ZWEITER AUFZUG 


(Ein reiches, geräumiges Frauengemach im Hause 
des Kadi Baba Mustapha Im Hintergrunde eine 
große Mitteltür. Rechts eine Tapetentür, links eine 
mit Gardinen verhängte Nische. Rechts Ottomane 
und Kniebank neben einem mit prächtigen Blumen 
verzierten Tisch. Links in der ersten Kulisse ein 
Fenster. Dem Fenster schräg gegenüber, in der 
zweiten Kulisse rechts, eine Seitentür) 

Erster Auftritt 

MARGIANA
(aus der Tür rechts auftretend)
Er kommt! Er kommt! O Wonne meiner Brust!
Wie werd' ich jubeln, ihn zu sehen!
Bezähm', o Herz, das Wallen deiner Lust,
O laß mich vor Entzücken nicht vergehen!
Den nie im Leben ich geschaut,
Geahnt allein in holden Träumen:
Gleich ist er hier in diesen Räumen,
So schön, so hold, so süß und traut.
Er kommt! Er kommt! O Wonnelaut!

BOSTANA
(durch die Mitteltür eintretend, zu Margiana)
Er kommt! Er kommt! O wonnigliche Lust!
Wie wird er staunen, dich zu sehen;
Wie wird entzückt das Herz in seiner Brust
Vor eitel Glück und Wonne schier vergehen,
Der, seit er einmal dich geschaut,
Nur dich gesehn in wachen Träumen:
Gleich ist er hier in diesen Räumen
Und nennt dich seine holde Braut.
Er kommt! Er kommt! O Wonnelaut!

KADI
(durch die Mitteltür hereineilend, einen 
Brief und einen Schlüssel in der Hand)
Er kommt! Er kommt! O wonnigliche Lust!
Wie wirst du staunen, ihn zu sehen!
Wie wird entzückt das Herz in deiner Brust
Vor lauter Glück und Wonne schier vergehen!
Ein Schatz, wie du ihn nie geschaut,
Ja kaum geahnt in allen Träumen:
Gleich ist er hier in diesen Räumen,
Freund Selim schenkt ihn seiner Braut.
Er kommt! Er kommt! O Wonnelaut!

(Vier Diener des Kadi tragen eine große, stattliche 
Kiste herein, setzen sie auf die Seite des Fensters 
dem Blumentisch gegenüber, nieder und entfernen 
sich wieder) 

Ja, frohe Kunde bring' ich, meine Tochter!
Mein alter Jugendfreund und Spielgenoss,
Der würd'ge Selim, fordert dich zum Weib,
Kommt von Damaskus bald, um dich zu holen.
Sieh, diese Kiste, sie ist voll von Gaben,
Die er zur Morgengabe dir gesandt.

MARGIANA
Dein Wille, Herr und Vater, ist der meine;
Gehorsam danket deine Tochter dir.

(zu Bostana) 

So hast du meinen Willen ihm verkündet,
Daß nach der Liebe Leid ihm Wonne winkt?

BOSTANA
(zu Margiana)
Ich sagt' ihm alles, er vergeht vor Liebe
Und stirbt vor Sehnsucht, bis die Stunde naht.

KADI
Die Ringe, sieh, für Finger, Ohr und Arme!
Sind alles Diamanten und Smaragden.

MARGIANA
(zum Kadi)
Und die Rubinen! ach! rot wie die Liebe!

(für sich) 

Bald ist er hier und heilen soll ihn Liebe!

BOSTANA
(zu Margiana)
Dem alten Selim lasse du die Schätze,
Ein junger Liebster ist der beste Schatz.

MARGIANA
(für sich)
Für alle Leiden spendet
Die süße Lieb' Ersatz.
Komm, daß dein Weh sie endet,
Mein holder Schatz.

BOSTANA
(zu Margiana)
Schon lauschet er und wendet
Nicht einen Fluß vom Platz,
Bis du mich hingesendet;
Der liebe Schatz!

KADI
(für sich)
Sieh, welche Strahlen spendet
Der Diamantbesatz!
Wie das die Augen blendet!
O welch ein Schatz!

MUEZZIN
(hinter der Szene von verschiedenen Türmen. Der erste 
(Baß) in der Nähe der Rückwand, also wie einer dem 
Hause nahegelegenen Moschee; der zweite (Tenor) 
entfernter; der dritte (Tenor) in großer Ferne, so weit 
wie möglich im Hintergrund)
Allah ist groß, und Mahomet sein Prophet.
Versammelt euch, ihr Gläub'gen, zum Gebet.

KADI, MARGIANA, BOSTANA
Allah ist groß, und Mahomet sein Prophet. 
Die Gläubigen all, sie eilen zum Gebet.

MARGIANA
Nun komm', mein Schatz. Der fromme Kadi geht.

BOSTANA
Ich hol' den Schatz - der fromme Kadi geht.

DER KADI
Du schöner Schatz! - Ich eile zum Gebet!

(Der Kadi wirft noch einen entzückten Blick 
auf die Kiste, winkt seiner sich ehrfürchtig 
verneigenden Tochter einen Gruß zu und geht 
ab. Bostana verschwindet, sobald er fort ist, 
durch die Tapetentür. Margiana bleibt allein auf 
der Bühne, sieht einen Augenblick durch das Fenster,
wendet sich dann zu der Seite des Blumentisches. 
Bostana führt Nureddin herein und zieht sich zurück) 

Zweiter Auftritt 

NUREDDIN
O holdes Bild in Engelschöne,
Oft, wenn in Träumen ich dich angeschaut,
Da fand ich Worte, fand ich Töne,
Da hab' ich innig dir mein Herz vertraut.
Nun fühl' ich alles mir entschwinden,
Was ich geträumt, gedacht - entwich;
Vor deinem Anblick wonniglich
Ist alles nur ein seliges Empfinden;
Ein Wort nur kann ich wiederfinden,
Das eine Wort: "Ich liebe dich!"

MARGIANA
Wohl hab' ich Grüße dir ersonnen,
Blumen zum Strauße dir gereiht,
Wie holde Lieb' in Weh und Wonnen
Gern sie zu ihrem Boten weiht.
Doch du erscheinst, und ach, es neigen
Die Blumen demutvoll und zagend sich.

(Sie nimmt eine blühende Rose vom Zweig) 

Kühn nimmt die Rose nur das Wort für mich,
Den hohen Sinn zu künden, der ihr eigen;
Ob auch die Schwestern alle schweigen,
Die Rose sagt: "Ich liebe dich!"

(Sie gibt ihm die Rose) 

NUREDDIN, MARGIANA
So mag kein andres Wort erklingen,
Als das die blüh'nde Rose sprach;
Kein Lied in unsre Seele dringen,
Als das aus Träumen tönte nach;
Und wenn des Lebens Traum entschwunden
Und wenn der Rose Glut verblich,
Dann tön in Eden ewiglich,
Wo Rosenketten uns umwunden,
Wo ew'ger Traum uns hält verbunden,
Das eine Wort: "Ich liebe dich!"

ABUL
(vor dem Fenster)
O Nureddin, genieße froh dein Glück!
Sei ohne Furcht, es wacht vor diesem Fenster
Dein Abul Hassan Ali Ebn Bekar.

Dritter Auftritt 

BOSTANA
(auftretend)
Der Abul Hassan Ali Ebn Bekar.

NUREDDIN
Wie? Abul Hassan Ali Ebn Bekar?

BOSTANA
Der tolle Kauz singt drüben vor dem Haus
Von Liebesglück und nennet deinen Namen.

NUREDDIN
Verwünschter Kerl! Erdrosseln möcht' ich dich!

BOSTANA
Ich geh, zu lauschen, ob der Kadi kommt.
Seid unbesorgt; noch kehrt er nicht zurück.

(Sie zieht sich wieder zurück) 

Vierter Auftritt 

(Nureddin und Margiana lauschen noch einige 
Zeit, ob kein neuer Lärm entsteht. Es bleibt alles 
still, Nureddin geleitet Margiana zu dem Sitze am
Blumentisch und kniet auf den Schemel zu ihren Füßen) 

NUREDDIN
Daß nicht die laute Welt uns störe,
Schweige der Liebe leises Wort!

ABUL
(hinter der Szene, vor dem Fenster)
Laß dir zu Füßen wonnesam mich liegen, o Margiana!

MARGIANA
Daß keines Lauschers Ohr es höre,
Tief in der Brust nur kling' es fort!

ABUL
Wonnen der Liebe gleichen bunten flücht'gen 
Sommerfaltern,
Lasse sie kosend um die Stirn' uns fliegen,
O Margiana!

NUREDDIN
Laß deiner Blicke Strahl es sagen,
Du wunderdunkles Auge, sprich!

ABUL
Die Welt versinkt, es leuchten helle goldnen 
Äthers Wogen!

MARGIANA
Sagt es mein Herz dir nicht für mich
Mit seinem süßberedten Schlagen?

NUREDDIN
Zum Himmel mich empor zu tragen,
Sag' es ein Kuß -

MARGIANA
Ich liebe dich!

ABUL
Wir sind empor zum Eden schon gestiegen!

NUREDDIN
Zum Himmel mich empor zu tragen,
Sag' es ein Kuß.

(Sie umarmen sich) 

ABUL
O Margiana!

STIMME EINES SKLAVEN
(hinter der Szene, im Innern des Hauses)
Weh! Weh! Weh! Weh! Weh! Weh!

Fünfter Auftritt 

BOSTANA
(Bostana tritt eilig auf)
Erschrecket nicht, der Kadi kam zurück,
Und einem Sklaven, der ihm ungeschickt
Die schöne Blumenvase brach in Scherben,
Gibt er mit eigner Hand die Bastonade.

STIMME DES SKLAVEN
Weh! Weh! Weh! Weh!

ABUL
(vor dem Fenster)
Weh mir, o weh, man mordet meinen Freund!
Kadi, verruchter Mörder!
Heda! Helft ihr Leute!

MARGIANA
Weh uns, es sammeln Leute sich ums Haus!

BOSTANA
Was macht der alte Tollkopf auch für Streiche!

NUREDDIN
Dreimal verwünschter, teuflischer Barbier!

STIMMEN
(vor dem Fenster)
Kadi, verruchter Mörder! Weh dir! Wehe!

ABUL
Wehe!

STIMME DES SKLAVEN
Weh!

BOSTANA
(zu Nureddin)
Nun kannst du nicht mehr unbemerkt entfliehn!

MARGIANA
Bostana, wenn der Vater ihn hier findet!

NUREDDIN
Ist kein Versteck da, daß ich mich verberge?

BOSTANA
Hier an der Kiste steckt der Schlüssel noch!
Margiana! Eilig! Fort mit all den Schätzen,

(Sie beginnt sogleich die Kiste auszuräumen) 

Die Kiste birgt ihn, bis der Sturm vorüber!

(Sie zerren eilig den Inhalt der Kiste heraus und 
schleifen die Stoffe in die verdeckte Nische des 
Hintergrundes. Während des Folgenden wird 
Nureddin von den beiden Frauen in die Kiste 
versteckt. Bostana zieht den Schlüssel ab, steckt 
ihn zu sich und schiebt Margiana in die Seitentür. 
Verworrener, anwachsender Lärm hinter der Szene. 
Abul von vier Dienern Nureddins begleitet, die mit 
Stöcken bewaffnet sind, stürzt herein) 

Sechster Auftritt 

(von vier Dienern Nureddins begleitet, die mit 
Stöcken bewaffnet sind, stürzt herein) 

ABUL
(auf Bostana losstürzend)
Wo ist er hin? Unsel'ge, sprich, wo habt ihr
Den Leichnam des Ermordeten verborgen?

BOSTANA
Wahnsinniger, was faselst du von Mord?
Willst du dies ganze Haus ins Unglück stürzen?
Hier in der Kiste hab' ich ihn versteckt;
Schnell, schafft sie fort, eh' es der Kadi merkt!

(Sie geht eilig ins Nebengemach rechts) 

Siebenter Auftritt 

ABUL
(stürzt sich wehklagend über die Kiste)
Unsel'ger Freund! Und mußtest so du enden,
Eh' dich des Retters Hand befreien konnte?
Dreifach verwünscht, du Mars und du Merkur!
Sternschnuppen mögt ihr werden und verderben!

(Sich erhebend, zu den Dienern) 

Legt eilig Hand an, traget fort die Kiste!

(Die vier Diener wollen die Kiste aufnehmen) 

KADI
(hereineilend)
Wo wollt ihr mit der Kiste hin, ihr Frechen?
So ist mein Haus den Dieben preisgegeben?

ABUL
Verruchter Kadi! Mörder meines Freundes!
Vor dem Kalifen sehen wir uns wieder!

KADI
Du glaubst mich närrisch, Narr, und willst mich narren,
Brandschatzen um den unschätzbaren Schatz,

ABUL
Ruchloser Richter, der sich ungerecht rächt,
Doch höh're Richter richten, Richter, dich!

KADI
Laß los die Kiste.

ABUL
Tragt die Kiste fort!

KADI
Der Tochter Schatz ist's!

ABUL
Ihr geraubt von dir!

KADI
Zu Hilfe! Diebe!

ABUL
Mörder! Hilfe! He!

KADI
Ich laß euch hängen!

ABUL
Ja, wenn du gespießt!

Achter Auftritt 

KADI
Verruchte Diebe, die ihr offen
Am hellen Tag beraubt mein Haus,
Nicht Gnade darf ein einz'ger hoffen.
Mit euch ist's aus!

ABUL, NUREDDINS DIENER
Verruchter Kadi, der du offen
Den Freund erschlugst in deinem Haus,
Nicht Gnade darfst du, Mörder, hoffen.
Mit dir ist's aus!

FREUNDE DES KADI
(herbeieilend, zum Kadi)
Welch arges Unheil hat betroffen,
Freund Mustapha, dein armes Haus?
Das Volk strömt ein, die Tür ist offen.
Was wird daraus?

KLAGEFRAUEN
(hereinstürzend, in langen weißen Kleidern mit 
fliegenden schwarzen Trauerschals)
Bekleidet euch mit Trauerstoffen,
Ein Mord geschah in diesem Haus.
Der Tränen Schleusen stehen offen:
Sie brechen aus!
Weh, o weh, o weh, o weh!

BEWOHNER BAGDADS
(hereineilend)
Wo ist er, den der Stahl getroffen?
Nicht Gnade darf der Mörder hoffen!
Vermaledeit sei dieses Haus!
Schleppt ihn hinaus!

KADI
So sprecht, ist denn ein Tollhaus offen,
Und schleudert seine Narren aus?
Des Himmels Blitz hat mich getroffen,
Mit mir ist's aus!

ABUL
Bringt Eisen, brecht die Kiste offen,
Und zieht den Toten nur heraus!
Des Kadis Stahl hat ihn getroffen,
Mit ihm ist's aus!

KADI UND SEINE FREUNDE
Verruchte Diebe, die ihr offen
Am hellen Tag bestehlt dies Haus,
Nicht Gnade darf ein einz'ger hoffen.
Mit euch ist's aus!

ABUL, NUREDDINS DIENER,
UND ALLE ÜBRIGEN
Verruchter Kadi, der du offen
Den Gast erschlägst in deinem Haus,
Nicht Gnade darfst du hoffen,
Mit dir ist's aus.

(Während des Nachspiels entsteht ein allgemeiner
Tumult um die Kiste. Nureddins Diener wollen sie 
aufladen, werden aber wiederholt daran gehindert 
und werfen sie um. Der Kadi und seine Freunde 
wollen sie in den Hintergrund schleppen und stellen 
sie wieder um, so daß sie nun, den Deckel nach unten 
gekehrt, während des nächsten Chores stehen bleibt. 
Vier glänzend uniformierte Bewaffnete machen sich 
Platz durch das Gedränge und schieben die 
Streitenden nach rechts aus dem Mittelpunkt der 
Bühne von der Kiste fort) 

Neunter Auftritt 

VIER BEWAFFNETE
Platz dem Kalifen!

(Der Kalif tritt ein, von Gefolge umgeben. Er sieht 
jugendlich aus und tritt in die Mitte des Vordergrunds. 
Sein Gefolge und die vier Bewaffneten füllen den 
Hintergrund. Auf der Fensterseite steht Abul mit 
Nureddins Dienern, auf der Seite des Blumentisches 
der Kadi und seine Freunde. Die Klagefrauen und 
Männer von Bagdad zu beiden Seiten verteilt) 

DER KALIF
Sprich, Kadi, du bist Herr in deinem Hause.
Ich kenne dich als ehrenwerten Mann:
Wie brach der Sturm an, der so laut getobt,
Daß bis zu meinem Ohr der Lärm gedrungen?

KADI
Herr! Dieser Unhold nennt mich einen Mörder!
Mit einer Horde Vagabunden drang
Er in mein Haus, der Tochter Schatz am hellen 
Tag zu stehlen.
Ganz Bagdad dringt herein mit tollem Lärm,
Bis wie die Sonne du, o Herr, erschienen
Und Licht gestrahlt in dieses tolle Chaos!

KALIF
(zu Abul)
Ergreister Böswicht! Sprich! Verteid'ge dich!

ABUL
Sonne des Weltalls! Nein, ich bin kein Böswicht;
Die Brüder waren's - Ja! und zwar aus Liebe:
Der älteste, Bakbak, und dann Bakbarah,
Der dritte: Bukbuk und der vierte: Alkuz,
Dann Alnaschar, der sechste: Schakkabak;
Doch ich, o Herr, der jüngste von den Sieben,
Bin tadellos und rein - sogar im Lieben!
O!

KALIF
Sag' deinen Namen, deinen Stand -

ABUL
Mein Name
Ist Abul Hassan Ali Ebn Bekar.
Ich bin - Barbier, doch was für ein Barbier!
Freistatt der Welt, es läßt sich nicht beschreiben.
Ich bin Total-Universalgenie,
Verkannt im Leben, doch berühmt in Zukunft,
Ich bin Gesamtmensch, bin Barbier der Nachwelt.

KALIF
Du toller Kauz! 
Und du bestiehlst die Mitwelt?

ABUL
O Perle des Kalifentums! Nicht also:
In dieser Kiste liegt mein Freund ermordet.
Des Kadis Tochter, ach! hat ihn geliebt -
Der Vater aber, o! hat - ihn - entleibt!

CHOR
Weh! Mustapha!

KALIF
Die Wahrheit kann nicht lang verborgen bleiben,
Schliess auf die Kiste, Kadi, zeig' den Inhalt.

KADI
Wo hab' ich doch den Schlüssel? He! Margiana!
Bostana! Eilig, schleißest auf die Kiste! Eilig!

(Auf Abuls Wink von Abul bringen die Diener 
Nureddins die Kiste wieder in die rechte 
Stellung, genau auf ihren ersten Platz zurück) 

Zehnter Auftritt 

KADI
(zu Margiana)
Zeig' deinen Schatz, mein Kind, daß glänzend er
Die Wahrheit allen Augen offenbare.

MARGIANA
(zögernd)
Mein Herr und Vater -

KADI
Augenblicks gehorche!

(Margiana gibt Bostana einen Wink; diese geht 
zur Kiste, um aufzuschließen) 

CHOR
Wie wird sich's wenden? 
Wer hat recht von beiden?

KADI
Nun überzeugt euch - seht der Tochter Schatz!

ABUL
(zieht den ohnmächtig gewordenen Nureddin aus 
der Kiste in die Höhe und lehnt ihn an den Rand 
so daß er sichtbar bleibt)
Ja, sieh der Tochter Schatz,
Den ihr dein Stahl stahl!

ALLE
Ha!

KADI
(bleibt, als er Nureddin erblickte, wie vor Schrecken 
versteinert stehen)
He, Mustapha! Freund Mustapha, wach auf!
Was schläfst du auch, was machst du auch für Streiche?
Hoch schön am Himmel geht der Sonne Lauf.
Aus Träumen raffe dich, der Alpdruck weiche!
O Mustapha! Freund Mustapha, wach auf!

KALIF
O Mustapha! Ein Licht geht mir nun auf,
Es spielte hier die Liebe ihre Streiche!
Sie, die allmächtig lenkend ihren Lauf,
Mich selber Sklaven nennt in ihrem Reiche.
O Mustapha! Nun geht ein Licht mir auf!

ABUL
O Nureddin! Kein Ruf mehr weckt dich auf.
Beschlossen war's im hohen Sternenreiche;
Kein ird'scher Mund beschwört der Sterne Lauf,
Morgens rasiert - und abends eine Leiche!
O Nureddin, dich weckt kein Ruf mehr auf!

MARGIANA, BOSTANA
(eilen zur Kiste und singen zu beiden Seiten 
derselben zu Nureddin)
O Nureddin, geliebter / verliebter Nureddin wach auf!
Daß von dem Vater der Verdacht entweiche;
Du schlummerst nur, dich wecket süße Liebe auf
Und macht zum Herrscher dich in ihrem Reiche.
O Nureddin, geliebter / verliebter Freund wach auf!

CHOR
Weh Mustapha! Die Rache steigt herauf!

KALIF
(zu Abul)
So zeig einmal, du Prahler, deine Künste,
Ob du, ein Arzt, ihm Leben wieder gibst.

FRAUEN
Ach, kein Barbier weckt Tote wieder auf!

ABUL
(entfernt alle Umstehenden von der Kiste, umschreitet 
dieselbe feierlich und beugt sich über Nureddin, ihm 
ins Ohr singend, klopft ihm auf die Schulter)
Laß dir zu Füßen wonnesam mich liegen, o Margiana!

(Nureddin bleibt regungslos. Abul zupft 
ihn an Nase und Ohr, nimmt dann die Rose, 
die Nureddin von Margiana erhalten hat 
und noch immer in der Hand hält, und läßt 
ihn daran riechen) 

An deine Hand die Lippe trunken schmiegen, 
o Margiana!

NUREDDIN
(regt sich und erwacht, noch wie träumend)
Wonnen der Liebe -

ABUL
Bunte Sommerfalter,
Lasse sie kosend um die Stirn' uns fliegen.

ALLE
Habt ihr gehört, er sprach!. - Ja, er sprach!
Seht, er erhebt sich, er lebt!

(Nureddin wird von Abul emporgerichtet, sein 
erster Blick fällt auf Margiana) 

NUREDDIN
O Margiana!

ABUL, NUREDDIN
Die Welt versinkt, es leuchten hell 
des goldnen Äthers Wogen.
Wir sind empor zum Eden schon gestiegen,
O Margiana!"

(Abul führt Nureddin zu Margiana, zu deren 
Füßen er niederkniet) 

KADI
(mit wachsendem Erstaunen die Gruppe 
der Liebenden erblickend)
He, Mustapha! He, Mustapha, wach auf!

KALIF
(zum Kadi, auf die Liebenden zeigend)
Du sagtest es ja selbst und schwurst darauf:
Es ist ihr Schatz! Laß ihn ihr eigen sein!

KADI
(zu Margiana die Hände der Liebenden 
zusammenfügend)
So nimm ihn hin - er sei auf ewig dein!

CHOR
Heil sei der Schönen,
Die den Schatz verborgen in Liebessorgen,
Ihn bis zum Feste verschloß aufs beste.
Mag er schön sie nun schmücken,
Wonniglich beglücken!

KALIF
(zu den Bewaffneten, auf Abul zeigend)
Ergreift den Alten - und verwahrt ihn wohl!

ABUL
Herr, übe Gnade; gnädig sind die Sterne!

KALIF
(zu Abul)
Sei ohne Furcht, sie bringen dich zu mir,
Daß deine Künste du vor mir erprobest
Und deines Lebens Märchen mir erzählest.

(zu den übrigen) 

Ihr aber, friedlich geht nun eures Wegs,
Bis ich zur Hochzeit dieses Paars euch lade,
Weil ihr ja doch einmal so freundlich wart,
Uneingeladen heut' euch einzufinden.

ABUL
(zu dem Kalifen gewendet, mit den andern 
abwechselnd)
Heil diesem Hause, denn du tratst ein:
Salam aleikum!
Heil deiner Gegenwart leuchtendem Schein.
Salam aleikum!
Sieh deine Sklaven, die dir sich weihn,
Salam aleikum!
Laß unser Angesicht weiß vor dir sein,
Salam aleikum!
Möge dein Wohl stets blühend gedeih'n,
Salam aleikum!
Stets möge Allah dir Sieg verleihn,
Salam aleikum!
Nie sei geringer der Schatten dein,
Salam aleikum!
Leb' in dein tausendstes Jahr hinein,
Salam aleikum!

ALLE
Salam aleikum!

(Während der Kalif sich zum Abgehen wendet, 
fällt der Vorhang)



SEGUNDO ACTO 


 (Lujosa alcoba en la casa del Cadí Baba 
Mustafá. Al fondo una gran fuente. A la 
izquierda, una puerta secreta; a la 
derecha, un armario cubierto con 
cortinas. A la izquierda, una otomana 
y un reclinatorio junto a una mesa 
adornada con flores. A la derecha, una 
ventana, y junto a ésta una puerta lateral.) 

Primera Escena 

MARGIANA
(entrando por la puerta de la izquierda)
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, dueño de mi pecho!
¡Cómo me transportaré al verle!
¡Detén, oh corazón, tu palpitar dichoso,
o moriré de arrobo!
Al que nunca me atreví a mirar,
al vislumbrado en mis tiernos sueños,
llegará pronto a esta alcoba,
bello, amable, dulce y tierno...
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, momento dichoso!

BOSTANA
(entrando por la puerta central)
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, placer gozoso!
¡Cómo se transportará al verte!
¡Cómo su corazón quedará ligado a tu pecho!
¡Cómo se consumirá de dicha y ardorosa delicia,
pues desde que te vio aquella única vez,
sólo te ha contemplado en sus placenteros sueños!
Pronto llegará él aquí y, en esta alcoba,
te tomará como su divina novia.
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, momento dichoso!

EL CADÍ
(entra corriendo por la puerta central, con 
una carta y una llave en la mano)
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, placer gozoso!
¡Cómo te transportarás al verle!
¡Cómo su corazón quedará ligado a tu pecho!
¡Cómo se consumirá de dicha y ardorosa delicia!
Un tesoro como jamás hayas podido imaginar,
ni siquiera en tus más placenteros sueños.
Ya traen aquí, a esta alcoba,
la ofrenda que te hace mi amigo Selim.
¡Él vendrá!... ¡Vendrá! ¡Oh, momento dichoso!

(Se abre la puerta y cuatro criados entran 
con una lujoso cofre, lo colocan al lado de 
la ventana frente a la mesa y vuelven a
marcharse) 

¡Qué extraordinaria y feliz noticia, hija mía!
Mi amigo de juventud y compañero de juegos,
el dignísimo Selim, te pide como esposa.
Pronto llegará de Damasco para buscarte.
Este cofre, repleto de obsequios y joyas,
te lo envía como regalo de boda. 

MARGIANA
Tus deseos, señor y padre, son los míos.
Tu sumisa hija, te lo agradece.

(a Bostana, en voz baja)

¿Le dijiste que el premio a su constancia
serán las delicias del amor?

BOSTANA
(a Margiana, en voz baja)
Se lo dije todo. Él se muere de amor por ti
y se consume de ansia mientras llega la hora.

EL CADÍ
¡Anillos, aros, pulseras!...
¡De diamantes y esmeraldas!

MARGIANA
(al Cadí)
¡Qué rubíes! ¡Ay, rojos como mis mejillas!

(para sí)

¡Pronto llegará él aquí, trayéndome amor!

BOSTANA
(a Margiana, en voz baja)
Que se quede el viejo Selim con sus regalos,
pues no hay mejor tesoro que un joven amante.

MARGIANA
(para sí)
No hay sufrimiento 
que el dulce amor no pueda curar.
¡Ven, que acabe mi dolor,
dulce tesoro mío!

BOSTANA
(a Margiana, en voz baja)
Él ya está a la espera 
y no se moverá una pulgada
hasta que tú le mandes llamar.
¡Sí, tu tesoro amado!

EL CADÍ
(para sí)
¡Qué destellos produce
el aderezo de diamantes!
¡Me deja casi ciego!
¡Oh, qué tesoro!

LOS ALMUÉDANOS
(fuera de escena. El primero(bajo) 
inmediatamente tras el decorado, es 
decir, como desde una mezquita cercana;
el segundo (tenor), un poco más lejos; 
el tercero (tenor), lo más lejos posible)
¡Alá es grande y Mahoma su profeta!
¡Venid, creyentes, para la oración!

MARGIANA, BOSTANA, CADÍ
¡Alá es grande y Mahoma su profeta!
¡Vayamos todos los creyentes a la oración!

MARGIANA
El piadoso Cadí se marcha ¡Ven, tesoro mío!

BOSTANA
El piadoso Cadí se marcha... ¡Voy a por el tesoro!

EL CADÍ
¡Qué bello tesoro!... ¡Corro a la oración!

(Lanza una mirada amorosa al cofre, 
con un gesto se despide de su hija, que 
se inclina, y sale. Bostana sale, tan pronto 
como Cadí se va, por la puerta secreta. 
Margiana permanece mirando por la 
ventana; se da la vuelta y se sienta junto 
a la mesa. Tras unos instantes, Bostana 
entra con Nureddín y se retira)

Segunda Escena 

NUREDDÍN
¡Oh, sagrado rostro de belleza angelical!
En mis sueños, cuando te encontraba,
mi arrobado corazón te murmuraba 
dulces palabras de embriagadora armonía.
Sin embrago, ahora, mis sueños, 
mis pensamientos y palabras,
huyen ante tu visión celestial.
Me invade una paz dichosa
y sólo puedo encontrar una palabra.
Sólo puedo decir: ¡te amo!

MARGIANA
Tenía pensado mil saludos para recibirte,
para consagrarte,
entre pasiones y delicias,
como al mensajero del divino amor.
Pero apareces, y ¡ay!, 
las flores se inclinan trémulas y humildes.

(coge una rosa)

Esta rosa, atrevida, hablará por mí,
revelándote mi más íntimo secreto.
Aunque todas sus hermanas callen, 
esta rosa dice: ¡te amo!

(le entrega la rosa) 

NUREDDÍN, MARGIANA
¡Que no se escuche otra palabra,
salvo la que pronunció la rosa!
¡Que no se oiga ninguna canción 
salvo la que llega armoniosa de los sueños!
Y cuando el sueño de la vida se apague,
y cuando palidezca el fuego de la rosa,
se escuchará eternamente en el Paraíso,
donde, entre guirnaldas de rosas,
permaneceremos unidos por el sueño eterno,
una sola palabra: ¡te amo!

ABDUL
(asomando por la ventana)
¡Oh, Nureddín, disfruta y sé dichoso!
No temas, pues bajo esta ventana vigila tu
¡Abdul Hasán Alí Ebn Bekar!

Tercera Escena

BOSTANA
(entra corriendo)
¡Abdul Hasán Alí Ebn Bekar!

NUREDDÍN
¿Cómo?... ¡Abdul Hasán Alí Ebn Bekar!

BOSTANA
Ese mamarracho está cantando bajo la ventana,
los gozos del amor... ¡y pronuncia tu nombre! 

NUREDDÍN
¡Maldito liante!... ¡Lo estrangularé!... 

BOSTANA
¡Voy a vigilar la llegada del Cadí!...
No os apuréis, que aún no es la hora.

(sale) 

Cuarta Escena 

(Nureddín y Margiana comprueban angustiados 
que no se oye ningún ruido. Todo continúa en 
silencio. Margiana se sienta junto a la mesa y 
Nureddín se arrodilla junto a ella)

NUREDDÍN
¡Que el bullicio del ajetreado mundo calle 
ante las deliciosas palabras del amor! 

ABDUL
(bajo la ventana, fuera de escena)
Déjame yacer felizmente a tus pies, ¡oh, Margiana!

MARGIANA
¡Para que ningún oído ajeno las mancille,
suenen ellas en lo más profundo del pecho!

ABDUL
Permite que las dulzuras del amor,
ligeras y multicolores cual mariposas,
acaricien mi rostro,
¡oh, Margiana!

NUREDDÍN
Permite que lo diga el rayo de tu mirada.
¡Que hablen esos maravillosos ojos negros!

ABDUL
Aunque el mundo se hunda y
las ondas doradas del cosmos desaparezcan...

MARGIANA
¿Acaso mi corazón no te habla
con dulces pálpitos amorosos?

NUREDDÍN
Sólo podrá elevarme arriba, al cielo,
¡un beso!...

MARGIANA
¡Te amo!

ABDUL
¡Nosotros ya viviremos en el Paraíso!

NUREDDÍN
Sólo podrá elevarme arriba, al cielo,
¡un beso!...

(se besan)

ABDUL
¡Oh, Margiana!

LA VOZ DE UN ESCLAVO
(fuera de escena, en el interior de la casa)
¡Ay! ¡Ay! ¡Ay!

Quinta Escena 

BOSTANA
(entrando apresuradamente)
No perdáis la calma, pero el Cadí ha vuelto
y a un esclavo que torpemente
ha hecho añicos una bella cántara,
le está dando una buena tunda de bastonazos.

VOZ DEL ESCLAVO
¡Ay! ¡Ay! ¡Ay! ¡Ay!

ABDUL
(fuera de escena, creyendo que pegan a Nureddín)
¡Ay de mí! ¡Están matando a mi amigo!
¡Cadí, malvado! ¡Asesino!
¡Aquí!... ¡Venid aquí!... ¡Ayudad, gente!...

MARGIANA
¡Ay, la gente acude alrededor de la casa!

BOSTANA
¿Qué está haciendo ese viejo loco?

NUREDDÍN
¡Sea tres veces maldito! ¡Barbero de Satanás!

VOCES
(desde la ventana, fuera de escena)
¡Cadí, malvado!... ¡Asesino!... ¡Ay de ti! ¡Asesino!

ABDUL
¡Asesino!

VOZ DE ESCLAVO
¡Ay!

BOSTANA
(a Nureddín)
¡Ya no podrás pasar inadvertido!

MARGIANA
Bostana, ¡si mi padre lo encuentra aquí!...

NUREDDÍN
¿No hay ningún lugar donde esconderme?

BOSTANA
¡Aquí!... ¡El cofre!... ¡Tiene aún puesta la llave!
¡Margiana, corre, saquemos todos los tesoros!

(inmediatamente empiezan a vaciar el cofre)

¡El cofre te ocultará hasta que amaine la tormenta!

(Las dos sacan aprisa todos los 
presentes y los ocultan en un armario. 
Durante la escena siguiente, Nureddín 
permanecerá escondido dentro del cofre. 
Bostana echa la llave, se la guarda y 
empuja a Margiana a la habitación 
contigua. Se queda sola en la escena. 
Ruido creciente y confuso detrás del 
escenario)

Sexta Escena 

(Entra Abdul, acompañado por cuatro criados 
de Nureddín armados con bastones)

ABDUL
(se precipitan sobre Bostana)
¿Dónde está?... ¡Desdichada, habla! 
¿Dónde habéis escondido el cadáver?

BOSTANA
¡Loco! ¡No grites nada de asesinato! ¡Habla bajo!
¿Es que quieres traernos a todos la desgracia?
Lo he escondido aquí... en el cofre...
¡Rápido, sácalo antes de que el Cadí venga!

(corre a la habitación contigua) 

Séptima Escena 

ABDUL
(va hacia el cofre con grandes lamentos)
¡Desgraciado amigo! ¿Tenías que acabar así?
¡Antes que pudiera liberarte la mano celestial!
¡Malditos sean tres veces Marte y Mercurio!
¡Ojalá choquéis contra los astros y desaparezcáis!

(levantándose, a los criados) 

¡Cogedlo, aprisa!... ¡Sacad fuera el cofre!

(los criados cogen el cofre y se disponen a salir) 

EL CADÍ
(entra presuroso)
¿Adónde os lleváis el cofre? ¡Bellacos!
¿Es que mi casa está infectada de ladrones?

ABDUL
¡Malvado Cadí!... ¡Asesino de mi amigo!
¡Ante el Califa nos volveremos a ver!

EL CADÍ
¡Me tomas por tonto o loco, y quieres 
confundirme para robar mi magnífico tesoro!

ABDUL
¡Juez corrupto y vengativo!
¡Jueces más altos te habrán de juzgar!

EL CADÍ
¡Dejad el cofre!

ABDUL
¡Llevadlo fuera!

EL CADÍ
¡Es el tesoro de mi hija!

ABDUL
¡A ella se lo has robado tú!

EL CADÍ
¡Socorro!... ¡Ladrones!...

ABDUL
¡Asesino!... ¡Auxilio!... ¡Eh!

EL CADÍ
¡Haré que os ahorquen!

ABDUL
¡Sí, cuando tú estés empalado!

Octava Escena 

EL CADÍ
Ladrones canallas, 
que en pleno día saqueáis mi casa.
¡Ninguno de vosotros puede esperar gracia!
¡Estáis condenados!

ABDUL ,CRIADOS DE NUREDDÍN
Cadí corrupto, que públicamente
has asesinado en tu casa a un amigo,
¡Asesino! ¡No esperes clemencia!
¡Estás condenado!

VECINOS DEL CADÍ
(entran al oír el escándalo)
¡Qué bajo ha caído tu casa,
amigo Mustafá!
El pueblo se agolpa en la puerta...
¿Qué sucederá?

PLAÑIDERAS
(vestidas con túnicas blancas y 
pañuelos negros)
¡Vestíos de luto,
pues un asesinato ha ocurrido en esta casa!
¡Los diques de las lágrimas se han abierto!
¡Se han derrumbado!
¡Ay, oh, dolor, oh, dolor, oh, dolor!

VECINOS DE BAGDAD
(entrando)
¿Dónde está la víctima del acero?
¡Maldita sea esta casa!
¡No habrá clemencia para el asesino!
¡Arrastradlo fuera!

EL CADÍ
Pero ¿es que mi hogar
es un manicomio lleno de locos?
El cielo me ha dado la espalda.
¡Estoy condenado!

ABDUL
¡Traed martillos! 
¡Romped el cofre y sacad al difunto!
El Cadí lo ha asesinado con su espada.
¡Está condenado!

EL CADÍ Y SUS AMIGOS
Ladrones canallas, 
que en pleno día saqueáis esta casa.
¡Ninguno de vosotros puede esperar gracia!
¡Estáis condenados!

ABDUL, CRIADOS DE NUREDDÍN,
PLAÑIDERAS, VECINOS DE BAGDAD
Cadí corrupto, que públicamente
has asesinado en tu casa a un amigo.
¡Asesino! ¡No esperes clemencia!
¡Estás condenado!

(total y absoluta barahúnda alrededor 
del cofre. Los criados de Nureddín quieren
llevárselo, pero los demás se lo impiden, 
lo zarandean y lo vuelcan. El Cadí y sus 
amigos quieren arrastrarlo y, en el tira y 
afloja, le dan la vuelta quedando la tapa 
boca abajo. Cuatro guardias armados y
lujosamente uniformados entran y a 
empujones logran separar a los contendientes 
y alejarlos del cofre, que queda en el centro 
del escenario)

Novena Escena

LOS CUATRO GUARDIAS
¡Abrid paso al Califa!

(Entra el Califa con su séquito. Parece joven y 
avanza majestuoso hasta el centro de la escena. 
Su séquito y los cuatro guardias se sitúan en el 
centro. En el lateral de la ventana está Abdul con 
los criados de Nureddín; en el lateral de la 
mesa, el Cadí y sus amigos. Las plañideras y los 
vecinos de Bagdad quedan entre ambos grupos)

EL CALIFA
Habla, Cadí, tú eres el amo de esta casa.
Te conozco y sé que eres hombre de ley.
¿Cómo estalló esta enorme tormenta 
cuyos truenos han llegado hasta mis oídos?

EL CADÍ
¡Señor! Este demonio dice que soy un asesino.
Con su banda de asaltacaminos entró en mi casa,
en pleno día, para robar el tesoro de mi hija.
Todo Bagdad ha acudido aquí al oír el estruendo.
¡Por suerte, has venido tú, oh señor, 
para que cual sol, 
ilumines con tu luz este caos!

EL CALIFA
(a Abdul)
¡Viejo bribón!... ¡Habla!... ¡Defiéndete!...

ABDUL
¡Sol del Universo! No, yo no soy ningún bribón...
mis hermanos sí lo eran... pero por amor.
El mayor, Bakbak, y después Bakbarah,
el tercero, Bukbuk, y el cuarto, Alkuz;
luego Almashar, el sexto, Schakkabak...
Pero yo, oh señor, el más pequeño de los siete,
soy íntegro y pacífico... ¡incluso en el amor!
¡Oh!

EL CALIFA
¿Cómo te llamas?... ¿A qué te dedicas?...

ABDUL
Mi nombre es Abdul Hasán Alí Ebn Bekar.
¡Soy barbero... pero no un barbero cualquiera!
¡Mi indescriptible ciencia, ilumina al mundo!
Soy un genio integral y universal,
desconocido para mis contemporáneos, 
pero admirado por las generaciones venideras.
¡Soy el hombre total, soy el barbero del futuro!

EL CALIFA
¡Loco excéntrico! 
¿Y cómo siendo todo eso, te dedicas a robar?

ABDUL
¡No, sublime perla del califato, no es así!
En este cofre, yace asesinado un amigo.
La hija del Cadí, ¡ay! le amaba...
Pero el padre, ¡oh, le... ha... matado!

CORO
¡Pobre, Mustafá!

EL CALIFA
Pues no hay nada más fácil de comprobar...
Cadí, ¡abre el arca y muestra qué contiene!

EL CADÍ
¿Dónde he puesto la llave?... ¡Eh, Margiana!
¡Bostana!... ¡Aprisa, abrid el cofre!... ¡Deprisa!

(A una indicación de Abdul, los criados de 
Nureddín vuelven a colocar el cofre exactamente 
en el lugar donde estaba en un principio) 

Escena Décima 

EL CADÍ
(a Margiana)
Hija mía, enséñanos tu tesoro, 
para que su resplandor nos ilumine a todos.

MARGIANA
(titubeando)
¿Mi tesoro, padre?...

EL CADÍ
¡Obedece inmediatamente!

(a una indicación de Margiana, Bostana va 
hasta el cofre, para abrirlo)

CORO
¿Qué va a suceder? 
¿Cuál de ellos dos tendrá razón?

EL CADÍ
Y ahora comprobad... ¡Ved el tesoro de mi hija!

ABDUL
(saca del cofre a Nureddín, que se ha desmayado, 
de manera que permanece visible de cintura para 
arriba)
¡Sí, mira el tesoro de tu hija,
que tu acero le robó!

TODOS
¡Ah!

EL CADÍ
(al ver a Nureddín, queda completamente
petrificado de sorpresa)
¡Eh, Mustafá! ¡Amigo Mustafá, despierta!
¿Por qué te haces el dormido?...
¡Por todos los astros del firmamento, 
libérate de los brazos del sueño!
¡Oh, Mustafá! ¡Amigo Mustafá, despierta!

EL CALIFA
¡Oh, Mustafá, ahora todo queda claro!
El amor todopoderoso, que a todos gobierna
y que incluso a mí mismo me llama su esclavo,
te ha jugado una de las suyas...
¡Oh, Mustafá! ¡Ahora se hace la luz para mí!

ABDUL
¡Oh, Nureddín! Los astros han decretado 
que jamás una llamada a la oración te despierte,
que ninguna boca te bese bajo las estrellas.
¡Por la mañana, afeitado... 
y por la tarde, muerto!

MARGIANA, BOSTANA
(corren hacia el cofre y se sitúan a ambos 
lados del mismo)
¡Oh, Nureddín, amado/enamorado, despierta!
¡Que se aclare este mal entendido!
Sólo estás dormido y el dulce amor te despertará
haciéndote soberano de su reino.
¡Oh Nureddín, amado/enamorado, despierta!

CORO
¡Ay, Mustafá! ¡El cielo reclama venganza!

EL CALIFA
(a Abdul)
Bocazas, aquí tienes una ocasión de oro para 
demostrarnos tus artes: ¡devuélvelo a la vida!

CORO DE MUJERES
¡Ningún barbero resucitó jamás a un muerto!

ABDUL
(aleja a todos del cofre y se inclina sobre
Nureddín, susurrándole al oído, mientras 
le golpea en el hombro)
Déjame yacer felizmente a tus pies, ¡oh, Margiana!

(Nureddín permanece inmóvil. Abdul le tira 
de la nariz y las orejas; le da a oler un frasco. 
Nureddín no se mueve. Se percata de la rosa 
que Margiana le dio, y que aún tiene en la mano, 
y hace que la huela) 

Posar, embriagado, mis labios en tu mano,
¡oh, Margiana!

NUREDDÍN
(se mueve pero sigue dormido)
Permite que las dulzuras del amor...

ABDUL
...ligeras y multicolores cual mariposas,
acaricien mi rostro.

CORO
Oís... ¡Está hablando!... ¡Sí, habla!
¡Mirad! ...¡Se mueve... está vivo!

(Abdul lo ayuda a incorporarse y su primera 
mirada recae sobre Margiana) 

NUREDDÍN
¡Oh, Margiana!

ABDUL, NUREDDÍN
Aunque el mundo se hunda y
las ondas doradas del cosmos desaparezcan,
nosotros ya viviremos en el paraíso,
¡oh, Margiana!

(Nureddín, ayudado por Abdul, llega junto a 
Margiana cayendo a sus pies) 

EL CADÍ
(mirando con creciente asombro a 
la pareja de amantes)
¡Eh, Mustafá! ¡Eh, Mustafá, despierta!

EL CALIFA
(al Cadí, señalando a los amantes)
Tú mismo lo has dicho y jurado: ¡su tesoro!...
¡Permite que efectivamente así lo sea!

EL CADÍ
(a Margiana, uniendo las manos de los 
dos amantes)
Es tuyo... ¡sed felices eternamente!

CORO
¡El amor era su tesoro!
Lo escondió con íntimo celo
hasta que llegó la ocasión feliz.
¡Ojalá que sea digno de ella 
y la haga dichosa por siempre!

EL CALIFA
(a los guardias, señalando a Abdul)
¡El viejo!... ¡Arrestad al viejo!

ABDUL
Señor, que tu clemencia, infinita como las estrellas...

EL CALIFA
(a Abdul)
No temas. Vendrás conmigo,
para que me maravilles con tus artes
y me narres historias de tiempos pasados.

(a los demás) 

Vosotros, continuad en paz con vuestras tareas,
hasta que se celebre la boda de esta pareja.
El Cadí se sentirá muy honrado de agasajar
a los que, sin ser invitados, habéis acudido hoy.

ABDUL
(al Califa, inclinándose cada vez que 
pronuncia una frase)
¡Bienaventurada la casa que pisen tus sandalias!
¡Salam aleikum! (La paz sea contigo)
¡Sea eterno tu poder sobre todos los creyentes!
¡Salam aleikum!
¡Sé, entre todos, el preferido de Alá!
¡Salam aleikum!
¡Permítenos gozar por siempre de tu radiante faz!
¡Salam aleikum!
¡Que tu reino florezca eternamente!
¡Salam aleikum!
¡Quiera Alá otorgarte la victoria!
¡Salam aleikum!
¡Que tu sombra crezca ininterrumpidamente!
¡Salam aleikum!
¡Mil años de vida te conceda Alá!
¡Salam aleikum!

TODOS
¡Salam aleikum!

(Mientras el Califa se da la vuelta para salir, 
cae el telón)



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Simón Nevado 2004