ARABELLA

 

 

 

Personajes

 

ARABELLA

CONDE WALDNER

ADELAIDA

ZDENKA

MANDRYKA

MATEO

CONDE ELMER

CONDE LAMORAL

CONDE DOMINIK

ADIVINA

                          Hija del conde Waldner   

                    Noble austriaco, venido a menos

                             Esposa de Waldner

               Hija de Waldner, enamorada de Mateo


             Rico hacendado, pretendiente de Arabella

            Oficial austriaco, pretendiente de Arabella
 
                      Noble, pretendiente de Arabella

                      Noble, pretendiente de Arabella

                     Noble, pretendiente de Arabella

                            Echadora de cartas

                                    Soprano

                                          Bajo

    
                      Mezzosoprano

                                    Soprano

                                    Barítono
 
                                        Tenor

                                        Tenor

                                          Bajo

                                    Barítono

                                    Soprano

 

La acción se desarrolla en Viena, a mediados del siglo XIX.

ERSTER AUFZUG


(Salon in einem Wiener Stadthotel. Flügeltür in der Mitte. 
Rechts vorne ein Fenster , weiter rückwärts eine Tür. Links 
gleichfalls eine Tür. Der Salon ist reich und neu möbliert 
im Geschmack der 1860er Jahre. Adelaide mit der 
Kartenaufschlägerin an einem Tisch links. Zdenka in 
Knabenkleidern, rechts beschäftigt, auf einem anderen 
Tischerl Papiere zu ordnen)

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Die Karten fallen besser als
das letzte Mal.

ADELAIDE
Das gebe Gott!

(Es klopft.)

Nur keine Störung jetzt!

(Zdenka läuft an die Mitteltür. Man
gibt ihr von draußen etwas herein.)

ZDENKA
Mein Vater ist nicht hier,
die Mutter hat Migräne!
Kommen Sie später. –
Es ist wieder eine Rechnung!

ADELAIDE
(abwinkend)
Jetzt nicht! Leg’ sie dorthin!

ZDENKA
Es liegen schon so viele da!

ADELAIDE
Still, still! Wie liegen unsere Karten?
Die Sorge und die Ungeduld verzehren mich!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
(über die Karten gebeugt)
Beruhigen Sie sich.
Die Erbschaft rückt schon näher...
nur langsam!

ADELAIDE
(mit gerungenen Händen)
Nein, wir können nicht mehr warten!
Es gibt nur eine Hoffnung:
die baldige Vermählung unserer Arabella!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Den Vater seh’ ich,
Ihren Herrn Gemahl – o weh,
die Sorge steht ihm nah –
ganz finster ist’s um ihn.
Er kämpft, er spielt – oh weh, und er verspielt
schon wieder die große Summe.

ADELAIDE
Heil’ge Mutter Gottes!
Komm mir zu Hilfe durch mein schönes Kind!
Um Gottes Willen, die Verlobung ist sie nah?
Unser Kredit ist sehr im Wanken, liebste Frau!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
(betrachtet lange die Karten)
Da steht der Offizier.

ADELAIDE
Ein Offizier’? O weh!

ZDENKA
Matteo!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Nein! Der ist der Eigentliche nicht!

ADELAIDE
Das will ich hoffen!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Von dort herüber kommt der fremde Herr, der Bräutigam.

ADELAIDE
Die Brosche mit Smaragden ist Ihr Eigentum,
wenn ihre Prophezeihung Wahrheit wird in dieser Woche!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
(Langsam wie das Schicksalsbuch entziffernd)
Er kommt von weiter her.

ADELAIDE
Von weiter her?

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Ein Brief hat ihn gerufen.

ADELAIDE
Es ist Graf Elemer, kein Zweifel!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Ich sehe einen großen Wald: dort kommt er her.

ADELAIDE
O wie Sie ihn beschreiben!
Das ist er! Elemer!
Herrlich! Doch warum zögert er?

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Die Zögerung kommt von ihr.

ADELAIDE
Sie sehen durch die Menschen wie Glas!
Das ist ihr namenloser Stolz.
O Gott, erweiche ihren Stolz!
Er ist so groß wie ihre Schönheit.

(Es klopft. Zdenka eilt an die Tür.)

ZDENKA
Nein, jetzt ist es ganz unmöglich!

(Sie empfängt wieder eine Rechnung, die sie hinlegt.)

ADELAIDE
(a Kartenaufschläagerin)
Was meinen Sie?
Was runzeln Sie die Stirn?

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Es drängt sich wer hinein zwischen
die schöne Tochter und den reichen Herrn!

ADELAIDE
Heil’ge Mutter Gottes,
laß es nicht gescheh’n!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
(über die Karten gebeugt)
Wie? Haben Euer Gnaden eine zweite Tochter?
O das wird eine ernstliche Gefahr!

ADELAIDE
(kniet neben dem Tisch nieder)
Ihr Engelscharen droben, 
hört das Flehen einer Mutter in ihrer Herzensangst!

ZDENKA
(ängstlich)
Mama!

ADELAIDE
Zdenka, bleib still und kümmere dich um nichts, 
was hier geschieht!

(auf Zdenka deutend)

Leise, sie ist es!

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Dort der junge Herr?

ADELAIDE
Sie ist ein Mädchen.
Weil sie wild war wie ein Bub,
hat man sie weiterhin als Buben laufen lassen.
Wir sind nicht reich genug,
in dieser Stadt zwei Mädchen
standeswürdig auszuführen –
allein sie liebt die ältere Schwester über alle Maßen;
wie könnte sie ihr Böses tun?

KARTENAUFSCHLÄGERIN
Karten lügen nicht.
Da steht der Offizier.
Da steht das blonde Mädel.
Gezogene Säbel seh’ ich,
und der Bräutigam zieht sich zurück.
Die Karten warnen Sie!

ADELAIDE
(steht auf)
Hier in mein Zimmer!
Sie versuchen es noch einmal!

(Zieht sie ins Nebenzimmer links, Zdenka nimmt 
die Rechnungen zur Hand, die sich angehäuft 
haben, sieht hinein.)

ZDENKA
Sie wollen alle Geld!
Sie droh’n mit den Gerichten!
Was? davon weiß ich ja gar nichts:
sie schreiben, sie haben schon gehört,
daß wir verreisen wollen!
Oh! Dann ist alles aus!
Dann seh’ ich ihn nie mehr!

(Sie läuft an die Tür links und horcht.)

Sie sagt, der Arabella droht etwas...
von einem Offizier.
Er darf nicht mehr ins Haus, sagt die Mama,
sie wird kompromittiert von ihm.
Nicht mehr ins Haus?
O Gott... dann bringt er sich ja um...
und alle wissen darum: es ist wegen ihr...
und sie... dann endlich weiß sie,
wie er sie geliebt hat!

(Geth weg von der Tür)

Mein Gott, laß es nicht zu,
daß wir verreisen müssen!
Laß den Papa gewinnen!
Laß in Görz die Tante sterben!
Mach, daß die Bella den Matteo über alles liebt,
und daß er glücklich wird,
und daß wir nicht mehr arm sind!
Aufopfern will ich mich dafür –
mein Leben lang in Bubenkleidern laufen
und Verzicht auf alles, auf alles tun!

(Es klopft. Sie geht an die Mitteltür. Indem wird die 
Tür von außen vorsichtig aufgemacht und Matteo 
tritt ein, in Jägeruniform, aber ohne Säbel.)

ZDENKA
Matteo!

MATTEO
Zdenko! Du! Bist du allein?

ZDENKA
(leise, ängstlich)
Da drin ist die Mama.

MATTEO
Und Arabella?

ZDENKA
Sie ist spazieren auf dem Ring mit der Begleiterin.

MATTEO
(Einen Schritt näher)
Und nichts für mich?
Kein Wort? Kein Brief?

(Zdenka schüttelt traurig den Kopf)

Und gestern abend?

ZDENKA
War sie in der Oper, mit der Mama.

MATTEO
(eifersüchtig)
Mit der Mama allein?

ZDENKA
(zögernd)
Ich glaub’ mit der Mama und den drei Grafen.

MATTEO
Und Nachmittag?

ZDENKA
(ängstlich)
Sie kommen mit Schlitten und holen sie ab ich soll auch mit.

MATTEO
(tief getroffen)
Dahin ist es gekommen zwischen mir und ihr!
Hätt’ ich nicht dich...

ZDENKA
Ein Chaperon muß doch auch dabei sein.

MATTEO
Ich wüßt’ nicht einmal mehr, was sie tut!
Sie hat nichts mehr für mich, als hie und da
einen halb finstern, halb zerstreuten Blick!

ZDENKA
Und doch hat sie dich lieb! Glaub mir!
Ich weiß es!

MATTEO

Du weißt’s? Sie hat es dir gestanden?

ZDENKA
Hat sie dir nicht vor drei Tagen den
Brief geschrieben, über den du selig warst?

MATTEO
O dreimal selig... wie vom Himmel war der Brief! 
Dann aber geht sie wieder kalt und fremd an mir vorbei!
Wie soll ich das begreifen und ertragen, Zdenko, wie?

ZDENKA
(leise und mit wichtigen und Weisheit)
So ist ein Mädel. 
Geben will ein Mädel mehr und mehr... 
nur zeigen will sie nichts.
Sie schämt sich halt so furchtbar.

MATTEO
Wie du das weißt, du lieber Bub!
So weiß du auch, was das für Stunden sind
und was für Gedanken da Herrschaft haben

(Er fass Zdenka am arm, sie macht sich sogleich los)

über mich, wenn sie so durch mich durchschaut 
wie durch leere Luft,
und du mir nicht ein Zeichen bringst,
von dem ich wieder hoffen kann und leben!

ZDENKA
(drängend)
Gewiß. 
Ich bring’ dir wieder solch’ einen Brief.... heut oder morgen!

MATTEO
(angstvoll)
Heute noch! Du bist mein einziger Freund!
Gib mir dein Manneswort...
auf dich verlaß ich mich!
Und wenn ich mich auf dich nicht mehr verlassen könnte, 
dann käme etwas andres!

ZDENKA
(gespannt)
Was?
Was käme dann, Matteo?

MATTEO
(sehr finster)
Dann stünd’ ich morgen beim Rapport 
und bäte um Versetzung nach Galizien, 
und wenn mir das nichts hilft 
und ich auch dort die Arabella nicht vergessen kann, 
dann gibt’s halt einen Ausweg:

(gesprochen)

den Revolver!

ZDENKA
Mein Gott im Himmel!

MATTEO
Denk daran, wie du mir hilfst!

(Er eilt weg.)

ZDENKA
(voller Angst und Emotion)
Ihm helfen – o mein Gott!
Und mir! Wer hilft denn mir!
Die Wörter hätt’ ich wohl in mir 
für hundert solche
Briefe, und auch die Schrift,
die treff’ ich ja im Schlaf;
was aber hilft ihm denn ein Brief,
wenn ich für sie die
zärtlichen verliebten Wörter schreibe!
Die Wörter muß ich finden, 
die ins Herz ihr gehn,
daß sie erkennt den
Einzigen, der es verdient,
von ihr geliebt zu sein.
Das ist das Schwere, 
und wenn’s mir nicht gelingt, hab ich verspielt.

ARABELLA
(ist eingetreten, in Hut, Schleier und
Pelz, hinter ihr die Begleiterin)
Ich danke, Fräulein. 
Holen Sie mich morgen um die gleiche Zeit, 
für heute brauch’ ich Sie nicht mehr.
Adieu.

(Die Begleiterin geht ab. Legt den Hut und die Jacke 
ab, sie sieht die Rosen, die auf einem Gueridon stehen)

Wie schönen Rosen! Hat die ein Husar gebracht?

(Sie nimmt die Rosen.)

ZDENKA
Wie? Ein Husar?

ARABELLA
Der Leibhusar von einem fremden Reisenden!

ZDENKA
Nein, sie sind von Matteo.

(Arabella legt die Rosen schnell weg, 
Zdenka tut sie wieder in die Vase. Sanft)

So gehst du mit seinen Blumen um!
Und trotzdem bringt er neue jeden Tag.

ARABELLA
(kurz)
Ah laß!
Und dort das andere Bukett?

ZDENKA
Vom Elemer, und das Parfüm vom Dominik,
und Spitzen vom Lamoral.

ARABELLA
(spöttisch)
Die drei! Verlumpen Geld zu dritt, 
verlieben sich zu dritt ins gleiche Mädel.
Am End verloben sie sich auch noch alle drei mit mir!

ZDENKA
Nichts wert sind sie –
und etwas wert ist nur der eine, der...

(Sie hält ihr Matteos Rosen entgegen)

ARABELLA
Ah, laß! die drei sind lustiger.

ZDENKA
(mit einem Ton der Vorwurf)
Kannst du das sagen!
Er liebt dich doch
aus seiner ganzen Seele.

ARABELLA
(spöltisch)
...und aus allen seinen Kräften.

ZDENKA
Du hast ihn lieb gehabt!

ARABELLA
Vielleicht! Gehabt! So ist’s vorbei: du sagst es selbst.

ZDENKA
Gib acht, daß er dich das aussprechen hört!
Es wär sein Tod. Anbeten tut er dich!

ARABELLA
(sieht sie an)
Zdenkerl, du hast schon ganz
den exaltierten Ton von der Mama!
Paß auf auf dich!

ZDENKA
(leidenschaftlich)
Weil’s mir das Herz umdreht, wenn ich ihn leiden seh’!

ARABELLA
(starrte neugierig)
Bist du verliebt in ihn?

ZDENKA
(stampft auf)
Sein Freund bin ich!
Sein einziger Freund auf dieser Welt!

ARABELLA
(sieht sie wieder aufmerksam an)
Zdenkerl,
in dir steckt was Gefährliches seit letzter Zeit.
Mir scheint, Zeit wär’s, daß du ein Mädel wirst
vor aller Welt und daß die Maskerad’ ein End’ hat.

ZDENKA
Ich bleib ein Bub bis an mein End.
Ich will nicht eine Frau sein – so wie du eine bist. 
Stolz und kokett und kalt dabei!

ARABELLA
(zehr ernst)
Er ist der Richtige nicht für mich!
Ich red’ im Ernst, ich red’
die Wahrheit jetzt zu dir!
Ich kann ja nichts dafür, daß ich so bin.
Ein Mann wird mir gar schnell recht viel
und wieder schnell ist er schon
gar nichts mehr für mich!
Da drin im Kopf geschieht’s
und schnell, ich weiß nicht wie!
Es fängt zu fragen an, und auf die Fragen find
ich die Antwort nicht, bei Tag und nicht bei Nacht.
Ganz ohne meinen Willen dreht sich dann mein
Herz und dreht sich los von ihm.
Ich kann ja nichts dafür – aber der Richtige –
wenn’s einen gibt für mich auf dieser Welt –
der wird einmal dastehn da vor mir und wird mich
anschaun und ich ihn, und keine Zweifel werden
sein und keine Fragen, und selig werd’ ich sein
und gehorsam wie ein Kind.

ZDENKA
(sie liebevoll ansehend)
Ich weiß nicht wie du bist, ich weiß nicht, 
ob du Recht hast, dazu hab’ ich dich viel zu lieb! 
Ich will nur, daß du glücklich wirst mit einem, der’s verdient! 
und helfen will ich dir dazu.

(liebevoll und Vorbereiten der Ausfahrt. Für sich)

So hat ja die Prophetin es gesehn,
sie ganz im Licht,
und ich hinab ins Dunkel.

(jeweils nacheinander und Duo)

Sie ist so schön und so lieb –
ich werde gehn, und noch im Gehn
werd’ ich dich segnen, meine Schwester.

ARABELLA
(für sich)
Aber der Richtige, wenn’s einen gibt für mich
auf dieser Welt, der wird einmal dastehn,
a vor mir und wird mich anschaun,
und ich ihn, und keine Zweifel werden sein
und keine Fragen, und selig werd’ ich sein
und gehorsam wie ein Kind!

(Man hört das Glöckchen eines Schlittens)

ZDENKA
Das ist der Schlitten vom Elemer. Ich kenn’ die Schellen.

ARABELLA
(wieder ganz leicht und munter)
Und hinter ihm kommt der Dominik gefahren,
und hinter dem der Lamoral, so treiben sie’s, und ich
ich treib’ halt mit – weil halt nur einmal Fasching ist.

ZDENKA
Nein! heute kommt der Elemer allein.
Freust du dich? Nein! Er kann der Richtige nicht sein!

ARABELLA
Ich weiß ja nicht! – Kann sein, ich muß ihn nehmen.

(steigt mit versonnen Luft)

ZDENKA
Nein, nein, das darf nicht sein!

ARABELLA
Heut abend ist der Fasching aus.
Heut abend muß ich mich entscheiden.

ZDENKA
O Gott, dann bringt sich der Matteo um –

(wie in Trance und eine Vision zu sehen)

Ich klopf’ an seine Tür,
er gibt nicht Antwort.
Ich werf’ mich über ihn –
ich küß zum ersten Mal
seine eiskalten Lippen!
Dann ist alles aus.

ARABELLA
(war an das Fenster gegangen und auf der Straße)
Siehst du, da war ein fremder Mensch heut vormittag, 
wie ich hier aus dem Haus gegangen bin, 
dort drüben war er an der Ecke, groß, in einem Reisepelz.
Und hinter ihm ein Leibhusar – 
ein Fremder halt aus Ungarn oder aus der Wallachei, 
der hat mich angeschaut mit großen, ernsten, festen Augen.
Ich hätt’ geschworen drauf,
daß er mir Blumen schickt.
Blumen von dem, das wäre heute mehr für mich als alles.

ZDENKA
(reißt die Rosen von Matteo aus der
Vase, hält sie ihr leidenschaftlich hin)
Nimm die!
Sie kommen von dem treuesten Menschen
auf der Welt. Nimm sie zu dir,
ganz nah zu dir, nimm
keine anderen als die! Ich fühl’s:
dein und mein Schicksal hängt daran!

(Zdenka platzierte Blumen in Runde Arabella, aber das
können sie zwar stärker fallen hören Sleigh Glocken)

ARABELLA
Was hast du denn? was ist denn los mit dir?

ZDENKA
Sei still! Da kommt der Elemer.

(Geht schnell und leise rechts ab. Die Mitteltür geht auf Graf
Elemer steht in der Tür, wirft den Pelz ab, den er unhägen hat
ein Groom fängt den Pelz auf schließt von außdn die Tür)

ARABELLA
So triumphierend treten Sie herein?

ELEMER
Heut ist mein Tag!
So haben wir gelost.
Anspannen lassen hab’ ich meine Russen,
denn heut darf ich Sie
in meinem Schlitten führen,
und abends dann auf dem Fiakerball
bin ich Ihr Herr!

(Arabella runzelt die Stirn)

Ich meine: ich Ihr erster Knecht,
denn Sie sind immerdar die Königin!

ARABELLA
Ihr habt um mich gelost!
Ihr seid mir schon die Rechten!

ELEMER
Ja, einer von uns dreien muß es sein,
den Sie erwählen! So ist’s beschlossen
und beschworen unter uns.

ARABELLA
Ah! einer von euch dreien muß es sein? Und ich?
Ich bin die Sklavin, über die ihr schon das
Los geworfen habt?
In welchem Krieg habt ihr mich denn
erbeutet, wenn ich fragen darf?

ELEMER
Zum Preis hat sie sich
selber eingesetzt,
mit ihren Blicken hat sie
uns gefordert, ihr zu stehn.
Ein Mädchenblick ist stark
und gibt und nimmt –
und er verheißt noch mehr!

ARABELLA
Verheißt er das?
Dann sollt’ ich zornig sein auf euch,
daß ihr mir jetzt den Hof macht einen Fasching lang,
und immer noch habt ihr mir nicht das Herz erlöst, 
und immer bin ich noch die gleiche, die ich war, 
und dieses einzige bittersüße Glück, 
das einem Mädel bleibt, das kost’ ich aus:
versteckt und in der Schwebe sein 
und keinem ganz sich geben und zögern noch und noch – 
vielleicht, vielleicht wird aber bald
was andres kommen, Elemer.

(mit einem kleinen Lächeln)

Wer weiß, vielleicht sehr bald,
vielleicht noch diese Nacht!

ELEMER
Das andere wird kommen in der Stunde,
die ich herab vom Himmel flehe, Bella –
wo Sie abwerfen diese feigen, zaudernden Bedenken
und das sein wollen, was Sie sind,
das herrlichste Geschöpf, geschaffen,
Seligkeit zu bringen über mich allein auf dieser Welt!
Hören Sie meine Pferde? Wie sie stampfen
und ihre Glocken schütteln?
Wie sie läuten: du willst ja!
Komm! dann sausen wir mit dir dahin!
Nachdenken ist der Tod:
im Nichtbedenken liegt das Glück!

ARABELLA
{das Thema zu wechseln}
Sind es die Russen?
Schütteln sie sich schon
vor Ungeduld?
Ja, ja, ich will. Heut ist doch Faschingsdienstag,
und heut um Mitternacht ist alles aus.
Die Hauptallee hinunter,
daß der Atem mir vergeht –
aber der Zdenko fahrt mit uns.

ELEMER
(zornig, unglücklich)
Kein Wort, kein Wort soll ich mit Ihnen reden dürfen?
Sie Grausame!

ARABELLA
(Tür öffnet es sich)
In einer halben Stunde
bin ich unten mit ihm.
Solange müssen sich
die Russen gedulden!

(auf eine Gebärde Elemers)

Der Bub kommt mit!

(sich verabschiedend)

Auf Wiedersehn.

ELEMER
Sie sind ein angebetetes Geschöpf,
ein unbegreifliches! ein grausames!
entzückendes Geschöpf.

(Er geht.)

ZDENKA
(tritt rechts herein)
Hast du ihn fortgeschickt?

ARABELLA
Wir fahren aus mit ihm.
Schnell, zieh dich an! Im Schlitten.

ZDENKA
Dazu brauchst du mich?

ARABELLA
Ja, dazu brauch ich dich.

(Der Schlitten unten lebhafter. 
Arabella schaut aus dem Fenster)


Schau doch die schönen Rappen,
wie sie ungeduldig sind,

(mit plötzlich veränderter Stimme)

Zdenka!

ZDENKA
Was ist denn? Was erschrickst du so?

ARABELLA
Er! das ist er! mein Fremder! da!
dort drüben geht er mit seinem Diener.
Sicher will er wissen, wo ich wohne.
Paß auf, jetzt sucht er, welches meine Fenster sind.
Schau seine Augen an,
was das für große ernste Augen sind.

ZDENKA
(hinter ihr)
Wie soll ich seine Augen seh’n, er schaut ja nicht herauf.

ARABELLA
Nein, er schaut nicht herauf.

(wendet sich ins Zimmer)

Er geht vorüber.

ZDENKA
So willst du fahren mit dem Elemer?

ARABELLA
Ja, ja. Geh’ und zieh’ dich an.
Du fährst mit uns. Ich will’s.

ZDENKA
Pst, die Mama.

(Adelaide ist links herausgetreten, horchend: sie hat 
Waldner kommen gehört. Waldner kommt im gleichen
Augenblick durch die Mitteltür, gut angezogen, Stadtpelz 
und Zylinder, Stock, Handschuhe. Er sieht elegant, aber
ermüdet und übernächtig aus, geht durchs Zimmer als 
sehe er die andern nicht und läßt sich in einem Fauteuil 
vorne rechts nieder.)

ADELAIDE
Laßt uns allein, meine Kinder,
euer Vater hat Sorgen.

(Arabella geht links ab. Zdenka geht rechts rückwärst ab.)

WALDNER
(steht auf, sieht die Kuverts mit den Rechnungen, betrachtet 
sie mechanisch, reißt ein Kuvert auf, dann das nächste.)
Nichts als das Zeug da? 
Und von niemand sonst ein Brief?

ADELAIDE
Du hast gespielt? Du hast verloren, Theodor?

(Waldner schweigt)

Du hast an deine Regimentskameraden geschrieben?

WALDNER
Von keinem eine Antwort, das ist hart!

{Wirft sich auf den Fauteuil; vor sich him, halb zu Adelaide

Da war ein gewisser Mandryka,
der war steinreich und ein Phantast dazu.
Für ein Mädel hat der einmal die Straßen
von Verona bestreuen lassen mit dreitaus 
end Scheffeln Salz, weil sie hat Schlitten fahren
wollen mitten im August!
Ich hab’ an seine Großmut appelliert –
und hab’ von der Bella ein Bild hineingelegt –
in dem stahlblauen Ballkleid
mit Schwanenbesatz – ich hab mir gedacht:
vielleicht kommt er daher, ein Narr, wie er ist,
und heirat’ das Mädel!

ADELAIDE
O Gott, mein schönes Kind mit einem alten Mann!

WALDNER
(heftig)
Es muß ein solider Bewerber daher
und ein End mit der ewigen Hofmacherei,
die zu nichts führt! 
Ich weiß

sonst keinen Ausweg!

ADELAIDE
(mit plötzlicher)
Fort mit uns! Zur Tante Jadwiga.
Sie nimmt uns auf, auf ihre Schlösser!
Du wirst Verwalter,
ich führe der Tante das Haus!

WALDNER
Und die Mädeln?

ADELAIDE
Zdenka wird Groom für ew’ge Zeiten –
wir sind nicht in der Lage,
zwei Töchter zu erhalten!
Und Arabella – ihr ist prophezeit,
sie macht ihr Glück durch eine große Heirat!

WALDNER
(grimmig)
Inzwischen ist der letzte Fünfziger dahin!

ADELAIDE
Sei ruhig, Theodor, mir sind im Traum drei Nummern
erschienen! Unfehlbare, herrliche Zahlen!

WALDNER
Ah, Geschwätz!
Versetz die Smaragdbrosch’
und gib mir das Geld!
Was, du hast sie nicht mehr?
Versetzt? Verpfändet?

ADELAIDE
Schon vorige Woche.
Sie war das Letzte. O dieses Wien!

Dúo

WALDNER
Und heut hätt’ ich Glück!
Ich spür’s in jedem Finger!
Du unglückselige Person!

ADELAIDE
Allein, so hab’ ich’s oft geträumt!
Aus tiefster Schmach hebt’s uns einmal
empor zu höchster Höhe durch
die Hand der Schönheit!

WALDNER
Ich hab’ nicht einen Gulden mehr im Sack!

(Winkt ihr heftig ab)

ADELAIDE
Hat’s denn vielleicht im Allerhöchsten Erzhaus 
noch keine Liebesheiraten gegeben?

(Sie geht schnell ab.)

WALDNER
(wieder zu den Rechnungen zurück)
Bin nicht in der Lage, länger zu warten!

(Nimmt die zwite)

Müßte die Gerichte in Anspruch nehmen.
Arme Frau! Arme Mädeln!

(Er läutet am Glockenzug. Der Zimmerkellner tritt ein.)

Cognac!

ZIMMERKELLNER
(gesprochen)
Auf Nummer 8 darf ich nichts mehr servieren!
Außer wünschen sofort zu bezahlen!

WALDNER
Verschwinden Sie, Ich brauch’ nichts.

(Zimmerkellner ab. Waldner geht auf und ab)

Jetzt setzen sie sich hin und fangen wieder an zu spielen.

(ängstlich)

Und alles andre is verlorene Zeit!

ZIMMERKELLNER
(eintretend mit einem Tablett)
Ein Herr!

WALDNER
Sie sagen, ich bin ausgegangen.
Das Zeug dorthin!

(Der Zimmerkellner legt eine Karte hin und geht ab)

Das ist ja keine Rechnung. Melden sich
die Lieferanten jetzt schon mit Visitenkarten an?

(Er geht hin, nimmt die Visitenkarte 
in die Hand, freudig überrascht.)

Mandryka!
Der reiche Kerl!
Mein bester Freund im Regiment!

ZIMMERKELLNER
(an der Tür)
Der Herr fragt dringend an.

WALDNER
Ich lasse bitten!

(Dem Eintretenden mit offenen Armen entgegen)

Tschau, Kamerad!

(Mandryka großer, sehr kräftiger, eleganter Mann von
höchstens fünfunddreißig Jahren, etwas angezogen, 
ohne jede provinzielle Eleganz, tritt ein. Welko, hinter
Mandryka eintretend, bleibt in der Tür stehen. Waldner
perplex, tritt zurück)

MANDRYKA
Hab’ ich die Ehre mit dem Rittmeister Graf Waldner?

WALDNER
Waldner, so heiß ich. 
Rittmeister nicht mehr.

(Mandryka streckt seine rechte Hand nach hinten. Welko
 unter Verneigung gibt ihm einen Brief in die Hand.)

MANDRYKA
(mit dem Brief auf Waldner zutretend)
Sind Sie, Herr Graf, der Schreiber dieses Briefes?

(sehr leicht und munter und artig)

Er ist ein biss’l blutig worden und nicht mehr
leserlich. Ich bin den Tag, wo er mir
zugekommen, auf eine alte Bärin
gegangen, sie hat mich angenommen
und ein biss’l gekratzt –
dabei ist das passiert.

WALDNER
(indem er ihm den Brief zurück gibt, nachdem 
er einen Blick darauf geworfen hat)
Geschrieben hab’ ich allerdings an einen Herrn
Ihres Namens – 
er war mein Freund und Regimentskamerad.

MANDRYKA
Das war mein Onkel. Er ist tot.
Ich bin der einzige Mandryka.
Somit verzeihen Sie,
daß ich den Brief
zu öffnen mir gestattete.
Jetzt kommt es auf eines an:
Welko, das Bild!

WELKO
(indem er eine Photographie überreicht)
Es ist in Ordnung, Gospodar.
Das schöne Fräulein mit dem Gesicht wohnt hier.

MANDRYKA
(die Photographie in der Hand)
Herr Graf, Sie haben Ihrem werten Brief,
der kameradschaftlich an meinen Onkel
gerichtet war Sie haben dieses
Damenbildnis beigelegt.

WALDNER
(leicht hinsehend, ganz ohne Wichtigkeit)
Ah ja, die Photographie meiner Tochter Arabella!

MANDRYKA
(mit merklicher Aufregung, aber ohne
die Stellung zu verändern)

Die gnäd’ge Tochter ist unvermählt?

WALDNER
Noch unvermählt –

MANDRYKA
und derzeit nicht verlobt?

WALDNER
Derzeit noch nicht.

MANDRYKA
(sehr wrnst, beinache feielich)
Dann bitte ich um ein Gespräch von fünf Minuten.

(Welko rückt schnell zwei Fauteuils einander gegenüber, 
zieht sich dann zurück. Waldner und Mandryka setzen 
sich. Eine kleine Pause der Verlegenheit bei Mandryka, 
der Spannung bei Waldner)

Darf ich so unbescheiden sein und eine Frage stellen?

WALDNER
Du bist der Neffe – und Erbe

(An diese Stelle fand eine sechs Minütliche 
Unterbrechung in der Übertragung statt)


meines teuren Kameraden.
Verfüge über mich!

MANDRYKA
Ich danke sehr.

(er überlegt einen Moment)

Als in dem Brief an meinen sel’gen Onkel
das reizende Porträt des Fräulein Tochter
hineingeschlossen wurde, darf ich annehmen, 
daß da eine Absicht im Spiele war? –
ich bitte um Vergebung.

WALDNER
Mein Gott, ich hab’ mir halt gedacht,
ich mach’ damit dem Alten einen Spaß.

MANDRYKA
(sehr aufmerksam, bestrebt, jedes Wort Waldners 
nach seinem vollen Gewicht zu erfassen)
Dem Onkel einen Spaß? –
Wenn aber das die Folge wär gewesen:
daß mein Herr Onkel, 
der ein ganzer Mann gewesen ist und in den besten Jahren, 
sich hätte in die Schönheit des Porträts
verliebt und wär getreten hier vor Ihnen, hochgeborner Herr,
so als ein offenherziger Edelmann
vor einen andern, und hätt’ gesagt:
wer das Gesicht gesehen hat und tritt
nicht als Bewerber auf, verdient nicht, daß ihn
Gott auf dieser schönen Erde leben läßt:
so gib das Mädel
mir zur Frau und Herrin!
Was wäre dann gewesen?
Gesetzt den Fall, er hätte so gesagt!

WALDNER
Dann hätten wir uns
in einer unerwarteten Situation befunden.

MANDRYKA
(steht auf, sehr aufgeregt, Aber beherrscht)
Der Onkel ist dahin.
Heut bin ich der Mandryka,
niemand sonst.

(Er steigt)

Mein sind die Wälder,
meine sind die Dörfer.
Viertausend Untertanen beten,
daß ich glücklich sei, und ich, 
mit aufgehobenen Händen bitte ich:
Herr Vater,
geben mir die gnäd’ge Tochter, 
geben Sie mir zur Frau, die jetzt
seit vierzehn Wochen jeden
Gedanken in dieser Brust regiert.

(Waldner schweigt in Staunen.)

Ihr Zögern ist keine Todesurteil? Nein!

(Waldner schüttelt den Kopf.)

Ich darf sie sehen?

(Waldner nickt.)

Bedenken: dieser Brief kommt an,
und in der gleichen Stunde
nimmt mich die alte Bärin in die Arme
und drückt mir vier von meinen Rippen ein.
Zwölf Wochen bin ich so im Bett gelegen –
Vor meinen Augen dieses Bild –
und ein Gedanken immer stärker,
bis er die Seele mir herausgezogen hat!

(ganz naiv ohne Prahleret)

Kommen meine Verwalter:
was ist’s mit unserem Herrn?
Kommen die von den Meierhöfen:
was ist’s mit unserem Herrn?
Kommen die von den Fohlenhöfen:
freut unsern Herrn kein Pferd mehr?
Kommen meine Förster:
freut unsern Herrn kein Jagen?
Ich geb ihnen keine Antwort.
Welko ruf’ ich, hol’ mir den Juden, na!
wie heißt der Jud in Sissek, der meinen Wald will kaufen?
Dort den Eichenwald!
Schnell her mit ihm und er soll Geld mitbringen,
denn morgen fahr’ ich in dem Kaiser
seine Hauptstadt,
da kostet Geld ein jeder Atemzug,
und Hindernisse
darf’s nicht geben auf der Brautfahrt!

(Er zieht ein großes Portefeuille hervor: es enthält lose
hineingelegteinen dicken Pack Tausendguldennoten.)

Das ist der Wald...

(Waldner sieht erstaunt Geld)

Es war ein schöner Wald:
Einsiedler waren drin,
Zigeuner waren drin und alte Hirschen,
und Kohlenmeiler haben
viele drin geraucht –
Hat sich alles in ein paar Fetzen
Papier verwandelt!

Duo

Aber es stehen Eichenwälder genug noch
auf meinem Bode für Kinder und Enkel –
Gott erhalte!
Verzeih’n um Gottes willen, daß ich da
von solchen Sachen rede!
Ist ganz, ich weiß nicht, wie gescheh’n!

WALDNER
Wenn man bedenkt: ein Wald –
Einsiedler waren drin,
Zigeuner waren drin und alte Hirschen,
und auf eins, zwei
ein solches Portefeuille!
Ich hab’ seit vielen Jahren so was nicht gesehen!

MANDRYKA
Ist ganz, ich wiß bich, wie gescheh’n!

(Waldner starrt fasziniert auf das Portefeuille. – 
Mandryka will es einstecken – Waldner hindert 
ihn durch eine unwillkürliche Bewegung.)

WALDNER
Oho! ich find’es ungeheuer interessant!

MANDRYKA
(hält das Portefeuille hin, sehr leicht und liebenswürdig)
Darf ich vielleicht? Brauchst du vielleicht?
So für den Augenblick? 
Du tust mir eine Gnad’, Teschek, bedien’ dich!

WALDNER
(nach kurzem Zögern, nimmt eine Tausendguldennote)
Mein Bankier ist nur verreist!
Ich geb es dir heut abends spätestens zurück!

MANDRYKA
(hält das Portefeuille nochmals hin, sehr herzlich)
Nicht mehr? Ich bitte vielmals! Aber doch!
Teschek, bedien’ dich!

(Waldner nimmt eine zweite Note und steckt sie zur ersten in
die Westentasche. Mandryka läßt das Portefeuille in seine
Brusttasche gleiten – Eine leichte Pause der Verlehenheit)

Und wann wird’s dir genehm sein,
mich deiner Gräfin vorzustellen –
und dann der gnädigen Tochter?

WALDNER
Sie sind gleich da im Nebenzimmer.
Willst du sie sehen?
Ich ruf’ – ich stell’ dich vor.

MANDRYKA
Jetzt? So? ich bitte: nein! auf keinen Fall!

WALDNER
So schüchtern war der Onkel nicht!

MANDRYKA
(sehr ernst)
Das ist ein Fall von andrer Art.
Es handelt sich für mich um etwas Heiliges.

WALDNER
Ganz wie du willst!

MANDRYKA
(in verändertem Ton)
Ich werd’ mich hier
im Hause einlogieren
und den Befehl abwarten deiner Gräfin,
wann ich mich präsentieren
darf am Nachmittag oder Abend
oder wann es wird belieben.

(Verneigt sich, Waldner reicht ihm die
Hand und begleitet ihn zur Tür.)

WALDNER
(allein)
Hab’ ich geträumt?
Dahier ist er gesessen,
dahier, der Neffe vom Mandryka.
So was passiert einem doch nicht!

(Er zieht einen zerknitterten Tausender hervor, 
dann den zweiten, glättet beide, steckt sie in seine 
völlig leere Brieftasche.)

Hab’ ich geträumt?
Nein! ich hab’ nicht geträumt!

(Er nimmt den einen Tausender wieder heraus, dreht 
daraus gedankenlos eine kleine Papiertüte und behält 
sie in der Hand. Mit leichtem Ausdruck Mandrykas Ton
kopierend, ziemlich laut.)

Teschek, bedien’ dich!

ZIMMERKELLNER
(eintretend)
Ist hier gerufen?

(Er gewahrt den Tausender in Waldners 
Hand und verändert sofort den Ton.) 

Haben mich befohlen?

WALDNER
(vor sich, leise, zart)
Teschek, bedien’ dich!

ZIMMERKELLNER
Befehlen diesen Tausender zu wechseln?

WALDNER
Später vielleicht, jetzt nicht.

(Der Zimmerkellner geht ab. Vor sich hin, mit Grazie)

Teschek, bedien’ dich!

(schmelzend, fast zärtlich)

Teschek, bedien’ dich!

(majestätisch)

Teschek, bedien’ dich!

(Er nimmt Mantel, Hut und Stock)

ZDENKA
(aus der Tür rechts heraus)
Hast du gerufen, Papa?

WALDNER
(mit turbulentem Jubel)
Teschek, bedien’ dich!

ZDENKA
Mit wem sprichst du, Papa? Ist dir etwas gescheh’n?

WALDNER
(mit turbulentem Jubel)
Teschek, bedien’ dich!

ZDENKA
Ist dir etwas gescheh’n?

WALDNER
(jetzt erst bemerkend, daß er nicht allein ist)
Gar nichts. Ich geh’ jetzt aus.
Ich werd’ erwartet.

(Er winkt ihr mit dem Tausender,
den er in der Hand behalten hat.)

Brauchst du vielleicht?
Ich werd’ mir wechseln lassen. Adieu!

(Ab durch die Mitteltür)

ZDENKA
(allein)
Papa! Er ist schon fort.
So hab’ ich ihn noch nie geseh’n,
die Sorgen haben ihn um
den Verstand gebracht!
Wir müssen fort aus dieser Stadt –
schon morgen.
Und den Matteo seh’ ich heut
vielleicht zum letzten Mal.
O Gott, steh’ mir armem Mädel bei!

(Matteo schnell und verstohlen zur
Mitteltür herein. Zdenka erschrickt.)

MATTEO
Er hat mich nicht geseh’n.
Ich hab’ mich rückwärts in die Tür gedrückt.

ZDENKA
(deutet auf die Tür links rückwärts)
Pst! sie ist da! Sie ruft mich.

MATTEO
Kann ich sie nicht sehn?

ZDENKA
Jetzt nicht! ich bitte dich! Jetzt nicht!

MATTEO
Hast du den Brief?

ZDENKA
Den Brief? Ja! Nein! Sie will jetzt nicht.
Sie sagt, sie will ihn dir – heut abend –
komm auf den Fiakerball, – und vorher sei zu Haus,
hier im Hotel – vielleicht bring’ ich ihn dir
ins Zimmer – oder du bekommst ihn dort!

MATTEO
Du, laß mich nicht im Stich!
Ich hab’ dein Wort!

(Zdenka ängstlich, deutet auf die Tür links. Matteo schnell 
ab. Arabella tritt aus der Tür links. Zdenka steht verwirrt 
und verlegen da. Man hört die Schlittenglocken.)


ARABELLA
Bist du nicht fertig! 
Ja, was hast du denn gemacht die ganze Zeit?
So zieh’ dich endlich an!
Die Rappen sind schon voller Ungeduld.

ZDENKA
(wütend)
Die Rappen – und dein Elemer!

(Läuft ins Nebenzimmer rechts)

ARABELLA
Mein Elemer! –
das hat so einen sonderbaren Klang...
Er mein – ich sein. Was ist denn das,
mir ist ja, wie wenn eine Angst mich überfiele
und eine Sehnsucht.... ja, nach was denn auf der Welt?
Nach dem Matteo? Weil er immer sagt,
er kann nicht leben ohne mich 
und mich so anschaut mit Augen wie ein Kind?
Nach dem Matteo sehnt sich nichts in mir!

(ein Zögen, dann ausbrechend)

Ich möchte meinen fremden
Mann einmal noch sehen!
Ich möchte einmal seine Stimme hören!
Seine Stimme.
Dann, dann wär’ er wie die anderen für mich.
Wie sagt die Zdenka:
daß wir warten müssen,
bis uns einer wählt, und sonst sind wir verloren.

(Sie schaudert unwillkürlich)

Verheirat’t mit dem Elemer?
Was rührt mich denn so an,
als trät’ ich einem übers Grab?
Ist das der fremde Mann, mit dem ich nie
ein Wort geredet hab’,
zieht der im Dunkel so an mir?
Herr Gott, er ist ja sicher
ein verheirateter Mann,

(Leider)

und ich soll, und werd’ ihn nicht
mehr wiedersehn!

(Es wird zurückgesetzt und läuft zum Fenster)

Und heut und heut ist Faschingsdienstag,
und heut abend ist mein Ball –
von dem bin ich die Königin und dann...

ZDENKA
(tritt heraus, in einem kurzen Pelz, inen Zylinder in der Hand)
So, ich bin fertig.

ARABELLA
Komm!

(Zdenka öffnet ihr die Tür, Arabella geht 
hinaus; Zdenka setzt den Zylinder auf und 
folgt ihr. Die Schlittenglocken tönen herauf.)



ZWEITER AUFZUG


(Vorraum zu einem öffentlichen Ballsaal, prunkvoll im
Geschmack der 1860er Jahre. Logenartige Räume, aus 
Säulen und Draperien, links und rechts. In der Mitte 
Treppe zu einer Estrade, Die in den Ballsaal führt. 
Arabella und hinter ihr Adelaide steigen herab. Waldner 
und Mandryka stehen unten, seitwärts beide im Frack.)

MANDRYKA
Das ist ein Engel, der vom Himmel niedersteigt!

WALDNER
Na, endlich! immer eine halbe Stunde zu spät!

MANDRYKA
O Waldner, Waldner!

WALDNER
Wenn du meine Hand so druckst,
werd’ ich drei Tage lang keine Karten
halten können. Jetzt komm!
Ich stell’ dich vor!
Was gehst du denn zurück!

(Adelaide und Arabella sind unten
angelangt und treten etwas links.)

ADELAIDE
(leise zu Arabella)
Dort steht er. Findest du ihn elegant?
Hab ich zuviel gesagt?

ARABELLA
(ohne daß sie hinzusehen scheint)
Mama –
das ist jetzt wirklich die Entscheidung!

ADELAIDE
Du bist sehr blaß! Ist dir nicht wohl, mein Kind?
Willst du dich setzen? Willst du fort?

ARABELLA
Nein, laß, Mama.
Nur einen Augenblick
laß mich allein.

(Adelaide geht auf die beiden Herren zu)

WALDNER
(irh entgegen)
Was ist denn?

ADELAIDE
Laß ihr einen Augenblick!

WALDNER
Zu was denn?

ADELAIDE
Eine plötzliche Beklommenheit.
Du kennst ihre Natur.

WALDNER
Jetzt ist nicht Zeit für solche Faxen!
Hier stell’ ich dir vor Herrn von Mandryka.

(Adelaide reicht Mandryka die Hand, die er küßt.)

ARABELLA
(zu ihnen gehend)
Mama, da bin ich.

WALDNER
(vorstellend)
Meine Tochter Arabella.

(Mandryka verneigt sich tief. Adelaide zieht Waldner
beiseite. Sie verschwinden rechts. Mandryka sieht 
Arabella an, ohne ein Wort herauszubringen.)


ARABELLA
Sie seh’n nicht aus wie jemand,
den das alles da interessiert.
Was führt Sie denn hierher?

MANDRYKA
Nach Wien?

ARABELLA
Hier auf diesen Ball!

MANDRYKA
Sie fragen mich, was mich hierherführt,
Gräfin Arabel!a?

(Dominik kommt von rückwärts: zu Arabella)

DOMINIK
Darf ich vielleicht um einen Walzer bitten?

ARABELLA
(zu Dominik)
Später, jetzt sprech’
ich hier mit diesem Herrn.

(Dominik ab in den Ballsaal nach links. Er sieht seitlich Mandryka und mit einigen Verachtung)

MANDRYKA
So hat Ihr Vater Ihnen nichts gesagt?

ARABELLA
(setzt sich und winkt ihm mit dem Fächer, 
sich neben sie zu setzen)
Was hätte er mir sagen sollen?

ELEMER
(kommt von rückwärts zu Arabella)
Darf ich vielleicht um diesen Walzer bitten?

ARABELLA
Später. Jetzt bleib’ ich hier!

(Elemer verneigt sich und geht. Sie nähert sich Mandrika)

Was hätte mir mein Vater sagen sollen?

MANDRYKA
Sie wissen nichts von mir?

(Arabella schüttelt den Kopf.)

Ich habe eine Frau gehabt,
sehr schön, sehr engelsgut.
Sie ist zwei Jahre nur bei mir geblieben.
Dann hat der Herrgott sie zu sich
gerufen schnell. Zu jung war ich
und noch nicht gut
genug für solchen Engel.

(Er senht den Kopf)

ARABELLA
Ist es das, was mein Vater mir erzählen sollte?

MANDRYKA
(sehr ernst und schwer)
Verzeihen Sie, ich bin ein halber Bauer,
bei mir geht alles langsam, aber stark.

(wie mit plötzlichen Entschluß)

Sie sind schön, Arabella – Ihr schönes Gesicht –
auch auf dem Bild verbrennt es schon die Seele!

ARABELLA
(mit einem Stirnrunzeln)
Wie kommt man eigentlich da drunten 
in Slawonien zu einem Bild von mir?

MANDRYKA
Wie man zu einem Bild – das ist ja gleich! –
So schön sind Sie –
eine Gewalt ist in Ihren Zügen,
sich einzudrücken in die Seele
wie weiches Wachs!
den einfachen Menschen,
den Felder und Wälder
umgeben, ist eine solche Gewalt sehr groß, und er
wird wie ein Träumer, wie ein Besessener wird er,
und er faßt den Entschluß mit der Seele, einen
ganzen Entschluß, und wie er entschlossen ist,
so muß er handeln!

(Annäherung an Arabella und umarmt sie. Arabella 
erschrickt vor seiner Heftigkeit, steht auf.)


Gräfin, ich habe vergessen,
wie anderswo die Welt ist.

(Steht auf)

Hier sind nicht meine Wälder und Felder,
Sie müssen verzeihen meine unschicklichen Reden, 
womit ich Sie hind’re am Tanzen.

(Geben Sie Lamoral)

LAMORAL
(kommt von rückwärts zu Arabella)
Darf ich jetzt stören
und um einen Walzer bitten?

ARABELLA
Nein – später, Lamoral, ich möcht’ mit dem
Herrn da noch ein biss’l reden, wenn er
vielleicht – sich wieder niedersetzen wird.

(Lamoral verneigt sich und geht. Mandryka nimmt Sitz)

Sie wollen mich heiraten,
sagt mein Vater.
Ja, haben Sie denn eine Ahnung,
wer wir sind?
Wir sind nicht grad’ sehr viel nach dem Maß
dieser Welt – wir laufen halt so mit
als etwas zweifelhafte Existenzen.

MANDRYKA
(Stark aufsteht)
Ihren Stammbaum, Arabella,
den tragen Sie in Ihrem Gesicht geschrieben!
Und wenn Ihnen genug ist,
über einen zu gebieten,
der selbst wieder gebietet über viele,
so kommen Sie mit mir und seien die Herrin.
Sie werden Pfauen weiden auf seid’nem Boden,
und das wird nicht geschehen, daß sich jemand
dünkt über lhnen, es sei denn
der König und Kaiser und seine Kaiserin! –
Aber sonst niemand!

ARABELLA
Der Richtige –
so hab’ ich still zu mir gesagt,
der Richtige, wenn’s einen gibt für mich,
der wird auf einmal da sein, so hab’ ich gesagt,
und wird mich anschaun und ich ihn,
und keine Winkelzüge werden
sein und keine Fragen,
nein, alles heil und offen, wie ein lichter Fluß,
auf den die Sonne blitzt!

MANDRYKA
So fließt die helle stille Donau mir
beim Haus vorbei, und hat mir dich gebracht!
Du Allerschönste! –

(mit einem Ton des Geheimnisses)

Und heute abend noch, zur
Schlafenszeit, wärst du ein Mädchen
aus den Dörfern, einem meinigen,
du müßtest mir zum Brunnen gehn
hinter deines Vaters Haus
und klares Wasser schöpfen einen Becher voll
und mir ihn reichen vor der Schwelle,
daß ich dein Verlobter
bin vor Gott
und vor den Menschen,
meine Allerschönste!

ARABELLA
So wie Sie sind, so hab’ ich keinen Menschen je
geseh’n! Sie bringen Ihre eigne Lebensluft mit
sich, und was nicht Ihnen zugehört,
das ist nicht da für Sie.

MANDRYKA
Darum kann ich erst leben,
wenn ich etwas Herrliches
erhöhe über mich,
und so zu dieser Stunde
erhöhe ich dich,
und wähle dich zu meiner Frau,
und wo ich Herr bin, wirst du Herrin sein
und wirst gebieten, wo ich der Gebieter bin!

ARABELLA
(ihren Ton völlig ändernd)
Und du wirst mein Gebieter sein,
und ich dir untertan.
Dein Haus wird mein Haus sein,
in deinem Grab will ich mit dir begraben sein –
so gebe ich mich dir auf Zeit und Ewigkeit.

Dúo

Und du wirst mein Gebieter sein,
und ich dir untertan.
Dein Haus wird mein Haus sein,
in deinem Grab will ich mit dir begraben sein –
so gebe ich mich dir auf Zeit und Ewigkeit.

MANDRYKA
Meine Allerschönste,
in dieser Stunde
erhöhe ich dich,
und wähle dich zu meiner Frau,
und wo ich Herr bin, 
wirst du Herrin sein
und wirst gebieten,
wo ich der Gebieter bin!

ARABELLA
(ihren Ton völlig ändernd, aber ernst)
Jetzt aber fahren Sie nach Haus.
Ich bitte Sie darum.

MANDRYKA
Und Sie?

ARABELLA
Ich bleibe noch.

(Mandryka verneigt sich.)

Ich möchte tanzen noch
und Abschied nehmen
von der Mädchenzeit, 
nur eine Stunde lang.
Gewähren Sie mir dies?

MANDRYKA
Wenn Sie hierbleiben, so ist mein Platz
nicht anderswo als hier.

(Arabella runzelt die Stirn)

Sie aber brauchen nicht ein einz’ges Wort
an mich zu richten!

(Ein Schwarm von Fiakern und Ballgästen, darunter auch 
die Fiakermilli und einige solche Mädchen und die drei
Grafen kommen aus dem Tanzsaal herauf auf die Bühne.)

ARABELLA
(sieht Mandryka an)
Darf ich?

MANDRYKA
Sie dürfen! Ja! Sie dürfen alles, was Sie wollen!

(Indem er zur Seite tritt und den Herankommenden den 
Weg frei gibt. Die Fiakermilli, eine hübsche Person in 
einem sehr auffallenden Ballkleid, ein großes Bukett in 
der Hand, tritt aus dem Schwarm heraus auf Arabella zu, 
die jetzt in der Mitte steht.)

DOMINIK
(neben MilIi tretend)
Der Ball begehrt nach seiner Königin.
Die Milli ist der Herold der Fiaker,
wir haben unsre Huldigung
ihr in den Mund gelegt!

DIE FIAKERMILLI
(indem sie mit einem Knicks Arabella das 
Bukett übermittelt, leichtfertig, fast frech)

Die Wiener Herrn verstehn sich auf die Astronomie,
die könnten von der Sternwart’ sein
und wissen gar nicht wie!
Sie finden einen neuen Stern
gar schnell heraus, die Wiener Herr’n,
den machen sie zur Königin an ihrem Firmament!
Zu der dann schallt es im Verein:
Du sollst unseres Festes Königin sein!

DIE GRAFEN UND FIAKER
Zu der dann schallt es im Verein:
Du sollst unseres Festes Königin sein.

(Die Fiakermilli geht sogleich aus ihrem Lied in ein freches,
übermütiges Jodeln über: der Jodler bildet den Übergang zu
dem nun einsetzenden Walzer. Arabella nimmt Dominiks Arm
und steigt mit ihm in den Ballsaal hinab, von allen gefolgt.
Mandryka sieht ihr nach, dann wendet er sich. Adelaide
erscheint in diesem Augenblick von rechts. Matteo ist zugleich
links herausgetreten, Zdenka schüchtern hinter ihm, in einer
 Art von schwarzem Frack, sich hinter einer Säule deckend.)

ADELAIDE
(auf Mandryka zu)
Sie sind allein? Wo ist Arabella?

MANDRYKA
Wo ihre Pflicht sie ruft, als Königin des Balles.

MATTEO
(in die Luft)
Wie sie mich vergißt –
im Rausch ihrer Schönheit!

ADELAIDE
(zu Mandrika)
Ihre Augen leuchten.
Wie darf ich das deuten?

Cuartet

ZDENKA
(hinter Matteo, ängsttich)
Sie denkt an dich, ich weiß es, Matteo!
Ihre Blicke nur nimmt sie in acht.

MANDRYKA
(auf Adelaide zu)
O Gräfin, Sie selber so jung noch, so reizend –
und Sie ihre Mutter! Mit was für Worten,
womit denn auf Erden vermöchte ich Ihnen zu danken!

(Er küßt ihr mit Innigkeit die Hand.)

MATTEO
(Tritt einen Achritt hervor)
Die Blumen für alle!
Für alle ihr Lächeln!
Sie selber für alle!
Was bleibt für mich?

ADELAIDE
(zu Mandryka)
O, könnten Sie ahnen, was in mir vorgeht!
Mein Sohn! Mein Freund!
Zuviel für mein Herz. Ich muß es teilen.

(bezieht sich auf ihrem Ehemann)

Zu ihr, zu ihm!

ZDENKA
(innig, aber zart zu Matteo)
Für dich bleibt alles; sie braucht deine Trauer,
tief wie ein Brunnen,
ihre ganze Seele hineinzuwerfen –
seicht sind die andern!

ADELAIDE
Er muß Sie umarmen!
Nein, bleiben Sie hier! Ich finde ihn!

(stürzt nach rechts ab)

MATTEO
Eines bleibt: fort nach Galizien
und sie vergessen – wenn ich noch kann!

ZDENKA
Der Papa! Die Mama!
Daß keiner mich sieht!
Wohin gehst du, Matteo?

(Matteo geht in den Hintergrund, starrt düster in den 
Ballsaal hinab: Adelaide und Waldner, von rechts 
auf Mandryka zu, Zdenka verschwindet links.)

ADELAIDE
O Theodor!
Hier ist er, Theodor!

WALDNER
(jovial)
Wie stehst du vor mir, Neveu meines alten Mandryka?
Na, Teschek! Umarm mich schon!

(Umarmung)

MANDRYKA
{Restaurant Bestellservice)
Hierher einen Tisch. Wir werden soupieren.

(Sogleich ein Kellner mit einer Karte und 
Kellnerjungen. Zu Adelaide)


Welchen Champagner?
Befehlen Sie selbst!

(Kellner präsentiert Adelaide die Weinkarte)

ADELAIDE
Moët-Chandon, halb herb, halb süß –
der war es bei meiner Verlobung!

WALDNER
(zu Mandryka)
Ich stehe sofort zur Verfügung!

(Will gehen, Adelaide hält ihn zurück)

Laß mich, ich bin im Gewinn!

(Ab)

MANDRYKA
Dreißig Flaschen von diesem!

(Er zeigt in die Weinkarte.)

Sechs für den Tisch.
Und noch einmal dreißig!
Und noch einmal dreißig herumservieren.
Welko, du ordnest!
Eiskübel in jede Ecke!
Bis sie alle im Saal da nimmermehr wissen,
ob sie sind Grafen, verhext in Fiakerkutscher,
oder Fiakerkutscher,
umgekrempelt in Grafen!
Sie sollen sich freuen, wenn ich mich freue!

(Zu Adelaide)

Befehlen weiter!

ADELAIDE
(indessen man ihr Hummer, Fasanen, 
Eiscrème usw. präsentiert)

Haben wir Blumen?

MANDRYKA
(ruft)
Aufpassen, Djura!
Nimmst einen Fiaker und noch einen zweiten;
aufsperren laß die Gärtnergeschäfte,
aufwecken die hübschen Verkäuferinnen.
Ausräumen sollen sie ihre Keller!
Füllst einen Wagen an mit Rosen,
einen mit roten und weißen Kamelien!
Walzer soll sie auf Blumen tanzen,
Abschied nehmen von Mädchenzeiten!
Später breit’ ich meine Hände,
sie wird nicht mehr Walzer tanzen,
aber tanzen auf meinen Händen!

(Adelaide nimmt Mandrykas Arm, und sie gehen 
rückwärts die Stufen hinauf. Von rechts wird ein Tisch
hereingeschoben und für ein kaltes Souper gedeckt.)

ARABELLA
(an Dominiks Arm kommt rückwärts aus dem 
Tanzsaal; sie wenden sich
nach links.)

Und jetzt sag’ ich adieu, mein lieber Dominik.

DOMINIK
Adieu? Sie fahren schon nach Haus?

ARABELLA
Das war jetzt unser letzter Tanz für alle Zeit.
Kann sein, daß wir uns später einmal wiedersehn,
dann sind wir halt Bekannte 
aus der Jugendzeit!

DOMINIK
(faßt sie am Arm)
Arabella!

ARABELLA
Nein, Dominik

(macht sich schnell los)

Sie sind der erste Mann gewesen,
Dominik!
daß er mich gern hat,
und es hat mich recht gefreut.
Aber die Richtige für Sie, die war ich nicht,
und Sie halt nicht der Richtige für mich.

(Dominik versucht, kommen und sagen 
etwas während Arabella zurück)

Nicht reden, Dominik.
Da kommt schon auch der Elemer.
Adieu!

(Dominik entfernt sich langsam. Elemar kommt)

ELEMER
(stürmisch auftretend)
So schön wie heut hab’ ich dich nie gesehen!

(Arabella gibt nachdenklich zurück)

Mit dir ist was passiert!

ARABELLA
(ruhig)
Ja, Elemer, mit mir ist was passiert!
Und darum geb ich Ihnen jetzt die Hand
und sag’ adieu, ich danke Ihnen, Elemer –
es waren viele schöne Augenblicke drunter –

ELEMER
Es waren, Bella, und es werden sein!

(versucht, ihr die Hand zu nehmen)

ARABELLA
Nicht halten meine Hand,
grad schnell den Druck von
meinen Fingern spüren
und wissen, daß wir gute Freunde sind,
wenn wir uns auch nicht wiedersehn!

ELEMER
(heftig)
Sie haben sich verliebt
in diesen Fremden,
diesen Wallachen, oder was er ist!

ARABELLA
(sanft)
Nicht mir verderben diesen letzten Augenblick,
da kommt auch schon der Lamoral
und wartet auf seinen letzten Tanz!

(Lamoral erscheint an der Stiege, aus dem Tanzsaal 
herauf: rechts wird mit dem Tischdecken fortgefahren.)

ELEMER
(dicht bei ihr)
Werden Sie meine Frau!
Wer in der Welt ist, der mich hindern darf!

ARABELLA
Nein. Nein.
Für mich war halt ein andres Glück bestimmt.

(Sie läßt ihn stehen und geht auf 
Lamoral zu: Elemer links ab)

LAMORAL
O Arabe!la, gibt es was Schöneres
als Sie auf einem Ball!

ARABELLA
Ja, süß ist die Verliebtheit,
süß dieses Auf und Ab,
aber es gibt was Schöneres
und Höhres tausendmal!
Und einmal wirst du auch verstehn, vielleicht –

LAMORAL
Nicht reden jetzt von anderem, das weit weg ist –

ARABELLA
(ernst)
Für dich ist’s noch weit weg, da hast du recht.

LAMORAL
Ich ängstig’ mich.
Sie sind so anders, Arabella.
Es nimmt Sie mir wer weg!

ARABELLA
Wegnehmen? Geh, du Bub!
Aber da hast du deinen ersten und zugleich
deinen letzten Kuß.

(Sie beugt sich zu ihm und küßt ihn schnell 
und leicht auf die Stirn. Sie stehen links 
einigermaßen gedeckt durch die Draperien.)


LAMORAL
(strahlend)
Von wem hab’ ich diesen wunderbaren Kuß?

ARABELLA
(sogleich ganz gelöst)
Von einem Mädel, das heut glücklich ist,
so glücklich, daß sie ganz allein sein muß,
ganz mit sich selbst allein in ihrem Zimmer
und lang noch liegen ohne
Schlaf vor lauter Glück!

(mit geändertem Ton)

Jetzt aber tanzen wir noch diesen Walzer aus,
dann fahr ich fort von euch auf Nimmerwiedersehn!

(Ab mit ihm in den Tanzsaal. Geben Sie Kellner und
Bedienstete mit Flaschen und Blumen. Matteo kommt 
von rechts.
Zdenka, ängstlich, nicht gesehen zu werden,
starrt auf ihn hinüber.)


MATTEO
(vor sixh)
Ein Feigling bin ich. Fort mit mir!
Fort und ein Ende!

ZDENKA
O Gott! Seine Miene!
Wie furchtbar entschlossen!

(Sie winkt ihm, er geht zu ihr hinüber. Mandryka 
kommt die Stufen von der Estrade herab, geht zu 
dem gedeckten Tisch hinübe.)


ZDENKA
Bist du schon wieder so? 
Hat’s dich schon wieder?

MATTEO
Rasend verzehrt’s mich!

ZDENNKA
Sie denkt an dich!
Nichts andres denkt sie!

(Matteo lacht bitter.)

Sie hat mir einen Brief für dich gegeben!
Hier ist er!

(Sie greift in die Brusttasche ihres Fracks.)

MATTEO
(weicht zurück gegen die Mitte)
Ich nehm’ ihn nicht!
Der bringt das Ende für immer!
Ich tüh!’ es!

(Zdenka folgt dem Zurückweichenden, den Brief in der 
Hand.
Mandryka wird aufmerksam. Jankel mit Leuten, 
die Blumen tragen, von rechts. Zdenka ist Matteo bis in 
die Mitte der Bühne gefolgt.)

MATTEO
Trag ihn zurück! Ich fühl’,
daß es mein Abschied ist!

ZDENKA
Du mußt ihn nehmen, alles wird anders!
So fühl ihn doch!

MATTEO
(Laßt den Brief)
Ein Schlüssel?

ZDENKA
Nimm ihn! Nimm ihn nur!

MATTEO
(reißt den Brief auf)
Kein Brief, nur ein Schlüssel?
Was sind das für Späße?
Zdenko, ich frage!

ZDENKA
(blaß, einer Ohnmacht nahe)
Das ist ihr Schlüsse!!

MATTEO
Ihr Schlüssel?

ZDENKA
Vom Zimmer, Gib acht. Versteck ihn.

MATTEO
Das ist der Schlüssel? – Ich bin nicht bei Sinnen!
Sind wir auf dem Ball? Bist du der Zdenko?
Ist sie deine Schwester? Sie tanzt dort unten?
Das ist der Schlüssel? –

ZDENKA
Zu ihrem Zimmer!

(gesprochen)

Der Schlüssel zu Arabellas Zimmer!

MANDRYKA
(zuckt zusammen)
Ich hab’ mich verhört!

(Jankel will sich ihm nähern. Mandryka 
winkt ihm ab, tritt den beiden näher.)

ZDENKA
Du sollst nach Haus – sie kommt in einer Vietelstunde.
Der Schlüssel sperrt das Zimmer neben ihrem.

(Bald rot, bald blaß, die Scheu überwindend)

Lautlos kommt sie zu dir – Matteo,
sie will nicht, daß du unglücklich bist!
Sie will alles tun, alles,
damit du glücklich wirst noch diese Nacht!

MATTEO
Schwöre mir, daß das wahr ist!
Der Schlüssel zu Arabellas Zimmer!

ZDENKA
Du hast ihn ja, so wahr er sperrt,
so wahr will die,
die ihn dir gibt,
heut alles tun, damit du glücklich wirst!
Ich muß jetzt fort!
Mich darf man hier nicht sehn.

(Läuft links weg.)

MATTEO
(fur sich)
Geheimnis eines Mädchenherzens, unergründliches!

(Geht schnell nach links ab)

MANDRYKA
(aus seiner Starre jäh aufwachend)
Halt! Du irgendeiner oder wer du bist!
Welko, Djura! Halten dort den Menschen!
Her mit ihm vor mich! Den dort mit dem Schlüssel!

(Dominik mit Adelaide ist von links vorn 
aufgetreten. Welko, Djura unschlüssig, auf 
wen ihr Herr sie hetzen wollte)

WELKO
(gesprochen)
Welchen, Gospodar?

DJURA
(gesprochen)
Und was für einen?

WELKO
(gesprochen. Auf Dominik deutend)
Diesen?

(Dominik und Adelaide nehmen links auf
einem Kanapee Platz.)

MANDRYKA
(vor sich)
Und wenn hier viele
Arabella heißen –
meine gottverdammten Jägerohren
foppen meinen
dummen harten Schädel,
daß ich als ein Narr dasteh’
vor einem Fremden?
Wird sie denn den Schlüssel schicken von dem
Zimmer, während sie selbst tanzt im Ballsaal?

(Er sieht nach der Uhr.)

Noch ist nicht einmal vorbei die Stunde,
die ich grad’ ihr freigegeben habe –
Also bin ich schon ein Narr und Esel?

(Zu den Dreien)

Alles lassen! Weitermachen dort am Eßtisch!

(Er geht hastig auf und ab.)

Schön ist die Musik, und nichts von Schlüssel,
Geigen drin, und nicht verdammte Schlüssel,
und in ein paar Minuten wird sie dastehen,
da vor mir, und Blumen werd’ ich hinstreu’n,
daß statt meiner sie den Fuß ihr küssen.
Haj! Wie tanzt sie jetzt und nimmt den Abschied
in dieser Stunde von der Mädchenzeit!

DOMINIK
(links bei Adelaide)
O bezaubernde Frau!
Viel schöner als jemals die Tochter!
Wie Sie die Melancholie mir zu heilen verstünden –

(Küßt sie auf die Schulter)

ADELAIDE
(zieht ihre Mantille über die Schulter hinauf)
Dominik! Nicht!
Aber später, ich werd’ immer
allein sein ohne mein Kind –

(Sie plaudern leise weiter. Viele Paare
kommen vom Tanzsaal herauf.)

MANDRYKA
(grimmig hinschauend)
Warum kommen viele und nicht sie darunter?
Warum scheppern gottverdammte
Schlüssel dazwischen?

(Geben Sie Milli, Elemar und andere)

DIE FIAKERMILLI
(an Elemers Arm, auf Mandryka zu,
andere Paare stellen sich dazu)

Mein Herr, schon wieder muß ich kommen
und bitten: Geben Sie dem Ball
die Königin zurück!

MANDRYKA
(im Zorn vor sich)
Was sagt das Frauenzimmer?
Ich soll sie zurück ihr geben?
Ich hab’ sie nicht eingesperrt.
Ich hab’ den Schlüssel nicht.
Er ist in dem Kuvert,

(Welko bietet Champagner an. Mandryka setzt und lädt)

Ich bitte, daß Sie mir die Ehre geben –
Sie alle, wie Sie sind, bekannt und unbekannt.

ELEMER
Doch Gräfin Arabella wollen wir
nicht in dem schönen Augenblick vermissen!
Sie werden sicher sie zu finden wissen.

MANDRYKA
(greift sich an den Hals, lockert die Krawatte)
Zu finden wissen?
Schlüssel! Djura! Welko!

(Die beiden springen herbei.)

Die gnädige Fräulein suchen in dem Saal!
Habt’s ihr gefunden
in der großen Wienerstadt,
werd’s ihr zu finden wissen in der
Tanzhütten dahier!

(Djura und Welko eilen ab. Nachrufend, stark)

und bitten sie hierher,
wenn sie die Gnade haben will!

(Dann zu MilIi, die sich von Elemers Arm gelöst hat.)

Ein solcher süßer Schnabel 
muß auch was Süßes trinken!

(Er serviert ihr ein Glas Champagner. 
Gleichzeitig tritt Jankel zu Mandryka, 
bringt ihm ein Briefchen auf einem Tablett.)

JANKEL
(gestrochen)
Da wäre ein Billett für Euer Gnaden.

MANDRYKA
Fühl, ob ein Schlüssel drin ist.

JANKEL
Wie, ein Schlüssel?

MANDRYKA
(nimmt hastig das Billett, zögert noch, es zu öffnen)
Wer, Herr Gott, hat diesem Gesicht so viel Gewalt
gegeben über mich,
daß ich mich fürchte jetzt? –

(Geht beiseite, reißt das Kuvert auf, liest)

Für heute sag’ ich Ihnen gute Nacht,
ich fahr’ nach Haus,
von morgen an bin ich die Ihrige.
Ein kleines A statt einer Unterschrift!
Nicht einmal ihren Namen.
Steht auch nicht dafür,
für einen Gimpel, einen auf den Leim gegangenen!

(Wiederholt den Inhalt Grimming.)

Sie muß ja Abschied nehmen von der Mädchenzeit,
dafür braucht sie die ganze Zärtlichkeit:
Sie hat jetzt keine Zeit
für zärtlichere Unterschrift!

(Er zwingt sich zu einer frechen Munterkeit, 
tritt wieder zu den anderen zurück, winkt.)

Wegschmeißen jetzt die Blumen!
Schampus her! Servieren links und rechts,
bis alle liegen unterm tisch,
die Grafen und Fiaker und Fiakerbräute
und alle miteinander!
Heut geht das Ganze, aber schon das Ganze
auf meine Rechnung!

(Kellner verteilen sich, servieren allen Schnell Champagner)

Soll ich der schönen MilIi
vielleicht jetzt was singen?

(Er zieht sie an sich.)

Ich wäre aufgelegt!

(Fiakermilli antwortet zärtlich, ohne Worte, mit eine 
Jodler. Zwischen Selbstverspottung und zornigen Tränen)

Ging durch einen Wald, weiß nicht durch welchen!
Fand ein Mädchen, weiß nicht, wessen Tochter!
Trat ihr auf den Fuß, weiß nicht auf welchen,
fing es an zu schrei’n, weiß nicht warum doch,
seht den Wicht, wie der sich denkt die Liebe!

MILLI
(MilIi wiederholt jodelnd den Refrain.)
¡
Seht den Wicht, wie der sich denkt die Liebe!

MANDRYKA
(Mandryka zieht sie neben sich auf das Kanapee 
nieder. Adelaide entzieht sich Dominik, steht auf.)
Wohl stünd’s an, ihm Kanne Wein zu geben,
Wein zu geben, Becher nicht zu geben,
mag der Wicht aus schwerer Kanne trinken,
mag sich plagen bis
zu klügeren Tagen!

MILLI
(Milli jodelt den Refrain.)
Mag der Kerl auf bloßer Erde schlafen,
mag sich plagen bis zu klügeren Tagen!

MANDRIKA
(Er läßt MilIi, steht jäh auf. MilIi wiederholt
den Refrain. Immer böser vor sich hin)

Für heut fahrt sie nach Haus zu ihrem Schlüsselherrn, 
von morgen an ist sie die Meinige!
Milli, gib mir ein Kußl!

(küßt sie)

Wieviel kost’t der Schlüssel
für Comtessenzimmer hier in Wien?

ADELAIDE
(plötzlich vor ihm)
Herr von Mandryka, wo ist meine Tochter?

MANDRYKA
(stehend. Milli in Arm)
Weiß nicht!
Sie hat die Gnade nicht gehabt,
mir mitzuteilen. Wünschen noch Moët-Chandon?
Hier ist! Servieren
der Frau Gräfin Mutter!

ADELAIDE
(aufgeregt nach rechts eilend)
Wo ist mein Mann?
Man suche meinen Mann!

(Dominik nach rechts, schnell, Waldner 
zu suchen. Zurück zu Mandryka)


Lassen Sie sich beschwören,
wo ist Arabella?

MANDRYKA
(frech)
Das frag’ ich selber die Frau Gräfin Mutter!

(Waldner erscheint rechts mit Dominik, hinter ihm 
die drei Herren, mit denen er gespielt hat)

ADELAIDE
O Theodor!
Beschütze deine Frau und deine Tochter!

WALDNER
Was geht hier vor? Mandryka,
wie benimmst du dich
in Gegenwart von meiner Frau!

MANDRYKA
Genau, wie sich’s gehört!
Ich streife ab den dummen Kerl aus der Provinz
und bin, wie unter wienerischen Grafen
sich’s geziemt!
Setzt dich zu uns, sind Mädeln da,
ist Schampus da!
Teschek, bedien dich!

WALDNER
Wo ist meine Tochter?

MANDRYKA
Ich kann dir leider keine Auskunft geben.
Comtessen, scheint es,
ziehen manchmal sich zurück
in einem animierten Augenblick.

WALDNER
(zu Adelaide, wütend)
Wo ist das Mädel?
Wissen will ich, wo sie ist!

ADELAIDE
Zu Haus!


WALDNER
Du weißt es?
Was soll das bedeuten?

ADELAIDE
Ein Einfall!
Ein plötzliche Melancholie!
Eine Caprice!
Du kennst ihr Naturell!

WALDNER
Du beschwörst, sie ist zu Hause?

ADELAIDE
Es handelt sich um deine und meine Tochter!

WALDNER
Sehr gut, wir fahren auch nach Hause. Augenblicklich.
Du klopfst an ihre Tür und gibst uns Nachricht,
ob sie ganz wohl ist: nur damit wir uns beruhigen.

(Zu Mandryka, böse)

Dann spreche ich zwei Worte noch mit dir;
darum wirst du die Güte haben, uns zu begleiten.

MANDRYKA
Es wird mir eine ganz besondere Ehre sein.

(Verneigt sich und gibt Adelaide den Arm.)

WALDNER
(zu seinen Mitspielern)
Wir spielen augenblicklich weiter im Hotel,
sobald das kleine Mißverständnis da beseitigt ist.

MANDRYKA
(an der Tür stehenbleibend Zurückrufend)
Die Herren und Damen
sind einstweilen meine Gäste!

(Er zieht ein Bündel von Rechnungen
 
und wirft es in die Luft)

MILLI
Eljen! Wir sind Irhe Gäste!

CHOR DER GÄSTE
Eljen! Wir sind Irhe Gäste!

(Gäste heben die Champagnergläser. Mandryka 
mit Adelaide ist schon ab, Welko und Djura, vor 
ihnen Waldner mit den Spielern folgen.)



DRITTER AUFZUG


Einleitung

(
Im Hotel. Offener Raum, zugleich Stiegenhaus. Die Stiege 
lauft in zwei Wendungen aufwärts. Unten stehen ein paar
Tische mit Zeitungen, Schaukelstühle, Fauteuils Vorne 
rechts ist die Portierloge und der Ausgang auf die Gasse. 
Es ist Nacht. Matteo in Uniformbluse, wird am
Stiegengeländer in der Höhe des ersten Stocks sichtbar. 
Er späht hinunter. Es läutet an der Haustüre, Matteo
verschwindet. Der Zimmerkellner tritt aus der Portierloge
hervor, sperrt auf. Arabella tritt ein, vom Ball kommend. 
Der Zimmerkellner verschwindet. Sie lächelt, wie wach
träumend setzt sie sich in den vordersten Schaukelstuhl 
und wiegt sich leise, vor sich hindenkend.)

ARABELLA
(vor sich, hindenken)
Über seine Felder wird der Wagen fahren
und durch seine hohen, stillen Wälder –
ja, zu denen paßt er: hohe stille Wälder; 
und dann werden seine Reiter uns entgegenkommen.

Das ist Eure Herrin”, wird er sagen,
die ich mir geholt hab”, wird er sagen,
aus der Kaiserstadt, jetzt aber will sie
nimmermehr zurück –
bleiben will sie nur bei mir in meinen Wäldern”.

MATTEO
(erscheint wieder oben, er beugt sich übers Geländer. 
Er erblickt die unten Sitzende, kann es kaum glauben, 
daß es Arabella ist, flüstert vor sich hin.)
Arabella! Unmöglich! Es ist ja nicht denkbar!

(Arabella fährt aus ihrer glücklichen räumerei auf. Sie 
sieht Matteo nicht: er ist ihr im Rücken. Sie spürt nur, 
daß sie nicht mehr allein ist. Matteo leise unten angelangt,
verneigt sich vor ihr)

ARABELLA
(erstaunt, aber ohne Erregung)
Sie hier?

(Sie steht schnell auf.)

So spät
So wohnen Sie noch immer hier im Haus?

MATTEO
(mit versteckter Beziehung)
Sie hier?
So muß ich fragen, Arabella!

(einen Schritt näher)

Du gehst so spät noch einmal aus?

ARABELLA
Ich komme heim vom Ball und gehe auf mein Zimmer, 
gute Nacht!


(Sie nickt ihm zu und will an ihm orbei hinaufgehen.)

MATTEO
(mit unendlicher Ironie)
Sie kommen heim vom Ball!
Sie gehn auf Ihr Zimmer?

(halb fur sich)

Geheimnis eines Mädchenherzens, unergründliches!

ARABELLA
Ja, gute Nacht.
Was amüsiert Sie da so sehr?

MATTEO
O Arabella!

(er lächeit verliebt und vielsagend)

ARABELLA
Wenn Sie mir noch etwas zu sagen haben,
dann bitte ich, bei Tag, nicht jetzt, nicht hier!

MATTEO
Noch – etwas? Ich – noch – etwas?
O süße Arabella, danken will ich dir
von heute bis ans Ende meines Lebens!

ARABELLA
Danken – wofür? Das ist doch alles
ein für allemal vorbei.

MATTEO
Danken? Wofür? –
Die Kunst ist mir zu hoch!
Mir graut vor so viel Virtuosität.

ARABELLA
Was haben Sie?

MATTEO
So meisterhaft Komödie spielen,
nur um der Komödie willen,
Komödie spielen ohne Publikum!
Das ist zuviel! Das grenzt an böse Hexenkünste

ARABELLA
Von allen Ihren Reden
da versteh’ ich nicht ein Wort,
und somit gute Nacht.

MATTEO
(vertritt ihr den Weg)
Schon gut!
Jetzt einen Blick noch, einen einzigen,
der mir sagt, daß du im
Innersten die Gleiche bist!

ARABELLA
Die Gleiche?

MATTEO
(Glühend)
Die Gleiche? Die Gleiche?
Die Gleiche, wie vor einer Viertelstunde!

ARABELLA
(ganz arglos)
Vor einer Viertelstunde
war ich anderswo!

MATTEO
(mit dem Ausdruch varklärter Erinnerung)
Vor einer Viertelstundel Ja! da oben!

(Er starrt sie Glühend an)

ARABELLA
(einen Blick nach oben, ohne Verständnis)
Ich weiß nicht, was Sie meinen,
und ich möchte hier nicht länger stehn!

MATTEO
(sehr heftig)
Das ist zuviel.
So kalte Herrschaft über jeden Nerv!
Nach solchen Augenblicken –
das erträgt kein Mann!
Ich appelliere an den einen
Blutstropfen in dir,
der unfähig zu heucheln ist!

(Er packt sie am Arm)

ARABELLA
Sie sind ja nicht bei Sinnen!
Matteo! Geben Sie den Weg mir frei,
oder ich rufe!

MATTEO
Du könntest einen Mann zum Wahnsinn bringen,
du, so wie niemand auf der Welt!
Bekräftige mit einem einzigen letzten Blick,
was zwischen uns gewesen ist, dort oben,
und nichts auf dieser Welt verlang’
ich mehr von dir!

(Der Kellner kommt aus der Portierloge, geht aufsperren.)

ARABELLA
Hier kommen Menschen, lassen Sie mich los!

MATTEO
Ich hab’s geschworen, daß du frei sein wirst von mir,
in deine Tränen, in deine flüsternden Küsse
hab’ ich’s geschworen – von morgen ab!
Ich halte meinen Schwur!
Wir waren im Dunkel, ich habe deine Augen nicht
gesehen. Gib einen Blick mir jetzt, der alles noch
zum letzten Mai besiegelt,
und du bist frei für immer!

(Adelaide, hinter ihr Mandryka, der sofort stehen 
bleibt, dann Waldner, zuletzt die drei Spieler; hinter 
ihnen Welko und Djura.)

ADELAIDE
Welch ein erregtes tête-à-tête im Stiegenhaus!
Du hast dich also nicht zurückgezogen?
Mein Kind, was soll das heißen?

ARABELLA
Aber nichts, Mama, gar nichts.

MANDRYKA
(sieht starr auf Matteo)
Ja. Es ist der Verfluchte mit dem Schlüssel.

ARABELLA
(tut einen Schritt gegen Mandryka, ganz unbefangen)
Sie hab’ ich heut nicht mehr zu sehen vermutet,
Herr von Mandryka!

MANDRYKA
(finster zu Adelaide)
Ich bitte, Gräfin, um Erlaubnis, mich zurückzuziehn!

(surücktretend)

Welko!

WELKO
(bei ihm)
Der Gespodar hat ihn erkannt?

MANDRYKA
Du packst. Wir fahren mit dem ersten Zug nach Haus.

ARABELLA
(zu Mandrika hintretend)
Hier ist nichts, das Sie anginge, Mandryka.
Ich komm’ nach Haus, begegne diesem Herrn,
das ist ein alter Freund von uns.
Darüber alles erzähl’ ich Ihnen später,
wenn Sie wollen.

MANDRYKA
Ich bitte wirklich sehr,
mich zu entschuldigen!

(Er macht Miene. zu gehen. Arabella 
schüttelt erstaunt den Kopf)

ADELAIDE
O Wien!
Die Stadt der Médisance und der Intrige!

(Gegen Matteo)

Sie Unglückseliger!

WALDNER
(Mandryka aufhaltend)
Du bleibst noch einen Augenblick!
Es scheint, daß hier noch Mißverständnisse
geblieben sind.

(Zu Arabella)

Ich frage dich, mein Kind! Wo kommst du her?
Hat der Herr Leutnant
dich vom Ball nach Haus begleitet?
Mit deiner Zustimmung?

ARABELLA
Papa, so schau mir ins Gesicht!
Kann ein Verrückter alle närrisch
machen auf ein, zwei?

WALDNER
Du hast mir nichts zu sagen?

ARABELLA
Aber wirklich nichts, als was du ohnehin
schon weißt, Papa, seit heute abend.
Oder weißt du etwa nicht?

WALDNER
Da bin ich sehr erleichtert.

(Küßt Arabella auf die Stirn. Zu Mandryka)

Also bitte!
Es ist nichts vorgefallen!
Aber gar nichts.
Schwamm drüber über alle Aufregung,
und gute Nacht!

(Zu den Spielern)

Ich bitte dort hinein.
Wir spielen sofort weiter.

MANDRYKA
(tritt zu Arabella, spricht nur zu ihr)
Ich werde helfen,
soviel Geld und guter Wille
helfen kann,
vertuschen diese häßliche Komödie,
da ich die Rolle nicht geeignet bin zu spielen,
die Sie mir haben zugedacht,
mein Fräulein.

DUO

ADELAIDE
O dreimal unglückselige Begegnung!

MANDRYKA
(wendet sich – vor sich)
Nein, nein, wie ist das möglich!
Wie kann das möglich sein!

WALDNER
Jetzt keine Arien,
wenn ich bitten darf!

ARABELLA
(nur zu Mandryka)
Mandryka, hören Sie,
so wahr ein Gott im Himmel ist,
so haben Sie mir nichts hier zu verzeihen!
Viel eher muß ich Ihnen, wenn ich kann,
verzeihen, was Sie zu mir geredet haben
und in welchem Ton!

MANDRYKA
(den Blick böse auf Matteo geheftet)
Ich müßte blind sein,
und hab’ leider scharfe Augen,
ich müßte taub sein,
und hab’ leider gute Ohren,
ich müßte schwach
im Kopfe sein –
dann vielleicht, daß ich das Individuum

(Er verweist auf Matteo)

nicht erkennen täte und nicht verstünde,
was hier für ein Spiel gespielt wird bei der Nacht.

MATTEO
(getroffen von der Insulte, die in 
Mandrika Blich und Meine liegt)
Mein Herr, wenn Sie hier irgendwelche
Rechte besitzen,
wenn auch erst seit kurzer Zeit –
ich stehe zur Verfügung!

ARABELLA
(zwischen beiden stehend)
Ja, alle Rechte besitzt dieser Herr,
denn er ist mein Verlobter,
und Sie besitzen das Leiseste nicht,
auch nicht einen Schatten von Rechten!
Sagen Sie selber!

MATTEO
(zögernd gequält)
Nein... keines...

ARABELLA
(zu Mandryka)
Sie hören!

MANDRYKA
Hätten Sie den Herrn ausreden lassen!
Ein kleines Wort war ihm noch auf der Zunge.
Nein, keines – außer” hat er sagen wollen
und hat es schnell verschluckt!
Ich aber, ich hab’ es noch gesehn
auf seinen Lippen.

ARABELLA
Matteo, nie hab’ ich für niedrig Sie gekannt!
Was tun Sie jetzt an mir – !
Sie wollen mich aus Trotz vor aller Welt
kompromittieren!
Sie wollen meine Heirat mir verderben!

ADELAIDE
Unsel’ger Intrigant! So will er die Hand
meines Kindes erschleichen!

MANDRYKA
(tut einen Schritt näher zu Mandrika)
Außer –”
Heraus mit der verschwiegenen Wahrheit!

MATTEO
(fest)
Kein Wort! Kein Wort!

MANDRYKA
(zu Arabella)
Außer den Rechten,
hat er sagen wollen,
die diese Nacht verliehen hat!
Versuchen Sie, vielleicht
zu Ihnen ganz allein
wird er ein Wörterl drüber sagen!

ARABELLA
(zu Matteo)
Haben Sie vor diesem Herrn
mir noch etwas zu sagen?

MATTEO
(senkt den Kopf)
Nein!

MANDRYKA
(zu Matteo)
Ich gratuliere Ihnen, Herr Leutnant,
zu ihrem Glück bei schönen Frauen
und Ihrer Diskretion,
die beiden sind gleich groß.

ARABELLA
Hast du gehört, Papa?

WALDNER
Mandryka, dafür wirst
du Genugtuung mir geben!

(zu Adelaide)

Wo sind meine Pistolen? Was – verkauft?
O Sakrament!
ich werd’ mir andere zu verschaffen wissen.

ARABELLA
(bleibt stehen, wo sie ist, mit tief
schmerz lichen Ausdruck)
Mag alles gehen, wie es will,
das Leben ist nichts wert!
Was ist an allem in der Welt,
wenn dieser Mann so schwach ist
und die Kraft nicht hat,
an mich zu glauben!
Und mich dahin gibt wegen eines Nichts!

DIE GÄSTE
(oben auf der Treppe)
Wie? Kennen Sie sich aus?
Welcher hat wen erwischt?
Was? Sie hat fortgewollt? Wie,
mit dem Leutnant?

ADELAIDE
(mit einer Grossen Gebärde auf Waldner)
Nein, dieser junge Mensch ist es nicht wert,
vor deine Pistole zu kommen, Theodor!
Das ist die niederträcht’ge Kabale
des abgewiesenen Freiers und nichts weiter!

DIE GÄSTE
(oben auf der Treppe)
Welcher hat wen erwischt? Was'!
Sie hat fortgewollt?
Wie, mit dem Leutnant ? Wie?
Kennen Sie sich aus?

WALDNER
Von dem da redet niemand.
Der Mandryka –
der ist mir Genugtuung schuldig!

MATTEO
Ich bin allein der Schuldige.
Ich nehme jedes Wort zurück, und jeden Blick!
Mißdeutet hat man alles, und ich habe
nichts von dem gemeint,
was Sie zu hören glaubten.
Wenn jemand Strafe hier verdient,
so bin ich’s.

WALDNER
(scharf)
Eintunken und reinwaschen
wiederum in einem Atemzug,
das war zu meiner Zeit nicht Brauch
bei Offizieren!

MANDRYKA
(nur zu Arabella)
Der junge Mann benimmt sich brav wie möglich.
Es wäre an der Zeit,
daß Sie auf ihn
ein biss’l Rücksicht nehmen täten, schönes Kind.
Gestehen Sie mir die Wahrheit, mir allein!
Es ist Ihr Liebhaber! Ich werde alles tun –
Sie können sich auf mich verlassen, Arabella!

ARABELLA
(seiht mit fest an)
Bei meiner Seel’ und Seligkeit, Mandryka,
die Wahrheit ist bei mir!

ANDRYKA
Nicht deine Seele
so verschwören, Mädel!
Mir tut das Herz so weh um dich!

(vor sich)

O Gott, was tust du mir für eine Schande an
durch dieses Weib!

(Nochmals zu Arabella, leise)

Wenn ich den Buben doch gesehn hab’,
wie er den Schlüssel ihm hat übergeben
zu Ihrem Zimmer.

ARABELLA
Was für einen Buben?

MANDRYKA
Den Buben, Ihren Groom, den Sie geschickt!

ARABELLA
Den Zdenko? Mein Gott!
Oder wen?

MANDRYKA
Aha! Ich will, daß Sie gestehn!
Mir allein!

ARABELLA
(fur sich)
Ist denn die Hölle gegen mich verschworen!

MANDRYKA
Soll ich den Menschen dort, der mir
mein Leben ruiniert hat, soll ich ihn schonen
als Ihren Geliebten? Reden Sie!

ARABELLA
Die Wahrheit ist bei mir. Mandryka,
nur die Wahrheit,
denn alles sonst – das seh’ ich ja –
ist gegen mich!

MANDRYKA
Zum letzten Mal!
Willst du heiraten dort den Menschen,
mit dem du hast das süße Stelldichein gehabt
nach unserer Verlobung zehn Minuten!

ARABELLA
(gesprochen)
Ich habe nichts zu antworten, Herr von Mandryka,
auf Ihre Fragen.

(Sie geht weg von ihm.)

MANDRYKA
(grimmig)
Auch gut.
Aufsperren laß dir eine Waffenhandlung, Welko,
soll kosten was es will, ich brauche Säbel!
Zwei schwere Säbel, scharfgeschliffene!
Sofort hierher! Und einen Doktor laß aufwecken,
sonst brauch’ ich nichts.
Dort ist der Wintergarten.

(Mit einer halben Wendung zu Matteo)

Wir werden ohne Zeugen
alles schon zu Ende bringen.

(Er nimmt seine Zigarrentasche heraus, überlegt, bietet
Matteo eine an, der ablehnt, zündet sich selber eine an.)

Die Herrschaften vielleicht gestatten uns,
allein zu bleiben bis dahin.

(Er raucht . Dumpfe Erwartung)

ZDENKA
(Stimme von oben)
Papa! Mama!

(Zdenka in einem Negligé, mit offenem Haar, völlig 
Mädchen, kommt die Treppe heruntergestürzt, wirft 
sich vor ihrem Vater auf die Knie.)

Papa!

ADELAIDE
(bedeckt Zdenka mit ihrer Mantille.)
Zdenka! Was für ein Aufzug!
Welche Schande!

ARABELLA
Was ist geschehen! Zdenkerl!
Red! Ich bin bei dir.

ZDENKA
Nur schnell adieu sag’ ich euch allen.
Ich muß fort. Ich muß ja in die Donau,
noch bevor es Tag wird.

WALDNER
Was soll das heißen?

DIE GÄSTE
(murmelnt)
Wer ist nun wieder dieses hübsche Mädel?

MANDRYKA
(für sich)
Ich hab’ doch das Gesicht schon heute wo gesehen!

ZDENKA
Verzeiht mir alles nur –
und laßt’s mich fort!
Ich schäm’ mich so – ich sterb’ vor Scham –
so laßt’s mich fort!
Vor Sonnenaufgang schon muß
ich drin liegen tief – nachher dann werden alle
mir verzeihn, auch der Papa!

ARABELLA
(umschlingt sie und zeit sie an sich)
Du bleibst bei mir.
Und was dir auch geschehen ist,
an dir ist nichts geschehen,
daß man dich weniger lieb müßt haben!

ZDENKA
(auf Matteo deutend)
Er ist unschuldig. Er hat nichts gewußt.
Nur ich allein –

ADELAIDE
Schweig, unglückseliges Kind!
Schweig bis ans Grab!

WALDNER
(zu Arabella)
Schweig du sofort und reden laß das Madel!
Da habt ihr euren Lohn
für eure Maskeraden.

ZDENKA
(zu Arabella)
Nur dir kann ich es sagen, dir nur, dir allein!

ARABELLA
Ich bin bei dir, ich laß dich nicht im Stich,
ich bin bei dir!

ZDENKA
(an sie geschmiegt)
Er hat geglaubt, daß du es bist! Ich hab’s getan
aus Angst um ihn, Bella, verstehst du mich?
Er weiß ja jetzt noch nicht, daß ich es war!

(angstvoll)

Matteo!

MATTEO
Welch süße Stimme ruft mich an?

ZDENKA
(schamhaft)
Die Stimme der Betrügerin, Matteo!
Dein Freund, dein einz’ger,
dein Zdenko steht vor dir!
ich bin ein Mädel,
ach, ich war ja nie was andres.

MATTEO
O du mein Freund! Du meine Freundin!
Süßer Engel du!

ZDENKA
Dich muß ich um Verzeihung bitten, dich und sie,
euch beide – o mein Gott!

(Sie bedeckt ihr Gesicht mit den Händen)

ARABELLA
Wenn zuviel Liebe um Verzeihung bitten muß,
dann bitte ihn halt um Verzeihung!

(Drückt sie an sich und küsst sie)

MATTEO
Im Zimmer war’s zu finster, deine Stimme hab’
ich nicht gehört – und doch ist mir,
als hätt’ ich es geahnt von Anfang an,
o süßer kleiner Zdenko!

(Zdenka sieht ihn zärtlich an, 
bleibt aber in Arabellas Armen.)


MANDRYKA
(vor sich)
Das Mädel war der Groom!
Ich möcht’ in Boden
sinken! Wie soll sie jemals
mir verzeihen können,
wo ich mir selber nicht verzeihen kann!

(Welko kommt von rechts, zwei Kavalleriesäbel im Arm. 
Hinter ihm Djura mit zwei Pistolen in einem Kästchen,
dahinter ein Arzt. Mandryka sieht sie, winkt ab.)


WALDNER
(hat sie gleichfalls gesehen. Mit kalter Entschlossenheit)
Sehr gut. Jetzt habe ich mein richtiges Vis-à-vis.
Die Sache geht allein den Vater an.

DIE DREI SPIELER
Oho! Oho!

MANDRYKA
(Ohne auf Waldner zu achten, nur zu Arabella)
Wie steh’ ich vor Ihnen, Arabella!
Ich weiß, nicht einen Blick von Ihnen
bin ich wert mein Leben lang!
So wie ein Tölpel mit den beiden Fäusten da,
hab’ ich gemeint, man dürfte greifen
nach dem allergrößten Glück,
und bin unwert geworden –
so im Handumdrehn,
und jetzt bleibt Reue
und mich schämen bis an meinen letzten Tag.

ARABELLA
Zdenkerl, du bist die Bess’re von uns zweien.
Du hast das liebevollere Herz, und nichts ist da für dich, 
nichts in der Welt, als was dein Herz dich heißt zu tun.
Ich dank dir schön, du gibst mir eine gute Lehre,
daß wir nichts wollen dürfen, nichts verlangen,
abwägen nicht und markten nicht und geizen
nicht, nur geben und liebhaben immerfort!

(Sie gibt dabei nicht Mandryka 
den Sehnlich erwartenten Blick.)


ZDENKA
Wie sanft du zu mir sprichst!
Du bist nicht bös auf mich!
Du bist so unaussprechlich gut, ich kenn’ dich,
wie dich keiner kennt, und immer möcht ich
alles dir zuliebe tun –
und nur verschwinden
hätt’ ich mögen still und euch nicht kränken!
Aber du verstehst mich, du, und wirst mich
nicht verlassen, was auch jetzt noch kommt!

MANDRYKA
(vor sich, sehr zaghaft)
Was jetzt noch kommt –

ADELAIDE
O Gott! O Übermaß der Schande!
O wäre dieser Abend nie gewesen!
Das hat keine Prophetin mir vorausgesagt!

WALDNER
(fest)
Was jetzt noch kommt, das ist ganz klar!

(Er tut einen entschlossenen Schritt,
mit einem Blick auf die Pistolen.)


ARABELLA
(zu Zdenka)
Was immer kommt, ich bin bei dir!

MANDRYKA
(den Blick auf Arabella, gepreßt)
Was jetzt noch kommt –

ZDENKA
(angstvoll)
Papa!

MATTEO
Engel vom Himmel, da sei Gott vor,
daß dich die Welt beschmutzen dürfte!

MANDRYKA
(noch gepresster)
Was jetzt noch kommt –

(Er wendet sich zum Gehen.)

ARABELLA
(leise, über Zdenkas Schutter hin)
Mandryka!

(Sie hebt ihre Hand

MANDRYKA
(stürzt sich auf die Hand)
Ich bin nicht wert solcher Verzeihung!

ARABELLA
Still, Mandryka!
Wir sprechen jetzt nichts mehr.
Wir haben jetzt vergessen,
was uns hier geschehen ist!
Es war nicht unsre Schuld.
Wir wollen allen guten
Willen haben für das,
was jetzt noch kommt!

MANDRYKA
Für das, was jetzt noch kommt?

(Er ergreift schnell entschlossen Matteos 
Hand und führt diesen auf Waldner zu.)


Brautwerbung kommt!
Mit diesem Herrn da trete ich vor Ihnen,
Hochgeborener Herr,
verneige mich und bitte für ihn
als meinen Freund, daß Sie die Hand
nicht weigern ihm von diesem jungen Fräulein.

(Waldner macht eine abwehrende Gebärde)

Nicht weigern ihm,
was große Liebe ihm verliehen hat!

ZDENKA
(schwach)
Matteo! Papa! Was ist das alles?
Muß ich nicht fort?

ARABELLA
Du mußt jetzt glücklich sein, wie du’s verdienst!

WALDNER
(gerührt, küßt sie)
So wein’ nicht, Kleine.
Reichen Sie mir Ihre Hand, mein Herr.

(Er reicht Matteo die Hand.)

ADELAIDE
O Theodor, welch eine Wendung!

WALDNER
Kolossal!

ADELAIDE
(in Tränen)
O Theodor!

WALDNER
(umarmt Adelaide flüchtig, wendet sich
dann gleich zu den Spielern)

Ich stehe zur Verfügung, meine Herren!

(Eilig ab in den Wintergarten, die Spieler mit ihm)

DIE GÄSTE
(murmeln)
Wir gehen schlafen. Jetzt passiert nichts mehr!

(Sie suchen ihre Zimmer auf.)

ARABELLA
(unter Bezugnahme auf Zdenka)
Führ’ sie hinauf, Mama!

(Mandryka tut einen Schritt auf Arabella zu. Adelaide 
und Zdenka steigen die Stiege Hinauf in den ersten Stock)

Wir sprechen jetzt nicht mehr, bis wieder
heller Tag ist! Meinen Sie nicht auch?

ZDENKA
(zärtlich)
Matteo!

ARABELLA
(zu Matteo)
Geh nur, er kommt morgen früh,
dann hast du ihn für immer.

(Matteo verschwindet. Mandryka steht
Ängstlich gespannt da.)


ARABELLA
(zu Mandryka hin, sehr leicht.)
Kann Ihr Diener im Hof zum Brunnen gehen
und mir ein Glas recht frisches Wasser
bringen dort hinauf?

(Welko eilt ab.)

Ich glaub’, es täte mir ganz
gut nach dieser Unterhaltung.

(Sie geht die Stiege hinauf. Mandrika sieht ihr nach, 
bis sie oben ist. Jemand muß noch eine Lampe 
ausgedreht haben, es ist jetzt merklich finsterer)

MANDRYKA
Sie gibt mir keinen Blick, sie sagt nicht gute Nacht,
sie läßt mich stehn und geht.
Hab’ ich was anderes verdient?
Was ist verdient auf dieser Welt?
Verdient ist nichts.
Stockprügel sind verdient für
einen Kerl wie mich –
aber geschenkt hätt’ ich
gern einen Blick genommen –
so einen halben Blick!

(Welko erscheint mit einem Glas Wasser auf 
einem Tablett, sieht Mandryka fragend an.) 

Geh nur hinauf!

(Welko geht hinauf.)

Sie hat gar nichts gemeint,
als ein Glas Wasser haben und Ruh
vor meinem Anblick.
Oder spotten hat sie wollen.
Vielleicht –?
Wenn sie nur spottet, wenigstens
ist’s doch schon eine Gnade,
eine unverdiente, das weiß Gott!

(Er abgelegte Schuss auf einem Stuhl. Arabella erscheint
oben. Sie nimmt das Glas und steigt hinunter. Welko hinter
ihr. Mandryka wendet sich, sieht Arabella mit dem Glas auf
dem Tablett, langsam und feierlich herunterkommen; vor
freudigem Schrecken tritt er zurück. Mandryka nähert sich 
die Leiter)

ARABELLA
(vor der letzten Stufe)
Das war sehr gut, Mandryka, daß Sie noch nicht
fortgegangen sind – das Glas da hab’ ich
austrinken wollen ganz allein auf das Vergessen
von dem Bösen, was gewesen ist,
und still zu Bette gehn und nicht denken
mehr an Sie und mich, bis wieder
heller Tag gekommen wäre über uns.
Dann aber, wie ich Sie gespürt hab’ hier im
Finstern stehn, hat eine große Macht mich
angerührt von oben bis ans Herz,
daß ich mich nicht erfrischen muß mit einem Trunk: 
nein, mich erfrischt schon das Gefühl von meinem Glück,
und diesen unberührten Trunk kredenz’ 
ich meinem Freund den Abend,
wo die Mädchenzeit zu Ende ist für mich.

(Sie reicht ihm das Glas hin. Welko verschwindet.)

MANDRYKA
(indem er schnell in einem Zuge austrinkt
und das Glas hoch in seiner Rechten hält)

So wahr aus diesem Glas da keiner trinken
wird nach mir, so bist du mein
und ich bin dein auf ewige Zeit!

(Er schmettert das Glas auf
die Steinstufen.)

ARABELLA
Und so sind wir Verlobte
und Verbundene auf Leid und Freud
und Wehtun und Verzeihn!

MANDRYKA
Auf immer, du mein Engel, und auf alles,
was da kommen wird!

ARABELLA
Und du wirst glauben –?

MANDRYKA
Und du wirst bleiben, wie du bist?

ARABELLA
Ich kann nicht anders werden,
nimm mich, wie ich bin!

(Sie sinkt ihm in die Arme, er küßt sie, 
sie macht sich schnell los und läuft die 
Stiege hinauf. Mandryka sieht ihr nach.)



PRIMER ACTO


(Habitación de un hotel en Viena. Al centro 
una puerta que da a los corredores del hotel. A la 
izquierda, otra puerta y a la derecha, una ventana. 
La habitación está lujosamente decorada con muebles de 
estilo de los años 1860. Una adivina echa las cartas a 
Adelaida; Zdenka, su hija, vestida con ropas de muchacho, 
recibe facturas impagadas que le dan por la puerta del fondo)

LA ADIVINA
Los astros se presentan más favorables
que la semana anterior.

ADELAIDA
¡Espero que sí!

(llaman a la puerta)

¡No nos deben molestar!

(Zdenka abre la puerta y un desconocido 
le entrega una factura)

ZDENKA
Mi padre no está
y mi madre tiene jaqueca.
Venga luego.
¡Otra factura más!

ADELAIDA
(con un gesto de disgusto)
¡Vamos, ponla aquí!

ZDENKA
Al menos tendrá compañía...

ADELAIDA
¡Silencio niña! ¿Qué dicen las cartas? ¡Dime!
¡Estoy tan preocupada que no puedo dormir!

LA ADIVINA
(inclinándose sobre las cartas)
No debes preocuparte,
La Fortuna se acerca...
pero lentamente.

ADELAIDA
(se retuerce las manos)
¡No, no podemos esperar mucho más!
La única esperanza que nos queda
es la boda de nuestra Arabella.

LA ADIVINA
Veo a su padre.
Es a tu señor esposo al que veo.
Mala suerte el que se encuentre a su lado.
Todo oscuro...
Él juega a las cartas... ¡Dios!
Una vez más pierde mucho dinero.

ADELAIDA
¡Señor del cielo!
¡Ven a rescatarme a través de mi amada hija!
En nombre del cielo, dime, ¿el compromiso está cerca?
¡Nuestro crédito ya no es como antes, mi querida señora!

LA ADIVINA
(observando largamente las cartas)
Veo a un oficial.

ADELAIDA
¿A un oficial? Eso no es tan bueno, creo.

ZDENKA
Mateo

LA ADIVINA
Pero creo que no será él el hombre de su vida.

ADELAIDA
Espero que no.

LA ADIVINA
Ahora parece que llega un extraño, de muy lejos... ¡El novio!

ADELAIDA
¡Te daré como recompensa mi broche de esmeraldas 
si lo que predices se hace realidad esta semana!

LA ADIVINA
(lentamente como descifrando el libro del destino)
Él viene de lejos...

ADELAIDA
¿De lejos?

LA ADIVINA
Lo convoca una carta.

DELAIDA
¡Es el Conde Elemer, no hay duda!

LA ADIVINA
Veo un bosque... Él viene de allí.

ADELAIDA
¡Oh, lo describes muy bien!
¡Seguro que es él , Elemer! ¡Espléndido!
Pero...¿Por qué dudas?

LA ADIVINA
Es ella la que duda.

ADELAIDA
Ves su corazón transparente como a través de un vidrio. 
Es su inquebrantable orgullo.
¡Dios, libérala de su orgullo!
Es tan orgullosa como adorable.

(Golpean a la puerta, Zdenka abre)

ZDENKA
¡No es imposible, no puedo molestarla!

(Recibe una nueva factura y la coloca con las otras)

ADELAIDA
(a la adivina)
¿Y ahora qué pasa?
¿Por qué frunces el ceño?

LA ADIVINA
Veo a otra persona,
entre tu hija y el hombre rico.

ADELAIDA
¡Santa madre de Dios,
no permitas que suceda!

LA ADIVINA
(mirando las cartas)
¡Cómo! ¿Vuestra gracia tiene una segunda hija?
Ella podría ser una amenaza muy seria.

ADELAIDA
(se arrodilla)
¡Ángeles del cielo, oíd la plegaria de una madre
cuyo corazón se quiebra de angustia!

ZDENKA
(alarmada)

¡Mamá!

ADELAIDA
Zdenka, quédate tranquila
y no te preocupes de nuestros asuntos.

(señalando a Zdenka)

¡Ella es mi otra hija!

LA ADIVINA
¿Ese joven?

ADELAIDA
Es una chica. 
Siempre fue una niña terrible y siempre 
la dejamos vestir como un varón, con pantalones.
No somos tan ricos como para poder criar 
a dos jóvenes doncellas conforme a nuestro rango...
Sin embargo ella ama a su hermana;
la quiere con devoción;
¿Cómo podría perjudicarla?

LA ADIVINA
Las cartas nunca mienten.
Aquí el oficial,
allí la joven rubia.
Veo dos sables relucientes
y al novio que se retira.
Las cartas os lo han advertido.

ADELAIDA
(se levanta)
¡Vayamos a mi cuarto
y probaremos de nuevo!

(Adelaida entran con la Adivina en la 
otra habitación, Zdenka toma las facturas 
acumuladas)

ZDENKA
¡Esto es mucho dinero!
¡Todos quieren cobrar!
Amenazan con demandarnos...
¿Qué?... ¡Esto no lo sabía!...
Aquí dice que: 
“corren rumores de que abandonaremos la ciudad”
¡Oh, todo está perdido! ¡No lo volveré a ver más!

(llena de angustia va a la puerta de la izquierda y escucha)

La adivina dice que Arabella 
está amenazada por un oficial...
La casa seguirá cerrada, dice mamá...
Él no debe volver a casa, dice mamá, 
que no vuelva a llamar...
¡Oh, Dios mío!...
Pero él se quitará la vida
y todos sabrán que fue por causa de ella...
Y entonces ella se enterará de cuanto la amaba él...

(se aparta de la puerta)

¡Dios, haz que todo eso no ocurra!
¡Por favor, no nos hagas viajar!
¡Haz que mi padre gane a las cartas!
¡Haz que se muera la tía Gorz, la ricachona!
¡Haz que Arabella ame a Mateo más que a nadie!
¡Hazlo a él un hombre feliz
y haznos a nosotros muy ricos!
Yo me sacrificaré y andaré toda la vida con pantalones;
y renunciaré, sí, 
renunciaré con gusto al mundo.

(llaman a la puerta. Ella abre y sigilosamente
entra  Mateo de uniforme, con el quepis en la 
mano y sin sable)

ZDENKA
¡Mateo!

MATEO
¡Zdenka! ¿Tú aquí? ¿Estás sólo?

ZDENKA
(en voz baja, inquieta)
No, mamá está ahí.

MATEO
¿Y Arabella?

ZDENKA
Salió a dar un paseo con su dama de compañía.

MATEO
(adelantándose)
¿Ningún mensaje para mí?
¿Ni una palabra? ¿Ni una carta?

(Zdenka, tristemente, hace un gesto negativo con la cabeza)

¿Qué pasó anoche?

ZDENKA
Fue a la ópera con nuestra mamá.

MATEO
(celoso)
¿Sólo con tú mamá?

ZDENKA
(vacilante)
Con mamá y creo que con los tres condes.

MATEO
¿Y esta tarde?

ZDENKA
(ansiosa)
Ellos vendrán para pasear en trineo y yo iré con ellos.

MATEO
(conmovido)
¡A esto hemos llegado ella y yo!
Sin ti no sabría lo que hace ella.

ZDENKA
¿Me dejarás que os acompañe?

MATEO
¡No significo nada para ella!
Todo lo que logro, de vez en cuando,
es una mirada distraída.

ZDENKA
Sin embargo, le agradas...
créeme, lo sé bien.

MATEO
¿Lo sabes? ¿Te lo ha dicho ella?

ZDENKA
¿No te ha escrito una carta hace tres días
que te ha hecho feliz?

MATEO
¡Tres veces feliz! ¡Esa carta me llegó del cielo!...
Pero ella se muestra tan fría y distante...
Zdenko, ¿cómo comprender y soportar todo esto?

ZDENKA
(en voz baja y con aire importante)
Así son las jóvenes, 
ansían entregarse 
pero nunca lo demuestran.
Está demasiado avergonzada.

MATEO
¡Bien que sabes tú de estas cosas!
Entonces comprenderás, joven amigo,
las horas que me tocan vivir

(Toma a Zdenka por los brazos pero ella se suelta)
 
y los amargos pensamientos que se apoderan de mí 
cuando ella me mira sin verme, como si mirara al aire; 
y cuando no me da una esperanza o una señal
que me dé ganas de seguir viviendo.

ZDENKA
(apremiante)
Lo sé.
Te entregaré otra carta... ¡hoy mismo o mañana!

MATEO
(con ansiedad)
¡No! ¡Debe ser hoy!
¡Tú eres mi único amigo!
Dame tu palabra de hombre.
¡Siempre confié en ti!
Si no pudiera confiar en ti, actuaría de otro modo.

ZDENKA
(con ansiedad)
¿Qué?
¿Qué es lo que cambiaría Mateo?

MATEO
(sombrío)
Mañana, a diana, 
pediré el traslado a Galitzia.
Si eso tampoco sirviera de nada,
si allí tampoco pudiera olvidar a mi Arabella,
entonces no habrá otra salida que...

(hablado)

“usar el revolver”

ZDENKA
¡Santo Dios del Cielo!

MATEO
¡Mejor piensa cómo puedes ayudarme!

(sale rápidamente)

ZDENKA
(llena de angustia y emoción)
¿Ayudarlo? ¿Cómo? ¡Oh, Dios mío! 
Y a mí ¿quién me ayudará?
No es tan difícil hallar las palabras
para escribir cientos de cartas similares;
y sin duda puedo imitar perfectamente su letra,
pero ¿qué sentido tiene una carta si soy yo 
quien la escribe en lugar de Arabella?
¡Tiernas palabras de amor!
Debo encontrar las palabras
que lleguen a su corazón
y que le hagan ver a ella
que él es el único
que merece su amor.
Eso es muy difícil y, 
si no lo logro,
todo estará perdido.

ARABELLA
(entra vestida elegantemente,
escoltada por su dama de compañía)
¡Gracias Señorita!
Por favor, llame mañana a la misma hora que hoy.
Ya no la necesitaré más. 
¡Adiós!

(Besa a Zdenka, se quita el sombrero y el abrigo 
y ve las flores que se encuentran sobre la mesa)

¡Qué rosas tan adorables! ¿Las trajo un húsar?

(toma las rosas)

ZDENKA
¿Cómo? ¿Un húsar?

ARABELLA
¡El asistente de un extranjero!

ZDENKA
No, son de Mateo.

(Arabella dejas las flores con desprecio, Zdenka 
las vuelve a colocar en el florero con resignación )

¿Así es cómo tratas un regalo suyo?
Y sin embargo, él te envía un ramo cada día.

ARABELLA
(interrumpiéndola)
¡No importa!...
¿Quién trajo estas otras flores?

ZDENKA
El conde Elemer; y este perfume, Dominik;
y esos encajes son de Lamoral.

ARABELLA
(con tono burlón)
¡Estos tres están gastando todo lo que tienen!
Los tres se proponen conquistar a la misma muchacha. 
Y los tres terminarán proponiéndome casamiento

ZDENKA
¡Tres indignos!
Sólo hay uno que te merece...

(toma las rosas de Mateo)

ARABELLA
¡No, esos tres son más divertidos!

ZDENKA
(con tono de reproche)
¿Cómo puedes decir eso?
Él es quien te ama con toda
la devoción de su corazón...

ARABELLA
(con ironía)
...y con todo lo que tiene....

ZDENKA
¡Tú antes lo amabas!

ARABELLA
Quizás, antes, pero eso es pasado tú misma lo dices.

ZDENKA
¡Ten cuidado, que él nunca te oiga hablar así, pues moriría!
¡Él te adora!

ARABELLA
(mirándola con reproche)
Pequeña Zdenka, la forma en que hablas,
con ese tono exaltado, es igual al de mamá.
Piénsalo...

ZDENKA
(apasionadamente)
Se me parte el corazón cuando veo su pena.

ARABELLA
(mirándola con curiosidad)
¿Estás enamorada de él?

ZDENKA
(con resolución)
¡Soy su amiga!
¡Su única amiga en el mundo!

ARABELLA
(la observa nuevamente)
Pequeña Zdenka, tú estás llena de preocupaciones
y te sientes mal en este momento, creo que ya es hora 
de que vuelvas a ser una joven para todo el mundo
y de que termine esta mascarada.

ZDENKA
Seré un muchacho hasta mi muerte.
Nunca seré una mujer como tú:
¡altanera, orgullosa y con corazón de hielo!

ARABELLA
(con aire grave)
Él no es el indicado para mí.
Ahora hablo en serio.
Sólo te digo la verdad.
No es culpa mía si soy así.
Un hombre puede significar mucho para mí
y al momento siguiente no significar nada.
Esas cosas pasan rápidamente por mi mente
sin que yo las entienda.
Las dudas se suceden de prisa, día y noche,
sin que yo encuentre la respuesta.
Mi corazón cambia y, 
si contra mi voluntad me alejo de él, 
no es culpa mía.
El hombre indicado para mí, 
si es que existe en este mundo, 
se detendrá frente a mí, me mirará, yo lo miraré...
y ya no habrá más dudas ni preguntas
¡seré feliz, y tan obediente
como una niña.

ZDENKA
(la mira afectuosamente)
Yo sé como eres y no sé si tienes razón,
pero te quiero demasiado 
como para no preocuparme.
¡Déjame ayudarte!

(con cariño y disponiéndose a salir, para sí)

La adivina bien lo ha dicho:
ella está plena de luz
y yo sumergida en las tinieblas.

(cada una por su parte y a dúo)

Es bonita y dulce... yo, yo partiré,
y mientras me aleje,
te bendeciré, querida hermana.

ARABELLA
(para sí)
El hombre indicado para mí, 
si es que existe en este mundo, 
se detendrá frente a mí, me mirará, yo lo miraré...
y ya no habrá más dudas ni preguntas
¡ seré feliz, y tan obediente
como una niña.

(Se oyen las campanillas de un trineo)

ZDENKA
¡Es el trineo de Elemer, conozco esas campanillas!

ARABELLA
(más tranquila)
Y Dominik, estoy segura que viene detrás de él; 
y detrás de él, Lamoral. Así es como andan.
¿Y yo?... yo sigo... pues al fin al cabo es carnaval.

ZDENKA
¡No! Elemer hoy vendrá solo... ¿Estás contenta? ¿No? 
Él no es el indicado para ti.

ARABELLA
¡No sé!... Quizás no tenga otra opción.

(se levanta con aire pensativo)

ZDENKA
No, no, ése no es una opción posible.

ARABELLA
Esta noche termina el carnaval.
Esta noche debo tomar una decisión.

ZDENKA
¡Dios, entonces Mateo se matará!

(como entrando en trance y viendo una visión)

Golpeo su puerta pero no responde...
Entro y me acerco...
¡Abrazo su cuerpo inerte y beso, 
por primera y última vez,
sus labios gélidos!...
Todo está acabado.

ARABELLA
(dirigiéndose a la ventana y señalando la calle)
Mira, esta mañana cuando dejé la casa para dar un paseo, 
vi allí a un forastero.
Estaba parado en la esquina.
Era alto, usaba un pesado abrigo de pieles 
y detrás de él estaba su asistente... 
Un extranjero... ¿Vendrá de Hungría o de Valaquia?...
Me miró con unos ojos grandes, seguros y atrevidos,
juraría que ha sido él el que me ha enviado esas flores.
Si fuera así, sería para mí una gran alegría.

ZDENKA
(toma las rosas de Mateo del jarrón
y se las ofrece con pasión)
¡Toma éstas!
Provienen del ser más fiel y franco que existe.
Sostenlas cerca de ti
y no aceptes ninguna otra.
Presiento que tu destino
y el mío dependen de ello.

(pone las flores en el regazo de Arabella, pero ésta las deja
caer. Se escuchan más cercanas las campanillas del trineo)

ARABELLA
¿Qué te pasa? ¿Qué tienes?

ZDENKA
¡Calla, ahí viene Elemer!

(Zdenka sale. Se abre la puerta principal y aparece 
Elemer. Se quita un abrigo de piel y se lo entrega a 
un criado que se retira cerrando la puerta)

ARABELLA
¿Hoy te toca a ti hacer una entrada triunfal?

ELEMER
Este es mi día.
Lo echamos a suerte y gané.
Hoy seré yo quien te lleve 
a dar un paseo en trineo.
Traje mis mejores caballos rusos.
Y luego, en el baile,
¡seré tu señor y maestro!

(Arabella frunce el ceño)

Quiero decir ¡tu lacayo favorito!
pues tú siempre debes ser la reina.

ARABELLA
¿Lo echasteis a suerte? 
¡Rufianes incorregibles! 

ELEMER
¡Sí, uno de nosotros tres será tu favorito!
Lo hemos jurado,
ya está decidido.

ARABELLA
¿Uno de vosotros tres? ¿Y yo?
¿Acaso soy una esclava 
de lo que decida la suerte?...
Y me pregunto:
¿en qué guerra me habéis conseguido como botín? 

ELEMER
¿En qué guerra? 
¡Pero si fuiste tú quien escogió el premio 
y con tus miradas nos empujaste a los tres 
a pelear entre nosotros!
Una joven puede hablar con los ojos.
Ellos dan, toman y prometen,
tanto más que los labios.

ARABELLA
¿Es eso verdad?
Debería estar furiosa con vosotros
pues me cortejasteis durante todo el carnaval
y sin embargo ninguno ha llegado a mi corazón.
Yo soy la misma que antes,
y esta felicidad, a la vez dulce y amarga,
que posee cualquier muchacha
la estoy saboreando.
Trémula aguardo 
que tal vez algún día
pueda suceder algo distinto, Elemer.

(con una pequeña sonrisa)

¿Pero quien sabe? Quizás muy pronto,
tal vez esta misma noche.

ELEMER
Eso que esperas te puede ocurrir en este instante,
¡Cuánto he pedido al cielo para que así sea, bella!
En el momento en que dejes de lado tus dudas
y te atrevas a ser lo que eres: 
¡la más adorable criatura hecha para 
darme la felicidad, solo a mí sobre la tierra!
¿Oyes mis caballos cómo se agitan
y como tintinean las campanillas?
Ellos parecen decir: 
¡Tú lo amas, huye con él!
No lo pienses, pensar es morir:
¡Felices los que no piensan!

ARABELLA
(cambiando de tema)
¿Son tus caballos rusos? 
Están nervioso... bien los veo.
Quiero irme. Hoy es martes de carnaval
y esta noche, a la media noche,
todo habrá terminado.
Marcharemos por la calle central
hasta que me falte el aliento.
¡Zdenko vendrá con nosotros!

ELEMER
(Furioso y afligido a la vez)
¿Ni una palabra?
¿No te podré decir ni una palabra hasta entonces? ¡Cruel!

ARABELLA
(abre la puerta para que él salga)
En menos de treinta minutos
bajaré las escaleras con Zdenko.
Tus caballos deberán tener 
un poco de paciencia.

(ante un gesto de Elemer, imperativa)

¡El muchacho viene con nosotros!

(con alegría)

¡Hasta luego!

ELEMER
Eres una criatura adorable,
pero también un ser impenetrable,
cruel y arrebatador.

(sale)

ZDENKA
(entrando)
¿Te libraste de él?

ARABELLA
Daremos un paseo con él. 
¡Ve a vestirte! ¡Daremos un paseo en trineo

ZDENKA
¿Tengo que ir?

ARABELLA
Sí, debes venir.

(las campanillas se oyen más fuerte.
Arabella mira por la ventana)

¡Mira esos briosos caballos
cómo corcovean impacientes!

(casi gritando)

¡Zdenka!

ZDENKA
¿Qué te pasa? ¿Qué sucede?

ARABELLA
¡Es él! ¡Allí ¡El extranjero!
Por allí va, cruzando la calle con su asistente.
Estoy segura que está buscando dónde vivo.
 ¿Ves? Intenta descubrir cuales son mis ventanas.
Mira sus ojos, ¡qué grandes!
¡Que profundos e intensos son!

ZDENKA
(acercándose)
¿Cómo puedes verlos, si no alza la vista?

ARABELLA
No, no la levanta,

(va hacia el interior desilusionada)

ha pasado de largo.

ZDENKA
¿Quieres cumplir tu compromiso con Elemer?

ARABELLA
Sí, sí, por supuesto, ve a vestirte, te vienes con nosotros.
¡ Apresúrate!

ZDENKA
¡Chito!... ¡Mamá!

(Entra Adelaida que ha oído llegar a su esposo, Waldner,
 que en ese instante entra por la puerta principal. Va muy 
bien vestido: abrigo de piel, sombrero de copa, guantes y
bastón. En detrimento de su apariencia, muestra las
consecuencias de haber pasado en vela toda la noche. 
Cruza la habitación como si no viera a nadie y se deja 
caer en un sillón)

ADELAIDA
Dejadnos solos, chicas, 
vuestro padre tiene sus preocupaciones.

(Arabella y Zdenka salen cerrando la puerta)

WALDNER
(se levanta tambaleante, deja su sombrero sobre la mesa, 
toma la correspondencia  y la mira maquinalmente)
¿Ésta es toda? 
Siempre lo mismo, ya nadie escribe.

ADELAIDA
Teodoro, ¿has vuelto a jugar? ¿Has perdido?

(Waldner calla)

¿Le has escrito a tus camaradas de regimiento?

WALDNER
¡Ninguno respondió, es muy lamentable!

(cae en un sillón y habla consigo mismo con Adelaida)

Una vez conocí a un tal Mandryka,
un personaje riquísimo y extravagante.
¡Para una joven a la le hacía la corte
ordenó que cubrieran las calles de Verona
con tres mil bolsas de sal!
De esta forma parecería que ella
iba en trineo en pleno mes de agosto.
Le pedí que fuera generoso con un amigo
y le envié una foto de Arabella junto a mi nota.
Ella vestía su traje de fiesta gris y azul con bordes de seda...
¡Quién sabe, quizá venga y, tan loco como es, 
se case con nuestra hija!

ADELAIDA
¡Dios mío! ¡Mi Arabella casada con un hombre de tu edad!

WALDNER
(con vehemencia)
Es hora de que encontremos a alguien
que le proponga casamiento.
¡Es necesario poner fin 
a todos esos inútiles galanteos!
¡No veo otra salida!

ADELAIDA
(como con una súbita inspiración)
¡Ya lo tengo!
¡Vayamos al castillo de la tía Jadwiga!
Tu podrás ocuparte del mantenimiento
y yo ayudaré en la casa.

WALDNER
¿Y nuestras hijas?

ADELAIDA
Zdenka seguirá siendo siempre un varón.
¡No estamos en condiciones
de sostener a dos hijas!
Y a Arabella las cartas le predijeron su suerte:
¡encontrará la felicidad con una gran boda!

WALDNER
(furibundo)
¡Pero nuestra bolsa sigue estando seca!

ADELAIDA
No te precipites Teodoro.
¡Anoche soñé con tres números, infalibles, maravillosos!

WALDNER
¡Qué tontería!
Ve a empeñar tu viejo broche de esmeraldas
y dame el dinero.
¿Cómo? ¿Dónde está el broche?
¿Desapareció? ¿Lo empeñaste?

ADELAIDA

Sí. La semana pasada lo empeñé
¡Oh esta Viena! ¡No nos queda nada!

Dúo

WALDNER
Hoy no habría tenido suerte.
¡Lo siento en mis dedos!
¡Ah, qué desdichado!

ADELAIDA
Sin embargo, yo tengo todavía una ilusión:
saldremos de la infamia
y alcanzaremos la fortuna
¡de la mano de la belleza!

WALDNER
¡No me queda ni una moneda en el bolsillo!

(le hace señas para que se marche)

ADELAIDA
Incluso hay veces que hasta en la casas imperiales
se dan matrimonios de amor.

(sale rápidamente)

WALDNER
(nuevamente lee la correspondencia)
“Lamento informarle que ya no puedo esperar más tiempo”...

(leyendo la siguiente)

"Será menester acudir a los tribunales!"
¡Mi pobre esposa! ¡Mis pobres hijas!

(Tira de un cordel para llamar a un camarero)

¡Un coñac!

EL CAMARERO
(hablado)
¡Tengo órdenes de no servir nada a la habitación número 8,
a menos que salde la cuente de inmediato!

WALDNER
¡Desaparezca, ya no quiero nada!

(El camarero sale, Waldner vuelve a sus meditaciones)

En este momento se deben estar sentando para jugar...

(ansiosamente exaltado)

¡Cuando no juego, pierdo el tiempo!

EL CAMARERO
(entrando con una bandeja)
¡Un caballero!...

WALDNER
Dígale que no estoy en casa.
¡Que venga otro día!

(el camarero le entrega una tarjeta y se retira)

¡Pero esto no es una factura!... ¿Qué es?
¿Los acreedores mandan sus cuentas con tarjetas de visita?

(Toma la tarjeta que dejó el camarero 
y dice con sorpresa)

¡Mandryka!
¡Ese joven acaudalado!
¡Mi querido amigo y camarada del regimiento!

EL CAMARERO
(desde la puerta)
El caballero insiste en verlo.

WALDNER
¡Hágalo entrar!

(se dirige hacia la puerta con los brazos abiertos)

¡Salud camarada!

(Mandryka entra. Es un hombre alto, elegante y 
vigoroso; de alrededor de treinta y cinco años, 
bien vestido. Lo acompaña su asistente, Welko, 
que queda en la entrada. Waldner, viéndolo, 
desconcertado retrocede)

MANDRYKA
¿Tengo el honor de hablar con el capitán conde Waldner?

WALDNER
Waldner es mi nombre,
pero ya no soy capitán.

(Mandryka extiende su mano derecha 
hacia atrás y Welko le entrega una carta)

MANDRYKA
(se adelanta hacia Waldner y le muestra la carta)
¿Entonces señor conde, sois vos el autor de esta carta?

(con vivacidad)

Hay manchas de sangre en ella
que hacen difícil su lectura.
El día en que me la entregaron estaba cazando, 
persiguiendo a una osa
que me dio mucha batalla y me atacó...
Así fue que...

WALDNER
(mira la carta y luego detenidamente 
a su interlocutor)
Es verdad, yo escribí esa carta a alguien 
que tiene vuestro mismo nombre.
Era mi amigo y camarada de regimiento.

MANDRYKA
Ése era mi tío,  fallecido.
Yo soy el último de los Mandryka.
Espero que disculpe mi osadía
por leer la carta que usted le envió.
Y ahora sólo falta algo
para completar este asunto:
¡Welko, la foto!

WELKO
(entrega la fotografía)
Como usted ordene señor.
La bella damisela de esta foto vive aquí.

MANDRYKA
(tomando la foto)
Señor conde. A vuestra amable carta ,
que a título de camarada dirigisteis a mi tío,
habéis adjuntado una foto,
la foto de una dama...

WALDNER
(con mucho orgullo y un poco de picardía)
¡Oh, sí! ¡La fotografía de mi hija Arabella!

MANDRYKA
(visiblemente emocionado
pero sin inmutarse demasiado)
Y vuestra hija... ¿aún no está casada?

WALDNER
Aún está soltera...

MANDRYKA
¿Y aún no se ha comprometido?

WALDNER
Aún no lo ha hecho.

MANDRYKA
(con gravedad y solemnemente)
En ese caso escúcheme cinco minutos.

(Welko coloca dos sillas frente 
a frente en las que se sientan 
Mandryka y Waldner. 
Pequeña pausa de suspenso)

Me tomaré la libertad de hacerle una sola pregunta.

WALDNER
Usted es el sobrino ... y el heredero 

(a partir de aquí se producen 
pequeñas interrupciones entre cada frase)

de mi querido camarada.
Estoy a su disposición!

MANDRYKA
Es usted muy amable...

(reflexiona por un instante)

Cuando a esta carta destinada a mi tío
usted le adjuntó un precioso retrato
de su señorita hija,
¿debo suponer
que lo hizo intencionalmente?

WALDNER
¡Dios mío! Simplemente pensé que al verla 
le estaría proporcionando una alegría a mi viejo compañero.

MANDRYKA
(muy atento, esforzándose de que cada 
palabra sea la correcta y bien entendida)
¿Una alegría a mi tío?
Pero si él, un hombre en su plenitud,
se hubiera prendado de este precioso rostro
y hubiese venido aquí y, 
situándose frente a usted, mi respetable conde, 
le hubiera hablado francamente como le habla 
un hombre honesto y recto a otro de su misma condición
y le hubiera dicho:
“Quien haya visto un rostro como éste
y no pida la mano de la bella joven,
es indigno de vivir en este hermoso mundo.
Así pues, ¡dame a tu hermosa hija por esposa
y que ella sea mi soberana!”...
Entonces, ¿qué hubiera sucedido?
Claro está, si presumimos que él hubiera hablado así...

WALDNER
Me hubiera encontrado
ante una situación inesperada.

MANDRYKA
(tras un breve momento de emoción controlada)
Mi tío ya no existe.
Soy el único Mandryka,
no hay otro.

(se pone de pie)

Míos son los bosques,
míos son todos los poblados.
Cuatro mil súbditos ruegan
para que yo sea un hombre feliz.
Con las manos juntas os imploro,
respetable padre:
¡dadme a vuestra agraciada hija!
¡dadme por mujer a aquella
que en estas últimas catorce semanas
reinó en cada uno de mis pensamientos!

(Waldner se levanta y permanece impertérrito)

¿Su silencio no es una condena? ¿Verdad?

(Waldner niega con la cabeza)

¿Me dais esperanzas?

(Waldner afirma con la cabeza)

Imagine, señor, que me entregaron su carta
el mismo día, en el mismo instante
en que aquella osa me tomó en sus brazos
tan fuertemente, que me hundió cuatro costillas.
Estuve doce semanas en cama.
¡Delante de mis ojos el rostro de su hija!...
Me invadió un pensamiento que...
¡terminó arrebatándome el alma!

(con inocencia, sin fanfarronería)

Todos mis criados vinieron corriendo y decían: 
“¿Qué le pasó a nuestro amo?”
Detrás de ellos llegaron los granjeros:
 “¿Qué tiene nuestro señor?”
y los mozos de cuadra:
“¿Nuestro amo ya no ama a sus caballos?”
detrás, mis guardabosques:
“¿Nuestro señor ya no ama la caza?”
A todo eso yo no di respuesta, pero ordené:
“Welko, ve a buscar al Judío,
tú sabes como se llama ese Judío de Sissek,
que quiere comprarme mi bosque,
el bosque de robles 
Tráelo de inmediato y dile que traiga su dinero.
Partiré en la mañana. Iré a la capital del Imperio, 
¡y allí cada bocanada de aire es carísima!
Nada debe obstaculizarme
cuando vaya a buscar a mi novia.

(extrae y abre una billetera muy lujosa, 
llena de billetes de mil florines)

He aquí mi bosque...

(Waldner mira asombrado el dinero)

Era un bosque espléndido.
En él vivían ermitaños y labradores,
también había corzos y siempre había
una gran cantidad de hornos
lanzando humo al aire...
¡Todo eso se ha transformado
en pedazos de papel!

Dúo

¡Pero aún quedan suficientes bosques en mis tierras 
como para todos mis hijos y nietos!
¡Dios nos guarde!
En nombre del cielo,
espero que usted me perdone
por hablar de estas cosas...

WALDNER
Cuando uno piensa: Un bosque...
en el que viven 
ermitaños, labradores y viejos ciervos;
y de pronto, en un abrir y cerrar de ojos,
todo cabe en una abultada billetera.
¡No he visto nada igual en muchos años!

MANDRYKA
¡Yo no se como surgió este tema!

(Fascinado, Waldner mira la billetera, Mandryka 
hace ademán de volverla a guardar. Waldner toma 
un billete en un gesto casi involuntario)

WALDNER
¡Oh, esto me interesa más de lo que se imagina!

MANDRYKA
(sosteniendo su billetera abierta, tentadoramente)
¿Entonces, si me permite?
¿Puedo ofrecerle una ayuda momentánea?
¡Tome, en serio!

WALDNER
(duda un poco, luego toma un billete de mil florines)
¡Mi banquero está de viaje!
¡Se lo devolveré a más tardar esta noche!

MANDRYKA
(ofreciéndole nuevamente su abultada billetera)

¿Nada más? ¡Le ofrezco mil más!
¡Tómelo sin dudar!

(Waldner toma un segundo billete y lo pone con 
un gesto indiferente en el bolsillo, Mandryka se guarda 
la cartera. Se produce un momento de perplejidad.)

¿Cuándo será conveniente
que me presente a la condesa...
y a su señorita hija?

WALDNER
Están en la habitación de al lado, creo que las escucho. 
¿Las quiere ver?
Se las presentaré ... Espéreme, voy a llamarlas.

MANDRYKA
¿Qué? ¿Ahora? ¡No por favor!

WALDNER
¡Vuestro tío no era tan tímido!

MANDRYKA
(con tono grave y muy serio)
Pero en este caso es distinto.
Esta situación tiene para mi algo de sagrado.

WALDNER
Como usted desee.

MANDRYKA
(cambiando de tono)
Me quedaré aquí y alquilaré
un alojamiento en este hotel.
Esperaré a que la señora condesa
me haga saber cuando podré presentarme.
¿Esta tarde? ¿O quizás esta noche?...
O cuando a ella le parezca adecuado.

(se saludan con una reverencia 
y Mandryka se retira)

WALDNER
(a solas)
¿Estaré soñando?
Creo que lo he visto sentado ahí,
justo ahí, al sobrino de Mandryka.
¡Algo que simplemente no puede ser!

(saca uno de los billetes que le dio 
Mandryka lo mira y luego lo pone 
en su billetera)

¿Un sueño?
No, no fue un sueño.

(comienza a exaltarse cada vez más alegre 
hasta, casi, perder la noción de lo que lo 
rodea. Imita la expresión de Mandryka 
cuando le ofreció el dinero)

¡Tómelo sin dudar!

EL CAMARERO
(entrando)
¿Llamó usted?

(viendo los billetes en la mano de 
Waldner y cambiando de tono)

Ordene el señor.

WALDNER
(sigue ensimismado)
¡Tenga, cóbrese!

EL CAMARERO
¿El señor desea cambiar este billete?

WALDNER
Más tarde puede ser.

(el camarero se retira. Para sí, alegre)

¡Tenga, cóbrese!

(emocionado, casi con ternura)

¡Tenga, cóbrese!

(majestuosamente)

¡Tenga, cóbrese!

(toma su sombrero y su bastón)

ZDENKA
(entrando por la puerta de la derecha)
¿Me llamaste papá?

WALDNER
(exultante)
¡Tenga, tenga, cóbrese!

ZDENKA
¿A quién le hablas, papá? ¿Te ocurre algo?

WALDNER
(con una exaltación extrema)
¡Tenga, cóbrese!

ZDENKA
¿Te sucede algo?

WALDNER
(percatándose que no está sólo)
Nada. Voy a salir,
mis amigos me esperan.

(se pone el abrigo y el sombrero y
agita el billete en su mano)

¿Tal vez necesitas algo?...
Voy a cambiarlo... ¡Adiós!

(sale por la puerta principal)

ZDENKA
(que se ha quedado sola)
¡Papá!... Se fue…
¡Tiene tantos problemas
que pierde la cabeza!
A causa de ello nosotros debemos irnos,
dejaremos esta ciudad...
mañana…
Probablemente esta noche
veré a Mateo por última vez.
¡Oh, Dios, ayuda a una muchacha desesperada!

(Mateo entra furtivamente.
Zdenka se sobresalta)

MATEO
Él no me ha visto.

Estaba escondido detrás de la puerta.

ZDENKA
(señalando la puerta de las habitaciones)
¡Shhh! Ella está ah,  me está llamando.

MATEO
¿Podré verla ahora?

ZDENKA
Ahora no. Es mejor que ahora no la veas.

MATEO
¿Tienes la carta?

ZDENKA
¿La carta? ¡Sí!... ¡No!
Aún no; ella me dijo que me daría tu carta esta noche.
¡Ven al baile del Cochero!
Pero quédate en tu habitación del hotel,
quizás la puedas recibir allí.

MATEO
¡Dime que no me dejarás solo ante el peligro! 
¡Tengo tu palabra!

(Mateo sale rápidamente por indicación de Zdenka, sin verlo,
llega Arabella que permanece en la puerta. Zdenka se muestra
confusa y avergonzada. Se oyen las campanillas del trineo)

ARABELLA
¿Aún no estás lista? ¿Por qué?
¿Qué pudiste estar haciendo todo este tiempo? 
¡Apresúrate!
Los caballos están impacientes.

ZDENKA
(ofuscada)
Los caballos y tu Elemer...

(sale y queda Arabella sola)

ARABELLA
¡Mi Elemer! 
Esas palabras suenan tan extrañas.
Si él es mío... yo soy suya... 
Pero ¿qué es esto?
Mi corazón late invadido por la angustia...
¿Qué espera en este mundo?... ¿Mateo? 
¿Sólo porque dice que no puede vivir sin mí 
y me mira con sus grandes ojos de niño?
¡Nada espero yo de Mateo!

(Luego de un momento de duda se exalta)

Quisiera ver de nuevo a “mi” forastero.
¡Quisiera por una vez
oír el sonido de su voz!
¡Su voz!
Él no será como los otros...
Zdenka siempre dice que es necesario esperar 
que alguien nos elija,
de lo contrario estamos perdidos.

(se estremece)

¿Casarme con Elemer?
¿Por qué con sólo pensarlo

parece como si caminara sobre una tumba?
¿Es a causa del forastero
con quien nunca he hablado?
¿Él me ha embrujado?
¡Señor, Dios, lo más probable 
es que esté casado!

(tristemente)

Quizás ya no lo vea más... 
¡y será lo mejor!

(Se repone y corre a mirar por la ventana)

Hoy es martes de carnaval.
Esta noche es mi baile...
y en él yo seré la reina, luego...

ZDENKA
(sale con un sombrero en la mano)
¡Mira, ya estoy lista!

ARABELLA
¡Vamos!

(Zdenka abre la puerta y Arabella la toma 
del brazo. Ambas salen mientras se oyen 
sonar las campanillas del trineo)



SEGUNDO ACTO


(Antesala de un suntuoso salón de baile de los años 1860. 
A ambos lados galerías enmarcadas por columnas, mesas 
y sillas. Al fondo se ve el interior del salón y parejas 
bailando. En la parte superior Arabella está acompañada 
por de Adelaida y varios caballeros. Waldner y Mandryka
abajo, vestidos de etiqueta)

MANDRYKA
¡Es un ángel que nos envía el cielo!

WALDNER
¡Ah, por fin! Ya lleva media hora de retraso.

MANDRYKA
¡Oh, Waldner, Waldner!

WALDNER
Si me aprietas así la mano
¿cómo podré sostener las cartas
cuando mis amigos me inviten a jugar?
Mientras vienen, te presentaré...
¿Por qué retrocedes?

(Arabella y Adelaida se acercan, los
caballeros acompañantes quedan atrás)

ADELAIDA
(en voz baja, a Arabella)
¡Allí está! ¿No es un hombre elegante?
¿Exagero?

ARABELLA
(como sin prestar atención)
Mamá...
Ha llegado el momento de la decisión...

ADELAIDA
Estás tan pálida ¿No te sientes bien mi niña?
¿Quieres sentarte? ¿Quieres que nos marchemos?

ARABELLA
No mamá.
Déjame descansar un momento.
Déjame sola.

(Adelaida va hacia los caballeros)

WALDNER
(avanzando a su encuentro)
¿Qué pasa?

ADELAIDA
Déjala descansar un momento.

WALDNER
Pero ¿por qué?

ADELAIDA
Sólo es un poco de ansiedad,
ya sabes como es ella.

WALDNER
¡No es hora de caprichos!
Te presento al señor de Mandryka

(Mandryka besa la mano que Adelaida le tiende)

ARABELLA
(dirigiéndose a ellos)
¡Mamá, aquí estoy!

WALDNER
(la presenta también a ella)
Mi hija Arabella...

(Mandryka se inclina profundamente, luego ambos 
se miran sin poder decir una sola palabra. Waldner 
y Adelaida se retiran dejándolos solos)

ARABELLA
No parece usted alguien
a quien le interese todo esto...
¿Qué le trae por aquí?

MANDRYKA
¿A Viena?

ARABELLA
¡No, aquí, a este baile!

MANDRYKA
¿Y usted me pregunta qué me trae
por aquí, condesa Arabella?

(llega desde el salón Dominik, que se acerca a Arabella)

DOMINIK
¿Puedo proponerle que me conceda un Vals?

ARABELLA
(a Dominik)
Más tarde. Ahora , como ve, 
estoy hablando con el señor.

(Dominik se retira con una reverencia, mirando 
a Mandryka de reojo y con cierto desprecio)

MANDRYKA
¿Parece que su padre no le ha dicho nada?...

ARABELLA
(se sienta en uno de los sofás y le indica a 
Mandryka que se siente a su lado)
¿Qué se supone que me debería haber dicho?

ELEMER
(llegando desde el Salón)
¿Podría usted concederme este Vals?

ARABELLA
¡Más tarde, por ahora permaneceré aquí!

(Elemer se retira y ella se dirige a Mandryka)

¿Qué es lo que mi padre debía decirme?

MANDRYKA
¿Usted no sabe nada de mí?

(Arabella hace un gesto negativo)

Yo tuve una esposa muy bella
y tan buena como un ángel.
Pero desgraciadamente permaneció tan solo 
dos años a mi lado, pues Dios se la llevó junto a Él.
Yo era muy joven 
y aún no estaba lo suficientemente maduro
como para soportar la pérdida de aquel ángel.

(baja la cabeza tristemente)

ARABELLA
¿Era eso lo que mi padre debía decirme?

MANDRYKA
(con tono grave e insistente)
Perdóneme, soy un poco torpe.
Conmigo todo es lento... pero intenso.

(adoptando una repentina determinación)

¡Usted es bella, Arabella... su hermoso rostro,
aún en fotografía, hace arder la llama del amor!

ARABELLA
(frunciendo el ceño)
¿Como encontró una foto mía
en la lejana Eslavonia?

MANDRYKA
¿Cómo encontré una foto suya?...¡poco importa!
Usted es hermosa...
Un gran poder emana de sus facciones
y se imprime en mi alma como en la cera derretida.
Para un hombre simple,
que vive en sus campos y en sus bosques,
ese poder es inmenso.
Él se pone a soñar y,
presa de la obsesión que se aloja en su alma,
adopta una firme resolución
que lo empuja a actuar
¡sin que nada lo pueda detener!

(se acerca a Arabella y la intenta tomar en sus brazos, ella 
se levanta sorprendida por tan inusitada vehemencia )

¡Condesa, me he olvidado
cómo es el mundo aquí!

(se levanta)

No estoy en mis bosques ni en mis praderas.
Perdone usted mi incongruente conversación,
que le ha impedido bailar.

(entra Lamoral)

LAMORAL
(dirigiéndose a Arabella)
¿Puedo interrumpirla?
¿Me concede usted este vals?

ARABELLA
No. Más tarde, Lamoral,
quisiera hablar aún un poco con este señor,
si él quisiera tomar asiento de nuevo...

(Lamoral se inclina y se retira, Mandryka toma asiento)

Usted quiere casarse conmigo,
me ha dicho mi padre.
Pero ¿tiene usted alguna idea
de quienes somos nosotros?
No somos precisamente gran cosa
a los ojos del mundo...
Algunos piensan que llevamos una vida dudosa.

MANDRYKA
(se pone de pie enérgicamente)
¡Su árbol genealógico, Arabella,
lo lleva grabado en el rostro!
Si le complace a usted reinar sobre un hombre
que es amo y señor de muchos otros,
entonces debe venir conmigo
y ser mi soberana.
Usted será la reina y señora
de una dulce comarca,
y nunca nadie se sentirá por encima de usted
excepto el Rey, el Emperador y la Emperatriz...
¡Ninguna otra persona!

ARABELLA
Pienso a menudo que
el hombre que yo espero,
si es que hay un hombre ideal para mí,
un día se detendrá frente a mí,
me mirará, yo lo miraré
y ya no quedarán dudas, ni preguntas.
¡Todo será claro y sincero
como un brillante
y radiante rayo de sol!

MANDRYKA
¡Así como el claro y apacible río Danubio,
que corre frente a mi casa,
me trajo hasta ti! ¡Tú, la más bella!

(con tono de misterio)

Esta misma noche, cuando todos duerman,
si fueras una joven de las que viven
en mis comarcas
te arrodillarías junto al pozo
que está detrás de la casa de tu padre,
tomarías un poco de agua clara
y me la ofrecerías en una copa a mí,
que estaría de pie en el umbral de la casa.
¡Entonces sería yo tu prometido
ante los ojos de Dios y los hombres,
mi adorada Arabella!

ARABELLA
Nunca he conocido a nadie como usted.
Usted vive encerrado en un aura
y todo lo que sea extraño a ella
no existe para usted.

MANDRYKA
Yo no puedo vivir
sino para algo glorioso,
siempre buscando un objetivo magnífico,
y en este momento 
yo te pido y te tomo por esposa.
¡Allí donde yo soy amo
tú serás soberana!
¡Tú reinarás, donde yo reino!

ARABELLA
(en voz baja )
Tu reinarás y yo obedeceré;
tu casa será la mía
y seré sepultada contigo...
Me entrego a ti 
por toda la vida y eternidad.

Dúo

Tu reinarás y yo obedeceré;
tu casa será la mía
y seré sepultada contigo...
Me entrego a ti 
por toda la vida y eternidad.

ANDRYKA
Yo no puedo vivir
sino para algo glorioso,
siempre buscando un objetivo magnífico,
y en este momento 
yo te pido y te tomo por esposa.
¡Allí donde yo soy amo
tú serás soberana!
¡Tú reinarás, donde yo reino!

ARABELLA
(cambiando de tono y con seriedad)
Pero ahora retírese usted,
se lo ruego.

MANDRYKA
¿Y usted?

ARABELLA
Me quedaré aún un rato.

(Mandryka hace una reverencia)

Quiero bailar un poco y despedirme
de la vida de niña 
que tuve hasta ahora.
Sólo una hora.
¿Me lo permite Usted?

MANDRYKA
Si usted se queda, yo también me quedo.
Sin usted, no hay otro lugar para mi.

(Arabella frunce el ceño)

¡Inútil será que me diga
la más pequeña palabra!

(En ese momento entran desde el salón de baile un 
grupo de bailarines, entre ellos la "Emperatriz del 
baile"  Milli des Fiacres y así como tres condes)

ARABELLA
(a Mandryka)
¿Puedo?

MANDRYKA
¡Sí, desde luego, si así lo desea!

(Mandryka se desplaza y deja la escena libre a los recién
llegados. Milli des Fiacres, una muchacha bonita con 
vestido de baile deslumbrante y un ramillete de flores 
en su mano, se destaca del grupo y se dirige hacia Arabella
que se encuentra en el centro de la escena)

DOMINIK
(avanza acompañando a Milli)
El baile reclama la presencia de su reina.
Milli des Fiacres es la mensajera de los cocheros.
Nosotros le hemos encargado
que te rinda homenaje.

MILLI DES FIACRES
(Hace una reverencia y entrega, con gesto desenvuelto, 
casi impertinente, un ramillete de flores a Arabella )
Nuestros queridos vieneses, expertos astrónomos,
pueden estar en el observatorio
sin saber los por qués y los cómo,
pero cuando descubren una nueva estrella,
sin dudarlo, nuestros queridos vieneses
la nombran su reina del firmamento.
Por eso todos cantamos a coro: 
¡Eres la reina de nuestra fiesta!

HOMBRES
Por eso todos cantamos a coro: 
¡Eres la reina de nuestra fiesta!

(Milli des Fiacres entona una alegre canción tirolesa que 
sirve de transición al vals que suena a continuación. Arabella,
a los sones del vals, distribuye flores entre los invitados, luego
toma del brazo a Dominik y se dirige hacia la pista de baile.
Todos la siguen. Mandryka se vuelve a Adelaida que entra por
la derecha; mientras Mateo lo hace por la izquierda, seguido
por Zdenka, vestida de muchacho, la cual se oculta detrás de
una columna)

ADELAIDA
(dirigiéndose a Mandryka)
¿Está solo? ¿Dónde está Arabella?

MANDRYKA
Dónde el deber la llama... ¡Ella es la reina del baile!

MATEO
(en un costado)
Ni un pensamiento para mí...
¡Ebria de su propia hermosura!...

ADELAIDA
(a Mandryka)
¡Cómo brillan sus ojos!
¿Cuál es la razón?

Cuarteto

ZDENKA
(al lado de Mateo, preocupada)
¡Ella piensa en ti, lo sé bien, Mateo!
Lo que sucede es que ella está controlando sus miradas.

MANDRYKA
(a Adelaida)
Condesa, siendo usted tan joven y tan encantadora,
¡usted es su madre!
¡Con qué palabras podría trasmitirle mi agradecimiento!

(le besa la mano fervorosamente)

MATEO
(Avanzando un poco)
¡Para todos flores!
¡Sonrisas para todos!
¡A todos les da!
¿Y qué queda para mí?

ADELAIDA
(a Mandryka)
¡Si pudiera expresarle mis sentimientos!
¡Hijo mío! ¡Hijo mío!
Es demasiado para mi corazón.

(refiriéndose a su esposo)

¡Quiero compartirlo con ella y con él!

ZDENKA
(a Mateo, con ternura y pasión)
Está destrozado...
¡Tiene una pena tan grande
y profunda en el alma
que todo lo demás es superficial!

ADELAIDA
¡Él debe abrazarte!
¡No, mejor quédate aquí, yo iré a buscarlo!

(sale precipitadamente)

MATEO
Sólo me queda un camino... partir para Galtzia.
Debo olvidarla... ¡si aún es posible!

ZDENKA
¡Allí están papá y mamá!
Es necesario que no me vean.
Mateo, ¿dónde vas?

(sale tras Mateo que mira hacia el salón de baile 
con tristeza. A continuación, llegan Adelaida y Waldner 
que se dirigen hacia Mandryka)

ADELAIDA
¡Oh, Teodoro!
¡Allí está, Teodoro!

WALDNER
(con aire jovial)
Querido sobrino de mi viejo amigo Mandryka: ¡te reencuentro!
¡Ahora, venga, dame un abrazo!

(se abrazan)

MANDRYKA
(ordenando servicio de restaurante)
¡Una mesa!... Cenaremos aquí.

(se acercan los camareros, uno de ellos le da el menú.
Dirigiéndose a Adelaida)

¿
Qué champán tomaremos?
¡Pídalo usted misma!

(El sumiller le presenta a Adelaida la carta de vinos)

ADELAIDA
Moët et Chandon, semi-seco...
¡El mismo que bebimos en mi compromiso!

WALDNER
(a Mandryka)
Me quedaré con ustedes solo unos instantes.

(hace ademán de irse, Adelaida intenta retenerlo)

¡Déjame, hoy estoy de suerte!

(Se marcha)

MANDRYKA
¡Treinta botellas!

(señala sobre la carta de vinos)

¡Seis para aquella mesa y treinta más

para invitar a todo el mundo!
Welko encárgate de todo.
¡Cubetas de hielo con champán en cada rincón!
¡Hasta que nadie recuerde si es 
un noble disfrazado de cochero vienés
o un auténtico cochero vienés
transformado en un conde!
¡
Todos deben estar felices, 
cuando yo lo estoy!

(a Adelaida)

¿Desea algo más?

ADELAIDA
(mientras un mozo le presenta langostas,
faisanes, crema helada, etc)
¿No tenemos flores?

MANDRYKA
(a uno de sus criados)
¡Djura, escucha!
Toma un carruaje y luego toma otro,
ve y golpea a la puerta de los jardineros 
y despierta a todos los vendedores de flores,
y haz que vacíen sus depósitos y bodegas.
Llena uno de los carruajes de rosas
y el otro de camelias rojas y blancas.
¡Arabella bailará sobre una alfombra de flores
para despedirse de su vida de soltera!
Y luego, yo estiraré mis brazos y ella
bailará conmigo todos los valses.
¡Ella bailará sobre mis manos!

(le da el brazo a Adelaida y la lleva a la pista 
de baile mientras los mozos montan una espléndida 
mesa para una cena fría)

ARABELLA
(Saliendo de la sala de baile
con Dominik 
que se dirige hacia la izquierda)
Ahora debo despedirme, querido amigo Dominik.

DOMINIK
¿Despedirse? ¿Se marcha ya?


ARABELLA
Sí, éste ha sido mi último baile.
Ya no bailaremos más...
Quizás algún día nos reencontremos y entonces...
¡Seremos viejos amigos del pasado!

DOMINIK
(la toma de un brazo)
¡Arabella!

ARABELLA
No, Dominik.

(se desprende de él)

Entre los hombres que conocía usted era el primero. 

Incluyendo a los muchachitos que me decían
que estaban enamorados de mí
y me hacían sentir feliz.
Pero nunca podría ser la joven indicada para usted,
ni usted el hombre que me está destinado.

(Dominik intenta acercarse y 
decirle algo, Arabella retrocede)

No diga nada Domikik.
Allí viene Elemer... es su turno.
¡Adiós!

(Dominik se retira con una reverencia. Elemer se acerca)

ELEMER
(impetuoso)
¡
Nunca te había visto tan adorable como esta noche!

(Arabella le da la espalda)

¿Te ocurre algo?

ARABELLA
(con calma)
¡Sí, Elemer, me ocurre algo!
Y por ello te doy la mano y te digo:
¡adiós y gracias, Elemer,
hubo muchos momentos hermosos!...

ELEMER
¿Hubo?... Bella, ¡habrá otros!

(trata de tomarle la mano)

ARABELLA
Por favor, no me tomes la mano,
sólo toca por un momento 

levemente mis dedos,
y recuerda que somos buenos amigos
aunque no volvamos a vernos.

ELEMER
(con fastidio y arrebato)
Tú estás completamente enamorada de ese extranjero, 

¡de ese croata!... 
O ¡de ése qué se yo!

ARABELLA
(con dulzura)
Te ruego que no me arruines este último momento.
Ahí viene el Conde Lamoral

que espera para bailar nuestro último vals.

(Lamoral espera a un lado de la escalera, mientras 
los sirvientes continúan preparando las mesas)

ELEMER
(la toma por lo hombros con violencia)
¡Serás mi esposa!

¿Quién, en el mundo, me lo impedirá?

ARABELLA
¡No, no!
Otra felicidad me está destinada.

(se separa lentamente y se dirige hacia Lamoral que 
continúa aguardando mientras Elemer se retira disgustado)

LAMORAL
¡Oh, Arabella!

¿Qué hay más bello que usted en este baile?

ARABELLA
Estos galanteos que van y vienen
son deliciosos,
pero sin embargo hay algo más,
algo mucho mas bello y noble,
quizás algún día lo comprenderá.

LAMORAL
No me hable de cosas lejanas...

ARABELLA
(con gravedad)
A usted aaún le quedan lejos. Tiene razón.

LAMORAL
Me inquieta.
Está totalmente cambiada Arabella,
¡alguien te está separando de mí!

ARABELLA
¿Separando? 
¡Usted, mi querido amigo, nunca estuvo cerca!
¡Ahora, recoja un primer y último beso!

(Ella se acerca a él y le da un leve y 
rápido beso en la frente, él se levanta 
y hace una leve reverencia)

LAMORAL
(radiante de felicidad)
¿Quién me bendice con tan maravilloso beso?

ARABELLA
(resuelta)
Le besó una joven que hoy es muy feliz,
tan feliz que deberá regresar sola,
totalmente sola, a su morada,
olvidándose del mundo.
¡Su felicidad la tendrá largo tiempo desvelada!

(Lamoral solloza, ella cambia de tono)

Si lo desea, podemos bailar
este último vals, 
pero luego me iré
y no nos volveremos a ver.

(salen hacia la pista de baile. Entran mozos y criados con
botellas y  flores. También llega Mateo, que mira hacia la 
pista de baile seguido de Zdenka que trata de permanecer
oculta mirándolo insistentemente)

MATEO
(para sí)
¡No soy más que un cobarde!
¡Vámonos! ¡Todo ha terminado!

ZDENKA
¡Dios mío! ¡Qué mirada tiene!...
Triste y a la vez decidida.


(va tras Mateo, mientras llega Mandryka que mira 
la pista de baile, recibe un mensaje de Welko y luego
inadvertidamente escucha lo que dicen Mateo y Zdenka)


ZDENKA
¿De nuevo comienzas con eso?
¿Otro berrinche?

MATEO
¡La pasión me consume
!

ZDENKA

¡Ella piensa en ti,
en nadie más que en ti!

(Mateo sonríe amargamente)

Mira la carta que ella te escribió...
¡Aquí está!

(busca en el interior de su frac)

MATEO
(retrocediendo)
¡No, llévatela! 
Ella me anuncia su despedida para siempre...
¡Lo presiento!
.

(Zdenka lo sigue con la carta en la mano, mientras que

Mandryka sigue atento a la conversación. Entra Jankel 
con sirvientes que traen flores. Zdenka sigue a Mateo por 
todo el escenario)

MATEO
¡Llévatela!
Presiento que se despide de mí
.

ZDENKA
¡Vamos, toma la carta, todo va a cambiar!
¡Toma y pálpala!


MATEO
(toma la carta)
¿Una llave?

ZDENKA
¡Vamos tómala, tómala, por favor!

MATEO
(Mateo abre el sobre)
¿Ninguna nota? ¿Sólo una llave?
¿Qué significa esto, es una chanza?
¡Zdenko, habla!

ZDENKA
(lívida, como a punto de desmayarse)
¡Es su llave!

MATEO
¿Su llave?

ZDENKA
Es la llave de su cuarto. ¡Ocúltala!

MATEO
¿La llave...? ¡Yo he perdido la cabeza!
¿Estamos en un baile? ¿Tú eres Zdenko?
¿Ella es tu hermana?... ¿La que baila allí?
¿Ésta en su llave?

ZDENKA
¡Créeme, abre su habitación!

(hablado)

¡Esta es la llave del cuarto de Arabella!

MANDRYKA
(que sigue oyendo - Hablado)
¿Entendí mal?

(Se acerca uno de los servidores, Mandryka le 
hace señas para que se aleje y sigue escuchando)

ZDENKA
Vuelve a la casa. Ella estará allí  en un cuarto de hora.
¡La llave abre el cuarto contiguo al suyo!

(pasa de estar pálida a sonrosada, superando su timidez)

Ella se reunirá contigo... Mateo.

No quiere que estés triste...
Esta misma noche
ella hará cualquier cosa por
verte feliz.

MATEO
¡Júrame que es verdad!
¡Que ésta es la llave del cuarto de Arabella!

ZDENKA
¡Créelo, es bien cierto que es la llave
que abre su cuarto!
Es ella quien te la envía
y la que hará todo lo que sea necesario
para que seas feliz.
Ahora debo irme. No deben verme aquí

(sale apresuradamente)

MATEO

(para si)
¡El corazón de una mujer es un misterio insondable!

(sale rápidamente)

MANDRYKA
(saliendo de su estupor)
¡Hey, tú, alto! ¡Quien quiera que seas!
¡Welko, Djura, detened a ese hombre!
¡Traedlo aquí!... ¡Al de la llave!

(en ese instante ingresa Dominik en compañía de 
Adelaida. Welko y Djura quedan indecisos sin saber 
a quien se refiere Mandryka)

WELKO
(hablado)
¿A quién, señor?

DJURA
(hablado)
¿A quién?

WELKO
(señalando a Dominik. Hablado)
¿Es éste?

(Adelaida y Dominik se sientan 
en unos sillones, a la izquierda)

MANDRYKA
(para sí, reflexionando)

Quizás haya más de una persona llamada Arabella...
¡o mis malditos oídos de cazador
me engañan como a un campesino!
¡Cabeza dura y estúpido! 

¡He quedado como 
un idiota frente a un extranjero!
¿Será posible que  haya enviado
la llave de su habitación a alguien,
mientras baila alegremente?

(mira su reloj)

¿Aún no pasó la hora que le otorgué
para que bailara y se despidiera y
ya estoy siendo engañado?


(a Welko, Djura y Jankel que llegan)

¡Dejémoslo así! ¡Preparad la mesa para cenar!

(hace señas nervioso)

¡Olvidemos la llave! ¡Música!
¿Hay violines? ¡Al diablo la llave!
Dentro de escasos minutos 

ella estará aquí, frente a mí,
y habrá mil flores que le besarán los pies.
¡Dejémosla bailar y despedirse 

de las horas de su vida de soltera!

DOMINIK
(dirigiéndose a Adelaida)
¡Qué encantadora es usted!
¡La madre eclipsa a la hija!
¡Usted siempre supo consolar mi alma dolorida!

(intenta tomarla por los hombros)

ADELAIDA
(acomoda su mantilla sobre los hombros y se separara)
¡Dominik! ¡No!
Quizás más tarde, 
estaré mas cómoda sin mi hija.

(continúan hablando en voz baja, mientras
llegan parejas de la sala de baile)

MANDRYKA
(observando, sombrío)
Pero ¿por qué tanta gente
se interpone entre nosotros?
¿Por qué esas malditas llaves siguen tintineando?

(entran Milli, Elemer y otros)

MILLI
(dirigiéndose a Mandryka
y señalando a otras parejas)
¡Ahora, por favor, mi querido señor,
me dirijo a usted una vez más
para rogarle que no prive a este baile de su reina!

MANDRYKA
(colérico, para si)

¿Qué dice esta mujer?
¿Desea que yo no les prive de ella?
¡Pero si yo no la encerré!
¡Pero si yo no tengo la llave,
que está en ese sobre!

(Welko sirve champán  y Mandryka se repone)

¡Les voy a pedir a todos ustedes que me hagan el honor,
tanto amigos como desconocidos!

ELEMER
¡Pero en estos momentos
no podemos olvidar a la condesa Arabella!
Seguro que usted debe saber donde encontrarla...

MANDRYKA
(lleva su mano al cuello y afloja la corbata)
¿Saber donde encontrarla?
¡La llave! ¿Djura, Welko!

(ambos criados se acercan)

¡Buscad a la condesa por todas partes!

Si fuisteis capaces de encontrarla
en esta gigantesca ciudad de Viena,
seguro que la encontraréis 
en un salón de baile.

(salen a buscarla. Mandryka alza la voz)

¡Decidle que venga,
si es tan amable!

(dirigiéndose a Milli que está junto a Elemer)

A una boca tan bella como ésta 

le corresponde una dulce bebida!

(le ofrece una copa de champán. 
Jankel le trae a Mandryka una 
nota sobre una bandeja)

JANKEL
(hablado. acercándose)
Una nota
para su excelencia.

MANDRYKA
Comprueba si adentro no hay una llave...

JANKEL
¿Cómo dice, una llave?

MANDRYKA
(toma la nota con un gesto enérgico
y duda un instante en abrirla)
¡Dios! ¿Por qué diste a ese rostro tanto poder sobre mí,
que ahora tengo tanto miedo?

(abre la carta y lee)

"Ahora te digo buenas noches
regreso a casa.
A partir de mañana seré tuya...."
Una pequeña "A" a modo de rúbrica
en lugar de su firma.
¡Un ser tan simple 
no merece mucho más que esto!

(con un gesto sarcástico estruja la nota)

Es verdad, esta noche ella dice adiós a su vida de soltera, 

por ello necesita toda la ternura posible
y en consecuencia no tiene tiempo
de escribir ni una palabra más.

(se obliga a si mismo a mostrarse de buen 
humor y se dirige a los otros gesticulando)

¡Sacad estas flores de mi vista
¡Traed más champán! 

Servid a diestra y siniestra, 
hasta que estén todos tan ebrios que rueden por el suelo.
Todos: nobles, cocheros y amantes de los cocheros 
¡Todos! 
¡Sigamos bebiendo, hoy soy yo quien paga todo!

(los camareros sirven champán)

¡La adorable Milli merece
que yo cante para ella!

(la toma del brazo y a atrae hacia sí)

¡Lo haré con gusto!

(Milli responde con un tarareo tirolés. Mandryka 
se expresa entre burlón y lloroso)

¡Caminando por un bosque, no se cuál!
¡Encontré a una joven, ignoro cuál es su padre!
¡Le pisé un pie, no se cuál!
Ella comenzó a llorar, yo ignoro por qué.
¡Ese gran tonto, cree saber lo que es el amor!

MILLI
(repite la frase con aire tirolés)
¡Ese gran tonto, cree saber lo que es el amor!

MANDRYKA
(atrae a Milli hacia un sillón
mientras Adelaida se separa de Dominik)

Sería bueno darle vino en barriles,
en barriles y no en una copa,
que ese papanatas beba del barril
y que a fuerza de borracheras
¡la  inteligencia llegue a él!

MILLI
(Repite con tonada tirolesa)
Que a fuerza de borracheras
¡la inteligencia llegue a él!

MANDRYKA
(mientras Milli repite el estribillo,
Mandryka se levanta y dice furioso)
Sería bueno darle a él
pero sin darle reposo:
¡Milli, dame un beso!!

(La besa)

¿Cuánto cuesta la llave de una condesa, 

aquí, en Viena!?

ADELAIDA
(que ha escuchado lo que ha dicho Mandryka)
¿Señor Mandryka, dónde está mi hija?

MANDRYKA
(De pie, del brazo de Milli)
¡No lo sé!
Su hija no se dignó dejarme un mensaje.
¿Desea más Moët Chandon?
¡Que traigan más
para la señora Condesa, su madre!

ADELAIDA

(un poco agitada yendo a un costado)
¿Dónde está mi esposo?
¡Por favor, busquen a mi esposo!

(Dominik sale rápidamente y regresa con 
Waldner. Dirigiéndose a Mandryka nuevamente)

Una vez más, le ruego:
¿dónde se encuentra Arabella?

MANDRYKA
(con impertinencia)
¡Eso es lo que yo le pregunto a usted, su madre!

(Waldner llega con Dominik. Tras ellos llegan 
tres jugadores que han compartido su juego de azar )

ADELAIDA
¡Oh, Teodoro, protégenos!
¡Protege a tu esposa y a tu hija!

WALDNER
¿Qué pasa?
¡Mandryka, qué significa esa conducta
en presencia de mi esposa!

MANDRYKA
¡Me estoy comportando como es debido,
ya dejé atrás al rústico campesino
y ahora me comporto
como un noble conde vienés!
¡Ven a sentarte con nosotros,
hay aquí muchas chicas y champán!
¡ Ven, vamos!

WALDNER
¿Dónde está mi hija?

MANDRYKA
Lo siento, pero ahí si que no puedo ayudarte.
A las condesas, al parecer, les gusta
desaparecer de vez en cuando
para tener un momento de diversión.

WALDNER
(a Adelaida, enojado)
¿Dónde está tu hija?
¿Quiero saber dónde está!

ADELAIDA
¡En casa!

WALDNER
¡Qué dices! ¿Qué significa eso?
¿Por qué se fue?

ADELAIDA
¡Una decisión repentina!
¡Un ataque de melancolía!
¡Un capricho!
¡Tú sabes como es ella!

WALDNER
¿Puedes jurar que está en casa?

ADELAIDA
¡Te recuerdo que ella también es tu hija!

WALDNER
Muy bien. ¡Regresaremos de inmediato a casa!
Tú irás a su alcoba y nos dirás como se siente,
así dejaremos de preocuparnos.

(a Mandryka con aire disgustado)

Tengo unas palabras que decirte,
por lo tanto hazme el favor de acompañarnos.

MANDRYKA
Será para mí un gran honor.

(saluda y ofrece el brazo a Adelaida)

WALDNER
(a sus compañeros de juego)
Seguiremos nuestra partida en el hotel,
una vez disipado este pequeño malentendido.

MANDRYKA
(a los invitados que quedan en el salón)
¡Mientras tanto, damas y caballeros,
sean mis huéspedes!

(saca un fajo de billetes 
y lo arroja al aire)

MILLI
¡Hurra! ¡Todos somos sus invitados!

LOS INVITADOS A CORO
¡Hurra! ¡Todos somos sus invitados!

(Todo alzan sus copas brindando, mientras que 
Mandryka sale con Adelaida, Waldner, Welko, 
Djura  y los compañeros de juego de Walner)



TERCER ACTO


Preludio

(
Gran sala de recepción en la planta baja del hotel con 
una escalera central, de dos barandas, que sube al primer 
piso en el que se ven las puertas de varias habitaciones
(una de ellas pertenece a Zdenka cuya llave le entregó a
Mateo). Se ven diversos muebles y sillones, la recepción
y una puerta que da a la calle. Aún es de noche. Mateo, 
de uniforme, aparece en el primer piso, se asoma por la
balaustrada para mirar. Alguien golpea a la puerta de
entrada, Mateo se oculta. El portero sale de su oficina y
abre. Arabella entra y se dirige lentamente a la escalera.
Se detiene, sonríe, como soñando despierta, luego se sienta 
en una mecedora en primer plano y se hamaca ligeramente)

ARABELLA
(para sí, soñando despierta)
El carruaje entrará en sus tierras
y pasará entre sus altos y silenciosos bosques...
Sí, él llegará a sus altos y silenciosos bosques
y sus caballeros vendrán a nuestro encuentro.
Él les dirá:"He aquí a vuestra soberana"
Él les dirá: "Es ella a la que traje de la Viena imperial, 
a donde no desea volver.
Ella ahora quiere quedarse conmigo,
en mis bosques" 

 
MATEO
(Aparece en el pasillo del primer piso sobre 
la baranda y ve, con sorpresa, a Arabella en 
el piso inferior. Para sí)
¡Arabella! ¡No puedo creerlo!

(Arabella continúa ensimismada y feliz. 
No ve a Mateo: sólo siente que ya no 
está sola. Mateo llega lentamente por 
debajo de los arcos y se pone frente a ella)

ARABELLA
(Sorprendida, pero sin emoción)
¿Tú aquí?

(Se levanta rápidamente)

¿Tan tarde?
¿Tú te alojas aquí?

MATEO
(con un tono cargado de doble intención)
¿Tú aquí? 
¡Es a mí a quien haces
esa pregunta, Arabella!

(dando un paso hacia ella)

¿Vas a salir a esta hora, tan tarde?

ARABELLA
Acabo de regresar del baile
Ahora voy a mi habitación. ¡Buenas noches!

(hace un saludo con su cabeza y se apresta a subir)

MATEO
(con ironía e interponiéndose)
¿Recién llegas del baile?
¿Vas para tu cuarto?

(para sí y sonriendo)

¡Insondable misterio el corazón de una muchacha!

ARABELLA
Sí, buenas noches...
¿Qué es lo que te divierte de esa manera?

MATEO
¡Oh, Arabella!

(con aire de melancolía y secreto sobreentendimiento)

ARABELLA
¡Si hay algo que quieras decirme, debes hacerlo de día. 
No aquí ni ahora!

MATEO
¡Decirte algo! ¿Yo... algo más?
¡Oh, dulce Arabella, quiero darte las gracias
hoy, mañana y hasta el fin de mi vida!


ARABELLA
¿Agradecerme? ¿Por qué?
Sabes que no tienes ninguna esperanza.

MATEO
¿Agradecerte? ¿Por qué?
¡Verdaderamente me asombras!
Tu talento para fingir me espanta.

ARABELLA
¿Qué dices?

MATEO
Interpretas la comedia magistralmente
¡y sin público!
¿Es demasiado!
¡Es casi un acto de magia!

ARABELLA
No comprendo ni una palabra
de lo que dices.
¡Buenas noches!

MATEO
(cerrándole el paso)
¿Y bien?
¡Mírame de nuevo!
Sólo una mirada para decirme
que eres la misma persona.

ARABELLA
¿La misma persona?

MATEO
(con irritación)
¿La misma? ¿La misma?
¡La misma que eras hace un cuarto de hora!

ARABELLA
(sin segunda intención)
¿Hace un cuarto de hora?
¡Yo estaba en otra parte!

MATEO
(sorprendido y transfigurado
por el recuerdo)
¡Hace un cuarto de hora! ¡Sí! 

(lanza a Arabella una mirada encendida)

ARABELLA
(levanta sus ojos hacia el primer piso sin comprender)
¡Ignoro que es lo que quieres decir
y no deseo quedarme más tiempo aquí!

MATEO
(con gran vehemencia)
¡Esto es demasiado!
Tener tanta sangre fría,
en estos momentos...
¡ningún hombre lo toleraría!
¡Apelo a que haya 

una única gota de sangre en ti 
que sea incapaz de fingir!

(trata de abrazarla)

ARABELLA
¡Perdiste el juicio!
¡Mateo! 
¡Déjame pasar, o pediré auxilio!

MATEO
¡Tú podrías hacer perder la razón a un hombre,
tú, más que ninguna otra mujer en el mundo!
Confírmame con una sola y última mirada
lo que pasó allá arriba, 

entre nosotros,
¡y jamás te pediré cosa alguna!

(el portero sale de su oficina y va a abrir la puerta)

ARABELLA
¡Ahí llega gente, no me retengas!

MATEO
Juré que te libraría de mi presencia a partir de mañana.
Se lo juré a tus besos y a tus suspiros
y mantendré mi promesa.
Pero, estábamos en la oscuridad,
y no pude ver tus ojos.
Dame ahora una última mirada
que selle todo lo que ocurrió,
¡y serás libre para siempre!

(Entra Adelaida seguida de Mandryka, luego Waldner 
y sus compañeros de juego que junto a Welko y Djura 
quedan en la penumbra del vestíbulo)

ADELAIDA
¡Qué excitante tête à tête junto a la escalera!
¿Aún no estás en tu habitación?
¿Qué significa esto?

ARABELLA
Nada mamá, no ocurre nada.

MANDRYKA
(Mirando fijamente a Mateo)
¡Sí! ¡Ése es el maldito hombre de la llave!

ARABELLA
(se acerca a Mandryka con toda naturalidad)
¡No creí que volviera a verlo esta noche,
señor Mandryka!

MANDRYKA
(con expresión sombría, a Adelaida)
Le solicito, condesa, autorización para retirarme.

(dando un paso atrás)

¡Welko!

WELKO
(acercándose)
¿Mi señor, lo ha reconocido usted?

MANDRYKA
Haz el equipaje, regresamos a casa.

ARABELLA
(acercándose a Mandryka)
Aquí no ha sucedido nada, Mandryka.
Cuando llegué, encontré a este caballero
que es un viejo amigo de todos nosotros.
Pero querría explicarte todo esto,
en detalle, más tarde.

MANDRYKA
Si así lo deseas...
Ahora, te pido encarecidamente que me excuses.

(hace ademán de alejarse. Arabella
mueve la cabeza en señal de extrañeza)

ADELAIDA
¡Oh, Viena!
¡Ciudad de maledicencias e intrigas!

(a Mateo)

¡Infeliz!...

WALDNER
(reteniendo a Mandryka)
¡Quédese sólo un instante!
Me parece que persiste
un mal entendido.

(a Arabella)

¡Te pregunto mi niña! ¿Dónde estuviste?
¿Cómo llegaste del baile a casa?
¿Quién te acompañó?
¿Lo hizo con tu consentimiento?

ARABELLA
Papá, mírame a los ojos
¿Puede ser que un loco
os haga perder la cabeza a todos?

WALDNER
¿No tienes nada que decirme?

ARABELLA
Nada más de lo que tú ya sabes papá,
de lo que supiste toda la noche.
¿O es que no estabas al corriente?

WALDNER
Eso me hace sentir aliviado

(la besa en la frente. La Mandryka)

Usa tu juicio, verás:
¡No ha pasado nada!
¡Estrictamente nada!
¡Olvidemos todo 
y buenas noches!

(a sus compañeros de juego)

Entremos a jugar. Yo los invito.
¡Recomencemos la partida!

MANDRYKA
(se acerca a Arabella )
Quiero ayudarla.

Si el dinero y la buena voluntad 
pueden servir de ayuda
para disimular esta horrible comedia...
El papel que usted me ha asignado
me resulta incomodo y creo que no soy apto 
para representarlo, mi querida señorita.

DÚO

ADELAIDA
¡Oh! ¡Que encuentro tan desafortunado!

MANDRYKA
(para si)
¡No, no! ¿Cómo ha sido posible!
¿Cómo ha sido posible?

WALDNER
¡Por favor,
no le demos mayor importancia!

ARABELLA
(se acerca a Mandryka )
Mandryka, tan cierto como que Dios existe,
así de cierto es que no tiene nada
que perdonarme.
¡Si alguien debe pedir perdón es usted,

por lo que me ha dicho
y en el tono en que lo ha hecho!

MANDRYKA
(mirando maliciosamente a Mateo)
Quizá debería ser ciego,
¡pero le aseguro que veo muy bien!
Debería ser sordo
¡pero le aseguro que oigo muy bien!
Debería ser un pusilánime...
Sólo entonces hubiera sido incapaz

de reconocer a ese individuo

(señala a Mateo)

ni de comprender el juego
que aquí se ha jugado esta noche.

MATEO
(tocado por la mirada
desafiante de Mandryka)
¡Señor, 
si usted cree tener aquí
algún tipo de derecho o título...
¡Estoy a su disposición!

ARABELLA
(a Mateo, interponiéndose entre los dos)
¡Sí, este señor tiene todo el derecho!
¡Él es mi prometido!
¡Pero usted no lo tiene en lo más mínimo,
ni una sombra de derecho!
¿No es cierto?

MATEO
(dudando y con gran pesar)
No... ninguno...

ARABELLA
(a Mandryka)
¿Lo has oído?

MANDRYKA
¡Si lo hubiera usted dejado terminar la frase!
A él le queda todavía una palabra en la lengua. 

Él hubiera querido decir:
"No, ningún derecho.... salvo que..."
y se tragó la palabra rápidamente,
pero yo he tenido tiempo de leer en sus labios.


ARABELLA
¡Mateo, yo no lo sabía tan vil!
¡Qué daño me hace usted!
¿Por un simple desafío, 

quiere echar a perder mi matrimonio
ante todo el mundo?

ADELAIDA
¡Miserable intrigante!
¡Él va a tomar la mano de mi hija!

MANDRYKA
(da un paso en dirección a Mateo)
"Salvo que..."
¡Confiese la verdad oculta!

MATEO
(con firmeza)
¡No! ¡No tengo que añadir ni una sola palabra más!

MANDRYKA
(a Arabella)
El ha querido decir:

“¡Salvo el derecho que esta noche 
ella me  ha concedido!”
¡Inténtenlo de nuevo... 
sólo entre ustedes dos...
entonces, quizás a él no le importe hablar!

ARABELLA
(a Mateo)
¿Tiene usted alguna otra cosa que decirme
delante de este señor?

MATEO
(bajando la cabeza)
¡No!

MANDRYKA
(a Mateo)
Felicitaciones, señor teniente,
por vuestro éxito con las mujeres bellas
y, como no, por vuestra discreción.
Ambas cosas por igual

ARABELLA
¿Has oído, papá?

WALDNER
¡Mandryka, me debes
una satisfacción por tus palabras!

(a Adelaida)

¿Dónde están mis pistolas?
¿Qué?... ¿Vendidas?... ¡Qué vergüenza!
Me procuraré otras...

ARABELLA
(permanece inmóvil con una 
expresión de profundo dolor)
¡Ya no importa lo que pueda ocurrir,
la vida no vale nada!
¿Qué sentido tiene el mundo,
si este hombre es tan débil
que no encuentra el valor necesario
como para confiar en mí?
¡Me abandona por una idiotez!

LOS HUÉSPEDES DEL HOTEL
(en lo alto de la escalera, murmurando)
¡Cómo? ¿Por qué se acalora él?
¿Quien sorprendió al otro?
¿Qué? ¿Ella quiso fugarse?
¡Cómo! ¿Con el teniente?

ADELAIDA
(gesticulando, a Waldner)
¡No, este joven no tiene la suficiente categoría
como para comparecer ante tus pistolas, Teodoro!
¡Todo esto no es más que una infame patraña
de un pretendiente rechazado, y nada más!

LOS HUÉSPEDES Y DEMÁS PRESENTES
(de igual modo)
¿Quién sorprendió al otro?
¿Qué? ¿Ella quiso fugarse?
¡Cómo! ¿Con el teniente?
¿Por qué se acalora él?

WALDNER
Eso ya no cuenta.
Pero es Mandryka...
¡quien debe darme una reparación explicación!

MATEO
Yo soy el único culpable.
Retiro todas las palabras y todas las miradas...
Todo ha sido un malentendido.
Yo no quise decir ninguna de las cosas
que han creído entender.
Si hay un responsable aquí,
sin duda ése soy yo

WALDNER
(cortante)
Difamar primero y luego disculpar,
todo al mismo tiempo...
¡Esa no es la manera como se comportaban
los oficiales en mi época!

MANDRYKA
(a Arabella)
El muchacho se comporta lo mejor que puede.
Creo que es tiempo de que le prestes atención,
mi bella niña.
Confiésame la verdad a mí sólo...
¡Él es su amante!
Haré todo lo que pueda por ayudar...
¡Puede contar conmigo, Arabella!

ARABELLA
(lo mira con fijeza)
¡Por la salvación de mi alma, Mandryka
¡Juro que dije la verdad!

MANDRYKA
¡No jure así
¡Por la salvación de su alma, muchachita!
En el fondo de mi corazón siento pena por usted!

(aparte, para si)

¡Oh Dios, qué te he hecho para que me aflijas
así, a causa de esta mujer!

(se acerca de nuevo a Arabella y en voz baja)

No puedes negarlo – lo vi claramente –

vi a aquel muchacho cuando le entregaba a él
la llave de tu cuarto.

ARABELLA
¿Qué muchacho?

MANDRYKA
¿El que enviaste a tu novio!

ARABELLA
¿Zdenko? ¡Dios mío!

¡Quién otro!

MANDRYKA
¡Ah! ¡Quiero que me lo confiese!
¡Sólo a mi!

ARABELLA
(para si)
¡El propio infierno se está confabulado contra mí!

MANDRYKA
¿A este hombre, que ha destruido mi vida,
debo respetarlo simplemente porque es su amante? 

¡Dígamelo usted!

ARABELLA
Yo he dicho la verdad, Mandryka,
solamente la verdad,
porque todo lo demás, bien lo veo,
¡está en mi contra!

MANDRYKA
¡Por última vez!
¿Quiere usted casarse con ese hombre con el
que ha tenido un encuentro amoroso
diez minutos después de nuestro compromiso!?

ARABELLA
(hablado)
No tengo nada que responder a su pregunta, 

señor de Mandryka

(se aleja de él)

MANDRYKA
(serio)
Muy bien,
ve y busca una armería, Welko.
¡No importa lo que cueste, necesito los sables!
¡Dos sables pesados y bien afilados!
¡Ve rápido a traerlos!

Y despierta y trae también a un médico.
¡Es todo! Usaremos el jardín de invierno.

(se dirige a Mateo)

Esto es entre nosotros.
Arreglaremos este asunto sin testigos

(Saca una cigarrera, ofrece un cigarro a Mateo 
que lo rechaza.
Él enciende el suyo)

Estos señores nos permitirán, sin duda,
permanecer a solas, hasta que llegue el momento.

(fuma ansiosamente por la espera)

LA VOZ DE ZDENKA
(desde el primer piso)
¡Papá! ¡Mamá!

(todos miran hacia el piso alto. Zdenka vestida de mujer
con un camisón y los cabellos revueltos, baja la escalera 
y se arrodilla ante su padre)

¡Papá!

ADELAIDA
(cubriendo a Zdenka con su mantilla)
¡Zdenka! ¿Qué significa esto?
¡Qué desgracia!

ARABELLA
¿Qué sucede, pequeña Zdenka?
¡Habla! ¡Estoy contigo!

ZDENKA
¡Quiero despedirme de vosotros!

¡Debo arrojarme al Danubio
antes de que amanezca!

WALDNER
¿Qué quieres decir?

LOS HUÉSPEDES Y PRESENTES
(murmurando)
Pero, ¿quién es esta bella muchacha?

MANDRYKA
(para sí)
¡Esta noche yo ya he visto ese rostro en alguna parte!

ZDENKA
¡Perdónenme todos... déjenme ir!
Estoy totalmente avergonzada....
Me muero de vergüenza. ¡Déjenme ir!
Cuando salga el sol... 
¡yo ya estaré en lo más profundo del río!...

Será la única forma en que todos me perdonarán,
¡
incluso mi padre!

ARABELLA
(la toma de los brazos
y la atrae hacia ella)
¡Quédate conmigo
y no te pasará nada!
No importa lo que haya sucedido,
¡nada podrá alterar nuestro amor por ti!

ZDENKA
(señalando a Mateo)
¡Él es inocente!
¡Él no sabía nada!... Yo sola fui...


ADELAIDA
¡Cállate, pobre niña infeliz!
¡No hables de ello hasta tu muerte!

WALDNER
(a Arabella)
¡Cállate y déjala hablar!
He aquí el resultado
de vuestro carnaval.

ZDENKA
(a Arabella)
¡Sólo a ti te contaré mi secreto!

ARABELLA
¡Estoy contigo, nunca te abandonaré!
¡Estoy junto a ti!

ZDENKA
(abrazándose a Arabella)
El creyó que eras tú, pero fui yo quien lo hizo.
T
uve miedo por él, Bella, ¿comprendes?
¡Él no sabe que estuvo conmigo!

(ansiosa)

¡Mateo!

MATEO
¿Qué dulce voz me llama?

ZDENKA
(sonrojada)
¡La voz de alguien que te engañó, Mateo!
Tu amigo, tu único amigo.
¡Zdenko está ante ti!
¡Soy una mujer, ay de mí!
¡Jamás fui de otra manera!


MATEO
¡Oh, mi amigo! ¡Tú, mi amigo!
¡Tú, mi dulce ángel!


ZDENKA
Os pido perdón, a ella y a ti,
a ambos... 
¡Oh,  Dios mío!

(oculta su rostro entre las manos)

ARABELLA
¡Si es necesario perdonar el exceso de amor,
entonces es él quien debe pedir perdón!

(la abraza fuertemente y la besa)

MATEO
¡La habitación estaba oscura y no reconocí tu voz!
Pero... pero parece
que yo, 
desde el principio lo presentía, 
¡mi pequeño y amable Zdenko!


(Zdenka lo mira con ternura, pero
permanece en brazos de Arabella)

MANDRYKA
(aparte, comprendiéndolo todo)
¡Ella es el joven que yo vi!
¡Que me trague la tierra!
¿Cómo podré esperar clemencia de ella,
cuando yo mismo
no podré perdonarme nunca?

(llega Welko con dos sables; tras él, Djura con dos pistolas 
y  seguidamente el médico. Mandryka los ve y les hace señas
para que se alejen; él permanece inmóvil a un lado)

WALDNER
(con fría actitud
de jugador)
¡Muy bien, ahora tengo el rival que necesito!
Este asunto es tarea concerniente a un padre

LOS TRES JUGADORES
¡Oho! ¡Oho!

MANDRYKA
(Sin prestar atención a Waldner, se acerca a Arabella)
¿Cómo podré mirarte a la cara, Arabella?
¡Sé que soy indigno de una sola mirada tuya
por el resto de mi vida! ¡Qué torpe! 

Creí que un hombre,
sólo con sus rudos puños,
puede alcanzar la felicidad.
Soy un indigno....
En un instante, no me ha quedado otra cosa
que el remordimiento y la vergüenza
hasta el último día de mi vida.

ARABELLA
Pequeña Zdenka, tú eres la mejor de todos nosotros.
Amas más que yo y para ti no existe en el mundo
otra cosa que los dictados del corazón.
Te estoy agradecida, pues me has dado una buena lección.
¡Nosotros sólo sabemos desear, exigir, calcular,
negociar y codiciar, cuando en realidad sólo
deberíamos amar y darnos constantemente!

(mientras habla, ella no mira a Mandryka, 
cosa que él desea ardientemente )

ZDENKA
¡Me hablas tan dulce!...
¡No estás enfadada conmigo!
Tu bondad es generosa,

nadie sabe que eres mucho mejor que yo...
Haría cualquier cosa por amor a ti.
¡Habría querido desaparecer
sin escándalo ni dolor!
¡Pero tú, tú me comprendes,
tú no me abandonarás, pase lo que pase!

MANDRYKA
(para sí)
Pase lo que pase....

ADELAIDA
¡Oh, Dios! ¡Qué vergüenza tan grande!
¡Ojalá esta tarde nunca hubiera existido!
¡La adivina nada predijo sobre esto!

WALDNER
(con firmeza)
¿Qué puede pasar? ¡Eso está muy claro!

(Avanza decidido mientras 
todos miran las pistolas)

ARABELLA
(a Zdenka)
¡Pase lo que pase,
yo estoy contigo!

MANDRYKA
(mirando a Arabella, agobiado)
Pase lo que pase...

ZDENKA
(con ansiedad)
¡Papá!

MATEO
Ángel del cielo, 
¡
Dios no permitirá que el mundo te condene!

MANDRYKA
(aún desolado)
Pase lo que pase...

(Se dirige a la puerta para salir)

ARABELLA
(suave, sobre el del hombro de Zdenka)
¡Mandryka!

(le extiende la mano)

MANDRYKA
(prestamente se le toma)
¡No soy digno de tu perdón!

ARABELLA
¡Silencio, Mandryka!
No hablemos más.
Debemos olvidar ahora
lo que aquí hemos sufrido.
No fue nuestra culpa.
Hagamos todos 
un esfuerzo de
buena voluntad 
para afrontar lo que ocurra 
de aquí en adelante.

MANDRYKA
¿Lo que ocurra?

(Toma a Mateo resueltamente de la mano 
y lo conduce frente a Waldner)

¡Una petición de matrimonio!
Me presento con este oficial
ante vos, noble conde.
Me inclino y os pido, en su nombre,

- en calidad de amigo - 
que no rehuséis otorgarle 
la mano de esta joven señorita.

(Waldner hace un gesto negativo)

¡No le neguéis tal pretensión
pues él experimenta un profundo amor!


ZDENKA
(débilmente)
¡Mateo! ¡Papá! ¿Qué quiere decir?
¿Debo irme?

ARABELLA
¡Es hora de que seas feliz, como tú lo mereces!

WALDNER
(conmovido la abraza)
No llores pequeña.
Y vos caballero, dadme la mano.

(le tiende la mano a Mateo)

ADELAIDA
¡Oh! ¡Teodoro! ¡Qué cambio!

WALDNER
¡Colosal!

ADELAIDA
(lagrimeando)
¡Oh, Teodoro!

WALDNER
(abraza a Adelaida,
luego 
se dirige a los jugadores)
¡Estoy a su disposición caballeros!

(sale rápidamente seguido de los jugadores)

LOS HUÉSPEDES DEL HOTEL
(murmurando)
¡Y ahora a dormir, ya no pasará nada más!

(se retiran a sus habitaciones)

ARABELLA
(refiriéndose a Zdenka)
¡Llévala arriba mamá!

(Mandryka da un paso hacia Arabella. Adelaida y Zdenka
suben la escalera, Mateo las sigue ansioso con la mirada)

No hablemos más hasta que amanezca.
¿Os parece bien?

ZDENKA
(con ternura)
¡Mateo!

ARABELLA
(a Mateo)
Vete, y regresa por la mañana,
será tuya para siempre.

(Mateo asiente, le da la mano a
Mandryka y sale. Entra Welko)

ARABELLA
(a Mandryka, muy suave)
¿Tu criado podría ir a la fuente de agua del patio 

y traerme a mi habitación
un vaso de agua bien fresca?

(Welko sale de inmediato)

Creo que un poco de agua me hará muy bien
después de esta conversación.

(sube la escalera, mientras un empleado del hotel 
comienza a apagar las luces; Mandryka, que va 
quedando en la oscuridad, la sigue con la mirada)

MANDRYKA
No me concede ni una mirada,
ni siquiera me ha dicho "buenas noches"
Me deja aquí, y se va.
¿Acaso merezco otra cosa?
¿Qué derecho tengo?
No soy digno de recibir nada.
Un individuo como yo sólo merece una paliza...
¡Y con gusto la recibiría
por una mirada suya,
o incluso por un simple parpadeo!

(Entra Welko con el vaso de agua y se

detiene frente a Mandryka, esperando ordenes)


¡Llévaselo!

(Welko sube)

Ella no dijo nada,
sólo que quería un vaso de agua
y no verme más.
¿O quiso burlarse de mí.?
¿Podrá ser?...
Pero si ella se burla de mí
sería una bendición que me otorga,
y por ciento, inmerecida. ¡Dios lo sabe!

(Él se deja caer abatido en un sillón..
Arabella abre 
la puerta, toma el vaso de agua que le da Welko, mira 
hacia abajo y al ver a Mandryka se le ilumina la mirada.
Comienza descender solemnemente con el vaso en la 
mano seguida de Welko. Mandryka, al verla, se acerca 
a la escalera)

ARABELLA
(deteniéndose en los últimos peldaños)
Me alegro, Mandryka, que te quedaras...
Tenía la intención de beber un poco de agua 
para olvidar todo el mal trance que hemos sufrido, 

y luego ir a la cama 
y no pensar más ni en ti ni en mí 
hasta que el día claro brillara sobre nosotros.
Pero luego, cuando supe que aún estabas
en la oscuridad, un inpulso me llegó desde lo alto 

y me tocó en lo más profundo del corazón; 
éste ya no es un trago para saciar mi sed,
ahora él representa el sentimiento de mi felicidad.
Este vaso, que nadie tocó,
se lo ofrezco a mi amigo 

en la noche en que 
mi vida de joven soltera llega a su fin.

(Arabella le ofrece el vaso a Mandryka. Welko se retira)

MANDRYKA
(toma el vaso reverencialmente y lo 
alza hasta la altura de sus ojos)
¡Así como nadie volverá a beber de este vaso,
así tú eres mía y yo tuyo
por toda la eternidad!

(bebe y rompe el vaso contra el suelo)

ARABELLA
¡Y así nos comprometemos ante el amor,
y nos unimos en las penas y en las alegrías
en las ofensas y en el perdón!

MANDRYKA
¡Para siempre, ángel mío,
y para todo lo que vendrá!

ARABELLA
¿Confiarás en mí?

MANDRYKA
¿Y tú permanecerás como eres?

ARABELLA
No puedo ser otra,
¡tómame como soy!

(se abrazan y se besan, luego Arabella 
sube la escalera mientras Mandryka 
la sigue con su mirada)



Digitalizado y traducido por: 
José Luis Roviaro 2013