita no os ofenderá.

ROLANDO
Rolando no acepta ni desafíos ni ruegos...

FLORINDA
¡Es él!

MARAGONDA

¿Quién?


FLORINDA

¡Mi antiguo amor!

MARAGONDA

¡Calla!


ROLANDO

... pero vuestra voluntad será aceptada.

(depone su espada y los otros lo imitan
)

PRÍNCIPE BOLAND
Pues bien, habla, te concedo la palabra.

ROLANDO
Con estos caballeros, 

vengo ante ti para ofrecerte la paz...


PRÍNCIPE BOLAND

¿La paz? ¡Muy bien! ¿A qué precio?


ROLANDO

Pensad en lo que os amenaza.

Vuestro ejército ha sido derrotado,

e ignominiosamente puesto en fuga.

Vuestro hijo...


FLORINDA

¡Mi hermano!...

ROLANDO

Y vuestro hijo, Fierrabrás, 

se ha convertido
a nuestra fe.
No dudéis que...


PRÍNCIPE BOLAND

¿Cómo? ¿Ese criminal hizo eso? ¡Lo maldigo! 

Y en cuánto a vosotros, hombres malvados, 

que tenéis el descaro de anunciar 

tan triste noticia a un padre quebrantado, 

encontraréis la muerte entre estos muros.

¡Apresadlos!


ROLANDO, CABALLEROS

¡Nos protege el fuero de embajadores!

PRÍNCIPE BOLAND

Los cobardes son los débiles esclavos de los poderosos.


12 Trío con Coro

PRÍNCIPE BOLAND

¡Expiaréis con la muerte
vuestra temeridad!

Bien pronto a mis pies,

una noche eterna os envolverá.


ROLANDO, CABALLEROS

Aceptar perder la vida por una causa justa

es el deber de todo caballero piadoso;

pero la infamía caiga sobre quien falta

a su palabra y honor.


FLORINDA

¡Oh, poder celestial,

protégelos del peligro!


PRÍNCIPE BOLAND

Experimentareis muy pronto

mi rabia y mi desprecio.


MOROS

Bien pronto experimentarán

que la venganza es inminente.


PRÍNCIPE BOLAND

¡Salid y expiad en el horror de la prisión

vuestro culpable orgullo!


FLORINDA

¿Debo verlo en la desgracia?
¡Lo salvaré!

ROLANDO, CABALLEROS

¡
Con viril confianza
marcharemos hacia la muerte!


MOROS

No contéis con la suerte,

lo que ha de suceder, sucederá.


PRÍNCIPE BOLAND
En la prisión velad por sus vidas
hasta que llegue el momento de la ejecución.

ROLANDO, CABALLEROS

Que la venganza del rey te haga temblar,

porque él correrá en auxilio de sus súbditos.


MOROS

Velaremos por sus vidas

hasta el momento de su ejecución.


FLORINDA

¡Ay, padre, piedad!


PRÍNCIPE BOLAND
¿Te compadeces de su bien merecido destino?

FLORINDA
(Para sí)
En los brazos de mi bienamado
también quisiera encontrar la muerte.

(A pesar de su resistencia, los caballeros
son rodeados por los soldados moros)

PRÍNCIPE BOLAND
¡Ellos morirán
entre grandes sufrimientos!
Odiar al enemigo
es la ley de la venganza.

FLORINDA, ROLANDO, CABALLEROS

¡Perderemos la vida
entre infamantes torturas!

Deberemos tener entereza,
para enfrentar una muerte humillante.


(Los caballeros salen escoltados por los 

soldados y seguidos por el pueblo. 

El príncipe se aleja con su séquito. 

Florinda queda sola)

Escena Octava

(Florinda sola)

FLORINDA
¡Es él! ¡Pero qué reencuentro!
¡Apenas lo he hallado y va a ser ejecutado!
¡Ay, qué amarga recompensa para un fiel amor!

(en tono resuelto)

Tú lo quieres, padre, pues bien, estoy dispuesta.
Por él yo reniego al derecho de mi sangre
pues no me han proporcionado
más que una mísera felicidad.
¡Lo salvaré, no importa a qué precio,
y él encontrará en mí a su fiel enamorada!

13 Aria

FLORINDA
Mi corazón, oprimido de inquietud,
es atormentado por un ardiente dolor.
¡Sí, surge, virginal aurora,
tu saludo será signado por la sangre!
Ante el apremio del espanto
toda la dulzura femenina desaparece.
¡Con la crueldad de una furia
esparciré el terror de la muerte!


(Sale deprisa)

Escena Novena

(Torre fortificada. Mazmorra con
sólida puerta de
hierro y una abertura en forma de ventana cerrada
por una reja. El lugar está iluminado por la débil 
luz de una lámpara. Anochece)

Nr. 14 Coro de los Caballeros

EGINHARD, OGIER
ROLANDO, CABALLEROS
(tomados de la mano)
¡Oh, patria querida!
Tu legión de fieles hijos 

aguarda  al terror de la muerte 
que
acecha a aquellos que combaten por tu gloria.
¡Oh, patria querida!
¡Ah, lejos de los paisajes natales,
nos amenaza un amargo fin!
¡Pronto, quebrantada por el destino, se disipará 

toda esperanza cual imagen de un sueño!
¡Oh, patria querida!

ROLANDO
¡Aquí acaban los bellos días de gloria!

¡En el fragor de la batalla hemos forjado nuestra suerte
y ahora la traición nos entrega 
en las manos de esos malvados!
¿Cómo podrá soportar el alma de un valiente
este sentimiento de impotencia?
¡Ah, que se acerquen esos traidores execrables,
yo perderé la vida maldiciéndolos!

OGIER
Amigo, acepta la implacable suerte.
¡
Mira allí! Condenados como tú al terrible castigo,
tus hermanos permanecen tranquilos.

ROLANDO
No es autocontrol lo que me falta,
pero es que la venganza y la furia 
han
colmado mi corazón ulcerado.
La esperanza que nutrí ¡ay de mí! se ha perdido.
¡La esperanza de hallarte, Florinda!
¡
Pues bien, renuncio a todo! 
Dadme vuestras manos, 
hermanos en la desgracia,
nuestro valor sabrá afrontar la muerte.


EGINHARD
¡Si no hubiese una culpa que me corroe el alma,
aceptaría de buen grado la muerte!

ROLANDO
¿Acaso porque apenas iniciada
ha fracasado nuestra misión
?
Sí, es muy duro naufragar
apenas comenzada la singladura de la gloria.

EGINHARD
¡No es eso lo que me atormenta!
Puesto que nuestra muerte es inminente,
escuchad mi culpa y maldecidme.
Mi culpa
será borrada al mismo tiempo
que es segada mi vida.

LOS CABALLEROS
¡Qué horror!

EGINHARD
¡Emma!

OGIER, ROLANDO
¿Emma? ¿La princesa?

EGINHARD
Un amor oculto encadena nuestros corazones.

ROLANDO
¡Temerario! ¿Qué has hecho?

EGINHARD
Hay
mucho más... Sorprendidos por el rey,
después de nuestra separación,
Fierrabrás fue acusado de ser el seductor.
El fiel amigo ha sido encarcelado en mi lugar.
Aparentemente era culpable, pero su alma es inocente.
¡Si yo no volviera para confesar mi crimen,
él morirá víctima de mi traición!

(Cae al suelo como falto de conocimiento, 
sin tomar parte en todo lo que sigue.)

CABALLEROS
¡Qué vergonzosa traición!

ROLANDO
¿Osaste hacer eso? Si no lavas el ultraje,
la deshonra te acompañará a la tumba.

15 Melodrama

15a Melodrama, Recitativo y Conjunto

(Se oye un ruido repentino procedente 

del exterior. Todos, salvo Eginhard, 
se acercan a la puerta)

CABALLEROS
¿Qué ocurre?

OGIER
Los secuaces del Príncipe ya están aquí.

ROLANDO
Qué vengan... Encontrarán hombres.

(se oye un golpe sordo)

OGIER
Están abriendo el portón.

OLIVIER
Sobre la escalera... hay agitación.

(Ogier se encarama hasta la ventana)

OGIER
Un moro herido huye de la torre...
¡
Es el guardián de la puerta!
¿Qué está sucediendo?

OLIVIER
¡
Es muy de noche, no distingo casi nada!

(Cruje la puerta del calabozo.
Tensa espera de los caballeros)

ROLANDO

¡Coraje!

CABALLEROS
¡La sangre se pasma en las venas!

Escena Décima

(Tras un instante, la puerta que se abre, 
no sin dificultad. Florinda entra llevando 
en una mano una espada y en la otra una 
antorcha)

CABALLEROS
(retroceden asombrados)
¡Una mujer!

FLORINDA
¿Dónde está? No es el terror de la muerte
lo que detendrá la premura de mis pasos.
¡Quiero ver a mi amado 
y
luego exhalar mi último suspiro!
¡Ay! ¡Mi Rolando adorado!

(Cae agotada en los brazos de los 
caballeros. Oyendo pronunciar su 
nombre, Rolando se despierta e ilumina 
a Florinda con la antorcha que ella llevaba)

ROLANDO
¡Justo Dios!
¡Sí, es ella! ¡Florinda!

CABALLEROS
¿Cómo? ¿Esta es Florinda?

ROLANDO
Próximo a la tumba encuentro la felicidad
que la desdicha me arrancó.
Compruebo
con creciente satisfacción
que esta divina mujer no me ha engañado.

(la toma entre sus brazos
y se
dirige a los caballeros)

¡
Rápido, socorred inmediatamente a mi adorada  
pues parece que
tarda en recobrar el conocimiento!

(Los caballeros traen agua en un
recipiente que se encuentra en un rincón
de la mazmorra. Florinda abre los ojos)

¡Ya,
ya vuelve en sí!

FLORINDA
¿Dónde estoy? ¿Dónde estoy?

ROLANDO
¡
Entre mis brazos y entre amigos!
Escuchadme hermanos... ¡La he encontrado!
La felicidad ha vuelto. Sean cual fueren los golpes
de la suerte, ella queda ligada a mi por siempre.

15b Dúo con Coro

ROLANDO
Aún al borde de la tumba
la vida renace con nuevo brío,
el amor nos libera
del influjo de la muerte.

FLORINDA
¡Qué vida, qué éxtasis
se adueñan de mi pecho torturado,
mi corazón vibra de dicha
y
mi alma está llena de celestial alegría!

AMBOS
La hora de la muerte será dulce
puesto que la vida brota de los labios amados.

CABALLEROS
Bendita sea la unión de sus corazones,
que triunfa en semejante momento.

ROLANDO
Qué vida, qué éxtasis, etcétera

FLORINDA
Mi corazón vibra de dicha, etcétera

LOS CABALLEROS
Bendita sea la unión de sus corazones, etcétera

OGIER
¡Y
ahora, recobraos, no hay tiempo que perder!
Los segundos están contados, 
el peligro y la muerte podrían estar muy cerca.

FLORINDA
¡Para lograr que huyáis, he desafiado a la suerte
y hasta ahora la aventura ha sido exitosa!
Estaréis perdidos si no os puedo salvar.
He logrado entrar en vuestra prisión
y
mi débil brazo no ha titubeado
¡
por vosotros, por ti, fuente de mis deseos!
El cobarde centinela, herido, ha huido.
¡Tenéis franca la salida!
¡Daos prisa
, huid!
La cólera
de mi padre puede alcanzarnos 
en cualquier momento.
Yo huiré con vosotros, nada ya me retiene aquí.
¡A
y, no tardéis! 
Amparados en la oscuridad de la noche 

lograremos esquivar
los ojos curiosos...

ROLANDO
Tú has venido valientemente,
¡
toma nuestra sangre y nuestra vida!
Aquí tienes a tus pies la flor y nata 
de los caballeros francos.

16 Coro y Melodrama

CABALLEROS
(a Florinda)
La luz de esperanza que nos has traído
nos da coraje para luchar.

OGIER
¡Vamos de prisa!

ROLANDO
¡Podemos lograrlo!

CABALLEROS
Después de los más amargos sufrimientos
y angustiados por la proximidad de la muerte,
¡corramos hacia la libertad!
¡Oh, gran y eterno Dios!
Tú que das dulce consuelo
a los corazones esté apenados,
¡que una luz de esperanza nos alumbre 
cuando transitemos los caminos del terror!

(Desde exterior, un fragor va en aumento.
 
Poco a poco se distinguen sonidos de trompetas 
y redobles de tambor)

¡Ah, un nuevo tormento!

(gritos de guerra de los moros)

FLORINDA
(asomada a la ventana)
¡Hemos sido traicionados!
El miserable que he hecho huir 

nos ha delatado ante mi padre.
¡Le plantaremos cara!

ROLANDO
(que igualmente se asoma a la ventana)
¡Es verdad! Pero ¿qué hacer ahora?
Este portón no podrá resistir 

su furiosa embestida por mucho tiempo.
La torre no nos protegerá.

(Fragor creciente que viene del 
exterior
y golpes interrumpidos)

OGIER
¡Ya están junto al portal. ¡Es en vano!
Aunque sólidamente apuntalado,
el portón no logrará detener su embestida.

ROLANDO
¡Ay, si tuviéramos armas!

OLIVIER
El ejército se prepara para el asalto.

FLORINDA
(después de un instante de reflexión)
¿Armas?

Recuerdo que en esta torre 

existe un depósito de armas.

CABALLEROS
¿Dónde?

FLORINDA
Podréis comprobarlo vosotros mismos.

OGIER
(a los caballeros)
¡Seguidla!

(todos salen, salvo Rolando.
Durante este tiempo 
el fragor se ha acrecentado. Gritos, trompetas y
tambores anuncian el asalto; por la ventana se 
ven tizones ardientes catapultados contra la torre)

ROLANDO
¿Qué hacer si la muerte está por doquier?
Aunque hoy consigamos un instante de tregua,
¿qué ocurrirá mañana?
Habría una solución pero es audaz... ¡Probemos! 

No hay nada que perder
en esta hora de pesadilla y tribulación.

CABALLEROS
(regresan con arcos, flechas, lanzas
y otras armas) 
¡Hemos encontrado un tesoro!

ROLANDO
¡Distribuidlas! ¡Ahora escuchadme!
Ya han iniciado el asalto, no debemos esperar;
aquí no podremos resistir. 
¡Pasemos, a la acción!

CABALLEROS
(Para sí)
¿Que pretende hacer?

ROLANDO
Al amparo de la noche me deslizaré 

por esta pequeña oquedad
que vi cuando nos trajeron aquí.

(los tambores siguen redoblando)

FLORINDA
¡No!

ROLANDO
Atravesaré rápidamente las líneas de los moros,
y en pocas horas estaré en la frontera.
Mañana acudiré con refuerzos. 
Vosotros deberéis defender la torre hasta entonces.

FLORINDA

¡Te lanzas a la muerte!

ROLANDO
Sin duda ella nos encontrará aquí
con mayor rapidez.

OGIER
Ese plan, tan bien pensado, es digno de Rolando.

ROLANDO
¿Oís? ¡Ya el asalto se desata!

FLORINDA
¡Ah, quédate aquí!

ROLANDO
¡Dadme una espada!

EGINHARD
(que ha escuchado atentamente 
las palabras de Rolando) 
¡
Permíteme acompañarte!

ROLANDO
Está bien.
La culpa que tienes que purgar, desdichado,
bien merece que arriesgues tu vida por el amigo.

EGINHARD
(feliz)
¡Ay, si logramos salvaros,
de inmediato exigiré mi propia inmolación!

ROLANDO
¡Velad por mi amada con vuestras vidas!
El enemigo ya está aquí.

¡Coraje! ¡Demostrad quienes sois!

OGIER
¡Rápido, bajemos a defender la puerta!
¡Qué Dios os guíe 
en medio de tan terribles peligros!

17 Final 

(Los caballeros toman las armas 
mientras
que el asalto continúa)

17a Trío y Coro

EGINHARD, ROLANDO
Que la mano del Todopoderoso nos guíe, 

para así salvar el amor y la patria.

CABALLEROS, FLORINDA
EGINHARD, ROLANDO
¡Blandid la espada con fuerza!
¡Por la libertad y el derecho violado!
Sacrificarse con honor
es el deber sagrado de todo caballero.


FLORINDA, EGINHARD, ROLANDO
Qué la mano de la sabiduría nos / os guíe,
para así salvar el amor y la patria.

CABALLEROS
¡Blandid la espada con fuerza, etcétera.

EGINHARD, ROLANDO
FLORINDA, CABALLEROS
¡Adiós!

(Rolando,
Eginhard y los otros caballeros, 
armados de pies a cabeza, bajan las escaleras.
Florinda queda sola, sumida en una permanente
angustia; luego corre a la ventana, después se 
acerca a la puerta. El asalto continúa.)

17b Melodrama

FLORINDA
¡Potencias eternas, protegedlos!
¡Qué furia! ¡Ojalá que logren escapar!
¡Ah, qué valientes!
¡Desde lo alto de la torre, sus flechas vuelan
contra la tropa de los taimados moros!
Están asombrados...

¡Ya se abre el portón!
¡Con la espada desenvainada
Rolando y su compañero 
se abren paso entre los enemigos!
¡Han pasado! ¡Os doy gracias, eternos dioses!
Se enfrenta a nuevas tropas...
¿Logrará salvarse?
¡Su acero siega a los enemigos en derredor!
¡Todos caen!... ¡Están libres!

(arrodillándose)

¿Puedo volver a dar gracias por haberlo salvado?

(Se alza y corre de nuevo a la ventana)

Pero... ¡vuelven a ser atacados!

(El tumulto se reduce poco a poco.
Con angustia)

¡Ay, lo rodean!
Poco a poco el fragor cede...
¡Se lanzan en su persecución!
¡Su espada aún brilla!
¡Oh Dios, lo han rodeado!
No tiene escapatoria.
¡El cerco enemigo se hace cada vez más pequeño!
¡Oh, qué día de espanto!... ¡Escapa!
Por ahí lo veo... por aquí ...
¡Ahora por allá!
¡La confusión aumenta más y más!
¡Está rodeado!
¿Dónde está?
¡Ah! su fuerza se agota!

(Gritos de victoria)

CABALLEROS
(Todos excepto Eginhard y Rolando)

¡Qué, infortunio!

FLORINDA
(Lanza un grito)
¿Prisionero?

(Cae al suelo.
Los caballeros la rodean 
y tratan en vano de reanimarla)

CABALLEROS
El coraje y el juicio se desvanecen,
el oscuro terror de la muerte
me llena de tormento,
mi confianza se ha hecho pedazos.

(La desesperación crece
entre los caballeros)



ACTO TERCERO


(Salón en el castillo real. Al 
fondo una gran puerta)

Escena Primera


(
Emma junto a su séquito de damas de compañía;
que reunidas en diversos grupos, tejen coronas)


Nr. 18 coro

DONCELLAS
Pronto oiremos el anuncio de la ronda,
y entonces la alegría inundará los corazones,
la tristeza tendrá que acallarse,
y el dolor se disipará.
Las penas, los tormentos
y las preocupaciones desaparecerán
en los días felices
y reinará la alegría.
Pronto oiremos el anuncio de la ronda, etcétera

EMMA
(con renovadas ansias de vivir)
Esas canciones difunden la alegría de vivir
y un dulce rayo de esperanza siento en mi corazón.
¡Ojalá pudierais ver el futuro!
¿Podré hallar algún día la felicidad?
Yo, que había perdido 
toda esperanza
de ser feliz,
ahora contemplo como es posible 
un futuro lleno de alegría.

DONCELLAS
Sí, una vida feliz
te depara el futuro.

EMMA
Ahora contemplo como es posible... 

DONCELLAS
Sí, una vida nueva nace, etcétera

Escena Segunda

(Emma y Carlomagno)

CARLOMAGNO
(que ha entrado al final del canto,
sin ser advertido por las anteriores
)
Veo con alegría que mi hija se prepara
para celebrar el regreso

de los bravos mensajeros de la paz.
Es la más alta recompensa para los combatientes
recibir de manos femeninas 
los premios prometidos.
¡Ah, ojalá regresen lo más pronto posible!
No puedo disimular que la suerte de esos héroes
me inquieta terriblemente.

EMMA
¿Qué quieres decir, padre?

CARLOMAGNO
Dos días han transcurrido y no hay noticias
de nuestros embajadores.
El campamento del príncipe de los moros no está lejos 
y su misión es breve y simple. 
¿Puede haber habido algún contratiempo?

EMMA
¡Por todos los santos!

CARLOMAGNO
No te preocupes. Conozco a mis caballeros.
El coraje y el valor colman sus corazones
y sus brazos resisten a todos los ejércitos
Sólo uno de ellos - con menor experiencia -
puede estar en peligro... Eginhard...

EMMA
¿O incluso muerto?
¡Potencias celestiales, protegedlo!

CARLOMAGNO
Te afecta particularmente, por lo que veo.

EMMA
El temor... la angustia... la preocupación...
¡Oh, padre!

CARLOMAGNO
No puedes ocultármelo.

(Para sí)

Me oculta un secreto... ¿Cuál?
Lo sabré bien pronto.

(A Emma)

¿
Hubo alguna vez un deseo, en el alma de Emma, 
que su padre hubiera ignorado?
¿Ha podido ceder a los impulsos de su corazón 
y mantenerlo en secreto?
¿Sería este acto un crimen?
Tu padre tiene derecho a tener la confianza filial;
incluso puede exigirla.
¿Callas?
¿Me has engañado?

EMMA
¡Escúchame y condéname!
Entregados a un amor secreto,
nació a pesar nuestro,
nuestros corazones se vieron inflamados por él.

CARLOMAGNO
¿Y lo has mantenido en silencio?

EMMA
¡Mucho más! El miedo de tu cólera 
nos ha empujado a traicionar la amistad.

CARLOMAGNO
¡Alto! Mi hija no ha podido...

EMMA
¡Debes despreciarme, pues eso es cierto!...

CARLOMAGNO
¡Habla, desdichada!

EMMA
Fierrabrás sufre condena
siendo inocente.

CARLOMAGNO
¿Es posible?

EMMA
Por el Dios eterno, no fue si no... ¡Eginhard!
Fierrabrás es una víctima inocente,
él lo ayudó a huir,
sólo es un criminal en apariencia.

CARLOMAGNO
¡Esto es el colmo!
¡Liberad inmediatamente a Fierrabrás!
Que se haga justicia y que su inocencia
sea recompensada generosamente.

(a Emma)

Y tú ve, y expía tu pecado.
¡Eres indigna del amor paterno!

EMMA
¡Oh piedad, padre! ¡Por él y por mí!

19 Dúo

CARLOMAGNO
(con un gesto de disgusto 
en
dirección a su hija)
Muy pronto todo esto se aclarará,
llegaré hasta el fondo de lo que ha sucedido.
Dado que has ultrajado la indulgencia de tu padre, 
encontraréis en mí
a un juez 
que exigirá el castigo merecido.

(Carlomagno indica a los soldados que 
salgan y luego él mismo se dispone a partir)


EMMA
¿Dónde encontraré un consuelo para mi sufrimiento,
cuándo incluso mi padre 
me niega su indulgencia?

Queriendo desatar los lazos sagrados,
él arrastra mi felicidad
a una violenta tempestad.

CARLOMAGNO
¡Que la benignidad se haga a un lado
y deje su lugar a la ira!
Si ella tuviera que morir,
estoy dispuesto a soportar el dolor.

EMMA
Todas las alegrías han quedado de lado
para dar lugar al terror.
Siento que me aferran
los pálidos espectros de la noche.

(Fierrabrás entra, acompañado por los guardias)

Escena Tercera

CARLOMAGNO
¡Ven a mis brazos, víctima inocente y traicionada!

(a Emma)

He aquí tu obra, y alégrate de tu éxito.

FIERRABRÁS
(Dubitativo)
¿Entonces, señor, ya lo sabes?

EMMA
(Avergonzada)
¡Qué amargo momento de dolor!

FIERRABRÁS
(Después de mirar a Emma)
He actuado según las leyes de la amistad.
¿Admites que un bárbaro pueda tener tal sentimiento?
Estos días de sufrimiento ¡ay de mí!
fueron un bien merecido castigo.

EMMA
¡La vergüenza cubre mi rostro!

CARLOMAGNO
No comprendo tus palabras.

Escena Cuarta 

(Entra Eginhard)

EGINHARD
(En el más completo extravío y sin aliento)
¿Dónde está mi señor y rey?

EMMA, FIERRABRÁS, CARLOMAGNO
¡Ah! ¡Eginhard!

EGINHARD
(admirado de ver Fierrabrás)
¡Soy yo, y suplico tu protección!
Prisioneros del príncipe de los moros,
vencidos y sin esperanzas;
pérfidamente engañados;
tus fieles vasallos están al borde de la muerte.

CARLOMAGNO
Funesto mensajero que anuncias el espanto,
¡que la maldición caiga sobre de ti!

EGINHARD
¡Salvad antes de la muerte a vuestros caballeros,
y
luego que la caiga sobre mí!
La oferta de paz ha sido rechazada
y hemos padecido la ignominia de la cárcel.
Capturado, Rolando fue condenado a muerte,
y si no puedes llevarles auxilio de inmediato
la misma suerte les espera a los otros.

EMMA, FIERRABRÁS, CARLOMAGNO
¡Ay, qué deshonra!

CARLOMAGNO
¡Habla! ¿Qué se necesita hacer?


EGINHARD
¡Dadme a los soldados más aguerridos
de vuestro valeroso ejército,
y en alas del viento
acudiré a salvarlos!
¡Confiadme esta arriesgada misión,
quiero cumplirla y luego morir!

FIERRABRÁS
Cumplirás esa misión 
y después de tan gran hazaña

conseguirás el favor de la felicidad.

CARLOMAGNO
Deberás cumplir esa misión
y encontrar gloriosa muerte.

EMMA
Esta misión es demasiado peligrosa,
ciertamente él va al encuentro de la muerte.

CARLOMAGNO
(a un caballero)
Que todos se preparen a cumplir mis órdenes.
Ningún valiente debe eludir la batalla.
Se trata de lograr la más rotunda victoria.


(El caballero sale. A Eginhard)

Dos crímenes pesan sobre de ti, ingrato,
y mereces doblemente la muerte;
si quieres conservar tu vida,
llevarás socorro a nuestros amigos.
Y tú, Fierrabrás, de quien todos elogian tu coraje
y hazañas, tú tomarás, si él cayera,
la conducción de las tropas.

(Carlomagno sale)

Escena Quinta

(
Emma, Fierrabrás, Eginhard)

EGINHARD
¡Oh, mi Emma! Por última vez te hablo, 
en presencia del amigo traicionado,

antes de que me atrape
el pálido horror de la muerte.
Mi felicidad fue infinita, como mi amor.
¡Adiós, ya no volveré verte!
Si puedes,
dedica una lágrima al ser caído
que ha elegido alegremente la muerte por ti.
¡Adiós para siempre, adiós!

EMMA
¡Oh no, Eginhard! ¡No tienes derecho a morir!

FIERRABRÁS
¡Él no morirá! ¡Por el Dios eterno!
Mientras haya vida en estas venas.
¡Por vos, óyelo Princesa, por vos,
por quien yo ardo en ferviente deseo, 
y por él, por quien siento gran afecto,
corro a cumplir el sagrado deber de la amistad.
¡No temáis! Sólo puedo ser vencido 
por el bravo Rolando,
ningún otro superará mi vigor.
Mi coraje se inflama en el triunfo.
¡Los liberaremos de la prisión y los salvaremos!

20 Trío

FIERRABRÁS
Cuando allá arriba, entre las nubes,
se despierta la ira de los dioses,
entonces yo me burlo de sus rayos.
¡El fragor de la batalla me llama!
Para merecer la corona de laureles

alcanzaré
la victoria.
Lograré triunfar
en el fragor de a batalla.
Cuando la ira de los dioses se despierta, etcétera.

EGINHARD
¡Adiós! En medio de la lucha mortal
mi corazón llorará la felicidad perdida.

EMMA
Allá donde yo deposite mi esperanza,
mi mirada afligida estará dirigida a ti.

FIERRABRÁS
No os dejéis cegar por el pesimismo,
el curso de la suerte es un misterio.

EMMA, EGINHARD
Las almas unidas por la fidelidad
bien pronto ascenderán al cielo.
Pronto la muerte conciliadora
hará cesar los sufrimientos.
Tenemos que separarnos,

es su imperioso mandamiento.
¡Adiós!

FIERRABRÁS
Bien pronto cesarán los sufrimientos
y por la ley de la victoria

la felicidad bien merecida
reemplazará al desaliento.

(Eginhard y Fierrabrás desenvainan sus espadas 
y salen por el lado opuesto en que lo hace Emma)

(cambio de escena)

Escena Sexta

(
Interior de la torre como en el acto segundo. 
Los caballeros, excepto Rolando y Eginhard, 
están atareados alrededor de la agotada Florinda; 
sus armas están desparramadas por el suelo. 
Olivier está observando por la ventana)

OGIER
Aceptad con paciencia el destino, 
no todo está perdido para nosotros
pues Eginhard logró escapar.
Yo lo vi claramente huir de la refriega
sobre un caballo moro, justo en el momento
en que Rolando era hecho prisionero.
En él se apoyan nuestras esperanzas,
seguro que ha logrado reunirse con los nuestros 
y antes
que caiga la noche llegará con auxilios.

FLORINDA
¿Y creéis que mi padre 
esperará hasta ese momento?
¡Ay, no lo conocéis!
Él está acostumbrado a lograr lo que se propone
con energía y rapidez.
¡No hay esperanzas para la vida del ser amado! 
¡Ah, ojalá y yo pudiera morir con él!

21 Aria con Coro

FLORINDA
¡Los tormentos que causan mi desventura
invaden mi corazón,
Rolando debe subir al cadalso,
¡oh inenarrable dolor!
En la hora amarga de la muerte,
él está privado del saludo de su amada,
y ninguna boca amiga
le dará el beso del adiós.

CABALLEROS
No abandones la confianza,
un rayo de esperanza aún brilla,
el auxilio puede llegar
y todos los sufrimientos serán borrados.

FLORINDA
Con la vida de mi bien amado
la mía también se desvanece.

CABALLEROS
La confianza y la perseverancia
traerán su recompensa.

FLORINDA
Y la hora de su muerte
trae también mi destrucción.

CABALLEROS
El soplo de la dulce esperanza
cura la más profunda herida del corazón.
Confianza y perseverancia, etcétera

FLORINDA
Y la hora de su muerte, etcétera
Con la vida de mi bien amado, etcétera

21b Marcha fúnebre (con melodrama)
y Conjunto

(Olivier mira con impaciencia por la ventana, los
demás están en un estado de tensión extrema.)

FLORINDA, CABALLEROS
¿Qué nuevo sobresalto es ése?
¿Qué ha ocurrido?

OLIVIER
Está llegando al castillo
un gran contingente de soldados.
Con antorchas 
están preparando una pira.
Se acercan a la torre...
¡Encienden la hoguera!

CABALLEROS
¿Qué dices?

OLIVIER
El grupo se ha dividido.

FLORINDA
¿Qué ves?

OLIVIER
Entre ellos... ¡Ah!

FLORINDA
¿Qué ves, desdichado?

OLIVIER
La víctima... ¡Rolando!

FLORINDA, CABALLEROS
¡Ah! ¡Ah!

FLORINDA
(Después de haber reflexionado un
instante, recobra sus últimas fuerzas
y corre a la ventana; empuja a un lado
a Olivier y grita con desesperación)
¡Piedad, deteneos!
¡Tomad mi vida
y lo que queráis,
yo la entrego por él!

(baja velozmente)

CABALLEROS
¿Qué debemos hacer?
¿Quién puede salvarlo?

FLORINDA
(a los caballeros)
¡Sólo nos queda
morir con él!

(se rasga el velo, lo anuda a una
lanza que se
encuentra en el suelo y lo
agita en la ventana. 
Los caballeros quedan mudos y
aturdidos. Ella 
grita desde la torre)

¡Déjadlo en libertad!
¡Los caballeros quieren rendirse!

(dirigiéndose a los caballeros)

¡Bajad rápido al portón
y abrid el cerrojo!
Impidamos que lleven al amigo, a mi amado,
hacia la muerte en la hoguera.
¡Bajemos! ¡Bajemos!
¡Vayamos rápido al portón, etcétera
.

(Todos bajan corriendo hacia la puerta)

Escena Séptima

(
Explanada delante de la torre. El velo de Florinda
cuelga de la ventana, agitándose. A un costado una
hoguera.
Rolando, circundado por soldados moros.
Todos miran fijamente hacia el portón de la torre)

22 Coro y Conjunto

MOROS
Ellos se entregan a nuestra venganza,
vanas han sido sus amenazas,
el aire se llenará con sus alaridos
cuando reciban lo que se merecen.

(Boland llega rodeado de guardias 
y miembros de su séquito )

Sus súplicas llegan demasiado tarde,
toda resistencia es inútil,
ellos tienen que perecer
bajo la severa mano del verdugo.
Ellos se entregan a nuestra venganza, etcétera

(Rolando y sus compañeros 
son
conducidos a la hoguera)

Escena Octava

FLORINDA
(arrojándose a los pies de su padre)
¡A tus pies tu hija suplica
misericordia para el amigo!
No me niegues tu clemencia

aunque me niegues tu amor paternal.

PRÍNCIPE BOLAND
¡Hija renegada,
comparte con ellos su suerte!
¡Tu castigo es bien merecido!
¡Ningún ruego podrá salvar al criminal!

FLORINDA
¡Yo lo amo, escúchame y perdona!
Aquí, al borde de la tumba,
él es para mí toda mi vida,

Nos unen los lazos de eterna fidelidad.
Por él perdí mi dicha y traicioné mi sangre.

PRÍNCIPE BOLAND
Yo no te reconozco
y he renunciado a los deberes paternales.
Mi hijo se ha entregado voluntariamente
al enemigo
y mi hija nos traiciona...
¡No os conozco!

CABALLEROS
¿No te conmueve su dolor? No nos perdones
a nosotros pero a ella, perdónala.

MOROS
Su dolor no puede conmovernos,
no debes perdonarla.

PRÍNCIPE BOLAND
Su dolor no puede conmoverme,
que ella perezca junto con ellos.
¡Agarradla y traedla aquí!

FLORINDA
¡Perdón, perdón!

ROLANDO
¡Demente, tienes que perdonar a tu hija!
¿Es que en tu pecho no albergas sentimientos?

PRÍNCIPE BOLAND
¡Llevadlos a la muerte!
¡Las oscuras sombras del infierno esperan
al impudente linaje de los francos!

MOROS
(agarrando a Florinda y a los caballeros)
Jamás los débiles deben pretender la felicidad,
porque toda culpa se paga con sangre.

CABALLEROS
El loco furor del enemigo nos condena 
a una muerte horrible en las sombras del infierno.

BRUTAMONTE
(irrumpiendo)
¡Señor, ármate y huye si puedes!
Los enemigos llegan con poder devastador: 
Sus tropas victoriosas avanzan
y han lanzado un asalto furioso
guiados por un valiente joven.
Ninguna resistencia es ya posible.
Los nuestros huyen
invadidos por el miedo y el terror.
¡Apresúrate a salvarte, nosotros te protegeremos!

FLORINDA, CABALLEROS
¡Llega el auxilio, nuestras esperanzas no eran vanas!

PRÍNCIPE BOLAND
No tendrán la alegría de su botín.
¡Matad a estos traidores!
¡Vosotros, seguidme!

(Desde fuera el fragor del combate se
acerca. 
Los moros se agrupan y se lanzan sobre
los 
caballeros con los sables
desenvainados. El 
Príncipe arrastra a
Florinda con él y se dirige 
hacia la torre)

Escena Novena

(Dichos, Eginhard, Fierrabrás)

23 final


(
Eginhard y Fierrabrás avanzan con un 
pelotón de soldados francos. Eginhard libera 
a los caballeros. Rolando se apodera de una 
espada y, abriéndose paso entre un grupo de 
moros, apresa al Príncipe en el momento en 
que éste se apresta a penetrar en la torre con 
Florinda. Con una mano abraza a Florinda y 
con la otra blande la espada
contra el Príncipe; 
pero es detenido por Fierrabrás que acude justo 
en el momento en que el Príncipe está a punto 
de ser traspasado por la espada de Rolando)

23a Recitativo

FIERRABRÁS
(a Rolando)
¡Detente! ¡Es mi padre!

FLORINDA
¡Perdónalo!

(Los moros son vencidos. 
Los caballeros rodean Eginhard)


LOS CABALLEROS
(a Eginhard)
¡Gracias, valiente salvador!

(entra Carlomagno con Emma y su séquito)

Escena Décima

(Los anteriores con Carlomagno, Emma y séquito

23b Conjunto

CARLOMAGNO
La victoria acompaña a mi valeroso ejército,

(a Eginhard y a Fierrabrás)

pero a vosotros os corresponden
los honores del día.
¡Que la gloria que vosotros ganado como héroes 
sea coronada por vuestra felicidad!

(al Príncipe)

Habéis visto que la suerte se puso de nuestro lado; 
por lo tanto aceptad poner fin al conflicto.

EL PRÍNCIPE BOLAND
Mi corazón ha sido víctima de una obsesión;
ellos son los vencedores...
¡He hallado a mis hijos!

CORO
(durante el cual los moros quitan 
los
grilletes a los caballeros)
La empresa está cumplida
y
la felicidad conquistada.
La paz renacerá

de esta sangrienta noche.

EGINHARD
(De rodillas ante el rey)
El criminal arrepentido se inclina a los pies del juez,
dispuesto a expiar su error con un severo castigo.

CARLOMAGNO
Has osado desafiar mi benevolencia...

EMMA
¡Ay Dios!

CARLOMAGNO
... e incluso has violado las leyes de la amistad.
Pero tu valor ha apaciguado mi ira.


EMMA
¡Padre!

EGINHARD
¡Oh, mi señor y rey!

CORO
¡Alabada sea la clemencia del príncipe
que recompensa así, perdonando un error!

CARLOMAGNO
(a Fierrabrás)
Y ahora, mi valiente caballero,
deja que yo bendiga tu dicha.

(Toma la mano de Emma  y se
la otorga a Fierrabrás que se
muestra dubitativo)

FIERRABRÁS
(toma vacilante la mano de Emma )
¿Quién no gritaría de alegría ante esta

circunstancia, y sonreiría plenamente?
Pero ¡el amor de Emma no me pertenece!
Mi corazón ha descubierto que ella,
hace ya tiempo, ha encontrado su amor:..
¡El valiente Eginhard es su bienamado!

(Emma queda abrumada por un sentimiento 
de gratitud hacia
Fierrabrás que se acerca a
Carlomagno junto a Eginhard.
El rey sonríe 
y une las manos de
Eginhard y Emma )

CORO
Su corazón ha descubierto etc.

CARLOMAGNO
(a Fierrabrás)
Y tú, mi héroe,
¿de qué recompensa te crees merecedor?

FIERRABRÁS
(con orgullo)
¡Estar al servicio del gran Carlomagno
es la mayor dicha y fortuna !

CARLOMAGNO
(A Eginhard)
El mejor diamante de la real corona
será tu merecida recompensa.

CORO
Su corazón ha descubierto etc.

PRÍNCIPE BOLAND
(poniendo la mano de Florinda en la
de Rolando)
Que ella os haga olvidar los sufrimientos padecidos.

CARLOMAGNO

(a Fierrabrás)
Y a ti, mi héroe, 
que fuiste el primero 
en vencerte a ti mismo 
y luchar a favor de tu amigo
¿qué recompensa puedo ofrecerte?

FIERRABRÁS
(metiéndose entre los caballeros, con orgullo)
Dispuesto a seguir los senderos de la gloria,
nacido para el fragor de la batalla,
quiero combatir bajo esta bandera
donde cada hazaña será una recompensa.

(Los caballeros, rodeando a Fierrabrás,
le 
toman las manos y abrazan agitando los 
estandartes)

CABALLEROS
¡Sí, únete a nuestra bandera!
Nacido para el fragor de la batalla,
allí donde se abre el camino de la victoria,
el coraje será tu recompensa.

23c Recitativo y Coro final

CARLOMAGNO
Alegrémonos pues en la felicidad esperada,
jamás ningún poder podrá hacer renacer el dolor.
Unidos por lazos de hermandad,

hagamos reinar la felicidad entre los hombres,
y que nuestros hijos se sientan orgullosos
al posar
sus ojos sobre su querida la patria.

CORO
Después de largos tormentos
renace la alegría más pura
y surgen dichosas canciones
en los corazones apasionados.

EGINHARD, FIERRABRÁS
ROLANDO, CARLOMAGNO
Los horrores y las penas
se han disipado.
La felicidad ha sido recuperada
gracias a la fidelidad.
Sí, horrores y penas se han disipado.
Sí, gracias a la fidelidad.

FLORINDA
Los horrores y las penas se han disipado
vencidos por la fidelidad.

EMMA
La dicha ha sido recuperada por la fidelidad.


TODOS
Después de largos tormentos
renace la alegría más pura
y surgen dichosas canciones
en los corazones apasionados.

CORO
Después de largos, etc.

EGINHARD, FIERRABRÁS, EMMA
ROLANDO, CARLOMAGNO, FLORINDA
Los horrores y las penas

se han disipado
vencidos
por la fidelidad.



Digitalizado y traducido por:
José Luís Roviaro 2014