Bulevar Soledad





Personajes


MANÓN LESCAUT

LESCAUT

ARMAND DES GRIEUX

LILAQUE PADRE

LILAQUE HIO

FRANCIS
Ardiente y bella muchacha

Hermano de Manón

Amante de Manón

Anciano rico

Hijo de Lilaque

Amigo de Armand
Contralto

Barítono

Tenor

Bajo bufo

Barítono

Barítono




La acción se desarrolla en París, a comienzos del siglo XX.





QUADRO PRIMO


(Atrio della stazione d’una grande città francese.
Intenso movimento di viaggiatori, camerieri, 
venditori di sigarette, giovani edicolanti, facchini,
prostitute e oziosi. A un tavolo d’angolo siedono 
intenti a leggere, Armand e Francis. L’altoparlante
annuncia la partenza d’un treno. Francis si alza, 
batte sulla spalla ad Armand in segno di saluto e se 
ne va. Entrata di Manon. La accompagna suo fratello
Lescaut che la guida in direzione del tavolo di Armand
Mentre Manon vi prende posto, Lescaut si reca al bar.
Manon evita di guardare Armand.
Alla fine prende 
una sigaretta.)


ARMAND

(si offre d accendere)
Mademoiselle, ist die Frage gestattet:
Reisen Sie auch nach Paris?

MANON
Nein, Monsieur, ach nein!
Man bringt mich nach Lausanne,
nach Lausanne am Genfer See,
in ein Pensionat.

ARMAND
Nach Lausanne, am Genfer See... in ein Pensionat
für höhere Töchter, Mademoiselle?

MANON
Ich bin keine „höhere Tochter“ Monsieur;
nein, ich bin ein Mädchen mit vielen Träumen, 
mit vieler Sehnsucht und grosser Einsamkeit.

ARMAND
Nicht nur Mädchen sind einsam.
Auch die Studenten sind es,
in der grossen Stadt, in Paris.
Diese Stadt ist so grausam:
aus kleinen Nestern gehn
wir zur Sorbonne und glauben,
dass wir dort so leben
können wie einst zu Hause,
befreundet mit aller Welt.
Aber dann geht ein Mädchen vorbei,
mit schmalen Knien
und rotgeschminktem Mund.
Die Göttin der Träume leibhaftig.
Unerreichbar für den Studenten,
der zum ersten Mal begreift,
wie allein er ist.
Wenn er noch Kraft hat,
folgt er diesem Mädchen nach,
das mit leichten Schritten
durch die Rue de la Paix geht und sich
anstrahlen lässt vom Glanz
des Schmucks in den Etalagen,
der bald auf der faltigen Haut
einer alten Amerikanerin erblinden wird.
Das Mädchen eilt weiter,
auf die Champs Élysées.
Der Student ginge ihr nach bis zum
Étoile, und wenn sie‘s erlaubte,
bis zum Ende der Welt.
Aber am Rond Point steigt
sie in eine Limousine.
Am Steuer sitzt ein feister Kerl.
Mit dem fährt sie davon,
lässt den Studenten dann einfach stehn.

MANON
Vielleicht reisst sie auch eine Seite
aus einem Heft und wirft
sie zum Fenster hinaus,
dem Studenten vor die Füsse.
Auf dem Zettel steht
mit Lippenstift geschrieben eine Adresse.

ARMAND
Mademoiselle!

MANON
Monsieur, ich heisse Manon.

ARMAND
Ahnen Sie, Manon,
was jetzt geschehen ist?
Fühlen Zartes Sie und Liebes
in dem Lärm, der uns umgibt?
Sehen Sie, wie die grosse Bahnhofshalle
sich vor uns neigt, um unser Spiel mit anzuschaun?
Haben Sie zu mir vertraun. 
Leise schon schweben wir 
traumverlo‘r am Concierge vorbei.

MANON
Leise, sinnenthoben
schon schweben wir,
traumverlor‘n am Concierge vorbei,
der unser Gepäck umadressiert.

(Si alzano e lentamente si allontanano. 
Lescaut se ne accorge, ma si dirige ancora 
verso il bar e continua a bere.)

Intermezzo



QUADRO SECONDO


(Piccola mansarda a Parigi. È mattina. 
Su un letto, Manon e Armand)

ARMAND
O, dit le blanc rideau.
Non, je n‘ai rien vu
rien vu de si beau…

MANON
Non, je n‘ai rien vu de si beau.
Non, je n‘ai rien vu de si beau.
Non, je n‘ai rien vu de si beau.

ARMAND
Non, je n‘ai rien vu dit la Mariée.
Non, je n‘ai rien vu dit le blanc rideau.

MANON
Gestern hatte ich eine Begegnung...

ARMAND
Mit einem Mann?

MANON
Nein, mit einem Hut aus weissem Stroh.
Sein Rand schwingt zärtlich
wie das Tutu von einer Tänzerin.

ARMAND
Alles wird Zärtlichkeit, was du berührst.
Ich seh ihn vor mir
und darunter dein Gesicht.

MANON
Träume nicht!
In Wirklichkeit wirst du ihn bald bewundern.
Noch heute hole ich ihn.

ARMAND
Manon, das geht nicht.
Seit Wochen schickt mein Vater nichts,
weil ich nicht mehr studiere.

MANON
Kein Geld?
Wie bitter!
Was können wir tun?

ARMAND
Vielleicht wird Francis,
mein Freund, uns helfen.

MANON
Eile, damit noch heute
ich so schön wie nie zuvor,
so schön wie nie zuvor...
so schön wie nie...

(Armand va in una stanza vicina. Si sente il cigolio
d’una porta. Manon sobbalza, solleva le cortine 
della finestra: il raggio di luce colpisce Lescaut.)

MANON
Wer ist da?
Lescaut!
Sicher willst du Geld.

LESCAUT
Nein, eine kleine Gefälligkeit,
bestehend aus deinen reizenden Brüsten.

MANON
Sind das Gelüste für einen Bruder?

LESCAUT
Nein, aber für einen neuen Freier.

MANON
Bitte, sprich leise.

LESCAUT
Er steht vorm Haus.

MANON
Dort mag er bleiben.

LESCAUT
Er ist dick...

MANON
Wie verführerisch!

LESCAUT
... alt...

MANON
Wie reizend!

LESCAUT
... und reich.

MANON
Wie interessant!

(Armand ritorna dalla stanza; si 
salutano con malcelata ostilità.)

ARMAND
Monsieur...

LESCAUT
Monsieur...

(Armand si dirige verso l’uscita. Manon gli 
corre appresso. Sulla porta si abbracciano.)

ARMAND
Ich komme bald zurück.

(Esce)

LESCAUT
Sah wie ein Kuss aus
und war doch ein Tritt.
So ist‘s gut, Manon, tritt zu!
Manon, tritt zu!
Nimm immer, was sich dir bietet, mit!
Nimm immer...
Doch je kräftiger dein Abschiedstritt,
je höher am Ende steigst du.
Du wirst den Dicken, der da unten
nach dir stöhnt nicht lieben.
Doch du wirst bei ihm liegen.
Seine Glatze leuchtet dir
anstatt des Silbermondes
anstatt des Silbermondes hier
in dieser schiefen Kammer.
Sieht wie ein Kuss aus
und war doch ein Tritt.
So ist‘s gut, Manon, tritt zu!
Manon, tritt zu!
Nimm immer, was sich dir bietet, mit!
Nimm immer...
Geh über Leichen mit starkem Schritt,
dein Leben lebt niemand als du.
Ich gehe. Du hast fünf Minuten Zeit
dich zu entscheiden.
Dann wirst du ihm ein Zeichen geben,
dass er kommen darf.

(Esce.
La porta si chiude da sé. Manon va avanti e
indietro, nervosa. Alla fine si siede sul letto, pensosa.
Prende una decisione. Va alla finestra e sporge un
fazzoletto.)

Intermezzo



QUADRO TERZO


(Elegante boudoir in casa di Monsieur Lilaque 
père. Manon scrive una lettera ad Armand)

MANON
Geliebter Armand,
manchmal fürchte ich,
dass du dir Sorgen
über mein Leben machst.
Dafür besteht kein Grund.
Du würdest staunen,
wenn du mich hier sähest,
und glücklich sein
über mein Wohlergehen.
Monsieur Lilaque, von dem ich
eine hohe Meinung habe,
ist ein aufmerksamer
und zärtlicher Freund.
Er behandelt mich wie eine Dame
und überhäuft mich mit Geschenken.
Er sagt, das sei der rechte
Rahmen für meine Schönheit.
Wie schade, geliebter Armand,
dass du mich hier
nicht besuchen kannst.
Doch fahre ich jeden
Nachmittag punkt vier
durch den Bois de Boulogne
in meinem kleinen Wagen,
Alfa Romeo, himmelblau und orange;
halt Ausschau dort!

(Entra Lescaut)

LESCAUT
Anstatt sich zu schmücken,
Lilaque zu entzücken,
schreibt meine Schwester Liebesbriefe.

MANON
Das ist eine Lüge!
Nie ist mir etwas ferner gewesen.
Ich bestell beim Züchter einen Pekinesen.

LESCAUT
Betrüge deinen Galant, doch tu es mit Verstand...

(prende la léttera e sfogliando)

Dacht ich es doch! Immer noch Ergüsse
an den grünen Jungen,
sentimentale Schwüre und Küsse!

MANON
Ist es wieder dir gelungen,
mich zu plagen!?

LESCAUT
Lass die unnützen Fragen!
Dich zu schützen
ist gerade noch zur Zeit geglückt.
Diese Dummheit wird
nicht abgeschickt.

(Straccia la lettera.)

MANON
Du willst mein Leben,
das gut und schön ist, verderben.

LESCAUT
Davon wirst du nicht sterben.
Ich aber muss von dir leben...

MANON
Ich kann dir nichts geben.

LESCAUT
Du musst! Lass mich gestehn,
die Geschäfte gehn nicht zum besten...
nicht zum besten...

MANON
Zu bekannt ist der Ton mir schon!

LESCAUT
Vom Wohlstand bescheidene Provision.

(Lescaut rompe la cassaforte.)

MANON
Die Scheine gehören Lilaque!

LESCAUT
Jetzt sind es meine.
Ich will sie behalten.
Mit Zärtlichkeit tröste
du den Alten,
wenn er zetert und schreit.

(Entra Lilaque père.)

LILAQUE PÈRE
Die Begrüssung muss ich missen,
die mich sonst zu Haus beglückt.
Darf ich denn den Grund nicht wissen,
wenn ein Kummer Sie bedrückt?

MANON,  LESCAUT
Ohne Kummer, ohne Sorgen,
ist Manon, wie immer, froh.
Doch sie hat am heut‘gen Morgen
den Besuch von Herrn Lescaut.

MANON, LILAQUE PÈRE, LESCAUT
Zartesten Familienbanden
will sie diese Stunde weihn.
Wenn Geschwister sich hier fanden,
muss ein Dritter störend sein.

LILAQUE PÈRE
Ganz gewiss nicht will ich stören,
inniges Familienglück.
Ohne mehr von Euch zu hören,
ziehe ich mich schnell zurück.

MANON, LESCAUT
Soviel Rücksicht ist zu loben.
Kurz wird unser Schwatz nur sein.
Pflegen Sie der Ruhe oben,
dann dinieren wir zu drein.

LILAQUE PÈRE
Soviel Rücksicht ist zu loben.
Kurz wird euer Schwatz nur‘ sein.
Pflege ich der Ruhe oben,
dann dinieren wir zu drein.

(Lilaque père frattanto si è accorto 
della cassaforte scassinata.)

Nur noch, Manon, eine Bitte:
Geben Sie mir gleich das Geld!

LESCAUT
Sonderbar scheint mir die Sitte
und verwundert mich gar sehr!

LILAQUE PÈRE
Sonderbar? Was soll das heissen?
Ich versteh nicht, was man denkt.

LESCAUT
Will man wieder an sich reissen,
was man eben erst verschenkt?

LILAQUE PÈRE
Hörten Sie von Schenkung sprechen,
war es nichts als Lug und Trug!

LESCAUT
Herr, Sie wollen sich erfrechen?
Komm, Manon, ich hab genug!

LILAQUE PÈRE
Hilfe! Hilfe! Mörder, Diebe!
Gutes Geld ist mir geraubt!

LESCAUT
Billig wäre deine Liebe,
hat der Geizhals wohl geglaubt!

MANON
(a Lilaque père)
Sich doch ja nicht aufzuregen,
war des Arztes weiser Rat.

LILAQUE PÈRE
Wie soll ich gesund mich pflegen,
wenn im Hause Missetat?

LESCAUT
Auf, Manon, nicht eine Stunde
bleibst du länger hier im Haus!

MANON
Schmerzlich Wort aus deinem Munde!

LILAQUE PÈRE
Schert euch schleunigst hier hinaus!

MANON
Haben Sie denn ganz vergessen...

LILAQUE PÈRE
Fort mit euch, verfluchtes Pack!

MANON
... wie wir zärtlich uns besessen...

LESCAUT
Euch zu dienen, Herr Lilaque!

MANON
Wie Sie‘s wünschen,
sei‘s, ich gehe. Ah...

LESCAUT
Schwester, du bist endlich frei!

(Manon e Lescaut se ne vanno.)

LILAQUE PÈRE
Wenn ich je euch wiedersehe,
rufe ich die Polizei!

Intermezzo



QUADRO QUARTO


(Biblioteca universitari. Armand e Francis, 
seduti a un tavolo al proscenio, stanno leggendo. 
Altri studenti davanti ai ripiani dei libri.)

MÄNNERCHOR (TENÖRE)
(nel fondo)
Ah! Lesbia mi dicit semper male
nec tacet umquam de nie.
Ah! Lesbia nie dispeream nisi amat.
Ah! Lesbia mi dicit...

MÄNNERCHOR (BÄSSE)
(nel fondo)
Lesbia mi dicit semper male
nec tacet umquam de nie.
Lesbia nie dispeream nisi amat.
Oh! Lesbia mi dicit...

FRANCIS
Von vielen Wundern
voll sind diese Stunden,
die mir die Bücher
und die Künste schenken.
Nie habe ich ein höheres
Glück empfunden.

ARMAND
Wie leer, ach wie leer,
wie leer doch diese
Zeit vorüber geht!
Ich kann an nichts als
an die Liebste denken,
die wie ein lichtes
Traumbild vor mir steht.

FRANCIS
Die Welt der Wissenschaft
lässt mich erschauernd
die grosse Wahrheit ahnen,
die besteht und immer sein
wird alles überdauernd.

ARMAND
Wie ein Gebet sprech
ich den schönen Namen.
Ich flüstre ihn,
in meinem Herzen trauernd,
und will bei dieser
Übung nie er lahmen.

CHOR
Quo signo?“ Quia sunt totidem mea:
deprecor illam assidue,
verum dispeream nisi, nisi amo, oh!

FRANCIS
Gestern habe ich
Manon Lescaut gesehen.

ARMAND
Manon Lescaut?

FRANCIS
Du erschrickst,
wenn du ihren Namen hörst?

ARMAND
Ich hatte ihn gerade
vor mich hingesprochen.

FRANCIS
Ich wusste nicht,
dass du noch an sie denkst.

ARMAND
Wo hast du sie gesehn?
Wo ist sie? Wie sah sie aus?

FRANCIS
Ich sah sie im Café.

ARMAND
Mit Lilaque?

FRANCIS
Nein, mit jemand anderem.
Weisst du denn nicht,
dass dieser Lilaque
sie mitsamt ihrem Bruder
hinausgeworfen hat?
Sie hat gestohlen oder... unterschlagen.
Die neueste Klatschgeschichte.

ARMAND
Manon tut nichts Schlechtes.
Ihr Bruder freilich ist ein ganz übler Typ.

FRANCIS
Sie macht doch alles mit.

ARMAND
Noch wenn sie in der Hölle wäre,
würde ich an sie glauben.

FRANCIS
Du bist vor Liebe blind.

(Si alza e si unisce ai lettori nel fondo)

CHOR
Verum dispeream nisi amo.
Iucundum, mea vita,
mihi proponis amorem
hunc nostrum inter nos
perpetuumque fore.

(Entra Manon, piano piano e inosservata si 
siede accanto ad Armand e legge nel libro di lui)

ARMAND
(leggendo)
Immer spricht Lesbia
schlecht über mich und
kann gar nicht schweigen.
Und doch möchte ich
meine Seele verwetten, dass
Lesbia mich liebt.“

CHOR
Verum dispeream nisi amo...
Verum dispeream
verum dispeream...

MANON
(leggendo)
Immer spricht Catullus
schlecht über mich und
kann gar nicht schweigen.
Und doch möchte ich
meine Seele verwetten dass
Catullus mich liebt.
Der Beweis? Bin ich selbst!
Auch ich verwünsche ihn dauernd.
Und verwett‘ doch die Seele,
dass ich ihn ganz und gar liebe.“

ARMAND
Der Beweis? Bin ich selbst!
Auch ich verwünsche sie dauernd.
Und verwett‘ doch die Seele,
das ich sie ganz und gar liebe.“


CHOR
Verum dispeream...

(Manon e Armand si guardano.)

Ah! Ah!
Iucundum,
mea vita, mihi proponis amorem
hunc nostrum inter nos
perpetuumque fore.
Di magni, facite ut vere promittere
possit, atque id sincere dicat
et ex animo, ut liceat nobis
tota perducere vita
aeternum hoc sanctae, sanctae
foedus amicitiae.

ARMAND
Du hast mir, o Freundin
versprochen, das unsre Liebe
glücklich von Jetzt bis in alle
Ewigkeit sein wird.
Götter, gebt ihr die Kraft,
dieses Versprechen zu halten!
Macht doch, dass all ihre Rede
echt aus dem Herzen ihr kommt!
Damit es gelingt,
unser ganzes künftiges
Leben nur dem heiligen Bund
unsrer Freund schaft zu weih‘n!“

MANON

Götter, gebt mir die Kraft,
dieses Versprechen zu halten!
Macht doch, dass all meine Rede
echt aus dem Herzen mir kommt!
Damit es gelingt,
unser ganzes künftiges
Leben nur dem heiligen Bund
unsrer Freund Schaft zu weih‘n!“


(S’alzano ed escono)

Intermezzo



QUADRO QUINTO


(Taverna. Armand si confronta con diverse figure 
nere che però non reagiscono in nessun modo e 
con nessun moto alle sue preghiere. Coro femminile 
nel fondo)

ARMAND
Hier die Scheine, wechselt sie um!
In den unvergleichlichen...

CHOR
Ah! Ah!

ARMAND
Traumstoff, der mir die faulende Welt
in eine komfortable Hölle verwandelt.

CHOR
Ah! Ah!

ARMAND
Nehmt nun schon das Geld
und verkauft mir dafür den Rausch,
der mich gewaltsam wegführt,
bis ich nichts andres mehr bin
als der Sklave,
der den Gott der Liebe schlägt,
weil ich für meine Sehnsucht
keine Erfüllung fand.
Wartet nicht mehr!
Wechselt das Geld mir endlich um in Träume!

(Giunge Lescaut con Lilaque fils, si 
guardano attorno e si siedono al bancone)

LILAQUE FILS
SIhre Schwester ist nicht hier.

LESCAUT
Doch sie wird sicher kommen,
dort ist ein Bekannter von ihr,
der kann uns Auskunft geben.

(Lescaut va verso Armand)

LESCAUT
Wo ist Manon?

ARMAND
Nicht hier.

LESCAUT
Das seh‘ ich. Wann kommt sie?

ARMAND
Sie hat versprochen,
heute abend hier zu sein.

LESCAUT
Ich sorge besser für Manon als Sie.
Sie lassen es zu,
dass sie sich in schlechter
Gesellschaft herumtreibt.
Ich aber führe sie
in den besten Kreisen ein.

ARMAND
Haben Sie Stoff für mich?

(Armand gli porge alcune banconote.)

LESCAUT
Ist das alles? 
Dafür gibt‘s nicht viel.

(Dà un pacchettino ad Armand
e ritorna da Lilaque fils.)

Meine Schwester wird gleich hier sein.

LILAQUE FILS
Seit ich sie gesehn
bei meinem Vater,
kann ich des Nachts
nicht mehr schlafen.
Glauben Sie, Lescaut,
dass sie mir geneigt ist?

LESCAUT
Ohne Zweifel, ohne Zweifel.

LILAQUE FILS
Legen Sie für mich
bei ihr ein Wörtchen ein?

LESCAUT
Euch zu dienen, Herr Lilaque.

(Entrata di Manon. Adesso è vestita d’inverno 
come tutti i presenti. Due ballerini a sinistra e a 
destra della ribalta, mostrano gli effetti della droga)

ARMAND
Verboten war es mir, mich umzusehn.
Ich hab es doch getan,
vor Sehnsucht stumm.
Ich sah Eurydike im Licht
der strengen Keuschheit,
die die jungen Toten umweht,
seltsam und lieblich lächelnd.
Dann löschte sie wie eine Kerze aus.
Ich bin Orpheus!
und glaube an den Rausch,
an den Traum, an den Tod!
Nehmen sie Ihre groben Hände
von meiner toten Geliebten,
von Manon LesCaut, fort!

(cerca di separare Lilaque di Manon)

LILAQUE FILS
Wie verzerrt der schöne Name,
der mir so lieb und hold!
Lass in Frieden diese Dame,
lächerlicher Trunkenbold!

(Spinge Armand cade a terra
e ancora delirante)

ARMAND
Ich habe eine neue Philosophie erfunden.
Eine Philosophie für die Toten.
Denn warum sollen nur die Lebenden
eine Philosophie haben,
da sie doch so viel vulgärer
und schlechter als die Toten sind?

(Si alza e tiene il braccio de Manón)

LESCAUT
Hören Sie doch auf, zu schwätzen
und an Manons Arm zu ziehn!
Wenn Sie sich gleich dorthin setzen,
geh ich Ihnen Kokain!

ARMAND
Ich brauche Ihr Gift nicht, Lescaut!
Ich sterbe vor Bitterkeit,
wenn ich Ihnen bei
der Arbeit zusehe, Leichenschänder!

MANON
Lieber Armand, setz dich wieder,
ich bin ganz und gar nicht tot.
Sehr bald sehen wir uns wieder.
Und zu Ende, und zu Ende ist die Not.

ARMAND
Selbst Gestorbene sind so verfeinert,
dass sie als Luxusgeschöpfe
dahindämmern wollen.
Dies aber ist bedeutungslos.
Auch im Tod darfst
du den Geist nicht verraten.

MANON, LESCAUT, LILAQUE FILS
Töricht ist das viele Reden,
das Geschäft kommt in Gefahr.
Schliesslich langweilt es doch jeden,
stets zu hören, was einst war.

ARMAND
O Manon, o Geliebte,
bin in grosser Gefahr.
O Manon, o Geliebte,
ich bin, Manon, in Gefahr!

MANON
Armand, Liebster, sei vernünftig,
blicke nicht so fürchterlich!
Sicher lieb‘ ich jetzt und künftig

niemand zärtlicher als dich!

LILAQUE FILS
Hab genug jetzt! Ich will gehen
und die Dame geht mit mir.
Kannst vor Saufen nicht mehr stehen.
Setz dich, Kerl, und bleibe hier!

(Armand viene spinto su una sedia; resta seduto 
privo di volontà e piomba nel sonno. Lilaque fils e
Manon se ne vanno rapidamente. Lescaut li segue.
Entra una giovane fanciulla, una ballerina. Cerca
Armand. Appena lo ha scorto, va da lui e gli 
consegna una lettera. Armand legge la lettera)

STIMME DER MANON
Geliebter Armand!
Sehr in Eile ein paar Worte.
Mein neuer Freund, der junge Lilaque,
verreist morgen Abend für eine Nacht.
Er wohnt im Hause neben seinem Vater,
du kennst die Adresse.
Damit du heute nicht mehr
so traurig sein musst,
schicke ich dir diesen Zettel
durch ein‘s der reizendsten

Mädchen von ganz Paris.

MÄNNERCHOR
(nel fondo)
Geliebter Armand! Geliebter Armand!

MANON
Deine treue Geliebte Manon Lescaut.

MÄNNERCHOR
Geliebter Armand!...

(Armand lascia cadere la lettera, e si riaddormenta.
La giovane fanciulla si stringe nelle spalle, va verso 
il bar, accende una sigaretta.)

Intermezzo



QUADRO SESTO


(A casa di Lilaque fils. La scena è divisa. Si vedono
un’anticamera, dove su un tavolino c’è un telefono, 
e la camera da letto di Lilaque fils. Vi si trovano un
grande letto, uno specchio dalla cornice dorata, un
quadro moderno, astratto, in posizione molto visibile.
Manon e Armand si sono alzati. È un mattino grigio.)

MANON
Aus der Bahnhofshalle
über die schiefe Kammer
in dieses Zimmer war ein weiter Weg.
Aber immer wieder, Armand,
auf allen Wegen ist
ein Stück Papier mit einer Adresse
vor deine Füsse gefallen.

ARMAND
In der grossen Bahnhofshalle
waren wir allein.
Niemand gab es auf der ganzen
Welt als dich und mich.
Hier ist ein andres.
Hier halte ich dich fest,
und du gehst doch weiter,
ohne dich umzusehn.

MANON
Aus dem goldnen Spiegel
schaut dich der charmante Armand an,
der aussieht, als wollt‘ er weinen
und ganz vergessen hat,
dass seine kleine Manon
sehr glücklich ist.

ARMAND
Du gehst und gehst und trägst
mein ganzes Leben mit dir fort.

MANON
Oh, geliebter Armand!

ARMAND
Oh, Manon!

(Entra Lescaut, guidato da un servitore che 
manifesta disappunto. Appena Lescaut è nella 
stanza, il servitore corre al telefono e vi parla
concitato.)

LESCAUT
(ad Armand)
Monsieur, Ihre Zeit ist jetzt abgelaufen.

ARMAND
Ich bin bereit, um wegzugehn.

LESCAUT
Man darf Sie hier nicht sehn.
Benutzen Sie die Hintertreppe.

ARMAND, MANON
Die Hintertreppe ist für solche
Zwecke nicht zu verachten.
Wir wissen es, da wir manche
Stunde auf ihr verbrachten.

ARMAND
Seitdem ich dich wiedergefunden, 
schickst du mich immer wieder fort.

LESCAUT
Dies ist nicht dei Ort für Diskussionen.
Verschonen Sie uns mit Ihrer Rage.
Glauben Sie mir, der das Leben kennt:
Alles, was ihr so Liebe nennt,
endet in der Kolportage.

ARMAND
Erst schien es zu eilen,
jetzt langweilen Sie Manon und mich
mit Ihren Worten, die ja doch nur immer
gleich hohl und leer.

LESCAUT
Seht einmal her!
ist dies Bild vielleicht ein Picasso?

ARMAND
Nein, Lescaut, kein Picasso.
Doch nicht schlechter.
Es ist ein echter Camarillo.

MANON, LESCAUT
Diese verzerrten Formen,
sind sie begehrt und etwas
wert bei den Experten?

ARMAND
Ich glaube schon.
Ich meine, dass es sehr schön ist,
wie ein Gedicht oder ein Lied.

LESCAUT
Was stellt es denn dar?

ARMAND
Nichts, es ist der Frühling,
die Sehnsucht, die Harmonie.

LESCAUT
Können Sie das beweisen?

ARMAND
Nein, Lescaut.

MANON, LESCAUT
Was soll das heissen?
Wie erkennt man überhaupt etwas?
Ganz im Ernst, ich hätte geglaubt,
es steht verkehrt!

MANON
Versuch, es umzudrehn,
ich kann nichts andres sehn
als wildestes Zickzack!

LESCAUT
Vielleicht ist‘s ein Portrait des älteren Lilaque!

MANON
Aha, wie‘ne dicke Eule!

LESCAUT
Sebastian an der Säule.

MANON
Viel eher ist es ein Mädchen auf dem Strich.

LESCAUT
Einerlei, was es immer sei,
ganz sicher gibt es Leute,
die heute für solchen
Unsinn Geld bezahlen.

MANON
Ich möchte so ein Bild nicht haben.

LESCAUT
Ich auch nicht, doch ich nehm es mit.
Es genügt ein Schnitt.

(Lescaut taglia il quadro dalla cornice.)

ARMAND
Lescaut, lassen Sie das sein!

LESCAUT
Mischen Sie sich nicht in solche Dinge ein.
Es ist verkäuflich, das scheint mir gewiss.
Meine Empfehlung, Manon, an Lilaque fils.

LILAQUE PÈRE
(nell’anticamera, al servitore)
Richtig war es, mich zu holen,
wenn sich hier Gesindel zeigt.
Hoffe, dass noch nichts gestohlen,
da man drinnen plötzlich schweigt.

(I tre nella stanza hanno sentito Lilaque père. 
Lescaut si nasconde, e Armand è dietro una 
tenda. Manon apre la porta e resta muta, con 
un sorriso cerimonioso, davanti a Lilaque père)

LILAQUE PÈRE
Kaum zu glauben, kaum zu fassen.
Seh ich recht,
Manon Lescaut.

MANON
Die Sie, hoff‘ ich, nicht mehr hassen.

LILAQUE PÈRE
Doch glaubt‘ ich Sie anderswo.

MANON
Ihr Herr Sohn ist nicht zu Hause
und ich warte hier allein.
Wollen Sie, nach langer Pause,
zu mir wieder freundlich sein?

LILAQUE PÈRE
Kind, ich habe dir vergeben,
und ich muss es dir gestehn: dass ich
nie in meinem ganzen Leben Schöneres als
dich gesehn.

MANON
Labsal ist es meinem Sehnen, dass Ihr Auge
wieder lacht, denn ich habe unter Tränen
Ihrer Liebe oft gedacht.

LILAQUE PÈRE
Liebste, wie ich dich begehre!
Doch hier stört die Dienerschaft.

(Vuole guidarla verso la camera da 
letto, lei indica la porta di fronte.)

Dieses Zimmers Atmosphäre hat
für mich besondere Kraft.

MANON
Nein, ich möchte lieber gehen
in Ihr reizendes Boudoir,
das so lang ich nicht gesehen
und wo ich so glücklich war.

LILAQUE PÈRE
Diese Wohnung zu verlassen,
wär nicht so, wie ich‘s gern hätt?

Mag mein Sohn mich darum hassen:
ich will dich in seinem Bett.
Wenn er‘s hier mit dir getrieben,
wäre das der rechte Ort,
um aufs Neue uns zu lieben,
grade hier und zwar sofort!

MANON
Ungemütlich ist das Zimmer,
seine Möbel sind zu schwer,
auch das Bild bedrückt mich immer
und es hemmt mich meistens sehr.

LILAQUE PÈRE
Nichts von Hemmung, nichts von Bangen,
kurz bemessen ist das Glück.
Sonst, bevor wir angefangen,
kommt auch noch mein Sohn zurück.

(Durante tutta la scena il servitore ha tentato 
invano di far capire a Lilaque père perché lo ha
chiamato. Lilaque père non gli dà retta. Adesso 
afferra Manon per il braccio piuttosto brutalmente 
e sospinge la porta. Poi si nota il furto)

Leer der Rahmen, o wie greulich,
nur Vernichtung trifft mein Blick!
Fand ich es auch ganz abscheulich,
war es doch ein teures Stück.

MANON
Teuer zwar, doch widerwärtig,
dient zur Zierde keinem Ort,
sah ja aus wie noch nicht fertig,
freun Sie sich doch, dass es fort!

(Lilaque père scorge le gambe
di Armand e di Lescaut.)

LILAQUE PÈRE
Hinter diesem Vorhang Beine!
Fremde Männer sind im Haus!
Keine Rücksicht nehm ich, keine,
niemand darf hier mehr hinaus!
Aus dein Spiel, du Luder!
Nicht nur dich hab ich, Manon,
auch den Liebsten und den Bruder!
Ruf die Polizei an, Jean!

(il servitore si precipita al telefono.)

LESCAUT
Lassen Sie uns durch, Sie alter Narr!

LILAQUE PÈRE
Hier geblieben, hier geblieben!
Nein, es hilft euch kein Geschrei!
Im Gefängnis kannst du lieben!
Keiner kommt an mir vorbei!

(Si è messo a braccia spalancate davanti alla porta.
Lescaut spinge una pistola in mano a Manon. Sparo.
Lilaque père si accascia. Il servitore rientra di corsa.
Lescaut passa davanti a lui, con il quadro arrotolato
sotto il braccio. Manon e Armand restano come
 impietriti. Arriva Lilaque fils con mantello e 
cappello. Alla sua vista Manon lascia cadere la 
pistola. Lilaque fils si china sul cadavere del padre.)

Intermezzo



QUADRO SETTIMO


(Davanti alla prigione in un giorno d’inverno)

ARMAND
(solo)
Zum letzten Mal in meinem Leben
werde ich meine Geliebte sehn.
Man führt sie von einem
Gefängnis in ein anderes,
als ob es nicht gleichgültig wäre,
hinter welchen Mauern
ihre Schönheit verfällt.
Die ganze Welt ist nur aus Mauern
zusammengefügt, zwischen
denen die Menschen sich
mit einsamen und irren
Schreien suchen!
Ich schreie nicht mehr.
Ich suche nicht mehr.
Mit leeren Händen warte
ich darauf zu sterben.
Auch nicht Orpheus, der Arme,
von den Mänaden zerfleischte,
hin ich mehr.
Die Lichter sind verloschen
wie Fakeln nach dem Fest,
und nur der Qualm des Pechs
lässt meine Augen weinen.
Ich wollte, ich wäre blind,
denn die Welt ist mir verloren.
Vom grauen Himmel fällt langsam
in dichten Flocken der Schnee.

(Si appoggia al muro. La porta della prigione si 
apre, escono un paio di ragazze legate, scortate 
da poliziotti. I passanti si avvicinano, i collegiali
attraversano la piazza cantando. Lilaque fils passa 
in vettura con Lilaque père.)

KINDER
Jubilate, exultate
Notre-Dame-des-Fleurs!
Fleurs, Fleurs...



CUADRO PRIMERO


(Vestíbulo de la estación de tren de una gran 
ciudad francesa. Movimiento intenso de viajeros,
vendedores de cigarrillos, estudiantes, familias,
prostitutas y vagos. En la mesa de un rincón se 
sientan Armand y Francis, intentando leer. El 
altavoz anuncia la salida de un tren. Francis se
levanta, golpea el hombro de Armand en señal de
despedida y se aleja. Entra Manón acompañada 
de su hermano Lescaut. Ambos se sitúan en una 
mesa cercana a la de Armand. Lescaut se levanta 
y se dirige al bar. Manón evita mirar Armand, y
finalmente toma un cigarrillo)


ARMAND

(Se ofrece a encenderle el cigarrillo)
Señorita, ¿me permite una pregunta?
¿Usted también se dirige a París?

MANÓN
No, señor, ¡oh, no!
me llevan a Lausana.
A Lausana, en el lago Ginebra,
a un internado.

ARMAND
¿A Lausana, en el lago de Ginebra?...
¿A un internado para niñas de buena familia, señorita?

MANÓN
No soy una muchacha de buena familia, señor.
Soy una muchacha con muchos sueños, 
muchos deseos y mucha soledad.

ARMAND
No sólo las muchachas están solas,
también los estudiantes lo están,
en una gran ciudad como París.
Es una ciudad cruel.
Salimos de nuestros nidos
para ir a la Sorbona 
y creemos poder vivir como en nuestro hogar,
en paz con todos.
Cuando pasa una muchacha,
de piernas delgadas
y boca pintada de escarlata;
una diosa de carne y hueso
inaccesible para un estudiante
que por primera vez comprende
que está solo.
Si aun le quedan fuerzas,
sigue a la muchacha
que con paso ligero transita
por la Rue de la Paix dejándose deslumbrar
por el brillo de los escaparates,
por una joya que pronto brillará
sobre la piel arrugada
de una vieja norteamericana.
La muchacha va rápidamente
a los Campos Elíseos.
El estudiante la sigue hasta la plaza de l'Etoile, 
y si la muchacha
lo permitiera,
hasta el fin del mundo.
Pero en el hotel Rond Point
ella sube a una limusina
conducida por un hombre gordo.
Se marcha con él, dejando al estudiante
con un palmo de narices.

MANÓN
Quizá ella corte un pedazo de papel de su agenda 
y lo tire por la ventanilla
a los pies del estudiante.
En ese trozo de papel
hay una dirección escrita
con lápiz labial.

ARMAND
¡Señorita!

MANÓN
Señor, mi nombre es Manón.

ARMAND
¿Comprende, Manón, lo que sucede?
¿Advierte la dulzura y el amor
en el bullicio que nos rodea?
¿Nota como este gran andén,
en el que estamos sentados,
participa de nuestro juego?
Confíe en mí.
Lentamente, perdidos en nuestros sueños,
pasemos sigilosos ante el revisor.

MANÓN
Tranquilos, sin preocuparnos,
sumergidos en nuestros sueños,
pasemos sigilosos ante el revisor,
mientras cambiamos la dirección de nuestros equipajes.

(Se levantan y lentamente se 
alejan observados por Lescaut, 
que sigue en el bar bebiendo.)

Interludio



CUADRO SEGUNDO


(Pequeña buhardilla en París. Por la mañana. 
Manón y Armand en la cama)

ARMAND
¡
Oh, dice la cortina blanca!
No he visto nada,
no he visto nunca algo tan hermoso...

MANÓN
No he visto nada tan hermoso.
No he visto nada tan hermoso.
No he visto nada tan hermoso.

ARMAND
No, no he visto nada dice la novia.
No, no he visto nada, dice la cortina blanca.

MANÓN
Ayer encontré...

ARMAND
¿A un hombre?

MANÓN
No, un sombrero de paja blanco.
Su ala vibraba deliciosa
como el tutú de una bailarina.

ARMAND
Todo lo que tocas se vuelve delicioso.
Ya te lo veo puesto,
cubriendo tu rostro.

MANÓN
¡No lo sueñes!
Muy pronto lo podrás ver.
Voy a buscarlo hoy mismo.

ARMAND
Manón, eso no puede ser, ya sabes que 
hace varias semanas mi padre no me manda dinero 
pues he abandonado los estudios.

MANÓN
¿Ya no tienes dinero?
¡Qué tristeza!
¿Y qué podemos hacer?

ARMAND
Tal vez pueda ayudarnos
mi amigo Francis.

MANÓN
¡
Sí, date prisa! 
Así hoy estaré tan hermosa como siempre, 
hermosa como siempre...
hermosa como...

(Armand sale. Se oye el crujido de una puerta.
Manón se sobresalta y, al levantar las cortinas de 
la ventana, se hace visible la figura de Lescaut.)

MANÓN
¿Quién anda ahí?...
¡Lescaut!
Seguro que vienes a pedirme dinero.

LESCAUT
No, simplemente deseo un pequeño favor 
que requiere de tus encantadores pechos.

MANÓN
¿Y eso le está permitido a un hermano?

LESCAUT
No, no es para mí, es para un nuevo pretendiente.

MANÓN
¡
Por favor, habla en voz baja!

LESCAUT
Está ahí, en frente de la casa.

MANÓN
Puede permanecer allí todo el tiempo que desee.

LESCAUT
Es gordo...

MANÓN
¡Qué seductor!

LESCAUT
... viejo...

MANÓN
¡Qué belleza!

LESCAUT
... pero muy rico.

MANÓN
¡Qué suerte!

(Armand regresa y saluda a Lescaut 
con una hostilidad no disimulada.)

ARMAND
Monsieur...

LESCAUT
Monsieur...

(Armand se dirige hacia la salida. Manón 
va tras él. En la puerta se abrazan.)

ARMAND
Vuelvo enseguida.

(Sale)

LESCAUT
Ha parecido un beso,
pero ha sido tan sólo una coz.
¡Bien, Manón, sigue!
¡Manón, sigue!
¡Toma siempre lo que te ofrezcan!
Tómalo siempre...
Cuanto más pronto olvides,
más alto ascenderás.
No amarás a ese gordinflón
que te espera allí abajo ansioso,
pero yacerás con él.
Su calvicie brillará para ti
como la luna plateada
que entra en esta miserable alcoba.
Ha parecido un beso,
pero ha sido tan sólo una coz.
¡Bien, Manón, sigue!
¡Manón, sigue!
¡Toma siempre lo que te ofrezcan!
Siempre, tómalo...
Pisa sin piedad sobre los cadáveres,
tu vida es tuya y sólo hay una.
Me voy. 
Tienes cinco minutos para decidirte.
Si accedes, 
hazle una señal  
para que pueda subir.

(Sale cerrando la puerta tras sí. Manón va y 
viene con nerviosismo. Se sienta en la cama, 
pensativa. Finalmente toma una decisión. 
Va a la ventana y agita un pañuelo)

Interludio



CUADRO TERCERO


(Elegante gabinete de la casa del señor Lilaque 
padre. Manón escribe una carta a Armand)

MANÓN
Amado Armand,
temo que tal vez
estés preocupado
por mi vida.
No debes hacerlo.
Te sorprenderías
si me vieras aquí,
y te sentirías feliz
de mi bienestar.
Monsieur Lilaque,
a quien estimo mucho,
es un amigo
tierno y cariñoso.
Me trata como una dama,
y me cubre de regalos.
Él dice que son el marco perfecto
para mi belleza.
¡Qué lástima, amado Armand,
que no puedas
venir a verme aquí!
¡Pero todas las tardes
a las cuatro en punto
voy al Bois de Boulogne
en mi deportivo, un Alfa Romeo,
de color azul cielo y anaranjado;
¡Búscame allí!

(Entra Lescaut)

LESCAUT
En lugar de estar maquillándose,
para encandilar a Lilaque,
mi hermana escribe cartas de amor.

MANÓN
¡Eso no es cierto!
Nada más lejos de mí.
Quiero comprar un pequinés de compañía.

LESCAUT
Engaña a tu galán, pero hazlo con talento...

(toma la carta y la ojea)

¡Ya lo sospechaba! Como siempre, 
efusiones amorosas, por el gentil joven,
juramentos románticos y ¡besos!

MANÓN
¿Otra vez vienes
a atormentarme?

LESCAUT
Termina con tus inútiles preguntas.
Aún  estoy a tiempo
de protegerte.
Esta tontería
no será enviada.

(rompe la carta.)

MANÓN
¡Quieres arruinar mi vida,
feliz y bella!

LESCAUT
No te vas a morir.
Pero yo tengo que vivir... de ti.

MANÓN
No puedo darte nada.

LESCAUT
¡Debes hacerlo! Te lo confieso,
el negocio no está yendo demasiado bien...
no va demasiado bien...

MANÓN
¡Esa vieja historia me es muy conocida!

LESCAUT
Se necesitan muchos recursos para vivir bien.

(Lescaut fuerza la caja fuerte)

MANÓN
¡Esos billetes son de Lilaque!

LESCAUT
¡Ahora son míos!
Me los quedaré.
Cuando el anciano
grite y aúlle,
consuélalo.

(Entra Lilaque padre.)

LILAQUE PADRE
No pretendo 
que se celebre mi regreso 
pero, ¿puedo saber 
qué ocurre aquí?

MANÓN,  LESCAUT
Sin angustias, sin preocupaciones,
Manón, como siempre, está feliz.
Simplemente esta mañana recibe
la visita del señor Lescaut.

MANÓN, LILAQUE PADRE, LESCAUT
A los tiernos lazos familiares
ella va a dedicar la próxima hora.
Cuando dos hermanos se reencuentran,
un tercero será siempre un tercero en discordia.

LILAQUE PADRE
Ciertamente que no es mi intención
perturbar la feliz intimidad familiar,
y sin nada más que añadir,
me retiro inmediatamente.

MANÓN, LESCAUT
Tanta cortesía es encomiable.
Nuestra conversación será breve.
Ve a descansar un poco allá arriba,
y luego almorzaremos los tres juntos.

LILAQUE PADRE
Tanta cortesía es encomiable.
Vuestra conversación será breve.
Voy a descansar un poco allá arriba,
y luego almorzaremos los tres juntos.

(Lilaque padre en ese momento 
observa la caja fuerte forzada.)

Pero antes, Manón, te lo suplico:
¡devuélveme el dinero!

LESCAUT
¡Me parece extraña esa reacción
y me asombra mucho!

LILAQUE PADRE
¿Extraña? ¿Qué quiere decir?
No entiendo que quiere decir.

LESCAUT
¡Sólo queremos recuperar 
lo que un día nos fue regalado!

LILAQUE PÈRE
Si ha oído hablar de un regalo,
¡eso han sido sólo mentiras y engaños!

LESCAUT
Señor, ¡cómo se atreve!
¡Ven, Manón, esto es demasiado!

LILAQUE PADRE
¡Ayuda! ¡Auxilio! ¡Asesinos! ¡Ladrones!
¡Han robado mi dinero!

LESCAUT
¡Este despreciable avaro 
ha creído que tu amor era gratuito!

MANÓN
(a Lilaque padre)
El médico te ha aconsejado
que no te alteres.

LILAQUE PADRE
¿Cómo puedo curarme,
teniendo delincuentes en mí casa?

LESCAUT
¡Vamos, Manón, no permanezcas
una hora más en esta casa!

MANÓN
¡Palabras dolorosas!

LILAQUE PADRE
¡Márchense de aquí al instante!

MANÓN
Acaso has olvidado...

LILAQUE PADRE
¡Fuera, malditos canallas!

MANÓN
... con qué ternura y pasión...

LESCAUT
¡Un placer, señor Lilaque!

MANÓN
Como quieras...
Está bien, me voy. ¡Ah!...

LESCAUT
¡Hermana, por fin eres libre!

(Manón y Lescaut se marchan.)

LILAQUE PADRE
¡Si vuelven por aquí
llamaré a la policía!

Interludio



CUADRO CUARTO


(Biblioteca universitaria. Armand y Francis, 
sentados en una mesa, leyendo. Otros 
estudiantes ante los estantes de libros.)

CORO MASCULINO (TENORES)
(Al fondo, recitando poemas de Catulo)
¡Ah! Lesbia siempre me dice malas palabras,
y nunca dejas de hablar de mí:
¡Ah! Que yo pueda morir si Lesbia no me ama.
¡Ah! Lesbia siempre me dice... 

CORO MASCULINO (BAJOS)
(En el fondo)
¡Ah! Lesbia siempre me dice malas palabras,
y nunca deja de hablar de mí:
Que yo pueda morir si Lesbia no me ama.
¡Ah! Lesbia siempre me dice... 

FRANCIS
Llenas de numerosas maravillas
están estas horas
que los libros y las artes
me otorgan.
Nunca he experimentado
una alegría tan noble.

ARMAND
¡Qué en vano, ah, qué en vano,
qué en vano
pasa el tiempo!
No puedo pensar
en otra cosa que en mi amada,
que permanece ante mí
como una lúcida visión.

FRANCIS
El mundo de la ciencia,
con un escalofrío,
me hace intuir la gran verdad
que subsiste y que siempre persistirá,
sobreviviendo a todo.

ARMAND
Como una oración
pronuncio su hermoso nombre.
Lo susurro,
con el corazón afligido,
y nunca cesaré
en ese ejercicio.

CORO
"¿Qué deduzco?” Mi situación es igual: 
La maldigo constantemente,
pero puedo perecer si no la amo. ¡Ah!

FRANCIS
Ayer vi
a Manón Lescaut.

ARMAND
¿Manón Lescaut?

FRANCIS
¿Tiemblas al oír
su nombre?

ARMAND
Apenas lo he pronunciado
para mis adentros.

FRANCIS
No sabía que pensabas
todavía en ella.

ARMAND
¿Dónde la has visto?
¿Dónde? ¿Cómo aparentaba estar?

FRANCIS
La vi en el café.

ARMAND
¿Con Lilaque?

FRANCIS
No, con otra persona.
¿Pero acaso no sabes 
que ese tal Lilaque
la ha expulsado de su casa
junto con su hermano?
Al parecer, ellos le robaron...
Ese es el último chisme.

ARMAND
Manón no es capaz de hacer eso, sin embrago,
su hermano, es realmente un mal sujeto.

FRANCIS
Sin embargo, parece que ella fue su cómplice...

ARMAND
Aunque me fuera al infierno,
seguiría creyendo en ella.

FRANCIS
Estás cegado por el amor.

(Se levanta y se une a los lectores del fondo)

CORO
¡Que muera si no la amo!
La vida, 
agradablemente propone, 
que nuestro amor
sea perpetuo.

(Entra Manón y, sin ser observada, se sienta junto 
a Armand y lee su libro por encima del hombro)

ARMAND
(leyendo)
"Lesbia me insulta
y siempre 
está hablando mal de mí.
¡Que yo muera
si Lesbia
no me ama! "

CORO
Puedo perecer si no la amo...
Puedo perecer,
puedo perecer...

MANÓN
(leyendo)
"Catulo 
me insulta
y siempre está hablando mal de mí.
¡Que yo muera
si Catulo
no me ama!
¿Y cual es el motivo? ¡Yo soy la prueba!
Le maldigo constantemente,
pero puedo morir
si no lo amo".

ARMAND
“¿Y cual es el motivo? ¡Yo soy la prueba!
Le maldigo de continuo,
pero que yo muera
si no la amo".

CORO
Puedo perecer...

(Manón y Armand se miran.)

¡Ah! ¡Ah!
Gozosamente,
la vida me propone que,
éste, nuestro amor,
dure eternamente.
¡Gran Dios, haz que pueda prometer,
sincera y cordialmente,
que este pacto 
sagrado y eterno de amistad,
pueda mantenerlo
durante toda la vida!

ARMAND
"Felizmente, amiga mía,
el amor nos promete
que el nuestro 
será gozoso por siempre.
¡Dioses, haced que ella
mantenga su promesa,
sincera
y cordialmente!
Y que durante 
el resto de nuestras vidas
se conserve el pacto eterno
de sagrada amistad "

MANÓN
"Dioses, permitid que yo pueda 
mantener mi promesa,
sincera
y cordialmente!
Y que durante 
el resto de nuestras vidas
se conserve el pacto eterno
de sagrada amistad "

(se levantan y salen.)

Interludio



CUADRO QUINTO


(En una taberna. Armand se dirige a varias 
figuras oscuras, que no reaccionan ni dicen 
nada ante sus ruegos. Coro femenino en el 
fondo)


ARMAND
Aquí están los billetes,
denme la incomparable droga...

CORO
¡Ah! ¡Ah!

ARMAND
... que transforme este maldito mundo
en un cómodo infierno para mí.

CORO
¡Ah! ¡Ah!

ARMAND
¡Vamos, tomen el dinero
y véndanme la ebriedad 
que me arranque con fuerza de mí mismo,
hasta que me convierta
en el esclavo
que azota el dios del amor!
¡No he logrado
satisfacción en mi pasión!
¡No se demoren!
¡Transformen en sueños mi dinero!

(Lescaut llega con el hijo de Lilaque, mira a 
su alrededor y ambos se sientan en la barra.)

LILAQUE HIJO
Su hermana no está aquí.

LESCAUT
Pero sin duda vendrá.
Allí hay un conocido
que nos puede dar noticias de ella.

(Lescaut se acerca a Armand.)

LESCAUT
¿Dónde está Manón?

ARMAND
No está aquí.

LESCAUT
Eso lo veo. ¿Cuándo vendrá?

ARMAND
Ha prometido
que va a estar aquí esta noche.

LESCAUT
Me preocupa Manón
porque tú le has permitido
andar en malas compañías.
En cambio, yo, 
la he introducido
en los círculos más selectos.

ARMAND
¿Tienes droga?

(Armand le entrega algunos billetes)

LESCAUT
¿Esto es todo?... 
Confórmate con esto...

(Le da un paquete a Armand y luego
vuelve con el hijo de Lilaque.)

Mi hermana estará aquí pronto.

LILAQUE HIJO
Desde que la vi
en casa de mi padre,
no he podido dormir
ni una sola noche plácidamente.
Lescaut, 
¿crees que me aceptará?

LESCAUT
Sin duda, sin duda.

LILAQUE HIJO
¿Le hablarás
bien de mí?

LESCAUT
¡
Estoy a su servicio señor Lilaque!

(Entra Manón vestida, como todos los presentes, 
de invierno. Dos figurantes muestran estar bajo 
los efectos de la droga)

ARMAND
Me estaba prohibido mirar a mí alrededor.
Sin embargo, lo hice,
guiado por una pasión silenciosa.
He visto a Eurídice
a la luz de la rígida castidad
que rodea a los jóvenes muertos.
Tenía una extraña y amable sonrisa.
Luego, se apagó como una vela.
¡Soy Orfeo!
¡Y creo en la droga,
en el sueño, en la muerte!
¡Apartad vuestras ásperas manos
de mi amante muerta,
de Manón Lescaut!

(Trata de apartar a Lilaque de Manón)

LILAQUE HIJO
¡Cómo se atreve a degradar ese bello nombre,
para mí tan querido y noble!
¡Deje en paz a esta dama,
borracho ridículo!

(Empuja a Armand que cae 
al suelo y sigue desvariando)

ARMAND
Descubrí una nueva filosofía.
Una filosofía para los muertos.
¿Por qué solamente los vivos
deben tener una filosofía?
¡Sin embargo, los vivos son mucho 
más vulgares y malvados que los muertos!

(se levanta y toma a Manón por un brazo)

LESCAUT
¡Deja de una vez por todas 
de sacudir el brazo de Manón!
¡Si te sientas ahí,
te daré la cocaína!

ARMAND
¡No necesito su veneno, Lescaut!
¡Muero de amargura
al observar la obra 
de los profanadores de cadáveres!

MANÓN
Querido Armand, siéntate,
no estoy muerta ¿ves?
Muy pronto nos veremos de nuevo.
Esto es el final, el fin del sufrimiento.

ARMAND
¡
Los muertos son tan refinados,
que renacen
como criaturas de placer!
Pero eso no cuenta.
Ni siquiera en la muerte
se debe traicionar al espíritu.

MANÓN, LESCAUT, LILAQUE HIJO
Es una locura seguir discutiendo.
El asunto puede terminar mal.
El mismo aburrimiento de costumbre,
estoy harto de oír siempre lo mismo.

ARMAND
¡Oh, Manón, oh amada
estoy en gran peligro!
¡Oh Manón, oh amada,
estoy en peligro, Manón!

MANÓN
¡Armand, amor, reflexiona,
detén esa terrible mirada!
¡Sí, ahora te amo, y a nadie
amaré más que a ti!

LILAQUE HIJO
¡Basta! 
Me quiero ir, y la señora vendrá conmigo.
Usted no puede dejar de beber.
¡Siéntese, miserable, y quédese aquí!

(Armand es empujado hasta una silla, en donde 
se sienta carente de voluntad y queda dormido. 
El hijo de Lilaque y Manón salen rápidamente. 
Lescaut los sigue. Entra una muchacha, una 
bailarina. Busca a Armand. Apenas lo ve, va hacia 
él y le da una carta. Armand la lee.)

VOZ DE MANÓN
¡Amado Armand!
Unas pocas palabras a toda prisa.
Mi nuevo amigo, 
el joven Lilaque,
mañana estará ausente por una noche.
Él vive junto a la casa de su padre,
conoces la dirección.
Y para que no estés triste, 
te envío esta nota 
por medio de una de las muchachas 
más atractivas de todo París.

CORO MASCULINO
(en el fondo)
¡Amado Armand!

MANÓN
Tu amante fiel, Manón Lescaut.

CORO MASCULINO
¡Amado Armand!...

(Armand deja caer la carta y se vuelve a dormir. 
La joven se encoge de hombros, va al bar y 
enciende un cigarrillo.)

Interludio



CUADRO SEXTO


(Casa de Lilaque hijo. La escena se divide 
en dos: una antesala donde hay un teléfono 
sobre una mesa; y la alcoba de Lilaque hijo 
con un gran lecho, un espejo de marco dorado 
y una pintura abstracta. Manón y Armand 
están de pie. Es una mañana gris.)

MANÓN
Es largo el camino transitado
desde el andén de la estación
hasta esta triste habitación.
Pero siempre, Armand,
por todas las calles, 
siempre ha caído a tus pies 
un pedazo de papel con una dirección.

ARMAND
En la gran sala de la estación
estábamos solos.
En todo el mundo
no había nadie más que tú y yo.
Aquí todo es diferente.
Aquí te tengo cerca,
y sin embargo te vas
sin darte la vuelta para mirarme.

MANÓN
En ese espejo dorado
observo a mi encantador Armand
que parece querer llorar,
y se ha olvidado
que su pequeña Manón
es muy feliz.

ARMAND
Tú te vas y te vuelves a ir,
llevándote contigo toda mi vida.

MANÓN
¡Oh, amado Armand!

ARMAND
¡Oh, Manón!

(Entra Lescaut, guiado por un criado que 
manifiesta fastidio. Cuando Lescaut ya está 
en la habitación, el criado corre hacia el 
teléfono y habla con excitación)

LESCAUT
(a Armand)
Monsieur, su tiempo aquí ha terminado.

ARMAND
Estoy listo para irme.

LESCAUT
No tienen que verlo aquí.
Utilice la escalera de servicio.

ARMAND, MANÓN
Sí, será conveniente utilizar
la escalera de servicio,
pues ya han pasado 
varias horas desde que llegamos.

ARMAND
Siempre que te vuelvo a encontrar,
me echas de tu lado.

LESCAUT
Este no es el lugar adecuado para discutir.
Ahórrese su furor.
Créanme, yo conozco la vida.
Todo lo que ustedes dos llaman amor,
termina como un romance de folletín.

ARMAND
Ahórrese su palabrería,
nos aburre a Manón y a mí.
Siempre con sermones 
monótonos y huecos.

LESCAUT
¡Eh! ¡Miren!
Este cuadro ¿no es un Picasso?

ARMAND
No, Lescaut, no es un Picasso.
Pero no es menos valioso.
Es un auténtico Camarillo.

MANÓN, LESCAUT
Estas formas distorsionadas
y estas rayas... 
¿tienen valor?

ARMAND
Es valioso.
Es tan hermoso
como un poema o una canción.

LESCAUT
Pero ¿qué representa?

ARMAND
Nada... la primavera...
el deseo... la armonía.

LESCAUT
¿Está usted seguro?

ARMAND
No, Lescaut.

MANÓN, LESCAUT
¡Vaya!
¿Se puede comprender algo así?
¡Jamás hubiera pensado 
que pudiera tratarse de una obra maestra!

MANÓN
Trata de girarlo...
¡Yo no veo más que un zigzag 
totalmente desordenado!

LESCAUT
¡Tal vez sea el retrato del señor Lilaque!

MANÓN
¡Ah, sí, como un búho gordo!

LESCAUT
O San Sebastián en la columna...

MANÓN
Más bien, una chica de la calle.

LESCAUT
De todos modos, sea lo que fuere,
hoy en día hay personas
que pagan fortunas
por estas tonterías.

MANÓN
Yo no quisiera tener un cuadro así.

LESCAUT
Yo tampoco, pero lo tomo.
Sólo basta con un pequeño corte.

(Lescaut corta y saca la pintura del marco.)

ARMAND
¡Lescaut, déjalo!

LESCAUT
No te metas en esto.
Con seguridad se puede vender...
Manón, mi agradecimiento a Lilaque hijo.

LILAQUE PADRE
(desde la antecámara, al sirviente)
Hiciste muy bien en llamarme
estando semejantes pícaros en la casa.
Espero que no hayan robado nada.
Ahí dentro hay un repentino silencio.

(Al oír a Lilaque padre, Lescaut y Armand se 
esconden detrás de una cortina. Manón abre 
la puerta y permanece en silencio, con una 
sonrisa ceremoniosa, ante Lilaque padre)

LILAQUE PADRE
¡Increíble! Inconcebible!
¿A quien veo aquí?
¡A Manón Lescaut!

MANÓN
Que espera que usted deje de odiarla... 

LILAQUE PADRE
¡Pensé que te habías ido!

MANÓN
Señor, su hijo no está en casa
y llevo esperándolo mucho tiempo.
¿Aún quiere usted 
seguir siendo mi amigo?

LILAQUE PADRE
Muchacha, te he perdonado,
y debo confesártelo:
a lo largo de mi vida nunca he visto
a alguien más hermosa que tú.

MANÓN
Me reconforta comprobar que sus ojos,
aun entre lágrimas, puedan reír.
A menudo he pensado en su amor.

LILAQUE PADRE
¡Querida, cuánto te deseo!
Pero aquí...  la servidumbre...

(quiere conducirla a la alcoba,
pero ella le señala la puerta principal.)

La atmósfera de esta habitación
posee una fuerza particular para mí.

MANÓN
No.
Prefiero ir a su acogedor gabinete,
no lo he visto desde hace mucho tiempo
y allí he sido muy feliz.

LILAQUE PADRE
En cambio, yo preferiría
no abandonar este aposento.
Aunque mi hijo me odie,
te quiero aquí, en su cama conmigo.
Sí, él debería estar aquí, contigo,
y en cambio se ha ido con sus amigos...
Es de justicia que de nuevo tú y yo
nos amemos... ¡Ahora mismo!

MANÓN
¡Es incómoda esta habitación!
Los muebles son demasiado molestos...
Incluso el cuadro me oprime,
me inhibe.

LILAQUE PADRE
Nada de inhibiciones ni de temores,
la felicidad es muy breve.
Antes de que empecemos,
puede regresar mi hijo.

(Durante toda la escena anterior el sirviente ha
tratado en vano de hacer comprender a Lilaque 
padre del por qué lo ha llamado. Lilaque no le 
presta atención y, aferrando a Manón por un brazo,
empuja la puerta. Entonces se percata del robo) 

¡El marco está vacío!... ¡Oh, qué horror!
¡Mis ojos sólo ven ruina!
Aunque me parecía detestable,
era una pintura muy cara.

MANÓN
Cara, sin duda, pero desagradable,
nadie sabía dónde ponerlo,
ni siquiera parecía terminado; 
¡Debe alegrarse de que ya no esté!

(Lilaque padre descubre los 
pies de Armand y Lescaut)

LILAQUE PADRE
¿Y esos pies tras la cortina?
¡Hay extraños en la casa!
¡No tendré ninguna consideración,
no podrán escapar!
¡Tu juego se ha terminado, zorra!
¡No sólo encuentro aquí a Manón,
sino también a su amante y a su hermano!
¡Jean, llama a la policía!

(El sirviente se precipita al teléfono.)

LESCAUT
¡Déjame ir, viejo estúpido!

LILAQUE PADRE
¡Te quedarás aquí, aquí!
¡De nada te servirá gritar!
¡Ya gemirás en la cárcel!
¡Nadie saldrá de aquí!

(Se pone con los brazos abiertos ante la puerta.
Lescaut pone una pistola en manos de Manón. 
Ella dispara. Lilaque Padre cae. El sirviente regresa
corriendo. Lescaut escapa con la pintura enrollada
bajo el brazo. Manón y Armand quedan petrificados.
Llega Lilaque hijo con capa y sombrero. Al verlo
Manón dejar caer el arma. Lilaque hijo se inclina
sobre el cuerpo inerte de su padre.)

Interludio



CUADRO SÉPTIMO


(Exterior de la prisión, un día de invierno)

ARMAND
(Solo)
Por última vez
voy a ver a mi amada.
La trasladan
de una prisión a otra,
como si no importaran 
que su belleza se marchite 
tras esos muros.
Todos estamos encerrados entre muros,
dentro de los cuales
nos buscamos unos a otros
entre gritos, 
solitarios y extraviados.
Yo no grito más.
No busco más.
Con las manos vacías
espero la muerte.
Sólo soy
el miserable Orfeo,
desgarrado por las ménades.
Las luces se han apagado
como antorchas después de la fiesta,
y el humo de la brea
hace llorar mis ojos.
Me gustaría estar ciego,
porque el mundo se ha acabado para mí.
Del cielo gris ya sólo caen, lentamente,
densos copos de nieve.

(Se apoya en la pared. Se abre la puerta de la 
prisión y salen un par de chicas encadenadas,
escoltadas por policías. Los transeúntes pasan; 
los colegiales atraviesan la plaza cantando. 
Lilaque, padre e  hijo, pasan en un coche)

MUCHACHOS
¡Alegraros!
¡Alabad a Nuestra señora de las Flores!
Flores, flores...



Digitalizado y traducido por:
José Luís Roviaro 2016