ZWEITER AUFZUG 


Erste Szene 

(Straße in Rom beim Kaiserpalast, geschmückt für den 
Triumphzug des Claudius)

Rezitativ

PALLAS
So sind wir betrogen?

NARZISS
Freund, es ist,
wie ich dir sagte.

PALLAS
Und was ich dir erzählte,
ist ebenso wahr.

NARZISS
So wollen wir zusammenhalten,
wie zwei Betrogene es tun müssen.

PALLAS
Wenn Agrippina uns hintergeht,
müssen wir mit List zu Werke gehen.

NARZISS
Ja, ja, die Täuschung offenbare unser Plan,
was sie will, sagst du mir sogleich,
und ich verspreche,
treu desgleichen zu tun.

NARZISS, PALLAS
Reichen wir uns die Hände
zum Zeichen unserer Treue.

PALLAS
Doch da ist Ottone.

NARZISS
Er, der Kaiser sein wird.

PALLAS
Schon jubelt ihm das Volk zu.

Zweite Szene

Arie

OTTONE
Gekrönt mit dem Lorbeerkranz
werde ich auf dem Kapitol stehen.
Doch größer ist mein Verlangen nach der angebeteten
Schönen als nach Thron und Krone.

Rezitativ

PALLAS
Mehr als deinen Triumph
ehrt Rom heute deine Tugend.

NARZISS
Das Land beugt sich vor deinem erhabenen Mut.

OTTONE
Genug Tugend und Heldenmut wünsche ich mir,
um Latiums Reich glücklich
und seine Feinde besiegt zu sehen.

PALLAS
Doch herunter kommen dort
Poppea und Agrippina, um den Kaiser zu sehen.

OTTONE
Dort kommt die Göttin und Königin meines Herzens.

Dritte Szene

(Agrippina, Poppea, Nero und Gefolge kommen 
aus dem Palast) 

21. Vorspiel 

Rezitativ 

AGRIPPINA
(Für sich)
Dort ist der Hochmütige.

POPPEA
(Für sich)
Dort ist der Verräter.

NERO
(Für sich)
Dort sehe ich den Rivalen,
und ich fühle Wut im Herzen.

AGRIPPINA

(beiseite, zu Poppea)
Poppea, wir verstellen uns.

POPPEA
(Für sich)
Ja, wir verstellen uns.

OTTONE
Schönste Poppea, endlich ist es mir vergönnt,
dein geliebtes Antlitz zu erschauen.

AGRIPPINA
(beiseite, zu Poppea
Wie falsch er ist!

POPPEA
(Für sich)
So will er mich täuschen!

NARZISS
(Für sich)
Welche Sorge in meinem Herzen!

OTTONE
Von Agrippina wirst du wissen, 
was mich erwartet.

POPPEA
Ich kenne deine Pläne und weiß,
was die Götter zu deinem Vorteil entschieden haben!

AGRIPPINA
(zu Ottone)
Was du wünscht, habe ich ihr gesagt.

(beiseite, zu Poppea)

Er will, daß ich ihm seine Fehler verzeihe.

POPPEA
(Für sich)
Ah, Verräter!

OTTONE
Was Agrippina dir entdeckt hat,
ist mein Herzenswunsch.
Glaube mir, ohne dich
würden die Freuden der Herrschaft zum Kummer.

NERO
Dort kommt Claudius.

AGRIPPINA
(Für sich)
Er kommt zur Zeit,
so daß mein Plan unentdeckt bleibt.

22. Chor 

POPPEA, NERO, AGRIPPINA
OTTONE, NARZISS, PALLAS, LESBO
Der fröhliche Klang
der Pauken und Trompeten
erschallt zum Festtag
ringsumher!
Rom huldigt dem großen Regenten,
es lebe der siegreiche Claudius!

Vierte Szene

Rezitativ

CLAUDIUS
(in einem Triumphwagen)
Im besiegten Britannien
werde ich ein neues
römisches Reich errichten;
und kein Meeressturm kann uns aufhalten,
kein Ungeheuer an Land;
kein Höllenschlund kann wenden,
was das Schicksal Rom vorherbestimmt.

(Er entsteigt dem Wagen)

23. Arie

CLAUDIUS
Es fällt die unterjochte Welt
und wird zum Schemel des römischen Thrones.
Doch wie glücklich ist ein Reich zu nennen,
das dem Kapitol dienen darf!

Rezitativ

AGRIPPINA
Herr, wie mein Herz jubelt,
dich zu sehen! Und diese Arme,
die dich nicht umfassen konnten,
oh wie groß war meine Pein,
bilden nun das süße Band der Liebe.

CLAUDIUS
Meine liebe Agrippina,
endlich halte ich dich in meinen Armen,
dir gilt stets meine Liebe;
der Gefährte umarmt dich, der Geliebte.

POPPEA
Imperator, ich huldige Eurem großen Ruhm.

CLAUDIUS
Ich danke dir für deine Worte.

(beiseite, zu Poppea)

Du weißt, daß ich dich begehre.

NERO
In Treue bin ich
Euch ergeben.

CLAUDIUS
Mein Sohn,
sei meiner Liebe versichert.

NARZISS
Ehrfurchtsvoll preise ich
Eure Herrlichkeit.

PALLAS
Und Eurer Siege Ruhm
wird unsterblich sein.

CLAUDIUS
Ich weiß,
daß Narziss und Pallas
mir herzlich zugetan sind.

OTTONE
Euch zu Diensten, Herrscher,
kniet hier Ottone, der Getreue,
der auf dem Meere...

CLAUDIUS
Was willst du?

OTTONE
Demütig harre ich
des versprochenen Lohns
für meine Treue.

CLAUDIUS
Du wagst es, mir unter die Augen zu treten?

OTTONE
Was habe ich getan?

CLAUDIUS
Du bist ein Verräter!

NERO, NARZISS, PALLAS
Was höre ich?

AGRIPPINA
(Für sich)
So ist's recht!

POPPEA
(Für sich)
Freue dich, mein Herz!

OTTONE
Ich ein Verräter? Ich, der den Tod
nicht fürchtete, und mutig Euch
dem Tod entriß, ich ein Verräter?

CLAUDIUS
Genug, der Tod ist die gerechte Strafe
für dein Vergehen.

OTTONE
Himmel, was höre ich!

CLAUDIUS
(Für sich)
Doch dem ich das Leben danke,
dem will ich das seine schenken.

(ab)

OTTONE
Agrippina, helft mir!

24. Arie

AGRIPPINA
Nichts erhoffe von mir,
treulose Seele,
verräterisches Herz!
Prunk blendete dich,
und du hast den Frevel deiner Tat
nicht eingesehen?

(ab) 

Rezitativ

OTTONE
Und du, Poppea, Geliebte?

25. Arie

POPPEA
Deine Geliebte ist der Thron,
ich bin es nicht länger.
Jener ist dein Begehr,
und ich fühle
Freude darüber in meinem Herzen.

(ab)

Rezitativ

OTTONE
So stehe mir zumindest Nero bei!

26. Arie

NERO
Mit dem Lorbeer im Haar
brauchst du Unglück und Verderben
noch nicht zu fürchten.
Selbst der Blitz achtet
das Laub, das heute deine Stirn krönen soll.

(ab)

Rezitativ

OTTONE
Ich bin ein Spielball des Schicksals. Narziss, Freund,
teilst du jenen Schmerz in meinem Herzen?

NARZISS
Die Freundschaft währt, 
solange Glück beschieden.

(ab)

OTTONE
So hab du zumindest Mitleid
mit dieser armen Seele!

PALLAS
Des Kaisers Feind ist auch
der Feind des Pallas.

(ab)

OTTONE
Treuer Lesbo, erbarm dich meines Schmerzes!

LESBO
Lesbo hört einen Verräter nicht an.

(ab) 

Fünfte Szene

27. Rezitativ

OTTONE
Ottone, welch ungeheuerlicher Schlag ist dies?
Ach, undankbarer Kaiser, treulose Freunde,
ungerechter Himmel! Doch um wieviel ungerechter,
undankbarer und treuloser als Himmel, Kaiser
oder Freunde ist Poppea!
Ich ein treuloses Ungeheuer?
Ach Himmel, ach grausames Geschick!
Gibt es größeren Schmerz als den meinen?

28. Arie
Ihr, die ihr meine Klage vernehmt,
erbarmt euch meiner.
Ich verliere einen Thron, was ich gering achte,
doch die so sehr geliebte
zu verlieren ist eine Qual,
die mir das Herz bricht.

Sechste Szene 

(Ein Garten mit Brunnen)

29. Arie

POPPEA
Wie schön wäre in meinem Sehnen
mir die Unschuld.
Ich fühle ein Verlangen in der Brust,
das nach Gnade ruft.

Rezitativ 

Ottones Qualen
bereiten mir Qual; ich will seine
Erklärungen anhören.
Doch gedankenvoll und traurig erscheint er hier,
will er das Herz vom bittren Kummer befreien?

Siebente Szene 

POPPEA
Es scheint, als sei die Liebe Ursach seiner Leiden;
um die Wahrheit zu erfahren,
will ich mich schlafend stellen.

(Von Ottone unbemerkt, setzt sie sich an einen 
Brunnen und gibt vor zu schlafen)

30. Arioso

OTTONE
Liebliche Quellen, die ihr murmelnd
euch durch die Gräser windet.

(Er sieht Poppea)

Rezitativ

Doch was seh ich hier, oh Himmel?
Poppea ruht in den Blumen,
und ich finde keine Ruhe in meinem großen Schmerz.

31 Rezitativ und Arioso

OTTONE
Ihr schlummert, ihr geliebten Augen,
und Frieden genießt das Herz.

Rezitativ

POPPEA
(bewußt wie im Traum sprechend)
Ottone, Verräter!

OTTONE
Auch der Traum, oh Gott, trügt dich,
siehst in mir den Treulosen.

POPPEA
Grausamer Betrüger!

OTTONE
So sag mir doch, welches Vergehen
begründet deine Härte?

POPPEA
Ottone, Verräter!

(tut, als erwache sie)

OTTONE
(Für sich)
Sie erwacht. Ich will hören, was sie sagt!

(Er verbirgt sich)

Rezitativ 

POPPEA
(erwacht, führt sie Selbstgespräche  zum Schein
Trugbilder des Geistes,
noch länger stört ihr meine Ruhe?
Bittend führt ihr den unwürdigen Verräter vor mich?
Wie wird er sich verteidigen?
Womöglich abstreiten, daß er an Claudius
alle Liebe abgetreten,
alle versprochene Treu,
damit auf dem Kaiserthron
Rom ihn heute im Kapitel sieht?

OTTONE
(Für sich)
Himmel, was höre ich da?

POPPEA
So sag, sag mir, Treuloser, ob es wahr ist.
Zeugin deines Vergehens
ist die Kaiserin Agrippina,
und daß eine Kaiserin lügt,
wirst du nicht zu sagen wagen.

OTTONE
(Für sich)
Ich ertrage es nicht länger.

(Zu Poppea) 

Hier bin ich dir zu Füßen...

(Poppea will gehen. Ottone hält sie zurück)

Du willst fort? Bleibe doch, Geliebte!

(Für sich) 

Welch ein Schmerz!

(Zu Poppea) 

So hör mich doch an!

POPPEA
Ich will nichts mehr hören.

OTTONE
Bleib.

POPPEA
Laß mich!

OTTONE
Höre! Nimm das Schwert, das ich dir reiche,
und wenn du mich schuldig findest,
so töte mich, und ich werde glücklich sein.

POPPEA
(nimmt einen Dolch und richtet die Klinge auf Ottone)
So sprich denn, aber wisse, daß die Strafe
für dein Verbrechen bereits beschlossen ist.
Wenn du mich betrogen hast,
wirst du auf der Stelle den Tod sterben.

OTTONE
Ich spüre den ungeheuren Vorwurf,
wenn ich ihn auch nicht verstehe, der dich erzürnt.
Ich würde dich wegen einer anderen verlassen?
Ich ließe dich gehen,
meine einzige Sonne, nur wegen eines
einzigen Ehrgeizstrahls?
Wer könnte dies jemals glauben oder behaupten?
Zepter und Krone verschmähe ich;
mein Herz hat immer für dich geschlagen,
dein liebliches Antlitz gilt mir mehr als die Welt.

POPPEA
Ich weiß nicht, ob ich deinen Worten glauben soll; 
was ich weiß,
hat Agrippina mir offenbart.

OTTONE
Was höre ich?
Heimtückisches, niederträchtiges Weib,
Ursache meines Kummers!
Höre, Poppea,
wie sehr sie schuldig ist.

POPPEA
Ottone, jetzt ist nicht die Zeit,
noch ist der Ort sicher; komm in meine Gemächer;
die Entscheidung ist aufgeschoben.
Bist du schuldig, werde ich gnadenlos sein,
und barmherzig, wenn du unschuldig bist.

32. Arie

OTTONE
Ich wünsche, daß du Gerechtigkeit statt Gnade
walten läßt, wenn du über mich urteilst.
Unschuldig bin ich.
Wenn du glaubst, daß mein Herz gelogen hat,
verzeihe ich dir deine Mißbilligung.

(Ab) 

Achte Szene

Rezitativ

POPPEA
Welcher Ränkespiele bin ich Opfer geworden?
Jetzt durchschaue ich deine Intrigen, Agrippina!
Um Ottone den Lorbeer des Kaisers
zu nehmen, täuschtest du mich;
Nero galt der stolze Gedanke,
der dich verlockte.
Ich überlasse mich nicht meinem Schmerz;
Ich wäre nicht Poppea, 
wollte ich mich nicht rächen.

33. Arie 

POPPEA
Man betrügt mich nur einmal,
gewiß kein zweites Mal.
Wem man vertraut, dem lauscht das Herz;
doch ist der Betrug offenbar,
wird man taub für die Worte dessen,
der zum Lügner geworden ist.

Neunte Szene 

LESBO
Endlich finde ich Euch.
Claudius schickt mich voller Ungeduld.
Er bittet um ein Gespräch
allein mit Euch in Euren Gemächern.

POPPEA
Was soll ich tun?

LESBO
Schöne Dame, seid standhaft,
denn je glühender die Liebe ist,
desto mehr Freuden bereitet sie.

POPPEA
(Für sich)
Eine günstige Gelegenheit zur Rache 
bietet mir das Schicksal.

(Zu Lesbo) 

Ich nehme die Gunst des Kaisers an.

LESBO
So darf er kommen?

POPPEA
Ja, er möge kommen.

LESBO
Ich eile, meinem Herrn die freudige Nachricht 
zu überbringen.

POPPEA
(Für sich)
Himmel, hilf, daß mein Plan gelingt.

LESBO
(Für sich)
Jetzt hoffe ich auf den rechten Lohn 
für meine Dienste.

(Ab) 

Zehnte Szene 

POPPEA
Wahrlich, viele Gefahren
lauern auf mich;
doch dem Furchtlosen ziemt die Rache.
Der Wunsch, sie auszuführen,
beherrscht ganz meinen Sinn;
wenn nur Nero hier wäre.

Elfte Szene 

NERO
Hier bin ich, mein Leben.

POPPEA
(Für sich)
Oh wie ein freundliches Geschick
meinen Wünschen hold ist!

(Zu Nero) 

Höre, Nero!
Tausendmal schon rühmtest du dich
deiner Liebe und Treue zu mir;
ich zweifle daran, denn gewöhnlich betrügt der Mann
die Frau, und ist nur zu bereit,
die Zartheit durch Verachtung zu verhöhnen.

NERO
Fürchte nicht darum, oh meine Teure!

POPPEA
Von dir den Beweis zu erlangen,
ist hier nicht der rechte Ort;
komm in meine Gemächer;
kannst du dort mein Herz überzeugen,
soll dir als Lohn für deine Liebe
meine Liebe zuteil werden.

NERO
Oh mein Angebetete!

POPPEA
Still!
Tue, was ich dir sage, und schweige darüber;
ist die Liebe offenbar,
bringt sie Kummer statt Freuden.

(Für sich) 

Möge mein Plan gelingen.

34. Arie

Am Maß deiner Liebe
miß deine Freuden
und deine Hoffnungen.
Wenn dein Herz treu ist,
dann erhofft es Freuden,
und deine Hoffnung ist begründet.

(Ab) 

Zwölfte Szene

Rezitativ 

NERO
Dies ersehnte Glück
schickt mir der Himmel!
Heute hoffe ich,
das göttliche Antlitz zu küssen.

35. Arie 

NERO
Bittet eine Frau den Geliebten zu sich,
ist der Liebe Erfüllung nah.
Sagt sie: »Komm sofort«,
heißt es: 
»Komm und genieß die Freuden der Liebe!«

(Ab) 

Dreizehnte Szene 

(Agrippinas Gemächer) 

36. Arie

AGRIPPINA
Gedanken, ihr quält mich.
Himmel, sei meinen Plänen gewogen!
Laß meinen Sohn regieren,
und ihr Götter, steht ihm bei!

Rezitativ

Mein Vorhaben ist in großer Gefahr.
In dem Glauben, Claudius sei tot,
vertraute ich mich zu sehr
Narziss und Pallas an.
Ottone hat sich verdient gemacht,
und Poppea ist mutig;
wird der Betrug entdeckt,
werden sie die Schmähung rächen.
Bei so vielen Feinden ist List vonnöten;
Ach, möge sie mir helfen!

37. Arie

Wie ihr mich quält, rastlose Gedanken!

Vierzehnte Szene

Rezitativ

PALLAS
Wenn auch das feindliche Los
meinem Versprechen nicht hold ist,
so ist doch des treuen Pallas' Herz
Euch standhaft zu Diensten.

AGRIPPINA
Möge es standhaft sein, indem es mir willig dient.

PALLAS
Wie kann ich Euch dienstbar sein?
Befehlt mir, Schöne!

AGRIPPINA
Höre: Narziss und Ottone
sind meine Feinde.
Beide sollen sterben.
Du verstehst, welcher Gefahr
ich dich aussetze.

PALLAS
Wenn ich dir diene, Agrippina,
gibt es keine Gefahr, die nicht zu Ruhm würde.
Doch was wird aus meiner Liebe?

AGRIPPINA
Hoffe, Pallas!

PALLAS
(Für sich)
Diese Frau hat das Herz der Megäre!

38. Arie

Ein sanfter Schimmer der Hoffnung
ist der Grund meiner Standhaftigkeit.
Nicht mehr verlangt mein Herz
als ihre Treue und ihr Mitleid.

(Ab) 

Fünfzehnte Szene

Rezitativ

AGRIPPINA
Ich verzweifle nicht am Gelingen meines Plans.
Doch ist das nicht Narziss? Nur Mut!

Sechzehnte Szene 

AGRIPPINA
(Für sich)
Jetzt ist es Zeit, Narziss, das Werk zu vollenden.

(Zu Narziss) 

Vereint, sind Pallas und Ottone
unsere gemeinsamen Feinde.
Wenn du mich liebst und wenn du mutig bist,
steht uns nichts im Wege.

NARZISS
Was soll ich tun?

AGRIPPINA
Töte sie beide!

NARZISS
Alles werde ich tun,
doch was ist mein Lohn?

AGRIPPINA
Vertraue mir und sei ganz Hoffnung.

NARZISS
(Für sich)
Sie hat die Seele eines wilden Tieres.

39. Arie 

So will ich hoffen, wie es mir
diese schönen Lippen befehlen, oh erhabene Frau.
Und wenn ich hoffe, glücklich zu sein,
so ist die Hoffnung nicht vergebens.

(Ab) 

Siebzehnte Szene

Rezitativ 

AGRIPPINA
Um dem Herzen Frieden zu geben,
säe ich Haß und Zwietracht;
Claudius soll das Werk zum Ende führen.
Da ist er. Mein Herz, übe dich in Arglist!

Achtzehnte Szene

CLAUDIUS
Mit Wohlgefallen betrachte ich, oh meine Geliebte, 
die Liebe in deinen schönen Augen.

AGRIPPINA
Ich wünschte, ich könnte stolzer Schönheit
mich rühmen, um dir zu gefallen;
Doch, oh Gott, in meiner Brust
ein Kummer, der mich quält,
und die Seele ist betrübt vor Furcht.

CLAUDIUS
Welche Furcht befällt dich? Sag es mir, Liebste!

AGRIPPINA
Ich sehe dein Leben
in großer Gefahr, und mir ist,
als höre ich Waffenlärm von überallher.

CLAUDIUS
Und wer wagt es, in Rom Ränke zu schmieden?

AGRIPPINA
Ah, mein Leben,
Ottone schäumt vor Wut,
jedem erzählt er vom großen Unrecht,
das ihm widerfahren;
erstickst du nicht rasch die Flamme im Keim,
so wird sie alles verzehren.

CLAUDIUS
Was rätst du mir?

AGRIPPINA
Vergiftete Wurzeln
zieht man aus der Erde.
Da Ottone noch hofft auf den Thron,
wird sein vermessenes Hirn Pläne schmieden,
sich Lug und Trug bedienen.
Gleichgesinnte wird er bestechen,
Eigennützige wie er selbst,
und das gemeine Volk, vom Gold geblendet,
wird wollen, daß sein Haupt
mit dem heiligen Lorbeer gekrönt wird.
Vereitle seine Pläne, sein Werk zerstöre,
rufe einen neuen Kaiser aus.
Unverzüglich wird man sich von Ottone abwenden,
denn alle beten die aufgehende Sonne an.

CLAUDIUS
Doch wem könnte ich zum Thron verhelfen,
ohne zu fürchten,
daß er über seiner Liebe zur Macht vergißt,
mir für meine Wohltat dankbar zu sein?
Denn Eifersucht ist die Begleiterin der Macht.

AGRIPPINA
Glaubst du, Claudius, daß ich dich liebe?

CLAUDIUS
Ich zweifle nicht daran.

AGRIPPINA
So bestimme
meinen Sohn Nero
zum Kaiser von Rom!
Er wird sich deinen Wünschen stets fügen;
Respekt wird er mir, seiner Mutter, zollen,
Ehrerbietung dir als seinem Vater.

CLAUDIUS
Ich stimme dir zu, dein Gedanke ist klug.

AGRIPPINA
(Für sich)
Mut, mein Herz! 
Fast sind wir am Ziel.

(Zu Claudius) 

So zögere nicht länger.

CLAUDIUS
Laß mir Zeit,
die wichtige Angelegenheit 
zu überdenken.

AGRIPPINA
Du bist in großer Gefahr!

CLAUDIUS
Alles werde ich tun, doch laß mich...

AGRIPPINA
Ach, für Aufschub ist keine Zeit.

Neunzehnte Szene

LESBO
(beiseite, zu Claudius)
Herr, Poppea...

CLAUDIUS
(beiseite, zu Lesbo)
Sprachst du mit ihr?

LESBO
(beiseite, zu Claudius)
Sie erwartet Euch.

AGRIPPINA
Zeit zu verlieren ist gefährlich.

CLAUDIUS
Zweifle nicht, du wirst zufrieden sein.

AGRIPPINA
Doch wann?

LESBO
(beiseite, zu Claudius)
So kommt, Herr!

CLAUDIUS
(beiseite, zu Lesbo
Ich komme.

(zu Agrippina)

Schon bald. Leb wohl!
Eine andere Sache verlangt mich an anderem Ort.

AGRIPPINA
Nein, nein, du darfst nicht gehen,
versprich es mir zuerst.

LESBO
(beiseite, zu Claudius)
Die Zeit drängt.

CLAUDIUS
(beiseite, zu Lesbo)
Ich komme.

(zu Agrippina)

Ja, ja, so sei es, ich gebe dir mein Wort.

AGRIPPINA
Am heutigen Tage
wirst du Nero auf den Kaiserthron erheben ?

CLAUDIUS
Noch heute.

AGRIPPINA
(Für sich)
Nichts anderes will ich.

40. Arie

CLAUDIUS
Ihr braucht nur zu fragen,
und ich gebe es euch,
meine schönen Lippen.
Wenn ich euch nur sehe,
ist mein Herz verloren,
ihr schönen Wangen.

(Ab) 

Zwanzigste Szene

Rezitativ

AGRIPPINA
Günstig ist mir heute das Schicksal;
damit der geliebte Sohn Kaiser wird,
scheue ich keine Gefahr.

41. Arie

Für jeden Wind, der ihn in den Hafen bringt,
auch wenn wilde Stürme drohen,
setzt der Seemann volle Segel.
Daß der Sohn herrsche, ist mein einziger Wunsch.
Mögen die Sterne auch dunkel sein,
der Geist betrachtet sie doch ohne Sorge.  
 SEGUNDO ACTO 


Escena Primera 

(Exterior del imperial, engalanado para recibir
triunfalmente a Claudio) 

Recitativo 

PALLAS
Así que, ¿fuimos engañados?

NARCISO
Amigo, 
es verdad cuanto te dije.

PALLAS
Y lo que yo te dije, 
es también cierto.

NARCISO
Entonces debemos mantenernos unidos 
y confiar el uno en el otro.

PALLAS
Si Agripina nos engaña, 
nosotros debemos ser más astutos que ella.

NARCISO
Sí, sí, debemos engañarla.
Todo cuanto ella diga, 
nos lo comunicaremos inmediatamente.
Debemos jurarnos mutua reciprocidad.

NARCISO, PALLAS,
Estrechemos nuestras manos 
como prueba de mutua confianza.

PALLAS
¡Otón está llegando!

NARCISO
Él debe ser nuestro nuevo César.

PALLAS
Todos lo reconocen ya como tal.

Escena Segunda 

20. Aria 

OTÓN
Hoy seré coronado con laurel en el Capitolio.
Sin embargo,
mi deseo va más allá 
de recibir el cetro y la corona.

Recitativo 

PALLAS
Más que su triunfo, 
Roma hoy honra su virtud.

NARCISO
Todos se inclinan ante su excelso valor...

OTÓN
Quisiera tener el suficiente valor y virtud, 
para hacer feliz al Imperio del Lacio 
y ver vencidos a todos sus enemigos.

PALLAS
¡Popea y Agripina 
llegan para ver al futuro César!

OTÓN
Por allí viene la diosa 
y reina de mi corazón.

Escena Tercera 

(Agripina, Popea, Nerón y su séquito
llegan del palacio) 

21. Preludio 

Recitativo 

AGRIPINA
(Para sí)
¡Ahí está el arrogante!

POPEA
(Para sí)
¡Ahí está el traidor!

NERÓN
(Para sí)
Allí veo a mi rival 
y siento mi pecho invadido por la furia.

AGRIPINA
(Por lo bajo, a Popea)
Popea, nos conviene fingir.

POPEA
(Para sí)
Sí, finjamos.

OTÓN
Bellísima Popea, finalmente se me concede, 
ver tu semblante amado.

AGRIPINA
(por lo bajo a Popea)
¡Qué falso es!

POPEA
(Para sí)
¡Así es como me engaña!

NARCISO
(Para sí)
¡Qué preocupación tengo en el alma!

OTÓN
Augusta Agripina, 
vos sabéis lo que deseo.

POPEA
Conozco tus planes y tus deseos
¡y también lo que dioses han decidido!

AGRIPINA
(a Otón)
Tus deseos ya se los he manifestado a ella.

(por lo bajo, a Popea) 

Él quiere que perdone sus errores.

POPEA
(Para sí)
¡Ah, traidor!

OTÓN
Lo que Agripina ha sabido, 
es el deseo de mi corazón. 
Créeme, las dichas del trono 
se convertirían sin ti en dolor.

NERÓN
¡Allí viene Claudio!

AGRIPINA
(Para sí)
Llega a tiempo, puesto que mi plan 
aún no ha sido detectado.

22. Coro 

POPEA, NERÓN, AGRIPINA
OTÓN, NARCISO, PALLAS, LESBO
¡Al son feliz de timbales y trompetas,
resuenan las alegrías 
a nuestro alrededor!
Roma rinde homenaje 
al gran gobernante.
¡Viva el victorioso Claudio.

Escena Cuarta 

Recitativo 

CLAUDIO
(Encaramado a un carro triunfal)
Derrotada Britania,
un nuevo imperio romano 
ahora se yergue. 
Ningún mar y sus tormentas puede detenernos.
Ningún monstruo terrestre,
ni ninguna figura infernal 
podrá cambiar el destino de Roma.

(Baja del carro)

23. Aria 

CLAUDIO
¡Caen las naciones subyugadas
y se convierte en basamento del trono romano!
Pero si este imperio es feliz, 
¡es porque está gobernado desde el Capitolio!

Recitativo 

AGRIPINA
¡Señor, cómo se regocija 
mi corazón de verte! 
Estos brazos que no podrían estrecharte 
¡ah! cómo sufrían por tu ausencia.
Ahora doy rienda suelta a las dulzuras del amor.

CLAUDIO
Mi querida Agripina, 
finalmente te tengo en mis brazos.
Mi amor siempre será para ti.
Te abrazo como tu esposo y como tu fiel amante.

POPEA
César, rindo homenaje a vuestra gran fama.

CLAUDIO
Agradezco tus palabras.

(por lo bajo, a Popea) 

Bien sabes lo que deseo.

NERÓN
De mi fidelidad 
te ofrezco el tributo.

CLAUDIO
Hijo mío, 
ten la seguridad de que te amo.

NARCISO
Con todo respeto, César, 
¡alabo vuestra gloriosa majestad!

PALLAS
La fama de vuestras victorias 
será inmortal.

CLAUDIO
Yo conozco bien,
de Narciso y Pallas,
su sincero afecto.

OTÓN
Otón, vuestro fiel servidor, 
se arrodilla ante el Augusto soberano. 
Que allá en el mar...

CLAUDIO
¿Qué quieres?

OTÓN
Humildemente espero 
el cumplimiento
de la promesa que me hicisteis.

CLAUDIO
¿Y tienes la osadía de presentarte ante mí?

OTÓN
¿Qué he hecho yo?

CLAUDIO
¡Eres un traidor!

NERÓN, NARCISO, PALLAS
¡Cómo!

AGRIPINA
(Para sí)
Todo marcha bien.

POPEA
(Para sí)
¡Alégrate corazón mío!

OTÓN
¿Yo un traidor? ¿Yo, que entre los arrecifes, 
valientemente, sin temer por mi vida
te salvé de la muerte? ¿Yo un traidor?

CLAUDIO
¡Ya basta! 
La muerte será un justo castigo para tu ofensa.

OTÓN
¡Cielos!... ¿Qué oigo?

CLAUDIO
(Para sí)
Pero a quien la vida me salvó, 
la vida le devolveré.

(Se marcha) 

OTÓN
¡Agripina, ayudadme!

24. Aria 

AGRIPINA
¡Nada esperes de mí, 
corazón traidor, 
alma infiel!
¿El esplendor te deslumbró, 
y no pudiste comprender 
el delito de tu acción?

(Se marcha) 

Recitativo 

OTÓN
¿Y tú, Popea, amor mío?

25. Aria 

POPEA
Tu verdadero amor es el trono, 
yo nunca fui tu amada. 
El poder es lo que más deseas, 
y yo me siento feliz
por lo que te está sucediendo.

(Se marcha) 

Recitativo 

OTÓN
¡Al menos tú, Nerón, apóyame!

26. Aria 

NERÓN
Las hojas de laurel que llevas en tus cabellos, 
atraen las desgracias y desdichas.
Aunque el rayo respeta las hojas,
hoy han sido elegidas
para fulminarlas.

(Se marcha)

Recitativo 

OTÓN
¿Es el destino una broma?
Narciso ¿no te compadeces del dolor de mi corazón?

NARCISO
La amistad dura sólo 
mientras dura la buena suerte.

(Se marcha) 

OTÓN
¡Ten piedad, por lo menos tú, 
de mi alma miserable!

PALLAS
Quien es enemigo del emperador, 
también es enemigo de Pallas.

(Se marcha) 

OTÓN
¡Fiel Lesbo, ten piedad de mi dolor!

LESBO
Lesbo no escucha a los traidores.

(Se marcha dejando a Otón solo) 

Escena Quinta 

27. Recitativo Acompañado 

OTÓN
Otón ¿qué golpe monstruoso es éste?
¡Emperador ingrato, amigos falaces, cielo injusto!
Sin embargo, más que el cielo, 
el emperador y los amigos, 
¡Popea es injusta, ingrata e infiel!
¿Yo, un monstruoso traidor?
¡Oh, cielos! ¡Oh, destino cruel!
¿Hay dolor mayor que el mío?

28. Aria 
Vosotros, que oís mis lamentos, 
tened piedad de mi dolor.
Pierdo un trono, que no deseo,
pero ¡qué tormento es 
perder el amor que tanto aprecio!
Tengo roto el corazón.

Sexta Escena 

(Un jardín con una fuente) 

29. Aria 

POPEA
Cuánto más preferiría
que mi amado me hubiera sido constante.
Mas siento un anhelo en el corazón, 
que desea ser clemente.

Recitativo 

Los tormentos de Otón, 
son tormentos también para mí.
Quisiera oír una disculpa suya.
Pero pensativo y triste él se acerca 
¿querrá liberar su corazón de tan profundo dolor?

Séptima Escena 

POPEA
Parece que el amor es la causa 
de sus pesares y preocupación. 
Fingiré dormir para descubrir la verdad.

(Sin ser vista por Otón se recuesta y finge 
dormir) 

30. Arioso 

OTÓN
¡Encantadores manantiales que murmuran 
serpenteando entre el verde césped!

(descubre a Popea) 

Recitativo 

Pero ¿qué veo aquí? ¡Oh, cielos!
Popea descansa entre flores, 
mientras yo no encuentro consuelo para mi dolor.

31. Recitativo y Arioso 

OTÓN
Amados vosotros, ojos que dormís,
mientras el corazón descansa en paz.

Recitativo 

POPEA
(simula hablar entre sueños) 
¡Otón, traidor!

OTÓN
También el sueño ¡oh, dioses! la engaña,
mostrándome como un hombre infiel.

POPEA
¡Cruel y mentiroso!

OTÓN
Eso dice, pero...
¿en qué se justifica tanta dureza?

POPEA
¡Otón, traidor!

(en actitud de despertarse) 

OTÓN
(Para sí)
¡Ella se despierta!... ¡Quiero oír lo que dice!

(Se esconde) 

Recitativo 

POPEA
(simula despertar y hablar consigo misma)
Fantasmas del espíritu,
¿aún perturbáis mi reposo?
¡Trajisteis ante mí 
la indigna imagen del traidor!
¿Qué puede decir él para disculparse?
¿Podrá negar, quizás, que le vendió a Claudio 
todo mi amor y lealtad, 
para que hoy, en el Capitolio romano, 
lo proclamara como su sucesor?

OTÓN
(Para sí)
¡Cielos, qué estoy oyendo!

POPEA
Si eso verdad, es un traidor.
El testigo de su ofensa 
es la emperatriz Agripina, 
y tan gran pecado es desmentir a un corazón real
como ser culpable de soberbia.

OTÓN
(Para sí)
¡No lo soporto más!

(A Popea) 

¡Aquí, estoy a tus pies!...

(Popea intenta irse. Otón la detiene)

¿Te marchas? ¡Quédate, querida!

(Para sí) 

¡Qué dolor!

(A Popea) 

¡Al menos, escúchame!

POPEA
¡No quiero oír nada!

OTÓN
¡Detente!

POPEA
¡Déjame!

OTÓN
¡Escucha! 
Toma mi espada que pongo en tu mano, 
y, si me encuentras culpable, ¡máteme!
Yo moriré feliz.

POPEA
(toma la espada y dirige la hoja hacia Otón) 
Habla, pero recuerda que la pena 
ya está fijada para tu crimen. 
Si me has engañado, caerás muerto a mis pies.

OTÓN
No comprendo la grave acusación
que provoca tu desprecio.
¿Me crees capaz de cederte a otro?
Que yo te pierda, mi hermoso sol, 
a causa de una ciega ambición, 
¿quién podría creerlo? 
Yo desprecio el cetro y la corona.
Mi corazón siempre ha sido tuyo, 
y tu dulce semblante es para mí 
mucho más que todo el mundo.

POPEA
No sé si debo creer en tus palabras...
Todo lo que sé, 
me lo ha revelado Agripina.

OTÓN
¿Qué oigo?
¡Esa pérfida y maligna mujer
es la culpable de mi dolor!
Oye, Popea, 
cuán malvada es ella.

POPEA
Otón, ahora no es el momento oportuno...
Este lugar no es seguro, te espero 
en mis aposentos. Allí tomaré una decisión.
Si eres culpable, seré implacable;
pero misericordiosa, si eres inocente.

32. Aria 

OTÓN
Deseo que prevalezca la justicia 
en lugar de la misericordia 
cuando decidas juzgarme. ¡Soy inocente!
Pero si crees que mi corazón ha mentido,
perdonaré tu condena.

(Sale) 

Escena Octava 

Recitativo 

POPEA
¿Fui víctima de una trampa?
¡Ahora comprendo tus intrigas, Agripina!
Para quitarle a Otón 
los laureles de emperador, me engañaste.
Es evidente que en tu mente soberbia 
está ayudar a Nerón. 
¡Pero no me abandonaré a mi dolor!
No sería Popea, 
si no logro vengarme.

33. Aria 

POPEA
Una sola vez me pueden engañar
¡pero sólo una!
La persona sincera
escucha a su corazón,
pero cuando es engañada una vez, 
nunca más se confía al mentiroso.

Escena Novena 

LESBO
¡Finalmente, te encuentro!
Claudio, impaciente por verte, me envía a ti.
Pide tener una conversación a solas contigo, 
en tus aposentos.

POPEA
¿Qué debo hacer?

LESBO
Hermosa señora, ¡tened coraje!
Que el amor, en la vida, es más placentero, 
cuanto más osado es. 

POPEA
(Para sí)
Una excelente oportunidad para vengarme
me ofrece el destino.

(A Lesbo) 

Acepto el favor del César.

LESBO
Entonces ¿puede venir?

POPEA
Sí, que venga.

LESBO
Voy de prisa a entregar 
el feliz mensaje a mi señor.

POPEA
(Para sí)
¡Cielo, ayúdame para que mi plan tenga éxito!

LESBO
(Para sí)
Hoy espero recibir una justa retribución 
por mis servicios.

(Sale) 

Escena Décima 

POPEA
Realmente, muchos peligros me acechan,
pero sólo quien no sabe de temores 
logra concretar su venganza.
El deseo de venganza 
domina completamente mi corazón.
¡Ojalá Nerón estuviera aquí!

Escena Undécima 

NERÓN
Mi vida, aquí estoy.

POPEA
¡Ah, el destino es favorable
a mis deseos!

(A Nerón) 

¡Oye, Nerón! 
Mil veces me juraste amor y fidelidad. 
Yo dudaba de ti, porque normalmente 
el hombre engaña a la mujer, 
y siempre está dispuesto
a burlarse del amor 
mediante su desprecio.

NERÓN
¡No temas por eso, querida mía!

POPEA
Para que me des una prueba de tus afectos, 
éste no es el lugar adecuado,
te espero en mis aposentos.
Allí, si logras convencer a mi corazón, 
mi amor será un premio para ti, 
¡tuyo será todo mi amor!

NERÓN
¡Ah, te adoro!

POPEA
¡Silencio!
Haz lo que te digo, y mantén el secreto.
Si el amor se hace público, 
trae penas en lugar de alegrías.

(Para sí) 

Mi plan será exitoso.

34. Aria 

En la medida de tu amor,
tendrás alegría 
y esperanza.
Si tu corazón es fiel, 
entonces debes esperar felicidad, 
puesto que tu esperanza está bien fundada.

(Sale) 

Escena Duodécima 

Recitativo 

NERÓN
¡Esta suerte 
me la envía el cielo!
Espero poder besar 
su rostro divino hoy mismo.

35. Aria 

NERÓN
Cuando una mujer invita al amante,
está muy cerca el gozo del amor.
Si dice: "Ven de inmediato", 
quiere decir: 
"¡Ven y disfruta de las alegrías del amor!"

(Sale) 

Escena Decimotercera 

(En los aposentos de Agripina) 

36. Aria 

AGRIPINA
¡Mis pensamientos me atormentan!
¡Cielos, secundad mis planes!
Que hoy reine mi hijo, 
¡y vosotros dioses, poneos de su lado!

Recitativo 

Mis planes son muy peligrosos.
En la creencia de que Claudio estaba muerto, 
confié demasiado 
en Narciso y Pallas.
Otón ha hecho muchos méritos
y Popea es muy valiente.
Si mi engaño se descubre, 
ellos se vengarán de mis ofensas.
Con tantos enemigos, es necesaria la astucia.
¡Oh, sí, ella podrá ayudarme!

37. Aria 

¡Pensamientos, ustedes me atormentan!

Escena Decimocuarta 

Recitativo 

PALLAS
Aún cuando la situación es difícil,
la promesa del fiel corazón de Pallas
sigue firme.
Estoy completamente a su servicio.

AGRIPINA
Si sigue en pie tu promesa, podrás serme útil.

PALLAS
Estoy a vuestra disposición.
¡Ordéneme lo que quiera, hermosa señora!

AGRIPINA
Atiende.
Mis enemigos son Narciso y Otón.
Los dos deben morir. 
¿Comprendes a qué peligro 
estoy expuesta?

PALLAS
Si yo estoy a vuestro servicio, Agripina, 
no hay ningún peligro que temer.
Pero y mi amor ¿podrá ser correspondido?

AGRIPINA
¡Confío en ti, Pallas!

PALLAS
(Para sí)
¡Esta mujer tiene el corazón de Megera!

38. Aria 

Lo que mi esperanza me hace vislumbrar
es la razón de mi constancia.
Mi corazón se siente feliz
con su fidelidad y piedad.

(Sale) 

Escena Decimoquinta 

Recitativo 

AGRIPINA
Espero que mi plan tenga éxito. 
¡Aquí llega Narciso!... ¡Perfecto!

Escena Decimosexta 

AGRIPINA
(Para sí)
Ahora, es el tiempo de influir sobre Narciso.

(A Narciso) 

Nuestros enemigos comunes 
son Pallas y Otón.
Si tú me amas y tienes valor, 
nada se interpondrá entre nosotros.

NARCISO
¿Qué debo hacer?

AGRIPINA
¡Matar a ambos!

NARCISO
Lo haré, pero 
¿cuál será mi recompensa?

AGRIPINA
Confiar en mí y esperar pacientemente.

NARCISO
(Para sí)
¡Tiene el alma de un animal salvaje!

39. Aria 

Deseo tener esa hermosa boca, 
¡ah, mujer cautivadora!
Y si espero ser feliz, 
mi esperanza no será vana.

(Sale) 

Escena Decimoséptima 

Recitativo 

AGRIPINA
Para darle paz a mi corazón, 
siembro odio y discordia.
Con Claudio llevaré mi plan a buen término.
¡Allí llega!... ¡Corazón mío, utiliza la astucia!

Escena Decimoctava 

CLAUDIO
Vengo a disfrutar ¡oh, amada mía!
del amor que hay en tus bellos ojos.

AGRIPINA
Querría tener una belleza extraordinaria
para compartir el gozo de tu amor.
Sin embargo ¡oh, dioses! 
en mi pecho se agita un terrible dolor 
y mi alma está triste y angustiada.

CLAUDIO
¿A qué le temes? ¡Dímelo, amada mía!

AGRIPINA
Presiento que tu vida corre gran peligro.
Por doquier me llegan 
rumores de conspiraciones.

CLAUDIO
¿Y quién se atreve a forjar intrigas en Roma?

AGRIPINA
¡Ah, mi vida!
Otón está furioso y a todos les habla 
sobre la gran injusticia 
de que ha sido víctima. 
Si tú no sofocas rápidamente este incendio,
sus llamas lo consumirán todo.

CLAUDIO
¿Qué me recomiendas?

AGRIPINA
¡Que arranques de raíz
la planta envenenada!
Otón todavía confía en asumir el trono...
Su mente arrogante forjará planes y engaños. 
Sobornará a quien haga falta, 
mentirá, pactará con sus pares, 
y entre hombres perversos
repartirá oro.
Hará todo lo posible para lograr que coloquen 
sobre sus sienes la corona con el sagrado laurel.
¡Será implacable hasta lograr destruirte!
Debes nombrar un nuevo sucesor ya mismo.
El pueblo se olvidará de Otón muy pronto,
pues todos adorarán al nuevo sol naciente.

CLAUDIO
¿Pero a quien pondré en el trono sin temor a que, 
embriagado por el poder,
me sea ingrato y olvide 
los favores que le dispenso?
Los celos son siempre compañeros del poder.

AGRIPINA
¡Oh, Claudio!... ¿Crees que te amo?

CLAUDIO
No lo dudo.

AGRIPINA
¡Nombra a mi hijo Nerón, 
César de Roma!
Él siempre acatará tus deseos.
Me respeta
y a ti también te respetará
como a su propio padre.

CLAUDIO
Estoy de acuerdo contigo, tu idea es prudente.

AGRIPINA
(Para sí)
¡Valor, corazón mío! 
Casi, hemos alcanzado la meta.

(A Claudio) 

No debes demorar el nombramiento.

CLAUDIO
Déjame un tiempo 
para considerar adecuadamente 
este importantísimo asunto.

AGRIPINA
¡Corres un gran peligro!

CLAUDIO
Todo se hará, pero ahora déjame...

AGRIPINA
¡Ah, no hay tiempo que perder!

Escena Decimonona 

LESBO
(Por lo bajo, a Claudio)
Señor, Popea...

CLAUDIO
(Por lo bajo a Lesbo)
¿Hablaste con ella?

LESBO
(de igual forma a Claudio)
Ella os espera.

AGRIPINA
Perder tiempo es peligroso.

CLAUDIO
No lo dudes, quedarás satisfecha.

AGRIPINA
Pero ¿cuándo?

LESBO
(por lo bajo, a Claudio)
¡Vamos, señor, vamos!

CLAUDIO
(de igual modo a Lesbo)
Ya voy.

(A Agripina)

Me marcho... ¡Hasta luego!
Otro asunto requiere mi presencia.

AGRIPINA
¡No, no, no puedes irte así, 
antes debes prometérmelo!

LESBO
(discretamente, a Claudio)
El tiempo pasa.

CLAUDIO
(De igual forma, a Lesbo)
Ya voy.

(a Agripina) 

Sí, sí, así será, te doy mi palabra.

AGRIPINA
¿Hoy mismo, sentarás a Nerón 
en el trono del César?

CLAUDIO
Hoy mismo.

AGRIPINA
(Para sí)
¡No deseo otra cosa!

40. Aria 

CLAUDIO
Sólo necesitas pedir, 
con tus hermosos labios,
y todo lo obtendrás.
Apenas mi corazón te ve, 
desea fundirse en ti,
hermoso rostro mío.

(Salen Claudio y Lesbo) 

Escena Vigésima 

Recitativo 

AGRIPINA
El destino es favorable hoy para que 
mi hijo amado se transforme en César 
y yo me aleje del peligro.

41. Aria 

Ante cada viento que lo lleva a buen puerto, 
aún cuando las tormentas salvajes lo amenazan, 
el marinero despliega las amplias velas. 
Que mi hijo gobierne, es mi único deseo.
Aunque las estrellas parezcan funestas, 
mi espíritu, sereno, las sabrá dominar.

Acto  III