LAS ESTACIONES

(Die Jahreszeiten)

 

Música de Franz Joseph Haynd (1732 - 1809)

Texto de Christian Felix Weisse (1726 - 1804)

 

Erster Teil:
Der Frühling



Einleitung

(Die Einleitung stellt den Übergang vom
Winter zum Frühling vor)

1. Rezitativ

SIMON
Seht, wie der strenge Winter flieht!
Zum fernen Pole zieht er hin.
Ihm folgt auf seinen Ruf
der wilden Stürme brausend Heer,
mit gräßlichem Geheul.

LUKAS
Seht, wie vom schroffen Fels der Schnee
in trüben Strömen sich ergießt!

HANNE
Seht, wie von Süden her,
durch laue Winde sanft gelockt,
der Frühlingsbote streicht!

2. CHOR DES LANDVOLKS
Komm, holder Lenz,
des Himmels Gabe, komm!
Aus ihrem Todesschlaf
erwecke die Natur!

MÄDCHEN, WEIBER
Er nahet sich, der holde Lenz.
Schon fühlen wir den linden Hauch,
bald lebet alles wieder auf.

MÄNNER
Frohlocket ja nicht allzufrüh,
oft schleicht, in Nebel eingehüllt,
der Winter wohl zurück und streut
auf Blüt’ und Keim sein starres Gift.

ALLE
Komm, holder Lenz,
des Himmels Gabe, komm!
Auf uns’re Fluren senke dich!
O komm, holder Lenz, o komm
und weile länger nicht!

3. Rezitativ

SIMON
Vom Widder strahlet jetzt
die helle Sonn’ auf uns herab.
Nun weichen Frost und Dampf
und schweben laue Dünst’ umher;
der Erde Busen ist gelöst,
erheitert ist die Luft.

4. Arie

SIMON
Schon eilet froh der Ackermann
zur Arbeit auf das Feld.
In langen Furchen schreitet er
dem Pfluge flötend nach.
In abgemeß’nen Gange dann
wirft er den Samen aus,
den birgt der Acker treu
und reift ihn bald zur gold’nen Frucht.

5. Rezitativ

LUKAS
Der Landman hat sein Werk vollbracht
und weder Müh’ noch Fleiß gespart.
Den Lohn erwartet er
aus Händen der Natur,
und fleht darum den Himmel an.

6. CHOR BITTGESANG
TERZETT LUKAS, SIMON HANNE
Sei nun gnädig, milder Himmel!
Öffne dich und träufe Segen
über unser Land herab!

LUKAS
Laß deinen Tau die Erde wässern!

SIMON
Laß Regenguß die Furchen tränken!

HANNE
Laß deine Lüfte wehen sanft,
laß deine Sonne scheinen hell!

HANNE, LUKAS, SIMON
Uns sprießet Überfluß alsdann,
und deiner Güte Dank und Ruhm.

CHOR
Sei nun gnädig, milder Himmel!
Öffne dich und träufe Segen
über unser Land herab!... usw.

7. Rezitativ

HANNE
Erhört ist unser Fleh’n;
der laue West erwärmt und füllt
die Luft mit feuchten Dünsten an.
Sie häufen sich; nun fallen sie,
und gießen in der Erde Schoß
den Schmuck und Reichtum der Natur.

8. FREUDENLIED, MIT
ABWECHSELENDEM CHORE DER JUGEND

HANNE
O wie lieblich
ist der Anblick
der Gefilde jetzt!
Kommt, ihr Mädchen,
laßt uns wallen
auf der bunten Flur!

LUKAS
O wie lieblich
ist der Anblick
der Gefilde jetzt!
Kommt ihr Bursche,
laßt uns wallen
zu dem grünen Hain!

HANNE
Seht die Lilie, seht die Rose,
seht die Blumen all’!

LUKAS
Seht die Auen, seht die Wiesen,
seht die Felder all’!

HANNE
Seht die Erde, seht die Wasser,
seht die helle Luft!

LUKAS
Alles lebet, alles schwebet,
alles reget sich!

HANNE
Seht die Lämmer, wie sie springen!

LUKAS
Seht die Fische, welch Gewimmel!

HANNE
Seht die Bienen, wie sie schwärmen!

LUKAS
Seht die Vögel, welch Geflatter!

CHOR
Alles lebet, alles schwebet,
alles reget sich.

MÄDCHEN
Welche Freude, welche Wonne
schwellet unser Herz!

BURSCHE
Süße Triebe, sanfte Reize
heben uns’re Brust!

SIMON
Was ihr fühlet, was euch reizet
ist des Schöpfers Hauch.

CHOR
Laß uns ehren, laßt uns loben,
laßt uns preisen ihn!

MÄNNER
Laßt erschallen, ihm zu danken,
eure Stimmen hoch!

CHOR
Es erschallen, ihm zu danken,
uns’re Stimmen hoch!

ALLE
Ewiger, mächtiger, gütiger Gott!

HANNE, LUKAS, SIMON
Von deinem Segensmahle
hast du gelabet uns.

MÄNNER
Mächtiger Gott!

HANNE, LUKAS, SIMON
Vom Strome deiner Freuden
hast du getränket uns.
Gütiger Gott!

ALLE
Ewiger, mächtiger, gütiger Gott!

SIMON, LUKAS, HANNE
Ewiger! Mächtiger! Gütiger Gott!

ALLE
Ehre, Lob und Preis sei dir,
ewiger, mächtiger, gütiger Gott!



ZWEITER TEIL:
DER SOMMER

Einleitung

(Die Einleitung stellt die Morgendämmerung vor)

9. Rezitativ

LUKAS
In grauem Schleier rückt heran
das sanfte Morgenlicht;
mit lahmen Schritten weicht vor ihm
die träge Nacht zurück.
Zu düst’ren Höhlen flieht
der Leichenvögel blinde Schar;
ihr dumpfer Klageton
beklemmt das bange Herz nicht mehr.

SIMON
Des Tages Herold meldet sich,
mit scharfem Laute rufet er
zur neuer Tätigkeit
den ausgeruhten Landmann auf.

10. Arie und Rezitativ

SIMON
Der munt’re Hirt versammelt nun
die frohen Herden um sich her;
zur fetten Weid’ auf grünen Höh’n
treibet er sie langsam fort.
Nach Osten blickend steht er dann,
auf seinem Stabe hingelehnt,
zu seh’n den ersten Sonnenstrahl,
welchem er entgegen harrt.

HANNE
Die Morgenröte bricht hervor,
wie Rauch verflieget das leichte Gewölk,
der Himmel pranget im hellen Azur,
der Berge Gipfel im feurigen Gold.

11. Terzett und Chor

HANNE
Sie steigt herauf, die Sonne, sie steigt,

HANNE, LUKAS
sie naht, sie kommt,

HANNE, LUKAS, SIMON
sie strahlt, sie scheint.

CHOR
Sie scheint in herrlicher Pracht,
in flammender Majestät!
Heil! O Sonne, heil!
Des Lichts und Lebens Quelle, Heil!
O du des Weltalls Seel’ und Aug’,
der Gottheit schönstes Bild!
Dich grüßen dankbar wir!

HANNE, LUKAS, SIMON
Wer spricht sie aus, die Freuden alle,
die deine Huld in uns erweckt?
Wer zählet sie, die Segen alle,
die deine Mild’ auf uns ergießt?

CHOR
Die Freuden! O wer spricht sie aus?
Die Segen! O wer zählet sie?
Wer spricht sie aus?
Wer zählet sie, wer?

HANNE
Dir danken wir, was uns ergötzt.

LUKAS
Dir danken wir, was uns belebt.

SIMON
Dir danken wir, was uns erhält.

HANNE, LUKAS, SIMON
Dem Schöpfer aber danken wir,
was deine Kraft vermag.

ALLE
Heil! O, Sonne, Heil!
Des Lichts und Lebens Quelle, Heil!
Dir jauchzen alle Stimmen,
dir jauchzet die Natur.

12. Rezitativ

SIMON
Nun regt und bewegt sich alles umher,
ein buntes Gewühl bedecket die Flur.
Dem braunen Schnitter neiget sich
der Saaten wallende Flut,
die Sense blitzt, da sinkt das Korn;
doch steht es bald und aufgehäuft
in festen Garben wieder da.

LUKAS
Die Mittagssonne brennet jetzt
in voller Glut,
und gießt durch die entwölkte Luft
ihr mächtiges Feu’r in Strömen hinab.
Ob den gesengten Flächen schwebt,
in nieder’n Qualm, ein blendend Meer
von Licht und Widerschein.

13. Cavatine

LUKAS
Dem Druck erlieget die Natur.
Welke Blumen, dürre Wiesen,
trock’ne Quellen, alles zeigt der Hitze Wut.
Und kraftlos schmachten Mensch und Tier,
am Boden hingestreckt.

14. Rezitativ

HANNE
Willkommen jetzt, o dunkler Hain,
wo der bejahrten Eiche Dach
den kühlenden Schirm gewährt,
und wo der schlanken Espe Laub
mit leisem Gelispel rauscht!
Am weichen Moose rieselt da
in heller Flut der Bach,
und fröhlich summend irrt und wirrt
die bunte Sonnenbrut.
Der Kräuter reinen Balsamduft
verbreitet Zephirs Hauch,
und aus dem nahen Busche tönt
des jungen Schäfers Rohr.

15. Arie

HANNE
Welche Labung für die Sinne,
welch’ Erholung für das Herz!
Jeden Aderzweig durchströmet,
und in jeder Nerve bebt
erquickendes Gefühl.
Die Seele wachet auf
zum reizenden Genuß,
und neue Kraft erhebt
durch milden Drang die Brust.

16. Rezitativ

SIMON
O seht! Es steiget in der schwülen Luft,
am hohen Saume des Gebirgs,
von Dampf und Dunst
ein fahler Nebel auf.
Empor gedrängt, dehnt er sich aus
und hüllet bald den Himmelsraum
in schwarzes Dunkel ein.

LUKAS
Hört, wie vom Tal ein dumpf Gebrüll
den wilden Sturm verkünd’t!
Seht, wie vom Unheil schwer
die finst’re Wolke langsam zieht,
und drohend auf die Eb’ne sinkt!

HANNE
In banger Ahnung stockt
das Leben der Natur:
Kein Tier, kein Blatt beweget sich,
und Todesstille herrscht umher.

17. CHOR
Ach, das Ungewitter naht!
Hilf uns, Himmel!
O wie der Donner rollt!
O wie die Winde toben!
Wo flieh’n wir hin?
Flammende Blitze durchwühlen die Luft,
den zackigen Keilen berstet die Wolke,
und Güsse stürzen herab.
Wo ist Rettung?
Wütend rast der Sturm,
der weite Himmel entbrennt.
Weh’ uns Armen!
Schmetternd krachen Schlag auf Schlag
die schweren Donner fürchterlich!
Weh’ uns! Weh’ uns!
Erschüttert wankt die Erde
bis in des Meeres Grund.

18. Terzett mit Chor

LUKAS
Die düst’ren Wolken trennen sich;
gestillet ist der Stürme Wut.

HANNE
Vor ihrem Untergange
blickt noch die Sonn’ empor,
und von dem letzten Strahle glänzt,
mit Perlenschmuck geziert,
die Flur.

SIMON
Zum langgewohnten Stalle kehrt
gesättigt und erfrischt
das Fette Rind zurück.

LUKAS
Dem Gatten ruft
die Wachtel schon.

HANNE
Im Grase zirpt die Grille froh.

SIMON
Und aus dem Sumpfe
quakt der Frosch.

LUKAS, HANNE, SIMON
Die Abendglocke tönt.
Von oben winkt der helle Stern
Und ladet uns zur sanften Ruh.

MÄNNER
Mädchen, Bursche,
Weiber kommt!
Unser wartet süßer Schlaf,
wie reines Herz, gesunder Leib
und Tagesarbeit ihn gewährt.

FRAUEN
Wir geh’n, wir folgen euch!

ALLE
Die Abendglocke hat getönt.
Von oben winkt der helle Stern
und ladet uns zur sanften Ruh.



DRITTER TEIL:
DER HERBST


Einleitung

(Der Einleitung Gegenstand ist des Landmanns
freudiges Gefühl über die reiche Ernte)

19. Rezitativ

HANNE
Was durch seine Blüte
der Lenz zuerst versprach,
was durch seine Wärme
der Sommer reifen hieß,
zeigt der Herbst in Fülle
dem frohen Landman jetzt.

LUKAS
Den reichen Vorrat fährt er nun
auf hochbelad’nen Wagen ein.
Kaum faßt der weiten Scheune Raum,
was ihm sein Feld hervorgebracht.

SIMON
Sein heit’res Auge blickt umher,
es mißt den aufgetürmten Segen ab,
und Freude strömt in seine Brust.

20. Terzett mit Chor

SIMON
So lohnet die Natur den Fleiß:
ihn ruft, ihn lacht sie an,
ihn muntert sie durch Hoffnung auf,
ihm steht sie willig bei,
ihm wirket sie mit voller Kraft.

HANNE, LUKAS
Von dir, o Fleiß, kommt alles Heil.
Die Hütte, die uns schirmt,
die Wolle, die uns deckt,
die Speise, die uns nährt,
ist deine Gab’, ist dein Geschenk.

HANNE, LUKAS, SIMON
O Fleiß, o edler Fleiß,
von dir kommt alles Heil.

HANNE
Du flößest Tugend ein,
und rohe Sitten milderst du.

LUKAS
Du wehrest Laster ab
und reinigest der Menschen Herz.

SIMON
Du stärkest Mut und Sinn
zum Guten und zu jeder Pflicht.

ALLE
O Fleiß, o edler Fleiß,
von dir kommt alles Heil!

21. Rezitativ

HANNE
Seht, wie zum Haselbusche dort
die rasche Jugend eilt!
An jedem Aste schwinget sich
der Kleinen lose Schar,
und der bewegten Staud’ entstürzt
gleich Hagelschau’r die lock’re Frucht.

SIMON
Hier klimmt der junge Bau’r
den hohen Stamm entlang
die Leiter flink hinauf.
Vom Wipfel, der ihn deckt,
sieht er sein Liebchen nah’n,
und ihrem Tritt entgegen
fliegt dann in trautem Scherze
die runde Nuß herab.

LUKAS
Im Garten steh’n um jeden Baum
die Mädchen groß und klein,
dem Obste, das sie klauben,
an frischer Farbe gleich.

22. Duet

LUKAS
Ihr schönen aus der Stadt, kommt her!
Blickt an die Töchter der Natur,
die weder Putz noch Schminke ziert.
Da seht, mein Hannchen seht!
Ihr blüht Gesundheit auf den Wangen;
im Auge lacht Zufriedenheit,
und aus dem Munde spricht das Herz,
wenn sie mir Liebe schwört.

HANNE
Ihr Herrchen süß und fein, bleibt weg!
Hier schwinden eure Künste ganz,
und glatte Worte wirken nicht;
mann gibt euch kein Gehör.
Nicht Gold, nicht Pracht kann uns verblenden,
ein redlich Herz ist, was uns rührt;
und meine Wünsche sind erfüllt,
wenn treu mir Lukas ist.

LUKAS
Blätter fallen ab, Früchte welken hin,
Tag und Jahr vergeh’n,
nur meine Liebe nicht.

HANNE
Schöner grünt das Blatt,
süßer schmeckt die Frucht,
heller glänzt der Tag,
wenn deine Liebe spricht.

LUKAS, HANNE
Welch ein Glück ist treue Liebe!
Uns’re Herzen sind vereinet,
trennen kann sie Tod allein.
Liebstes Hannchen! - Bester Lukas!
Lieben und geliebet werden
ist der Freuden höchster Gipfel,
ist des Lebens Wonn’ und Glück.

23. Rezitativ

SIMON
Nun zeiget das entblößte Feld
der ungebet’nen Gäste Zahl,
die an den Halmen Nahrung fand
und irrend jetzt sie weiter sucht.
Des kleinen Raubes klaget nicht
der Landmann, der ihn kaum bemerkt;
dem Übermaße wünscht er doch
nicht ausgestellt zu sein.
Was ihn dagegen sichern mag,
sieht er als Wohltat an,
und willig fröhnt er dann zur Jagd,
die seinen guten Herrn ergötzt.

24. Arie

SIMON
Seht auf die breiten Wiesen hin!
Seht, wie der Hund im Grase streift!
Am Boden suchet er die Spur
und geht ihr unablässig nach.
Jetzt aber reißt Begierd’ ihn fort;
er horcht auf Ruf und Stimme nicht mehr;
er eilet zu haschen da stockt sein Lauf,
und steht er unbewegt wie Stein.
Dem nahen Feinde zu entgeh’n,
erhebt der scheue Vogel sich;
doch rettet ihn nicht schneller Flug.
Es blitzt, es knallt,
ihn erreichet das Blei
und wirft ihn tot aus der Luft herab.

25. Rezitativ

LUKAS
Hier treibt ein dichter Kreis
die Hasen aus dem Lager auf.
Von allen Seiten hingedrängt,
hilft ihnen keine Flucht.
Schon fallen sie und liegen bald
in Reihen freudig hingezählt.

26. CHOR
Hört! Hört das laute Getön,
das dort im Walde klinget!
Welch ein lautes Getön
durchklingt den ganzen Wald!
Es ist der gellenden Hörner Schall,
der gierigen Hunde Gebelle.
Schon flieht der aufgesprengte Hirsch;
ihm rennen die Doggen und Reiter nach.
Er flieht, er flieht!
O wie er sich streckt!
Ihm rennen die Doggen und Reiter nach.
O wie er springt! O wie er sich streckt!
Da bricht er aus den Gesträuchen hervor
und läuft über Feld in das Dickicht hinein.
Jetzt hat er die Hunde getäuscht;
zerstreuet schwärmen sie umher.
Die Hunde sind zerstreut,
sie schwärmen hin und her.
Tajo, tajo, tajo!
Der Jäger Ruf, der Hörner Klang
versammelt aufs neue sie.
Ho, ho, ho! Tajo!
Mit doppeltem Eifer stürzet nun
der Haufe vereint auf die Fährte los.
Tajo, tajo!
Von seinen Feinden eingeholt,
an Mut und Kräfte ganz erschöpft,
Verlieget nun das schnelle Tier.
Sein nahes Ende kündigt an
des tönenden Erzes Jubellied,
der freudigen Jäger Siegeslaut.
Halali! Halali! Halali!

27. Rezitativ

HANNE
Am Rebenstocke blinket jetzt
die helle Traub’ in vollem Safte,
und ruft dem Winzer freundlich zu,
daß er zu lesen sie nicht weile.

SIMON
Schon werden Kuf’ und Faß
zum Hügel hingebracht,
und aus den Hütten strömet
zum frohen Tagewerke
das munt’re Volk herbei.

HANNE
Seht, wie der Berg hinan
von Menschen alles wimmelt!
Hört, wie der Freudenton
von jeder Seit’ erschallet.

LUKAS
Die Arbeit fördert lachender Scherz
vom Morgen bis zum Abend hin,
und dann erhebt der brausende Most
die Fröhlichkeit zum Lustgeschrei.

28. CHOR
Juhhe! Juhhe! Der Wein ist da,
die Tonnen sind gefüllt,
nun laßt uns fröhlich sein,
und Juhhe! Juhhe! Juh!
aus vollem Halse schrei’n!

MÄNNER
Laßt uns trinken!
Trinket, Brüder,
laßt uns fröhlich sein!

FRAUEN
Laßt uns singen!
Singet alle! Laßt uns fröhlich sein!

ALLE
Juhhe! Juh! Es lebe der Wein!

MÄNNER
Es lebe das Land, wo er uns reift!
Es lebe das Faß, das ihn verwahrt!
Es lebe der Krug, woraus er fließt!

ALLE
Juhhe! Juh! Es lebe der Wein!

MÄNNER
Kommt, ihr Brüder!
Füllt die Kannen, leert die Becher!
Laßt uns fröhlich sein!

ALLE
Heida! Laßt uns fröhlich sein
und Juhhe! Juhhe! Juh!
aus vollem Halse schrei’n.
Juhhe, Juh! Es lebe der oein.

FRAUEN
Nun tönen die Pfeifen
und wirbelt die Trommel.
Hier kreischet die Fiedel,
da schnarret die Leier
und dudelt der Bock.

MÄNNER
Schon hüpfen die Kleinen
und springen die Knaben,
dort fliegen die Mädchen
im Arme der Bursche,
den ländlichen Reih’n.

FRAUEN
Heisa, hopsa, laß uns hüpfen!

MÄNNER
Ihr Brüder, kommt!

FRAUEN
Heisa, hopsa, laßt uns springen!

MÄNNER
Die Kannen füllt!

FRAUEN
Heisa, hopsa, laßt uns tanzen!

MÄNNER
Die Becher leert!

ALLE
Heida! Laßt uns fröhlich sein
und Juhhe! Juhhe! Juh!
aus vollem Halse schrei’n.

MÄNNER
Jauchzet, lärmet! Springet! Tanzet!
Lachet, singet, jauchzet, lärmet!

FRAUEN
Heisa! Juhhe! Juhhe! Juh!
Hopsasa, heisasa, heisa, hei!

MÄNNER
Nun fassen wir den letzten Krug!

ALLE
Und singen dann im vollen Chor
dem freudenvolle Rebensaft!
Heisa, hei! Juhhe! Juh!
Es lebe der Wein, der edle Wein,
der Grillen und Harm verscheucht!
Sein Lob ertöne laut und hoch
in tausendfachem Jubelschall!
Heida, laßt uns fröhlich sein
und Juhhe! Juhhe!Juh!
aus vollem Halse schrei’n



VIERTER TEIL:
DER WINTER


Einleitung

(Die Einleitung schildert die dicken Nebel,
womit der Winter anfängt)

29. Rezitativ

SIMON
Nun senket sich das blasse Jahr
und fallen Dünste kalt herab.
Die Berg’ umhüllt ein grauer Dampf,
der endlich auch die Flächen drückt,
und am Mittage selbst
der Sonne matten Strahl verschlingt.

HANNE
Aus Lapplands Höhlen schreitet her
der stürmisch düst’re Winter jetzt.
Vor seinem Tritt erstarrt
in banger Stille die Natur.

30. Cavatine

HANNE
Licht und Leben sind geschwächet,
Wärm’ und Freude sind verschwunden.
Unmutsvollen Tagen folget
schwarzer Nächte lange Dauer.

31. Rezitativ

LUKAS
Gefesselt steht der breite See,
gehemmt in seinem Laufe der Strom.
Im Sturze vom türmenden Felsen hängt
gestockt und stumm der Wasserfall.
Im dürren Haine tönt kein Laut.
Die Felder deckt, die Täler füllt
ein’ ungeheure Flockenlast.
Der Erde Bild ist nun ein Grab,
Wo Kraft und Reiz erstorben liegt,
wo Leichenfarbe traurig herrscht
und wo dem Blicke weit umher
nur öde Wüstenei sich zeigt.

32. Arie

LUKAS
Hier steht der Wandrer nun,
verwirrt und zweifelhaft,
wohin den Schritt er lenken soll.
Vergebens suchet er den Weg,
ihn leitet weder Pfad noch Spur.
Vergebens strenget er sich an,
und watet durch den tiefen Schnee;
er find’t sich immer mehr verirrt.
Jetzt sinket ihm der Mut,
und Angst beklemmt sein Herz,
da er den Tag sich neigen sieht,
und Müdigkeit und Frost
ihm alle Glieder lähmt.
Doch plötzlich trifft sein spähend Aug’
der Schimmer eines nahen Lichts.
Da lebt er wieder auf,
vor Freude pocht sein Herz.
Er geht, er eilt der Hütte zu,
wo, starr und matt, er Labung hofft.

33. Rezitativ

LUKAS
So wie er naht, schallt in sein Ohr,
durch heulende Winde nur erst geschreckt,
heller Stimmen lauter Klang.

HANNE
Die warme Stube zeigt ihm dann
des Dörfchens Nachbarschaft,
vereint im trautem Kreise,
den Abend zu verkürzen
mit leichter Arbeit und Gespräch.

SIMON
Am Ofen schwatzen hier
von ihrer Jugendzeit die Väter,
zu Körb’ und Reusen flicht
die Weidengert’ und Netze strickt
der Söhne munt’rer Haufe dort.
Am Rocken spinnen die Mütter,
am laufendem Rade die Töchter;
und ihren Fleiß belebt
ein ungekünstelt frohes Lied.

34. FRAUEN, MÄDCHEN, CHOR
Knurre, schnurre, knurre,
schnurre, Rädchen, schnurre!

HANNE
Drille, Rädchen, lang und fein,
drille fein ein Fädelein
mir zum Busenschleier.

CHOR
Knurre, schnurre, knurre,
schnurre, Rädchen, schnurre!

HANNE
Weber, webe zart und fein,
webe fein das Schleierlein
mir zum Kirmesfeier.

CHOR
Knurre, schnurre, knurre,
schnurre, Rädchen, schnurre!

HANNE
Außen blank und innen rein,
muß des Mädchens Busen sein,
wohl deckt ihn der Schleier.

CHOR
Knurre, schnurre, knurre,
schnurre, Rädchen, schnurre!

HANNE
Außen blank und innen rein,
fleißig, fromm und sittsam sein,
locket wack’re Freier.

35. Rezitativ

LUKAS
Abgesponnen ist der Flachs,
nun stehen die Räder still.
Da wird der Kreis verengt
und von dem Männervolk umringt,
zu horchen auf die neue Mär,
die Hanne jetzt erzählen wird

36. Lied mit Chor

HANNE
Ein Mädchen, das auf Ehre hielt,
liebt’ eins ein Edelman;
da er schon längst nach ihr gezielt,
traf er allein sie an.
Er stieg sogleich vom Pferd und sprach:
Komm, küsse deinen Herrn!
Sie rief vor Angst und Schrecken:
Ach! Ach ja, von Herzen gern.

CHOR
Ei, ei, warum nicht nein?

HANNE
Sei ruhig, sprach er, liebes Kind,
und schenke mir dein Herz!
Denn meine Lieb’ ist treu gesinnt,
nicht Leichtsinn oder Scherz.
Dich mach ich glücklich; nimm dies Geld,
den Ring, die gold’ne Uhr.
Und hab’ ich sonst, was dir gefällt,
o sag’s und fordre nur!

CHOR
Ei, ei, das klinkt recht fein!

HANNE
Nein, sagt sie, das wär’ viel gewagt,
mein Bruder möcht’ es seh’n,
und wenn er’s meinem Vater sagt,
wie wird mir’s dann ergeh’n?
Er ackert hier uns allzunah...
Sonst könnt’ es wohl gescheh’n.
Schaut nur, von jenem Hügel da
könnt Ihr ihn ackern seh’n.

CHOR
Ho, ho, was soll das sein?

HANNE
Indem der Junker geht und sieht,
schwingt sich das lose Kind
auf seinen Rappen und entflieht
geschwinder als der Wind.
Lebt wohl, rief sie, mein gnäd’ger Herr!
So räch ich meine Schmach!
Ganz eingewurzelt stehet er
und gafft ihr staunend nach.

CHOR
Ha, ha, das was recht fein!

37. Rezitativ

SIMON
Von dürrem Osten dringt
ein scharfer Eishauch jetzt hervor.
Schneidend fährt er durch die Luft,
verzehret jeden Dunst
und hascht des Tieres Odem selbst.
Des grimmigen Tyranns,
des Winters Sieg ist nun vollbracht,
und stummer Schrecken drückt
den ganzen Umfang der Natur.

38. Arie

SIMON
Erblicke hier, betörter Mensch,
erblicke deines Lebens Bild.
Verblühet ist dein kurzer Lenz,
erschöpfet deines Sommers Kraft.
Schon welkt dein Herbst dem Alter zu,
schon naht der bleiche Winter sich
und zeiget dir das off’ne Grab.
Wo sind sie nun, die hoh’n Entwürfe,
die Hoffnungen vom Glück,
die Sucht nach eitlem Ruhme,
der Sorgen schwere Last?
Wo sind sie nun, die Wonnetage,
verschwelgt in Üppichkeit?
Und wo die frohen Nächte,
im Taumel durchgewacht?

Verschwunden sind sie wie ein Traum.

Rezitativ

SIMON
Nur Tugend bleibt
Die bleibt allein
und leitet uns unwandelbar
durch Zeit und Jahreswechsel,
durch Jammer oder Freude
bis zu den höchsten Ziele hin.

39. Terzett und Doppelchor

SIMON
Dann bricht der große Morgen an,
der Allmacht zweites Wort erweckt
zum neuen Dasein uns,
von Pein und Tod auf immer frei.

LUKAS, SIMON
Die Himmelspforten öffnen sich,
der heil’ge Berg erscheint.
Ihn krönt des Herren Zelt,
wo Ruh’ und Friede thront.

ERSTER CHOR
Wer darf durch diese Pforte geh’n?

HANNE, LUKAS, SIMON
Der Arges mied und Gutes tat.

ZWEITER CHOR
Wer darf besteigen diesen Berg?

HANNE, LUKAS, SIMON
Von dessen Lippen Wahrheit floß.

ERSTER CHOR
Wer darf in diesem Zelte wohnen?

HANNE, LUKAS, SIMON
Der Armen und Bedrängten half.

ZWEITER CHOR
Wer wird den Frieden dort genießen?

HANNE, LUKAS, SIMON
Der Schutz und Recht der Unschuld gab.

ERSTER CHOR
O seht, der große Morgen naht!

ZWEITER CHOR
O seht, er leuchtet schon!

BEIDE CHÖRE
Die Himmelspforten öffnen sich,
der heil’ge Berg erscheint.

ERSTER CHOR
Vorüber sind,

ZWEITER CHOR
verbrauset sind,

ERSTER CHOR
die leidenvolle Tage,

ZWEITER CHOR
des Lebens Winterstürme.

BEIDE CHOR
Ein ew’ger Frühling herrscht;
und grenzenlose Seligkeit
wird der Gerechten Lohn!

HANNE, LUKAS, SIMON
Auch uns werd’ einst ein solcher Lohn!
Laßt uns wirken, laßt uns streben!

ERSTER CHOR
LaBt uns kämpfen!

ZWEITER CHOR
LaBt uns harren,

BEIDE CHOR
zu erringen diesen Preis.
Uns leite Deine Hand, O Gott!
Verleih uns Stärk’ und Mut:

ERSTER CHOR
Dann siegen wir,

Zweiter CHOR
Dahn gehn wir ein.

BEIDE CHÖRE
in Deines Reiches Herrlichkeit.
Amen!



Primera parte:
La primavera


Introducción

(La introducción presenta la transformación
del invierno a la primavera)

1. Recitativo

SIMÓN
¡Mirad cómo huye el crudo invierno
hacia el lejano Polo Norte!
Siguen a su llamada
un ejército de tormentas furiosas
con violentos berridos.

LUCAS
¡Mirad cómo de las escarpadas piedras,
la nieve desemboca en una turbia tempestad!

ANA
¡Mirad cómo desde el sur,
el viento dulce y apacible
trae al mensajero de la primavera!

2. CORO
¡Ven, linda primavera!
Regalo del cielo, ¡ven!
Al acercarse la bella primavera,
¡la naturaleza despierta de su sueño invernal!

MUJERES, NIÑAS
¡Ahí viene la linda primavera,
sentimos ya su suave respirar!
¡Todo resucita!

HOMBRES
No os alegréis tan pronto,
pues con frecuencia regresa el invierno que,
encubierto en la niebla, inocula su helado veneno
sobre el verdor naciente y florecido.

TODOS
¡Ven, linda primavera,
regalo del cielo,
baja a nuestros campos!
¡Ven, linda primavera,
no tardes!

3. Recitativo

SIMÓN
Desde Aries,
el sol luminoso
resplandece sobre nosotros.
A veces flota una ligera neblina,
pero la tierra respira
y el aire se purifica.

4. Aria

SIMÓN
Alegre y muy impaciente,
el campesino va a labrar la tierra.
Silbando, va tras el arado
formando largos surcos.
En caminos bien trazados
riega las semillas.
La tierra las recibe para transformarlas
en frutos dorados.

5. Recitativo

LUCAS
El campesino terminó su trabajo,
pero su esfuerzo y esmero
no se recompensan
si la naturaleza no coopera,
por lo cual, clama suplicante al cielo.

6. CORO (CANCIÓN DE SÚPLICA)
TRÍO: LUCAS, SIMÓN, ANA
¡Sé misericordioso, benigno cielo!
¡Ábrete y esparce bendiciones
en nuestros campos!

LUCAS
¡Permite que el rocío humedezca la tierra!

SIMÓN
¡Permite que la lluvia caiga en los surcos!

ANA
¡Danos buen viento
y radiante sol!

ANA, LUCAS, SIMÓN
Así podrá ser la cosecha abundante
y te agradeceremos y alabaremos por tu bondad.

CORO
¡Sé misericordioso, benigno cielo!
Ábrete y esparce bendiciones
en nuestros campos!... Etc.

7. Recitativo

ANA
¡Nuestro ruego ha sido oído!
El suave viento del oeste
trae un cálido y húmedo aire;
las nubes se acumulan y dejan caer su carga.
Ahora la naturaleza puede hacer su trabajo
en completa armonía y riqueza.

8. CANCIÓN DE LA ALEGRÍA,
CORO DE NIÑOS

ANA
¡Qué preciosa
se ve la tierra ahora!
¡Venid, muchachas,
perdámonos
en los coloridos
campos!

LUCAS
¡Qué preciosa
se ve
la tierra ahora!
¡Venid, muchachos,
vayamos
al verde bosque!

ANA
¡Mirad los lirios y rosas!
¡Mirad cuántas flores!

LUCAS
¡Mirad los campos y praderas!
¡Mirad las tierras!

ANA
¡Mirad la tierra y el agua!
¡Mirad que aire tan transparente!

LUCAS
¡Todo vive y vibra!
¡Todo se mueve!

ANA
¡Mirad cómo brincan los corderos!

LUCAS
¡Mirad cómo pululan los peces!

ANA
¡Mirad cómo vuelan las abejas!

LUCAS
¡Mirad cómo revolotean las aves!

CORO
¡Todo vive y vibra!
¡Todo se mueve!

MUCHACHAS
¡Qué alegría!
¡Qué deleite inflama nuestros corazones!

MUCHACHOS
¡Dulces encantos llenan
nuestro pecho!

SIMÓN
¡Todo lo que vosotros sentís,
es el soplo del Creador!

CORO
¡Honrémoslo! ¡Elogiémoslo!
¡Alabémoslo!

HOMBRES
¡Alabémosle
con una sonora canción!

CORO
¡Alabémosle
con una sonora canción!

TODOS
¡Eterno, poderoso, bondadoso Dios!

ANA, LUCAS, SIMÓN
De tu mesa bendita nos alimentaste,
con tus bendiciones.

HOMBRES
¡Oh, poderoso Dios!

ANA, LUCAS, SIMÓN
De la corriente de tu alegría
nos has dejado beber.
¡Oh, bondadoso Dios!

TODOS
¡Eterno, poderoso, bondadoso Dios!

SIMÓN, LUCAS, ANA
¡Eterno! ¡Poderoso! ¡Bondadoso Dios!

TODOS
¡Para Ti honor, alabanzas y loas!
¡Eterno, poderoso y bondadoso Dios!



SEGUNDA PARTE:
EL VERANO

Introducción

(La introducción muestra el alba)

9. Recitativo

LUCAS
Como un velo gris
irrumpe la primera luz de la mañana,
con lentos pasos va cediendo la noche.
Ciegos, vuelan parvadas de búhos
hacia sus oscuros cobijos.
Sus roncos lamentos
ya no agobian
al temeroso corazón.

SIMÓN
El gallo, heraldo del día, aparece,
y con un penetrante quiquiriquí
despierta al descansado campesino
para que vuelva al trabajo.

10. Aria y recitativo

SIMÓN
El alegre pastor reúne a su rebaño,
y lentamente lo conduce
hacia praderas llenas de pasto
sobre las verdes colinas.
Permanece con la mirada hacia el oeste,
apoyado en su bastón,
para aguardar la llegada
del primer rayo de sol.

ANA
El rubor de la mañana irrumpe
y las ligeras nubes desaparecen como humo.
Ya se vislumbra el claro azul del cielo
y las doradas cumbres de los montes.

11. Trío y Coro

ANA
¡Ya viene el sol! ¡Ya se levanta!

ANA, LUCAS
Se acerca, ¡ahí viene!

ANA, LUCAS, SIMÓN
¡Resplandece! ¡Brilla!

CORO
¡Aparece con magnífico esplendor
en ardiente majestad!
¡Salve, oh sol, salve!
Fuente de luz y vida, ¡salve!
¡Oh tú, alma y ojos del universo,
la más hermosa representación de la divinidad!
¡Te saludamos llenos de gratitud!

ANA, LUCAS, SIMÓN
¿Quién puede expresar cuánta alegría
tenemos que agradecerte?
¿Quién puede contar las bendiciones
que generosamente esparces sobre nosotros?

CORO
La alegría ¡Oh! ¿Quién la expresa?
Las bendiciones, ¿quién las cuenta?
¿Quién la expresa?
¿Quién las cuenta? ¿Quién?

ANA
Te damos las gracias porque nos deleitas.

LUCAS
Te damos las gracias porque nos das vida.

SIMÓN
Te damos las gracias porque nos das sustento.

ANA, LUCAS, SIMÓN
Pero sobre todo, damos gracias al Creador
por el gran poder que te dio.

TODOS
¡Salve! ¡Oh, sol, salve!
Fuente de luz y vida, ¡salve!
Todas las voces y la naturaleza entera
te aclaman con júbilo.

12. Recitativo

SIMÓN
Todo es ajetreo y movimiento alrededor,
una muchedumbre colorida cubre la campiña.
La ondulante marejada de granos
se inclina ante el bronceado segador.
La guadaña brilla, el grano cae.
Sin embargo, rápidamente está otra vez enhiesto,
atado en robustas gavillas.

LUCAS
El sol del mediodía está en su totalidad
ardiendo en un estrecho cielo,
y vierte su poderoso fuego a cántaros.
Sobre los interminables campos secos,
flota una sofocante humareda
bajo la que brilla
un cegador mar de luz.

13. Cavatina

LUCAS
Toda la naturaleza sufre: flores marchitas,
praderas áridas y secos manantiales.
Por todos lados reina el calor.
Hombres y animales languidecen,
sin fuerzas, tirados en el suelo.

14. Recitativo

ANA
Bienvenido eres ahora, ¡oh, oscuro bosque!,
donde las añejas frondas de las encinas
proporcionan un fresco techo,
y donde el follaje del delgado álamo
con dulces cuchicheos murmulla.
En el suave musgo susurra
el agua clara del arroyo,
y alegres zumban, locos y confusos,
coloridos insectos embrollados.
El suave viento del sur
trae un fresco olor a hierbas,
y en la maleza suena, muy cercana,
la flauta del pastorcillo.

15. Aria

ANA
¡Qué recreo para los sentidos!
¡Qué alegría para el corazón!
Un reconfortante sentimiento
circula por todas las venas
y retiembla en cada nervio.
Mi alma se despierta
¡disfruto a todo pulmón!
una nueva fuerza
nace en mi pecho.

16. Recitativo

SIMÓN
¡Oh mirad!
En el aire borrascoso,
se eleva una grisácea neblina
de espesos vapores.
Crece y se expande,
rápidamente cubrirá todo el cielo
con una profunda oscuridad.

LUCAS
¡Escuchad como un sordo retumbar
anuncia la salvaje tempestad en el valle!
¡Mirad como la oscura nube
de mal agüero viene flotando,
y desciende amenazante sobre la superficie!

ANA
En una angustiosa espera
se detiene toda vida en la naturaleza.
Ningún animal, ninguna hoja se mueve,
y una calma mortal reina por doquier.

17. CORO
¡Ay, la tempestad se acerca!
¡Ayúdanos, cielo!
¡Escuchad cómo grita el trueno!
¡Escuchad cómo braman los vientos!
¿Dónde nos refugiamos?
Relámpagos ardientes surcan el aire;
sus filosos rayos cortan las nubes dispersándolas.
Se precipitan fuertes chubascos.
¿Dónde está la salvación?
Furiosa corre la tempestad;
todo el cielo se enciende.
¡Ay de nosotros, miserables!
Golpe a golpe resuenan
los estallidos de trueno.
¡Horrible! ¡Ay, de nosotros!
Toda la tierra se tambalea y tiembla
hasta lo más profundo del mar.

18. Trío y Coro

LUCAS
Las oscuras nubes se disipan,
amainando está la furia de la tempestad.

ANA
Antes de que se esconda,
el sol se deja ver un poco,
y con el resplandor de su último rayo
repentinamente brilla la tierra
como adornada de perlas.

SIMÓN
Retornan a su corral
las orondas reses,
saciadas y refrescadas.

LUCAS
La codorniz hembra
llama a su macho.

ANA
En el pasto canta alegre el grillo.

SIMÓN
Y en el pantano
croa la rana.

LUCAS, ANA, SIMÓN
Tañen las campanas del atardecer,
y desde arriba, la brillante estrella
nos invita a un dulce descanso.

HOMBRES
¡Muchachas, muchachos y mujeres, venid!
Nos espera un dulce sueño.
Así podréis daros cuenta
si sois puros de corazón y saludables de cuerpo.
¡Aunque todos los día deberéis trabajar duro!

MUJERES
¡Vamos, vamos, les seguiremos!

TODOS
Tañen las campanas del atardecer,
y desde arriba, la brillante estrella
nos invita a un dulce descanso.



TERCERA PARTE:
EL OTOÑO


Introducción

(El tema de la introducción es la emoción que
siente el agricultor por la abundante cosecha)

19. Recitativo

ANA
Lo que en la florida primavera
era apenas una promesa,
y con el calor del verano
se maduró,
lo ve el alegre agricultor ahora,
en el otoño, en toda su plenitud.

LUCAS
Ahora carga las abundantes provisiones
en atestados carros.
El amplio granero no da abasto,
así de generoso ha sido su campo.

SIMÓN
Sus alegres ojos miran y calculan
las provisiones que aún quedan amontonadas.
¡Qué grande es su alegría!

20. Trío y Coro

SIMÓN
Así recompensa la naturaleza el esfuerzo.
A veces nos desafía,
otras nos sonríe
y despierta grandes expectativas.
¡Siempre se nos presenta llena de fuerza!

ANA, LUCAS
¡Oh, esfuerzo, de ti viene la prosperidad!
La cabaña que nos alberga,
la lana que nos cubre,
y la comida que nos alimenta
son regalos de tu mano.

ANA, LUCAS, SIMÓN
¡Oh, esfuerzo! ¡Oh, noble esfuerzo!
¡De ti viene toda la prosperidad!

ANA
Nos haces virtuosos
y suavizas nuestras rudas costumbres.

LUCAS
Rechazas los vicios
y purificas el corazón de los hombres.

SIMÓN
Inclinas el espíritu y los sentidos
al bien y al deber.

TODOS
¡Oh, esfuerzo! ¡Oh, noble esfuerzo!
¡De ti viene la prosperidad!

21. Recitativo

ANA
¡Mirad cómo los niños
corren veloces
hacia el avellano!
Los pequeños pilluelos
se cuelgan de las ramas,
y en cada movimiento llueven avellanas.

SIMÓN
Allá sube por una escalera
un joven campesino al nogal,
y desde la cima,
donde se esconde,
observa a su amada aproximarse.
Y como una adorable sorpresa
deja caer una redonda nuez
a sus pies.

LUCAS
En el jardín, alrededor de cada árbol,
están las mujeres, grandes y pequeñas,
y, ¡oh, cómo se parecen a los frutos
que ellas recolectan, con un color tan fresco!

22. Dúo

LUCAS
Ustedes, hermosas damas de la ciudad,
¡vengan y miren a las hijas de la naturaleza
que no están ni blanqueadas ni maquilladas!
Vengan a ver a mi Ana.
La salud le rebosa en las mejillas,
sus ojos sonríen llenos de satisfacción
y habla desde su corazón
cuando expresa su amor por mí.

ANA
Ustedes, hombres galantes, ¡aléjense!
Sus encantos aquí se agotan,
sus las palabras lindas no causan efecto
y no hay nadie que les haga caso.
Ni el oro, ni el lujo puede deslumbrarnos,
sólo somos sensibles a un corazón honesto.
Y si Lucas me es fiel,
todos mis deseos están satisfechos.

LUCAS
Las hojas caen y los frutos languidecen.
Los días y años pasan,
pero sólo mi amor permanece.

ANA
La hoja parece más verde,
la fruta sabe más dulce,
y el día parece más claro
cuando dices que me amas.

LUCAS, ANA
¡Qué tesoro es un amor fiel!
Nuestros corazones son uno
y sólo la muerte nos puede separar.
¡Querida Ana! ¡Buen Lukas!
Amar y ser amado
es la alegría más grande
y te hace la vida profundamente feliz.

23. Recitativo

SIMÓN
Ahora se ven sobre el campo segado
unos invitados no llamados.
Son aquellos que les fue bien con el grano
y ahora ya no pueden encontrar más.
El agricultor no se queja por estos
pequeños daños que él apenas nota.
¡Pero que no pase a mayores!
Todo lo que a él lo pueda proteger
le parece bien,
y por eso quiere
recurrir a la ayuda de la cacería,
en la que su príncipe encuentra tanto placer.

24. Aria

SIMÓN
¡Mirad la gran pradera!
¡Mirad cómo vaga el perro
olfateando con su nariz el pasto!
Busca una huella en la hierba
y la sigue sin detenerse.
Lo arrastra el apetito,
no escucha la voz de mando,
corre para agarrar su presa.
De repente, se queda paralizado como una piedra.
Para escapar de los enemigos que se aproximan,
una temerosa ave levanta el vuelo, pero es inútil.
Un rayo, un estallido,
el plomo la alcanza allá arriba
y cae muerta a tierra.

25. Recitativo

LUCAS
Aquí, un nutrido grupo de cazadores
empuja a las liebres fuera de su madriguera.
Rodeadas por todos lados
el correr no las salvará.
Caen de prisa, unas tras otra,
y son felizmente contadas.

26. CORO
¡Escuchad ¡Escuchad!
¡Un potente sonido resuena allá, en el bosque!
¡Un fuerte sonido atraviesa el bosque!
Es el ladrido de los voraces perros.
Un ciervo se asusta y escapa.
Perros y jinetes lo persiguen.
¡Se escapa! ¡Mirad cómo salta!
¡Cómo se estira en su salto!
Los perros y los jinetes lo persiguen.
¡Mirad cómo salta!
¡Cómo se estira!
Y allí, en la maleza, se quiebra,
y corre hacia el campo, hacia el monte bajo.
Ahora ha burlado a los perros
que se separan y caminan confusos.
"¡Tajo! ¡Tajo! ¡Tajo!"
La llamada del cazador
y el sonido de las trompas
los vuelve a reunir,
¡Ho, ho, ho! ¡Tajo!
Aún más ávida,
la jauría se lanza
tras el rastro dejado por el salvaje.
¡Tajo! ¡Tajo!
Rebasado por sus enemigos,
agotado y cansado,
sucumbe el veloz animal.
La canción de júbilo
de la trompa de caza
y el grito de victoria de los cazadores
son el signo de su muerte.
¡Halali! ¡Halali! ¡Halali!

27. Recitativo

ANA
En la cepa brilla ahora
la jugosa uva blanca,
llamando amablemente al viticultor
para que no demore la vendimia.

SIMÓN
Ya llevaron tinas y barriles
a la colina,
y salen de sus cabañas
todos los aldeanos
para la alegre tarea del día.

ANA
¡Mirad cómo la montaña
hormiguea de personas!
¡Escuchad la alegría
por todos lados!

LUCAS
Risas y bromas resuenan de la mañana a la noche,
aligerando el trabajo.
Y entonces, cuando se bebe el mosto fermentado,
se la alegría alcanza el paroxismo.

28. CORO
¡Hurra, el vino está ahí!
¡Los barriles están llenos!
Pongámonos alegres
y gritemos a voz plena
¡albricias!

HOMBRES
¡Bebamos!
¡Hermanos, bebed!
¡Alegrémonos!

MUJERES
¡Cantemos! ¡Cantemos todos!
¡Alegrémonos!

TODOS
¡Hurra! ¡Viva el vino!

HOMBRES
¡Que viva la tierra, que lo hace crecer!
¡Que viva el barril, que lo resguarda!
¡Que viva el cántaro, del cual es vertido!

TODOS
¡Hurra! ¡Que viva el vino!

HOMBRES
¡Venid, venid hermanos!
¡Llenad las jarras, vaciad los vasos!
¡Alegrémonos!

TODOS
¡Hurra!
A plena voz gritemos:
¡Hurra!
¡Viva el vino!

MUJERES
Ya suenan las flautas
y redoblan los tambores.
Por aquí rechina el violín,
y por allá zumba la lira
y pía la gaita.

HOMBRES
Ya retozan los pequeños
brincando alrededor de los muchachos.
Allá vuelan las muchachas
a los brazos de los muchachos
para el baile tradicional.

MUJERES
¡Hey, venid! ¡Brinquemos!

HOMBRES
Venid, hermanos! ¡Brinquemos!

MUJERES
¡Hey, venid! ¡Saltemos!

HOMBRES
¡Llenad los vasos!

MUJERES
¡Hey, venid! ¡Bailemos!

HOMBRES
¡Vaciad los tarros!

TODOS
¡Hurra, alegrémonos!
Gritad jubilosos a todo pulmón:
¡Viva, viva!

HOMBRES
¡Viva!, ¡Saltad y bailad!
¡Reid, cantad y regocijaros! ¡Gritad fuerte!

MUJERES
¡Viva!
¡Hurra!

HOMBRES
¡Tomemos una última jarra!

TODOS
¡Cantemos todos a coro!
En honor al exquisito jugo de la vid.
En honor al exquisito jugo de la vid.
¡Viva el vino,
el noble vino que ahuyenta
los pesares y preocupaciones!
¡Cantadle alabanzas hasta por los codos!
Alegrémonos y cantemos a plena voz
¡Hurra!
¡Viva!



CUARTA PARTE:
EL INVIERNO


Introducción

(La introducción representa la espesa
niebla con la que se anuncia el invierno)

29. Recitativo

SIMÓN
Ya se aproxima el año a su fin
y pierde todo su color.
Una espesa niebla desciende
y la neblina viste las montañas,
cubriendo toda su superficie,
y velando los suaves rayos del sol al mediodía.

ANA
Desde las cuevas de Laponia avanza
el oscuro invierno con sus tormentas.
Y a su paso, cae un helado silencio
sobre la naturaleza.

30. Cavatina

ANA
Luz y vida se extinguen,
el calor y la alegría han desaparecido.
A los días desapacibles,
les siguen largas noches oscuras.

31. Recitativo

LUCAS
Congelado está el ancho mar,
detenida está la tormenta en su fluir.
La catarata cuelga silenciosa y congelada
sobre la escarpada.
En el seco bosque no se escucha ningún sonido,
y una gruesa capa de nieve
cubre campos y valles.
La tierra se ve como una tumba,
donde la fuerza y la belleza están muertas.
Por doquier reina la blanca muerte,
y en el paisaje sólo se aprecia
la soledad desértica.

32. Aria

LUCAS
Aquí hay un viajero, confuso y dudoso,
pues no sabe hacia dónde dirigir sus pasos.
En vano busca el camino,
pero no ve ningún sendero ni señal.
En vano se esfuerza
y vadea por la profunda nieve.
Se siente cada vez más perdido.
Ahora disminuye su valor
y el miedo acongoja su corazón,
puesto que el día se acaba.
El cansancio y el intenso frío
lo entumecen cada vez más.
Rastrea alrededor y de repente,
encuentran sus ojos
el tenue resplandor de una luz cercana.
Entonces, renace de nuevo
la alegría en su palpitante corazón.
Se apresura hacia la cabaña, yerto y agotado,

comida y techo espera encontrar.

33. Recitativo

LUCAS
Conforme se aproxima
el aullido del viento,
las muchas se gritan al oído.

ANA
En la cálida sala,
el pueblo se encuentra congregado
en un círculo íntimo,
matan el tiempo con trabajos ligeros
y mucha conversación.

SIMÓN
Junto a la estufa,
los padres cuentan
bellas historias de juventud,
mientras sus hijos trenzan con mimbre
canastas y cestos, y tejen redes.
Las madres hilan en la rueca
y las hijas en el torno de hilar,
acompañando su trabajo
por una alegre y cándida canción.

34. MUJERES, MUCHACHAS, CORO
¡Ruge, ronronea, ruge,
ronronea, rueda de hilar, ronronea!

ANA
¡Gira, ruedita, gira!
Dame hilos largos y finos
para mi pañoleta.

CORO
¡Ruge, ronronea, ruge,
ronronea, ruedita, ronronea!

ANA
Tejedor,
teje suave y fina mi pañoleta
para la feria.

CORO
¡Ruge, ronronea, ruge,
ronronea, ruedita, ronronea!

ANA
Blanco por fuera y limpio por dentro,
así debe ser el pecho de las muchachas,
bien escondido por la pañoleta.

CORO
¡Ruge, ronronea, ruge,
ronronea, ruedita, ronronea!

ANA
Blanca por fuera y limpia por dentro,
diligente, recta y decente.
Eso atrae a los buenos pretendientes.

35. Recitativo

LUCAS
Cuando el lino ya está hilado
y quietas están las ruecas,
juntan las sillas los hombres
y se sientan alrededor
para escuchar la nueva historia
que Ana les va a contar.

36. Canción con coro

ANA
Había una vez una muchacha
que quería mantener su honra.
Un noble la amaba
y le había echado el ojo hacía tiempo.
Un día la encontró sola.
Bajó inmediatamente del caballo y dijo:
¡ven y besa a tu hombre!
Ella exclamó asustada: ¡Uy, sí, por supuesto!

CORO
¡Uy, uy, uy! ¿Por qué no?

ANA
Tranquila, linda niña, dijo él.
Entrégame tu corazón,
pues mi amor es verdadero,
no es liviano ni frívolo. Te haré feliz.
Acepta este dinero,

este anillo y este reloj de oro,
y si tengo alguna cosa que se te antoje,
sólo habla, y pídelo.

CORO
¡Uy, uy, uy! ¡Eso suena mucho mejor!

ANA
"No", dijo ella, eso es demasiado arriesgado.
Si mi hermano lo viera
y se lo dice a mi padre,
¿cómo me iba a ir?
Él trabaja aquí en el campo, demasiado cerca.
Si no, sí se podría.
Suba usted a aquella colina
y lo podrá ver trabajar.

CORO
¡Ja, ja, ja! ¿Qué es lo que pasa?

ANA
Mientras el caballero va y mira,
la traviesa chica trepa al caballo
y escapa más rápida que el viento.
"¡Saludos, ilustre señor!", gritó ella.
"¡Así vengo el ultraje que usted

pretendía hacerme!".
Él se queda como clavado en la tierra,
mirándola con la boca abierta.

CORO
¡Ja, ja! ¡Eso estuvo bien hecho!

37. Recitativo

SIMÓN
Del árido Este,
sopla un penetrante viento gélido
que expele la niebla
y deja sin respiración
a los mismos animales.
La victoria del furioso tirano invernal
está consumada
y un miedo mortal
cae sobre la naturaleza.

38. Aria

SIMÓN
¡Mirad bien, hombres ciegos,
la representación de vuestra vida!
Marchita está tu corta primavera
y agotadas las fuerzas de tu verano.
Pronto resbalará el otoño de la vida hacia la vejez.
Pronto se aproximará el blanco invierno
y te mostrará la tumba abierta.
¿Dónde están ahora, tus grandes planes,
tu esperanza de felicidad,
tu búsqueda de vanagloria,
tus grandes preocupaciones?
¿Dónde están ahora, los días de deleite,
derrochados en la opulencia?
¿Y dónde las alegres noches
malgastadas en la embriaguez?
Escondidos están, como en un sueño.

Recitativo

SIMÓN
Sólo la virtud permanece.
Permanece sola
y nos lleva con mano firme
a través del tiempo y los cambios de año,
a través de penas y alegrías
a la más alta de las metas.

39. Trío con coro doble

SIMÓN
Entonces nace la mañana excelsa,
y la segunda palabra del creador del mundo
nos despierta hacia una nueva existencia,
libre por siempre de pena y muerte.

LUCAS, SIMÓN
Las puertas del cielo se abren
y aparece la montaña sagrada
con la casa de los dioses coronándola,
donde la calma y la paz reinan.

PRIMER CORO
¿Quién podrá cruzar por esas puertas?

ANA, LUCAS, SIMÓN
Sólo quien combatió el mal e hizo el bien.

SEGUNDO CORO
¿Quién podrá subir a esa montaña?

ANA, LUCAS, SIMÓN
Aquel del que sus labios fluya la verdad.

PRIMER CORO
¿Quién podrá vivir en esa casa?

ANA, LUCAS, SIMÓN
Aquellos que ayudaron a los pobres y oprimidos.

SEGUNDO CORO
¿Quién disfrutará allá de paz?

ANA, LUCAS, SIMÓN
Los justos que defendieron a los inocentes.

PRIMER CORO
¡Oh, mirad! La excelsa mañana se acerca.

SEGUNDO CORO
¡Oh, mirad! Irrumpe ya su luz.

AMBOS COROS
Las puertas del cielo se abren,
y aparece la montaña sagrada.

PRIMER CORO
Terminados están...

SEGUNDO CORO
Consumidas están…

PRIMER CORO
... los días llenos de dolor,

SEGUNDO CORO
... las tormentas invernales de la vida.

AMBOS COROS
Eterna será la primavera,
y una infinita gloria
será la recompensa de los justos.

ANA, LUCAS, SIMÓN
Puede ser que logremos alcanzar tal recompensa,
¡empeñémonos en ello!

PRIMER CORO
Luchemos...

SEGUNDO CORO
Perseveremos...

AMBOS COROS
... para adjudicarnos semejante premio.
Permítenos ser llevados de tu mano, ¡oh, Dios!
¡Concédenos fuerza y valor!

PRIMER CORO
Entonces cantaremos...

SEGUNDO CORO
Entonces entraremos...

AMBOS COROS
... en la majestad de tu reino.
¡Amén!



Gigitalizado y Traducido por:
Francisco Such Ronda 2010