MIRTOS Op.25 (1840)

(Myrten)

Música de Robert Alexander Schumann (1810 - 1856)

Letra de Varios Autores

 

1 Widmung 
Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn', o du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab.

Du bist die Ruh, du bist der Frieden,
Du bist vom Himmel mir beschieden.
Daß du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein besser Ich!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866)


2 Freisinn 
Laßt mich nur auf meinem Sattel gelten!
Bleibt in euren Hütten, euren Zelten!
Und ich reite froh in alle Ferne,
Über meiner Mütze nur die Sterne.

Er hat euch die Gestirne gesetzt
Als Leiter zu Land und See;
Damit ihr euch daran ergötzt,
Stets blickend in die Höh.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


3 Der Nußbaum 
Es grünet ein Nußbaum vor dem Haus,
Duftig, luftig breitet er blättrig die Blätter aus.

Viel liebliche Blüten stehen dran;
Linde Winde kommen, sie herzlich zu umfahn.
Es flüstern je zwei zu zwei gepaart,
Neigend, beugend zierlich zum Kusse die Hauptchen zart.

Sie flüstern von einem Mägdlein,
Das dächte die Nächte und Tage lang,
Wußte, ach! selber nicht was.

Sie flüstern - wer mag verstehn so gar leise Weis'? -
Flüstern von Bräut'gam und nächstem Jahr.

Das Mägdlein horchet, es rauscht im Baum;
Sehnend, wähnend sinkt es lächelnd in Schlaf und Traum.

(Julius Mosen 1803 - 1867) 


4 Jemand 
Mein Herz ist betrübt, ich sag' es nicht,
mein Herz ist betrübt um jemand;
ich könnte wachen die längste Nacht,
und immer träumen von jemand.
O Wonne! Von jemand; o Himmel! Von jemand;
durchstreifen könnt' ich die ganze Welt, 
aus Liebe zu jemand.

Ihr Mächte, die ihr der Liebe hold,
o lächelt freundlich auf jemand!
Beschirmet ihn, wo Gefahren droh'n;
gebt sicher Geleite dem jemand!
O Wonne! dem jemand; o Himmel! dem jemand;
Ich wollt', ich wollte, was wollt' ich nicht
für meinen jemand!

(Wilhelm Gerhard)


5 Sitz' ich allein 
Sitz' ich allein,
Wo kann ich besser sein?
Meinen Wein
Trink ich allein;
Niemand setzt mir Schranken,
Ich hab' so meine eignen Gedanken.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


6 Setze mir nicht, du Grobian 
Setze mir nicht, du Grobian,
Mir den Krug so derb vor die Nase!
Wer mir Wein bringt, sehe mich freundlich an,
Sonst trübt sich der Eilfer im Glase.

Du lieblicher Knabe, du komm herein,
Was stehst du denn da auf der Schwelle?
Du sollst mir künftig der Schenke sein,
Jeder Wein ist schmackhaft und helle.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


7 Die Lotusblume 
Die Lotusblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle
Er weckt sie mit seinem Licht,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht,

Sie blüht und glüht und leuchtet
Und starret stumm in die Höh';
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh.

(Heinrich Heine 1797 - 1856) 


8 Talismane
Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Okzident!
Nord und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände.

Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sei von seinen hundert Namen
Dieser hochgelobet! Amen.

Mich verwirren will das Irren;
Doch du weißt mich zu entwirren,
Wenn ich wandle, wenn ich dichte,
Gib du meinem Weg die Richte!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832) 


9 Lied der Suleika
Wie mit innigstem Behagen,
Lied, empfind' ich deinen Sinn,
Liebevoll du scheinst zu sagen,
Daß ich ihm zur Seite bin;

Daß er ewig mein gedenket,
Seiner Liebe Seligkeit,
Immerdar der Fernen schenket,
Die ein Leben ihm geweiht.

Ja, mein Herz es ist der Spiegel,
Freund, worin du dich erblickst,
Diese Brust, wo deine Siegel
Kuß auf Kuß hereingedrückt.

Süßes Dichten, lauter Wahrheit,
Fesselt mich in Sympathie,
Rein verkörpert Liebesklarheit
Im Gewand der Poesie!

(Marianne von Willemer 1784 - 1860) 


10 Die Hochländer - Witwe 
Ich bin gekommen ins Niederland,
o weh!
So ausgeplündert haben sie mich,
daß ich vor Hunger vergeh!

So war's in meinem Hochland nicht;
o weh!
Ein hochbeglückter Weib, als ich,
war nicht auf Tal und Höh!

Denn damals hatt' ich zwanzig Küh';
o weh!
Die gaben Milch und Butter mir,
und weideten im Klee.

Und sechzig Schafe hatt' ich dort;
o weh!
Die wärmten mich mit weichem Fließ
bei Frost und Winterschnee.

Es konnte kein' im ganzen Clan
sich größern Glückes freu'n;
denn Donald war der schönste Mann,
und Donald, der war mein!

So blieb's, so blieb's, bis Charlie Stuart kam,
Alt - Schottland zu befrei'n;
da mußte Donald seinen Arm ihm
und dem Lande leih'n.

Was sie befiel, wer weiß es nicht?
Dem Unrecht wich das Recht,
und auf Cullodens blut'gem Feld
erlagen Herr und Knecht.

O! Daß ich kam ins Niederland!
o weh!
Nun gibt's kein unglücksel'ger Weib
vom Hochland bis zur See!

(Wilhelm Gerhard)


11 Lied der Braut I
Mutter, Mutter glaube nicht,
weil ich ihn lieb' all so sehr,
daß nun Liebe mir gebricht,
dich zu lieben, wie vorher.

Mutter, Mutter! seit ich ihn liebe
lieb' ich erst dich sehr.
Laß mich an mein Herz dich zieh'n,
und dich küssen, wie mich er!

Mutter, Mutter! seit ich ihn liebe,
lieb' ich erst dich ganz,
daß du mir das Sein verlieh'n,
das mir ward zu solchem Glanz.

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 


12 Lied der Braut II 
Laß mich ihm am Busen hangen,
Mutter, Mutter! laß das Bangen.
Frage nicht: wie soll sich's wenden?
Frage nicht: wie soll das enden?
Enden? Enden soll sich's nie,
wenden? noch nicht weiß ich, wie!
Laß mich ihm am Busen hangen, laß mich!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 


13 Hochländers Abschied 
Mein Herz ist im Hochland,
Mein Herz ist nicht hier;
Mein Herz ist im Hochland
Im Waldes Revier;

Dort jagt es den Hirsch
Und verfolget das Reh;
Mein Herz ist im Hochland,
Wohin ich auch geh!

Leb' wohl, mein Hochland,
Mein heimischer Ort!
Die Wiege der Freiheit,
Des Mutes ist dort.

Wohin ich auch wandre,
Wo immer ich bin:
Auf die Berg', auf die Berge
Zieht es mich hin.

Lebt wohl, ihr Berge,
Bedecket mit Schnee!
Lebt wohl, ihr Täler,
Voll Blumen und Klee!

Lebt wohl, ihr Wälder,
Bemoostes Gestein,
Ihr stürzenden Bächlein
Im farbigen Schein!

(Wilhelm Gerhard)


14 Hochländisches Wiegenlied 
Schlafe, süßer, kleiner Donald,
Ebenbild des großen Ronald!
Wer ihm kleinen Dieb gebar,
weiß der edle Clan aufs Haar.

Schelm, hast Äuglein schwarz wie Kohlen!
Wenn du groß bist, stiehl ein Fohlen;
geh' die Eb'ne ab und zu,
bringe heim 'ne Carlisle Kuh!

Darfst in Niederland nicht fehlen;
dort, mein Bübchen, magst du stehlen;
stiehl dir Geld und stiehl dir Glück,
und ins Hochland komm zurück!

(Wilhelm Gerhard)


15 Mein Herz ist schwer 
Mein Herz ist schwer!
Auf! Von der Wand die Laute,
Nur sie allein mag ich noch hören,
Entlocke mit geschickter Hand
Ihr Töne, die das Herz betören.

Kann noch mein Herz ein Hoffen nähren,
Es zaubert diese Töne her,
Und birgt mein trocknes Auge Zähren,
Sie fließen, und mich brennt's nicht mehr!

Nur tief sei, wild der Töne Fluß,
Und von der Freude weggekehret!
Ja, Sänger, daß ich weinen muß,
Sonst wird das schwere Herz verzehret!

Denn sieh! Von Kummer ward's genähret,
Mit stummen Wachen trug es lang,
Und jetzt vom Äußersten belehret,
Da brech es oder heil im Sang.

(Karl Theodor Körner 1791 - 1813)


16 Rätsel 
Es flüstert's der Himmel, es murrt es die Hölle,
Nur schwach klingt's nach in des Echos Welle,
Und kommt es zur Fluth, so wird es stumm,
Auf den Höhn, da hörst du sein zwiefach Gesumm.

Das Schlachtengewühl liebt's, fliehet den Frieden,
Es ist nicht Männern noch Frauen beschieden,
Doch jeglichem Thier, nur mußt du's sezieren,
Nicht ist's in der Poesie zu erspüren,
Die Wissenschaft hat es, vor allem sie,
Die Gottesgelahrtheit und Philosophie.

Bei den Helden führt es den Vorsitz immer,
Doch mangelt's den Schwachen auch innerlich nimmer,
Es findet sich richtig in jedem Haus,
Denn ließe man's fehlen, so wär es aus.

In Griechenland klein, an des Tiber Borden
Ist's größer, am größten in Deutschland geworden.
Im Schatten birgt's sich, im Blümchen auch.
Du hauchst es täglich, es ist nur ein. 
Was ist's?


(Karl Friedrich Ludwig Kannegießer 1781 - 1861)


17 Venetianische Lied I
Leis' rudern hier,
mein Gondolier,
Leis', leis'!
Die Flut vom Ruder sprühn so leise.
Laß, daß sie uns nur
Vernimmt, zu der wir zieh'n!
O könnte, wie er schauen kann,
Der Himmel redentraun,
Er spräche vieles wohl von dem,
Was Nachts die Sterne schau'n!
Leis'!

Nun rasten hier,
Mein Gondolier,
Sacht, sacht!
Ins Boot die Ruder! sacht!
Auf zum Balkone schwing' ich mich,
doch du hältst unten Wacht,
O wollten halb so eifrig nur
dem Himmel wir uns weih'n,
als schöner Weiber Diensten trau'n,
wir könnten Engel sein! Sacht!

(Ferdinand Freiligrath 1810 - 1876)


18 Venetianische Lied II
Wenn durch die Piazetta
die Abendluft weht,
dann weißt du, Ninetta,
Wer wartend hier steht.
Du weißt, wer trotz Schleier 
und Maske dich kennt, 
Wie Amor die Venus
Am Nachtfirmament.

Ein Schifferkleid trag' ich
zur selbigen Zeit,
und zitternd dir sag' ich:
das Boot liegt bereit! 
O komm, wo den Mond
noch Wolken umzieh'n,
laß durch die Lagunen,
mein Leben, uns flieh'n!

(Ferdinand Freiligrath 1810 - 1876)


19. Hauptmanns Weib 
Hoch zu Pferd!
Stahl auf zartem Leibe,
Helm und Schwert
Ziemen Hauptmanns Weibe.

Tönet Trommelschlag
Unter Pulverdampf,
Siehst du blut'gen Tag
Und dein Lieb im Kampf.

Schlagen wir den Feind,
Küssest du den Gatten,
Wohnst mit ihm vereint
In des Friedens Schatten.

(Wilhelm Gerhard)


20 Weit, weit 
Wie kann ich froh und munter sein
und flink mich dreh'n bei meinem Leid?
Der schmucke Junge, der mich liebt,
ist über die Berge weit, weit!

Was kümmert mich des Winters Frost,
und ob es draußen stürmt und schneit?
Im Auge blinkt die Träne mir,
denk' ich an ihn, der weit, weit!

Er hat die Handschuh' mir geschenkt,
das bunte Tuch, das seid'ne Kleid;
doch er, dem ich's zur Ehre trag',
ist über die Berge weit, weit!

(Wilhelm Gerhard)


21. Was will die einsame Träne?
Was will die einsame Träne?
Sie trübt mir ja den Blick.
Sie blieb aus alten Zeiten
In meinem Auge zurück.

Sie hatte viel leuchtende Schwestern,
Die alle zerflossen sind,
Mit meinen Qualen und Freuden
Zerflossen in Nacht und Wind.

Wie Nebel sind auch zerflossen
Die blauen Sternelein,
Die mir jene Freuden und Qualen
Gelächelt ins Herz hinein.

Ach, meine Liebe selber
Zerfloß wie eitel Hauch!
Du alte, einsame Träne,
Zerfließe jetzunder auch!

(Heinrich Heine 1797 - 1856) 


22 Niemand 
Ich hab' mein Weib allein,
Und teil' es, traun, mit niemand;
Nicht Hahnrei will ich sein,
Zum Hahnrei mach' ich niemand.

Ein Säckchen Gold ist mein,
Doch dafür dank' ich niemand;
Nichts hab' ich zu verleihn,
Und borgen soll mir niemand.

Ich bin nicht andrer Herr,
Und untertänig niemand;
Doch meine Klinge sticht,
Ich fürchte mich vor niemand.

Ein lust'ger Kauz bin ich,
Kopfhängerisch mit niemand;
Schiert niemand sich um mich,
So scher' ich mich um niemand.

(Wilhelm Gerhard)


23. Im Westen 
Ich schau' über Forth hinüber nach Nord:
was helfen mir Nord und Hochlands Schnee?
Was Osten und Süd, wo die Sonne glüht,
das ferne Land und die wilde See?

Aus Westen winkt, wo die Sonne sinkt,
was mich im Schlummer und Traume beglückt;
im Westen wohnt, der mir Liebe lohnt,
mich und mein Kindlein ans Herz gedrückt.

(Wilhelm Gerhard)


24. Du bist wie eine Blume
Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau' dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt',
betend, daß Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.

(Heinrich Heine 1797 - 1856)


25. Aus den östlichen Rosen 
Ich sende einen Gruß wie Duft der Rosen,
Ich send' ihn an ein Rosenangesicht.
Ich sende einen Gruß wie Frühlingskosen,
Ich send' ihn an ein Aug voll Frühlingslicht.

Aus Schmerzenstürmen, die mein Herz durchtosen,
Send' ich den Hauch, dich unsanft rühr' er nicht!
Wenn du gedenkest an den Freudelosen,
So wird der Himmel meiner Nächte licht.

(Friedrich Rückert 1788 - 1866)


26. Zum Schluß 
Hier in diesen erdbeklommnen Lüften,
Wo die Wehmut taut,
Hab ich dir den unvollkommnen Kranz geflochten,
Schwester, Braut!

Wenn uns, droben aufgenommen,
Gottes Sohn entgegenschaut,
Wird die Liebe den vollkommnen Kranz uns flechten,
Schwester, Braut!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 
 


1 Dedicatoria
Tú, mi alma; tú, mi corazón;
tú, mi placer; ¡oh tú, mi dolor!
tú, el mundo en el cual vivo;
tú, mi cielo, del que me encuentro suspendido.
¡Oh tú, mi tumba, en cuyo interior 
entregaré mi pesar por siempre!

Tú eres el reposo, tú eres la paz,
tú me has sido deparado por el cielo.
Que tú me ames, me hace más valioso,
tu mirada me torna glorioso,
tú haces que me supere a mí mismo,
mi buen espíritu: ¡eres lo mejor que poseo!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866)


2 Espíritu Libre
¡Dejadme cabalgar sobre mi montura!
¡Quedaros en vuestras cabañas y chozas!
Cabalgaré alegre hacia el horizonte
y sobre mi casco, ¡sólo las estrellas!

Él os ha ofrecido las constelaciones
como guía en la tierra y en el mar.
Ellas continuamente os deleitan
al mirar hacia las alturas.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


3 El Nogal
Reverdece un nogal ante la casa,
fragante y aéreo extiende las frondosas ramas.

Está rodeado de flores delicadas
que las suaves brisas acarician dulcemente.
Graciosas, hablan unas con otras,
e inclinan al beso sus delicadas coronitas.

Murmuran acerca de una muchachita
que noche y día piensa, ¡ay!, 
pero ella misma no sabe bien en qué.

Susurran... ¿quién comprende tal melodía?
Hablan de un prometido... y del próximo año.

La muchachita escucha el susurro del árbol.
Anhelante, se sumerge sonriendo en sus sueños.

(Julius Mosen 1803 - 1867) 


4 Alguien
Mi corazón está triste, no me atrevo a decirlo,
mi corazón está triste por alguien.
Yo podría velar durante toda la larga noche
y siempre soñar con alguien.
¡Oh placer! Por alguien ¡Oh cielo! Por alguien.
Podría yo vagar a través de todo el mundo,
por amor a alguien.

Tus encantos, propicios al amor,
¡oh, sonríen gentilmente a alguien!
Protégelos cuando lo amenacen los peligros.
¡Otorga salvoconducto para alguien!
¡Oh placer! Por alguien ¡Oh cielo! Por alguien.
¡Yo quise no querer más para mí, 
a alguien!

(Wilhelm Gerhard)


5 Sentado Solo
Sentado solo
¿donde puedo estar mejor?
Mi vino,
lo tomo yo solo.
Nadie me pone coto,
me abandono a mis propios pensamientos.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


6 No me coloques, grosero
¡No me coloques, grosero, el jarro 
tan bruscamente ante la nariz!
Quien me dé vino, debe mirarme amistosamente,
de lo contrario, el vino se avinagra en el vaso.

¡Tú, amable joven, entra!
¿Qué haces parado ahí, ante el umbral?
Tú serás en lo sucesivo mi copero
y así cada vino será abocado y cristalino.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832)


7 La Flor del Loto
La flor del loto se oculta
ante el esplendor del sol
y con su cabeza inclinada
espera soñando a la noche.

La Luna, que es su amante,
la despierta con sus rayos
y amorosamente revela
su inocente rostro de flor.

Ella florece, resplandece y brilla
contemplando inmóvil las alturas.
Ella embriaga, llora y tiembla de amor 
y por penas de amor.

(Heinrich Heine 1797 - 1856) 


8 Talismán
¡De Dios es el oriente!
¡De Dios es el occidente!
El norte y las tierras del sur
reposan en la paz de sus manos.

Él, el único Justo,
quiere para cada hombre lo correcto.
De sus cientos de nombres
ése es el más glorificado. Amén.

Cuando el error quiere confundirme,
Tú sabes esclarecerme.
Cuando vagabundeo, cuando hago poesía,
¡guíame por el camino correcto!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832) 


9 Canción de Suleika
¡Con íntimo placer,
canción, percibo tu sentido!
Plena de amor tú pareces decir
que yo junto a él estoy, a su lado estoy.

Que él eternamente piensa en mí,
y, en la lejanía, siempre concede
el don de su bienaventurado amor
a quien le dedica su vida.

Sí, mi corazón es el espejo
amigo, en el que tú te reflejas.
Este pecho, donde tu impronta,
beso a beso, ha quedado grabada.

¡Dulce poesía, auténtica verdad
que me encadena con simpatía!
Pura encarnación de la claridad del amor
vestida de poesía.

(Marianne von Willemer 1784 - 1860) 


10 La Viuda de la Montaña
Vengo a las tierras bajas,
¡ay!
y tanto me han despojado
que muero de hambre.

No había en mis montañas
¡ay!
una mujer tan dichosa como yo.
¡No la había desde el valle a la cima!

Entonces yo tenía veinte vacas,
¡ay!
que me daban leche y manteca
pastando entre los tréboles.

Y sesenta ovejas tenía allí,
¡ay!
que me abrigaban del frío, 
con mullidos vellones, en el nevado invierno.

Nadie podía, en toda la familia,
estar más alegre,
pues Donald era el hombre más hermoso.
¡Y Donald era mío!

Todo continuó así hasta que Charlie Stuart llegó
para liberar a la antigua Escocia.
Entonces Donald prestó su brazo 
a él y a su país.

Lo que sucedió, ¿quién no lo sabe?
Ante la injusticia cede la justicia,
y sobre los campos sangrantes de Culloden
señor y siervo sucumbieron.

¡Oh, he llegado a las tierras bajas!
¡Ay!
¡No hay ninguna mujer más desgraciada
desde la cima hasta el mar!.

(Wilhelm Gerhard)


11 Canción de Mujer I
¡Madre, madre!
Yo lo amo tanto,
que ahora me hace falta amor,
para amarte a ti al igual que antes.

¡Madre, madre! Desde que lo amo,
te amo realmente más a ti.
¡Déjame apretarte contra mi corazón
y besarte como él a mí!

¡Madre, madre! Desde que lo amo,
te amo más plenamente a ti,
porque tú a mí me has dado el ser
que hoy me ofrece tanta satisfacción.

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 


12 Canción de Mujer II
¡Déjame abrazarlo sobre mi pecho!
¡Madre, madre, abandona tu temor!
No preguntes: ¿cuándo vuelve?
No preguntes: ¿cuándo terminará?
¿Terminar? ¿Terminará y nunca volverá?
¡Todavía no lo sé!
¡Déjame abrazarlo sobre mi pecho, déjame!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 


13 Despedida de la Montaña
Mi corazón está en la montaña, 
mi corazón no está aquí.
Mi corazón está en la montaña, 
en lo profundo de los bosques.

Allí da caza al ciervo 
y persigue al corzo.
Mi corazón está en la montaña, 
¡adonde me dirijo yo también!

¡Adiós, mi montaña, 
mi tierra natal!
¡La libertad y el coraje 
están allí!

Adonde yo también me dirijo
y adonde siempre estoy.
Sobre la montaña, 
sobre su cima me establezco.

¡Adiós, montañas 
cubiertas de nieve!
¡Adiós, valles poblados 
de flores y tréboles!

¡Adiós, bosques 
cubiertos de musgo y rocas!
¡Adiós, rumorosos arroyos
de brillante colorido!

(Wilhelm Gerhard)


14 Canción de Cuna Montañesa
Duerme, dulce, pequeño Donald.
¡Vivo retrato del gran Ronald!
Quien vea al pequeño ladrón
bien reconocerá el noble sello de su familia.

Pícaro, ¡tienes ojitos negros como el carbón!
Cuando seas grande, robarás un potro
y recorrerás la llanura de punta a punta,
para tomar una vaca del hogar de Carlisle.

No dejes de ir a las tierras bajas.
Allí, mi mocito, querrás tú robar.
Robarás el dinero y la suerte,
¡pero a la montaña tú regresarás!.

(Wilhelm Gerhard)


15 Una Tonada Hebrea 
¡Mi corazón está triste!
Sobre el muro, 
sólo sus sonidos quiero escuchar.
Arranca con hábil mano la melodía, 
aquella que al corazón trastorna.

Mi corazón alimenta una esperanza.
Sus mágicos sonidos cobijan 
a mis ojos sin lágrimas,
que al no correr, ya no queman.

¡Que sus sonidos fluyan apasionados,
y sean envueltos por la alegría!
Sí, cantor, debo llorar pues, de lo contrario,
mi pesaroso corazón se consumirá.

¡Mira! Cubierto de pesar y en muda vigilia 
hace tiempo que sufre engañado,
y ahora, ante el último destello,
o se quiebra, o se sana al cantar.

(Karl Theodor Körner 1791 - 1813)


16 Adivinanza
El cielo lo susurra y lo murmura el infierno.
Débilmente resuena en el eco de las olas
y llega con la marea, permaneciendo en silencio.
Sobre las alturas tú escuchas su doble zumbido.

Ama el fragor de la batalla y huye de la paz.
No pertenece ni a hombres ni a mujeres,
pero en el animal, se puede hallar.
No se encuentra en la Poesía,
pero sí en la ciencia,
y también en la teología y filosofía.

Precede siempre a los héroes en su marcha
aunque conoce la debilidad.
Se encuentra a gusto en todas las casas
en donde no puede faltar.

Se insinúa en Grecia, desaparece en el Tíber
y se hace grande en Alemania.
Se oculta en las sombras, en las flores
y también en tu aliento:
¿Qué es?

(Solución: la letra "h")
(Karl Friedrich Ludwig Kannegießer 1781-1861)
 

17 Canción Veneciana I
¡Rema despacio aquí, 
gondolero, 
despacio, despacio!
La marea destella ante el timón, 
atrayéndonos.
¡Vayamos tan despacio, 
que sólo ella nos perciba!
¡Oh, si pudiera hablarle al cielo,
le hablaría de tantas cosas buenas
como se perciben en una noche estrellada!
¡Despacio!

¡Descansa aquí, 
mi gondolero, 
despacito, despacito!
¡Cuida el bote, el timón! ¡Despacito!
Sobre el balcón me encaramo, 
pero tú te mantienes en guardia.
¡Oh, si sólo una parte del amor por las mujeres, 
pudiésemos consagrar, 
seguro que, con la bendición del cielo, 
podríamos convertirnos en Ángeles! ¡Despacio!

(Ferdinand Freiligrath 1810 - 1876) 


18 Canción Veneciana II
Cuando a través de la plazoleta
sopla la brisa de la tarde,
entonces tú sabes, Ninetta,
quien esperando aquí está.
Tú sabes quien a ti te reconoce
a pesar de velos y máscaras,
como Amor reconoce a Venus 
en el firmamento nocturno.

Yo visto un traje de marinero
y en este mismo momento,
temblando, te digo:
¡el bote está preparado!
¡Oh, ven, donde las nubes 
ocultan la luna!
¡Acepta, vida mía, 
a través de la Laguna, huir!

(Ferdinand Freiligrath 1810 - 1876)


19 La Mujer del Capitán
¡Monta a caballo!
Acero sobre el delgado cuerpo,
casco y espada
corresponden a la mujer del capitán.

Resuena el redoble del tambor
y entre el humo de la pólvora,
veras a tu amado batallar 
en este sangriento día.

Vencido el enemigo,
besarás al esposo
y vivirás unida a él
a la sombra de la paz.

(Wilhelm Gerhard)


20 Lejos, lejos 
¿Cómo puedo estar alegre y animada 
y permanecer ágil, con mi pena?
El gallardo joven que me ama, 
está en las montañas, ¡lejos, lejos!

¿Qué me preocupa el frío invierno,
o si azotan la tormenta y la nieve?
En mis ojos brillan las lágrimas,
cuando pienso en él, ¡lejos, lejos!

Me regaló los guantes,
el pañuelo de colores y el vestido de seda.
Pero él, en cuyo honor los traigo,
está en las montañas, ¡lejos, lejos!

(Wilhelm Gerhard)


21 ¿Qué Quiere la Lágrima Solitaria?
¿Qué quiere la lágrima solitaria?
Ella empaña mi mirada,
pues, desde hace tiempo, 
persiste en regresar a mis ojos.

Ella tenía muchas y brillantes hermanas,
que se vertieron,
entre tormentos y alegrías,
en la noche y en el viento.

Al igual que la niebla,
también se derramaron las azules estrellitas
que sonríen desde el interior de mi corazón,
en cada alegría y en cada pesar.

¡Ay, mi propio amor
se ha derramado como vano aliento!
Antigua y solitaria lágrima
¡derrámate ahora tú también!.

(Heinrich Heine 1797 - 1856) 


22 Nadie 
Tengo mujer 
y no la comparto con nadie.
No quiero ser cornudo, 
ni cornudo hago a nadie.

Poseo un poco de oro 
y eso no se lo debo a nadie.
Nada presto 
ni pido nada a nadie.

No soy señor 
ni siervo de nadie.
Mi espada es afilada 
y no temo a nadie.

Alegre y solitario soy, 
cabizbajo por nadie.
Nadie me molesta 
y yo no molesto a nadie.

(Wilhelm Gerhard)


23 En el Oeste
Yo miro hacia delante, hacia el norte.
¿En qué me ayudan el norte y la nevada montaña?
¿En qué el este y el sur, donde brilla el sol
en las lejanas tierras y en el salvaje mar?

El oeste manda señales, donde el sol se hunde,
me adormece y me hace soñar feliz.
En el oeste vive quien ofrece su amor,
a mí y a mi niño, abrazándonos contra su corazón.

(Wilhelm Gerhard)


24 Tú eres como una Flor 
Tú eres como una flor,
tan encantadora, hermosa y pura.
Te miro y la melancolía
se introduce furtivamente en mi corazón.

Me parece como si extendiera
las manos sobre tu cabeza,
rogando que Dios te conserve siempre 
tan pura, bella y encantadora.

(Heinrich Heine 1797 - 1856)


25 De las Rosas del Este
Envío un saludo cual perfume de rosas,
se lo envío a un rostro de rosa.
Envío un saludo cual caricia de primavera,
se lo envío a unos ojos llenos de luz primaveral.

Tempestades de dolor atraviesan mi corazón,
¡te las envío en mi aliento a ti!
Cuando tú evoques la melancolía,
el cielo de mis noches se iluminará.

(Friedrich Rückert 1788 - 1866)


26 Epílogo 
Aquí, en esta angustiosa atmósfera
donde la melancolía cae,
he entretejido para ti una imperfecta corona,
¡hermana, novia!

Cuando el cielo nos reciba
y el sol de Dios anticipe nuestro encuentro,
el amor nos entretejerá la más perfecta corona,
¡hermana, novia!

(Friedrich Rückert 1788 - 1866) 



Escaneado y Traducido por:
Iris La Salvia 2004